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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Mo.06.01.03, 12:00 US-Elitesoldaten und CIA angeblich schon in Irak.
Mo.06.01.03 - Spezialeinheiten der US-Armee und Agenten des
Geheimdienstes CIA bereiten nach einem Zeitungsbericht seit Monaten in Irak die
Grundlagen für eine Invasion vor.
Wie die Zeitung "Boston Globe" am Sonntag unter Berufung auf Geheimdienstkreise
und Militärexperten berichtete, suchen die etwa 150 Spezialkräfte im Irak nach
Abschussrampen für "Scud"-Raketen. Zudem kundschafteten sie Luftabwehrstellungen und
Ölfelder aus und markierten Minenfelder. US-Militärexperten rechnen bei einem Irak-Krieg mit
einer eher niedrigen Zahl von Opfern auf Seiten der USA
Die Elite-Einheiten sollten US-Piloten helfen, irakische Luftabwehrstellungen zu bombardieren, berichtete die Zeitung
weiter. Andere versuchten, irakische Anführer zu identifizieren, die im Fall einer Invasion mit den USA
zusammenarbeiten würden. Eine ähnliche Strategie war im Afghanistan-Krieg verfolgt worden. Die Zeitung berichtete,
die Spezialkräfte hätten verdächtige Bewegungen an vermuteten Waffenstätten beobachtet. Die US-Einheiten seien
bei einigen Einsätzen von britischen, jordanischen und australischen Kommandos begleitet worden.
Mehrere US-Militärexperten sagten der Nachrichtenagentur Reuters, sie rechneten im Falle eines Irak-Krieges mit
einigen hundert toten US-Soldaten. Dieses Szenario setze allerdings voraus, dass die US-Truppen nicht in einen
Häuserkampf um Bagdad verwickelt würden und dass Irak sie nicht mit chemischen oder biologischen Waffen
angreife, sagte etwa Stephen Baker vom Center for Defense Information in Washington. Er äußerte die Vermutung,
dass die US-Strategen das Ziel verfolgten, in nur zehn Tagen einen Krieg im Irak für sich zu entscheiden.
William Taylor, Militärberater und ehemaliger Direktor für nationale Sicherheitsstudien an der US-Militärakademie
West Point, sprach für den Kriegsfall von "deutlich weniger als 1000 Toten" auf amerikanischer Seite. Er verwies auf
den Golfkrieg 1991, bei dem 148 US-Soldaten getötet und 460 verwundet worden seien. Im Vergleich zu damals sei
die Militärtechnologie der USA weiter ausgereift. Damit könnten die US-Soldaten aus Gefahrenzonen fern gehalten
werden.
Dagegen warnte der Militärexperte Ivan Eland vom Cato Institute davor, die Gefahren eines Krieges zu unterschätzen.
"Leider orientieren sich alle an Kriegen der jüngeren Vergangenheit, in denen wir nicht viele Tote hatten", sagte Eland.
Im Ersten Weltkrieg aber hätten die USA 116.000 Soldaten verloren, obwohl Beobachter mit einem kurzen Krieg und
wenigen Toten gerechnet hätten.
Taylor und Eland gingen davon aus, dass eine hohe Zahl getöteter Zivilisten auf irakischer Seite ebenso wie getöteter
US-Soldaten die Unterstützung der US-Bevölkerung für den Krieg empfindlich schwächen könnte. Aus Kreisen der
US-Geheimdienste war im vergangenen Monat verlautet, Irak plane eine Katastrophe für die Menschen im eigenen
Land herbeizuführen, um die USA zu diskreditieren.
Am 27. Januar sollen die Waffeninspektoren der Vereinten Nationen (UNO) in einem Abschlussbericht darlegen, ob
sie Hinweise auf Massenvernichtungswaffen in Irak gefunden haben. Beobachter rechnen damit, dass US-Präsident
George W. Bush anschließend mitteilen wird, ob die USA eine Militäraktion gegen Irak vornehmen werden. Bush hat
den Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein zum Ziel seiner Politik erklärt. (Quelle: rtr)
SPD-Fraktionsvize Erler fordert Kompromiss zu Irak.
Mo.06.01.03 - Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Gernot Erler, hat seine Partei
und die Bundesregierung aufgefordert, mit Kompromissbereitschaft für eine europäische Position
zum Irak-Konflikt einzutreten. Die SPD müsse "eine Art Gratwanderung" machen, sagte Erler: Es gehe
einerseits um eine "Weltpolitik mit Priorität für die UNO", die einen deutschen Sonderweg
ausschließe und gleichzeitig das Aufrechterhalten der "klaren Linie, dass ein Angriff
auf den Irak eine Gefahr für die Anti-Terror-Koalition, für den Nahen Osten, ja für den
Kampf gegen den Terror insgesamt wäre."
Erler sagte der "Financial Times Deutschland", es besteht die Chance, dass eine
einseitige Aktion der USA durch eine zweite UN-Resolution verhindert werden kann.
Diese könne Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen Partnern
beeinflussen: "Das heißt aber auch, dass wir kompromissbereit sein müssen." Die
Durchsetzung einer besonderen deutschen Position hält der SPD-Politiker für
"undenkbar". Deutschland dürfe nicht "Gefahr laufen, dadurch eventuell mit
verantwortlich zu werden dafür, dass die UNO möglicherweise aus dem Spiel wäre."
Die Äußerung von Außenminister Joschka Fischer (Grüne), dass sich die Frage
eines UN-Mandats für einen Militäreinsatz der USA nicht mehr stelle, ist Erler
zufolge überholt: "Es gibt viele Anzeichen dafür, dass die USA eine neue Resolution
des UN-Sicherheitsrates anstreben. Das findet unsere volle Unterstützung." Es
lohne sich, vor einer zweiten Resolution auf eine europäische Position
hinzuarbeiten, um die Haltung der US-Regierung zu beeinflussen, ähnlich wie
Frankreich es vorher geschafft habe, sagte Erler. Es müsse außerdem anerkannt
werden, dass es "eine weit gehende Kooperationsbereitschaft des Irak" gebe.
(Quelle: afp)
Bush-Regierung erfindet angeblich Terrorwarnungen.
Mo.06.01.03 - Die ständigen Warnungen vor Terroranschlägen in den USA
werden vom Weißen Haus fabriziert und haben keinen Bezug
zu Fakten. Vielmehr sollen sie in der Bevölkerung das Gefühl
einer andauernden Bedrohung aufrechterhalten und der Politik
des "starken und entschlossenen" US-Präsidenten George W.
Bush hohe Zustimmungsraten sichern. Das war am
Wochenende einem Bericht von "Capitol Hill Blue", einer von
kritischen amerikanischen Journalisten betriebenen
Non-Profit-Nachrichtenagentur, zu entnehmen, in dem zur
Untermauerung dieser Behauptung entsprechende Aussagen
von Mitarbeitern des FBI und der CIA zitiert wurden. Während
Verlautbarungen der Bush-Regierung suggerieren, daß
gefangengenommene, angeblich hochrangige
Al-Qaida-Mitglieder ausgiebig plaudern und die US-Ermittler
über weitere, angeblich geplante Anschläge informieren,
tappen die Antiterrorspezialisten von FBI und CIA tatsächlich
immer noch im dunkeln. "Leider haben wir im Krieg gegen den
Terrorismus oder gegen Al Qaida kaum Fortschritte gemacht",
zitiert "Capitol Hill Blue" einen FBI-Agenten aus der
Antiterrorabteilung, der resigniert hinzufügte: "Seit Wochen
drehen wir uns im Kreis". (Quelle: jw) Mehr unter:
Neue Eskalation der Gewalt in Nahost.
Mo.06.01.03 - Drei Wochen vor der Parlamentswahl ist Israel am Sonntagabend von einem
neuen blutigen Anschlag erschüttert worden. Zwei Selbstmordattentäter
sprengten sich in Tel Aviv fast zeitgleich in die Luft und
rissen mindestens 22 Passanten mit in den Tod. Nach
Polizeiangaben wurden mehr als 100 Menschen verletzt,
mehrere von ihnen schwer. Beobachter rechneten damit,
dass das Attentat den Hardlinern um Ministerpräsident
Ariel Scharon neuen Auftrieb geben werde.
Zu den Tod bringenden Explosionen nahe eines alten Busbahnhofs, wo zahlreiche
ausländische Arbeiter leben, bekannten sich sowohl der militante Islamische
Dschihad als auch die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, die der Fatah-Bewegung des
palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat nahe stehen. Es war der blutigste
Anschlag seit sechs Monaten und der erste in einer israelischen Stadt seit
November. Damals hatte ein Selbstmordattentäter in Jerusalem einen Bus in Luft
gesprengt und elf weitere Menschen getötet.
Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die Anschläge und versprach,
die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Das so genannte Sicherheitskabinett des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon
hat am frühen Montagmorgen eine Reihe von Vergeltungsmaßnahmen beschlossen.
Noch in der Nacht beschossen israelische Kampfhubschrauber mehrere Gebäude in
Gaza-Stadt mit Raketen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben auch zwei
Metallbetriebe und ein Gebäude der palästinensischen Sicherheitskräfte getroffen.
Mindestens vier Palästinenser wurden verletzt. Bei zwei Einsätzen im
Flüchtlingslager von Rafah im Süden des Gazastreifens durchsuchten israelische
Soldaten mehrere Häuser. Nach Berichten des israelischen Rundfunks wurde dabei
das Wohnhaus eines mutmaßlichen Mitglieds des radikal- islamischen
Dschihad-Organisation zerstört.
Die Militäroperationen erfolgten nur wenige Stunden, nachdem sich zwei palästinensische Attentäter in einem
vorwiegend von ausländischen Gastarbeitern bewohnten Stadtteil von Tel Aviv in die Luft gesprengt hatten. Zu den
ersten Anschlägen im neuen Jahr bekannten sich die Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, eine Splittergruppe der
Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Zunächst war auch von einem Bekenneranruf des
radikal-islamischen Dschihad berichtet worden. Wie die israelische Tageszeitung «Haaretz» berichtete, bestritt ein
ranghohes Mitglied der Organisation jedoch später, dass es eine solche Mitteilung gegeben habe.
Neben Militäreinsätzen wurden nach Berichten des israelischen Rundfunks auch eine Reihe politischer Maßnahmen vom
Sicherheitskabinett beschlossen. So solle eine für Donnerstag in Ramallah geplante Generalversammlung der PLO verhindert werden.
Außerdem wolle die israelische Regierung die Ausreise einer palästinensischen Delegation zu einer islamischen
Versammlung Ende des Monats in London nicht erlauben. Ferner sollen drei islamische Schulen geschlossen und der
Autoverkehr im Westjordanland weiter eingeschränkt werden. (Quellen: )
Israelische "Präventivmaßnahmen":
Unter der Überschrift "Töte, bevor Du getötet wirst" befasst sich
die Süddeutsche Zeitung (03.01.03) mit dem Thema. Sie schreibt:
Mo.06.01.03 - Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat (Ende Dezember)
eine Intensivierung der gezielten Tötungen mutmaßlicher
palästinensischer Terroristen angekündigt. Diese Methode hat sich
nach den Worten einer Armee-Sprecherin "bewährt". Dennoch
räumt die Sprecherin ein, im Medienzeitalter sei es "nicht einfach",
die gezielten Tötungen der Öffentlichkeit zu erklären. Im Zweifelsfall
bekomme ein getöteter Palästinenser das Mitleid, da man Bilder von
ihm, von zerstörten Wohnhäusern und Autos sehe. Dass derselbe
Palästinenser aber im Begriff gewesen war, mit Sprengstoff
Dutzende von Israelis in den Tod zu reißen, sei "unsichtbar".
Die Palästinenser argumentieren, die Liquidierungen, die in Israel
offiziell als "Präventivmaßnahmen" bezeichnet werden, dienten
Scharon zur Sicherung seiner Macht. Ein Sprecher der
Autonomiebehörde sagte der Süddeutschen Zeitung: "Scharon tötet
angebliche Terroristen und kann so vorweisen, er tue etwas gegen
den Terror. Dabei heizt er ihn selbst an."
Beispiele dafür gibt es reichlich. Am 31.Juli2001 etwa tötete die
israelische Armee zwei hochrangige Mitglieder der Hamas in Nablus
im Westjordanland mittels einer lasergesteuerten Rakete. In den
vorangegangenen zwei Monaten war die Gewalt der Palästinenser
deutlich zurückgegangen. Zwei Wochen nach der Liquidierung in
Nablus sprengte sich ein Palästinenser in einer Jerusalemer Pizzeria
in die Luft und riss 15 Israelis mit in den Tod. In einem
Abschiedsvideo schwor er Rache für die Tötung der zwei
Hamas-Terroristen.
Die gezielten Morde treffen auch Zivilisten. Am 22. Juli vergangenen
Jahres etwa warf ein israelischer Kampfhubschrauber eine Tonnen
schwere Bombe auf ein Wohnhaus in Gaza-Stadt und töteten den
meistgesuchten Hamas- Terroristen, Sala Schahade. Bei dem Angriff
kamen auch dessen Frau und 15 Palästinenser ums Leben, darunter
zehn Kinder. Scharon hatte dennoch von einer der "erfolgreichsten
Operationen" der Armee gesprochen.
Die USA haben lange Zeit die Israelis kritisiert und ihnen
vorgeworfen, durch die Liquidierungen den Konflikt mit den
Palästinensern anzuheizen. Seitdem die USA aber selbst das
Netzwerk der Terrorgruppe al-Qaida mit gezielten Tötungen
bekämpfen, ist diese Kritik verstummt: Im November tötete eine
US-Drohne fünf Al-Qaida-Mitglieder, die im Jemen unterwegs
waren.
In Israel selbst sind die Liquidierungen fast unumstritten.
Oppositionsführer Jossi Sarid, Rabbiner Meir Lau und Schriftsteller
Tom Segev befürworten die Tötungen als legitimes, wenn auch
letztes Mittel. Die Israelis fühlen sich in keinem Kaffeehaus mehr
sicher vor Selbstmordattentätern und begrüßen es, wenn diese
getötet werden, ehe diese morden können – gemäß dem
Talmud-Satz: „Töte, bevor du getötet wirst".
Die Praxis der Liquidierungen war bereits von Scharons Vorgänger
Ehud Barak wieder eingeführt worden, allerdings mit mehr
„Fingerspitzengefühl", wie ein bekannter Fernsehkommentator
kritisiert. Scharon habe leichtfertig bisher 110 Palästinenser
liquidieren lassen, anstatt andere Möglichkeiten, zum Beispiel
Festnahmen, anzuwenden.
Um mutmaßliche Terroristen auszuschalten, ist Israel auf ein Netz
palästinensischer Informanten angewiesen. Die Spitzel erhalten von
Israel Reiseerlaubnisse, Geld und Arbeitsgenehmigungen, wenn sie
Aufenthaltsort und Gewohnheiten der Terroristen verraten. Wird ein
palästinensischer Informant enttarnt, muss er damit rechnen, von
seinen Landsleuten geächtet und gelyncht zu werden.
Diplomatische Offensive zur Lösung der Nordkorea-Krise.
Mo.06.01.03 - Südkorea hat einen Kompromiss zur Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea ausgearbeitet. Der
Vorschlag soll Anfang der Woche im Mittelpunkt der trilateralen Gespräche in Washington stehen,
an denen die USA, Südkorea und Japan teilnehmen. Unterdessen reiste der stellvertretende südkoreanische
Außenminister Kim Hang Kyung nach Moskau, um Russland zu mehr diplomatischem Druck auf Pjöngjang
zu bewegen.
Einzelheiten des südkoreanischen Planes wurden zunächst nicht bekannt. Nach
einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap fordert Seoul von
beiden Seiten Zugeständnisse: Nordkorea soll die Einstellung seines
Atomwaffenprogramms erklären, während die USA im Gegenzug die Sicherheit des
kommunistischen Staates garantieren sollen. Die Agentur berief sich auf einen
Mitarbeiter des südkoreanischen Außenministeriums. In anderen Medienberichten
hieß es, die USA müssten ihre Öllieferungen an Nordkorea wieder aufnehmen. Ein
Sprecher des US-Außenministeriums deutete an, Washington wolle sich auf keinen
Kompromiss einlassen. "Wir haben nicht die Absicht, uns hinzusetzen und wieder
zu verhandeln", sagte Richard Boucher.
Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Losjukow sagte am Samstag,
die USA und Nordkorea müssten auf ruhige und konstruktive Art nach einer Lösung
suchen. Drohungen und Sanktionen seien kontraproduktiv. Losjukow empfing am
Sonntag den stellvertretenden südkoreanischen Außenminister Kim. Dieser erklärte, die
russische Hilfe sei von großer Bedeutung für die Lösung der Krise. "Russlands gute
Beziehungen zu Nordkorea können helfen, einen effektiven Kanal für den Dialog zu schaffen",
sagte Kim der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS.
Der südkoreanische Sicherheitsberater Yim Sung Joon wird in den kommenden Tagen zu Gesprächen über das
nordkoreanische Atomprogramm in die USA reisen. Wie die Regierung in Seoul erklärte, wird Yim bei seinem Besuch
in Washington von Dienstag bis Donnerstag seine Kollegin Condoleezza Rice und andere Vertreter der US-Regierung
treffen. Yim will anschließend nach Tokio weiterreisen, um die japanische Regierung über seine Gespräche zu
unterrichten.
Aus Kreisen der Vereinten Nationen verlautete, Nordkorea werde zum Weltwirtschaftsforum Ende Februar in Davos
eingeladen. Ein Berater von Generalsekretär Kofi Annan werde nach Pjöngjang reisen, um dem Vorsitzenden des
Zentralen Volkskomitees, Kim Young Nam, die Einladung zu überreichen.
In Pjöngjang kamen am Samstag die Befehlshaber der nordkoreanischen Volksarmee zusammen, wie die amtliche
Nachrichtenagentur KNA berichtete. Sie hätten die Notwendigkeit unterstrichen, die Gefechtsbereitschaft der
Einheiten zu erhöhen. Nordkorea bekräftigte, dass Washington den ersten Schritt unternehmen und einen
Nichtangriffspakt unterzeichnen müsse. (Quelle: ap)
Indien erweitert seine Nukleardoktrin.
Mo.06.01.03 - Indiens Regierung unter
Führung des hindu-nationalistischen Premiers Atal Bihari
Vajpayee erweiterte am Wochenende seine bisher gültige
Doktrin für den Gebrauch von Atomwaffen. "Im Falle
eines größeren Angriffs auf Indien oder auf indische
Streitkräfte an einem anderen Platz der Welt mit
biologischen oder chemischen Waffen behalten wir uns
die Option vor, mit Atomwaffen zurückzuschlagen", heißt
es wörtlich in einer Erklärung. Neu Delhi, das den
Vertrag gegen die Herstellung und den Gebrauch
biologischer und chemischer Waffen unterzeichnet hat,
folgt damit dem Beispiel der USA. Außerdem gründete
das Land ein "Strategic Forces Command", das die
Atomwaffen des Landes managen soll. (Quelle: blz) Mehr unter:
15000 bei asiatischem Sozialforum in Indien.
Mo.06.01.03 - Seit Donnerstag, dem 2. Januar findet im indischen Hyderabad das
Asiatische Sozialforum statt. Noch bis morgen tagen in der
Hauptstadt des südindischen Bundesstaates Andhra Pradesh
15.000 TeilnehmerInnen, die Mehrzahl aus Indien.
Das Weltsozialforum in Porto Alegre hatte im Januar 2002
vorgeschlagen, dass durch regionale Sozialforen die
Mobilisierung globalisierungskritischer Bewegungen vorangebracht
werden sollte. Nach dem Europäischen Sozialforum, das letzten
November in Florenz stattfand, ist das Asiatische Sozialforum
das zweite regionale Forum. Das inzwischen 3. Weltsozialforum
findet in der letzten Januarwoche erneut in Porto Alegre statt.
Andhra Pradesh gilt als indische Hochburg des
Neoliberalismus: export- und IT-orientiert, mit wachsenden
sozialen Gegensätzen. Es ist der höchstverschuldete Staat in
Indien und der mit der höchsten Selbstmordrate von Kleinbauern
und Handwerkern, die ihre Existenzgrundlage verloren haben.
(Quelle: taz) Mehr unter:
Studie: Prognosen der Konjunkturforscher stimmen fast nie.
Mo.06.01.03 - 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum für
2002 versprachen die sechs führenden deutschen Forschungsinstitute
im Frühjahr 2001. Im Herbst 2001 reduzierten sie ihre Vorhersage
auf 1,3 Prozent, ein halbes Jahr später nochmals auf 0,9 und dann auf 0,4 Prozent. In
Wirklichkeit waren es wahrscheinlich nur 0,2 Prozent.
Nicht genug damit, dass die Auguren permanent danebenliegen - es wird
immer schlimmer. Zwei Ökonomen vom Forschungsinstitut HWWA
haben sich die Prognosen des Sachverständigenrates vorgenommen, der
seit 1964 der Bundesregierung jedes Jahr das Wachstum vorhersagt. Sie
haben den "standardisierten Prognosefehler" berechnet, den "mittleren
Fehler", den "mittleren absoluten" wie auch den "mittleren quadratischen
Fehler", ja sogar die "Wurzel des mittleren quadratischen Fehlers".
Und ihr Ergebnis: Die Prognosen der fünf sachverständigen Professoren
wurden im Zeitablauf eher schlechter als besser. Trotz größerer
Transparenz und wissenschaftlichen Fortschritts, obwohl immer mehr
Stimmungs-, Produktions- und Konsum-Indikatoren verfügbar sind,
überschätzten die "Fünf Weisen" in den vergangenen zehn Jahren das
Wachstum des nächsten Jahres um durchschnittlich 46 Prozent. In den
sechziger Jahren lag der durchschnittliche Prognosefehler nur bei acht
Prozent.
Für Ökonomen ist das beunruhigend. Aber nicht für alle. "Prognosen",
meint der Würzburger Professor Karl-Heinz Brodbeck, "sollen gar nicht
die tatsächliche Entwicklung vorhersagen. Sie sollen nur eine gute
Stimmung verbreiten." Womit zumindest geklärt wäre, warum die "Fünf
Weisen" permanent ein zu hohes Wachstum prophezeien. Und warum
Konjunkturforscher nicht mit dem Vorhersagen aufhören, obwohl sie
wenig treffsicher sind. (Quelle: blz)
Öffentlicher Dienst steuert auf Streik zu.
Mo.06.01.03 - Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes stehen die Zeichen trotz
eines Schlichterspruches auf Streik.
Ein von den beiden Schlichtern nach einem viertägigen Sitzungsmarathon in der
Nacht zu Montag in Bremen vorgelegter Einigungsvorschlag wurde mit Hilfe der
Arbeitnehmerseite und des stimmberechtigten Schlichters Hans Koschnick (SPD)
mit nur einer Stimme Mehrheit angenommen. Die Arbeitgeber von Bund,
Ländern und Gemeinden lehnten die vorgeschlagenen Einkommenserhöhungen im
Gesamtvolumen von drei Prozent als zu hoch ab und stimmten geschlossen
dagegen. Falls auch bei der für Mittwoch in Potsdam geplanten Wiederaufnahme
der Tarifverhandlungen keine Einigung erzielt wird, will die Gewerkschaft einen
Abschluss erstreiken.
Der Vorschlag der Schlichter sieht eine zweistufige Lohnerhöhung von 2,4 Prozent ab Anfang 2003 und von 0,6
Prozent ab Anfang 2004 vor. Außerdem sollen die Löhne in Ostdeutschland schrittweise bis Ende 2007 auf das volle
Westniveau angehoben werden. Im Gegenzug sollen sich die Beschäftigten in Ostdeutschland erstmals an der
zusätzlichen Altersvorsorge beteiligen. Außerdem sollen sich die Tarifparteien verpflichten, bis Mitte 2004 eine
Modernisierung des Tarifrechts einzuleiten. Die Arbeitgeber hatten vor dem Scheitern der regulären Tarifverhandlungen
am 19. Dezember Einkommenserhöhungen von 0,9 Prozent von Januar bis September 2003 und ab Oktober von 1,2
Prozent für weitere neun Monate angeboten.
Vertreter der Gewerkschaft Verdi äußerten sich skeptisch zu den Aussichten, in weiteren Verhandlungen mit den
Arbeitgebern eine Einigung zu erzielen. Deshalb werde die Dienstleistungsgewerkschaft Vorbereitungen für eine
Urabstimmung über einen Streik einleiten.
Der von den Gewerkschaften als Schlichter berufene frühere Bürgermeister von Bremen, Koschnick, sagte nach den
Beratungen, der Einigungsvorschlag würde den Arbeitgebern finanzielle Lasten abverlangen. Allerdings würden diese
an anderer Stelle kompensiert. Auch die Gewerkschaft müsste einige "Kröten" schlucken, wenn der
Schlichtervorschlag umgesetzt würde. Wegen der bis zuletzt weit auseinander liegenden Positionen sei es ihm und
dem von den Arbeitgebern als Schlichter berufenen ehemaligen Bürgermeister von Leipzig, Hinrich Lehman-Grube
(SPD), nicht gelungen, einen von beiden Tarifparteien getragenen Schlichterspruch zu erreichen. Er hoffe, dass in den
nun anstehenden Tarifverhandlungen noch eine Lösung gefunden werden könne, um einen Arbeitskampf in letzter
Minute abzuwenden.
Niedersachsens Finanzminister Heinrich Aller (SPD), der in der 20-köpfigen Schlichtungskommission als
Verhandlungsführer der Länder fungierte, sagte, die Arbeitgeber seien an die Grenzen des möglichen Gegangen.
"Mehr war nicht drin." Würde der Schlichtervorschlag umgesetzt, rechnen die Arbeitgeber nach eigenen Angaben mit
jährlichen Belastungen von 2,5 Prozent der öffentlichen Haushalte. Die Arbeitgeber hatten bis zuletzt verlangt, ein
Abschluss dürfe nicht mit zusätzlichen finanziellen Belastungen verbunden sein.
"Wenn sich nichts ändert an der Haltung der Arbeitgeber zur Ost-Angleichung und zur Vergütung, dann stehen die
Zeichen auf Streik", sagte Kurt Martin, Vorstandsmitglied der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nach dem Ende der
Schlichtung. Verdi werde nun die Befragung ihrer Mitglieder über einen Arbeitskampf einleiten. Ein
Gewerkschaftssprecher fügte hinzu: "Da hilft nur eine Intervention von weiter oben, um noch was zu bewegen." Er ließ
offen, ob er auf ein Machtwort von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hofft, das die Arbeitgeber noch umstimmen
könnte. Angesichts der finanzielle Lage von Bund, Ländern und Gemeinden erscheint dies selbst
Gewerkschaftsvertretern zufolge aber unwahrscheinlich. (Quelle: rtr)
Flugzeugentführer verbreitet Schrecken in Frankfurt.
Mo.06.01.03 - Mit einem entführten Motorsegelflugzeug hat ein vermutlich geistig verwirrter
Mann am Sonntagnachmittag Frankfurt in Angst und Schrecken versetzt. Gut zwei
Stunden nachdem er das Leichtflugzeug in seine Gewalt gebracht hatte, landete der
Pilot auf dem Frankfurter Flughafen und ließ sich festnehmen. Er hatte damit gedroht,
in ein Hochhaus zu fliegen. Mehrfach kam er den Wolkenkratzern gefährlich
nahe. Die Bundesregierung und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wurden laufend
über die Entwicklung am Frankfurter Himmel informiert.
Der nach erstem Eindruck verwirrte Pilot sagte dem Nachrichtensender n-tv noch
während seines Fluges, er wolle niemanden gefährden, sich aber am Ende der
Aktion umbringen. Es komme ihm darauf an, die Astronautin Judith Resnick
bekannt zu machen, die beim Absturz der US-Raumfähre Challenger im Jahr 1986
ums Leben gekommen war. Die Behörden hatten versucht, mit der Familie der
Amerikanerin Kontakt aufzunehmen. Während seines Irrflugs um die Spitzen der
Frankfurter Bankentürme hatte der Mann ständig Funkkontakt
mit der Polizei und der Flugsicherung am Flughafen.
Die Polizei sperrte die gesamte Innenstadt für den Verkehr und
evakuierte sämtliche Hochhäuser, in denen auf Grund des
Sonntags aber wenig Betrieb herrschte. Phantom-Kampfjets
der Bundeswehr verfolgten das Kleinflugzeug über der
Innenstadt. Der Flugverkehr am Rhein-Main-Flughafen wurde
wie der öffentliche Nahverkehr vorübergehend eingestellt.
Passanten wurden von Kriminalbeamten aufgefordert, die
Frankfurter City zu verlassen, Hotels geräumt. Die
Verfolger-Jets aus Neuburg an der Donau waren voll bewaffnet.
Die Maschine vom Typ Super Dimona HK 36 TC ist nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) bis auf 150 Fuß
(rund 50 Meter) in die Nähe des Bodens gekommen. Sie wurde ständig von einem Polizeihubschrauber verfolgt. Der Täter hatte
sie nach DFS-Angaben gegen 14.55 Uhr auf dem südhessischen Flugplatz Babenhausen mit vorgehaltener Waffe in
seine Gewalt gebracht. Sämtliche Zeugen des Überfalls wurden sofort ins Darmstädter Polizei-Präsidium gebracht.
Bei seiner Festnahme habe der Täter einen verwirrten Eindruck gemacht, sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei.
Die Waffe habe er nach wie vor bei sich getragen. Nach ersten Polizei-Informationen soll es sich um einen Deutschen
handeln. Die Landung des Flugzeugs sei glatt verlaufen.
34 Passagiermaschinen mussten von Frankfurt auf andere Flughäfen umgeleitet werden, berichtete die
Flughafenbetreibergesellschaft Fraport. Sieben Minuten nach der Landung der Maschine wurde der normale Betrieb
wieder aufgenommen. Während der Sperre fielen 78 Starts und 61 Landungen zunächst aus. Es gab stundenlange
Verspätungen. (Quelle: dpa)
Teilnehmer eines Web-Diskussionsforums vor Gericht.
Mo.06.01.03 - Wegen Äußerungen in einem Diskussionsforum bei Telepolis
muss sich ein Münsteraner vor Gericht verantworten. Am kommenden Mittwoch verhandelt das
Amtsgericht Münster, weil er durch seinen Beitrag den Anschein erweckt haben soll, er billige die
Terroranschläge von New York und Washington im September 2001. Im Juni 2002 thematisierte das Magazin
der Netzkultur Telepolis im Artikel "Das Massaker, das nicht sein darf" die mutmaßliche Tötung von Taliban
durch die afghanische Nordallianz. Unter anderem gratuliert der Münsteraner in seinem Beitrag den "Mördern
vom 11. 09. 2001"; sie hätten den Mut gefunden, am "wahren Abschaum" ein Massaker zu verüben. Der
Beitrag schließt mit der Formulierung: "Wer Sarkasmus findet, der/die möge ihn bitte weiterverwenden." Der
Münsteraner sieht sich als überzeugter Kriegsgegner. Er hatte mit seinem Beitrag den
gewaltverherrlichenden Ton eines anderen Forumsteilnehmers sarkastisch aufgreifen wollen, um ihn "mit
vertauschten Rollen und ironisch überspitzt zu erwidern", heißt es in einer Erklärung. Zudem sei bei den
Ermittlungen gegen ihn auf "illegale Datenbestände" bei seinem Provider zurückgegriffen worden.
(Quelle: heise) Mehr unter:
Nachtrag - Do.09.01.03: Die Verhandlung über den Forumsbeitrag eines Telepolis-Lesers, der der
Billigung einer Straftat beschuldigt wurde, stimmt bedenklich, hatte aber für
den Angeklagten einen glücklichen Ausgang. Mehr unter:
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