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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Mo.20.01.03, 12.45 In den USA wächst Widerstand gegen Bushs Irak-Kurs.
Mo.20.01.03 - Präsident George W. Bush zeigte sich nach außen gelassen. Die
Anti-Kriegs-Demonstrationen seien ein Zeichen der demokratischen Gesinnung
in den USA, erklärte der Präsident. Doch zugleich gestehen auch manche
Parteifreunde Bushs ein, dass die Unterstützung in der Bevölkerung für einen
Irak-Krieg schwindet und der Widerstand wächst. Allein in Washington protestierten
am Wochenende nach Angaben der Organisatoren eine halbe Million Menschen
gegen einen möglichen Krieg.
Für Beobachter am beeindruckendsten war dabei, dass die Demonstranten diesmal
aus allen Bevölkerungsschichten kamen. Es waren nicht nur die Jungen und die
Studenten wie einst bei den Vietnamkriegsprotesten. Diesmal waren es Anwälte,
Hollywoodstars wie Jessica Lange, Gewerkschaftsvertreter, Vietnamveteranen wie
Ron Kovic, dessen Leben unter dem Titel "Geboren am 4. Juli" mit Tom Cruise
verfilmt wurde, und viele "ganz normale Amerikaner".
Polly Robison, eine Kunsthistorikerin aus Washington, erklärte, sie sei seit ihrer
Kindheit, als sie mit ihren Eltern auf einer Vietnamkriegsdemonstration war, nicht
mehr auf die Straße gegangen. Doch diesmal sei sie mit ihrer vierjährigen Tochter
demonstrieren gegangen, um ein Zeichen zu setzen.
Die 76-jährige Jüdin Eva Cutler aus Miami, die als Kind den Einmarsch der Deutschen in Budapest erlebt hatte, sieht
keine Berechtigung für einen Krieg. Als der Irak Kuwait angegriffen hatte, da habe es einen Grund für einen Krieg
gegeben, jetzt nicht, erklärte sie im Fernsehen.
Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, bezeichnete die Demonstranten als eine lautstarke Minderheit. Die
meisten Amerikaner unterstützten den Kurs des Präsidenten, gingen nur nicht auf die Straße, erklärte Fleischer.
Fleischers Behauptung wird allerdings durch jüngste Umfragen widerlegt. Sie zeigen, dass die amerikanische
Öffentlichkeit in der Frage eines militärischen Vorgehens gegen den Irak klar gespalten ist. Bei der Umfrage im
Auftrag des Nachrichtensenders CNN erklärten 49 Prozent der Befragten, Bush handle in der Irak-Krise richtig. 44
Prozent hielten sein Vorgehen dagegen für falsch.
In der Zeitung "USA Today" erklärten politische Beobachter, die Umfrage zeige, dass Bush nicht überstürzt handeln
dürfe, wenn er die Zustimmung der amerikanischen Bevölkerung haben wolle. Eine Gallup- Umfrage zeigt zugleich,
dass es für die Regierung von Präsident Bush zunehmend schwierig wird, einen Krieg gegen den Irak zu rechtfertigen,
solange die Inspekteure keine Massenvernichtungswaffen finden. Nur 23 Prozent der Befragten befürworteten einen
Krieg auf Grund der bisher vorliegenden Beweise.
Gerade diese ablehnende Haltung in der Bevölkerung wollten auch die Friedensdemonstranten zeigen. Brian Becker,
ein Sprecher der Organisatoren, erklärte, die Demonstranten wollten den Mythos eines Konsenses in der
amerikanischen Öffentlichkeit widerlegen.
Den Mythos zerstörte vor wenigen Tagen auch eine Gruppe von republikanisch gesinnten Geschäftsleuten. In einer
ganzseitigen Anzeige im "Wall Street Journal" unter dem Titel "Eine republikanische Meinungsabweichung zum Irak"
erklärten Bushs Parteifreunde: "Die Welt will, dass Saddam Hussein entwaffnet wird, aber Sie müssen einen
besseren Weg finden." Der offene Brief schließt mit den Worten: "Mr. Präsident, Ihr Krieg gegen den Irak besteht die
Prüfung nicht."
38 Stadtparlamente haben sich in den USA in Resolutionen gegen einen möglichen Irak-Krieg ausgesprochen, darunter
die Räte von Philadelphia, Chicago, San Francisco und Detroit. In Kirchen und Gewerkschaften wächst der Widerstand.
An zahlreichen Universitäten gibt es regelmäßig
Protestaktionen, vor allem aber im Internet vernetzen sich die
Kriegsgegner. Etwa 55 000 US-Bürger haben online einen
"Friedensschwur" unterzeichnet. Die Internet-Organisation
MoveOn.org brachte 400 000 Dollar zusammen, um im
Fernsehen Anti-Kriegs-Spots zu schalten.
Was der US-Friedensbewegung freilich weiter fehlt, ist eine
politische Lobby. Der Kongress hatte Präsident Bush schon
Anfang Oktober mit großer Mehrheit die Kriegsvollmacht erteilt;
auch die oppositionellen Demokraten votierten mehrheitlich für
die Ermächtigung. Mit Ausnahme des politischen Ruheständlers
Al Gore und der neuen Fraktionschefin im Repräsentantenhaus,
Nancy Pelosi, kritisierte kaum ein prominenter
Oppositionspolitiker den Irak-Kurs der Regierung. Außer den
schwarzen Bürgerrechtlern Jesse Jackson und Al Sharpton
wollte am Samstag kein Demokrat zu den Demonstranten in
Washington sprechen. "Das sind alles Feiglinge", sagt
die Friedensaktivistin Judith Fetterley empört, "von da haben
wir nichts zu erwarten."
So mag die US-Friedensbewegung sich diesen Namen
inzwischen verdienen und auch lauter zu Wort melden. Dass
sie aber die Regierung ernsthaft unter Druck setzen könnte,
glaubt selbst unter den Aktivisten kaum jemand. "Wenigstens
können wir der Welt zeigen, dass nicht alle Amerikaner diesen
Krieg wollen", erklärt Fetterley. Die 64-Jährige
aus Albany im Bundesstaat New York hatte im Herbst die
Gruppe "Frauen gegen Krieg" gegründet. "Das hat mit zwanzig
Frauen im Wohnzimmer angefangen", erzählt sie, "nach zwei
Monaten waren wir 500. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele
Menschen die Kriegspolitik der Regierung ablehnen." Vielleicht, so ihre
Hoffnung, baue sich dann im Ausland größerer Widerstand auf.
Das wiederum könne womöglich die Menschen in den USA
nachdenklicher machen. (Quellen: dpa, fr)
"Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, wäre, dass Europa als Gesamtheit sagt: Nein, wir wollen diesen Weg nicht
gehen. Wir wollen die militärischen Ziele der USA nicht unterstützen. Wenn dieser riesige Markt Europa Nein sagt, dann hat das
eine Wirkung. Sie müssen sagen: Wir übernehmen diese Kosten nicht. "
Gretchen Dutschke
"Tages-Anzeiger" aus Zürich.
"Die Bewegung gegen den von den USA
geplanten Irak-Krieg hat noch nicht den Umfang der Proteste gegen den Vietnam-Krieg in den
sechziger und siebziger Jahren. Aber sie sind in einer Phase, in der die USA noch keinen Schuss
auf den Feind abgegeben haben, weit stärker als damals. Mit Hilfe des Internet als neuem
Informationswerkzeug der Demokratie ackern die Aktivisten, um rechtzeitig einen so kräftigen
Protest zu erzeugen, dass Präsident Bush von einem massiven Militärschlag gegen Irak abgeschreckt
wird. Umgekehrt steckt der Präsident jetzt auch in einem Wettlauf mit der Zeit, ehe der irakische Wüstensand
zu heiß geworden ist und der Widerstand gegen den Krieg nicht mehr handhabbare Dimensionen
angenommen hat."
Dänische Tageszeitung "Information".
Erneut Demonstrationen gegen Irak-Krieg in USA und Großbritannien.
Mo.20.01.03 - In den USA und Großbritannien, den Hauptbefürwortern eines Kriegs gegen
Irak, sind am Sonntag die Friedenskundgebungen fortgesetzt worden. In
Washington nahmen mehrere hundert Demonstranten an einer Protestkundgebung
in der Nähe des Weißen Hauses teil. Dabei wurden nach Angaben der Polizei 16
Demonstranten bei dem Versuch festgenommen, in der Nähe des
Präsidentensitzes über eine Absperrung zu klettern. Am Vortag hatten
Hunderttausende in Washington und San Francisco gegen die Irak-Politik von
US-Präsident George W. Bush demonstriert.
Für die kommenden Wochen hat das Bündnis
International ANSWER [http://www.internationalanswer.org/]
weitere Demonstrationen in den USA angekündigt: Am heutigen Montag,
dem US-amerikanischen Feiertag zu Ehren Martin Luther Kings,
hat die Organisation Black Voices for Peace (Schwarze
Stimmen für den Frieden) zu einer Kundgebung in Washington
aufgerufen. In der Woche vom 13. bis zum 21. Februar sollen
die Proteste landesweit einen neuen Höhepunkt erreichen.
International ANSWER ist wenige Tage
nach dem 11.September 2001 als Antwort auf die Kriegspolitik
und den verschärften Rassismus der US-Regierung entstanden.
(Quellen: afp, dpa, jw) Mehr unter:
Chirac warnt USA vor Alleingang gegen Irak.
Mo.20.01.03 - Der französische Präsident Jacques Chirac hat die USA vor
einem militärischen Alleingang gegen Irak gewarnt. "Eine Militärintervention
ist nur dann rechtmäßig, wenn sie auf einem Beschluss des UN-Sicherheitsrats
basiert", sagte Chirac in einem Interview der französischen Tageszeitung
"Le Figaro". Eine solche Entscheidung könne jedoch nur auf der Grundlage des
Berichts der UN-Waffeninspekteure getroffen werden.
Zwar zweifle auch er an der Kooperationsbereitschaft Bagdads mit den
UN-Kontrolleuren, sagte Chirac weiter. Doch komme ein Urteil über ihre Mission
allein den Inspekteuren zu, "und nicht irgendeinem Land".
Wörtlich sagte der französische Präsident weiter: "Sollten die USA entscheiden,
allein zu intervenieren, dann sähen wir uns gezwungen festzustellen, dass dies
außerhalb der internationalen Gemeinschaft geschehen würde".
Chirac bekräftigte erneut, dass ein Krieg nicht unvermeidbar sei. Er sei sich
sicher, dass US-Präsident George W. Bush bei seinen Entscheidungen alle
Konsequenzen eines derartigen Schritts mit in Betracht ziehen werde. Ähnlich
äußerte sich Chirac auch in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt". Dabei
betonte er, dass er sich in der Irak-Politik eng mit der Bundesregierung abstimmen
werde. (Quelle: afp)
Waffenkontrolleure bescheinigen Irak Willen zu Zusammenarbeit.
Mo.20.01.03 - Lobende Worte für die irakische Führung: Der Direktor der
Atomenergiebehörde, Mohammed el Baradei, sieht nach seinem Treffen mit
Regierungsbeamten Fortschritte. Er sagte nach den Gesprächen in Bagdad, er
sehe einen Willen, Fragen zu beantworten und besser mit den Waffenexperten UN
zusammenzuarbeiten. Chefinspekteur Hans Blix sagte auf CNN, die Iraker hätten
den Fund von vier weiteren Sprengköpfen gemeldet.
Nach irakischen Informationen seien sie vergleichbar mit den
Chemiewaffen-Sprengköpfen, die die UN-Kontrolleure vergangenen Donnerstag in
einem Munitionsdepot entdeckt hatten, sagte Blix am Sonntag vor Journalisten in
Bagdad. Nach Angaben eines UN-Vertreters sollen die Waffenkontrolleure am
Montag weitere Details zu dem Fund erhalten. Washington hatte die Entdeckung
der Sprengköpfe in der vergangenen Woche als "besorgniserregend und ernst"
eingestuft, Blix hatte deren Bedeutung dagegen heruntergespielt. Laut Bagdad
handelte es sich dabei um vergessene Sprengköpfe aus den 80er Jahren.
US-Kampfjets haben inzwischen acht militärische Kommunikationseinrichtungen im
Südirak bombardiert. (Quellen: afp, dpa)
USA in Beweisnöten - Was tun ohne «rauchenden Colt»?
Mo.20.01.03 - Die Untersuchung der im Irak entdeckten leeren chemischen Sprengköpfe dauert zwar
noch an. Aber Experten sind sich schon jetzt darin einig, dass es sich bei dem Fund nicht um jene "rauchenden
Waffen", jene klaren Beweise handelt, die den USA die Überzeugungsarbeit bei den Vereinten Nationen und
anderen internationalen Zweiflern erleichtern würde.
Das spiegelt sich auch in der weltweit insgesamt zurückhaltenden Reaktion auf die
Entdeckung der Sprengköpfe wider. Nur die USA waren es, die zu stärkeren Worten
wie "beunruhigend und ernst" griffen - nach Meinung vom Kritikern ein Zeichen
dafür, dass Washington angesichts wachsender Beweisnöte bereit ist, nach jedem
Strohhalm zu greifen.
Tatsächlich scheinen die USA zunehmend eine Strategie zu verfolgen, die als
"Reserve" für den Fall entwickelt wurde, dass bei den UN-Inspektionen keine
verbotenen Waffen entdeckt werden. Diese Strategie lässt sich, wie es die "Los
Angeles Times" formulierte, mit drei Worten beschreiben: "Nichts ist etwas."
Gemeint ist damit: Sollten die Inspekteure weiterhin keine schlagenden Beweise für
geheime Waffenprogramme finden, wollen die USA die Vereinten Nationen und die
Weltöffentlichkeit davon überzeugen, dass nicht nur spektakuläre Funde einen Krieg
rechtfertigen, sondern auch das, was Saddam Hussein nach US-Überzeugung in
seiner Waffenliste nicht erwähnt hat.
Vor diesem Hintergrund argumentierte die US-Regierung nach dem
Sprengkopf-Fund auch nicht, nunmehr sei die Existenz chemischer Waffen vor aller Welt bewiesen. Stattdessen
verlegte sich die US- Regierung auf das Argument, Saddam habe die Sprengköpfe nicht in seinem Dossier erwähnt
und sei damit der in der UN-Resolution verlangten Pflicht zu uneingeschränkter Kooperation nicht nachgekommen.
"Die Chancen, dass die UN etwas Spektakuläres finden, sind gering. Die Aussichten, dass die Iraker uns freiwillig
alles sagen, ebenso. Daher ist es sehr gut möglich, dass Präsident Bush nach drei oder vier Monaten ohne wirklichen
Fortschritt sagen wird: Das war's. Wir sind nicht zufrieden», zitierte die "Los Angeles Times" einen hohen
US-Regierungsbeamten.
Verteidigungsminister Donald Rumsfeld selbst bekräftigte unlängst vor Journalisten, die UN-Inspekteure hätten weder
die Pflicht noch die Kapazität, geheime Waffen zu entdecken. Es sei vielmehr so, dass Saddam beweisen müsse,
dass er abgerüstet habe. Aufgabe der Inspekteure sei lediglich, angebliche Beweise für eine Abrüstung zu verifizieren.
Auch Außenminister Colin Powell sagte der "Süddeutschen Zeitung" auf die Frage nach - immer wieder von
Washington zitierten - angeblichen Beweisen, er wisse nichts von einer "Geheimwaffe, die wir aus dem Asservat
ziehen könnten". Er äußerte aber die Überzeugung, dass Ende des Monats überzeugend bewiesen werden könne,
"dass der Irak nicht kooperiert". Powell wies auch darauf hin, dass es in Sachen Irak nicht um eine "legalistische
Beweisführung" gehe. Das heißt nach Ansicht von Experten im Klartext: Die USA geben sich selbst "Spielräume"
bei den Kriterien für irakische Verstöße gegen die UN-Resolution.
Droht Gegenwind aus den Reihen der UN und durch andere Kriegsgegner im Ausland, muss die Washingtoner
Regierung auch die Stimmung im eigenen Lande im Auge behalten, wenn sie ohne Vorweisen einer "smoking gun" in
den Krieg ziehen will. Nach einer jüngsten Umfrage sind zwar 76 Prozent der US-Bürger für einen Militärschlag, wenn
die Inspekteure Massenvernichtungswaffen finden. Werden solche nicht entdeckt, ist das Bild nach Angaben der
Meinungsforscher vom Pew Research Center anders. Danach akzeptieren 63 Prozent der Bevölkerung die
Washingtoner Argumentation nicht, dass Saddam die Abrüstung zu beweisen habe, um eine Militäraktion zu
vermeiden. (Quelle: dpa)
Powell schließt Verlängerung der UN-Waffeninspektionen nicht aus.
Mo.20.01.03 - US-Außenminister Colin Powell hat eine Verlängerung der
UN-Waffeninspektionen nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Im Fernsehen sagte
Powell, die USA wollten zunächst den Bericht der beiden Chefinspekteure Hans
Blix und Mohammed el Baradei am 27. Januar abwarten. Er warf dem Regime von
Saddam Hussein zugleich vor, die jüngste UN-Resolution zu missachten.
(Quelle: dpa)
US-Regierung rät Saddam Hussein zum Exil.
Mo.20.01.03 - Führende US-Regierungspolitiker haben am Sonntag dem irakischen
Staatschef Saddam Hussein zur Vermeidung eines Krieges gegen sein Land geraten, ins Exil zu
gehen. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte, er sei dafür, Saddam Hussein Straffreiheit
zuzusichern, wenn dies den Weg für seinen Gang ins Exil ebnen und damit einen Krieg
verhindern würde.
Er hoffe, dass der irakische Staatschef ein Leben außerhalb Iraks in Erwägung ziehe, sagte Rumsfeld dem
US-Fernsehsender ABC und sprach auch von der Möglichkeit
eines Sturzes. "Ich glaube, das Volk in seinem Land weiß, was für ein böses
Regime er führt, und sie beschließen möglicherweise, ihn rauszuwerfen", sagte
Rumsfeld.
In jüngster Zeit gab es wiederholt Spekulationen über Bemühungen verschiedener
Staaten, Saddam Hussein zu bewegen, mit seiner Familie ins Exil zu gehen. Auch
arabische Diplomaten berichteten hinter vorgehaltener Hand über solche
Bestrebungen. Eine Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht.
Auch US-Außenminister Colin Powell äußerte sich am Sonntag in einer Sendung
des Fernsehsenders CBS zu diesen Berichten. Über deren Wahrheitsgehalt könne
er nichts sagen, erklärte Powell. Doch ein Gang Saddam Husseins ins Exil wäre gleichbedeutend mit einem
Regimewechsel in Irak und damit eine Chance, einen Krieg zu vermeiden. Er würde Saddam Hussein raten, solchen
Botschaften, wenn er sie bekäme, genau zuzuhören, sagte Powell.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Präsident George W. Bushs Pressesprecher Ari Fleischer erklärt, ein Gang
Saddam Husseins ins Exil wäre zu begrüßen. Es habe jedoch den Anschein, dass der irakische Staatschef daran
nicht interessiert sei.
Irakische Führung dementiert Exil-Gerüchte.
Mo.20.01.03 - Die irakische Führung bemüht sich intensiv, die
Berichte über ein mögliches Exil für Präsident Saddam Hussein
zu entkräften. Informationsminister Mohammed Said el Sahhaf
erklärte am Sonntag in der sudanesischen Hauptstadt Khartum,
diese Gerüchte seien "lächerlich und vernachlässigenswert".
Friedensaktivisten als lebende Schutzschilde in Bagdad.
Mo.20.01.03 - Die US-Amerikaner stellen mit rund 20 Friedensaktivisten die zur
Zeit größte Gruppe. "Voices in the wilderness" - Stimmen in der
Wildnis - haben sie sich genannt, als sie vor acht Jahren ihre erste
Tour in den von Krieg und Embargo zerstörten Irak organisierten.
Seither sind sie hier in Bagdad, und ihre Mitglieder verpflichten
sich, mindestens einen Monat im Land auszuharren.
Ted Sexauer hat sein Rückflugticket offen gelassen. Für den
56-jährigen Vietnamkriegsveteran aus Kalifornien ist es die erste
Reise in den Nahen Osten und er freut sich, als ihn ein deutscher
Friedensaktivist fragt, ob er mit ihm durch den Basar laufe. Ted fühlt
sich noch ein wenig unsicher. "Die Leute schauen mich manchmal
mit Hass in den Augen an," glaubt er zu erkennen, "aber ich kann
sie verstehen."
Seit Ted als Hubschraubernotarzt im Vietnamkrieg das große
Sterben sah, fühlt er "Mitleid mit allen, die unter den Bomben zu
leiden haben, besonders unter den Bomben meines Landes." Ted
hat sich den "Friedensveteranen" in den USA angeschlossen, nun
will er den Irakern zeigen, dass nicht alle Amerikaner diesen Krieg
wollen. "Die meisten Leute in den USA haben ja gar keine Ahnung,
was Krieg wirklich bedeutet. Sie sitzen vor dem Fernsehen und
schauen sich Kriegsfilme an." (Quelle: taz) Mehr unter:
Die US-amerikanische Friedensgruppe "Voices in the wilderness"
ist die Organisatorin des "Irakischen Friedensteams" (Iraq Peace
Team). Seit Herbst 2002 halten sich ihre Aktivisten in Bagdad auf,
um eine "Eskalation des gegenwärtigen Kriegs gegen den Irak zu
verhindern". Ziel sei es sowohl die Bevölkerung als auch
lebenswichtige Einrichtungen zu schützen. Die Aktivisten
möchten auch bei einem Angriff der USA auf den Irak im Land
bleiben. Mehr unter:
Deutsche Bundesregierung startet diplomatische Offensive.
Mo.20.01.03 - Zur friedlichen Lösung des Irak-Konflikts startet die deutsche
Bundesregierung eine diplomatische Offensive. Kanzler Gerhard Schröder lehnte am
Wochenende erneut eine Beteiligung an einem Militärschlag ab und betonte das
Ziel, einen Krieg zu verhindern. Aussenminister Joschka Fischer flog am Sonntag
zum Weltsicherheitsrat nach New York und will danach auf einer Nahost-Reise
nach Wegen suchen, die Krise doch noch friedlich beizulegen.
"Wir werden uns an einer militärischen Aktion im Irak nicht beteiligen, und exakt so
wird auch unser Abstimmungsverhalten in allen internationalen Gremien, auch in
den Vereinten Nationen, sein", sagte Schröder am Samstag. Er bekräftigte er das
Ziel, die Entwaffnung Iraks ohne Militäreinsatz zu erreichen. "Das ist unsere Linie,
und davon wird es auch kein Abweichen geben", betonte auch Fischer. Im
ZDF-Magazin "Berlin Direkt" versicherte er, alles zu tun, um einen Krieg zu
verhindern, "auch wenn es schwer wird". Nun sei "eine Vielzahl diplomatischer
Aktivitäten" angesagt, um die UN-Teams zu unterstützen und gleichzeitig den
notwendigen Druck auf Bagdad auszuüben, "damit sie begreifen, was die Stunde
geschlagen hat".
Fischer nimmt am (morgigen) Montag in New York an einer Sondersitzung der
Aussenminister der Sicherheitsratsmitglieder teil. Dort will er auch UN-Generalsekretär Kofi Annan treffen. Danach
plant er eine Reise in den Nahen und Mittleren Osten, die ihn dem Vernehmen nach in vier arabisch-islamische
Länder führen soll. Bei seinen Konsultationen in Athen am Samstag hatten beide Seiten dafür plädiert, den
UN-Inspekteuren Unterstützung und Zeit für ihre Kontrolle zu geben. Der US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats,
bekundete derweil die Flexibilität seines Landes. Dem ZDF zufolge liess er erkennen, dass das Datum des
Inspekteursberichts am Montag in einer Woche nicht der letzte Tag der Entscheidung sein müsse.
Fischer sagte nach einem Treffen mit dem griechischen Außenminister und EU-Ratsvorsitzenden Giorgos Papandreou
am Samstag in Athen, Ziel sei die Entwaffnung des Iraks ohne Einsatz militärischer Gewalt. "Alles andere ist
Spekulation." Beide forderten, die UN-Waffeninspekteure müssten weiterhin unterstützt werden und Zeit für ihre
Kontrollen im Irak haben.
Im "Tagesspiegel am Sonntag" sagte Fischer, er könne nicht für eine militärische Aktion eintreten, "die ich nicht für
sinnvoll halte. Ich habe mich aber nicht zur Taube zurückverwandelt."
Das Auswärtige Amt (AA) bestätigte "Spiegel»-Informationen, dass der Chef der UN-Waffeninspekteure, Hans Blix,
die Bundesregierung Anfang Februar in Berlin über den Stand der Inspektionen informieren wird.
Dem Nachrichtenmagazin zufolge wird Deutschland bei einer möglichen Abstimmung im Sicherheitsrat definitiv nicht
mit Ja votieren. Der Spielraum für eine Zustimmung sei nicht mehr gegeben, schreibt der "Spiegel" unter Berufung auf
hohe Regierungskreise. Dagegen sagte ein Regierungssprecher: "Es gibt keine Festlegung."
(Quellen: ap, dpa)
Union will Bundestagsentscheidung bei Militärhilfen.
Mo.20.01.03 - Der Streit um deutsche Hilfestellungen für die USA im Falle eines
Irak-Krieges geht weiter. Die Union fordert, dass auch über den zum Einsatz der
ABC-Spürpanzer in Kuwait und zum Angebot deutscher Lazarettflugzeuge der
Bundestag entscheidet. Solche Einsätze seien eine Ausweitung des Auftrages,
sagte der Bundeswehr- Experte der Unionsfraktion, Christian Schmidt, der
"Rheinischen Post". Der Außenexperte Friedbert Pflüger sprach von einer
"stattlichen Anzahl" von Angeboten der Bundesregierung. (Quelle: dpa)
Homepage der Bundeswehr am Wochenende gehackt.
Mo.20.01.03 - Die offizielle Website der deutschen Bundeswehr, ist am Wochenende
kurzzeitig gehackt worden.
Die unter dem Pseudonym "Dr. Gonzo & Raoul Duke" auftretenden Aktivisten
ersetzten den Webauftritt der Militärs durch einen Friedensappell: "Make love,
not war" war zu lesen, bis das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung die
gesamte Site offline stellte.
Inzwischen ist die offizielle Seite wieder online. (Quelle: futurezone) Mehr unter:
Screenshot der "übernommenen" Website unter:
US-Geheimdienste stehen im Verdacht, systematisch zu foltern.
Mo.20.01.03 - Der Krieg gegen den Terror ist den USA offenbar den Bruch mit den
eigenen Gesetzen, universellen Grundwerten,
Völkerrechtskonventionen und Menschenrechtsbestimmungen wert.
US-Geheimdienste stehen im Verdacht, gefangene mutmaßliche
Terroristen systematisch zu foltern, um aus ihnen wertvolle
Informationen herauszupressen. Außerdem werden Häftlinge
Drittländern zum Verhör überstellt, die im Ruf stehen,
Foltermethoden anzuwenden. Mehr unter:
Obwohl international geächtet, ist die Definition von Folter
keineswegs so klar wie allgemein angenommen. Sie bewegt sich
in einem Graubereich. Mehr unter:
Nordkorea lehnt Vermittlung in Atomstreit ab.
Mo.20.01.03 - Nordkorea hat die internationalen diplomatischen
Bemühungen zur Beilegung der Atomkrise brüsk zurückgewiesen. Die
Regierung in Pjöngjang lehne internationale Vermittlungen ab und fordere
die USA zu direkten Verhandlungen auf, teilte Vize-Außenminister
Kang Sok Ju mit. Präsident Kim Jong Il betonte, sein Volk
werde "der Isolationspolitik der Imperialisten" trotzen. Russland legte Pjöngjang
dennoch seinen Vermittlungsvorschlag vor. Nach den Worten des designierten
südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun sollen die USA im Dezember einen
Angriff auf Nordkorea erwogen haben.
Bei einem Bankett zu Ehren des russischen Vize-Außenministers Alexander
Losjukow, sagte Kang, Nordkorea und die USA müssten sich an einen Tisch
setzen. Eine "Internationalisierung" der Angelegenheit würde eine Einigung nur
"komplizierter und hoffnungsloser" machen. Auch die Vereinten Nationen sollten
sich nicht in die Krise einmischen.
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld betonte in einem Fernsehinterview, die USA hielten sich in dem Konflikt
alle Optionen offen. Er bekräftigte aber die Erklärung von Präsident George W. Bush, dass die USA keinerlei Pläne
hätten, das stalinistisch regierte Land zu besetzen. Einen Angriff Nordkoreas würden die USA natürlich nicht
unbeantwortet lassen, versicherte Rumsfeld auf eine entsprechende Nachfrage. (Quelle: afp)
Wirbel um Äußerungen über US-Angriffspläne auf Nordkorea.
Mo.20.01.03 - Im Streit um Nordkoreas umstrittenes
Atomprogramm haben Äußerungen des designierten
südkoreanischen Präsident Roh Moo Hyun für neuen Zündstoff
gesorgt. In einem Fernsehinterview sagte Roh am Samstagabend:
"Als ich gewählt wurde, (...) war unter Mitarbeitern in
verantwortungsvoller Position in der US-Regierung die Rede von
einem möglichen Angriff auf Nordkorea. Ich war der Ansicht, dies
müsse um jeden Preis verhindert werden." Schließlich hätten die
USA sich aber für eine friedliche Lösung entschieden. Auch
südkoreanische Medien zitierten Roh in dieser Weise. Ein Sprecher
Rohs spielte die Äußerung jedoch am Sonntag herunter.
Roh, der am 25. Februar sein Amt antritt, will die Annäherungspolitik seines Vorgängers Kim Dae Jung gegenüber
Pjöngjang fortsetzen. Im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm setzt er auf eine diplomatische Lösung.
Der amerikanische Sender CNN berichtete unter Berufung auf US-Militär- und
Geheimdienstkreise, innerhalb der US-Regierung habe es im Zusammenhang mit
der Nordkorea-Krise "vorsichtige Planungen" zu möglichen militärischen Optionen
gegeben. (Quellen: dpa)
Israel: Scharon nimmt Friedensplan des Nahost-Quartetts nicht ernst.
Mo.20.01.03 - Gut eine Woche vor der Parlamentswahl in Israel hat der
israelische Ministerpräsident Ariel Scharon dem so genannten
Nahost-Quartett die Legitimation abgesprochen. "Oh, das
Quartett, das ist nichts!", sagte Scharon dem US-Magazin
"Newsweek": "Nehmen Sie das nicht ernst." Es gebe einen
anderen Plan für die Beilegung des Nahost-Konflikts. Scharon
bezog sich dabei auf die Vorschläge des Quartetts mit Vertretern
der UNO, der USA, der EU und Russlands, die unter anderem die
Errichtung eines palästinensischen Staates bis 2005 und ein Ende der israelischen
Besetzung vorsehen.
Die EU hatte ursprünglich darauf gedrängt, den Plan im vergangenen Dezember
endgültig zu verabschieden. Die USA weigerten sich aber auf Bitten der israelischen
Regierung, den Plan vor der israelischen Parlamentswahl am 28. Januar offiziell
anzunehmen.
Scharons Äußerung stieß bei den Palästinensern auf scharfe Kritik: Scharon habe
damit auch dem Friedensplan des Nahost-Quartetts eine Absage erteilt, sagte der
palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat am Sonntag. Er forderte die USA
und die internationale Gemeinschaft auf, gegen Scharon Stellung zu beziehen.
Scharon versicherte bei der wöchentlichen Kabinetts-Sitzung, Israel und die USA
lägen in Bezug auf das Nahost-Quartett "auf derselben Wellenlänge". Die israelische Regierung sperrt sich
insbesondere gegen die vom Quartett geforderte Beendigung der Besetzung der Palästinensergebiete. Zudem sollen
die USA und nicht das Quartett zuständig sein für die Kontrolle der Umsetzung des Friedensplans.
(Quelle: afp)
Man stelle sich vor: Israel unterzeichnet mit den Palästinensern und all seinen
Nachbarn einen Friedensvertrag, die Normalisierung der Verhältnisse wird
gegenseitig garantiert, der Konflikt ist beendet. Ist dann alles anders?
Dieses Szenario wurde einem Buch vorangestellt, das kürzlich in Israel erschienen ist -
"The Morning After: the Era of Peace - Not Utopia" [. Die Verfasser, alles neue Namen,
junge Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen, zwischen 30 und 40 Jahre alt,
darunter viele Doktoranten, zeichnen ein eher pessimistisches Bild, eins, das zumindest
nicht die hochgesteckten Erwartungen erfüllt, die man sich in manchen Teilen der
israelischen Gemeinschaft von einem friedlichen Zusammenleben zwischen Israelis und
Palästinensern verspricht. Mehr unter:
Italiens Richter pochen auf ihre Unabhängigkeit.
Mo.20.01.03 - Wie schon vor Jahresfrist haben Italiens Richter,
Staatsanwälte und Untersuchungsrichter am Wochenende
die Zeremonien zur feierlichen Eröffnung des
Gerichtsjahres landesweit dazu benützt, ihren Protest
gegen den Umgang der Regierung Berlusconi mit der
Justiz zum Ausdruck zu bringen. Als Zeichen dafür, dass
sie die Unabhängigkeit der dritten Gewalt als
unantastbares Gut betrachten, damit die Justiz ihren
Auftrag im Dienst der Gemeinschaft erfüllen kann, trugen
viele der Beamten während der Feiern ein Exemplar der
italienischen Verfassung mit sich. (Quelle: nzz) Mehr unter:
Deutschland: Heftige Kritik an geplanter Lockerung des Kündigungsschutzes.
Mo.20.01.03 - Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement stößt mit dem Vorstoß
für eine Lockerung des Kündigungsschutzes nun auch im Kabinett auf heftige Kritik.
Familienministerin Renate Schmidt griff in der "Berliner Zeitung" ihren
Kabinettskollegen scharf an. Sie sei strikt gegen einen weiteren Abbau von
Arbeitnehmerrechten. "Wir sollten mit dieser Gespensterdebatte aufhören", sagte
Schmidt. Nach ihrer Ansicht reichen die von Rot-Grün im Rahmen der Hartz-Reform
beschlossenen Maßnahmen aus.
Auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Klaus Wiesenhügel,
kritisierte die Pläne von Clement. "Ich gehe davon aus, dass die SPD noch
sozialdemokratisch genug ist, um die abstrusen Vorschläge von Wolfgang Clement
zu stoppen", sagte Wiesenhügel der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe).
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will sich am Dienstag mit den
Gewerkschaftsspitzen treffen. Dabei dürfte auch der Kündigungsschutz ein Thema
sein.
Clement will
den Kündigungsschutz für Kleintriebe mit mehr als fünf Mitarbeitern wieder lockern.
Derzeit gilt der Schutz für Unternehmen ab sechs Beschäftigten. Clements
Vorschlag zufolge soll die Grenze nicht auf eine bestimmte Mitarbeiterzahl
angehoben werden. Wird ein Mitarbeiter zusätzlich zu bereits fünf Beschäftigten
eingestellt, gilt für eine Kraft das Kündigungsgesetz. Kommt ein weiterer
Angestellter hinzu, sollen die Regulierungen auf zwei Beschäftigte angewandt
werden. Dies könne beliebig fortgesetzt werden. (Quellen: dpa, rtr) Mehr unter:
"1998 haben SPD und Grüne die Aufweichung des Kündigungsschutzes ihrer
Vorgänger rückgängig gemacht. Im Wahlkampf 2002 tönte der Kanzler, ein 'Heuern und Feuern'
wie auf dem US-Arbeitsmarkt komme für ihn nicht in Frage. In den Koalitionsgesprächen legte
Rot-Grün fest, dass der Kündigungsschutz nicht angetastet werde. (...) Doch was gestern galt,
gilt für die Zukunft noch lange nicht. Wenigstens darauf können die Wähler von Rot-Grün sich verlassen".
Grüne kritisieren Reformpläne von Gesundheitsministerin Schmidt.
Mo.20.01.03 - Den Plan von Gesundheitsministerin Schmidt,
Unfälle aus der gesetzlichen Krankenversicherung
auszugliedern, stößt bei den Grünen auf Kritik. Die
Gesundheitsexpertin der Fraktion, Bender, sagte in
einem Zeitungsinterview wörtlich: Warum soll eine
Hausfrau, die von der Leiter fällt, schlechter gestellt
sein als ein Busfahrer mit Rückenproblemen?
Arbeitsunfälle sind über die Berufsgenossenschaften
abgedeckt, die Beiträge zahlen die Arbeitgeber. Am
Wochenende war bekannt geworden, dass die Kassen
Kosten für Unfälle im Straßenverkehr, beim Sport oder
im Haushalt nicht mehr übernehmen sollen - dafür
müsste dann eine private Zusatzversicherung
abgeschlossen werden. Das Gesundheitsministerium
sieht darin ein großes Sparpotential. (Quelle: br)
Kontroverse bei ATTAC
Mo.20.01.03 - Kontrovers ging es auf dem bundesweiten Ratschlag des
globalisierungskritischen Netzwerks ATTAC am Wochenende in
Göttingen zu. Vor allem über eine gemeinsam mit dem
Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und
Nicht-Regierungsorganisationen im November letzten Jahres
veröffentlichte Erklärung zur Globalisierung gab es unter den
mehr als 400 Teilnehmern zum Teil heftige Debatten. Die
Kritiker bemängelten, die neoliberale Globalisierung, das
GATS-Abkommen und Privatisierung würden darin nicht nur
grundsätzlich akzeptiert, sondern zum Teil sogar begrüßt.
(Quelle: jw) Mehr unter:
Nato-Sicherheitskonferenz in München:
Mo.20.01.03 - Im Vorfeld der diesjährigen Münchener
Sicherheitskonferenz [http://www.securityconference.de] vom 7. bis 9. Februar gibt es Krach zwischen dem
Veranstalter und dem Münchener Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).
Ude sagte der "Berliner Zeitung", er werde keinen städtischen Empfang für die
Teilnehmer der internationalen Konferenz der Außen- und
Verteidigungspolitiker ausrichten, wenn es sich dabei um ein "Treffen Krieg
führender Staaten zur Rechtfertigung eines Militärschlags" handeln sollte.
Als sehr eigenwillig bezeichnete Konferenzveranstalter Horst Teltschik
Udes Haltung.
Ob München den aus aller Welt angereisten Politikern und Militärs die
kalte Schulter zeigt, will Ude anhand der Teilnehmerliste feststellen.
Teltschik, früher Kanzlerberater und heute BMW-Vorstandsbeauftragter,
sagte, inzwischen hätten 40 Außen- und Verteidigungsminister, zudem der
Nato-Generalsekretär, EU-Außenminister Javier Solana und Vertreter aller
Bundestagsfraktionen ihre Teilnahme zugesagt, sagte Teltschik. Aus den
USA reise eine 50-köpfige Delegation nach München, es komme entweder
Außenminister Colin Powell, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld oder
Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. Bundeskanzler Gerhard Schröder
(SPD) wird nicht teilnehmen. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD)
habe zugesagt, Außenminister Joschka Fischer (Grüne) warte noch ab.
Ein Verbot von Gegendemonstrationen von Friedensaktivisten und
Globalisierungskritikern wie 2002 kann sich der Münchener OB nicht
vorstellen. Die Situation sei diesmal wesentlich anders, sagte der OB
unserer Zeitung. Der Einladerkreis sei größer und es werde beim Aufruf zur
Demonstration nicht mehr auf die Krawalle von Genua, sondern auf die
friedlichen Proteste von Florenz Bezug genommen.
Bei der Sicherheitskonferenz im Februar 2002 waren aufgrund des völligen
Versammlungsverbots in der Münchner Innenstadt rund 800
Menschen von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. (Quelle: blz)
Mit einem Antikriegskongreß und einer internationalen Großdemonstration
am 8. Februar, 12 Uhr soll gegen die "Internationale Konferenz für Sicherheitspolitik"
in München protestiert werden. Mehr Information unter:
Kirchen unterstützen Aktionen gegen Nato-Sicherheitskonferenz.
Münchner Oberbürgermeister Ude will gegen Krieg im Irak demonstrieren.
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