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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Do.02.01.03: 12:00 Zwei Drittel der Deutschen haben Angst vor Irak-Krieg.
Do.02.01.03 - Zwei Drittel der Deutschen haben laut einer
Forsa-Umfrage Angst vor einem Irak-Krieg. Der Befragung im
Auftrag des Magazins Stern und des Fernsehsenders RTL
zufolge erklärten 64 Prozent der Befragten, sie hätten große
Furcht. Bei jüngeren Bundesbürgern und den Anhängern der
Oppositionsparteien ist die Angst weniger ausgeprägt als bei
Älteren und Anhängern der Regierungsparteien. (Quelle: blz/ap)
Friedensappelle von Papst und deutschen Bischöfen.
Do.02.01.03 - Papst Johannes Paul II. und die deutschen Kirchen haben zum
Jahreswechsel die internationale Gemeinschaft zu friedlichen Konfliktlösungen
aufgerufen. In seiner Neujahrsmesse forderte Johannes Paul sowohl die Beilegung
des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern als auch Bemühungen um eine
friedliche Beilegung der "heutigen Konflikte und Spannungen", ohne dabei jedoch
den drohenden Krieg zwischen dem Irak und den USA direkt zu nennen.
Es sollte nach "friedlichen Mitteln im Einklang mit dem internationalen Recht"
gesucht werden, mahnte der Papst. Am 1. Januar begeht die katholische Kirche
den Weltfriedenstag."Mögen die Verantwortlichen alles Mögliche tun, um friedliche
Lösungen für die vielen Spannungen in der Welt, vor allem im Nahen Osten, zu
finden, und weiteres Leiden für diese schwer geprüften Völker zu vermeiden", fügte
der Papst in seinem anschließenden Angelus-Mittagsgebet vor zehntausenden
Gläubigen am Petersplatz hinzu.
"Ich hoffe, dass die Regierenden stark genug sind, den trügerischen Verlockungen zu
widerstehen, durch den Einsatz militärischer Gewalt etwas zum Positiven bewegen zu
können", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Manfred Kock, in seiner Neujahrsbotschaft. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,
Kardinal Karl Lehmann, mahnte, es sei immer noch Zeit, um im Konflikt mit dem Irak für Frieden zu kämpfen.
Nach Ansicht des Hildesheimer Bischofs Josef Homeyer wird Deutschland, selbst wenn es sich an einem Krieg im
Irak nicht beteiligt, davon betroffen sein. Es reiche nicht aus, "ohne uns" zu rufen. Gefordert seien vielmehr "mutige
Schritte zu einer Weltinnenpolitik, deren wichtigstes Instrument nicht Flugzeugträger, sondern die UNO ist". Um Krieg
und Gewalt zu verhindern, müssen nach Ansicht des katholischen Militärbischofs Walter Mixa (Eichstätt) mehr als
bisher die Strukturen bekämpft werden, die Gewalt hervorbrächten, etwa die Armut und Verelendung großer Teile der
Welt. "Gerechtigkeit schafft Frieden", sagte Mixa.
USA setzen Kriegsvorbereitungen gegen Irak fort.
Do.02.01.03 - "Ist der Krieg gegen Irak noch zu verhindern?" war die Frage,
welche die renommierte US-Zeitung "The Christian Science
Monitor" zum Jahreswechsel bekannten US-amerikanischen
Militär- und Sicherheitsexperten gestellt hatte. Die Antwort war
übereinstimmend – und negativ. Viele der Befragten verglichen
die jüngsten Entwicklungen mit den letzten Wochen vor Beginn
des Ersten Weltkriegs, in denen auch alle Politiker von Frieden
sprachen, aber zugleich auf den Krieg zusteuerten. Das sollte
nicht heißen, daß "der Krieg unausweichlich" sei, sagte z. B.
der Mittelostspezialist und ehemalige Mitarbeiter des
Nachrichtendienstes der US-Army DIA, Ralph Peters, der
Zeitung. "Aber all die Dinge, die in die Wege geleitet wurden
und immer noch werden, haben eine innere Dynamik
entwickelt, die es sehr schwer machen, ihn (den Krieg) noch zu
stoppen".
Nach übereinstimmender Meinung der Experten nähern sich
die diplomatischen, politischen und militärischen Entwicklungen
schnell dem "Point of no return", dem Punkt, wo eine Abkehr
vom Krieg unmöglich geworden ist. Dieses Gefühl wird durch
die jüngste Beschleunigung der Verlegung zusätzlicher großer
Kontingente der US-Boden-, -Luft- und -Seestreitkräfte in die
Golfregion nur noch verstärkt. Zum 1. Januar hat das Pentagon
weiteren 17000 US-Soldaten den Marschbefehl in den Golf
erteilt. Aus dem Weißen Haus heißt es wie üblich, dies habe
nichts mit Kriegsvorbereitungen zu tun, sondern diene
ausschließlich dem Zweck, zum Wohle der internationalen
Gemeinschaft den Druck auf Saddam Hussein
aufrechtzuerhalten. Derweil zitierte die Chicago Tribune
besorgte US-Militärexperten, die diesmal mit weitaus mehr
US-Toten und -Verwundeten rechnen als 1991 beim ersten
US-Krieg gegen Irak, der »lediglich« 150 US-Soldaten das
Leben kostete, im Vergleich zu Hunderttausenden Toten auf
irakischer Seite. Die Unterstützung des Krieges durch die
amerikanische Öffentlichkeit könnte daher im wesentlichen von
der Zahl der eigenen Opfer abhängen. Um die Bevölkerung auf
einen Golfkrieg vorzubereiten, bastelte US-Präsident George
Bush zu Weihnachten weiter an der Legende von einer
irakischen Bedrohung. Auf seiner Farm in Texas warnte er allen
Ernstes vor einem Angriff Iraks auf die USA. (Quelle: jw)
Nordkorea will Militärapparat verstärken.
Do.02.01.03 - Als Reaktion auf die Strafmaßnahmen der USA will Nordkorea im neuen Jahr seinen Militärapparat ausbauen. Die
Unabhängigkeit des Landes müsse "mit größter Entschlossenheit" gegen den amerikanischen "Imperialismus" verteidigt werden,
hieß es im Leitartikel, der gestern in allen drei staatlichen Zeitungen veröffentlicht wurde. Die Armee müsse "auf jede mögliche
Weise" verstärkt werden, zumal das Militär ohnehin "die wichtigste Staatsangelegenheit" sei, hieß es weiter. Die Bevölkerung
müsse "jederzeit zum Kampf" bereit sein, um die "Würde und Souveränität" ihres Landes zu verteidigen.
Nachdem ihre beiden Inspektoren Nordkorea verlassen haben, kritisierte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA erneut in
scharfer Form deren Ausweisung. Die IAEA werde in einer Krisensitzung am Montag darüber beraten, "ob der Weltsicherheitsrat
eine Rolle spielen soll", sagte eine Sprecherin. Ihre Behörde habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die derzeitige Krise
diplomatisch gelöst werden könne.
US-Präsident George W. Bush bezeichnete den Streit um das nordkoreanische Atomprogramm als "diplomatische Kraftprobe".
Deshalb werde es dafür auch keine militärische, sondern eine diplomatische Lösung geben, sagte Bush. (Quelle: afp)
"Nordkorea lässt sich nicht militärisch bedrohen, weil das Land bereits
über Atomwaffen und Raketen verfügt, in deren Reichweite nicht nur
amerikanische Verbündete wie Südkorea oder Japan zu treffen sind,
sondern auch 100 000 US-Soldaten." (Süddeutsche Zeitung vom 02.01.2003)
US-Lebensmittelhilfe für Nordkorea wird angeblich fortgesetzt.
Do.02.01.03 - Trotz der Spannungen um das Atomprogramm Nordkoreas
werden die USA Regierungskreisen zufolge ihre Lebensmittelhilfe an das
kommunistische Land fortsetzen. Es werde erwartet, dass die Hilfe an das
Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen in Nordkorea auf dem
gleichen Stand bleibe.
Schätzungen zufolge sind Mitte bis Ende der 90er Jahre bis zu 2,5 Millionen
Nordkoreaner, etwa zehn Prozent der Bevölkerung, verhungert. Anfang Dezember
hatten die Vereinten Nationen um Hilfen gebeten, um 6,4 Millionen besonders Bedürftige zu
ernähren, insbesondere Kinder, werdende Mütter und alte Menschen. (Quelle: rtr)
Brasiliens erster linker Präsident sagt dem Hunger den Kampf an.
Do.02.01.03 - Der erste linksgerichtete Präsident Brasiliens, Luiz Inacio Lula
da Silva, hat bei seiner Vereidigung angekündigt, den Hunger in dem
Schwellenland zu bekämpfen.
In dem südamerikanischen Land, in dem rund ein Drittel der 170 Millionen
Einwohner in Armut leben, wurde der Amtsantritt des ehemaligen Schlossers am
Neujahrstag als Beginn einer neuen Ära gefeiert. Lula sagte nach der Vereidigung
und der Übernahme der Amtsschärpe in Brasilia, er sehe sein Lebenswerk als
erfüllt an, wenn jedes Kind in Brasilien zum Ende seiner Amtszeit in vier
Jahren drei Mal am Tag etwas zu essen bekomme.
Der sozialistische Präsident sprach von seinem Amtsantritt als einem
"historischen Augenblick für die Republik". Mit seinem Aufstieg vom Arbeiter zum
Staatschef werde ein Traum von Generationen wahr. Flankiert von weiß
uniformierten berittenen Soldaten waren Lula und sein Vize, Jose Alencar, in einem
offenen Rolls Royce durch die jubelnde Menschenmenge gefahren worden, bevor Lula
im Kongress seinen Amtseid ablegte.
Zu den Feierlichkeiten waren zahlreiche Spitzenpolitiker aus Nachbarländern und weiteren
lateinamerikanischen Staaten erschienen, darunter auch der kubanische Staatschef Fidel Castro und der
linksgerichtete Präsident Venezuelas, Hugo Chavez.
Die Stimmung in der Hauptstadt Brasilia erinnerte an die Feiern nach einem Sieg der brasilianischen
Fußball-Nationalmannschaft: Hupend fuhren die Anhänger des neuen Präsidenten durch die Straßen und tanzten in
einem Meer aus Grün und Gelb, den Farben der brasilianischen Flagge, sowie dem dunklen Rot der Arbeiterpartei
Lulas.
"Dies ist nicht nur ein Sieg für die Arbeiterpartei, sondern auch für eine Gesellschaft, die keine Stimme und keine
Möglichkeiten hatte", sagte ein Mann, der mit seiner 77-jährigen Mutter aus Rio de Janeiro zur Vereidigung Lulas
gereist war.
Der 57-jährige Lula hatte sich im Oktober in der Stichwahl gegen den Regierungskandidaten Jose Serra durchgesetzt.
Nach seiner Wahl hatte Lula bekräftigt, die strenge Haushaltsdisziplin fortzusetzen, um die Wirtschaft des hoch
verschuldeten Landes zu stabilisieren. (Quelle: rtr)
Agrarsubventionen von EU und USA gefährden Entwicklungsländer.
Do.02.01.03 - Der Protektionismus der Industrienationen schade den
Entwicklungsländern in mehrfacher Hinsicht, schreibt die südafrikanische
Tageszeitung "Business Day". Er verzerre den Wettbewerb auf internationalen Märkten
und hindere die Wirtschaft armer Länder am Wachstum.
Handelsbarrieren im Agrarsektor abzubauen sei zur Erholung
der Wirtschaft afrikanischer Länder unabdingbar. Westliche
Länder müßten daher protektionistische Zolltarife, überhöhte
Subventionen und Überproduktionen herunterfahren.
Die Mitte Dezember letzten Jahres in Kopenhagen
beschlossene Erweiterung der Europäischen Union um zehn
Länder habe "wichtige Konsequenzen für Afrika", betont
"Business Day". Die Osterweiterung der EU werde die
protektionistischen Trends wahrscheinlich verstärken, meint
Business Day. Agrarsubventionen seien der größte finanzielle Posten der
Erweiterung. Die Beitrittsländer, vor allem Polen, verlangten
mehr Subventionen von der EU. Die politischen Eliten in den
jeweiligen Ländern seien auf einen politischen Erfolg in Form
höherer Subventionen angewiesen, um den Beitrittskritikern im
eigenen Lande den Wind aus den Segeln zu nehmen,
analysierte die Tageszeitung aus Südafrika. (Quelle: jw) Mehr unter:
Israelische Sicherheitskräfte töten fünf Palästinenser.
Do.02.01.03 - Israelische Soldaten haben vier Palästinenser getötet, die
Armeeangaben zufolge offenbar Anschläge auf jüdische Siedlungen geplant hatten.
Ein Armeesprecher sagte am Mittwoch, drei bewaffnete Jugendliche seien
erschossen worden, nachdem sie über einen Zaun geklettert und sich an die Siedlung
Elej Sinai im Norden des Gaza-Streifens herangeschlichen hätten. In palästinensischen
Sicherheitskreisen hieß es, über Verbindungen der Jugendlichen zu militanten Gruppen
sei nichts bekannt.
In der Nähe von Nablus im Westjordanland wurde Militärangaben zufolge ein Palästinenser
getötet, der offenbar eine Siedlung mit einer Bombe habe angreifen wollen. Die Polizei teilte mit,
sie habe einen bewaffneten Palästinenser getötet, der sich in einem Haus in einer israelischen
Ortschaft an der Grenze zum Westjordanland verschanzt hatte.
Ein Ehepaar habe rechtzeitig aus dem Haus fliehen können und sei damit einer Geiselnahme durch den Eindringling
entgangen. Am Donnerstag kam es zudem zu nächtlichen Feuergefechten zwischen israelischen Soldaten und
bewaffneten Palästinensern in Flüchtlingslagern im Gaza-Streifen. Nach Angaben von Sanitätern wurden mehrere
Palästinenser verletzt.
In Militärkreisen wurde bestätigt, dass in der Nacht Armeeoperationen in den Lagern Nusairat und Bureidsch gestartet
worden seien, die als Hochburgen militanter Palästinenser gelten. Bei den Armeeeinsätzen wurden auch
Kampfhubschrauber und Panzer eingesetzt. Die Soldaten zogen sich nach etwa zwei Stunden unter dem Jubel ihrer
bewaffneten Gegner wieder aus den Lagern zurück.
In dem mehr als zwei Jahre währenden Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung sind mindestens
1759 Palästinenser und 675 Israelis getötet worden. (Quelle: rtr)
Wahlkommission des israelischen Parlaments:
Do.02.01.03 - In knapp vier Wochen werden in Israel ein neues Parlament und ein neuer
Premierminister gewählt. Doch schon jetzt fallen einige Entscheidungen,
die für die Wahl und - weit darüber hinaus - für das Selbstverständnis des
Staates Bedeutung haben: Die Wahlkommission des israelischen
Parlaments hat die Kandidatur von zwei prominenten arabischen
Abgeordneten zurückgewiesen. Ahmed Tibi, einst Vermittler zwischen
Israelis und Palästinensern bei den Verhandlungen in Oslo und Berater des
palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat, soll Organisationen
unterstützen, die antiisraelische Anschläge verüben. Der
Philosophieprofessor Azmi Bishara und seine inzwischen verbotene
Balad-Partei sollen angeblich die Zerstörung Israels betreiben.
Rund 20 Prozent der 6,6 Millionen Israelis sind Araber, also Nachfahren jener
Palästinenser, die nach dem Unabhängigkeitskrieg 1948 innerhalb der
Grenzen des neuen Staates Israel geblieben sind. Sie erhielten die
volle Staatsbürgerschaft, einschließlich des aktiven und passiven
Wahlrechts. Nur vom Militärdienst sind sie ausgeschlossen.
Ihnen geht es sozial und wirtschaftlich besser als den Arabern, die im Westjordanland
und in Gaza leben. Doch im Vergleich zu den jüdischen Israelis waren und werden sie
diskriminiert. Und orthodox-religiöse und rechts-nationalistische Kräfte
begegnen ihnen mit tiefem Misstrauen: Sie halten ihre arabischen
Mitbürger für eine "fünfte Kolonne", sehen sie als eine Gefahr für die
Identität Israels, das sich als Staat der Juden für Juden definiert. Denn die
arabische Minderheit kann mit ihren Abgeordneten in der Knesseth bei
knappen Mehrheitsverhältnissen den Ausschlag geben. Durch den hohen
Geburtenzuwachs ändern sich die demographischen Verhältnisse im Land.
Und seit den Zusammenstößen im September 2000 werden sie auch als
Risiko für die innere Sicherheit betrachtet: Israelische Araber hatten sich
damals mit den Aufständischen Palästinensern solidarisiert. (Quelle: blz)
Russland fordert OSZE-Beobachter zum Verlassen Tschetscheniens auf.
Do.02.01.03 - Für die Vertretung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) soll das
Tschetschenien-Mandat zum verstrichenen Jahresende auslaufen. Der russische Außenminister Igor Iwanow teilte am Dienstag in
Moskau mit, für eine weitere dauerhafte Anwesenheit der Organisation in der umkämpften Kaukasus-Republik werde es keine
Genehmigung geben, weil die Gespräche über das Mandat der OSZE-Beobachter gescheitert seien.
Die Regierung in Moskau sagte, sie habe der OSZE vorgeschlagen, sich künftig auf humanitäre Hilfe zu konzentrieren.
Die OSZE-Vertreter haben wiederholt die Brutalität des russischen Militärs in Tschetschenien kritisiert. (Quelle: taz/rtr)
Hintergründe zum Tschetschenien-Konflikt:
UN-Mission in Bosnien endet nach über 10 Jahren.
Do.02.01.03 - Am Neujahrstag endet nach mehr als zehn Jahren die Mission der
Vereinten Nationen in Bosnien-Herzegowina. Dann tritt eine Europäische Union (EU)
die Nachfolge der Blauhelm-Soldaten in der früheren jugoslawischen Kriegsrepublik
an. Es wird die bislang erste EU-Mission dieser Art sein.
Der scheidende Chef der UN-Mission in Bosnien, der US-Diplomat Jacques Paul
Klein, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstag in Sarajevo, trotz
der großen Erfolge der UN blieben noch viele Aufgaben für die neue
EU-Polizeimission (EUPM). Sie solle die von der UN und der UN-Polizei (IPTF)
begonnenen Projekte fortsetzen, sagte Klein. Als vorrangige Aufgaben nannte
er die Bekämpfung des Menschenhandels und Sicherung der bosnischen
Grenzen.
Das größte Hindernis für eine Versöhnung der drei bosnischen Volksgruppen, der
Moslems, Serben und Kroaten, ist nach Kleins Sicht, dass angeklagte
Kriegsverbrecher wie der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic noch
immer frei sind. Dies zeige die Ohnmacht des Westens angesichts des Bösen,
sagte Klein, der erneut die Festnahme Karadzics geforderte. (Quelle: dpa)
Australien leidet unter schlimmster Dürre seit 100 Jahren.
In Teilen Ostaustraliens ist seitfast 18 Monaten kaum ein Tropfen Regen gefallen.
Es herrscht die schlimmste Dürre seit 100 Jahren. Die Prognosen zu den wirtschaftlichen
Konsequenzen der Dürre klingen jeden Tag dramatischer. Staatlichen Berechnungen zufolge
wird die landwirtschaftliche Produktion im laufenden Finanzjahr im Vergleich um 80 Prozent
niedriger ausfallen als im Vorjahr. Die Getreidesilos sind leer. Zum erstenmal seit Beginn der
Besiedelung des Kontinents durch weiße Kolonialisten vor 200 Jahren muss Australien wieder
Weizen aus Großbritannien einführen. Die Prognostiker sagen für das laufende Finanzjahr einen
Einbruch des wirtschaftlichen Wachstums um 0,75 Prozent auf 3,0 Prozent voraus. Damit droht
Australien seine Position als am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der westlichen Welt zu
verlieren.
Dürreperioden sind nichts Neues in Australien. Sie gehören zum
natürlichen Klimazyklus auf dem nach der Antarktis trockensten
Kontinent der Erde. Wie in früheren Jahren ist El Niño
verantwortlich für die Trockenheit. El Niño ist das Phänomen der
Veränderungen von Meeresströmungen im Pazifik, das sich etwa alle
drei bis acht Jahre wiederholt. Die Umwälzungen im Meer werden
durch signifikante Veränderungen im Klima begleitet, die in vielen
Regionen der Welt spürbar sind. In Australien zeigt sich ein El
Niño-Zyklus in Form einer Trockenperiode, die schließlich von
heftigen, flutartigen Regenfällen abgelöst wird.
In den letzten Jahren allerdings haben sich Länge und Intensität der
Dürreperioden und ihre Auswirkungen auf die Umwelt verschärft.
Das stellen nicht nur Bauern wie John Ridley fest, sondern auch viele
Klima- Wissenschaftler. Einige Experten führen die Entwicklung auf
die weltweit feststellbare Veränderung des Klimas zurück, auf
grundsätzliche höhere Temperaturen. Klar ist, dass die negativen
Auswirkungen der Dürre durch den schlechten Zustand weiter Teile
der australischen Umwelt noch verstärkt werden.
In zwei Jahrhunderten der Zivilisation wurden Milliarden Bäume
abgeholzt, um Weide- und Pflanzland zu schaffen. Die Entfernung
der Vegetation führte zu einem Anstieg des Pegels unterirdischen,
salzhaltigen Wassers. Die Folge ist die weitflächige Versalzung der
ohnehin dünnen Humusschicht. Mindestens sieben Millionen
Quadratkilometer Agrarland sind so unbrauchbar geworden.
Trotzdem geht die Abholzung von Wald- und Buschland weiter. Die
Politiker können oder wollen der zerstörerischen Praxis kein Ende
bereiten: zu stark ist der Einfluss der Agrarlobby in Canberra.
(Quelle: sz)
Tropischer Orkan verwüstet Salomon-Insel.
Do.02.01.03 - Die rund 1300 Einwohner des salomonischen Inselchens
Tikopia werden den zurückliegenden Jahreswechsel sicherlich
nicht so schnell vergessen. Bereits am Samstag war ein
tropischer Orkan, dem man sinnigerweise den Namen einer
christlichen Kaiserin gegeben hatte, über das ganz im
Südosten der Salomon-Inseln gelegene Pazifikeiland gefegt.
Selbst am Neujahrstag gab es noch keine Verbindung zu den
Einwohnern.
Der neuseeländische Kameramann Geoff Mackley, der Tikopia
am Neujahrsmorgen (Orstzeit) als erster überflogen hat,
sprach von verheerenden Verwüstungen. Das Meerwasser sei
in den See der Insel eingebrochen, womit das einzige
Süßwasserreservoir der Insulaner für absehbare Zeit zerstört
wäre. Seine Bilder zeigen zahllose zerstörte Häuser und vom
Orkan verheerte Wälder. Mit Spitzenwindgeschwindigkeiten
von 360 Kilometern in der Stunde war »Zoës« Zentrum dicht
an der Insel vorbeigezogen.
Damit verabschiedete sich das Jahr 2002, das mit
Unwetterkatastrophen rund um den Globus nicht gegeizt
hatte, mit einem weiteren Menetekel. Klimaforscher warnen
seit langem, daß mit einer steigenden Lufttemperatur auch die
Intensität und eventuell auch die Häufigkeit der tropischen
Stürme zunehmen wird. Das jüngste Unwetter zeigt, was das
für die Staaten des südlichen Pazifiks bedeutet: Dort fehlt es
an Mitteln, Rettungsschiffe für ihre weitverstreuten Archipele
zu unterhalten, die im Notfall schnell zu Stelle sein können.
Die Stürme bedrohen zudem nicht nur die menschlichen
Siedlungen, sondern können die Inseln sogar unbewohnbar
machen, indem sie das Grund- und Trinkwasser versalzen. Ein
Beispiel von vielen für die ungleichmäßige Verteilung der
Chancen im Treibhaus. (Quelle: jw)
US-Wissenschaftler beunruhigt über Folgen der Erderwärmung.
Do.02.01.03 - Amerikanische Wissenschaftler sind
beunruhigt über die Auswirkungen der Erderwärmung auf
die Tier- und Pflanzenwelt. Wie aus neuen
Untersuchungen der Universität New York hervorgeht,
könnten bei weiter ansteigenden Temperaturen
zahlreiche Tier- und Pflanzenarten in ihren bisher
angestammten Gebieten aussterben. Die Studien
basieren vorwiegend auf früheren und vergleichenden
aktuellen Forschungen in Europa und Nordamerika.
Experten der Vereinten Nationen rechnen in den
nächsten 100 Jahren mit einem Anstieg der
Durchschnittstemperatur um 5 Grad. (Quelle: br)
Güterverkehr durch die Alpen nimmt stetig zu.
Do.02.01.03 - Österreich hat die Hauptlast des Verkehrs in den Bergen zu tragen.
Von den 107 Millionen Tonnen Gütern, die im Jahr 1999 per Laster durch die Alpen bewegt
wurden, gingen 58,7 Millionen durch Österreich. Frankreich mit
40,2 Millionen Tonnen und die Schweiz mit 8,4 folgen dahinter. Zum
Vergleich: Per Bahn rollten nur 56,3 Millionen Tonnen durch die
Tunnel und Täler der drei großen Transitländer.
In den betroffenen Alpenregionen herrschen inzwischen
Luftverhältnisse wie in einer westeuropäischen Großstadt
(http://www.transitforum.at).
Der so genannte alpenquerende Güterverkehr
hat sich in den vergangenen 20 Jahren in Österreich und Frankreich
etwa verdoppelt, in der Schweiz stieg er um 60 Prozent, so das
Schweizerische Umweltministerium. Dabei wuchs der Verkehr auf
der Straße 2- bis 15-mal stärker als der per Bahn.
Die Österreicher handelten bei ihrem EU-Beitritt 1995 eine
Sonderregelung aus: Mit Hilfe des Ökopunkte-Systems (je mehr
Dreck aus dem Auspuff kommt, desto mehr Punkte werden pro
Lkw-Fahrt gezählt) erhielt jedes Land der EU eine jährlich
abnehmende Obergrenze. Mit diesem System sollten die
Stickoxidbelastungen aus dem Schwerverkehr in Österreich bis
zum Jahr 2003 um 60 Prozent gesenkt werden. Dieses Ziel wird
klar verfehlt. Nicht nur die Menge der Schadstoffe, auch die Anzahl
der Fahrten sollte begrenzt werden. Das funktionierte nach Ansicht
der Menschen vor Ort aber nicht: "Österreich hat seine
Transitverpflichtungen längst übererfüllt", so Anfang Dezember Fritz
Gurgiser, Obmann des Transitforums Austria-Tirol. "Von 1 Million
Lkw-Transitfahrten im Jahr 1991 auf 1,75 Millionen im Jahr 2002."
Laut den amtlichen Zahlen ratterten im Jahr 1999 durch Österreich,
Frankreich und die Schweiz insgesamt über 9 Millionen
Lastkraftwagen - knapp 25.000 pro Tag. Dabei entfallen auf
Österreich allein gut 5 Millionen - zum Transitverkehr kommt also
noch eine weit höhere Zahl an landesinternen Fahrten mit Lkws
über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht. Einen Sonderweg geht die
Schweiz: Bei ihr rollen knapp 70 Prozent der Transitgüter über die
Schiene. (Quelle: taz)
Vorläufige Einigung in der EU auf Alpentransit-Regeln.
Do.02.01.03 - Der Verkehrsministerrat der Europäischen Union (EU) hat
sich in Brüssel auf eine Übergangsregelung für den Schwerlastverkehr über die
Alpen geeinigt. Der deutsche Staatssekretär Ralf Nagel sprach am Mittwoch von
einem "akzeptablen Kompromiss".
Nach dem noch unter Vorsitz der dänischen EU-Ratspräsidentschaft am
Silvestermorgen erörterten und mit "qualifizierter Mehrheit" befürworteten
Übergangsregelung benötigen leichte Lastwagen mit der geringsten Schadstoff-
Einstufung künftig keine Transit-Erlaubnis für Fahrten durch die österreichischen
Alpen mehr. Damit wurde auf die Bedürfnisse Deutschlands, Italiens und
Griechenlands Rücksicht genommen. Bislang benötigten Spediteure auch
für diese Lastwagen sogenannte Ökopunkte, mit denen die Schadstoffbelastung
auf den vielbefahrenen Strecken über die Alpen reduziert werden sollte.
Beibehalten werden sollen die für 2003 festgelegten Punkte- Kontingente mit tragfähigen
Bandbreiten für 2005 und 2006.
Zudem soll künftig die Zahl der Schwerlastfahrten nicht mehr begrenzt sein. Bislang galt die Zahl der Transitfahrten
von 1991 als Maßstab, die um höchstens acht Prozent überschritten werden durfte. Dies galt auch dann, wenn die
Spediteure mit Hilfe schadstoffärmerer Lastwagen die Zahl ihrer Fahrten hätten erhöhen können, ohne ihr
Ökopunkte-Kontingent zu überziehen. (Quelle: rtr)
Griechenland übernimmt EU-Ratspräsidentschaft.
Do.02.01.03 - Griechenland hat am Mittwoch turnusgemäß zum Beginn eines neuen
Halbjahres für sechs Monate die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union (EU)
übernommen. Oberstes Ziel der griechischen Ratspräsidentschaft ist es nach den
Worten des griechischen Ministerpräsidenten Kostas Simitis, die Erweiterung der
EU voranzutreiben. Als weiteres zentrales Thema gilt die Steuerung der
Zuwanderung. Athen strebt eine gemeinsame EU-Politik dazu an.
Sorgen bereitet den Griechen der mögliche Ausbruch eines Irak- Krieges während ihrer
Ratspräsidentschaft. Das kleine Land wird sich nach Aussagen seines Außenministers
Giorgos Papandreou in dieser weltpolitisch extrem schwierigen Frage bemühen, die
unterschiedlichen Ansichten der derzeit 15 EU-Mitgliederstaaten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
Als Höhepunkte der griechischen EU-Ratspräsidentschaft gelten der 16. April in Athen und das Gipfeltreffen zum
Abschluss der EU- Ratspräsidentschaft in der Nähe der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki im Juni. In Athen
sollen am 16. April 2003 unterhalb der Akropolis die Verträge und Protokolle des Beitritts der zehn neuen
EU-Mitgliederstaaten zum 1. Mai 2004 feierlich unterzeichnet werden.
Die griechische Ratspräsidentschaft rechnet damit, dass bis zum Gipfeltreffen von Thessaloniki im Juni auch die
ersten Ergebnisse des europäischen Konvents über die Strukturreform in der EU vorliegen werden. Dies würde eine
erste Debatte darüber ermöglichen, wie die EU mit 25 und später 27 oder mehr Mitgliederstaaten funktionieren soll.
(Quelle: dpa)
Streit in der Rürup-Kommission.
Do.02.01.03 - In der Rürup-Kommission zur Reform der
Sozialsysteme gibt es deutliche
Meinungsverschiedenheiten. Der Berater von
Gesundheitsministerin Schmidt, Lauterbach, kritisierte
die jüngsten Vorschläge seines Kommissionskollegen
Raffelhüschen zu mehr Selbstbeteiligung als Alleingang.
Raffelhüschen hatte angeregt, die Leistungen der
Krankenkassen für Zahnbehandlungen schrittweise
abzubauen und eine Selbstbeteiligung von 900 Euro für
ärztliche Behandlungen und Medikamente einzuführen.
Dazu sagte Lauterbach, diese Vorschläge seien in der
Kommission überhaupt noch nicht besprochen,
geschweige denn positiv bewertet worden. (Quelle: br)
Verdi-Chef Bsirske droht wieder mit Streik.
Vor der am heutigen Donnerstag beginnenden
neuen Schlichtungsrunde im öffentlichen Dienst hat Verdi-Chef
Frank Bsirske erneut mit Streiks gedroht. Die Gewerkschaft müsse
bereit sein, "mit allen gewerkschaftlichen Mitteln und notfalls auch
einem Streik gegen die fatale Logik der leeren Kassen zu kämpfen",
sagte Bsirske dem Magazin Stern. "Andernfalls geht der ganze
Laden vor die Hunde."
Bsirske sagte, im öffentlichen Dienst hätten die Arbeitgeber durch
ihre Steuerpolitik die "Notlage selbst verschuldet, aus der wir sie nun
befreien sollen". Er betonte: "Wenn dann auch noch durch
handwerkliche Fehler die Steuerausfälle weit höher als geplant sind,
kann man das nicht auf den Rücken der Beschäftigten abladen."
Bsirske widersprach auch "dem Gerede" von einem übergroßen
Einfluss der Gewerkschaften auf die Bundesregierung: "Die
Kampagne vom ,Gewerkschaftsstaat' war schon sehr gekonnt
inszeniert."
Die Tarifverhandlungen waren am 19.Dezember bereits in der
zweiten Runde gescheitert. Verdi verlangt mindestens drei Prozent
mehr Lohn und Gehalt sowie eine Anpassung der Osttarife an das
Westniveau bis 2007. Die Arbeitgeber hatten immer wieder auf die
leeren Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden verwiesen und
zuletzt eine zweistufige Anhebung der Einkommen um 0,9 und 1,2
Prozent angeboten. Für die Anpassung der Osteinkommen nannten
sie keinen Termin. Bei einem Scheitern der Schlichtung könnte es
schon Mitte Januar zu ersten Streiks kommen. (Quellen: sz/afp,dpa)
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