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k0302010
Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Do.30.01.03, 12:45 USA bestätigen Einsatz von Soldaten in Nord-Irak.
Do.30.01.03 - US-Soldaten sind bereits in den Kurdengebieten im nördlichen
Irak im Einsatz. Entsprechende Medienberichte bestätigte US-Generalstabschef
Richard Myers in Washington. Es handele sich um eine "wenig zahlreiche" Gruppe
von Soldaten. Genauere Angaben wollte er nicht machen. Nach Informationen
unabhängiger US-Experten bereiten derzeit Spezialtruppen der US-Armee und Agenten
des Geheimdienstes CIA mit der kurdischen Opposition eine mögliche Offensive gegen die
Truppen des irakischen Machthabers Saddam Hussein vor.
Das US-Verteidigungsministerium teilte
in seiner wöchentlichen Bekanntmachung die Einberufung weiterer 15.700
Reservisten mit. Viele von ihnen sollten in die Golf-Region entsandt werden.
Mit der neuerlichen Einberufung von Reservisten der US-Armee stieg die Zahl der seit den Anschlägen am 11.
September 2001 einberufenen Reservisten auf knapp 95.000. Viele von ihnen werden nach Angaben des
US-Verteidigungsministeriums gemeinsam mit mehr als 100.000 Berufssoldaten in die Golf-Region verlegt. Im
Golf-Krieg 1991 waren 106.000 Reservisten einberufen worden.
Auch Großbritannien, der engste Verbündete der USA, setzte seine militärischen Vorbereitungen fort. Ein Verband
von 15 Kriegsschiffen hielten vor Zypern ein Manöver ab, Soldaten trainierten die Seelandung von Truppen. Das Klima
und die zerklüftete Küste der Mittelmeerinsel eigneten sich gut als Vorbereitung für einen Einsatz in Irak, sagte ein
Armee-Sprecher. An dem Manöver nahm auch eine kleine Gruppe von Marineinfanteristen der US-Armee teil.
Großbritannien hat den USA im Kriegsfall den Einsatz von 35.000 Soldaten zugesagt. (Quellen: afp, rtr)
Türkei schickt militärische Ausrüstung an Grenze zu Irak.
Do.30.01.03 - Die Türkei hat einem Agenturbericht zufolge am
Mittwoch damit begonnen, militärisches Gerät und Versorgungsgüter an die Grenze
zum Nachbarland Irak zu schaffen.
Dies bedeute aber noch nicht, dass sich die Türkei an einem Krieg beteiligen würde,
sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Anatolien. "Dieser Transport von
Ausrüstung ist eine Vorsichtsmaßnahme und sollte nicht als Hinweis darauf
betrachtet werden, dass ein Militäreinsatz nahe bevorsteht oder dass die Türkei
daran teilnehmen wird", sagte der Sprecher.
Gleichwohl wird auch die widerstrebende Öffentlichkeit
immer mehr auf einen Krieg eingestimmt. Zeitungen berichteten, dass
der Plan für den Ausbau der türkischen Basen nach US-Wünschen
fertig sei.
Das Außenministerium möchte dabei offenbar ohne Entscheidung
des Parlaments handeln. "Diese Basen und Häfen sind
Nato-Einrichtungen, und ihre Renovierung kann im Nato-Rahmen
geschehen", zitierte die Turkish Daily News einen Vertreter des
Ministeriums. Sowohl die mit absoluter Mehrheit regierende AKP
wie die einzige Oppositionspartei CHP sind gegen eine türkische
Kriegsbeteiligung. Allein zum Ausbau der Landepisten für schwere
Transportmaschinen wie zur Installierung von Radar-Systemen in
Diyarbakir und Batman will Washington etwa tausend Mann
schicken. Am heutigen Freitag soll in Ankara der Nationale
Sicherheitsrat aus Politikern und Militärs tagen, von dem eine
Entscheidung darüber erwartet wird, ob US-Truppen über die
bereits von Amerika genutzte Basis Incirlik bei Adana in den
Nordirak vorstoßen dürfen.
Der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül hatte vor einigen Tagen erklärt, die
Türkei erwäge den Einsatz eigener Truppen in einem Irak-Krieg. Dies sei denkbar,
wenn sich die Gefahr eines Auseinanderbrechens Iraks abzeichne oder Massaker
an der turkmenischen Bevölkerung in dem Land verübt würden. Türkische Truppen
sind seit dem Golf-Krieg 1991 im Norden Iraks stationiert.
Schwach strahlendes Uran für Kriegsfall in Golfregion.
Do.30.01.03 - Das britische Verteidigungsministerium bestätigte, für den Fall eines Irak-Krieges
schwach strahlende Uran-Munition in die Golfregion gebracht zu haben. Der für die
Streitkräfte zuständige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Adam Ingram,
bestätigte im Londoner Unterhaus, dass das Material zum Waffenarsenal für einen
möglichen Irak-Krieg zähle.
Die Nutzung von schwach strahlendem Uran im Golfkrieg 1991 gilt als eine der
Ursachen für das "Golfkriegssyndrom": Tausende britische, kanadische,
französische und US-Soldaten hatten nach ihrem Einsatz gegen Irak über
Muskelschmerzen, chronische Müdigkeit, Schwindelgefühle,
Konzentrationsprobleme und Depressionen geklagt. Als Ursache wurden auch
Medikamente und Impfstoffe vermutet, die den Soldaten für den Fall eines irakischen
Angriffs mit biologischen oder chemischen Kampfstoffen verordnet wurden. (Quelle: afp)
US-Samenbanken bieten Soldaten vor Golfeinsatz Hilfe an.
Do.30.01.03 - Als Zeichen ihres Patriotismus bieten viele
US-Samenbanken Soldaten, die in die Golfregion verlegt werden, an, ihr Sperma
kostengünstig oder sogar kostenfrei für ein Jahr lang zu lagern.
Die kalifornische Cryobank, eine der landesweit größten Samenbanken, teilte am
Mittwoch mit, es hätten bereits in gerade zwei, drei Wochen über 40 Soldaten von
dem Angebot Gebrauch gemacht, um im Fall von Verletzungen bei einen
Kriegseinsatz Vorsorge zu treffen. Das Interesse sei unglaublich groß, berichtete
der leitende Arzt Cappy Rothman. Während des Golfkriegs 1991 sei es insgesamt
nur rund 15 bis 17 Soldaten gewesen. Und es gebe jetzt jede Menge Anfragen.
Auch andere Kilniken wie das New England Cryogenic Center oder die Fairfax
Cryobank in Virginia sprachen von einer verstärkten Nachfrage. Sorge bereite den
Soldaten offenbar der mögliche Kontakt mit chemischen oder biologischen
Kampfstoffen in Irak, hieß es. (Quelle: rtr)
USA unternehmen diplomatische US-Schlussoffensive zu Irak.
Do.30.01.03 - Die USA unternehmen eine diplomatische
Schlussoffensive, um international den Druck auf Irak zu dessen freiwilliger
Abrüstung zu erhöhen und einen Krieg doch noch zu vermeiden.
Breite Unterstützung erhielt US-Präsident George W. Bush am Donnerstag von
acht europäischen Staaten, die zur Geschlossenheit in der Irak-Frage mahnten
und entschieden Beseitigung von Iraks Massenvernichtungswaffen verlangten.
Bush wird am Freitag mit dem britischen Premierminister Tony Blair auf Camp
David zusammenkommen, um - wie in den Medien spekuliert wird - "Kriegsrat" zu
halten. Bush hat deutlich gemacht, dass er mit oder ohne Unterstützung der
Vereinten Nationen (UNO) die Abrüstung Iraks durchsetzen will. Die vertrauliche
Irak-Debatte im UNO-Sicherheitsrat am Mittwoch in New York führte nach Angaben
von Diplomaten zu keiner Verschiebung der bisherigen Positionen.
Beistand erhielt Bush von den Regierungschefs von Dänemark, Großbritannien,
Italien, Polen, Portugal, Spanien, Tschechien und Ungarn, die sich mit ihrer am
Donnerstag in mehreren europäischen und auch amerikanischen Tageszeitungen
veröffentlichten gemeinsamen Erklärung hinter die Irak-Politik der USA stellten.
"Unsere Stärke liegt in der Geschlossenheit", hieß es in der Erklärung. Die
transatlantischen Beziehungen dürften nicht Opfer des gegenwärtigen Regimes in
Irak werden, das ständig versuche, die Sicherheit in der Welt zu bedrohen. "Das
irakische Regime und dessen Massenvernichtungswaffen stellen eine eindeutige
Bedrohung der Sicherheit der Welt dar."
Offenbar mit Blick auf die gegensätzliche deutsche und französische Position
forderten die acht Regierungschefs zur Geschlossenheit in der Durchsetzung der
irakischen Abrüstung auf. "Wir senden eine klare, entschlossene und
unmissverständliche Botschaft, dass wir die von Saddam Husseins
Massenvernichtungswaffen für die Welt ausgehende Gefahr beseitigen würden."
Ziel sei die Sicherung des Weltfriedens. "Unsere Regierungen haben eine
gemeinsame Verantwortung, sich dieser Bedrohung zu stellen."
Die Initiative zu der Erklärung ging dem Vernehmen nach von Spaniens
Regierungschef Jose Maria Aznar aus. Blair wollte noch am Donnerstag mit Aznar bei einem
Zwischenstopp auf dem Weg in die USA konferieren. Spanien gehört derzeit dem Sicherheitsrat an. Bush will am
Donnerstag mit Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi zusammenkommen. Bush wird nach Angaben aus
US-Regierungskreisen auch mit dem saudiarabischen Außenminister Prinz Saud el Faisal konferieren.
Prinz Saud kommt aus Paris, wo er mit Präsident Jacques Chirac zusammengetroffen war. Saudi-Arabien bemüht
sich, einen Irak-Krieg zu verhindern. Das Königreich hat die Idee eines Sturzes von Iraks Präsident Saddam Hussein
ins Spiel gebracht. Es gelte eine Krise mit immensem Ausmaß in Irak zu verhindern, erklärte Prinz Saud nach seinen
Gesprächen in Paris.
US-Außenminister Colin Powell hatte am Mittwoch erklärt, die USA würden Saddam bei der Suche nach einem
Exilland helfen, wenn er bereit wäre, sein Land zu verlasen. "Wenn er sein Land verlassen und einige
Familienangehörige sowie andere Mitglieder der Führungselite mitnehmen würde, dann würden wir versuchen, einen
Platz zu finden, an den sie gehen können", sagte Powell zu Journalisten. "Das wäre sicherlich ein Weg, einen Krieg
zu vermeiden."
Über den Stand der Irak-Politik informierten Powell und US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Mittwoch in
nichtöffentlicher Sitzung Mitglieder des US-Kongresses. (Quelle: rtr)
EU-Parlamentarier protestieren gegen Kriegsvorbereitungen am Golf.
Do.30.01.03 - Etwa 100 Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben am
Mittwoch gegen einen möglichen Krieg in Irak protestiert. Zu Beginn einer Sitzung in
Brüssel hielten sie Transparente in die Höhe, auf denen "Kein Krieg" und "Kein
Krieg für Öl" zu lesen war. 32 überwiegend linke Parlamentarier kündigten an, am
Samstag mit einer Informationsreise nach Irak ihre Unterstützung für die
Bevölkerung demonstrieren zu wollen. Die unabhängige dänische Abgeordnete Ulla
Sandbäk sagte, statt mit Saddam Hussein wolle man vor allem mit internationalen
Hilfsorganisationen zusammentreffen.
EU-Aussenkommissar Chris Patten nahm Rumsfelds Kritik auf. Er spreche zu
den Abgeordneten als "ein stolzer Bürger des alten Europas", sagte der Brite in
seiner Rede im Parlament. Patten betonte unter dem Applaus der Abgeordneten,
sollte Irak mit Hilfe der Waffenkontrolleure entwaffnet werden, "wäre dies jeder
anderen Methode bei weitem vorzuziehen". Zugleich appellierte er an den irakischen
Staatschef Saddam Hussein, mit den Inspekteuren zusammenzuarbeiten. (Quelle: ap)
Schröder kritisiert späte Vorlage amerikanischer Beweise gegen Irak.
Do.30.01.03 - Auch nach der Ankündigung der US-Regierung, Beweise gegen den
Irak vorzulegen, bleibt Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei seiner
ablehnenden Haltung zu einem Kriegseinsatz. "Die deutsche Position ist
unverändert", sagte er am Mittwoch im ZDF- "heute journal" und ähnlich auch in
den ARD-"Tagesthemen".
Zugleich bedauerte er, dass die USA ihre Beweise nicht schon früher den UN-
Waffeninspekteuren vorgelegt haben. "Ich hätte mir gewünscht, wenn diese
Beweise, was immer das im einzelnen sein wird, vorher da waren, dass man sie
auch vorher den Inspektoren gegeben hätte, damit die die Frage überprüfen
können." (Quelle: dpa) Mehr unter:
Kerstin Müller kritisiert Irak-Politik der USA.
Do.30.01.03 - Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller
(Grüne), hat die Irak-Politik der USA als widersprüchlich
kritisiert. Angesichts der Bedrohungslage in der Region stelle
sich die Frage, weshalb die US-Regierung ausgerechnet gegen
Irak vorgehe "und warum gerade jetzt", sagte Müller der
"Rheinpfalz". Es gebe im Mittleren und Nahen Osten Länder,
die ganz offensichtlich und verbotenerweise über
Massenvernichtungswaffen verfügten. Trotzdem denke niemand
darüber nach, gegen diese Staaten Krieg zu führen. Dies sei
ein Widerspruch in der Politik der USA, betonte die Staatsministerin.
Müller warb dem Bericht zufolge bei der US-Regierung um Verständnis für die
ablehnende Haltung in Berlin. Deutschland wäre unmittelbar betroffen, wenn die
Region durch einen Krieg aus dem Gleichgewicht gerate, sagte sie: "Zwischen
Europa und dem Nahen und Mittleren Osten liegt eben kein großer Ozean." Die
USA hätten bis heute nicht darauf geantwortet, welche Folgen ein Angriff auf die
Stabilität der Region haben könne. "Diese Fragen haben wir immer wieder gestellt
und bekommen bis zum heutigen Tage keine Antwort", sagte Müller. (Quelle: afp)
Drehscheibe für Bushs Luftstreitkräfte ist die Rhein-Main-Airbase
Do.30.01.03 - Kommt es zu einem Golfkrieg II, werden
wieder gewaltige Schatten über diese Region huschen: Die
Rhein-Main-Airbase im Süden des internationalen Frankfurter
Flughafens. Wie schon 1991, im ersten Golfkrieg, fliegen dann C-17
Globemaster und C-5 Galaxy ein. Das sind die gigantischen
Transportmaschinen der US-Streitkräfte, die direkt aus den Staaten
für einen Zwischenstopp landen. Auf der Fliegerbasis werden sie
gewartet und oft auch umgeladen. (Quelle: taz) Mehr unter:
Rechtsgutachten für Bundestag: Berlin könnte US-Jets stoppen.
Do.30.01.03 - Die USA sind
nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des
Bundestags nicht berechtigt, im Fall eines Alleingangs
gegen den Irak ihre Militärbasen in Deutschland sowie den
deutschen Luftraum ohne ausdrückliche Genehmigung der
Bundesregierung zu nutzen. Laut einem Gutachten, das der
Berliner Zeitung vorliegt, verfügen die US-Streitkräfte nicht
über das Recht, "eigenständig präventive Angriffshandlungen
über das Territorium der Bundesrepublik zu führen". (Quelle: blz) Mehr unter:
Verbündete begrüßen Bush-Rede.
Do.30.01.03 - Die Rede von US-Präsident
George W. Bush zur Lage der Nation ist am Mittwoch von den
Verbündeten der USA weltweit begrüßt worden. Allerdings
wurden dabei verschiedene Aspekte seiner Äußerungen zum
Irak-Konflikt hervorgehoben. Während Großbritannien die
entschlossene Haltung des US-Präsidenten lobte, begrüßten
Deutschland, Frankreich und andere Länder die Ankündigung
neuer Konsultationen im Weltsicherheitsrat. (Quelle: dpa) Mehr unter:
Waffeninspekteure rücken Bushs Behauptungen gerade.
Do.30.01.03 - Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA),
Mohammed ElBaradei, ist am Mittwoch Behauptungen von US-Präsident George
W. Bush entgegengetreten. In seiner Rede zur Nation hatte Bush erklärt, Agenten
des irakischen Geheimdienstes hätten sich als Wissenschaftler ausgeben.
ElBaradei sagte am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP, er
würde sich jedoch auch nicht wundern, wenn jemand in sein Team eingeschleust
worden sei. Aber nicht unbedingt von den Irakern, fügte er hinzu.
ElBaradei widersprach auch Bushs Behauptung, die Inspektoren hätten Material für
ein Atomwaffenprogramm gefunden. In dem Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte er, die
gefundenen Aluminiumrohre seien für konventionelle Raketen bestimmt gewesen.
Sie hätten zwar auch zur Urananreicherung genutzt werden können, doch dies wäre
sehr teuer, zeitaufwendig und nachweisbar gewesen.
Zu den irakischen Wissenschaftlern sagte ElBaradei, dass den Inspektoren alle
Fachleute aus der Vergangenheit bekannt seien. Es wäre einfach gewesen, zu
erkennen, ob "einer ein Wissenschaftler ist oder nicht". Außerdem würden geheime
Informationen nur "drei bis maximal vier Personen" erfahren. (Quelle: ap)
Mehrheit im Sicherheitsrat für weitere Irak-Inspektionen.
Do.30.01.03 - Die Mehrheit der 15 Mitglieder des
Weltsicherheitsrates befürwortet die Fortsetzung der UN-Inspektionen im Irak. Auch
nach der Rede von US-Präsident George W. Bush, in der er den Druck auf das
Regime in Bagdad weiter erhöht hatte, suche die Mehrheit der Mitglieder nach einer
friedlichen Lösung, sagte der Ratspräsident, Frankreichs UN-Botschafter Jean-Marc
de la Sabliere, am Mittwoch in New York.
Mit einer Entscheidung des Weltsicherheitsrates über das weitere Vorgehen wird
erst nach dem Treffen der Außenminister der Mitgliedstaaten am 5. Februar gerechnet. Die Botschafter Russlands
und anderer Staaten erklärten, die USA müssten dabei dem Weltsicherheitsrat tatsächlich "unwiderlegbare Beweise"
dafür vorlegen, dass der Irak über verheimlichte Massenvernichtungswaffen verfügt. Bush hatte angekündigt, dass
Außenminister Colin Powell dem Sicherheitsrat am 5. Februar solche Beweise vorlegen werde.
US-Außenminister Powell bezeichnete die Kontroverse mit Deutschland in der Irak-Frage als "ernste
Meinungsverschiedenheit". "Deutschland ist ein Freund der Vereinigten Staaten", sagte Powell am Mittwochabend
dem ZDF. "Wie Sie wissen, war ich als Soldat selbst in Deutschland, habe da gelebt und freundliche Gefühle für die
Deutschen. Aber wir haben eine ernste Differenz in diesem Punkt." (Quelle: dpa)
Irak bittet UN um Kriegsverhinderung.
Do.30.01.03 - Der Irak hat am Mittwoch dringend an die Vereinten Nationen
appelliert, einen Angriff der USA zu verhindern. "Wir rufen die UN auf, sich der
Verantwortung zu stellen, den Irak zu schützen", sagte Bagdads UN-Botschafter
Mohammed el Douri in einer offiziellen Erklärung am Rande von Konsultationen des
Weltsicherheitsrates. Zugleich kündigte er an, dass der Irak aktiver mit den
Waffeninspekteuren zusammenarbeiten wolle.
"Wir strecken der internationalen Gemeinschaft unsere Hand entgegen und sagen,
dass wir einen Schritt weiter gehen und pro-aktiv mit den Inspekteuren
zusammenarbeiten werden, um zu beweisen, dass die Anschuldigungen nichts
weiter als Fälschungen sind", erklärte El Douri im Namen seiner Regierung. Bagdad
wolle erreichen, dass die "Sanktionen aufgehoben werden, die fast zwei Millionen
Iraker getötet haben".
Die USA wollten den Irak ohne Beweise für dessen angebliche Waffenprogramme
angreifen, sagte er unter Hinweis auf die Rede des US-Präsidenten George W.
Bush zur Lage der Nation. "Man kann uns beschuldigen, so viel man will, aber man
kann keinen einzigen Beweis vorlegen." Die USA seien "geblendet durch das Öl".
Der Irak werde seine Unabhängigkeit mit allen Kräften verteidigen. "Die
amerikanische Invasion in Vietnam war nicht erfolgreich und sie wird im Irak niemals
erfolgreich sein."
Der irakische Präsident Saddam Hussein hat bei einem Treffen mit Offizieren erstmals
erklärt, der US-Regierung gehe es bei ihren Kriegsdrohungen gegen Bagdad nicht um das irakische
Öl. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur INA am Mittwoch von einem der inzwischen fast täglich
stattfindenden Treffen des Präsidenten mit Offizieren und Parteifunktionären.
Saddam erklärte gegenüber den Militärführern nach Angaben der Agentur, die USA hätten über die normalen
Handelskanäle ohnehin Zugang zum irakischen Öl. "Es geht ihnen vielmehr darum, euren Willen zu brechen,
indem sie eure Symbole und eure Führung angreifen", fügte er hinzu.
(Quelle: dpa)
Saddam Hussein warnt USA erneut vor Angriff.
Do.30.01.03 - Der irakische Machthaber Saddam Hussein hat die USA erneut vor einem
Angriff auf sein Land gewarnt. Die irakische Bevölkerung sei zum Kampf
entschlossen und werde ihren "Feind" notfalls "mit Pistolen und Gewehren"
besiegen, sagte der Präsident am Mittwoch im irakischen Fernsehen: "Wir werden
ihm den Hals brechen." Der irakische Kulturminister Hamad Jussef Hammadi
verglich die Angriffsdrohungen von US-Präsident George W. Bush derweil mit "einer
alten zerkratzten Platte". In sämtlichen Reden wiederhole Bush "seit zwei Jahren",
dass die Zeit der irakischen Regierung abgelaufen sei, sagte Hammadi vor
Journalisten in Bagdad. Wenn der US-Präsident tatsächlich Beweise dafür habe,
dass Irak gegen die UN-Resolution 1441 zu seiner Entwaffnung verstoße, solle er
sie den Waffenkontrolleuren vorlegen. Im Falle eines US-Angriffs würde sich sein
Land wehren und den USA eine "sehr harte Lektion" erteilen, drohte der Minister.
(Quelle: afp)
Irak übernimmt Vorsitz der UN-Abrüstungskommission
Do.30.01.03 - Während der Sicherheitsrat noch über den Bericht der
Waffeninspekteure zur Zerstörung der irakischen Massenvernichtungswaffen berät,
bereitet sich die Regierung in Bagdad auf eine wichtige Aufgabe vor: den Vorsitz in
der UN-Abrüstungskommission [http://www.unog.ch/disarm/disconf.htm]. Die Leitung der Konferenz wechselt monatlich in
alphabetischer Reihenfolge. Derzeit führt Indien den Vorsitz, es folgen dann
Indonesien, Iran, Irak und Irland. Irak ist im Mai dran.
"Das ist schon ironisch", sagte der Sprecher des amerikanischen UN-Botschafters
John Negroponte, Richard Grenell. Und der republikanische Abgeordnete Vito
Fossella sagte, das sei ja so, als ob der Fuchs das Hühnerhaus bewachen solle.
Der Sprecher von UN-Generalsekretär Kofi Annan, Fred Eckhard, erklärte, es
handele sich lediglich um einen automatischen Wechsel. Jedes Jahr gebe es fünf
oder sechs Vorsitzende. Und es komme immer wieder vor, dass ein bestimmter
Buchstabe in einem bestimmten Lager Stirnrunzeln hervorrufe. Politische
Bedeutung habe das aber nicht. (Quelle: ap)
US-Unternehmen machen mit Irak-Konflikt Geschäfte.
Do.30.01.03 - Vinnell, Brown & Root (VBR), ein Joint-venture der beiden
US-amerikanischen Konzerne Vinnell mit Sitz in Fairfax im
US-Bundesstaat Virginia, und Kellogg, Brown & Root aus
Houston, Texas, verdient schon jetzt gut an den Wirren im
Norden des Irak. Noch mehr Geld wird fließen, sollte es zum
Krieg kommen. Das Unternehmen hat im Oktober 1988 die
Versorgung der unter anderem im türkischen Incirlik
stationierten US-Soldaten übernommen. Der letzte Vertrag
datiert vom 1. Juli 1999 und läuft im September aus. Nach
anfänglichen Schätzungen ist er 118 Millionen US-Dollar wert.
Zugute kommt dies Brown & Root, einem Ableger von
Halliburton, der Firma, die der US-amerikanische Vizepräsident
Dick Cheney leitete, bevor er von US-Präsident George W.
Bush auf seinen jetzigen Posten gehoben wurde. (Quelle: jw) Mehr unter:
Kriegsgegner in den USA rufen zu Protesten Mitte Februar auf.
Do.30.01.03 - Amerikanische Kriegsgegner haben nach der Rede von
US-Präsident George W. Bush für das Wochenende vom 15. und 16. Februar zu
weltweiten Protesten gegen einen möglichen Irak-Krieg aufgerufen. «Gemeinsam
können wir diesen Krieg verhindern», erklärte Leslie Cagan von der Gruppe Vereinigt
für Frieden und Gerechtigkeit. Zu den Kundgebungen in New York, San Francisco
und mehr als 30 weiteren Städten weltweit würden Millionen Menschen erwartet. Zu
den Rednern in New York sollten unter anderem der südafrikanische Erzbischof
Desmond Tutu und die Künstler Harry Belafonte, Mos Def und Danny Glover
gehören. In Werbespots im US-Fernsehen wollte der methodistische Bischof Melvin
Talbert seinen Glaubensbruder Bush davon überzeugen, dass ein Krieg gegen
Gottes Gebote verstösst. (Quelle: ap)
"Dieser fortwährende Kriegszustand folgt auf denjenigen, den man
den Kalten Krieg nannte. Das bedeutet außerdem, dass ein
und dieselbe westliche Welt sich im fortwährenden Zustand
eines inneren Krieges befindet, der seit dem offenen Konflikt im
Jahr 1914 nicht mehr der alte Krieg souveräner Staaten ist.
Seit ungefähr einem Jahrhundert ist die Epoche vorbei, in der
diese Welt den wechselseitigen Beziehungen der 'Mächte'
unterlag, die sie seit langem geordnet hatten. Es hat sich ein
verallgemeinertes inneres Chaos herausgebildet, das mit einer
Auflösung jeglichen Gleichgewichts einhergeht und zugleich mit
einer tendenziellen Auslöschung ihrer Differenz als Westen im
Rahmen des Prozesses ihrer eigenen Globalisierung.
Dies verbietet es, von einem "Krieg der Zivilisationen" zu
sprechen, als ob die westliche Zivilisation einer anderen,
arabisch-orientalischen, die Stirn böte. Der begonnene Prozess
ist ein Prozess im Inneren der westlichen Zivilisation. Sie selbst
zerreißt sich, nachdem sie in sich selbst eine Situation
hervorgerufen hat, die die Teile des alten Europas
destabilisiert. Sie produziert auf der einen Seite die
amerikanische Übermacht, auf der anderen das
schwerwiegende Identitätsdefizit Europas, und sie bringt
unübersehbar den Widerspruch ans Licht zwischen ihrem
Anspruch auf eine rational-moralische Universalität
(Wissenschaft und Demokratie) und der schreienden
Ungerechtigkeit der Situationen, die durch ihre eigene
Herrschaft geschaffen werden.
Allerdings haben die herrschenden Klassen oder Kasten der
früher kolonisierten Länder oft alles unternommen, um die
Kolonialrenten endgültig zu ihrem Vorteil zu verewigen;
zugleich haben sie die neuen Renten hinzugefügt (speziell die
aus dem Öl), die sich aus den technischen und ökonomischen
Veränderungen ergaben. Dies verschärft dadurch die
Phänomene der Ungerechtigkeit und der ökonomischen und
kulturellen Unterschiede, dass sich Oligarchien, Clans und
mafiöse Mächten entwickeln, die ihren eigenen Völkern
schaden, indem sie bei ihnen den Glauben an eine mutmaßliche
Autonomie aufrechterhalten, die tatsächlich nur den Autismus
dieser Potentaten verdeckt.
Dieses Phänomen selbst enthüllt aber die Unfähigkeit der
westlichen Zivilisation, anderes zu machen, als zum einen ihre
Herrschaft, zum anderen ihre Ideale oder ihre Normen und
dabei zum Dritten eine wachsende Unfähigkeit auszubreiten,
die eine mit den anderen dialektisch zu vermitteln. In Wahrheit
enthüllt diese Zivilisation ihre Unfähigkeit, sich als Zivilisation
auszubreiten. Sie breitet ihre eigene Implosion aus. "
Auszug aus Jean-Luc Nancy - "Krieg des Monotheismus",
FR-Dossier: Krieg gegen Irak?
Im Internet zahlreiche Informationen zum Irak-Konflikt.
Do.30.01.03 - Das Internet wird von einer kaum überschaubaren Zahl von
Informanten genutzt, um ihre Sichtweisen zum Irak-Konflikt darzustellen. Das
Weiße Haus ist ebenso vertreten wie das Außenministerium von Saddam Hussein.
"Warum wir wissen, dass der Irak lügt", kann der Surfer von Bush-Beraterin
Condoleezza Rice erfahren. Die Iraker warten unter anderem mit der Rubrik "Die
Kriegsverbrechen der USA" auf.
Eine UNMOVIC-Homepage informiert sachlich über die Waffeninspektionen im Irak.
Militärische Einzelheiten können unter anderem vom "Center for Defense
Information" (CDI) und der "GlobalSecurity.Org" abgerufen werden. Auch
Friedensinitiativen etwa aus Deutschland und den USA sind reichlich vertreten.
«Americans for Victory over Terrorism» machen sich dagegen für den Krieg stark.
Ein breites Angebot bieten Medien aus aller Welt. Auch alle großen deutschen
Sender und Zeitungen sind mit umfangreichen Dossiers dabei. (Quelle: dpa)
Ausführliche Linkliste unter:
Link-Auswahl zum Thema Irak-Konflikt:
Weißes Haus:
US-Außenministerium:
Irakisches Außenministeriums:
UNMOVIC:
Global Security:
CDI:
Deutsches Friedens-Portal:
Netzwerk Friedenskooperative:
Amerikanische Friedensbewegung:
Americans for Victory over Terrorism:
El Dschasira (englisch):
Arafat bietet Gespräche an - Wahlsieger Sharon lehnt ab.
Do.30.01.03 - Palästinenserführer Arafat hat dem israelischen
Ministerpräsidenten einen Tag nach dem
Wahlsieg von dessen Likud-Partei ein Treffen
angeboten.
"Wir bestehen darauf, sobald wie
möglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren", sagte
Arafat in einem Interview mit dem israelischen
Fernsehsender Channel Ten. Er sei bereit, die
Palästinenser zu einer generellen Waffenruhe aufzurufen,
sagte Arafat. «Vergessen Sie nicht, dass wir das mehr als
einmal erklärt haben.»
Ein Sprecher Sharons wies die Offerte umgehend zurück.
Für Israel sei Arafat "aus dem Spiel". "Was er sagt, zählt
nicht", sagte der Sprecher weiter. (Quelle: nzz)
Regierungschef Ariel Scharon hat wiederholt deutlich gemacht, Israel
werde mit den Palästinensern nicht verhandeln, solange diese ihre
Gewalt nicht einstellten. Zwar hat Scharon „prinzipiell" dem
Nahost-Friedensplan der USA zugestimmt, der spätestens 2005
einen endgültigen Palästinenserstaat vorsieht. Denn Scharon will die
enge Zusammenarbeit mit den USA, die Israel finanziell und mit
Waffentechnologie unterstützen, nicht gefährden.
Doch Scharon spricht sich gegen einen konkreten Zeitplan aus und
stellt der Palästinenserführung viele Bedingungen – auch um seine
Position im Likud nicht zu schwächen. Die Mehrheit der neuen
Fraktion besteht aus Anhängern von Benjamin Netanjahu, der eine
Zwangsexilierung Arafats und eine Zerstörung der
Autonomiebehörde propagiert. Scharon ist derzeit nicht bereit, mit
den Palästinensern zu verhandeln, da derartige Gespräche seiner
Ansicht nach als „Belohnung" der Intifada missinterpretiert würden.
Grundlagen für eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen sind
für Israel der völlige Gewaltstopp und die Ablösung Arafats. Er soll
durch eine Art Ministerpräsident ersetzt werden, der das Vertrauen
Israels und der USA besitzt. (Quelle: sz) Mehr unter:
Türkische Zyprer fordern Annahme des UN-Vorschlages.
Do.30.01.03 - Bei uns, so die übereinstimmende Feststellung
mehrerer Vertreter der nordzyprischen Opposition, ist ein
"revolutionärer Wandel" im Gange. Zum ersten Mal seit der
Gründung der "Republik Nordzypern" gehe die Mehrheit der
türkischen Zyprer auf die Straße, um für eine Lösung des
Zypern-Konflikts im Sinne des UN-Plans zu kämpfen. (Quelle: taz) Mehr unter:
Ankaras Militär stützt demonstrativ Rauf Denktasch.
Do.30.01.03 - Bis 28. Februar hat UN-Generalsekretär Kofi Annan Unterschriften
beider Seiten unter seinen Friedensplan verlangt. Der sieht die
Schaffung eines Gesamtstaates mit großer Autonomie für beide
Gesellschaften vor, die langsame Rückkehr von Flüchtlingen,
Gebietskorrekturen und die EU- Mitgliedschaft der Gesamtinsel.
Der Mehrheit der 180000 Bürger im notleidenden Norden erscheint
dies attraktiv. Aber Rauf Denktasch, der politische Führer der
Zypern-Türken, ließ sich auch von zwei Massendemonstrationen mit
etwa 55000 Teilnehmern bisher nicht zu einer Annahme des
Annan-Plans bewegen. Und darin wird der Präsident der allein von
Ankara anerkannten Republik Nordzypern nun ausdrücklich von den
türkischen Militärs bestärkt. (Quelle: sz) Mehr unter:
Montenegrinisches Parlament stimmt für Auflösung Jugoslawiens.
Do.30.01.03 - Nach dem serbischen hat am Mittwoch auch das montenegrinische
Parlament eine Verfassungsänderung zur Auflösung des bestehenden
Bundesstaates Jugoslawien und zur Bildung einer Union aus den fast
selbstständigen Staaten Serbien und Montenegro beschlossen. In der Abstimmung
im 75 Mitglieder zählenden Parlament sprachen sich 55 Abgeordnete für und sieben
gegen die Verfassungsänderung aus. Die übrigen Parlamentarier fehlten. Auch das
jugoslawische Bundesparlament muss den Schritt noch billigen.
Dem von der der Europäischen Union vermittelten Abkommen zufolge tritt eine lose
Union aus Serbien und Montenegro an die Stelle Jugoslawiens. Das nach
Unabhängigkeit strebende Montenegro hat dabei wie auch Serbien die Möglichkeit,
nach drei Jahren eine Volksabstimmung über die vollständige Auflösung der
Beziehungen zwischen beiden Staaten anzuberaumen.
Beide Länder haben zunächst einen Sitz bei den Vereinten Nationen und eine
minimale Bundesverwaltung für die gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik.
Währung, Zollsystem und Wirtschaftspolitik werden aber künftig in eigener Regie
betrieben. Belgrad bleibt Hauptstadt der neuen Union, einige gemeinsame
Institutionen werden aber ihren Sitz in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica
haben. Das neue Parlament soll 126 Abgeordnete haben - 91 aus Serbien und 35
aus Montenegro. (Quelle: ap)
Studie: Wasserknappheit gefährdet in 20 Jahren weltweit die Ernährung.
Do.30.01.03 - Das Washingtoner International Food Policy
Research Institute (IFPRI) warnt vor einer weltweiten Wasserkrise.
Nach einem gestern in Berlin vorgestellten Bericht werde aufgrund
des rasanten Bevölkerungswachstums der Wasserverbrauch in 20
Jahren um mindestens 50 Prozent gestiegen sein. "Dass führt
dazu, dass zu wenig Wasser für die landwirtschaftliche
Bewässerung zur Verfügung steht, was die
Nahrungsmittelproduktion gefährdet", so IFPRI-Chef Joachim von
Braun. Die Wissenschaftler hatten anhand von Simulationen
Szenarien entwickelt, nach denen bis 2025 durch Wasserknappheit
jährlich 350 Millionen Tonnen Nahrungsmittel vernichtet werden. (Quelle: taz) Mehr unter:
Die afghanische Umwelt ist weitgehend zerstört.
Do.30.01.03 - Verseuchtes Trinkwasser, giftige Abgase, abgeholzte Wälder: Die
Umwelt in Afghanistan ist nach 25 Jahren Krieg, Dürre und Hungersnot weitgehend
zerstört. Diese katastrophale Situation wertet ein am Mittwoch in Denver
vorgestellter Bericht der Vereinten Nationen als eines der größten Hindernisse für
die Erholung des Landes.
Im vergangenen Jahr untersuchten zwei Dutzend afghanische und westliche
Wissenschaftler im Auftrag des UN-Umweltprogramms (UNEP) 73 städtische und
ländliche Gebiete. Ihr Bericht gibt erstmals seit 1970 einen Überblick über die Lage
in einem der ärmsten Länder der Welt.
In Kabul und anderen Städten ist die Bevölkerung von Epidemien bedroht, weil nur
zehn Prozent der Einwohner sauberes Wasser trinken, wie es in dem Bericht heißt.
Im Trinkwasser fanden die Wissenschaftler eine hohe Konzentration von
Koli-Bakterien. In der Stadt Herat sind von 150 Trinkwasseranlagen nur 15 in
Betrieb. 60 Prozent des Wassers geht durch defekte Leitungen verloren.
Krankenhäuser deponieren ihren Müll - darunter menschliche Organe und Spritzen - in den Gassen. In
Industrieanlagen, ob Ölraffinerien, Ziegel- oder Batteriefabriken, gibt es keine Sicherheitsvorkehrungen. In einer
Schuhfabrik der Hauptstadt fanden die Wissenschaftler Kinder den giftigen Dämpfen schutzlos ausgeliefert - und das
bei Arbeitszeiten von zwölf Stunden täglich. Die Kinder schliefen bei den Maschinen oder in Verschlägen in der
Fabrik.
Auch auf dem Land ist die Lage katastrophal. In der Umgebung von Berg- und Wüstendörfern sind die Wälder
weitgehend abgeholzt, die Bewässerungssysteme sind in Folge sinkender Grundwasserspiegel ausgetrocknet, die
Böden verdorrt und mit Pestiziden verseucht. Die Landwirtschaft sei für Generationen beeinträchtigt, heißt es in dem
UNEP-Bericht.
Verschärft wird die Situation durch die Rückkehr der Flüchtlinge. Im vergangenen Jahr kamen zwei Millionen Afghanen
in ihre Heimat zurück, in diesem Jahr rechnen die UN-Experten mit 1,5 Millionen Heimkehrern aus Pakistan, Iran oder
anderen Nachbarländern.
Der afghanische Bewässerungs- und Umweltminister Jusuf Nurstani sagte, der UN-Bericht biete eine "Blaupause für
die Genesung des Landes". Allerdings seien dazu viel Hilfe und Investitionen aus dem Ausland erforderlich, weit mehr
als die zugesagten 4,5 Milliarden Dollar (4,16 Milliarden Euro). Der Bericht warne vor einer Zukunft ohne Wasser,
Wälder und saubere Luft, falls Umweltprobleme in der Wiederaufbauphase nicht angegangen würden, sagte Nurstani.
(Quelle: ap)
Link zum Thema:
Demoverbot während Sicherheitskonferenz 2002 war rechtswidrig.
Do.30.01.03 - Gut eine Woche vor der Sicherheitskonferenz in
München hat die Stadt im Streit über ein Demonstrationsverbot
beim letztjährigen Treffen eine Schlappe erlitten. Das Verbot der
damals von den Grünen angemeldeten Kundgebung mit dem
Thema "Für Meinungsfreiheit - gegen Demonstrationsverbote" sei
rechtswidrig gewesen, entschied gestern das Verwaltungsgericht
München. Bei der Versammlung habe es sich nicht um eine
Ersatzveranstaltung für eine verbotene Demonstration von
Konferenzgegnern gehandelt. Die Stadt München hatte im
vergangenen Jahr mit Hinweis auf eine erwartete große Zahl
gewaltbereiter Teilnehmer alle Demonstrationen gegen die
Sicherheitskonferenz verboten, darunter auch die Kundgebung der
Grünen. Die zeitliche und örtliche Nähe zu einer verbotenen
Veranstaltung genüge nicht, um die Grünen-Demonstration als eine
Ersatzveranstaltung zu werten, urteilte das Verwaltungsgericht.
Auch habe keine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen
Sicherheit vorgelegen, die ein Totalverbot rechtfertigte. (Quelle: taz/dpa)
Ministerium prüft schärfere Maßnahmen für Arbeitsmarktreform.
Do.30.01.03 - Im Rahmen ihrer Arbeitsmarktreformen erwägt die Bundesregierung weitere Leistungskürzungen für
Erwerbslose. Wie Bundeswirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) bei der Vorlage des
Jahreswirtschaftsberichts am Mittwoch in Berlin ankündigte, werde das Niveau der Arbeitslosenhilfe zukünftig nur noch "leicht
oberhalb der heutigen Sozialhilfe" liegen. Bislang hatte die Bundesregierung stets den Eindruck erweckt, dass durch die für
2004 geplante Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe niemand schlechter gestellt werden soll als zuvor.
Die Äußerung Clements dürfte bei den Gewerkschaften und in der SPD erheblichen Ärger auslösen. Dort wird eine Kürzung
der Arbeitslosenhilfe strikt abgelehnt, weshalb auch die Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes sich nicht auf
Empfehlungen für die konkrete Ausgestaltung der neuen Arbeitslosenunterstützung hatte einigen können.
Für Konflikte mit den Arbeitnehmervertretern dürfte auch die Ankündigung Clements sorgen, das "gesamte" deutsche
Arbeitsrecht überprüfen zu wollen. Die Frage von Journalisten, ob dazu auch die betriebliche Mitbestimmung gehöre, bejahte
der Wirtschaftsminister ausdrücklich. Wie beim Kündigungsschutz gehe es zwar nicht darum, die bestehenden Regelungen
(Quelle: blz) Mehr unter:
Stoiber zieht Konsequenzen aus Pisa-Studie:
Do.30.01.03 - Ministerpräsident Edmund Stoiber will an Bayerns Schulen
für mehr Disziplin und Erziehung sorgen. Künftig würden
notorische Störer vom Unterricht ausgeschlossen, kündigte
Stoiber gestern in seiner Regierungserklärung vor dem
Landtag an. Auch das System der Notengebung an den
Grundschulen will die Staatsregierung komplett reformieren.
In Zukunft werden bereits Erstklässler benotet, auch das
Sozialverhalten soll stärker in die Bewertung einfließen. Die
Opposition sowie der Bayerische Lehrer- und
Lehrerinnenverband (BLLV) lehnen die Pläne strikt ab. (Quelle: sz) Mehr unter:
Mehr zum Thema Pisa-Studie unter:
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