|
k0212300
Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Sa.28.12.02, 13:30 Vorbereitungen für einen möglichen Krieg gegen Irak gehen weiter.
Sa.28.12.02 - Die USA haben eine massive Verstärkung ihrer Truppen in der
Golfregion in die Wege geleitet. Seit Weihnachten seien mehrere Marineverbände
und Luftwaffeneinheiten sowie Heeressoldaten angewiesen worden, sich auf eine
Beteiligung an einem möglichen Krieg gegen Irak vorzubereiten, verlautete am
Freitag aus dem US-Verteidigungsministerium. Die Verstärkung solle im Januar und
Februar erfolgen.
Insgesamt würden mehrere zehntausend Soldaten an den Golf gesandt, hiess es.
Genaue Zahlen wurden nicht genannt. Derzeit sind bereits rund 50.000 US-Soldaten
in der Region stationiert.
Die Bereitschaftsanweisung ging unter anderem an zwei Marinekampfverbände mit
jeweils einem Flugzeugträger und zwei Verbände mit Landungsschiffen, wie Beamte
des Pentagons mitteilten. Die Schiffe der genannten Verbände sollen in die Lage
versetzt werden, innerhalb von 96 Stunden nach einem bestimmten Termin im
Januar in die Golfregion zu fahren. Luftwaffenvertreter berichteten von Anweisungen
an fünf in den USA stationierte Kampfeinheiten sowie an Truppen zur logistischen
Unterstützung.
Die Anordnung an die Marine erging laut den Informationen aus dem Pentagon an
den Verband mit dem Flugzeugträger "George Washington", der zur Atlantikflotte
gehört. Aus der Pazifikflotte sind es entweder die zurzeit im australischen Perth
liegende "Abraham Lincoln" oder die in Japan stationierte "Kitty Hawk". In der Golfregion
befinden sich bereits der Flugzeugträger "Constellation" und das Landungsschiff "Nassau".
In Marseille lief am Freitag der amerikanische Flugzeugträger "Harry Truman" aus, der im Fall
einer kriegerischen Eskalation ebenfalls Kurs in die Golfregion nehmen könnte.
Die für einen möglichen Einsatz angeforderten Kriegsschiffe und U-Boote würden das
schon stationierte militärische Potenzial der USA in der Golfregion weiter verstärken. Ein
Schiffsverband mit einem Flugzeugträger umfasst sechs bis acht Kreuzer, Zerstörer, Fregatten
und andere Schiffe mit insgesamt rund 7.500 Matrosen. Einem Landungsschiffverband gehören
etwa 2.200 Marineinfanteristen an.
Ausserdem soll das Hospitalschiff «Comfort» in der nächsten Woche den amerikanischen Hafen
Baltimore verlassen und die britische Insel Diego Garcia im Indischen Ozean ansteuern. Dort haben
die USA auch zahlreiche Flugzeuge stationiert.
Die UN-Rüstungskontrolleure inspizierten unterdessen zum zweiten Mal eine Firma
zur Herstellung von Geräten zur Chemikalienverarbeitung in Bagdad. Sie hat
Verbindungen zur irakischen Armee. Ferner suchten die Inspektoren eine
Spirituosenfabrik auf. Die UN-Experten hielten sich am Freitag seit genau einem
Monat in Irak auf.
In Ankara führten ranghohe Vertreter der US-Regierung Gespräche mit Handels- und
Finanzbeamten der türkischen Regierung. Zur Sprache kamen Maßnahmen
zur Unterstützung der türkischen Wirtschaft im Fall eines Kriegs im benachbarten Irak.
Ankara befürchtet negative Auswirkungen auf seine ohnehin angeschlagene Wirtschaft
sowie einen Flüchtlingsstrom aus dem Nachbarland. Nach einem Bericht der Tageszeitung
"Hürriyet" vom Freitag will die Regierung die USA um 28 Milliarden Dollar zum Schutz der
türkischen Wirtschaft bitten.
Die Türkei beschloss am Freitag eine Ausweitung der Produktion von Gasmasken, wie die
halbamtliche Nachrichtenagentur Anatolia berichtete. Ferner solle die Öffentlichkeit über richtiges
Verhalten im Fall eines Angriffs mit Massenvernichtungswaffen informiert werden.
In Israel befürwortet laut einer am Freitag veröffentlichten
Umfrage eine Mehrheit einen US-Angriff auf Irak. 61 Prozent der Befragten fänden einen solchen Angriff gut, 33
Prozent sprachen sich dagegen aus, sechs Prozent gaben keine Antwort. Die Umfrage wurde von der Zeitung "Jediot
Achronot" durchgeführt, die Fehlermarge wurde mit 4,5 Prozentpunkten angegeben.
US-Senator Joseph Lieberman äußerte sich am Freitag in Bahrain zuversichtlich über eine Unterstützung der
Golfstaaten bei einem möglichen US-Angriff auf Irak. Bei seinen Gesprächen habe er ermutigende Signale erhalten
vom König von Bahrain, Scheich Hamad bin Isa El Chalifa, dem saudiarabischen Kronprinz Abdullah und dem Emir
von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa El Thani. Ob eine solche Unterstützung auch auf einen Angriff ohne Mandat des
UN-Sicherheitsrats erfolgen würde, ließ Lieberman offen. (Quelle: ap )
Die USA bauen mit Hilfe kurdischer Oppositionsgruppen seit mehreren Wochen
militärische Stützpunkt im Norden des Irak auf. Das berichten mehrere
US-Tageszeitungen übereinstimmend. Demnach ist die US-Armee über den
türkisch-irakischen Grenzposten Zakho bereits auf irakisches Territorium
vorgedrungen. Parallel zu dem US-Aufmarsch hat die türkische Armee ihre
Präsenz auf dem Flughafen Barman und Amadia verstärkt. Zu dem dort
aufgefahrenen Kriegsgerät zählen auch US-amerikanische M-60-Panzer. Durch
die seit dem ersten Golfkrieg zwischen den USA und dem Irak 1990/1991
eingerichtete Flugverbotszone im Norden des Landes hat die Regierung in
Bagdad keine Möglichkeiten, gegen den Militärausbau vorzugehen. (Quelle: telepolis) Mehr unter:
UN-Flüchtlingskommissar Lübbers:
Sa.28.12.02 - Der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen befürchtet im Fall eines Kriegs
gegen Irak eine Katastrophe für die Menschen in der Region. Ein solcher Krieg hätte viele neue
Flüchtlinge zur Folge, sagte Ruud Lubbers am Freitag in einem BBC-Interview. Darüber hinaus
würden möglicherweise viele Iraker von eingelagerten chemischen und biologischen Waffen
getötet.
Es müsse eine vorrangige Pflicht sein, dies zu verhindern, sagte Lubbers. Nur wenn sich der
irakische Staatschef Saddam Hussein gegen die Inspektionen und deren Konsequenzen
wende, "könnte das ein Grund für eine militärische Intervention sein."
Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland:
Sa.28.12.02 - Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hält
nach einem Zeitungsbericht einen US-Angriff auf Irak unter gewissen Bedingungen
für gerechtfertigt. "Wenn der irakische Diktator Saddam Hussein
Massenvernichtungswaffen hat, dann wird er sie benutzen", sagte Spiegel laut
einem vorab verbreiteten Bericht der "Bild am Sonntag". Dann jedoch gäbe es die
schwersten Vorwürfe gegen die maßgeblichen demokratischen Politiker, weil sie
nichts dagegen unternommen hätten. "Manchmal lassen sich Kriege nicht
vermeiden, wenn man mörderisches Treiben skrupelloser Diktatoren verhindern
muss", bekräftigte Spiegel. (Quelle: afp)
Türkei: Noch kein Beschluss über Teilnahme an Irak-Krieg.
Sa.28.12.02 - Die Türkei, der bei einem Irak-Krieg eine
Schlüsselstellung zukäme, will erst über ihre Beteiligung an einem
Waffengang entscheiden, wenn es einen entsprechenden Beschluss
des UN-Sicherheitsrats gibt. Dies betonte der Chef der
Regierungspartei AKP, Tayyip Erdogan, am Freitag in Ankara. Erst
dann werde das türkische Parlament sein Votum abgeben. "Generell
ist niemand in der AKP mit einem Krieg einverstanden", sagte
Erdogan. Berichte türkischer Medien über bereits getroffene
Kriegsvorbereitungen in seinem Land nannte er "übertrieben".
Die Türkei steht unter hohem Druck aus Washington, sich
aktiv an einem Krieg gegen das Nachbarland Irak zu beteiligen, die
Stationierung von US-Soldaten auf türkischem Territorium zu
erlauben sowie Flugplätze und Häfen für einen Truppenaufmarsch
zur Verfügung zu stellen. Die USA verlangen von der Türkei die
Nutzung von fünf Luftwaffenstützpunkten: Incirlik, Diyarbakir,
Malatya, Mus und Batman. Die kurdische Großstadt Diyarbakir
soll zur Hauptbasis der "nördlichen Front gegen den Irak" werden.
Die Seehäfen Mersin, Iskenderun und Antalya sind für die Versorgung
auf dem Seewege vorgesehen.
Aus zuverlässigen Quellen verlautete, Washington drohe mit einer
"Abkühlung der Beziehungen", falls Ankara nicht einlenkt, weil die
Öffnung der Nordfront die Irakoperation viel billiger mache.
Außerdem könnten die USA ihr Kriegsmaterial und Personal auch
über Deutschland und Zypern in den Nordirak transportieren, heißt
es.
Das alles ruft in der Türkei Unmut hervor. Über 80 Prozent der
Bevölkerung, vor allem die Basis der proislamischen Regierung, will
keinen Krieg gegen ein anderes muslimisches Land. Während
Intellektuelle und linke Splittergruppen vor Wochen nur einige
tausend Menschen gegen den Krieg mobilisieren konnten, werden
jetzt mit Hilfe der Gewerkschaften Massendemos organisiert. Die
sozialdemokratische Opposition ist kategorisch gegen den Krieg.
Am Freitag tagte in Ankara auch der
Nationale Sicherheitsrat mit den Vertretern aus Politik und Militär.
Eine US-Delegation mit den Staatssekretären John Taylor
(Finanzen) und Marc Grossmann (Außenministerium) führte am
selben Tag in Ankara Gespräche über einen Finanzausgleich für
wirtschaftliche Nachteile der Türkei im Kriegsfall. Ankara befürchtet
schwere Verluste aus Handel und Tourismus. Trotz der Opposition
gegen einen Krieg gibt es nach Berichten türkischer Medien in
Ankara auch Planspiele für eine Zeit nach Saddam Hussein. Danach
erhofft sich die Türkei von einem Irak unter neuer Führung einen
Aufschwung in ihrem Südosten. (Quellen: sz, tz)
Parlament ebnet Chef der Regierungspartei AKP Weg an die Macht.
Sa.28.12.02 - Knapp acht Wochen nach der Parlamentswahl hat das
türkische Parlament dem Chef der Regierungspartei AKP, Recep Tayyip Erdogan,
den Weg ins Amt des Ministerpräsidenten geebnet. Mit überwältigender Mehrheit
stimmten die Abgeordneten am Donnerstagabend in Ankara ein zweites Mal für
Verfassungsänderungen, die Erdogan nachträglich die Wahl ins Parlament und so
die Ernennung zum Regierungschef ermöglichen. Gegen die erste Billigung der Reform
hatte Präsident Ahmet Necdet Sezer vergangene Woche sein Veto eingelegt. Ein zweites
Mal kann er die Verfassungsänderungen nicht zurückweisen.
Erdogan konnte bislang nicht zum Regierungschef gewählt werden, weil er 1998 wegen
"islamistischer Propaganda" verurteilt worden war und deshalb bei der Wahl im November
nicht für einen Parlamentssitz kandidieren konnte. (Quelle: afp)
Nordkorea fordert UNO-Inspektoren zur Ausreise auf.
Sa.28.12.02 - Im Streit um sein Atomprogramm hat Nordkorea die beiden im Land
tätigen UNO-Inspektoren am Freitag zur Ausreise aufgefordert.
Ein Verbleiben der Inspektoren in Nordkorea sei nicht länger gerechtfertigt, heißt es
in einem Brief Nordkoreas an die die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), der
Reuters vorlag. Die USA riefen den kommunistischen Staat dazu auf, sein Atomwaffenprogramm
auf nachprüfbare Weise zu stoppen. Die IAEA sieht nach einer Ausweisung ihrer Inspektoren
keine Möglichkeit mehr, nordkoreanische Atomanlagen zu überwachen.
In dem nordkoreanischen Brief hieß es weiter, die Aufgabe der Inspektoren in
Yongbyon sei zu einem natürlichen Ende gekommen. Die Inspektoren sollen einen
Reaktor überwachen, in dem waffentaugliches Plutonium hergestellt werden kann.
Nordkorea hatte die Wiederaufnahme des Programms damit begründet, nach dem
Ausbleiben von US-Heizöllieferungen auf diesem Weg Strom gewinnen zu müssen.
Die USA forderten Nordkorea auf, "sein Atomwaffenprogramm
in nachweisbarer Weise zu zerstören". Mit der Ankündigung,
die Inspektoren auszuweisen, habe Nordkorea ein weiteres Mal
gegen die Vereinbarungen mit der IAEA verstoßen, sagte eine
Sprecherin des US-Präsidialamts weiter. Die USA lehnten
Gespräche mit Nordkorea ab. Man werde nicht "mit
Verhandlungen auf Drohungen und gebrochene Vereinbarungen
antworten", sagte sie. Die USA und seine Verbündeten suchten
nach einer friedlichen Lösung, fügte sie hinzu.
Aus US-Regierungskreisen verlautete, in der Regierung von Präsident
George W. Bush gebe es Befürchtungen, der Konflikt mit Nordkorea könne
den Eindruck erwecken, Nordkorea sei eine größere Gefahr als Irak. Dies könne die
Position der USA im Konflikt mit Irak schwächen, hieß es. Bush hatte Nordkorea,
Irak und Iran vorgeworfen, nach Massenvernichtungswaffen zu streben und die
drei Länder als "Achse des Bösen" bezeichnet.
Nordkorea verschärfte seinen Ton gegen die USA. Die staatliche Nachrichtenagentur
KCNA warf den USA vor, das politische System Nordkoreas stürzen zu wollen. Die
Forderungen nach einem Ende des Atomprogramms seien nur das Vorspiel für einen
Überraschungsangriff der USA.
Russland warf den USA eine Mitschuld an der jüngsten Krise vor. Die USA, die
Europäische Union (EU), Japan und Südkorea, hätten Vereinbarungen über die
Energieversorgung in Nordkorea nicht eingehalten. Das habe dazu geführt,
"dass Nordkorea ohne Energie dasteht", sagte Atomenergieminister Alexander
Rumjanzew. Zudem sagte er, Nordkoreas Industrie sei nicht in der Lage, Atomwaffen
zu bauen. (Quelle: rtr)
USA schließen militärische Reaktion gegen Nordkorea aus.
Sa.28.12.02 - Die USA haben eine militärische Reaktion auf das forciert
betriebene Atomprogramm in Nordkorea ausgeschlossen. "Wir suchen eine
friedliche Lösung", sagte am Freitag der Sprecher des Weißen Hauses, Scott
McClellan, in Washington. (Quelle: ap)
Tschetschenien: 39 Tote bei Selbstmordanschlag in Grosny.
Sa.28.12.02 - Bei einem der blutigsten Anschläge in Tschetschenien
sind in der Hauptstadt Grosny nach jüngsten Angaben 39 Menschen ums Leben
gekommen. Zwei Selbstmordattentäter durchbrachen mit einem Lkw und
einem Geländewagen der Armee die Absperrung vor dem Sitz der pro-russischen
Regierung und sprengten sich in die Luft. Der Anschlag erfolgte nur knapp zwei
Monate nach der Geiselnahme in einem Moskauer Musical-Theater. Dabei waren
129 der Geiseln ums Leben gekommen.
Die beiden gewaltigen Explosionen seien gegen 11.30 Uhr MEZ im Abstand von
wenigen Sekunden erfolgt, meldete die Nachrichtenagentur ITAR-TASS.
Blutüberströmte Verletzte wurden notdürftig vor Ort versorgt. Der staatliche
Fernsehsender Rossija zeigte Bilder von einem riesigen Krater, den die Explosionen
in die Straße vor dem Verwaltungssitz gerissen hatten.
Auch im Fernsehsender NTW
waren Aufnahmen von dem Gebäude zu sehen, in dem
zahlreiche Fenster und Türen zerstört waren. ITAR-TASS zufolge
wurden die oberen Stockwerke des Gebäudes völlig zerstört.
Nach Angaben des tschetschenischen Abgeordneten Aslambek
Aslachanow hielten sich etwa 200 Menschen in dem Gebäude
auf. Laut ITAR-TASS waren jedoch weder der pro-russische
Verwaltungschef Achmad Kadirow noch Ministerpräsident Michail
Babitsch zum Zeitpunkt des Anschlags in dem Gebäude.
Ein nicht näher identifizierter "Kommandeur" habe in einem Anruf mitgeteilt, der Anschlag sei von tschetschenischen
Unabhängikeitskämpfern verübt worden, hieß es auf der von tschetschenischen Kämpfern betriebene Internet-Seite
Seit dem erneuten Einmarsch der russischen Armee in die
abtrünnige Kaukasusrepublik im Oktober 1999 verüben die
tschetschenischen Rebellen zunehmend Selbstmordanschläge.
Die Rebellen betrachten ihre pro-russischen Landsleute als
Verräter, dutzende wurden bereits getötet.
Unterdessen verschärfte die Polizei in Moskau ihre Sicherheitsmaßnahmen drastisch, wie ITAR-TASS meldete. Die
Beamten liefen verstärkt Streife und kontrollierten insbesondere auf Bahn- und Flughäfen zahlreiche Menschen.
(Quellen: afp, dpa)
Sechs Tote bei Überfall auf jüdische Siedlung.
Sa.28.12.02 - Zwei bewaffnete Palästinenser haben am Freitag nach
Angaben der israelischen Armee eine Cafeteria in einer jüdischen Siedlung bei
Hebron im Westjordanland gestürmt und vier Israelis erschossen.
Soldaten hätten die Angreifer getötet. Acht Menschen seien verletzt worden,
mindestens einer schwer. Zu dem Anschlag in der Siedlung Otniel bekannte sich die
radikale Palästinensergruppe Islamischer Dschihad. Stunden später explodierte in Jerusalem
nach Polizeiangaben eine Autobombe, wobei der Attentäter verletzt wurde. Zuvor
hatten militante Palästinenser bei der Beerdigung von acht von Israel getöteten
Palästinensern Rache geschworen.
Israels Verteidigungsminister Schaul Mofas hat der Armee und den Geheimdiensten
befohlen, die Militäroperationen gegen mutmaßliche Extremisten in den Palästinensergebieten
weiter zu verschärfen.
Mofas, der wegen seiner kompromisslosen Haltung innerhalb weniger Wochen zum
beliebtesten israelischen Politiker nach Ministerpräsident Ariel Scharon
aufgestiegen ist, sagte vor der Armeeführung und Vertretern der Geheimdienste, es
müssten "alle Anstrengungen unternommen werden, den Terrorismus auszurotten".
Insgesamt hatten Soldaten bei Operationen im Westjordanland am Donnerstag sieben
Palästinenser getötet, darunter einen Wächter im Krankenhaus von Ramallah. Zwei
Extremisten wurden im Gazastreifen erschossen.
Ein Sprecher der Autonomiebehörde nannte Mofas Befehl den Versuch der Regierung Scharon, die bevorstehende
Wahl auf Kosten der Palästinenser zu gewinnen. Beobachter befürchten nach der Explosion der Gewalt eine Welle
von Vergeltungsanschlägen. Unter den getöteten Palästinensern waren mindestens drei örtliche Anführer der radikalen
Gruppen Hamas, Islamischer Dschihad und der Al-Aksa Brigaden. Seit der Wiederbesetzung des Westjordanlands
hat die Armee nach eigenen Angaben über 220 mutmaßliche Extremisten getötet. Nach palästinensischen Angaben
liegt die Zahl der Getöteten weit darüber. Am Freitag nahmen Soldaten im Flüchtlingslager Askar bei Nablus einen
mutmaßlichen Selbstmordattentäter fest. Er soll bereits ein Video bei sich getragen haben, in dem er sich zu der
geplanten Tat bekannte.
Bei einer Kundgebung zum 15. Jahrestag der Gründung der Organisation sagte Hamas-Führer Jassin: "Der Marsch
der Märtyrer (Selbstmordattentäter) wird weitergehen, der Widerstand wird weitergehen, und der Heilige Krieg wird
weitergehen." Man werde diejenigen bekämpfen, die den Palästinensern "das Land gestohlen haben". Jassin erklärte
sich zwar bereit, die Gründung eines Palästinenserstaats im Westjordanland, Gazastreifen und Ost-Jerusalem «als
ersten Schritt" anzuerkennen. Doch "werden wir niemals unsere Forderung nach dem Land aufgeben, das Israel 1948
besetzte".
Israel wies am Freitagmorgen acht Belgier aus, die an einer viertägigen Sozialkonferenz in Ramallah (Westjordanland)
teilnehmen wollten. Vier weitere ausländische Konferenzteilnehmer warteten in einem Gefängnis am
Ben-Gurion-Flughafen von Tel Aviv noch auf ihre Abschiebung. Ein Regierungssprecher sagte, das Innenministerium
habe Informationen, wonach die Ausländer, unter ihnen sechs Frauen, "die öffentliche Ruhe stören wollten".
Die am Donnerstag erneut über die biblische Stadt Bethlehem verhängte Ausgangssperre blieb weiter in Kraft. Israel
hatte sich nach internationalen Protesten zu Weihnachten lediglich knapp zwei Tage lang aus der Geburtsstadt Jesu
zurückgezogen. (Quelle: dpa)
US-Firma will erstmals Menschen geklont haben.
Sa.28.12.02 - Eine mit der Raelianer-Sekte kooperierende US-Firma will
erstmals erfolgreich einen Menschen geklont haben, legte am Freitag dafür aber
keine Beweise vor.
Wie die Direktorin der Firma Clonaid, Brigitte Boisselier, in Hollywood im
US-Bundesstaat Florida mitteilte, soll ein unabhängiger Wissenschaftler durch
einen Gentest beweisen, dass es sich bei dem am Donnerstag geborenen
Mädchen um ein geklontes Baby handelt. In acht bis neun Tagen solle das
Ergebnis vorliegen, sagte Boisselier. Zudem sollten bis Ende Januar vier weitere
von dem Unternehmen geklonte Babys auf die Welt kommen.
Das erste Baby mit dem Namen Eve sei der Klon einer 31-jährigen US-Amerikanerin, die
das Mädchen außerhalb der USA gesund zur Welt gebracht habe. Den Geburtsort des Kindes
nannte Boisselier ebensowenig wie die Namen der Eltern. Sie seien unfruchtbar
und wollten nicht mit dem Kind angeben, sagte sie. Das Kind sei mit einem Kaiserschnitt zur
Welt gebracht worden und habe bei der Geburt 3,1 Kilogramm gewogen.
Die Raelianer glauben, dass die Menschheit vor 25.000 Jahren von Außerirdischen durch Klonverfahren geschaffen
wurde. Ihrer Ansicht nach kann das Klonen die Lebenszeit eines Menschen um hunderte Jahre verlängern. Der
Gründer der Sekte, Claude Vorihon, bezeichnet sich selbst als einen Propheten mit Namen Rael.
In ersten Reaktionen zeigten sich Wissenschaftler skeptisch. Die technischen Standards der Sekte,
die die Geburt bekannt gegeben hatte, genügen nach Ansicht von Experten nicht einmal dazu, Ratten
oder Mäuse zu klonen.
"Ist es (das Klonen) bei Menschen möglich? Eventuell.
Haben wir Probleme beim Klonen von Tieren gehabt? Ja. Verstehen wir, was diese Probleme hervorruft? Nein. Deshalb
sollten wir es nicht tun", sagte Randall Prather, Professor an der Universität von Missouri. Barry Zirkin, Chef der
Abteilung für Reproduktionsbiologie an der Johns Hopkins University in Baltimore, sagte: "Es würde mich
überraschen, wenn es so einfach wäre, Menschen zu klonen."
In Tierversuchen ist es Wissenschaftlern zwar gelungen, unter anderem Schafe und Mäuse zu klonen, einige der Tiere
wiesen jedoch genetische Defekte auf, für die es nach Angaben von Fachleuten bislang keine Erklärung gibt.
Wissenschaftler fürchten, dass solche Defekte auch bei geklonten Menschen auftreten könnten.
Neben Clonaid arbeitet auch der italienische Arzt Severino Antinori am Klonen von Menschen. Antinori hat
angekündigt, ein geklontes Baby könne voraussichtlich im Januar zur Welt kommen. Der Arzt befürwortet das Klonen
von Menschen, um unfruchtbaren Paaren zu einem eigenen Kind zu verhelfen.
US-Präsident George W. Bush ließ mitteilen, er sei sehr beunruhigt von dem Versuch, Menschen zu klonen. Er hatte
sich in der Vergangenheit für ein Verbot in den USA stark gemacht, ein entsprechendes Gesetz kam aber zunächst
nicht zu Stande. Der französische Präsident Jacques Chirac rief die Staaten der Welt dazu auf, das Klonen von
Menschen zu verbieten und unter Strafe zu stellen. Boisselier war früher als Wissenschaftlerin in einem französischen
Konzern in führender Stellung beschäftigt.
Deutschland und Frankreich hatten bereits im vergangenen Jahr ein internationales Verbot für das Klonen von
Menschen gefordert. Die Vereinten Nationen arbeiteten an einem entsprechenden Vertragsentwurf. Die Beratungen
gerieten jedoch ins Stocken, als die USA einen strikteren Vertrag forderten, der auch das experimentelle Klonen für
medizinische Zwecke verbietet. (Quellen: rtr, br)
Mehr zum Thema Klonen unter:
Globale Klimadaten zeigen ungebremste Erd-Erwärmung.
Sa.28.12.02 - Das zu Ende gehende Jahr war das zweitwärmste seit dem
Beginn der Aufzeichnungen der Lufttemperatur. Das geht aus
einem jüngst veröffentlichten Bericht der Weltmeteorologie
Organisation (WMO) in Genf hervor. Demnach war es im
globalen Mittel nur 1998 wärmer. Zugleich wurden die zehn
wärmsten Jahre der vergangenen 140 Jahre in der Zeit seit
1986 beobachtet. In Großbritannien, das über die längsten
verläßlichen Meßreihen verfügt, die bis 1659 zurückreichen,
war das Jahr 2002 sogar eines der wärmsten der
vergangenen 340 Jahre. (Quelle: jw) Mehr unter:
Luftverkehr zunehmend klimaschädigend.
Sa.28.12.02 - In zwei bis drei Jahren könnte der Beitrag des Luftverkehrs zum Treibhauseffekt den der dann etwa 600
Millionen Personenkraftwagen weltweit übertreffen. Dieses aktuelle Ergebnis einer OECD-Studie lässt Umweltschützer Alarm
schlagen. "Wir haben mehr Verkehr auf der Schiene gefordert und mehr Verkehr in der Luft gekriegt", sagte der Verkehrsexperte
des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Gerrit Schrammen. Zusätzlich zu Kohlendioxid, das auch im Autoverkehr
entstehe, emittierten bei Flugzeugen noch weitere klimaschädliche Stoffe. So gehe der Wasserdampf nicht wie beim Auto in
Bodennähe in der normalen Luftfeuchtigkeit unter, sondern bilde häufig Wolken, die wiederum zur Erderwärmung beitrügen.
Außerdem setzten Flugzeuge Stickoxide frei, die sich auf die Ozonkonzentration auswirkten. (Quelle: taz/ap)
Zahl der Arbeitslosen bald auf mehr als 4,5 Millionen.
Sa.28.12.02 - Das Heer der Arbeitslosen in Deutschland vergrößert sich immer
mehr: Nach vorläufigen Zahlen wird die Bundesanstalt für Arbeit
bald für Dezember etwa 4,2 Millionen Erwerbslose melden müssen.
Das sind 260000 mehr als im Dezember 2001 und der höchste
Stand seit fünf Jahren. Damit steht fest, dass die durchschnittliche
Zahl der Arbeitslosen 2002 erstmals seit der Wiedervereinigung die
Vier-Millionen-Marke durchbrochen haben wird. Für 2003
erwarten Experten in der Spitze sogar mehr als 4,5 Millionen
Menschen ohne Job.
Die höhere Arbeitslosigkeit und die schlechteren
Wachstumsaussichten werden auch die Finanznöte der Renten- und
Krankenversicherung verschärfen.
Nach dem Stellenabbau in 2002 rechnen 38 von 44 befragten
Branchenverbänden mit weiteren Kürzungen im kommenden Jahr, so
eine Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen
Wirtschaft (IW): "Die Stimmung ist so schlecht wie seit zehn Jahren
nicht mehr." Verhalten optimistisch dagegen äußerten sich
mittelständische Unternehmer. Die Mehrheit der vom
Bundesverband mittelständischer Wirtschaft Befragten erwarte trotz
höherer Steuern und Abgaben bessere Geschäfte, sagte
Verbandspräsident Mario Ohoven in Berlin. Nur eine Minderheit
denke darüber nach, Betriebe stillzulegen oder ins Ausland
abwandern. (Quelle:sz)
Wohlfahrtsverband kritisiert Blockade von Behinderten-Jobs.
Sa.28.12.02 - Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat der Bundesanstalt für
Arbeit vorgeworfen, die Schaffung von mehr als 5.000 Arbeitsplätzen für Behinderte
zu blockieren. Die Behörde habe nicht genug Geld bereitgestellt, kritisierte die
Organisation am Freitag in Frankfurt am Main. Die Verbandsvorsitzende Barbara
Stolterfoth sprach von einem sozialen Skandal, mit dem das Ziel boykottiert werde,
behinderten Menschen eine umfassende Teilhabe zu ermöglichen.
Eine vom Arbeitsministerium in Auftrag gegeben Studie habe bis zum Jahr 2011
einen zusätzlichen Bedarf von 38.000 Plätzen in Werkstätten für Behinderte
ermittelt, hieß es. Mehr als 5.000 davon könnten bis 2003 aus Mitteln des
Ausgleichsfonds bezahlt werden. Dafür stünden 170 Millionen Euro zur Verfügung.
Das zuständige Ministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung habe bereits 149 Projekte
als förderungswürdig anerkannt. Die Bundesanstalt für Arbeit, die verpflichtet sei, sich an
den Investitionen zu beteiligen, habe in ihren Haushalt jedoch nur 26,1 Millionen Euro eingestellt.
Dies reiche in keinem Fall aus, um die Projekte zu realisieren, kritisierte Stolterfoth. Die Forderung, den Etat der
Bundesanstalt für Arbeit auf 54 Millionen Euro aufzustocken, sei vom Wirtschaftsministerium bislang abgelehnt
worden. "Diese Blockadehaltung hat zur Folge, dass Mittel von Bund und Länder in Höhe von 380 Millionen Euro
zurückgehalten werden", betonte die Verbandschefin. Sie erneuerte die Forderung, die Mittel der Bundesanstalt für
Arbeit aufzustocken und freizugeben.
Auch Caritas wies auf die Belastung des Sozialbereichs durch die angespannte öffentliche Haushaltslage hin. Davon
seien bundesweit Dienste und Einrichtungen betroffen, auf die sozial benachteiligte Menschen dringend angewiesen
seien. (Quelle: ap)
München:
Sa.28.12.02 - Seit Freitag befindet sich an den meisten Münchner Banken und deren
EC-Automaten ein [en|courage]-Logo, versehen mit einem kurzen Aufruftext. Mit dieser
Aktion wendet sich die studentische Initiative "[en|courage]" gegen die grassierende Wohnungsnot in
München.
"Gerade das Weihnachtsfest haben viele Menschen auf den Straßen
ohne Obdach und Familie verbracht. "[en|courage]" möchte diesen Menschen nicht nur durch
eine einmalige Spende zu Weihnachtszeit helfen, sondern konkreten Wohnraum für sie
schaffen und schliesslich auch dauerhaft sichern.", so ein Sprecher der Kampagne. Zumindest
kurzfristig könne ein Bankvorraum den Ansprüchen an Wärme, Trockenheit und
Sicherheit genügen. Mehr unter:
Drakonische Asylpraxis empört schwäbisches Dorf.
Sa.28.12.02 - Aus Baden-Württemberg sind in den ersten elf Monaten
dieses Jahres 3687 Ausländer in ihr Herkunftsland abgeschoben
worden. Landesinnenminister Thomas Schäuble (CDU) nimmt für
sich und die CDU/FDP- Landesregierung in Anspruch, das
Ausländerrecht konsequent anzuwenden im Sinne einer harten
Asylpraxis. Nun aber haben die Behörden mit ihrem drakonischen
Vorgehen ein ganzes schwäbisches Dorf gegen sich aufgebracht: Vor
Heiligabend holten in Kusterdingen Polizisten nachts um zwei Uhr
eine aus dem Kosovo stammende fünfköpfige Familie mit einem
Säugling aus der Wohnung und zwangen sie zum Flug nach Pristina.
Die Familie Jashari lebte schon seit beinahe zehn Jahren in
Kusterdingen und galt als integriert. Der Vater Naim und die Mutter
Fikrije verdienten den Lebensunterhalt als Lackierer und Küchenhilfe
in der Gemeinde nahe Tübingen. Alle drei Kinder wurden dort
geboren, das jüngste vor nicht einmal drei Monaten. Die Eltern
bezogen keinen Pfennig Sozialhilfe. Was die evangelischen und
katholischen Kirchengemeinden, aber auch Bürgermeister Jürgen
Soltau besonders empört: Erst zwei Tage vor dem nächtlichen
Abtransport hatten die prinzipiell rückkehrwilligen Flüchtlinge beim
Landratsamt Tübingen eine Verlängerung ihrer Duldung bis Ende
März kommenden Jahres erreicht. (Quelle: taz) Mehr unter:
Fast 650000 Menschen besuchten Pinakothek der Moderne in München.
Sa.28.12.02 - Wenn das Jahr zu Ende geht,
werden an die 650000 Menschen die Münchner Pinakothek der
Moderne besucht haben. Etwa die Hälfte von ihnen strömte schon in
der ersten, eintrittsfreien Woche nach der Eröffnung im September in
den von Stephan Braunfels entworfenen Museumsbau; seitdem hat
sich der Andrang auf zwei- bis dreitausend pro Wochentag und etwa
15000 an den kostenlosen Sonntagen eingependelt. Vor allem aus München
und Umgebung kamen bisher die Besucher; Touristen aus dem Ausland
meiden den Bau. (Quelle: sz)
Autoren legen Geschichte des BND vor.
Sa.28.12.02 - Über die Arbeit deutscher Geheimdienste ist nur wenig bekannt. Nur bei
gelegentlichen Skandalen gelangen vereinzelte Fakten an die Öffentlichkeit -
oder wenn der BND seinen neuen Fan-Shop vorstellt. Die beiden Autoren
Michael Mueller und Peter F. Müller haben mit Unterstützung des
Geheimdienst-Experten Erich Schmidt-Eenboom nun eine Geschichte des
Bundesnachrichtendienstes BND vorgelegt. Sie skizzieren den Weg des BND
von den letzen Tagen des Dritten Reiches bis nach den Terror-Anschlägen vom
11. September.
Das Buch ist weitgehend der Versuch, einzelne Aktionen des Geheimdienstes anhand von
Interviews, Protokollen oder anderen Quellen zu rekonstruieren. Mehr unter:
|
|
|
| home | home(no frame) |
B.O.A.-Künstlerkooperative
Gabelsbergerstr.17, D-80333 München, Telefon/Fax
: 089- 280621,
boa-kuenstlerkooperative@t-online.de