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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Do.13.02.03, 12:45 NATO weiter auf Suche nach Irak-Kompromiss.
Do.13.02.03 - Deutschland, Frankreich und Belgien haben einen Kompromissvorschlag für
Vorbereitungen der NATO für den Fall eines Irak-Kriegs abgelehnt und damit den dritten
Tag in Folge ein Ende einer der schwersten Krisen der Allianz verhindert.
Die Position der drei Länder sei unverändert, sagte NATO- Sprecher Yves Brodeur nach
einer zweiten Sitzung des NATO-Rates am Mittwochabend in Brüssel. Sie hätten dem
Kompromissvorschlag von Generalsekretär George Robertson zu Planungen zum Schutz
der Türkei im Kriegsfall nicht zugestimmt, den dieser nach nächtelangen Konsultationen
vorgelegt hatte. Wahrscheinlich werde es am Donnerstag eine erneute Sitzung des NATO-Rates
geben. Eine Einigung war aber nicht in Sicht: Frankreich und Belgien hatten bereits
deutlich gemacht, dass sie Planungen für den Fall eines Krieges nicht vor dem
Bericht der UNO-Waffeninspektoren am Freitag zustimmen könnten.
Ein Sprecher des französischen Außenministeriums hatte gesagt, Frankreich könne
sich in der NATO nicht anders verhalten als in der UNO. "Wir können nicht mit einer
NATO-Entscheidung grundsätzlich einer Militärintervention in Irak zustimmen und
damit Entscheidungen des Sicherheitsrates vorwegnehmen." Wie Deutschland und
Belgien fürchtet Frankreich, dass militärische Planungen zum Schutz der Türkei
zum jetzigen Zeitpunkt einen Krieg unausweichlich erscheinen lassen würden.
Brodeur sagte nach der Sitzung, Streitpunkt sei weiterhin der Zeitpunkt einer
Entscheidung, nicht die Hilfe für die Türkei. Frankreichs Präsident Jacques Chirac
und Bundeskanzler Gerhard Schröder bekräftigten unabhängig voneinander, ihre
Länder stellten die Bündnissolidarität mit der Türkei im Falle eines Krieges nicht in
Frage. Die Türkei ist das einzige NATO-Land, das an Irak grenzt. Die USA wollen
im Kriegsfall Stützpunkte in der Türkei nutzen.
Der amerikanische NATO-Botschafter Nicholas Burns hatte Hoffnungen auf eine
schnelle Lösung bereits vor der Abendsitzung gedämpft. "Es könnte etwas dauern, bis wir zum Ende der Diskussion
kommen, das wäre nicht überraschend." Am Montag hatte Burns noch schärfer von einer Glaubwürdigkeitskrise des
Bündnisses gesprochen, und US-Außenminister Colin Powell hatte am Dienstag auf eine schnelle Einigung gedrängt.
In Kreisen der drei blockierenden Länder hieß es: "Viele realisieren immer mehr, dass es keine Lösung vor Freitag
geben wird." US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld schlug in Washington ebenfalls zurückhaltendere Töne an
als zuvor und sagte: "Im gesamten Leben jedes Bündnisses oder jeder Beziehung gibt es immer mal Stolpersteine."
(Quelle: rtr)
Ungewöhnliche Fronten im Streit um Militärhilfe für die Türkei.
13.02.03 - Der Streit um die Militärhilfe für die Türkei, der die Nato in den letzten Tagen in
eine Krise stürzte, hat ungewöhnliche Fronten entstehen lassen. Die Türkei steht
Frankreich und Deutschland gegenüber, obwohl sich die Regierungen dieser drei
Länder eigentlich in dem Bestreben einig sind, einen Krieg gegen den Irak zu
verhindern, zumindest bis alle anderen Möglichkeiten zur Entwaffnung des Irak
erschöpft sind. Doch der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül stand in den
letzten Wochen wegen seiner abwartenden Haltung innen- und außenpolitisch
unter starken Druck.
Die USA drängte die Türkei, endlich zu einer definitiven Entscheidung zu kommen. So
zitierte die Turkish Daily-News anonyme Pentagon-Quellen, nach denen die USA
gedroht hat, mit anderen Ländern in der Region eine Nordfront gegen den Irak
aufzubauen. Das dürfte allerdings mehr Bluff als Realität gewesen sein. Denn anders als
Deutschland und Frankreich ist die Türkei schon aus geografischen Gründen für die
Kriegspläne der USA unverzichtbar. Deshalb bemühten sich US-Politiker schon vor mehr
als einem Jahr um eine einvernehmliche Lösung mit den türkischen Militärs, die in allen
wichtigen Fragen noch immer das letzte Wort haben. (telepolis, 13.02.03) Mehr unter:
Kritische Soldaten: USA und Türkei mißachten UN-Resolution 1441.
13.02.03 - Für den Arbeitskreis »Darmstädter Signal« (DS), in dem sich
ehemalige und aktive Offiziere und Unteroffiziere der
Bundeswehr zusammengeschlossen haben, ist die
augenblickliche Diskussion um die vermeintliche Bedrohung der
Türkei durch den Irak eine Geisterdebatte. Am Dienstag
meldete sich der Arbeitskreis mit einer Erklärung zur aktuellen
Auseinandersetzung innerhalb der NATO um die Lieferung von
Waffen an die Türkei und die Unterstützung des Landes mit
Soldaten zu Wort. Mehr unter:
Neue Bewegung vor Sitzung des Weltsicherheitsrat.
13.02.03 - Vor der möglicherweise entscheidenden Sitzung es Weltsicherheitsrats ist neue
Bewegung in die Suche nach einer diplomatischen Lösung der Irak-Krise gekommen. Französische
Diplomaten brachten ein Positionspapier in Umlauf, das mehrere Maßnahmen zur Verschärfung der
Rüstungskontrollen vorschlägt. Während sich Deutschland, Russland und weitere Mitglieder des
Weltsicherheitsrats hinter diese Bemühungen stellten, wiesen die USA und Großbritannien die Vorschläge
zurück.
Westliche Diplomaten kennzeichneten das französische Papier, das seit Dienstag unter den 15
Mitgliedern des Sicherheitsrates zirkulieren soll, als reine "Argumentationshilfe".
Es sei kein offizielles Ratsdokument und nicht der Entwurf für eine mögliche
Gegenresolution zu der in London vorbereiteten "zweiten Irak-Resolution" der
Amerikaner und Briten, wurde betont.
Frankreich hofft demnach, so genannte Wackelkandidaten im Rat auf die Seite des
Pro-Inspektions-Lagers zu ziehen. Zu diesen Kandidaten werden unter anderem
Chile, Mexiko, Angola und Guinea gezählt. Paris, Moskau und Berlin brauchen
wenigstens vier weitere Stimmen, um sich mit ihrer Strategie gegen die USA und
Großbritannien durchsetzen zu können. Eine dieser Stimmen wurde ihnen am
Dienstag bereits aus Peking zugesagt. Umgekehrt müssten London und
Washington wenigstens neun der 15 Stimmen im Sicherheitsrat bekommen, um
eine Resolution mit der Autorisierung für einen Militärschlag gegen Bagdad
durchzusetzen.
Aus UN-Kreisen verlautete am Mittwoch, dass die Außenminister Frankreichs und Russlands, Dominique de Villepin
und Igor Iwanow, erwägen, zu der möglicherweise entscheidenden Ratssitzung am Freitag nach New York zu
kommen. Auch die Teilnahme von Bundesaußenminister Joschka Fischer wurde nicht ausgeschlossen. Da
Deutschland im Februar die Präsidentschaft des höchsten UN-Gremiums innehat, würde Fischer erneut den Vorsitz
der Sicherheitsratssitzung übernehmen.
Diplomatische Kreise begründeten das eventuelle Kommen der Minister damit, dass Franzosen, Russen und
Deutsche ihrer Strategie - ähnlich wie US-Außenminister Colin Powell in der vergangenen Woche - Nachdruck
verleihen wollen. Powell hatte dem Weltsicherheitsrat am 5. Februar Indizien für Bagdads Besitz von
Massenvernichtungswaffen vorgetragen und auf die Notwendigkeit eines Militärschlags gegen Bagdad gepocht.
Dagegen bestehen Paris, Moskau und Berlin darauf, vor einem Krieg erst alle anderen Mittel auszuschöpfen.
Derweil wird der Ruf nach einer einheitlichen Haltung Europas über Krieg oder
Frieden am Golf lauter. Die griechische EU-Ratspräsidentschaft warnte am
Mittwoch vor einer "tiefen Krise" der EU, sollte dies nicht gelingen.
EU-Kommissionspräsident Romano Prodi sagte, das Gewicht Europas in der Welt
stehe auf dem Spiel. Bundeskanzler Gerhard Schröder äußerte sich zuversichtlich,
dass eine Position gefunden werden könne. Schröder begrüßte bei seinem Treffen
mit dem spanischen Ministerpräsidenten José Maria Aznar auf Lanzarote die
Entscheidung Griechenlands, einen Sondergipfel einzuberufen. Das Treffen ist für
Montagabend in Brüssel geplant.
Schröder sicherte den USA und Großbritannien volle militärische Bewegungsfreiheit
in Deutschland für den Fall eines Irak-Kriegs zu. Schröder will seinen Kurs in der Irak-Politik
heute in einer Regierungserklärung erläutern. Die Unionsparteien bereiteten einen Antrag vor,
wonach sich der Bundestag die proamerikanische Erklärung von acht europäischen Staats- und
Regierungschefs inhaltlich zu Eigen machen solle. (Quelle: dpa)
SPD-Generalsekretär: Deutschland wird Resolution für Irak-Krieg ablehnen.
13.02.03 - Deutschland wird im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO)
nach den Worten des SPD-Generalsekretärs Olaf Scholz die von den USA
angekündigte Resolution zum Irak-Konflikt ablehnen, falls der Entwurf einen
Militärschlag legitimieren sollte.
"Wir haben gesagt, wir werden keine den Krieg legitimierende Resolution
unterstützen und soweit eine solche vorgelegt wird - und davon ist ja auszugehen -
ist das dann auch so, dass wir das nicht tun werden", sagte Scholz am
Donnerstagmorgen im Berliner Inforadio. Nach Angaben der USA laufen derzeit
Gespräche über die Formulierung einer neuen Irak-Resolution des Sicherheitsrates.
Die USA und Großbritannien wollen eine Resolution, die militärische Gewalt
ermächtigt, sollte Irak die Abrüstungsauflagen verletzen. Das Auswärtige Amt
bestätigte am Donnerstag, dass Außenminister Joschka Fischer (Grüne) an der
Sicherheitsrats-Sitzung an diesem Freitag teilnehmen wird.
Scholz sagte weiter, die derzeit bestehende Irak-Resolution 1441 der UNO
rechtfertige kein militärisches Vorgehen gegen Irak: "Nach unserer Auffassung ist
es nicht so, dass sich jetzt irgendjemand hinstellen kann und sagt: diese
Resolution reicht mir und ich lege jetzt los." Wer eine Legitimierung für einen
militärischen Einsatz wolle, der müsse sich um eine entsprechende Entscheidung
des Weltsicherheitsrates bemühen.
Am Freitag werden die Chefs der UNO-Waffeninspektionen in Irak dem
Sicherheitsrat einen neuen Zwischenbericht vorlegen. (Quelle: rtr)
Keine Differenzen zwischen SPD und Grünen in Irak-Frage
13.02.03 - SPD und Grüne unterstützen in der Irak-Frage die Position von
Bundeskanzler Gerhard Schröder. Beide Seiten seien sich einig gewesen, dass
Deutschland sich nicht mit Soldaten an einem Krieg beteiligen werde. Das sagte
SPD-Generalsekretär Olaf Scholz in Berlin nach der Koalitionsrunde. (Quelle: dpa)
Bundesregierung sieht keine Achse zwischen Irak und El Kaida.
13.02.03 - Anders als die USA sieht die Bundesregierung in der angeblichen
Osama-Bin-Laden-Botschaft keinen Beweis für eine Zusammenarbeit des Iraks mit der
Terrororganisation El Kaida. Vize-Regierungssprecher Thomas Steg sagte am Mittwoch
in Berlin: "Aus dem, was bisher bekannt ist, glauben wir keine Rückschlüsse darauf ziehen zu
können, dass es Belege dafür gibt, dass eine Achse oder ähnliche Bindungen zwischen dem
Regime in Bagdad und der El Kaida bestehen."
Der arabische Fernsehsender El Dschasira hatte am
Dienstagabend eine Tonband-Botschaft ausgestrahlt, die dem Terroristenführer bin
Laden zugeschrieben wurde. Darin werden die Moslems in aller Welt zur
Verteidigung des Iraks gegen eine US-Militärintervention aufgerufen.
Nach Ansicht des CDU-Außenexperten Friedbert Pflüger bestätigen Informationen des Bundesnachrichtendienstes
(BND) in weiten Teilen die Vorwürfe der USA gegen den Irak. Pflüger nannte die Informationen im Fernsehsender
Phoenix nach einer Sitzung des Auswärtigen Ausschusses mit BND-Vertretern "zutiefst Besorgnis erregend".
SPD-Vizefraktionschef Gernot Erler sagte dem Sender, der BND habe Hinweise, aber keine Beweise für eine sehr
ernsthafte Bedrohung, die vom Irak ausgehe. (Quelle: dpa)
Wie eine Tonbandbotschaft vielen Zwecken dient -
Für die US-Regierung ist die angebliche Botschaft von Bin Ladin ein
Beweis für die Verbindung von al-Qaida und Bagdad, doch bei genauerem
Hinsehen spricht dafür nichts. Mehr unter:
Spanien sagt USA Unterstützung für neue Irak-Resolution zu.
13.02.03 - Spanien hat den USA Unterstützung bei deren Bemühungen im UNO-Sicherheitsrat
um eine Resolution für einen Militärschlag zur Abrüstung Iraks zugesagt.
Der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar sagte am Mittwochabend in
Madrid, er habe US-Präsident George W. Bush telefonisch zugesichert, gemeinsam
für eine solche Resolution zu arbeiten. Stunden zuvor war ein Treffen Aznars mit
Bundeskanzler Gerhard Schröder ohne Einigung in der Irak-Frage zu Ende
gegangen. Deutschland setzt sich gemeinsam mit Frankreich, Russland und China
für eine Fortsetzung der Waffeninspektionen in Irak ein.
Spanien und Deutschland sind derzeit als nicht ständige Mitglieder im
Sicherheitsrat vertreten. Deutschland hat im Februar turnusgemäß den Vorsitz inne.
(Quelle: rtr)
Moskau behält sich Veto gegen Irak-Resolution vor.
13.02.03 - Russland behält sich in der Irak-Krise ein Veto im UN-Sicherheitsrat vor. Die
russische Regierung habe in der Vergangenheit schon mehrfach ihr Veto eingelegt
und werde dies "wenn nötig" auch wieder tun, sagte der russische Präsident
Wladimir Putin am Mittwochabend in der südwestfranzösischen Küstenstadt
Bordeaux. Gleichzeitig warnte Putin vor jeglicher "Polemik" in der Irak-Frage. Diese
könne künftige Übereinkommen mit mit Partnerstaaten aus dem UN-Sicherheitsrat,
"die unsere Meinung bislang nicht teilen" lediglich "verkomplizieren", betonte der
russische Präsident. Moskau stimme in seiner Haltung zu Irak praktisch
vollkommen mit Frankreich überein. (Quelle: afp)
US-Abgeordnete erwägen Sanktionen gegen Franzosen und Deutsche.
13.02.03 - Aus Verärgerung über die Haltung von Frankreich und
Deutschland haben mehrere US-Kongressabgeordnete nach einem Zeitungsbericht
Handelssanktionen gegen beide Staaten vorgeschlagen. Der Präsident des
Abgeordnetenhauses, Dennis Hastert, nannte französisches Mineralwasser und
französischen Wein als mögliche Ziele solcher Sanktionen, wie die "Washington
Post" am Mittwoch schrieb. "Frankreich und Deutschland verlieren täglich an
Glaubwürdigkeit, und ich glaube, sie verlieren Ansehen in der Welt", zitierte das
Blatt Mehrheitsführer Tom DeLay.
Zu Deutschland heißt es in dem Blatt, Befürworter
einer Verringerung der gut 71 000 auf deutschem
Boden stationierten US- Soldaten hätten deutlich
Aufwind erhalten. Für eine Reduzierung hatte sich
kürzlich auch der neue Nato-Oberbefehlshaber und
US-General James Jones eingesetzt, allerdings mit der
Begründung, dass künftig kleinere und flexiblere
Einheiten gefragt seien. Die Pläne schon lange
entworfen worden, fänden aber jetzt wachsende
Unterstützung, heißt es. "Alles, was wir tun können, um
ihnen (Deutschen und Franzosen) wehzutun, ohne dass
es uns wehtut, werde ich unterstützen", wird der
republikanische Abgeordneten Peter King zitiert.
Eine parteiübergreifende Gruppe von Senatoren hatte am Dienstag Pläne für eine Resolution angekündigt, 18
europäischen Staaten für deren Unterstützung der USA - gegen Frankreich und Deutschland - zu danken.
(Quellen: ap, dpa) Mehr unter:
Rechtsexperte hält Irak-Krieg ohne UN-Mandat für illegal.
13.02.03 - Der internationale Rechtsexperte Richard Goldstone hat einen
Militärschlag gegen Irak ohne UN-Mandat als illegal gebrandmarkt. Der erste
Chefankläger beim Haager UN-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen
Jugoslawien erklärte am Donnerstag im australischen Rundfunksender ABC, ein
Angriff auf ein anderes Land sei juristisch nur als Mittel zur Selbstverteidigung zu
rechtfertigen. Sollte dies nicht eindeutig nachzuweisen sein, dann gebe es keinen
Grund für eine Militäraktion gegen Bagdad.
Seiner Meinung nach könnten die USA jedenfalls nicht geltend machen, dass sie
von Irak unmittelbar bedroht würden, betonte der heutige südafrikanische
Verfassungsrichter. Auch humanitäre Gründe wie bei den Luftangriffen gegen
Jugoslawien wegen der Kosovo-Krise liessen sich im Falle Iraks zurzeit anführen.
Deshalb wäre ein Angriff schlicht rechtswidrig nach der Charta der Vereinten
Nationen. "Es wäre das erste Mal seit Bestehen der UN, dass ohne Billigung des
Sicherheitsrats eine Militäraktion ausgeführt würde, bei der es sich nicht um reine
Selbstverteidigung handelt und die auch nicht aus humanitären Gründen erfolgt",
sagte Goldstone. (Quelle: ap)
USA ziehen Diplomaten aus Golfregion ab.
13.02.03 - Angesichts eines möglichen Kriegs gegen Irak hat das
US-Aussenministerium amerikanische Diplomaten in niedrigeren Rängen
aufgefordert, Saudi-Arabien, Katar und Bahrain zu verlassen. Der Ratschlag sei
wegen anti-amerikanischer Ressentiments in diesen Ländern erfolgt, verlautete am
Mittwoch aus Regierungskreisen in Washington. Den Familienmitgliedern von
Diplomaten in Katar und Bahrain wurde ebenfalls zur Heimreise geraten. In
Saudi-Arabien war diese Aufforderung bereits erfolgt.
Alle drei Staaten könnten bei einer Militäraktion gegen Irak eine entscheidende
Rolle zur Unterstützung der USA spielen. In der vergangenen Woche waren bereits
grosse Teile des diplomatischen Personals zum Verlassen von Israel, Jordanien,
Syrien und Libanon aufgefordert worden. Alle US-Bürger wurden generell ermahnt,
nach Möglichkeit nicht in den Nahen und Mittleren Osten zu reisen. (Quelle: ap)
US-Militäraufgebot rund um Irak liegt inzwischen bei 150000 Mann.
13.02.03 - Die USA haben inzwischen 150.000 Soldaten rund um Irak aufgezogen.
Allein in Kuwait, von wo aus ein möglicher Irak-Krieg gesteuert würde, sei die
Truppenstärke am vergangenen Wochenende um 15.000 auf 70.000 Mann erhöht
worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington am
Mittwoch. Gleichzeitig verkündete das Pentagon die Mobilisierung von 40.000
weiteren Reservisten und Nationalgardisten. Die US-Kriegspläne sehen im Kriegsfall
den Einsatz von 250.000 Soldaten gegen Irak vor, halb so viele wie im Golfkrieg
1991. Nach Pentagon-Angaben wäre jedoch ein plötzlicher und rascher Angriff auf
Irak aus der Luft bereits möglich, bevor diese Truppenstärke in der Region erreicht
ist. (Quelle: afp)
Powell: «Moment der Wahrheit» rückt rasch näher.
13.02.03 - US-Außenminister Colin Powell hat in einer Anhörung vor dem Kongress am
Mittwoch die Hoffnung geäußert, die widerstrebenden Verbündeten doch noch für eine
Militäraktion zur Entwaffnung Irak zu gewinnen. Wie dem aber auch sei, "der Moment der
Wahrheit" rücke rasch näher, sagte Powell. Er wolle vom deutschen Außenminister Joschka
Fischer und dem Franzosen Dominique de Villepin Antwort auf die Frage verlangen, wie viel
Zeit sie den UN-Inspekteuren noch geben wollten oder ob sie nur versuchten, Irak "vom
Haken" zu lassen.
"Das ist die Frage, die ich ihnen am Freitag stellen werde", sagte Powell. Er
deutete damit an, dass er offenbar an der Sitzung des Weltsicherheitsrats
teilnehmen wollte, auf der UN-Chefinspekteur Hans Blix seinen neuesten
Irak-Bericht vorlegen sollte. Außerdem wies Powell den Vorschlag Frankreichs,
Deutschlands und Russlands zurück, die personellen und technischen Kapazitäten
der UN-Inspekteure substanziell zu verstärken. Blix habe eine solche Aufstockung
nicht verlangt, und dies sei auch nicht das Thema, sagte Powell vor dem
Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses. (Quelle: ap)
Gush Shalom: Der Geruch des Krieges - Ölgeruch.
In diesem Krieg geht es nicht um Terrorismus.
Also, worum geht es bei diesem Krieg? Um Öl
Ein starker Ölgeruch liegt in der Luft. Wer ihn nicht wahrnimmt, kann nicht verstehen, was
passiert. Aber wenn man erfasst hat, worum sich hier alles dreht, erscheint das zynische
und heuchlerische Vorgehen von Bush & Co. total logisch.
Der Gründer der israelischen Friedensbewegung Gush Shalom über die
Interessen der USA und die Folgen eines Irak-Krieges für Israel.
(Quelle: telepolis, 12.02.03)
Blair: Krieg eventuell moralischer als Fortsetzung der Sanktionen.
13.02.03 - Ein Krieg gegen Irak könnte nach Meinung Tony Blairs unter
moralischen Gesichtspunkten möglicherweise einer Fortsetzung der
UN-Wirtschaftssanktionen vorzuziehen sein, bei der tausende unschuldiger
Menschen sterben würden. In einer Rede vor dem Unterhaus in London rief der
britische Premierminister Befürworter und Gegner eines Irak-Kriegs dazu auf, die
"moralischen Konsequenzen eines Kriegs abzuwägen".
"Bevor wir die Entscheidung treffen, in den Krieg zu ziehen, sollte deren Moralität
schwer auf unseren Gewissen lasten, da unschuldige Menschen, genauso wie
Schuldige, in einem Krieg sterben", sagte Blair. "Die einzige Alternative zur
Entwaffnung durch die UN ist, dass wir die Sanktionen Jahr für Jahr in Kraft lassen.
Und, ich sage es einfach, das ist ebenso eine Wahl mit schlimmen und
verheerenden Konsequenzen für das irakische Volk."
Die Sanktionen, die die Vereinten Nationen nach der irakischen Invasion in Kuwait
im Jahr 1990 verhängten, haben die Wirtschaft des Landes weitgehend ruiniert. Der
Großteil der 23 Millionen Iraker ist abhängig von dem UN-Programm Lebensmittel
für Öl, das der Führung in Bagdad den Export von Öl erlaubt, um dafür humanitäre Güter zu importieren.
Blair sprach sich in seiner Rede außerdem dafür aus, den UN-Inspekteuren in Irak "so viel Zeit zu geben, wie sie
brauchen", falls Chefinspekteur Hans Blix in seinem Bericht an den Weltsicherheitsrat am Freitag zu dem Ergebnis
kommen sollte, dass Irak wirklich zusammenarbeite. "Ich denke, dies sollte durch die UN beigelegt werden", sagte
Blair. "Allerdings müssen wir vorsichtig sein, dass wir - falls Irak nicht kooperiert - nicht wieder in eine Situation wie in
den 90ern geraten, als die Inspekteure Jahre drin waren", ohne Irak von seinen chemischen und biologischen Waffen
zu säubern. (Quelle: ap)
Die UN-Sanktionen gegen Irak und ihre Folgen:
Schröder hält Kriegsvermeidung noch für möglich.
13.02.03 - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich leidenschaftlich dafür
eingesetzt, einen Irak-Krieg noch abzuwenden. "Es ist nicht zu spät, die
Entwaffnung des irakischen Regimes friedlich zu erreichen", beschwor Schröder am
Donnerstag den Bundestag. Die Inspektionen müssten fortgesetzt und ausgeweitet
werden, sagte der Kanzler einen Tag vor der wichtigen Sitzung des
UN-Sicherheitsrates in einer Regierungserklärung. Verteidigungsminister Peter
Struck (SPD) kündigte eine Entscheidung im NATO-Streit über militärische Hilfe für
die Türkei "spätestens am Samstag" an. Die Türkei als NATO-Bündnispartner
werde den Schutz bekommen, den sie brauche.
Schröder und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) wiesen Oppositionsvorwürfe
zurück, Deutschland sei auf dem Irrweg, habe sich isoliert und bleibe der Türkei den
notwendigen Schutz schuldig. Dagegen warfen die Parteichefs von CDU und FDP,
Angela Merkel und Guido Westerwelle, der Regierung vor, sie mache durch ihre
Politik einen Krieg gegen Saddam Hussein wahrscheinlicher.
Die CDU/CSU-Fraktion unterlag bei dem Versuch, einen Kurswechsel der Regierung
zu erzwingen. Zwei Anträge dazu wurden in namentlicher Abstimmung mit
deutlicher Mehrheit abgelehnt. Schröder hielt der Union in seiner 40-minütigen
Erklärung Unterstützung für den Krieg vor. "Es gibt auch in unserem Land eine
Koalition der Willigen für den Krieg. Die CDU/CSU gehört dazu", sagte er unter
lautstarken Protesten der Opposition. Merkel warf ihm vor, ihre Partei "als
Kriegstreiber zu verleumden".
"Wir tun unsere Pflicht für den Frieden", begründete Schröder seinen Kurs.
Vornehmste Aufgabe internationaler Politik sei die Verhütung von Kriegen. "Keine
Realpolitik und keine Sicherheitsdoktrin darf dazu führen, dass wir uns schleichend
wieder daran gewöhnen, den Krieg als gleichsam normales Mittel der Politik zu
betrachten", sagte er. Fischer kritisierte die Prioritätensetzung der USA. Er habe
bis heute keine überzeugende Antwort gehört, wie man von den Terroranschlägen
gegen die USA vom 11. September 2001 zu einem Krieg gegen den Irak kommen
könnte. Er warnte vor einem Abbruch der Inspektionen. Der Druck auf Saddam
Hussein müsse aufrechterhalten werden.
Merkel und Westerwelle beschuldigten Schröder, einen außenpolitischen "Irrweg"
zu beschreiten. Mit seinem Verhalten und vor allem seiner Wahlkampfrede in Goslar habe der Kanzler einen Krieg
gegen den Irak "nicht unwahrscheinlicher, sondern wahrscheinlicher" gemacht, meinte Merkel. Schröder schwäche
mit "Teilbündnissen" mit anderen Ländern die EU, die NATO und die Arbeit der UN-Inspekteure. Schröder hatte am
21. Januar in der niedersächsischen Stadt erklärt: "Ich sage das hier jetzt ein Stück weit weitergehend als das, was
ich in dieser Frage sonst formuliert habe: Rechnet nicht damit, dass Deutschland einer den Krieg legitimierenden
Resolution zustimmt."
Westerwelle sagte im Bundestag, die von Rot-Grün betriebene Außenpolitik sei zu einem Instrument der Innenpolitik
verkommen. "Ihre Politik ist unhistorisch". CSU-Landesgruppenchef Michael Glos meinte, die Regierung habe in
großem Maße außenpolitisches Vertrauen und Porzellan zerschlagen. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Schäuble warf
der Regierung vor, Kriegsängste und antiamerikanische Ressentiments zu schüren.
Schröder wies dies zurück. Er hob das freundschaftliche Verhältnis zu den USA hervor, das ungeachtet von
Meinungsunterschieden in der Irak-Frage in seiner Substanz nicht berührt werde. Deutschland stelle nach den USA
die meisten Kräfte im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. "Wenige Nato-Mitglieder leisten, was wir leisten,
und das darf nicht vergessen werden".
Struck sagte, nach den Beratungen im UN-Sicherheitsrat über den Irak-Konflikt am Freitag werde es bei der NATO
eine Entscheidung geben, "die den Interessen der Türkei absolut entspricht". Zugleich kündigte er an, dass die
deutschen "Patriot"-Luftabwehrraketen für die Türkei und die dazugehörigen holländischen Abschussrampen ebenfalls
am Samstag auf den Seeweg gebracht werden.
Die Regierungserklärung zu Irak in Auszügen:
Europas Bürger mehrheitlich auf Anti-Kriegskurs.
13.02.03 - Während die Regierungen der
EU-Staaten und Russlands sehr unterschiedliche
Haltungen zur US-amerikanischen Irak- Politik
einnehmen, sind die Bürger nach Meinungsumfragen ganz
überwiegend gegen einen neuen Golfkrieg. Anders
dagegen ist die Stimmung in den USA, wo sich eine
Mehrheit für einen Militärschlag auch ohne ausdrückliche
Zustimmung der Vereinten Nationen ausspricht.
RUSSLAND: Präsident Wladimir Putin möchte auch aus wirtschaftlichen Gründen
einen Krieg gegen den Irak verhindern. Die Entscheidung für einen Waffengang dürfe
nur der UN-Sicherheitsrat treffen. Putin ist aber nach Ansicht von Beobachtern nicht
bereit, für den Irak die neue Freundschaft mit den USA zu opfern. In Umfragen
spricht sich eine Mehrheit gegen einen Krieg aus. Sollte es doch zum Krieg
kommen, wünschen zwei Drittel eine neutrale Rolle Russlands.
DEUTSCHLAND: Die von Gerhard Schröder geführte rot-grüne Bundesregierung hat
erklärt, sich in keinem Fall direkt oder indirekt an einem Irak-Krieg zu beteiligen. Gemeinsam mit Frankreich und
Russland setzt sich Berlin dafür ein, die UN-Waffeninspektionen zu verstärken. 71 Prozent der Bürger sind nach einer
neuen Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins «Stern» der Ansicht, die Regierung sollte ihre Position gegen einen
Krieg beibehalten.
FRANKREICH: Präsident Jacques Chirac und seine konservative Regierung setzen sich aktiv für eine friedliche
Lösung des Konflikts ein, wobei ein Krieg als «letztes Mittel» nicht ausgeschlossen wird. In der Bevölkerung hat die
Zahl der Gegner eines Krieges auch unter UN-Mandat zugenommen, zuletzt waren es 77 Prozent im Vergleich zu 76
Prozent im Januar.
GROSSBRITANNIEN: Premierminister Tony Blair ist der engste Verbündete der Amerikaner. Er drängt genau wie
US-Präsident George W. Bush zur Eile, möchte aber vor einem Militärschlag eine weitere UN-Resolution
verabschieden. Anderenfalls stünde Blair im eigenen Land isoliert da: Weniger als zehn Prozent der Briten würden
nach einer BBC-Umfrage vom Mittwoch einem Krieg ohne neue Resolution zustimmen.
SPANIEN: Der konservative Regierungschef José María Aznar und seine Volkspartei unterstützen gegen den
Widerstand aller übrigen Parteien im Parlament die US-Haltung. In jüngsten Umfragen haben sich aber 91 Prozent der
Spanier gegen eine militärische Intervention ausgesprochen. Die Frage lautete: «Sind Sie für oder gegen einen Krieg
gegen den Irak?» Knapp 65 Prozent der Spanier lehnen einen Krieg selbst für den Fall ab, dass die UN grünes Licht
geben.
PORTUGAL: Die rechts-konservative Koalition unter Ministerpräsident José Manuel Durão Barroso unterstützt die
US-Linie, die Opposition ist geschlossen dagegen. Umfragen zufolge sind rund 75 Prozent der Portugiesen gegen
einen Krieg, selbst mit UN-Mandat lehnen immer noch 53 Prozent eine militärische Intervention ab.
ITALIEN: In Italien steht die Unterstützung der USA durch die Regierung ebenfalls im Gegensatz zur allgemeinen
Anti-Kriegs-Stimmung der Bevölkerung. Auch die einflussreiche katholische Kirche befindet sich in der Irak-Frage auf
Konfrontationskurs mit Regierungschef Silvio Berlusconi. Einer Umfrage zufolge sind 66 Prozent der Bevölkerung der
Meinung, dass Italien sich der Anti-Kriegs-Haltung Frankreichs und Deutschlands anschließen sollte.
USA: Präsident George W. Bush ist dazu bereit, notfalls auch ohne
UN-Unterstützung militärisch gegen den Irak vorzugehen. Der Kongress hat ihm
bereits im vergangenen Herbst grünes Licht für einen Krieg im Fall eines Scheiterns
diplomatischer Bemühungen gegeben. Nach jüngsten Umfragen ist der Rückhalt für
Bushs Kurs gewachsen. Danach sind jetzt fast 60 Prozent der US-Bürger für eine
Militäraktion auch ohne UN-Mandat, vorausgesetzt, "einige Hauptverbündete"
machen mit.
In den USA wächst das Bündnis für den Frieden.
13.02.03 - Inzwischen wird es vom liberalen
Durchschnittsamerikaner dominiert. Sogar Camilla Paglia ist
gegen den Krieg. Sie liest den Untergang des
amerikanischen Imperiums nicht aus Eingeweiden, sondern
aus den Trümmern des Spaceshuttles. Mehr unter:
Am 15.Februar - Internationaler Aktionstag gegen Irak-Krieg.
13.02.03 - In folgenden Städten sollen am kommenden Samstag, dem
internationalen Aktionstag gegen einen Krieg im Irak,
Demonstrationen stattfinden.:
Link-Auswahl zum Thema Irak-Konflikt:
Rechtsextreme machen für die Verteidigung Iraks mobil.
13.02.03 - Wenn am kommenden 15. Februar weltweit Hunderttausende Menschen zu einem
internationalen Aktionstag gegen den drohenden Krieg im Irak auf die Straße
gehen, werden auch Neonazis dabei sein. In zahlreichen Aufrufen fordern
rechtsextreme Gruppen ihre Anhänger auf, gegen den "US-Imperialismus" zu
demonstrieren. Auf diese Weise wollen die Rechtsextremen nicht nur ihre
Verachtung der USA zum Ausdruck bringen und Unterstützung für das Regime
Saddam Husseins zeigen, sondern auch die "Querfrontstrategie" weiter treiben,
mit der sie seit Jahren versuchen, Einfluss auf die
"Anti-Globalisierungsbewegung" zu gewinnen. Mehr unter:
Nordkoreas Atomprogramm kommt vor UN-Sicherheitsrat
13.02.03 - Nach monatelangem Streit um das nordkoranische Atomprogramm hat
die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) beschlossen, den Fall vor
den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Die Entscheidung fiel mit 31 Ja-Stimmen und
zwei Enthaltungen. Zur Begründung hieß es unter anderem, die Regierung in
Pjöngjang verstoße gegen den Atomwaffensperrvertrag. Kurz vor der Sondersitzung
hatte sich der EU-Außenbeauftragte Javier Solana gegen die Verhängung von UN-Sanktionen
gewandt. Auch Russland warnte vor einer Verhärtung der Fronten.
Bei der Abstimmung des Vorstands hätten sich nur Russland und Kuba enthalten,
sagte ein Diplomat. Die Erklärung sei so angenommen worden, wie sie in den
vorausgegangenen Wochen zu Papier gebracht wurde, hieß es in Wien weiter.
Nach dieser Entscheidung müsse Nordkorea mit Sanktionen rechnen. Pjöngjang
hatte unlängst betont, dass es etwaige Strafmaßnahmen als "Kriegserklärung"
betrachten würde.
Solana hatte nach dreitägigen Gesprächen in der südkoreanischen Hauptstadt
Seoul unmittelbar vor der Sitzung davor gewarnt, dass Strafmaßnahmen der UNO
die Krise eher weiter anfachen würden. Indirekt forderte der EU-Außenbeauftragte
die USA zum Dialog mit Nordkorea auf: Wenn die Krise beigelegt werden solle,
seien direkte Gespräche zwischen den beiden Staaten entscheidend.
Der russische Vize-Außenminister Alexander Losjukow hatte eine Diskussion der
Atom-Krise im UN-Sicherheitsrat vor der Sitzung erneut als "kontraproduktiv"
bezeichnet. Ein solcher Schritt könne nur eine "negative Reaktion" Pjöngjangs
provozieren, sagte er der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS. Der Konflikt müsse "auf politischem und
diplomatischem Wege" gelöst werden.
Ein ranghoher US-Diplomat versicherte am Dienstag in New York, Washington sei nach wie vor an einer
"diplomatischen Lösung" interessiert. Diese sei jedoch nicht so rasch zu bewerkstelligen. Er halte es deshalb für sehr
wahrscheinlich, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit der Behandlung der Krise Zeit lassen werde. (Quelle: afp)
Nordkorea will etwaige UNO-Sanktionen ignorieren.
13.02.03 - Nordkorea will nach Aussagen seines Botschafters in
Deutschland im Atomstreit etwaige Sanktionen der Vereinten Nationen (UNO)
ignorieren.
Botschafter Pak Hyon Bo sagte der "Financial Times Deutschland"
(Donnerstagausgabe): "Sanktionen werden wir ignorieren." Nordkorea sei ja kein
Mitglied des Atomwaffensperrvertrags mehr, fügte Pak hinzu. Im Streit um das
Atomprogramm Nordkoreas hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am
Mittwoch den UNO-Sicherheitsrat eingeschaltet. Dem Sicherheitsrat werde
mitgeteilt, dass Nordkorea seine Verpflichtungen zur atomaren Sicherheit nicht
einhalte, teilte die Behörde in Wien mit.
Pak sagte der Zeitung: "Wir sind kein Mitglied im Atomwaffensperrvertrag mehr. Es
gibt kein Land, das uns derzeit auf unsere Verpflichtungen hinweisen darf." Die
nordkoreanische Regierung bestehe darauf, nur direkt mit den USA über eine
Lösung der Probleme sprechen zu können. Das kommunistische Land verlangt
dabei den Abschluss eines Nicht-Angriffspakts. Im Gegenzug sei man bereit, den
USA unverzüglich Verifikationen an den nuklearen Anlagen zu erlauben, sagte Pak
weiter.
Der Sicherheitsrat könnte Maßnahmen gegen Nordkorea ergreifen und etwa
Wirtschaftssanktionen verhängen. Die Regierung in Pjöngjang hat erklärt,
Wirtschaftssanktionen würden als Kriegserklärung aufgefasst. IAEA-Chef Mohamed
ElBaradei sagte jedoch, kein Mitglied der Behörde habe Sanktionen gegen Nordkorea verlangt. "Die Botschaft heute
lautet, dass wir den Sicherheitsrat und all dessen Möglichkeiten nutzen wollen, um eine diplomatische Lösung zu
finden."
Das japanische Außenministerium teilte am Donnerstag in Tokio mit, es sei zu hoffen, dass Nordkorea sein
Atomprogramm rasch und nachprüfbar stoppe. Nordkorea müsse den Beschluss der IAEA ernst nehmen, hieß es in
der japanischen Erklärung weiter. Japan werde seine Bemühungen fortsetzen, gemeinsam mit anderen Staaten die
Krise friedlich zu beenden. (Quelle: rtr)
CIA: Nordkorea könnte USA mit Atomwaffen angreifen.
13.02.03 - Nordkorea ist nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes CIA in der Lage,
die Westküste der USA mit Atomwaffen angreifen.
Nordkorea habe ein bis zwei Atomwaffen und verfüge über
eine entsprechende Rakete, sagte CIA-Chef George Tenet
am Mittwoch vor einem Ausschuss des US-Senats. Er
bestätigte damit frühere Vermutungen des
US-Geheimdienstes. Der Direktor des Militärgeheimdienstes DIA,
Vize-Admiral Lowell Jacoby, sagte, Nordkorea verfüge
über eine dreistufige "Taepodong 2"-Rakete, die in der Lage sei, die US-Westküste
zu erreichen. Sie sei jedoch noch nicht getestet worden. (Quelle: rtr)
14 Tote bei Unruhen in Bolivien.
13.02.03 - Bei schweren Unruhen sind in der bolivianischen Hauptstadt La Paz
mindestens 14 Menschen getötet worden. Nach Krankenhausangaben wurden bis
zu 80 Menschen verletzt. Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada hatte das Militär
eingesetzt, da sich auch die Polizei an Demonstrationen gegen Steuererhöhungen
beteiligte. Er habe angeordnet, den Haushaltsentwurf, der drastische
Steuererhöhungen vorsah, zurückzuziehen, sagte Sánchez de Lozada am Mittwoch
in einer Fernsehansprache.
Die Polizisten und andere Gruppen hatten sich auf der Plaza Murillo, an der der
Präsidentenpalast, das Parlament und das Außenministerium liegen, versammelt.
Als die Studenten begannen, die Scheiben des Präsidentenpalastes einzuschlagen,
schritt das Militär ein. Neben Tränengas hätten die Soldaten auch mit scharfer
Munition auf die Demonstranten geschossen, berichteten Augenzeugen.
Unterdessen verwüsteten Demonstranten das Arbeitsministerium und griffen den
Amtssitz des Vize-Präsidenten an. Auch mehrere Parteibüros wurden überfallen
und in Brand gesetzt. Vor allem junge Leute nutzten das Chaos, um Geschäfte zu plündern. Im Laufe der Nacht
beruhigte sich die Lage etwas. Für diesen Donnerstag riefen Gewerkschaften zu einem Generalstreik auf.
Etwa 300 Polizisten der Elite-Einheit GES hielten sich weiter im Hauptquartier ihrer Einheit verbarrikadiert, um
Gehaltsverbesserungen durchzusetzen. Auch aus anderen Städten des Landes waren Demonstrationen gemeldet
worden.
Die Regierung hatte die Steuererhöhungen mit der Notwendigkeit begründet, das chronische Defizit der öffentlichen
Hand zu reduzieren. Dazu hatte sich das Land auch gegenüber dem Internationalen Währungsfonds (IWF) verpflichtet,
um weitere, dringend benötigte Finanzhilfen zu erhalten.
Gewerkschaften und Unternehmerverbände hatten gewarnt, die Steuererhöhungen würden die lahmende Wirtschaft
völlig abwürgen. Das "Diktat" des IWF sei inakzeptabel, lautete der Vorwurf. Die Regierung erklärte den Donnerstag
wegen der Unruhen zum einem arbeitsfreien Tag. (Quelle: dpa)
EU-Parlament will Arbeitsmigration erleichtern.
13.02.03 - Das Europäische Parlament will die Einreise für
sogenannte Arbeitsmigranten aus Staaten
ausserhalb der EU deutlich erleichtern. Die
Abgeordneten sprachen sich am Mittwoch gegen
die Stimmen der Christdemokraten für den
Vorschlag der EU-Kommission aus.
Einwanderer sollen nach dem Willen des
Europäischen Parlaments eine Aufenthaltsgenehmigung
bekommen, wenn eine Arbeitsstelle drei Wochen lang
nicht mit EU-Bürgern besetzt werden kann. Die
Genehmigung darf nicht regional beschränkt sein. (Quelle: nzz) Mehr unter:
Deutschland: Razzien gegen islamistische Gruppierung.
13.02.03 - In einer konzertierten Aktion sind in vier
deutschen Bundesländern Razzien gegen eine
islamistische Vereinigung durchgeführt worden.
Die Gruppe soll Anschläge geplant
haben. Mehr unter:
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