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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Do.06.02.03, 12:45 Nach Powells Irak-Bericht: UN-Sicherheitsrat weiter uneins.
Do.06.02.03 - Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben auch nach dem Plädoyer von
US-Außenminister Colin Powell für ein hartes Vorgehen gegen Bagdad auf ihren unterschiedlichen
Standpunkten beharrt. Die Inspektoren müssten mehr Zeit bekommen, forderten die Außenminister
der Vetomächte Frankreich, Russland und China nach der Sitzung. Krieg
sei nur der "letzte Ausweg", bekräftigte Frankreichs Premierminister Jean-Pierre
Raffarin. Der britische Außenminister Jack Straw unterstützte dagegen vorbehaltlos
die USA. Entscheidend werde die Reise von Chefinspektor Hans Blix am
Wochenende nach Bagdad, sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer.
Powell hatte im Sicherheitsrat scharfe Vorwürfe gegen Irak erhoben und die
internationale Gemeinschaft zum Handeln aufgerufen. Zur Untermauerung seiner
Anklage präsentierte er Geheimdienstmaterial wie Satelliten-Bilder von
mutmaßlichen Waffenfabriken und Tonbandaufnahmen. Irak habe seine "letzte
Chance" gehabt und sie nicht genutzt, sagte Powell.
Ein Krieg sei weiterhin "nicht unvermeidlich", sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan.
"Die Inspektoren werden sich am Ende der Woche nach Bagdad begeben und dort
die Botschaft der internationalen Gemeinschaft überbringen." Er hoffe, dass Irak
sich entsprechend verhalten werde. Blix und der Chef der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed el Baradei, sollen dem UN-Sicherheitsrat
am 14. Februar erneut Bericht erstatten.
Die französische Position sei auch nach Powells Rede unverändert, betonte
Raffarin. Frankreich wolle keinen Krieg. Massenvernichtungswaffen könnten auch
auf andere Weise zerstört werden. Neben Frankreich forderten auch die Vetomächte
Russland und China weitere Inspektionen.
Der in Irak für die Abrüstung zuständige Offizier Amer el Saadi bezeichnete die Anschuldigungen als "totalen Unsinn".
Powell habe vor der UNO eine "typisch amerikanische Show mit Spezialeffekten" abgegeben.
Vielen Behauptungen Powells liege allerdings "die bewusste Absicht zu Grunde, die
Glaubwürdigkeit und die Professionalität der Waffeninspekteure im Irak zu unterminieren".
Zu den angeblichen Telefonmitschnitten von irakischen Offizieren, die das Verbergen verbotener Materialien vor den
Inspekteuren beweisen sollen, erklärte El Saadi: "Jede drittklassige Geheimdiensteinrichtung hätte solche Aufnahmen
produzieren können."
Auch die Satellitenfotos von einem Munitionsdepot, von dem chemische Kampfstoffe vor den Inspektionen
abtransportiert worden sein sollen, beweisen nach El Saadis Worten nichts. El Saadi bekräftigte die Bereitschaft
Bagdads, der UN-Waffenkontrollmission im Irak (UNMOVIC) Erkundungsflüge mit U-2-Flugzeugen zu genehmigen.
Fischer wollte nicht näher auf Powells Ausführungen eingehen: "Das müssen jetzt die Experten sehr sorgfältig
prüfen." Fast allen Stellungnahmen der Länder im Sicherheitsrat sei zu entnehmen, dass die Resolution 1441 erfüllt
werden müsse. Ziel bleibe die Umsetzung "auf friedlichem Wege". Fischer hatte die Sitzung als amtierender
Ratsvorsitzender geleitet.
Der britische Außenminister Jack Straw blieb bei der vorbehaltlosen Unterstützung der US-Position. Der
Sicherheitsrat müsse zu seiner Verantwortung stehen. Die Ausführungen Powells nannte er "eindrucksvoll". "Wo ist
der Beweis, Colin?", titelte dagegen der "Daily Mirror".
Die rot-grüne Koalition sieht nach dem Auftritt des US-Außenministers im UN-Sicherheitsrat
keine eindeutigen Beweise gegen den Irak. SPD- Fraktionsvize Gernot Erler forderte
mehr Zeit für die UN-Inspektoren. Zudem sollte ihnen das gesamte von Powell
vorgestellte Material zur Verfügung gestellt werden. Indes setzt Außenminister
Joschka Fischer heute in Rom seine Friedensdiplomatie fort. In Brüssel tritt der
Nordatlantikrat zusammen - das höchste Gremium der NATO. (Quellen: afp, dpa)
Fakten, Fakten, Fakten! Oder Onkel Powells Märchenstunde als "full multimedia
blitz" für Ungläubige? US-Außenminister Colin Powell sprach [http://www.state.gov/secretary/rm/2003/17300.htm] jedenfalls von
"facts and conclusions based on solid intelligence", als er dem
UNO-Sicherheitsrat seine Beweise für irakische Massenvernichtungswaffen
vorlegte. Abgewiegelt hatte man bereits zuvor. Schon die sich über Monate
hinziehenden Ankündigungen, ohne der Öffentlichkeit ein Preview der
erdrückenden Beweise zu gewähren, verraten mehr, als man zugibt.
Schlagkräftige Beweise, um schlagkräftige Aktionen zu begründen, habe man
nicht oder doch, aber nicht so richtig eindeutige, hieß es windelweich im rhetorischen
Vorfeld von Colin Powells apokalyptischer Offenbarung.
Und dabei blieb es auch nach den ca. 75-minütigen Medienblitz.
Auszüge aus den von Powell vorgelegten Geheimdienst-Erkenntnissen über geheime
irakische Waffenprogramme:
Kanzler Schröder: Es bleibt beim Nein zum Krieg.
Do.06.02.03 - Unabhängig von der Rede des US-Außenministers Colin Powell will
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf jeden Fall an der Ablehnung eines
Irak-Kriegs festhalten. Dies kündigte Regierungssprecher Bela Anda am Mittwoch
bereits vor dem Auftritt Powells im UN-Sicherheitsrat in New York an, wo er
angebliche Beweise für Massenvernichtungsmaterial im Irak vorlegte.
Laut Anda ist für Schröder eine deutsche Beteiligung an einer Militäraktion
grundsätzlich nicht vorstellbar. Mit einer offiziellen Stellungnahme zu den von Powell
vorgelegten Informationen wollte sich die Bundesregierung offenbar Zeit lassen. Die
Hinweise vom Mittwoch sollten zunächst durch Experten geprüft werden, kündigte
Außenminister Joschka Fischer (Grüne) an, der die Sitzung in New York geleitet
hatte.
Laut Anda wollen sich Deutschland und Frankreich weiterhin eng über das Vorgehen im Sicherheitsrat abstimmen.
Schröder habe deswegen erneut mit Staatspräsident Jacques Chirac telefoniert. Frankreichs Premierminister
Jean-Pierre Raffarin und der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sprachen sich in München dafür aus,
die Waffeninspektionen im Irak auszuweiten und den Druck auf Saddam Hussein aufrecht zu erhalten.
Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine kritisierte Schröders kategorisches Nein zum Irak-Krieg. Er stimme
zwar dessen Richtung generell zu, sagte Lafontaine in der ARD-Sendung "Friedman". Schröder hätte jedoch die UN
und die EU stärker ins Spiel bringen sollen. Lafontaine sprach sich ferner für eine Ermordung Saddam Husseins unter
bestimmten Umständen aus. (Quelle: dpa)
Deutsche Opposition sieht Vorwürf gegen Irak bestätigt.
Do.06.02.03 - Führende Vertreter der Opposition in Deutschland sehen sich im
Irak-Konflikt durch die Rede von US-Außenminister Colin Powell vor dem
UNO-Sicherheitsrat bestätigt. Dagegen äußerten Politiker der Grünen am Mittwoch
die Auffassung, dass es keine Veranlassung gebe, vom bisherigen Kurs der UNO
abzugehen.
Die CDU-Außenpolitiker Wolfgang Schäuble und Volker Rühe erklärten, die
Äußerungen Powells, der Irak schwerwiegende Verstöße gegen zentrale
Abrüstungsauflagen der UNO vorgeworfen und indirekt einen Militärschlag angedroht
hatte, hätten sie überzeugt. "Der Bericht hat bewiesen, dass (der irakische
Präsident) Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitzt und weiter
entwickelt", sagte Schäuble in einem Reuters-Interview im bayerischen Wildbad
Kreuth. Der außenpolitische Sprecher der Grünen, Ludger Volmer, sagte dagegen,
er gebe keinen Grund, den bisherigen Kurs der UNO zu ändern. Es müsse weiter
Druck auf Irak ausgeübt werden, ohne es zum Krieg kommen zu lassen.
Die europäische Irak-Debatte müsse rationaler werden, sagte Schäuble. Es gebe
jetzt erst recht keine Zweifel mehr daran, dass Irak nicht - wie gefordert - alle Waffen
vernichtet habe und Saddam sich um Atomwaffen bemühe. Die Politik der Europäer
müsse jetzt endlich eine einheitliche Position auf Basis der transatlantischen
Freundschaft finden. Deutschland und Frankreich haben sich bislang gegen einen
Irak-Krieg ausgesprochen. Dagegen hatten acht andere europäische Staats- und
Regierungschefs in der vergangenen Woche in einer gemeinsamen Erklärung ihre
Solidarität mit den USA bekundet. Die USA haben betont, Iraks Abrüstung notfalls
ohne UNO-Mandat mit Gewalt durchsetzen zu wollen.
Rühe, der Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags ist, sagte dem Sender n-tv, Powell habe
schwer wiegende Beweise vorgelegt. Die Bundesregierung gerate mit ihrem Nein gegen einen möglichen Irak-Krieg
immer mehr in die Defensive. Die Regierung müsse ihre eigenen Erkenntnisse jetzt offen legen. Zwischen dem
Wissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) und den Äußerungen Powells gebe es keinen Widerspruch.
Auch FDP-Chef Guido Westerwelle und der Fraktionsvorsitzende der Liberalen, Wolfgang Gerhardt, sahen sich durch
Powells Äußerungen bestätigt. Powells Präsentation sei ebenso erdrückend wie bedrückend gewesen, erklärte
Westerwelle in Berlin.
Volmer sagte, er habe in Powells Rede nichts entdeckt, was auf unmittelbare Gefahr schließen lasse. "Es gibt keine
Legitimation für einen Militärschlag", sagte Volmer n-tv. Der Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann vom
pazifistischen Flügel der Grünen nannte die von Powell in New York vorgelegten Beweise "nicht neu und nicht
stichhaltig". "Das waren keine Beweise, das war eine Illustration der Behauptungen", die die USA seit dem 11.
September 2001 regelmäßig vorlegten, sagte Hermann den "Stuttgarter Nachrichten". (Quelle: rtr)
Die Welt ist einem Irak-Krieg einen Schritt näher gerückt.
Do.06.02.03 - Eine Kriegserklärung an den Irak blieb
aus, doch die amerikanische Multimedia-Schau im Saal
des Weltsicherheitsratesam Mittwoch ließ keinen Zweifel aufkommen:
Die USA sind fest entschlossen, Saddam Hussein schon
bald mit militärischer Gewalt zu stürzen - egal, ob die UN
dafür ein Mandat erteilen oder nicht. Die Vereinten
Nationen stehen am Scheideweg, genau wie
US-Präsident George W. Bush das vorausgesagt hatte:
"Entweder ihr seid mit uns oder ihr seid belanglos."
Angesichts der Entschlossenheit der Supermacht USA
macht sich in den UN-Korridoren Zynismus breit. "Man fragt sich nicht mehr, ob das nun überzeugende Beweise sind
oder nicht, sondern nur noch, wer mit auf den Kriegszug aufspringt", sagt ein hochrangiger westlicher UN- Diplomat.
"Und man hört auch, das ein Krieg mit UN-Mandat vielleicht besser wäre, als eine Weltorganisation, die
bedeutungslos neben der Weltmacht USA vor sich hin debattiert."
Der Bush-Regierung sei es mit ihrer massiven Kampagne gelungen, "eine Aura der Unvermeidbarkeit zu schaffen",
sagt der Politikwissenschaftler John J. Mearshheimer von der Universität Chicago. "Die Kriegsgegner könnten das
Handtuch werfen." Um das zu erreichen, wolle Powell in den nächsten Tagen "den diplomatischen Druck auf die
Mitglieder des Sicherheitsrates weiter erhöhen, damit sie die Beweise als ausreichend akzeptieren", schrieb die
"New York Times".
Schon bald dürfte der amerikanisch-britische Entwurf einer weiteren Irak-Resolution auf dem Tisch des
Sicherheitsrates liegen, mit der das grüne Licht zum Angriff erteilt werden soll. Während der militärische Aufmarsch
am Golf in seine letzte Phase geht, konzentrieren sich die politischen Bemühungen Washingtons und Londons vor
allem auf die drei anderen Veto-Mächte - Frankreich, Russland und China.
Nach Einschätzung von UN-Diplomaten sind die Chinesen im Stillen längst auf eine Stimmenthaltung eingestellt.
"Dass Frankreich als ständiges Mitglied des Rates sich am Ende tatsächlich durch ein Veto von den USA lossagt
und allein mit Deutschland in der Ecke steht, glaubt kaum jemand", sagt ein westeuropäischer Diplomat. De Villepin
deutete das bereits an, indem er sagte, Paris schließe Gewalt als letztes Mittel nicht aus.
Und in Moskau dürfte der diplomatische Coup nicht übersehen werden, der an diesem Mittwoch als Begleitmusik zu
den US-Bemühungen um eine neue Resolution abgespielt wird. Zehn Staaten Ost- und Südosteuropas kündigten
nach dem Beispiel von acht EU-Ländern und - Kandidaten eine Erklärung zur Unterstützung für die Bemühungen der
USA um die Entwaffnung des Iraks an. (Quelle: dpa)
USA mobilisieren weitere 17.000 Reservisten für Irak-Krieg.
Do.06.02.03 - Zur Vorbereitung eines Irak-Krieges haben die USA in dieser
Woche weitere 17.000 Reservisten einberufen. Das teilte das
US-Verteidigungsministerium am Mittwoch mit.
Damit erhöhte sich die Zahl der einberufenen US-Reservisten auf mehr als 111.000,
fast zehn Prozent aller Reservisten der US-Streitkräfte. Viele von ihnen sind nach
offiziellen Angaben bereits zusammen mit mehr als 100.000 regulären Soldaten
sowie Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen auf dem Weg in die Golf-Region um Irak.
US-Außenminister Colin Powell warf Irak am Mittwoch vor dem UNO-Sicherheitsrat
schwerwiegende Verstöße in zentralen Bereichen gegen die UNO-Auflagen vor und
deutete Konsequenzen an. Die USA haben Irak mit einem Angriff gedroht, falls das
Land die Abrüstungsforderungen der UNO nicht erfüllt.
Am Dienstag hatte das US-Verteidigungsministerium die Verlegung von
Tarnkappenbombern vom Typ F-117A "Nighthawk" mitgeteilt. Die Präzisionsbomber
sind mit Radaranlagen nur schwer auszumachen. Auch der Flugzeugträger "USS
Theodore Roosevelt" sei gemeinsam mit anderen Kriegsschiffen von Puerto Rico
aus in die Golf-Region ausgelaufen, teilte das Militär mit. (Quelle: rtr)
Rumsfeld: USA erwägen bei Irak-Krieg Einsatz nicht tödlicher Gase.
Do.06.02.03 - Die USA wollen bei einem möglichen Krieg gegen Irak auch nicht tödliche
Chemiewaffen einsetzen. Im Pentagon würden dazu entsprechende Anweisungen
für die Soldaten erarbeitet, sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am
Mittwoch (Ortszeit) vor dem Verteidigungsausschuss des Abgeordnetenhauses in
Washington. Internationale Verträge und Gesetze machten den Einsatz solcher
Kampfgase aber "sehr kompliziert", räumte Rumsfeld ein. Dabei sei Betäubungsgas
in bestimmten Situationen etwa zum Schutz der Leben von Zivilisten "absolut
angemessen", sagte der Verteidigungsminister. (Quelle: afp)
UN-Anleger besorgt über Irak-Entwicklung.
Do.06.02.03 - An der Wall Street notierten die Aktienkurse am Mittwoch zwischenzeitlich
im Plus, doch gegen Sitzungsende kam es zu einer Trendumkehr. Die wichtigsten Indices
gingen schwächer aus dem Handel.
Der Auftritt des US-Außenministers Colin Powell vor dem Sicherheitsrat in New York habe die
Märkte vorübergehend gestärkt, sagten Händler. Die Reden anderer Minister hätten
jedoch gezeigt, dass der Sicherheitsrat in der Irak-Frage noch immer gespalten sei, hieß es.
"Nichts ist schlimmer als Ungewissheiten", sagte James Lyons, der Chef für
Aktienanlage bei Oakwood Capital Management. "Die Verschleppung einer Aktion
gegen Irak sorgt für mehr Ungewissheit."
Der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte fiel um 28,11 Zähler oder 0,4 Prozent auf
7985,18 Punkte. Im Verlauf hatte der Index bis zu 140 Punkte höher notiert.
Der breiter angelegte Standard & Poor's 500-Index gab um 4,61 Zähler oder 0,5
Prozent auf 843,59 Punkte nach und der technologielastige NASDAQ -Index
verlor 4,65 Zähler oder 0,4 Prozent auf 1301,50 Punkte. (Quelle: dpa)
Rumsfeld stellt Deutschland auf eine Stufe mit Libyen und Kuba.
Do.06.02.03 - US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Deutschland
wegen dessen Haltung in der Irak-Frage auf eine Stufe mit Libyen und Kuba gestellt.
Diese Staaten würden weder einen US-Angriff auf Irak noch einen Wiederaufbau des
Landes nach einem Krieg unterstützen, sagte Rumsfeld am Mittwoch vor dem
US-Kongress.
Es gebe eine "nicht-unbedeutende" Zahl von Staaten, die den USA bereits
Unterstützung bei einem militärischen Vorgehen gegen Irak oder die Nutzung von
Militärstützpunkten und Überflugsrechte zugesagt hätten, fügte Rumsfeld hinzu.
Andere Länder hätten signalisiert, sie würden beim Wiederaufbau Iraks helfen, wenn
dort ein Machtwechsel stattgefunden habe. "Dann gibt es noch drei oder vier
Länder, die gesagt habe, sie würden gar nichts tun", sagte Rumsfeld. "Ich denke,
Libyen, Kuba und Deutschland sind diejenigen, die angedeutet haben, sie würden in
keiner Beziehung helfen."
Im vergangenen Monat hatte Rumsfeld Frankreichs und Deutschlands ablehnende
Haltung zu einen Militärschlag gegen Irak als Problem bezeichnet. Beide Länder
repräsentierten nicht das "neue Europa", sondern stünden für das "alte Europa".
Eine große Zahl europäischer Länder stehe in der Irak-Frage auf der Seite der USA. (Quelle: rtr)
Neue Vorwürfe von US-Botschafter Coats gegen Berlin.
Do.06.02.03 - Der amerikanische Botschafter in Berlin, Daniel Coats, hat
Deutschland wegen der Ablehnung eines Irak-Krieges erneut schwere Vorwürfe
gemacht. Die Bundesregierung habe gemeinsam mit Frankreich den
Abrüstungsdruck von Saddam Hussein genommen, sagte er der "Berliner Zeitung".
Das Nein aus Paris und Berlin habe die Wahrscheinlichkeit einer Militärintervention
im Irak erst erhöht. In den USA seien "ernste Zweifel" aufgekommen, ob
Deutschland noch ein verlässlicher Partner sei, so Coats. (Quelle: dpa)
Osteuropäer erklären sich mit Washington solidarisch.
Do.06.02.03 - Die USA erhalten im Ringen um
eine internationale Zustimmung für ihre Irak-Politik wachsende Unterstützung von
Staaten aus Ost- und Südosteuropa. Zehn Länder haben sich am Mittwoch mit den
USA solidarisch erklärt und ihren Beitrag zu einer internationalen Koalition zur
Entwaffnung Bagdads versprochen.
In einer nach dem Auftritt von US-Außenminister Colin Powell im UN-Sicherheitsrat
veröffentlichten Erklärung betonten sie, es sei nun klar, dass der Irak die
UN-Resolutionen erheblich verletzt habe. Vor knapp einer Woche hatten sich bereits
Regierungs- und Staatschefs von acht europäischen NATO-Ländern mit einem
Aufruf in der Irak-Frage demonstrativ an die Seite Washingtons gestellt.
Die jüngste Erklärung wurde in Washington vom "Komitee zur Befreiung des Irak"
veröffentlicht, das sich für einen Sturz Saddam Husseins und die Einsetzung einer
demokratischen Regierung im Irak einsetzt. Sie wurde von den Außenministern
Albaniens, Bulgariens, Estlands, Kroatiens, Lettlands, Litauens, Mazedoniens,
Rumäniens, der Slowakei und Sloweniens unterzeichnet. Sie gehören zu der so
genannten Vilnius-Gruppe. Unter ihnen befinden sich zahlreiche NATO- Kandidaten.
Die Gespräche über den Aufruf wurden nach Agenturberichten in den vergangenen
Tagen in New York und Washington geführt. (Quelle: dpa)
Spanischer Regierungschef Aznar für neue Irak-Resolution.
Do.06.02.03 - Auf "eigenes Verlangen" hat Regierungschef Aznar am
Mittwoch im Parlament in Madrid seine Haltung in der
Irak-Krise dargelegt, nachdem er bisher alle Forderungen
der Opposition nach einer parlamentarischen Debatte
abgelehnt hatte. Aznars Auftritt stand im Zusammenhang
mit dem wachsenden Widerstand im eigenen Land und
innerhalb aller Parteien gegen einen "Präventivkrieg"
gegen den Irak. Widerstand regt sich auch in den Reihen
der Anhänger des regierenden Partido Popular (PP). Aznar
hat deshalb frühere Stellungnahmen, die zu sehr nach
einer bedingungslosen Repetition des amerikanischen
Standpunktes klangen, abgeschwächt oder fallengelassen. (Quelle: nzz) Mehr unter:
Streit in London über Verbindungen Iraks zu El Kaida.
Do.06.02.03 - Wenige Stunden vor der Rede von US-Außenminister Colin
Powell im UN-Sicherheitsrat ist in Großbritannien ein Streit über angebliche Verbindungen
zwischen dem Irak und dem Terrornetzwerk El Kaida ausgebrochen. Premierminister Tony Blair sprach am
Mittag im Unterhaus von einer "unbestreitbaren" Verbindung zwischen El Kaida und dem Regime in
Bagdad. Wie weit diese Verbindungen gingen, müsse aber im "Bereich der Spekulation" bleiben.
Ähnlich hatte sich zuvor auch Außenminister Jack Straw geäußert. Dagegen hatte
der Rundfunksender BBC am Mittwoch berichtet, in einem Blair vorgelegten
Geheimdienstpapier würden derartige Verbindungen ausgeschlossen. "Es gibt mit
Sicherheit Verbindungen zwischen El Kaida und verschiedenen Leuten im Irak. Was
wir nicht wissen ist - und Blair und ich haben das ganz deutlich gemacht - wie groß
das Ausmaß dieser Verbindungen ist", sagte Straw. Bekannt sei aber, dass im Irak
eine "freizügige Umgebung" herrsche, in der Mitglieder von El Kaida arbeiten
könnten. Außerdem sei bekannt, dass Saddam Hussein in der Vergangenheit
"allgemein" den Terrorismus unterstützt habe, fügte Straw hinzu.
Über das neue Geheimdienstpapier berichtete der BBC- Verteidigungsexperte
Andrew Gilligan. Dieser berief sich auf ein vor drei Wochen von einem Stab des
militärischen Nachrichtendienstes verfasstes Papier, das als "streng geheim"
eingestuft und Blair vorgelegt worden sei. Daraus gehe hervor, dass El-Kaida-Chef
Osama bin Laden die im Irak regierende Baath-Partei im Gegensatz zu seinen
religiösen Ansichten sehe. Für den Terroristenführer sei der Irak ein "abtrünniges
Regime". Bin Ladens Ziele stünden in einem "ideologischen Widerspruch" zum
heutigen Irak. Anfängliche Kontakte seien an "Misstrauen und unvereinbaren
Ideologien" gescheitert.
Laut Gilligan herrscht in Kreisen der britischen Geheimdienste "wachsende
Unruhe" darüber, dass ihre Arbeit "politisiert" werde, um so eine Rechtfertigung für
einen Krieg gegen den Irak zu schaffen.
Saddam Hussein hatte in einem am Dienstagabend im britischen Fernsehsender
Channel 4 ausgestrahlten Interview mit dem langjährigen Labour-Abgeordneten Tony
Benn jegliche Beziehungen zu El Kaida bestritten. "Wenn wir Beziehungen zu El
Kaida hätten, und wir an diese Beziehungen glauben würden, hätten wir keinen
Grund, uns deswegen zu schämen und das nicht zuzugeben", sagte Saddam Hussein.
Das Gespräch war am vergangenen Wochenende bei einem Besuch Benns in Bagdad aufgezeichnet worden. Benn
(74) ist erklärter Kriegsgegner. (Quelle: dpa)
Australien: Auseinandersetzung um Beteiligung an möglichen Irak-Krieg.
Do.06.02.03 - Die Herbstsession des australischen Parlaments
hat mit einer heftigen Auseinandersetzung um
Australiens Beteiligung an einem möglichen Krieg
im Irak begonnen. Der Senat hat Premierminister
John Howard das Vertrauen entzogen. Mehr unter:
Türkei stellt US-Truppen Militärstützpunkte zur Verfügung.
Do.06.02.03 - Der türkische Regierungschef Abdullah Gül hat am
Mittwoch in einer dramatisch anmutenden Rede die
Unterstützung der Türkei für die USA in der Irak-Krise
angekündigt: "Von jetzt an werden wir Seite an Seite mit
den USA stehen." Die Türkei habe getan, was sie für eine
friedliche Lösung des Konflikts habe tun können, erklärte
Gül nach einer offenbar stürmisch verlaufenen Sitzung des
Kabinetts. Am Mittwoch nun sei sie in einen Prozess
eingetreten, aus dem es "kein Zurück mehr" gebe, sagte
Gül weiter. Wie der Regierungschef ausführte, wird das
Parlament am Donnerstag über den Ausbau von
Luftstützpunkten und Häfen der Türkei abstimmen, welche
die amerikanische Regierung für einen Militärschlag gegen
den Irak modernisieren und nutzen wolle. (Quelle: nzz) Mehr unter:
Ankara drängt auf Nato-Hilfe.
Do.06.02.03 - Im Streit um das
US-Hilfeersuchen für den Fall eines Irak-Krieges geraten Berlin
und Paris in der Nato weiter unter Druck. Nach Informationen
aus Bündniskreisen wollen die Nato-Botschafter die von
Washington erbetene Bereitstellung von Awacs-Flugzeugen und
Patriot-Raketen zum Schutz der Türkei nun nach wochenlanger
Blockade am Donnerstag auf einer Sondersitzung diskutieren.
Die Regierungen aus Berlin, Paris, Brüssel und Luxemburg
hatten die Debatte über die Nato-Hilfen bislang verhindert. Sie
halten eine Entscheidung für "verfrüht" und wollen zunächst den
weiteren Irak-Kurs des UN-Sicherheitsrates abwarten.
Innerhalb des Bündnisses stößt die Blockadehaltung der
Deutschen und Franzosen zunehmend auf Unverständnis. "Die
vorherrschende Meinung ist, dass das Argument des
ungeeigneten Zeitpunkts nicht mehr lange gelten kann", hieß es in
Nato-Kreisen. Auf dem Spiel stehe die Glaubwürdigkeit der
Allianz.
Die Türkei verstärkte am Mittwoch auch offiziell den Druck auf
die Bremser. "Wir erwarten, dass diese Verzögerungen schnell
überwunden werden", sagte der Sprecher des türkischen
Außenministeriums, Yusuf Buluc, in Ankara. Noch war unklar,
ob die Allianz am Donnerstag schon bei ihrer Sondersitzung
abschließend über die Hilfen entscheiden wird. (Quelle: blz)
Irak-Krieg von langer Hand vorbereitet.
Do.06.02.03 - Die Falken in der US-Regierung wie Rumsfeld, Wolfowitz oder Perle
haben bereits vor fünf Jahren mit ähnlichen Argumenten wie heute auf eine
militärische Intervention im Irak gedrängt.
Auch wenn offiziell der Irak erst nach
dem Krieg gegen Afghanistan als zweites Kriegsziel im Rahmen von "Enduring
Freedom" mit der ersten Rede an die Nation von Bush ins Schussfeld rückte,
so geht das Projekt eines militärisch realisierten Regimewechsels weiter zurück.
Dass dieses Ziel der US-Regierung nicht direkt etwas mit den Anschlägen vom 11.9.
zu tun hat, erschließt sich jedem, der sich ein wenig zurückerinnert. Mehr unter:
Ein Irak-Krieg könnte nach den Worten des
amerikanischen Außenministers Powell zu einer
Neuordnung des gesamten Nahen und Mittleren Ostens
führen.
Powell sagte vor dem Auswärtigen Ausschuß des Senats in
Wahington, ein Krieg würde kurzfristig Probleme schaffen. Auf
lange Sicht könne aber die ganze Region in einer Weise
verändert werden, die den Interessen der USA diene und ein
Ende des israelisch-palästinensischen Konflikts näher bringe.
Powell betonte, innerhalb der kommenden Wochen werde es so
oder so zu einer Lösung im Irak-Konflikt kommen. Der am
Wochenende bevorstehende Besuch der Chefinspekteure Blix
und El Baradei werde möglicherweise entscheidend sein. Blix
warf dem Irak heute erneut mangelnde Kooperation vor. Er
drohte mit Konsequenzen für seinen nächsten Bericht, den der
UNO-Sicherheitsrat am 14. Februar erwartet.
OECD: Auch kurzer Irak-Krieg belastet Weltkonjunktur.
Do.06.02.03 - Auch ein kurzer und militärisch erfolgreicher Krieg
der USA gegen Irak birgt nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) große Risiken für die weltweite
Konjunktur.
"Auch ein kurzer Krieg kann wirtschaftlich sehr schädlich sein", sagte OECD-Chefvolkswirt Jean-Philippe Cotis der
Finanztageszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) in einem vorab veröffentlichten Gespräch
(Donnerstagausgabe). Nach einem Krieg gebe es weiterhin massive Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft, sagte
Cotis der FTD zufolge weiter.
"Auch unabhängig von einem Irak-Krieg gibt es eine Vielzahl von Risiken", fügte er hinzu. Dazu gehöre unter anderem
die niedrige Sparquote der US-Verbraucher, die künftig den Konsum belasten könne.
Schon vor wenigen Wochen hatte Cotis den jüngsten Euro-Kursanstieg zum Dollar als grundsätzlich positiv für Europa
und die USA bezeichnet. Europa verliere im Zuge eines stärkeren Euro zwar möglicherweise Marktanteile im
internationalen Wettbewerb, dafür gewinne die Europäische Zentralbank aber im Zuge sinkender Inflationsgefahren
Spielraum für Zinssenkungen. (Quelle: rtr)
IPPNW untersucht völkerrechtliche Aspekte eines Irak-Krieges.
Do.06.02.03 - Auf einer Pressekonferenz der Organisation "Ärzte für die
Verhinderung des Atomkrieges" (IPPNW) haben am gestrigen
Mittwoch in Berlin der Friedensforscher Otfried Nassauer und
der Jurist Manfred Mohr einige völkerrechtlichen Aspekte des
drohenden Irak-Krieges beleuchtet. Mehr unter:
Dustin Hoffman kritisiert Irak-Kurs von US-Präsident Bush.
Do.06.02.03 - Mit deutlichen Worten hat Hollywood-Schauspieler Dustin Hoffman die
Kriegsvorbereitungen von US-Präsident George W. Bush kritisiert. "Für mich als
Amerikaner ist das Schmerzhafteste daran, dass die Regierung den 11. September
und den Kummer der Nation ausnutzt", sagte Hoffman in der Nacht zum Donnerstag
bei einer Preisverleihung in London. "Das ist verwerflich", fügte Hoffman hinzu, der
vom "Empire"-Magazin mit einer Trophäe für sein Lebenswerk geehrt wurde. Ein
Krieg gegen Irak werde vermutlich "wie die meisten Kriege wegen Vorherrschaft,
Geld, Macht und Öl" geführt, sagte der Schauspieler. Seine Kolleginnen Jane
Fonda, Susan Sarandon und Barbra Streisand gehören zu den prominentesten
Pazifisten in den USA. Auf der Seite von Bush steht dagegen Tom Cruise, der
zusammen mit Hoffman in "Rain Man" vor der Kamera stand. (Quelle: afp)
US-Schauspieler Clooney fordert Landsleute zu Irak-Debatte auf.
Do.06.02.03 - US-Filmstar George Clooney hat seine Landsleute aufgefordert,
mehr über einen Irak-Krieg und dessen Folgen zu diskutieren. "Ich bin besorgt, dass
wir in den USA nicht das tun, was wir sonst machen, nämlich debattieren", sagte
Clooney am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Rom.
Die Amerikaner müssten mehr die Folgen eines Irak-Krieges erörtern, verlangte der
41-jährige Schauspieler. Er erhoffe sich ein höheres Niveau der öffentlichen Debatte
und hartnäckige Fragen, sagte Clooney vor der Rede von US-Außenminister Colin
Powell im UNO-Sicherheitsrat in New York. Powell warf Irak darin erneut
schwerwiegende Verstöße gegen zentrale Abrüstungsauflagen der Vereinten
Nationen (UNO) vor und drohte dem Land indirekt einen Militärschlag an.
Aus Clooneys Sicht sollten vor allem Filmemacher die Diskussion über einen
Irak-Krieg nicht scheuen. Kino und Fernsehen seien mächtige Instrumente, um eine
öffentliche Debatte in Gang zu setzen, sagte Clooney. Bekannt wurde Clooney mit
Filmen wie "Projekt: Peacemaker", "Batman & Robin" oder der Gaunerkomödie
"Ocean's Eleven". Mit gleich zwei aktuellen Filmen wird der Star auf der Berlinale
2003 erwartet, die am Donnerstag beginnt. In Berlin präsentiert Clooney sein Regie-Debüt "Confessions of a
Dangerous Mind" und stellt den Film "Solaris" vor, der unter Steven Soderberghs Regie entstand. (Quelle: rtr)
Friedensappell der Kirchen aus Europa, dem Nahen-Osten und den USA.
Do.06.02.03 - Nach dem Friedensappell des Papstes
haben nun führende Vertreter protestantischer und orthodoxer
Kirchen aus den USA, Europa und dem Nahen Osten eine
friedliche Lösung des Irak-Konflikts gefordert. Sie
verabschiedeten am Mittwoch in Berlin eine Erklärung, in der sie
scharfe Kritik am Verhalten der US-Regierung äußern. "Wir
bedauern, dass die mächtigsten Nationen dieser Welt Krieg
wieder als ein akzeptables Mittel der Außenpolitik betrachten",
schreiben die 20 Kirchenführer, die sich auf Initiative der
Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) in Berlin trafen. (Quelle: blz) Mehr unter:
USA warnen Nordkorea vor Verschärfung der Atom-Krise.
Do.06.02.03 - US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Nordkorea
vor einer Verschärfung der Atom-Krise gewarnt. Jemand
könnte den Fehler machen, die Aufmerksamkeit der USA
auf Irak als Gelegenheit für weitere Aktionen betrachten,
sagte Rumsfeld vor Mitgliedern des
Repräsentantenhauses. Dies wäre jedoch kein günstiger
Zeitpunkt, denn die USA seien vorbereitet.
Rumsfeld bezeichnete die Spannungen mit Nordkorea als "gefährlich": "Das
Verhalten der nordkoreanischen Regierung ist von Zeit zu Zeit bedrohlich." Nach
seiner Einschätzung ist Pjöngjang derzeit im Besitz von ein bis zwei Nuklearwaffen.
Das Land verfüge jedoch über genügend nukleares Material, um in kurzer Zeit sechs
bis acht weitere Bomben herzustellen.
Das US-Außenministerium kritisierte die Entscheidung Nordkoreas, seine
Atomreaktoren wieder auf Normalbetrieb hochzufahren. Pjöngjang sollte diese
Maßnahme rückgängig machen, forderte ein Ministeriumsmitarbeiter, der ungenannt
bleiben wollte. Falls sich entsprechende Berichte als wahr erwiesen, wäre das "eine
sehr ernste Entwicklung", mit "der internationale Verpflichtungen verletzt" würden.
Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte zuvor unter Berufung
auf einen Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang gemeldet, die
Nuklearanlagen des Landes würden zur Stromversorgung wieder "auf ein normales
Maß" hochgefahren. Die nordkoreanische Regierung habe bereits betont, dass sie
ihre nuklearen Aktivitäten "derzeit auf friedliche Zwecke einschließlich der
Stromproduktion" beschränken wolle.
Die Krise um das nordkoreanische Atomprogramm war im vergangenen Herbst
eskaliert, als Nordkorea nach Angaben Washingtons ein geheimes
Nuklearprogramm einräumte. Das Pentagon gab am Wochenanfang bekannt, die
Entsendung von zwei Dutzend Kampfbombern und etwa 2000 Luftwaffensoldaten in
die Region vorzubereiten. (Quelle: afp)
Columbia-Katatsrophe: Suche nach der Absturzursache.
Do.06.02.03 - Auf der Suche nach der Absturzursache
der Columbia hat sich neben dem
beschädigten Hitzeschild ein neuer
Verdacht aufgetan. Die Experten der
NASA untersuchen nun vor allem die
von den Bordcomputern gesendeten
Daten auf etwaige Hinweise und
Fehlleistungen.
Laut NASA haben die Systeme zwar
genauso funktioniert wie sie
programmiert waren, doch genau das
könnte der Fehler gewesen sein. Mehr unter:
Deutschland: Mehr als 4,6 Millionen Arbeitslose im Januar.
Do.06.02.03 - Die Zahl der Arbeitslosen ist im vergangenen Monat über
die Marke von 4,6 Millionen gestiegen und damit auf den
höchsten Januar-Wert seit fünf Jahren. Angesichts des
deutlichen Anstiegs forderten Bundesregierung und
Opposition eine vermehrte Kraftanstrengung zur
Beseitigung der Misere. Bundeswirtschaftsminister
Wolfgang Clement (SPD) erklärte in Berlin, nur so
könnten "die Probleme in unserem Land" gelöst werden. CDU-Chefin Angela Merkel
forderte einen "nationalen Kraftakt".
Die Zahlen zeigten, "dass sich die konjunkturellen Schwierigkeiten und die
gravierenden Strukturprobleme in Deutschland weiterhin auf den Arbeitsmarkt
auswirken", erklärte Clement. Die Strukturreformen zur Entlastung der sozialen
Sicherungssysteme und zur Verbesserung der Situation auf dem Arbeitsmarkt
müssten mit Nachdruck weiterverfolgt werden.
Wenn die Bundesregierung mit Vorschlägen auf die Union zukomme, "werden wir
uns dem nicht verschließen", sagte Merkel in Berlin. Die jüngsten Arbeitslosenzahlen überträfen noch die "schlimmsten
Erwartungen". Besonders dramatisch sei die hohe Jugendarbeitslosigkeit von 9,4 Prozent.
Die Bundesanstalt für Arbeit teilte in Nürnberg mit, im vergangenen Monat seien 4,623 Millionen Menschen ohne Job
gewesen. Die Arbeitslosenquote lag bei 11,1 Prozent. Im Januar waren 398.000 Menschen mehr arbeitslos als im
Dezember und 333.200 mehr als im Januar 2002. Im Februar ist ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit zu erwarten.
Die Bundesanstalt rechnet erst in der zweiten Jahreshälfte mit einer Besserung am Arbeitsmarkt. Im
Jahresdurchschnitt erwartet sie gut 4,2 Millionen Arbeitslose. Nach Ansicht des Instituts für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt verbessert sich die Konjunktur im Jahresverlauf "merklich". Auch die
Arbeitsmarktreformen würden nach und nach Wirkung entfalten.
Die Gesprächsbereitschaft des Bundeskanzlers zur Lockerung des Kündigungschutzes stieß derweil bei den
Gewerkschaften auf strikte Ablehnung. "Die Gewerkschaften verhandeln nicht mit Herrn Schröder über eine wie auch
immer geartete Aufweichung des Kündigungsschutzes", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB), Ursula Engelen-Kefer. Schröder hatte am Dienstag eine Änderung nicht mehr
ausgeschlossen. Voraussetzung sei aber, dass die Arbeitgeber im Gegenzug "zusätzliche Einstellungen in
erheblichem Maße" garantierten. (Quelle: afp)
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