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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Do.20.02.03, 12:45 USA und Großbritannien planen «sehr harte» UN-Resolution zu Irak
Do.20.02.03 - In der Irak-Krise bereiten die USA und Großbritannien einen Entwurf für
eine zweite "sehr harte" UN-Resolution vor. Der Entwurf könne in dieser oder der kommenden
Woche vorgelegt werden, sagte Regierungssprecher Ari Fleischer im Weißen Haus.
Großbritannien und die USA arbeiteten noch an der Formulierung.
Eine neue, strengere Resolution solle möglicherweise noch in dieser Woche
vorgelegt werden, sagte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John
Negroponte. US-Präsident George W. Bush erklärte eine zweite Resolution für
sinnvoll, aber nicht unbedingt notwendig. "Krieg ist meine letzte Wahl, aber das
Risiko, nichts zu tun, ist eine noch schlechtere Wahl", sagte Bush. Ein
US-Diplomat erklärte, der Entwurf werde die Feststellung beinhalten, dass sich Irak
"fortdauernder substanzieller Verstöße" gegen die Vorgaben der UN-Resolution
1441 schuldig mache und mit dem Einsatz militärischer Gewalt rechnen müsse.
UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix will vom Irak die Zerstörung der ballistischenden
Raketen vom Al-Samoud-2 mit einer Reichweite von mehr als 150 Kilometer
verlangen. Wie der US- Kabelfernsehsender CNN am Donnerstag unter Berufung auf
Diplomaten berichtete, will Blix einen entsprechenden Brief nach Bagdad
abschicken. Die Raketen mit einer Reichweite von mehr als 150 Kilometer müssten
unter UN-Aufsicht vernichtet werden.
Die Al-Samoud-2 war von Blix in seinem Bericht vor dem Weltsicherheitsrat am
Freitag der vergangenen Woche als "unerlaubtes Rüstungsgut" bezeichnet worden. Der Irak darf nach den
UN-Auflagen nur Raketen mit einer Reichweite von bis zu 150 Kilometern besitzen. Die Al-Samoud-2, eine vom Irak
entwickelte Kurzversion der sowjetischen SCUD-B, kam bei einigen Tests auf Reichweiten von bis zu 183 Kilometern.
Dabei liegt seit zehn Tagen endlich ein Gegenkonzept zu den
Kriegsplänen auf dem Tisch, das die Dynamik im UN-Sicherheitsrat
verändert hat: die von Frankreich lancierte und von Deutschland,
Russland sowie China mitgetragene Initiative für eine Verstärkung
des Inspektionsregimes im Irak. Doch der von den USA und
Großbritannien für die nächsten Tage angekündigte
Resolutionsentwurf droht, die anderen Ratsmitglieder wieder in die
Defensive des Reaktionszwangs zu bringen.
Wo bleibt die Offensive? Wann treffen sich die Außenminister
Villepin, Fischer und ihre Amtskollegen aus Moskau und Peking
endlich mit UNO-Chefinspekteur Blix, um die möglichst baldige
Umsetzung der Initiative zur Verstärkung des Inspektionsregimes
zu besprechen? Hierzu bedarf es ja keiner neuen Resolution des
Rates. Oder ist es ein Privileg von US-Außenminister Powell und
Bushs Sicherheitsberaterin Rice, Blix regelmäßig zu treffen, um ihn
zur Unterstützung der amerikanisch-britischen Linie zu drängen?
(tageszeitung vom 20.02.03)
Der Fahrplan zum Krieg - Die USA und Großbritannien wollen ab 15. März gegen den
Irak losschlagen können. Eine neue Resolution soll
Zustimmung im Sicherheitsrat erleichtern. Mehr unter:
Überwältigende Mehrheit im Weltsicherheitsrat für friedliche Irak-Lösung
Do.20.02.03 - Eine überwältigende Mehrheit von Ländern hat sich im Weltsicherheitsrat
für die Abrüstung des Irak mit friedlichen Mitteln ausgesprochen. Nur etwa
ein halbes Dutzend Staaten, darunter Australien und Japan, schlugen sich auf die
Seite der USA und Großbritanniens, die einen Militärschlag vorbereiten.
Saudi-Arabien äußerte in der Debatte die Befürchtung, dass der Irak-Konflikt in
einem "unermesslichen Deaster" enden könnte. Die Nachbarländer des Irak
warnten vor einem "humanitären Albtraum". Die "Kriegstrommeln werden immer
lauter, und die Zeichen für einen Flächenbrand und Zerstörungen von entsetzlichem
Ausmaß mehren sich am Horizont", sagte der saudiarabische UN-Botschafter
Fawzi Bin Abdul Majeed Shobokshi. Island und Norwegen stellten fest, dass die
Zeit für eine friedliche Irak-Lösung noch nicht ausgelaufen ist. Kanada erklärte, dass
der Irak jetzt zögernd jene Kooperation biete, die es der UN schon seit mehr als
einem Jahrzehnt schulde. Zahlreiche Länder setzten sich für eine Fortsetzung der
Waffeninspektionen ein.
Nach Auskunft des deutschen UN-Botschafters und amtierenden Sicherheitsratspräsidenten Gunter Pleuger hatten
insgesamt 61 Länder um Redezeit im Rahmen der Debatte gebeten. Der iranische UN- Botschafter Javad Zarif stellte
klar, dass sein Land ein "unvergleichliches Interesse" an Bagdads Entwaffnung habe. Viele Iraner litten auch heute
noch unter den Folgen von Bagdads massivem Einsatz von chemischen Waffen im Krieg der 80er Jahre, sagte er.
Dennoch sehe er "keinen Anlass zu einem sofortigen Angriff". Kuba nannte den drohenden Krieg mehrfach "unnötig".
Der Irak bezeichnete einen möglichen Militärschlag als Versagen der internationalen Gemeinschaft im Sinne der
UN-Charta.
Bundeskanzler Gerhard Schröder und der ägyptische Präsident Husni Mubarak plädierten in Berlin erneut dafür, den
Waffeninspekteuren so viel Zeit zu geben, wie sie benötigten. "Aber es muss eine limitierte Zeit sein", sagte
Mubarak. Die endgültige Entscheidung über einen Irak-Krieg werde spätestens in den nächsten zwei bis drei Wochen
fallen.
Die deutsche Bundesregierung bekräftigte ihr Nein zum Irak-Krieg. "Unsere Haltung ist unverändert", sagte
Außenminister Joschka Fischer. Hingegen vermutete FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt, dass sich Deutschland
im Weltsicherheitsrat "notfalls enthalten" werde. Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) warf Washington in einem
Interview vor, im Irak strategische und Öl-Interessen zu verfolgen. (Quelle: dpa)
NATO besiegelt am Sonntag beschlossene Militärhilfe für Türkei.
Do.20.02.03 - Die NATO besiegelte die am Sonntag beschlossene militärische Unterstützung der Türkei im Kriegsfall formell. Das
Verteidigungsbündnis wird AWACS-Aufklärungsflugzeuge bereitstellen, sowie Raketen-Abwehrsysteme des Typs
Patriot und Einheiten zur Verteidigung gegen atomare, biologische und chemische Angriffe. In einer
Solidaritätserklärung für die Türkei bekräftigten alle 19 NATO- Mitglieder einschließlich Frankreich, ihre
Verpflichtungen aus dem NATO-Vertrag zu erfüllen. Türkische Soldaten sollen bei einem Krieg im Irak aber nicht dem
US-Kommando unterstellt werden. Washington habe damit einer Forderung Ankaras nachgegeben, berichteten
türkische Medien.
Die Bundesregierung muss nach Meinung von NATO-Experten
"noch in dieser Woche" mit Anfragen der Allianz zur Bereitstellung
von weiteren Patriot-Luftabwehrsystemen sowie von
Spezialeinheiten zur Bekämpfung chemischer und biologischer
Kampfstoffe rechnen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, ist
eine entsprechende Bitte des Obersten Alliierten Befehlshabers
Europa (SACEUR), des US-Generals James L. Jones, "sehr
wahrscheinlich".
Am Mittwoch hatte der NATO-Auschuss für Verteidigungsplanung Maßnahmen zum
Schutz der Türkei vor möglichen Angriffen aus dem benachbarten Irak im Falle eines
Krieges beschlossen. Der NATO-Ausschuss bewilligte die Bereitstellung von
AWACS-Radarflugzeugen zur Überwachung des türkischen Luftraums, von
Patriot-Flugabwehrsystemen sowie von Sondereinheiten zum Schutz vor
biologischen und chemischen Waffen. Für die Bereitstellung von Patriots und
ABC-Einheiten muss Jones die Zusagen der Mitgliedsländer einholen.
NATO-Militärs halten die Entscheidung für dringlich, da Transport und
Inbetriebnahme der Patriot-Abschussbasen bis zu 30 Tage dauere.
Deutschland stellt nach Angaben von Regierungssprecher Béla Anda ein Drittel des
AWACS-Personals. Darüberhinaus sei es nicht vorgesehen, deutsche Soldaten in
die Türkei zu entsenden. Die Lieferung der Patriot-Systeme sei den Niederlanden
überlassen worden. Nach Informationen der "SZ" wird in Regierungskreisen jedoch
damit gerechnet, dass die NATO sowohl bei Fuchs-Spürpanzern zur ABC-Abwehr
als auch bei Patriot-Systemen auf Deutschland zukommen werde. (Quelle: afp)
Voigt sieht US-Neigung zu Alleingang gegen Irak wachsen
Do.20.02.03 - Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische
Zusammenarbeit, Karsten Voigt, sieht nach der EU-Einigung zu Irak die
US-Neigung zu einem militärischen Alleingang wachsen.
Voigt sagte im Südwestrundfunk, nachdem sich für die US-Regierung in
den vergangenen Tagen herausgestellt habe, dass Deutschland und Frankreich
mit ihrer Ablehnung einer Militäraktion international doch nicht isoliert seien, gebe
es in den USA einen "stärkeren Hang zum unilateralen Vorgehen" gegen Bagdad.
Eine Mehrheit im UN-Sicherheitsrat für eine Gewalt rechtfertigende Resolution sehe
er derzeit nicht, sagte der SPD-Politiker. (Quelle: ap)
US-Außenministerium nennt Fischer offen und ehrlich
Do.20.02.03 - Das amerikanische Außenministerium hat Bundesaußenminister
Joschka Fischer als offen und ehrlich gelobt. Ministeriumssprecher Richard Boucher
erklärte am Mittwoch, Deutschland sei ein wichtiger NATO-Partner und arbeite mit
den USA auf verschiedenen Gebieten zusammen, so zum Beispiel in Afghanistan.
Auf Basis dieser Freundschaft und dieser Allianz diskutiere US-Außenminister Colin
Powell mit Fischer. Dabei gehe es auch um die unterschiedliche Haltung zum
Irak-Konflikt. «Und ich denke, beide Herren sind offen und ehrlich, sowohl in der
Öffentlichkeit, als auch privat», sagte Boucher. Powell habe zuletzt am Dienstag mit
Fischer gesprochen. Das Telefonat sei Teil seiner täglichen Gespräche mit Kollegen
in anderen Ländern gewesen. (Quelle: ap)
Italiens Parlament unterstützt harten Kurs gegen Irak
Do.20.02.03 - In Italien haben sich beide Kammern des Parlaments in Rom am
Mittwoch in einer Entschließung hinter den Aufruf von Ministerpräsident Silvio
Berlusconi gestellt, der einen harten Kurs gegen Irak fordert.
In der Entschließung wird, entsprechend dem Beschluss des EU-Gipfels vom
Montag, Abrüstung und unverzügliche Kooperation Iraks verlangt. Faktisch wird in
dem Beschluss die von Italien auf dem Gipfeltreffen von Berlusconi vertretene
Position bekräftigt. Da die konservative Koalition Berlusconis sowohl in der
Abgeordnetenkammer wie auch im Senat über eine Mehrheit verfügt, war die
Entscheidung allgemein erwartet worden.
"Machen Sie weiter, Herr Ministerpräsident", sagte Renato Schifani, Fraktionschef
von Berlusconis rechtskonservativer Forza Italia im Senat, nach der Entscheidung.
Berlusconi gehört zu den Unterstützern der US-Position im Irak-Konflikt.
Italien will im Kriegsfall den USA logistischen Beistand leisten und gewährt den
USA als NATO-Mitglied die Nutzungsrechte für die italienischen Militärbasen und
Häfen für militärische Zwecke. Truppen wird Italien für den Fall eines Irak-Kriegs
voraussichtlich aber nicht stellen. (Quelle: rtr)
London fordert Briten zum sofortigen Verlassen Iraks auf
Do.20.02.03 - Großbritannien hat seinen Bürgern in Irak empfohlen, das Land
umgehend zu verlassen.
Als Grund für diese Empfehlung hat das Außenministerium in London am Mittwoch
"zunehmende Spannungen in der Region und das Risiko terroristischer Aktionen"
angegeben. Das Ministerium warnt schon länger vor Reisen nach Irak. Es erinnert
daran, dass vor dem Golfkrieg von 1991 britische Bürger von der irakischen
Regierung als Geiseln genommen worden waren.
Das Auswärtige Amt in Berlin rät seit längerem von Reisen nach Irak ab. Deutsche
in Irak sollten Vorbereitungen für eine Ausreise treffen, heißt es in den
Sicherheitshinweisen des Ministeriums. (Quelle: rtr)
Arsenal neuer Atomwaffen - Seitdem Einzelheiten des letzten Nuclear Posture Review (NPR) bekannt wurden,
weiß man auch, dass das Pentagon Atomwaffen als Bestandteil des
Waffenarsenals für Verteidigungs- und "präventive" Angriffszwecke integrieren
will ( Neue Atomwaffen sollen entwickelt werden). Zudem sollen kleinere
taktische Atomwaffen zur Zerstörung von Bunkern oder
Massenvernichtungswaffen entwickelt werden ( Das Pentagon will neuartige
taktische Atombomben). Wie ein jetzt an die Öffentlichkeit gelangtes Dokument
zeigt, findet über die Entwicklung solcher "mini nukes" im Sommer ein geheimes
Treffen von Militärs und Wissenschaftlern statt. (Quelle: telepolis) Mehr unter:
Künstler wollen Washington mit E-Mails bombardieren
Do.20.02.03 - Um Bomben auf irakische Städte zu verhindern, wollen
US-Künstler ihre Regierung mit Fragen bombardieren. Hollywood-Stars und
Fernsehserien-Schauspieler riefen zu einem "virtuellen Marsch" auf Washington
auf: Sie wollen ihre Regierung am kommenden Montag mit E-Mails, Faxen und
Telefonanrufen regelrecht außer Gefecht setzen. "Unsere Botschaft an Washington
wird klar sein: 'Keine Invasion in Irak!'", sagte Schauspieler Martin Sheen bei einer
Pressekonferenz des Anti-Kriegs-Projekts "Win without War" [http://www.winwithoutwarus.org] ("Siegen ohne Krieg")
in Los Angeles.
Sheen ist als Darsteller des US-Präsidenten in der Fernsehsendung "West Wing"
besonders geeignet für die Kampagne. Die USA könnten den irakischen
Machthaber Saddam Hussein auch in seine Grenzen weisen, "ohne unschuldige
Menschen zu töten", sagte Sheen weiter.
Die Schauspieler wollen zu Beginn kommender Woche Telefone und Computer
überfluten und gleichzeitig per Fernseh-Spot Zuschauer zur Nachahmung animieren.
"Schreiben Sie ihrem Kongressabgeordneten. Teilen Sie Ihre Meinungen mit.
Stellen Sie Fragen", forderte die Schauspielerin Angelica Huston, die sich mit ihrer
Rolle in "The Addams Familiy" einen Namen machte und jüngst im Kinoerfolg "The
Royal Tenenbaums" zu sehen war.
Janeane Garofalo, Star aus "Big Trouble" und "The Laremie Project" bedauerte, dass "unsere Führer in Washington
mit Millionen von Amerikanern nicht auf einer Linie sind." An dem Projekt sind außerdem die Film- und Regiegrößen
Oliver Stone, Robert Altman, Jane Fonda, Barbara Streisand, Susan Sarandon, Robert Redford und Sean Penn sowie
Popstar Madonna beteiligt. (Quelle:afp) Mehr unter:
US-Bürger mailen massenhaft Unterstützung an Frankreichs UN-Büro
Do.20.02.03 - Im Streit mit den USA um die richtige Irak-Politik erhält Frankreich
massenhaft Rückendeckung von US-Bürgern. Etwa 12.000 Unterstützungs-Emails
seien am Wochenende bei Frankreichs UN-Vertretung eingegangen, sagte ein
französischer Diplomat am Mittwoch. Die Absender hätten Frankreich gebeten, an
seinen Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Irak-Konflikts festzuhalten.
Viele der US-Bürger hätten sich auch von der negativen Darstellung Frankreichs in
manchen US-Medien distanzieren wollen. Boulevardzeitungen wie etwa die "New
York Post" hatten Frankreich als "feige" bezeichnet und der Regierung in Paris
Undankbarkeit in Hinblick auf die Befreiung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg durch
die USA vorgeworfen. (Quelle: afp)
Link-Auswahl zum Thema Irak-Konflikt:
Von Iran aus dringen schiitische Kämpfer in den Nordirak ein
Do.20.02.03 - Es ist das Albtraum-Szenario der Washingtoner
Strategen: Während sie mit massivem Truppeneinsatz den Irak
durchkämmen, brechen im Land bereits die internen Konflikte los.
Um dies zu vermeiden, hatten die USA in den letzten Monaten ihre
Anstrengungen enorm verstärkt, die zerstrittene Opposition gegen
Saddam Hussein zu einen. Beim Dachverband der Exilanten, dem in
London ansässigen Irakischen Nationalkongress (INC), ist ihnen
dies mit Geld und Druck weidlich geglückt. Die im Norden des Irak
ansässigen Kurden allerdings wurden in den letzten Tagen wieder
rebellisch: Die amerikanischen Nachkriegspläne zur Einsetzung einer
Militäradministration laufen ihren Intentionen zuwider. Doch das
größte Problem bleiben die Schiiten, die 60 Prozent der irakischen
Bevölkerung stellen.
Deren einflussreiche Organisation Oberster Rat für die islamische
Revolution (Sciri) hat stets kühle Distanz zu Washington gewahrt.
Ihren Hauptsitz hat die Gruppe im schiitischen Gottesstaat Iran, wo
das Sciri- Oberhaupt Ayatollah Mohammed Bakir al-Hakim die
Gastfreundschaft der Mullahs genießt. Und von Iran aus sollen jetzt
bis zu 5000 schwer bewaffnete Kämpfer in den Nordirak, also ins
Kurdengebiet, eingedrungen sein. Diese so genannte Badr-Brigade
wurde trainiert und ausgerüstet von den iranischen
Revolutionsgarden. Einen entsprechenden Bericht der Financial
Times bestätigte das Sciri-Büro in London. „Unsere Truppen sind
seit langem im Irak", hieß es dort am Mittwoch. Zugleich stehen im
Nordirak allerdings auch 50 000 bis 70000 Kurden unter Waffen.
Außerdem sind in diesem kurdischen Autonomiegebiet bereits
verdeckt die ersten US-Soldaten angekommen, um den Krieg
vorzubereiten.
Die Infiltration der schiitischen Kämpfer in den Nordirak wirft für die
Amerikaner ernste Probleme auf. Denn nach dem Sturz Saddams
dürfte ihnen alles andere willkommen sein als eine Art Fünfter
Kolonne aus Teheran, mit deren Hilfe sich ausgerechnet Iran, das
von Bush ebenso wie der Irak zur „Achse des Bösen" gezählt wird,
Einfluss sichern könnte. Dies wirft ein Schlaglicht auf die Gefahren
für die Stabilität des Landes nach dem Krieg. Es drohen Kämpfe
zwischen den diversen Interessengruppen.
Passend dazu wurde am Mittwoch eine seit langem geplante
Konferenz der irakischen Opposition im Nordirak bereits zum
fünften Mal verschoben. Offiziell wurde von "technischen
Problemen" und widrigen Wetterverhältnissen gesprochen. Doch im
Hintergrund dürfte das seit Jahren zu beobachtende Gerangel um
Macht und Einfluss stehen. (Quelle: sz)
Irakische Opposition sieht sich von den USA verraten.
Die irakische Exil-Opposition opponiert gegen die veränderten Pläne der
Regierung Bush, in Bagdad nach dem Sturz von Saddam Hussein eine von Amerika geführte
militärische Übergangsverwaltung einzusetzen und sogar die Mitglieder
eines irakischen Beirats selbst zu bestimmen.Mehr unter:
Zwölf Tote bei israelischer Armee-Operation in Gaza
Do.20.02.03 - Die militärischen Operationen der Israeli im Gazastreifen
weiten sich aus, stellen laut Erklärungen des Militärs
jedoch keine Invasion dar. In der Nacht auf den Mittwoch
wurden laut palästinensischen Angaben elf Palästinenser
bei Zusammenstössen mit israelischen Soldaten getötet.
Einer von ihnen soll ein Selbstmordattentäter gewesen
sein, der versucht habe, einen Panzer in die Luft zu
sprengen. In der Altstadt von Nablus
wurden am Mittwoch bei Zusammenstössen mit
israelischen Truppen zwei weitere Palästinenser getötet.
Einer von ihnen soll nach israelischen Angaben einen
Brandsatz gegen die Soldaten geworfen haben, die ihn
daraufhin erschossen. Am gleichen Nachmittag wurde in
Jenin ein führendes Mitglied der militanten Aksa- Brigaden
bei der Explosion seines Autos getötet. Drei weitere
Männer wurden bei der Explosion, die die Anzeichen einer
israelischen Liquidierungsaktion trägt, verletzt. (Quelle: nzz) Mehr unter:
SPD, Union und Grüne für Klonverbot
Do.20.02.03 - Die Fraktionen von SPD, Union und Grünen wollen heute im
Bundestag einen gemeinsamen Antrag auf ein vollständiges
internationales Klonverbot einbringen. Darin wird die
Bundesregierung aufgefordert, sich für die grundsätzliche
Ächtung aller Formen des Klonens von Menschen
einzusetzen. Damit soll nicht nur das reproduktive Klonen
verboten werden, sondern auch das so genannte
therapeutische Klonen, bei dem menschliche Stammzellen
aus Embryonen gezüchtet werden.
Die FDP lehnt ein Verbot dieses "Forschungsklonens" ab und will einen eigenen
Antrag einbringen. (Quelle: afp)
Mehr zum Thema Klonen unter:
Grüne kündigen umfassendes Fortpflanzungsmedizingesetz an
Do.20.02.03 - Die Grünen im Bundestag haben ein umfassendes
Fortpflanzungsmedizingesetz angekündigt, um Forschern enge Grenzen im
Umgang mit menschlichen Embryonen zu setzen. Noch in dieser Legislaturperiode
werde die Regierung dazu Vorschläge machen, sagte der stellvertretende
Grünen-Fraktionsvorsitzende und Gentechnik-Experte Reinhard Loske der "Berliner
Zeitung" (Donnerstagausgabe). Er erwarte, dass die neue Enquetekommission
"Recht und Ethik in der modernen Medizin" den Gesetzgebungsprozess begleite.
Der Bundestag will die Einsetzung der Enquete-Kommission am (heutigen)
Donnerstag beschließen.
Nach den Worten Loskes soll das Gesetz unter anderem künstliche Befruchtungen
und Untersuchungen von Embryonen im Mutterleib - die so genannte
Pränataldiagnostik - neu regeln. "Die gesamte Reproduktionsmedizin in
Deutschland muss sich einheitlichen Standards unterwerfen", betonte Loske in dem
Interview. Mit deutlichen Worten kritisierte der Politiker Bestrebungen zur Zulassung
der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik. "PID wäre eine gigantische
Rohstoffproduktionsmaschine für die Wissenschaft", sagte er der Zeitung.
Auch die Unionsfraktion im Bundestag ist gegen eine Erlaubnis für PID. Der
CDU/CSU-Sprecher in der Enquetekommission, Thomas Rachel, sagte dem
"Kölner Stadt-Anzeiger", die große Mehrheit seiner Fraktion sei gegen die PID.
"Die letzte Enquetekommission hat die PID klar verworfen. Damit ist die
Entscheidung gefallen", sagte der CDU-Politiker der Zeitung zufolge. (Quelle: ap)
Voraussetzung für die - bislang in Deutschland verbotene - PID ist, dass das Ei
nicht auf natürliche Weise befruchtet wird. Die Zeugung erfolgt im Reagenzglas. Mehr unter:
Forschungsinstitute rechnen mit negativem Wirtschaftswachstum
Do.20.02.03 - Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland
schließen nicht aus, dass die deutsche Wirtschaft bereits in einer tiefen Rezession
steckt. "Die Wirtschaft durchläuft eine Zitterpartie - ich halte eine technische
Rezession nicht mehr für unwahrscheinlich", sagte Udo Ludwig, Konjunkturexperte
beim Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle. Auch das Münchner
Institut für Wirtschaftsforschung (ifo), das Hamburgische Welt-Wirtschaftsarchiv
(HWWA), das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, das Essener Rheinisch-Westfälische
Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung
(DIW) in Berlin halten ein negatives Wachstum im laufenden und im vergangenen
Quartal für möglich. Allerdings betonten die meisten Forscher, dass die derzeitige
Wirtschaftslage eher eine Stagnation als eine Rezession sei. "Ich würde etwa bei
zwei Quartalen mit minus 0,1 Prozent eher von einer Stagnation sprechen", sagte
HWWA-Konjunkturexperte Eckhardt Wohlers. (Quelle: sz/rtr)
Verdi-Chef offen für Änderungen am Kündigungsschutz
Do.20.02.03 - Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank
Bsirske, hat sich bereit gezeigt, über Änderungen des Kündigungsschutzes zu
sprechen.
Bsirske sagte dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) zu der Sozialauswahl bei
betriebsbedingten Kündigungen: "Es muss darüber nachgedacht werden, inwieweit
hier dem Gesichtspunkt einer ausgewogenen Altersstruktur der betroffenen
Unternehmen Rechnung getragen werden kann." Arbeitgeber hatten kritisiert, dass
sich Unternehmen in einer Krise zuerst von den jüngeren Mitarbeitern trennen
müssten, die für den Betrieb jedoch wertvoller als ältere Kollegen sein könnten. Aus
Sicht von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sind Lockerungen
beim Kündigungsschutz eine Voraussetzung für Reformen auf dem Arbeitsmarkt,
um die Massenarbeitslosigkeit abbauen zu können. Bislang haben Gewerkschaften
Änderungen beim Kündigungsschutz abgelehnt.
Bsirske forderte bessere Abfindungen für Beschäftigte: "Wir müssen prüfen, wie
mehr Arbeitnehmern der Zugang zu einer Abfindung eröffnet werden kann", sagte er der Zeitung. Hohe Erwartungen an
das Spitzentreffen der Gewerkschaften und Arbeitgeber mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am 3. März hat
Bsirske nach eigenen Worten nicht: "Ich teile die Skepsis über diese Spitzengespräche, die es ein breiten Teilen der
Bevölkerung angesichts der mageren Ergebnisse der letzten Jahre gibt." Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung"
soll Schröder am 14. März eine Regierungserklärung zu den Reformplänen abgeben. Neben dem Arbeitsmarkt will die
Regierung auch die sozialen Sicherungssysteme umbauen, um Kosten zu senken. (Quelle: rtr)
Nur noch geringes Vertrauen in Reformen gegen Arbeitslosigkeit.
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