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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Sa.08.02.03, 14:30 USA und Großbritannien streben Kriegsmandat an.
Sa.08.02.03 - Im Einvernehmen mit den USA
strebt die britische Regierung eine neue UN-Resolution an, um
den geplanten Irak-Krieg ausdrücklich zu autorisieren. Das
erfuhr die Berliner Zeitung am Freitag aus Londoner
Regierungskreisen. Das neue UN-Mandat müsse deutlich über
die Resolution 1 441 hinausgehen und das militärische
Vorgehen explizit billigen, hieß es weiter.
Um ein Veto Frankreichs zu vermeiden, werde in dem Resolutions-Entwurf auf eine
direkte Benennung der Kriegs-Option verzichtet, berichtete die britische
Tageszeitung "The Independent" (Samstagausgabe) unter Berufung auf britische
Regierungsvertreter. Stattdessen solle dem irakischen Machthaber Saddam
Hussein eine enge Frist zur vollständigen Zusammenarbeit mit den UN-Inspektoren
gesetzt werden. Wie in der Resolution 1441 soll Bagdad dabei erneut vor einem
"schwerwiegendem Verstoß" gewarnt werden. Falls dieser festgestellt werde, sei
aus Sicht Großbritanniens und der USA der Einsatz von Gewalt legitimiert. Die
Entschließung könnte laut Zeitung kurz nach dem Bericht der Inspektoren im
Weltsicherheitsrat am kommenden Freitag vorgelegt werden. (Quellen: blz, afp)
Im Sicherheitsrat kippt die Stimmung zu Gusten der USA
(...) "Es ist ein zynisches Spiel", meint ein Diplomat. "Diese Staaten sagen sich: Wenn
im Weißen Haus ein Krieg beschlossen wird, können wir ihn nicht verhindern. Warum
sollen wir also unsere Beziehungen zu Supermacht ruinieren?".
Diplomaten gehen davon aus, dass am Ende die meisten Nichtständigen einer
zweiten Resolution zustimmen werden. Bleiben die Vetomächte, insbesondere
Frankreich. Ihr wendet Washington besondere Bedeutung zu. Den Franzosen,
heißt es, werde die Alternative zugemalt: "Entweder ihr fügt Euch und erhaltet
die Bedeutung des Sicherheitsrats. Oder ihr legt ein Veto ein. Dann ziehen
wir trotzdem gegen Bagdad. Damit wäre der Sicherheitsrat samt Vetorecht
ein Relikt des vergangenen Jahrhunderts." (Süddeutsche Zeitung, 08.02.03)
Blockfreie Staaten für öffentliche Sicherheitsrats-Sitzung zu Irak.
Sa.08.02.03 - Südafrika hat im Namen der blockfreien Staaten eine öffentliche Sitzung des
UN-Sicherheitsrates zur Irak-Krise gefordert. Ein Sprecher Deutschlands, das
derzeit den Vorsitz des höchsten UN-Gremiums innehat, bestätigte am Freitag eine
entsprechende Anfrage. Aus Diplomatenkreisen hieß es, die Sitzung könnte am 18.
Februar vier Tage nach dem Bericht der UN-Inspektoren vor dem Weltsicherheitsrat
stattfinden. (Quelle: afp)
Berlin derzeit strikt gegen neue Irak-Resolution der UN.
Sa.08.02.03 - Die Bundesregierung hat sich strikt gegen eine von US-Präsident George W. Bush
verlangte schärfere Irak-Resolution im UN-Sicherheitsrat ausgesprochen. Dafür gebe es derzeit
keinen Anlass, sagte Vize-Regierungssprecher Hans-Hermann Langguth am Freitag in Berlin. Die
UN-Waffeninspekteure müssten vielmehr ihre Arbeit fortsetzen.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will sich am Sonntag bei einem Treffen in
Berlin mit Russlands Präsident Wladimir Putin über die weitere Irak-Haltung
abstimmen. Putin fliegt anschließend zu Gesprächen nach Paris weiter. Russland
und Frankreich lehnen die Verabschiedung einer zweiten Irak-Resolution bislang
ebenfalls ab.
Die Bundesregierung ließ offen, ob sie im NATO-Rat eine Entscheidung zur
US-Anfrage um Unterstützung im Fall eines Irak-Krieges blockieren will. Dabei geht
es auch um den Schutz der Türkei mit AWACS-Aufklärungsflugzeugen und
"Patriot"-Abwehrraketen. Wenn bis Montagmittag kein Widerspruch erhoben wird,
tritt ein entsprechendes Maßnahmenpaket automatisch in Kraft.
Die jüngste Rumsfeld-Kritik an Berlins Irak-Haltung wies die Bundesregierung
zurück. Diese Einschätzung entspreche nicht der tatsächlichen Rolle
Deutschlands, sagte Langguth. Immerhin sei Deutschland nach den USA der
zweitgrößte Truppensteller bei den laufenden internationalen Militäreinsätzen.
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) warf Washington ein «problematisches Verhältnis» zum
UN-Sicherheitsrat vor. Die USA hätten erklärt, sie würden einen Irak-Beschluss der UN nur dann befolgen, "wenn er
ihren Auffassungen entspricht - ansonsten greifen sie eben ohne einen solchen Beschluss an", sagte er dem Bremer
"Weser-Kurier".
Nach Ansicht des verteidigungspolitischen Sprechers der Unionsfraktion, Christian Schmidt, soll Deutschland die
Präsidentschaft im UN-Sicherheitsrat aufgeben, wenn die Bundesregierung bei ihrem starren Anti-Kriegskurs bleibt.
(Quelle: dpa)
Irak kann laut Chirac auch ohne Krieg entwaffnet werden.
Sa.08.02.03 - Der französische Präsident Jacques Chirac hat gegenüber US-Präsident
George W. Bush betont, Irak könne ohne einen Krieg entwaffnet werden. In einem
Telefongespräch mit Bush machte Chirac am Freitag nach Angaben seiner
Sprecherin deutlich, dass es Alternativen zum Krieg gebe. Chirac betonte das
gemeinsame Ziel Frankreichs und der USA, Irak zu entwaffnen. Den UN-Inspektoren
in Irak müsse die Möglichkeit gegeben werden, ihre Arbeit zu intensivieren. Nach
Angaben der Sprecherin sicherte Bush seinem französischen Kollegen zu, in der
Irak-Frage mit Frankreich in Kontakt zu bleiben. Bush habe die Beziehungen beider
Länder und sein persönliches Verhältnis zu Chirac als freundschaftlich bezeichnet.(Quelle:afp)
USA kappen letzte diplomatische Kontakte nach Irak.
Sa.08.02.03 - Die USA kappen ihre letzten diplomatischen Kontakte mit Irak. Alle
Mitarbeiter der durch Polen wahrgenommenen Interessenvertretung würden außer
Landes gebracht, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen in Washington. Nach
der Ausreise des Personals solle die irakische Regierung am Samstag offiziell über
die Schließung der Vertretung informiert werden. In vergangenen Konfliktsituationen
war der Abzug von Botschaftspersonal oft Anzeichen für einen baldigen
Kriegsbeginn. US-Regierungsvertreter lehnten es bislang aber strikt ab, einen
derartigen Zusammenhang zu bestätigen.
In einer Serie von Reisewarnungen
forderte Washington in der Nacht zum Samstag Angehörige von Diplomaten und
Personal, das in einem Notfall nicht gebraucht wird, auf, die Region zu verlassen.
Auf der Liste des US-Außenministeriums werden namentlich Syrien, Libanon,
Israel, Jordanien, das Westjordanland und der Gazastreifen als gefährdet genannt.
Eine Reisewarnung wurde außerdem für Irak ausgegeben. (Quellen: afp)
US-General Clark fürchtet Stärkung von El Kaida durch Irak-Krieg.
Sa.08.02.03 - Der frühere NATO-Oberkommandierende Wesley Clark befürchtet, dass ein
Militäreinsatz gegen Irak das Terrornetzwerk El Kaida stärken könnte. "Der Krieg im
Irak könnte den El-Kaida-Terroristen neue Rekruten in die Arme treiben", sagte
Clark der "Stuttgarter Zeitung" (Samstagsausgabe) am Rande der Münchener
Sicherheitskonferenz. Der pensionierte Vier-Sterne-General, der die NATO 1999 im
Kosovo-Krieg anführte, sieht zudem die Gefahr, dass die arabische Welt noch
stärker als bisher gegen die USA und den Westen aufgebracht werden könnten Die
arabische Reaktion sei das größte Problem an dem von US-Präsident George W.
Bush angedrohten Krieg. Clark hielt es allerdings für wahrscheinlich, dass die
militärisch überlegenen USA die irakische Armee rasch und mit relativ geringen
Opfern unter der Zivilbevölkerung schlagen könne. (Quelle: afp)
Moskau drängt Bagdad zum Vorlegen von Beweisen.
Sa.08.02.03 - Der russische Aussenminister Igor Iwanow hat am Freitag
laut der Agentur Interfax das Bagdader Regime
aufgerufen, Beweise dafür vorzulegen, dass es seine
Massenvernichtungswaffen vernichtet habe. Es genüge
nicht, wenn der Irak den internationalen Inspektoren
Zutritt zu seinen Anlagen gewähre und sie dort ihre
Untersuchungen machen lasse, sondern er müsse von
passiver zu aktiver Kooperation wechseln.
Iwanow warnte am Freitag aber auch vor jeglichem
unilateralen militärischen Vorgehen. Ein solches würde
nicht nur den internationalen Institutionen und der
Autorität der Uno einen Schlag versetzen, sondern auch
die Anti-Terror-Koalition sprengen. (Quelle: nzz) Mehr unter:
Erneut vertrauliche Befragung irakischer Wissenschaftler.
Sa.08.02.03 - Waffeninspektoren der UNO haben am Freitag den zweiten Tag
in Folge irakische Wissenschaftler befragt, ohne dass offizielle Vertreter Iraks an
den Gesprächen teilnahmen.
Das irakische Außenministerium teilte mit, zwei Wissenschaftler seien von
Experten der UNO-Abrüstungskommission UNMOVIC befragt worden, die für die
Suche nach biologischen und chemischen Waffen in Irak zuständig ist. Ein weiterer
Wissenschaftler habe mit Experten der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA)
gesprochen. Die Befragungen hätten zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Stunden
gedauert. Ein UNO-Sprecher sagte in New York, befragt worden seien ein
Chemie-Ingenieur, ein Raketen-Experte und ein weiterer hochrangiger
Wissenschaftler.
Der Chef der UNMOVIC, Hans Blix, und der Direktor der IAEA, Mohamed ElBaradei,
werden am Samstag zu Gesprächen in der irakischen Hauptstadt Bagdad erwartet.
Sie hatten wiederholt Befragungen ohne Beisein von Regierungsvertretern gefordert.
Am Donnerstag hatte es erstmals eine vertrauliche Befragung eines Biologen
gegeben. Blix hatte dies als Zeichen für ein Bemühen Iraks um Zusammenarbeit
gewürdigt, aber gleichzeitig auf eine engere Kooperation gedrungen. Der britische
UNO-Botschafter Jeremy Greenstock sagte am Freitag in einem
US-Fernsehinterview, Irak stehe offenbar kurz davor, landesweit Erkundungsflüge
von U-2-Spionageflugzeugen zuzulassen. Dies war neben den vertraulichen
Befragungen eine zentrale Forderung der Inspektoren. Mit den U-2-Flugzeugen sollen vermutete Waffenproduktions-
und Lagerstätten aufgespürt werden.
Blix und ElBaradei legen dem UNO-Sicherheitsrat am 14. Februar einen weiteren Bericht über die Waffeninspektionen
in Irak vor. Der Bericht könnte über Krieg und Frieden entscheiden. Die USA und Großbritannien drängen auf eine
rasche zweite Irak-Resolution, die auch den Einsatz militärischer Gewalt gegen das Land autorisiert. Die übrigen
Veto-Mächte im Sicherheitsrat, Frankreich, Russland und China, wollen den UNO-Inspektoren hingegen noch mehr
Zeit für ihre Waffenkontrollen einräumen. (Quelle: rtr)
Großbritannien: Angebliches Geimdienst-Dossier zum Irak teilweise Plagiat
Sa.08.02.03 - Die britische Regierung hat am Freitag
zugegeben, dass ein angebliches Geheimdienst-Dossier zum Irak zum
großen Teil aus der Arbeit eines Studenten abgeschrieben worden
ist. Es sei ein Fehler gewesen, die Quelle nicht anzugeben, sagte ein
Sprecher von Premier Tony Blair. Er bestritt aber, dass die
Regierung die Öffentlichkeit belogen habe. Was in dem Dossier
gesagt werde, entspreche den Tatsachen.
Das Dossier war von US-Außenminister Colin Powell bei seinem
Vortrag vor dem UN-Sicherheitsrat besonders gewürdigt worden.
Mit dem Papier wollte die Londoner Regierung die Bevölkerung von
der Notwendigkeit eines entschiedenen Vorgehens gegen den Irak
überzeugen. Britische Medien konnten nachweisen, dass mindestens
10 der 19 Seiten aus frei verfügbaren wissenschaftlichen Arbeiten
übernommen wurden. Das Material ist bis zu zwölf Jahre alt und teils
völlig überholt.
Dan Plesch, Verteidigungsexperte des Londoner Royal United
Service Institute, sagte: "Dieses Dokument wird der britischen
Öffentlichkeit ganz klar als Erzeugnis der britischen Geheimdienste
präsentiert - was es ganz klar nicht ist." Das sei ein skandalöser
Vorgang.
Ein Großteil der Informationen stammt aus einer Arbeit des
Wissenschaftlers Ibrahim al-Marashi aus Kalifornien. Er verfasste sie
als Student. Das Material sei zusammengeklaubt und veraltet, sagte
al-Marashi. "Die haben sogar meine Fehler dringelassen."
Andererseits hat man aber offenbar versucht, die Texte zuzuspitzen.
So wurde aus dem Satz, der Irak unterstütze Oppositionsgruppen
"in Ländern mit feindlichen Regimen" in dem Dossier folgender Satz:
Der Irak unterstütze "terroristische Organisationen" in Ländern mit
feindlichen Regimen. Die Enthüllungen über das Dossier dürften die
Kriegsgegner im Land bestätigen. Die Labour-Abgeordnete Glenda
Jackson sagte, das Dossier sei ein weiteres Beispiel dafür, wie die
Regierung das Land in Sachen Irak zu täuschen versuche.
(Quellen: blz/dpa, sz)
Eine Vergleichsmöglichkeit unter:
Regierung:
Student:
Ex-CIA-Mann zweifelt an irakischer Schuld an Halabja-Massaker.
Sa.08.02.03 - Der Giftgas-Angriff auf die kurdische Stadt Halabja im März 1988 gilt als eines
der schwersten Verbrechen des Regimes von Saddam Hussein. Diese Tötung von
Menschen des eigenen Landes wird von der US-Regierung stets besonders
hervorgehoben, um auf die Gefährlichkeit und Grausamkeit des Diktators
hinzuweisen. Nach Angaben von Human Rights Watch wurden dort mindestens
3200, möglicherweise aber auch mehr als 5000 Menschen ermordet. Jetzt hat ein
ehemaliger amerikanischer CIA-Mitarbeiter die Geschichte vom irakischen
Giftgasangriff auf die Zivilbevölkerung in Frage gestellt - und damit für helle
Aufregung gesorgt.
In der sonst nicht als besonders verschwörungstheoretisch geltenden "New York Times"
erschien erschien am 31. Januar ein Kommentar von Stephen C. Pelletiere, der von
1988 bis 2000 als Professor am Army War College lehrte und davor als Analyst beim
Geheimdienst CIA beschäftigt war. Pelletiere zweifelt darin an, dass die irakische Armee
für das Verbrechen verantwortlich war:
"Alles, was wir sicher wissen, ist, dass Kurden an diesem Tag in Halabja mit Giftgas
angegriffen wurden. Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass irakische
Chemiewaffen die Kurden getötet haben."
(Quelle: telepolis) Mehr unter:
Türkei darf im Kriegsfall kurdisches Gebiet im Nordirak besetzen.
Sa.08.02.03 - Für den Fall eines von den USA angeführten Krieges
gegen den Irak will Washington türkischen Truppen offenbar
gestatten, Teile des Nordirak vorübergehend zu besetzen. Wie die
New York Times unter Berufung auf türkische und kurdische
Quellen gestern berichtete, führen US-Diplomaten darüber derzeit
geheime Gespräche in Ankara. Mehr unter:
USA entwickeln Strategie für Cyberkrieg.
Sa.08.02.03 - US-Präsident George Bush hat eine
geheime Direktive unterzeichnet, die
die Entwicklung einer Strategie für die
Cyber-Kriegsführung vorsieht.
Ähnlich wie bei der Erstellung einer
Strategie für den Einsatz von
Atomwaffen in den 50er-Jahren sollen
Experten der Regierung und des
Verteidigungsministeriums das
Vorgehen beim Einsatz von
Cyberwaffen ausarbeiten.
Dabei soll genau festgelegt werden,
wer Attacken der USA gegen feindliche
Computernetzwerke autorisiert und
wann so ein Angriff auf welche Ziele als
legitim angesehen wird.
Wie wegen strenger Geheimhaltung erst jetzt
bekannt wurde, wurde die entsprechende
Direktive, "National Security Presidential
Directive 16", bereits im Juli 2002 von Bush
unterzeichnet.
Bisher hätten die USA laut Experten
zwar noch keine Cyber-Attacken in
großem Umfang durchgeführt,
"Cyberwaffen" hingegen seien sehr
wohl entwickelt worden.
Mit diesen wollen die Militärexperten in
Zukunft den Krieg vor den Bildschirm
verlagern. So will man in fremde
Netzwerk eindringen, um zum Beispiel
Radar-Systeme funktionsuntüchtig zu
machen, mit E-Bomben die
Energieversorgung unterbrechen und
jegliche Telekommunikation via Telefon
unmöglich machen.
(Quelle: futurezone) Mehr unter:
National Security Presidential Directives:
Merkel sieht Krieg als letztes Mittel.
Sa.08.02.03 - CDU-Chefin Angela Merkel sieht für den Fall des Scheiterns der
UN-Inspektionen im Irak einen Krieg als letzte Option. Das sagte sie im ZDF. Man
sollte den letzten Bericht der Inspekteure abwarten und hoffen, dass Saddam
Hussein einlenkt. Wenn er es nicht tut, müsse man auch einen Krieg ins Auge
fassen, so Merkel. Sie kritisierte erneut die Haltung der Bundesregierung. (Quelle: dpa)
Deutsche lehnen immer noch mehrheitlich Irakkrieg ab.
Sa.08.02.03 - Unbeeindruckt vom Druck der USA auf den
UN-Sicherheitsrat lehnt eine deutliche Mehrheit eine Unterstützung
der Bundesrepublik für einen Irakkrieg weiterhin ab. Allerdings hat
diese Mehrheit seit Januar etwas an Stärke verloren.
Sollte es aufgrund einer UN-Resolution zu einem Militärschlag
kommen, sprechen sich 53 Prozent gegen jede Beteiligung
Deutschlands aus. Im Januar waren es noch 59 Prozent, so das
am Freitag veröffentlichte "ZDF-Politbarometer". 32 Prozent
sprechen sich für eine Unterstützung mit Material und Geld aus
(Januar: 26 Prozent) und 13 Prozent für die Beteiligung mit
Soldaten (Januar: 12 Prozent). 74 Prozent der 1.308 Befragten sind
überzeugt, dass es dort zu einem Krieg kommen wird. Im Januar
waren es nur 63 Prozent. (Quelle: taz/dpa)
2002 höchste Zahl von Kriegsdienstverweigerern.
Sa.08.02.03 - Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer in Deutschland hat im
vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Mit 189 644 Anträgen sei
2002 ein erneuter Anstieg um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu
verzeichnen gewesen, teilte das Kölner Bundesamt für Zivildienst mit. Damit
lehnten rund 40 Prozent eines Jahrgangs den Bundeswehrdienst ab. (Quelle: blz/epd)
USA setzen angeblich deutsche Unternehmen wegen Irak unter Druck.
Sa.08.02.03 - Die US-Regierung versucht einem Zeitungsbericht zufolge Druck auf deutsche
Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zu Irak auszuüben. Wie die Tageszeitung
"Die Welt" (Samstagausgabe) berichtete, drohte Washington in einem Brief an das
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, dass die betroffenen Unternehmen ihre
Geschäftsbeziehungen in den USA verlieren, wenn sie an ihrem Irak-Engagement
festhalten. Betroffen wäre demnach unter anderem der Siemens-Konzern, der
Medizintechnik nach Irak exportiert. (Quelle: afp)
Erneuerbare Energien trotz Irak-Krise wenig beachtet.
Sa.08.02.03 - Deutschland wird trotz seiner Vorreiterrolle bei den erneuerbaren
Energien in den kommenden Jahrzehnten weiter massiv von Ölimporten abhängig
bleiben.
Ein Krieg im Irak könnte Experten zufolge zwar kurzzeitig das Bewusstsein für die
Abhängigkeit von fremden Ressourcen und der eigenen wirtschaftlichen
Verwundbarkeit schärfen. Aber selbst im Kriegsfall sei nicht mit einem solch
dauerhaften und starken Anstieg der Ölpreise zu rechnen, der die Bereitschaft zur
Umstellung beim Energieverbrauch wecken könnte. Der Anreiz in erneuerbare
Energien zu investieren sei derzeit noch zu gering, urteilten die Experten
übereinstimmend. Mittel- bis langfristig werde die Branche jedoch neue Marktanteile
erobern.
Öl ist derzeit mit einem Anteil von rund 38 Prozent am Primärenergieverbrauch der
mit Abstand wichtigste Energieträger in Deutschland. Erneuerbare Energien wie
Wind-, Wasser- und Sonnenkraft machen nach Branchenangaben dagegen derzeit
nur rund drei Prozent des Energieverbrauchs aus. Mehr als die Hälfte der Ölimporte
geht als Kraftstoff in den Auto- und Flugverkehr, 28 Prozent als Schweröl an die
Industrie und 24 Prozent zum Heizen an die Verbraucher. Beim Strom konnte der
Anteil erneuerbarer Energien durch Förderung seit 1998 zwar von 5,2 auf acht
Prozent gesteigert werden. In Bereichen wie Heizung und Verkehr, wo die
Ölabhängigkeit entscheidend ist, machen Biokraftstoffe und Solarwärme jedoch
weniger als ein Prozent des Verbrauchs aus. (Quelle: rtr)
Südkorea drängt die USA zu klarerer Nordkoreapolitik.
Sa.08.02.03 - Mit einiger Irritation wird in Südkorea das verhaltene
Agieren der USA im Konflikt um Nordkoreas
Atomprogramm zur Kenntnis genommen, zumal Pjongjang
die Krise mit anhaltend hohem Tempo eskalieren lässt. In
Seoul ist man sich im Klaren darüber, dass ohne eine
aktivere Rolle Amerikas und insbesondere ohne die
Aufnahme direkter Gespräche zwischen Washington und
Pjongjang nicht mit einer Entschärfung der Lage auf der
koreanischen Halbinsel gerechnet werden kann. (Quelle: nzz) Mehr unter:
Scharon traf Palästinenser-Vertreter
Sa.08.02.03 - Israels Ministerpräsident Ariel Scharon ist erstmals seit
nahezu einem Jahr zu direkten Gesprächen mit einem Palästinenser-Vertreter
zusammengekommen, wie aus Diplomaten-Kreisen verlautete.
Scharon habe am Mittwoch den Präsidenten des Palästinenser-Parlaments, Ahmed
Korei, getroffen, hieß es am Freitag in den Kreisen. Sie hätten über Wege zur
Beendigung des seit zwei Jahren andauernden Palästinenser-Aufstands und zur
Wiederaufnahme der Friedensgespräche beraten. Korei antwortete ausweichend auf
die Frage, ob das Treffen tatsächlich stattgefunden habe: "Es ist zu gut, um wahr
zu sein. Ich kann nicht ja sagen, weil es nicht wahr ist. Und ich kann nicht nein
sagen, weil es nicht gut ist, nein zu sagen", sagte Korei der Nachrichtenagentur
Reuters. Ein weiterer Palästinenser-Vertreter bestätigte jedoch, dass es ein Treffen
gegeben habe.
Aus den Kreisen verlautete weiter, ein enger Berater Scharons, Dov Weisglass,
habe am Donnerstag den palästinensischen Innenminister Hani El Hassan getroffen.
Die Berichte über die Treffen fallen in eine Zeit, in der die USA um eine
Eindämmung der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern bemüht sind, da sie
sich auf die Möglichkeit eines Irak-Kriegs vorbereiten, in den auch Israel
hineingezogen werden könnte. Irak hatte während des Golfkriegs 1991
Scud-Raketen mit konventionellen Sprengköpfen auf Israel abgefeuert.
Scharon bemüht sich zudem um die Bildung einer Koalition mit der Arbeitspartei,
die Scharons harte Linie gegen die Palästinenser kritisiert. Die Arbeitspartei hatte
die Beteiligung an einem Regierungsbündnis ausgeschlossen. Sie fordert die
Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den Palästinensern ohne Vorbedingungen.
Scharon hatte Gespräche ausgeschlossen, solange Palästinenser-Präsident Jassir Arafat im Amt ist.
(Quelle: rtr)
Entwürfe für die ersten 16 Artikel vor dem EU-Konvent.
Sa.08.02.03 - Diese Woche hat das Präsidium des Konvents, der die
Europäische Union reformieren soll, die ersten 16 Artikel des
Verfassungsentwurfs vorgelegt. Das Timing könnte kaum
ungünstiger sein: Ausgerechnet der Passus über die gemeinsame
Außen- und Sicherheitspolitik steht jetzt neben den Grundrechten
und der Kompetenzverteilung zur Diskussion. Seit Beginn der
Irakkrise haben sich die Ansätze gemeinschaftlichen Auftretens in
nationalstaatliche Alleingänge zurückverwandelt, die gemeinsame
Außenpolitik hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der nun vorgelegte
Artikel 14 wirkt plötzlich unzeitgemäß: "Die Mitgliedsstaaten sollen
aktiv und ohne Vorbehalt die Außen- und Sicherheitspolitik der
Union im einem Geist von Loyalität und wechselseitiger Solidarität
unterstützen. Sie sollen sich sämtlicher Aktionen enthalten, die
den Interessen der Union entgegenstehen oder geeignet sind, ihre
Wirksamkeit zu unterminieren." Mehr unter:
Sicherheitskonferenz und Friedensdemonstrationen in München.
Sa.08.02.03 - In München beginnt heute (Samstag) die Sicherheitskonferenz,
an der unter anderem US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sowie sein
deutscher Amtskollege Peter Struck (SPD) und Bundesaußenminister Joschka
Fischer teilnehmen.
Rumsfeld hatte Deutschland wegen dessen Haltung in der Irak-Krise mit Kuba und
Libyen auf eine Stufe gestellt. Alle drei Staaten lehnten es ab, die USA in dem
Konflikt zu unterstützen, hatte er gesagt. Rumsfeld und Fischer werden bei der
Sicherheitskonferenz an einer Diskussion teilnehmen, in der es um den
Abrüstungsstreit mit Irak gehen dürfte. Struck will sich in einem Gespräch mit
Rumsfeld um Klärung der Vorwürfe bemühen.
An dem zweitägigen Treffen nehmen auch Russlands Verteidigungsminister Sergej
Iwanow, NATO-Generalsekretär George Robertson, der außenpolitische Beauftragte
der Europäischen Union (EU), Javier Solana, CDU-Chefin Angela Merkel und
zahlreiche internationale Sicherheitspolitiker teil. Die Konferenz findet unter höchsten
Sicherheitsvorkehrungen statt.
In der Innenstadt Münchens sind
zwei Großdemonstrationen gegen die Konferenz geplant.
Vor Beginn der Sicherheitskonferenz in München hat sich Bürgermeister
Christian Ude in scharfer Form gegen den drohenden Irak-Krieg und die harte
Haltung der USA ausgesprochen. Eine große Mehrheit der Bevölkerung habe die
Sorge, "dass ein Krieg mit der Bombardierung der Städte dem unterdrückten
irakischen Volk nicht Freiheit und Demokratie bringen würde, sondern zusätzliches
Leid", sagte Ude beim städtischen Empfang zur Sicherheitskonferenz am
Freitagabend in der bayerischen Hauptstadt. Er warnte davor, dass ein
Militäreinsatz gegen Irak nicht die Vernichtung von Massenvernichtungswaffen,
sondern "im Gegenteil den Vorwand für terroristische Anschläge liefern könnte".
Rund 3000 Menschen haben gestern auf dem
Marienplatz gegen die Sicherheitskonferenz und einen möglichen Krieg im Irak
protestiert. "Jeder Krieg ist ein Verbrechen" hieß es unter anderem auf den
Transparenten. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot vor Ort. Die
Kundgebung verlief friedlich.
Im Anschluss an die Kundgebung nahm die Polizei Thomas Pflüger
von der Tübinger Informationsstelle Militarisierung vorübergehend fest.
Tausende hatten kurz zuvor auf dem Münchner Marienplatz dem
Redebeitrag von Tobias Pflüger tosenden Applaus gespendet,
als er Soldaten der Bundeswehr dazu aufrief, zu desertieren.
Bei der Anreise von Demonstranten kam es nach Zeugenaussagen zu überzogenen Reaktionen
der Polizei. So wurden Buss-Insassen abgefilmt und einzeln durchsucht. Die Vorkontrollen reichen
laut "indymedia" bis etwa 100 km über München hinaus.
Indymedia berichtet auch über eine Polizeirazzia im "Convergence Center", das
mehreren Gruppen in den Tagen vor der Sicherheitskonferenz als "permanenter infopoint" dient.
Dort (im ehemaligen Tröpferllbad) wird auch die Möglichkeit zu Workshops und zur Vorbereitung verschiedenster
Protestaktionen geboten.
Mehr Informationen unter:
Gute Demo, böse Demo: Münchner Polizei warnt vor Protestzug der
Globalisierungskritiker und rät zu Teilnahme an Gewerkschaftskundgebung.
Attac-Sprecherin zeigt sich über diese Unterscheidung empört. Mehr unter:
20.000 Menschen demonstrieren in München für den Frieden.
Sa.08.02.03 - Mindestens 20 000 Menschen sind am
Samstag am Rande der Sicherheitskonferenz in München
gegen einen möglichen Irak- Krieg auf die Straße
gegangen. Bei Schneefall und Minustemperaturen
versammelten sich nach Polizei-Schätzungen bis zu
10 000 Menschen zu einer Kundgebung von DGB,
Kirchen und politischen Parteien im Stadtzentrum. "Wir
demonstrieren gegen einen Irak-Krieg, nicht gegen die
Sicherheitskonferenz», stellten Redner klar.
Die Sicherheitskräfte begleiteten die Demonstrationen mit einem massiven Aufgebot.
Die Kundgebungen seien bisher friedlich verlaufen, betonte eine Polizeisprecherin.
Anschließend zogen zahlreiche Teilnehmer in die Fußgängerzone der Innenstadt,
wo sich über 10 000 Menschen zu einer weiteren Kundgebung linker Gruppen
versammelten. "Wir wehren uns" hieß es auf Transparenten. Die Polizei nahm
einen Demonstrationsteilnehmer wegen Verstoßes gegen das
Versammlungsgesetz fest, ein anderer wurde in Gewahrsam genommen.
Bereits am Freitagabend hatten etwa 3000 Menschen auf dem Münchner Marienplatz
friedlich demonstriert. "Jeder Krieg ist ein Verbrechen" oder "Rummy go home"
hieß es auf Transparenten. Viele Demonstranten mussten ihre Personalien angeben,
um auf den Marienplatz vorgelassen zu werden. Zu der Kundgebung hatten das
Demonstrationsbündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz, Attac und das
Münchner Friedensbündnis aufgerufen.
Eine Lichterkette von Friedensdemonstranten kurz vor
Mitternacht ging ohne Probleme über die Bühne.
Insgesamt sind im Umfeld der Sicherheitskonferenz rund zwei Dutzend
Friedensdemonstrationen und Protestkundgebungen angemeldet. (Quellen: dpa, sz)
Tausende Polizisten sollen Sicherheitskonferenz schützen.
Offizielle Homepage der Münchner Sicherheitskonferenz:
Polizeigewerkschaft fordert, die Sicherheitskonferenz aus München zu verlegen.
7.000 demonstrieren in Bremen gegen Irak-Krieg.
Bremen (AP) - Sa.08.02.03 - Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Bremen gegen
einen möglichen Irak-Krieg protestiert. Nach Polizeiangaben beteiligten sich rund
7.000 Menschen an der mehrstündigen Demonstration. Dazu hatten den Deutesche
Gewerkschaftsbund, Vertreter der Kirchen sowie das Bremer Friedensforum
aufgerufen.
Sprecher wandten sich zugleich gegen «Beihilfe zur Kriegsvorbereitung» durch die
Bundesregierung. Diese lasse zu, dass von deutschem Boden amerikanisches und
britisches Kriegsgerät verschifft werde. «Jegliche Unterstützung des drohenden
Angriffskrieges verstößt gegen deutsches und internationales Recht», hieß es in
einem vorab verbreiteten Redemanuskript des Friedensforums. In Emden begann
unterdessen die Verschiffung von Kriegsgerät der britischen Streitkräfte in
Deutschland im großen Stil.
Schröder sucht bei Steuerpaket offenbar Konsens mit Wirtschaft.
Sa.08.02.03 - Die Bundesregierung sucht für ihr umstrittenes Steuerpaket offenbar
verstärkt den Konsens mit der Wirtschaft. Laut einem am Freitag vorab
veröffentlichten Bericht des Berliner "Tagesspiegels" hat der Deutsche Industrie-
und Handelskammertag (DIHT) in einem Schreiben an die Präsidenten aller
Industrie- und Handelskammern festgestellt, dass Bundeskanzler Gerhard
Schröder gemeinsam mit der Wirtschaft die Haushaltskonsolidierung besprechen will.
Das Bundesfinanzministerium dementierte jedoch, dass weitere Teile
der Steuerpläne kassiert werden sollten. Der "Tagesspiegel" hatte
gemeldet, dass sich Schröder mit Finanzminister
Hans Eichel und den Spitzen der deutschen Wirtschaft bei einem Treffen im
Kanzleramt am Mittwoch darauf geeinigt hätten. Ein Ministeriumssprecher
bestätigte lediglich, dass das Treffen stattgefunden hätte. Über den Inhalt sei
Vertraulichkeit vereinbart worden. Es habe sich über ein regelmäßiges Gespräch
gehandelt, bei dem sich die Beteiligten über die Steuer- und Finanzpolitik
ausgetauscht hätten. Dabei seien keinerlei Absprachen getroffen worden.
Die in dem Bericht genannten Änderungen könne er daher klar dementieren, betonte
Sprecher Jörg Müller.
Laut «Tagesspiegel» sei besprochen worden, Nachfolgeregelungen etwa bei der Abgeltungs- und der
Körperschaftssteuer durch eine Expertenkommission ausarbeiten zu lassen. Auch hätten sich Schröder und Eichel
bei der Absenkung der geplanten Mindestbesteuerung verhandlungsbereit gezeigt und auch Zugeständnisse bei der
Einführung von Kontrollmitteilungen bei der Besteuerung von Kapitalerträgen signalisiert. (Quelle: ap)
Gewerkschaften offenbar uneins über Bündnis für Arbeit.
Sa.08.02.03 - Nach dem vorläufigen Scheitern des Bündnisses für Arbeit herrschen
innerhalb des DGB offenbar Differenzen über das weitere Vorgehen. Der Vorsitzende
der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg,
kritisierte in einem Zeitungsinterview indirekt die harte Position von DGB und IG
Metall. Der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE),
Hubertus Schmoldt, forderte eine Fortsetzung der Gespräche.
Möllenberg betonte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstagausgabe) zufolge,
Tabus würden die Gefahr bergen, dass sich die Gewerkschaften aus der politischen
Diskussion verabschieden. Damit würden sie freiwillig ihre
Gestaltungsmöglichkeiten aufgeben, sagte der NGG-Chef. Dies sei an die Chefs von
DGB und IG Metall, Michael Sommer und Klaus Zwickel, gerichtet, schreibt das
Blatt.
Weiter sagte Möllenberg demnach, angesichts von 4,6 Millionen Arbeitslosen sei
ein Zustand der Sprachlosigkeit nicht akzeptabel. Deshalb müssten Arbeitgeber und
Gewerkschaften "endlich aus ihren Schützengräben heraus".
Diskussionen über den Forderungskatalog der Arbeitgeber, den Sommer und
Zwickel als nicht verhandlungsfähig bezeichnet und das Bündnis deshalb in Frage
gestellt hatten, lehnte der Gewerkschaftschef in dem Interview nicht ab. Er sei in der Welt. Arbeitgeberpräsident Hundt
und Wirtschaftsminister Clement könnten allerdings nicht erwarten, "dass wir alles schlucken".
IG-BCE-Chef Schmoldt sagte in der ARD, er habe Bundeskanzler Gerhard Schröder aufgefordert, die Beteiligten an
den Tisch zu holen. "Das Bündnis für Arbeit darf nicht tot sein", sagte Schmoldt in der Sendung "Bericht aus Berlin".
Er räumte aber ein, dass auch die Gewerkschaften in künftigen Reformen etwas auf den Tisch legen müssten, damit
es zu weiteren Fortschritten komme. (Quelle: ap)
Grünen-Fraktionsvize Dückert für Lockerung des Kündigungsschutzes.
Sa.08.02.03 - Für eine Lockerung des Kündigungsschutzes hat sich auch die
stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Thea Dückert stark gemacht. "Wir
müssen auch an die denken, die draußen sind und keinen Job haben", sagte die
Arbeitsmarktexpertin in einem Interview der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung"
(Samstagausgabe). Es gebe nun einmal psychologische Einstellungsbarrieren. Um
diese zu überwinden, müsse über neue Abfindungsregelungen für Mitarbeiter in
Kleinbetrieben nachgedacht werden, sagte Dückert dem Blatt zufolge.
Sie würden eine Entlassung in den ersten Jahren erleichtern, ohne die Mitarbeiter
schutzlos dem Willen des Arbeitgebers auszusetzen. Dückert kritisierte das
Verhalten von Gewerkschaften und Arbeitgeber als "unerträglich". Angesichts der
hohen Arbeitslosigkeit habe niemand mehr Verständnis für die Machtspiele der
Tarifpartner. (Quelle: ap)
Grünen-Fraktionsvorsitzende Sager für Leistungskürzungen bei Krankenkassen.
Sa.08.02.03 - Die Grünen befürworten Leistungskürzen in der gesetzlichen
Krankenversicherung. "Es darf keine Tabus geben", sagte die
Grünen-Fraktionsvorsitzende Krista Sager der "Berliner Zeitung"
(Samstagausgabe). Ihre Partei erwarte von der Rürup-Kommission Vorschläge,
welche Maßnahmen aus dem Leistungskatalog gestrichen und welche
steuerfinanziert werden sollen. Außerdem müsse der Kreis der gesetzlich
Versicherten erweitert werden, sagte Sager dem Blatt.
Über Einschnitte bei der Zahnbehandlung äußerte sich Sager jedoch skeptisch.
Dies sei auch eine soziale Frage, sagte sie der Zeitung zufolge. Klärungsbedarf
meldete Sager bei den von Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) vorgelegten
Eckpunkten für eine Gesundheitsreform an. So müsse Schmidt genau erklären,
welchen Nutzen das geplante Zentrum für Qualität in der Medizin haben soll.
(Quelle: ap)
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