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+++ Mi.01.01.03, 19:00        zum Nachrichten-Archiv Nachrichten-Archiv         aktuelle Nachrichten Aktuelle Nachrichten

USA verlegen Wüstenkampfdivision an den Golf.
Bush verschärft Ton gegenüber dem Irak.

Mi.01.01.03 - Mit der größten Verlegung von Bodentruppen an den Persischen Golf seit dem Irakkrieg von 1991 setzen die USA ihren Aufmarsch in der Region fort. Nach US- Medienberichten vom Mittwoch wurde die auf einen Wüstenkrieg spezialisierte 3. Infantrie-Division in Alarmbereitschaft für eine Entsendung in die Golfregion versetzt.

Mit der Verlegung der etwa 15 000 Soldaten werde in den kommenden Tagen begonnen, hieß es. US-Präsident George W. Bush warf Bagdad unterdessen erneut vor, sein Waffenarsenal nicht offen gelegt zu haben

Nach Informationen der "New York Times" erhielt auch der Flugzeugträgerverband "Abraham Lincoln" den Befehl, sich für Operationen in der Golfregion bereit zu halten. Bereits Ende Dezember war bekannt geworden, dass der Flugzeugträger "USS George Washington" kurz nach Neujahr Richtung Persischen Golf auslaufen soll. Ein zweiter Verband komme aus dem Pazifik. Zudem bereite die Marine eines ihrer beiden riesigen Lazarettschiffe für einen Einsatz vor. Nach Berechnungen der "New York Times" könnten bereits in wenigen Wochen über 100 000 US-Soldaten in der Region stationiert sein.

US-Präsident Bush verschärfte unterdessen seinen Ton gegenüber dem Irak. Er warf dem irakischen Machthaber Saddam Hussein vor, nur unbefriedigende Angaben über seine Massenvernichtungswaffen gemacht zu haben.

Auf seiner Ranch im Bundesstaat Texas sagte der US-Präsident am Dienstag mit Blick auf die Krisen um Irak und Nordkorea: "Einer meiner Neujahrswünsche ist es, mit diesen Situationen so umzugehen, dass sie friedlich gelöst werden können." Der irakische Präsident Saddam Hussein habe aber "scheinbar die Botschaft noch nicht verstanden". Der bisherige Verlauf der UN-Waffeninspektionen sei "entmutigend". Zugleich warnte der Präsident, die US-Wirtschaft könnte durch einen Angriff des Irak schwer getroffen werden. Seine Aufgabe sei es deshalb, das amerikanische Volk zu schützen.

Der britische Premierminister Tony Blair warnte seine Landsleute in seiner Neujahrsansprache, dass 2003 "schwierig und gefährlich" werden könne. Die größten Gefahren seien der drohende Krieg gegen den Irak, das Risiko neuer Terroranschläge und die unsichere weltwirtschaftliche Lage. "Ich kann mich nicht erinnern, wann Großbritannien gleichzeitig mit so vielen schwierigen und - in einigen Fällen - gefährlichen Problemen konfrontiert war", sagte Blair. Was den Irak betreffe, bedeute das, die Entwaffnung von Präsident Saddam Hussein zu erzwingen, da die Welt sonst ein "sehr gefährlicher Ort" werden würde. Ebenso wichtig sei es, den Nahost- Friedensprozess voranzutreiben.

Iran wird für den Fall eines möglichen US-Angriffs auf den Irak sieben Lager für Flüchtlinge aus dem Nachbarland vorbereiten. Nach Angaben eines Provinzgouverneurs sollen die Lager an der Grenze zum Irak im Südwesten und im Westen Irans eingerichtet werden. (Quellen: dpa, afp)
 
 

USA, Israel und Türkei trainieren Marineeinsätze im Mittelmeer.

Mi.01.01.03 - Marineeinheiten aus den USA, Israel und der Türkei haben am Mittwoch im östlichen Mittelmeer mit gemeinsamen Truppenübungen begonnen.

Nach Angaben der israelischen Armee handelte es sich um ein reguläres jährlich wiederholtes Manöver, bei denen Such- und Rettungseinsätze geübt werden. Der Leiter der israelischen Marinekommando-Einheit, Rani Ben-Jehuda, sagte am Vortag, es handele sich nicht um Übungen für Kampfeinsätze. Das Manöver sei nicht gegen "irgendeine regionale Körperschaft gerichtet". (Quelle: rtr)
 
 

Weißes Haus rechnet Kosten für Irakkrieg herunter.

Mi.01.01.03 - Das Weiße Haus hat die Kosten für einen Krieg gegen den Irak deutlich niedriger angesetzt als noch vor Monaten. Der Finanzchef des Weißen Hauses, Mitchell Daniels, sagte der "New York Times", er gehe von Kosten in Höhe von etwa 50 bis 60 Milliarden Euro aus. Noch vor einigen Monaten hatte der inzwischen entlassene Wirtschaftsrater des Präsidenten, Lawrence Lindsey, die Kosten mit 100 bis 200 Milliarden Euro angegeben. Daniels sagte, diese Schätzungen seien zu hoch gewesen. (Quelle: dpa)
 
 

UN-Generalsekretär zufrieden mit Waffeninspektionen in Irak.
Annan sieht derzeit kein Grund für Angriff auf Irak.

Mi.01.01.03 - UN-Generalsekretär Kofi Annan ist mit dem Verlauf der Waffeninspektionen in Irak zufrieden. Irak arbeite mit den UN-Kontrolleuren zusammen, daher sehe er für einen Militäreinsatz derzeit "keinen Grund", sagte Annan dem israelischen Militärrundfunk. Die irakische Regierung lud UN-Chefinspektor Hans Blix für Januar zu einem Besuch nach Bagdad ein. Blix will die Einladung annehmen. In ihren Neujahrsbotschaften beschworen derweil führende irakische Politiker eine einheitliche Front der Iraker und der gesamten arabischen Welt gegen die USA.

Ein erster Bericht über irakische Waffenproduktion und -bestände solle im Januar vorliegen, sagte Annan weiter. Er hoffe weiterhin, dass ein militärischer Konflikt vermieden werden könne, wenn "es uns gelingt zu erfahren, was tatsächlich in Irak geschieht".

"Wir begrüßen das neue Jahr mit dem Ehrgeiz, eine arabische und moslemische Einheit gegen die Ungerechten zu sehen", sagte der Stellvertreter des irakischen Präsidenten Saddam Hussein, Essat Ibrahim. Vizepräsident Taha Jassin Ramadan betonte, im neuen Jahr würden die Iraker weiter hinter Saddam Hussein stehen, der an den "unausweichlichen Sieg" gegen die "amerikanischen und zionistischen Unterdrücker" glaube.
 
 

Weitgehend friedlicher Start ins Jahr 2003.

Mi.01.01.03 - Rund eine Million Menschen haben trotz Temperaturen bis zu minus acht Grad auf Deutschlands größter Silvesterparty fröhlich das Jahr 2003 begrüßt. Punkt Mitternacht erleuchteten rund 1800 Raketen den sternenklaren Himmel über dem Brandenburger Tor. Schon Stunden zuvor hatten mehrere hunderttausend Besucher die 2,5 Kilometer lange Festmeile entlang des Boulevards Unter den Linden und der Straße des 17. Juni erobert.

Rund um den Globus wurden viele große Silvesterfeiern wie in Sydney, Paris und New York aus Angst vor Terroranschlägen von starken Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Bei einem schweren Unglück mit Feuerwerkskörpern kamen in Mexiko mehr als 35 Menschen ums Leben.

Bundesweit schossen die Deutschen nach Schätzungen der Pyrotechnischen Industrie für rund 100 Millionen Euro Silvesterböller in die Luft. Besonders beliebt waren in diesem Jahr - neben den üblichen Knallern und Raketen - unter anderem Batteriefeuerwerke.

Nicht nur in Berlin, auch in anderen deutschen Großstädten sprachen die Behörden von einer ruhigen Silvesternacht. Am Hamburger Hafen feierten knapp 10 000 Menschen friedlich ins neue Jahr. In München versammelten sich Tausende am Friedensengel, auf der Leopoldstraße und auf dem Olympiaberg, um das farbenfrohe Spektakel am Himmel zu verfolgen. Zehntausende Menschen rutschten auf den Kölner Rheinbrücken in das neue Jahr. Die Arbeit der Feuerwehr und Polizei beschränkte sich meist darauf, kleinere Brände zu löschen und Rangeleien zu beenden.

Bei einer Serie von explodierenden Feuerwerkskörpern wurden in der mexikanischen Hafenstadt Veracruz mindestens 35 Menschen getötet. Einsatzkräfte sprachen sogar von möglichen 50 Toten. Vermutlich mehr als 70 Personen wurden bei dem Unglück auf dem zentralen Marktplatz verletzt, berichteten die Helfer.

Aus Angst vor Terroranschlägen schützten starke Polizeiaufgebote die Silvesterfeiern in den Welt-Metropolen. In Sydney wurde das Hafengelände für den Verkehr gesperrt. Dennoch kamen rund eine Million Menschen an die berühmte Harbour Bridge, um das neue Jahr mit einer Friedensbotschaft zu begrüßen. Das diesjährige Feuerwerk stand unter dem Motto «Die Welt in Gemeinschaft».

In New York feierte rund eine Million Menschen am Times Square ins neue Jahr. Mehrere tausend Polizisten bewachten den berühmten Platz, Scharfschützen postierten sich auf den Dächern. Zuvor waren sämtliche Briefkästen und Mülleimer entfernt und Gullydeckel verschweißt worden, damit dort keine Bomben versteckt werden konnten. In Paris begrüßten rund 500 000 Menschen auf den festlich erleuchteten Champs-Élysées das neue Jahr. Im Großraum Paris und im elsässischen Straßburg wurden bei den Feiern und Krawallen mehr als 120 Menschen verletzt. Insgesamt wurden in Frankreich mindestens 400 Autos in Brand gesteckt. Im verregneten London wurde traditionell eher ruhig und mit wenig Feuerwerk in das neue Jahr gefeiert, das mit zwölf Glockenschlägen von Big Ben eingeläutet wurde.

In Spanien wurden die Neujahrsfeiern von der Ölpest an der Atlantikküste getrübt. Viele der Tausenden, die sich in der Madrider Innenstadt zum Feiern versammelten, trugen aus Protest gegen das Krisenmanagement der Regierung Transparente mit der Aufschrift "Nunca máis" (galicisch für: "Nie wieder").

Indonesien richtete die zentrale Silvesterparty auf der Insel Bali aus, wo im Oktober fast 200 Menschen bei einem Terroranschlag getötet worden waren. Die indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri nahm persönlich an der Feier mit dem Motto "Keine Gewalt" teil. In der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur wurden die beiden Petronas Towers - die mit 452 Metern höchsten Türme der Welt - unter besondere Bewachung gestellt. Im indischen Teil Kaschmirs und im Westjordanland wurden die Silvesterfeiern von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei überschattet.
 
 

Ölpest der "Prestige" erreicht Frankreichs Küste.

Mi.01.01.03 - Mehr als einen Monat nach dem Untergang der "Prestige" vor der Küste Nordspaniens hat die Ölpest nun auch Frankreich erreicht. Wie die Behörden im westfranzösischen Brest mitteilten, ergaben Laboruntersuchungen von angeschwemmten Ölklumpen, dass es sich um Rückstände aus dem im November vor Galicien gekenterten Tanker handelt. Die Klumpen waren am Dienstag auf einem Abschnitt von acht Kilometern Länge an der südwestfranzösischen Atlantikküste entdeckt worden. Seit Wochen hatten Experten angesichts der andauernden Südwestwinde davor gewarnt, dass die Ölteppiche der "Prestige" nach Frankreich geschwemmt werden könnten.

Am Dienstagabend befanden sich nach Angaben der spanischen Behörden vier große Ölteppiche auf der Höhe der Küstenstadt Llanes noch rund 290 Kilometer entfernt.

Für die kommenden Tage wurden weiterhin starke Südwestwinde vorausgesagt. Die ersten Ölklumpen der "Prestige" waren am Dienstag in der Nähe von Biscarosse südlich von Bordeaux an den Strand getrieben. In unmittelbarer Küstennähe entdeckten die französischen Behörden weitere Ölspuren. Zahlreiche Soldaten waren im Einsatz, um den Strand zu säubern.

Die "Prestige" war am 19. November mit 77.000 Tonnen Schweröl an Bord vor der galicischen Küste gesunken. Schätzungen zufolge traten aus dem Rumpf bereits bis zu 30.000 Tonnen Öl aus. Die spanische Küste wurde auf mehreren hundert Kilometern Länge verseucht. Das französische Spezial-U-Boot "Nautile" hatte vor Weihnachten damit begonnen, das etwa 270 Kilometer von der spanischen Küste entfernte und in 3500 Metern Meerestiefe liegende Tanker-Wrack abzudichten. Die spanische Regierung hatte danach erste Erfolge gemeldet. (Quelle: afp)
 
 

Sozialexperte für 900 Euro Selbstbeteiligung bei Krankheit.

Mi.01.01.03 - In der so genannten Rürup-Kommission zur Reform der Sozialsysteme wird über eine Selbstbeteiligung von 900 Euro pro Jahr bei Krankheit nachgedacht. Außerdem brachte Kommissions-Mitglied Prof. Bernd Raffelhüschen in der "Bild"-Zeitung längerfristig die komplette Streichung von Zahnbehandlung und Zahnersatz aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen ins Gespräch. Nur mit radikalen Maßnahmen bleibe das Gesundheitssystem bezahlbar.

Der Kassenbeitrag könnte dadurch von derzeit rund 14,4 auf 12,4 Prozent gesenkt werden, meinte der Freiburger Sozialexperte. Der Beitrag würde danach bis 2055 auf 17,4 Prozent steigen. Ohne diese Maßnahmen läge er nach den Berechnungen Raffelhüschens bei 25,7 Prozent.

"Die Patienten müssen sich darauf einstellen, deutlich mehr für die Gesundheit zu bezahlen", sagte Raffelhüschen dem Blatt. "Eine nachhaltige Reform der Sozialsysteme wird zwangsläufig höhere Selbstbeteiligung und die Streichung von Leistungen wie Zahnbehandlung und Zahnersatz vorsehen müssen."

Raffelhüschen schlug vor, zunächst die Kassenleistungen für Zahnbehandlung und Zahnersatz ab 2005 in jährlichen Schritten um zehn Prozent zu verringern und ab 2014 ganz zu streichen. Für die ambulante ärztliche Behandlung und für Medikamente solle eine Selbstbeteiligung von jährlich 900 Euro für jeden Versicherten - außer Kindern - eingeführt werden. (Quelle: dpa)
 
 
 
 

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