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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Do.27.02.03, 12:45 Bush: Irak-Krieg als Chance zur Demokratisierung der Nahost-Region
Do.27.02.03 - US-Präsident George W. Bush hat am Mittwoch in einer
programmatischen Rede einen durch Krieg erzwungenen Machtwechsel in Irak als
Chance zur Demokratisierung der gesamten Nahost-Region bezeichnet.
Nach seinen Worten würde eine andere
Regierung in Bagdad als - so wörtlich - leuchtendes
Beispiel der Freiheit für andere Nationen dienen. Bush
sprach über einen neuen Irak in weiten Teilen so, als ob
das Ende des Regimes von Präsident Saddam Hussein
bereits Fakt wäre. Vor allem die Palästinenser würden
davon profitieren, meinte der Präsident. Er machte
deutlich, dass er dann von Israel Unterstützung für die
Einrichtung eines Palästinenserstaates erwartet.
Außerdem müsse der Bau von weiteren jüdischen
Siedlungen in den besetzten Gebieten aufhören.
Bush versicherte vor Politikwissenschaftlern des American Enterprise Institute, er
werde die US-Truppenpräsenz im Fall eines Krieges zeitlich auf das nötige Maß
beschränken und die Ölvorkommen des arabischen Landes zum Wohle des
irakischen Volkes gegen Sabotage sichern. Iraks Präsident Saddam Hussein hatte
den USA vorgeworfen, sie hätten es bei einem Krieg auf die Ölvorkommen seines
Landes abgesehen. Zugleich hatte er in einem Interview mit dem US-Sender CBS
ausgeschlossen, dass er im Kriegfall Ölquellen anzünden werde, um eine
US-Invasion aufzuhalten.
Aus dem Umfeld Bushs verlautete, der Präsident habe sich zu seiner Vision von
einer Neuordnung Iraks nach einem erzwungenen Machtwechsel in Bagdad
entschlossen, da eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts in "weite Ferne" rücke. In
der Rede sagte Bush, falls der UNO-Sicherheitsrat auf die Verweigerungshaltung
Iraks in der Abrüstungsfrage weiterhin mit Verzögerungen und Entschuldigungen
reagiere, werde das Gremium in seiner Funktion als Stabilitäts- und Ordnungsfaktor
stark geschwächt.
Ein Machtwechsel in Bagdad könne die demokratische Entwicklung in der gesamten Nahost-Region fördern. "Ein
befreiter Irak kann zeigen, wie die Kraft der Freiheit diese Schlüsselregion umformen kann, indem sie Hoffnung und
Fortschritt in das Leben von Millionen (Menschen) bringt", sagte Bush. Zugleich räumte er ein, dass es nicht leicht
wäre, die Einheit und Stabilität eines "befreiten" Irak zu sichern. Dennoch dürften diese Bedenken nicht zu Untätigkeit
verleiten, da dies bedeuten würde, dass Saddam weiter "Folterkammern und Giftgaslabors" betreiben könne.
Die Nachkriegsordnung in Irak werde von Pluralismus geprägt sein, sagte Bush. "Alle Iraker müssen eine Stimme in
der neuen Regierung haben, und die Rechte aller Bürger müssen gewahrt sein", sagte der Präsident. Keinesfalls
würden es die USA jedoch zulassen, dass Saddam durch einen anderen "Diktator" ersetzt werde.
Der US-Präsident versicherte, die Truppenpräsenz in Irak werde im Kriegsfall zeitlich auf das nötige Maß beschränkt:
Wir werden so lange wie nötig in Irak bleiben, und keinen Tag länger." Die Vereinigten Staaten würden dabei die
Führungsrolle bei der Zerstörung vermuteter chemischer und biologischer Waffen in Irak übernehmen.
(Quellen: br, rtr)
Im US-Fernsehen ist der Irak-Krieg schon ausgebrochen
Do.27.02.03 - In den amerikanischen Fernsehsendern ist der Krieg schon
ausgebrochen: Tag für Tag berichten CNN, Fox News oder NBC unter Schlagzeilen
wie "Zielscheibe Irak" und "Showdown Irak" über Truppenübungen, mögliche Ziele
im Irak und "unsere Jungs an der Front". Die Sender tun so, als sei der Krieg
bereits beschlossen und es sei ihre Aufgabe, die amerikanische Öffentlichkeit auf
die Kämpfe vorzubereiten, kritisierte die "New York Times".
Der "New York Times"-Kommentator Paul Krugman glaubt auch den Grund für die
Jubelberichterstattung zu wissen: "Einige Medien - die in einer Atmosphäre
operieren, in der jeder, der die Außenpolitik der Regierung kritisiert, als
unpatriotisch kritisiert wird, haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Krieg zu
verkaufen." Die Begründung für einen Krieg werde einfach nicht mehr in Frage
gestellt.
Auch der Medienexperte Danny Schechter erklärt, die meisten Fernsehsender und
viele Journalisten hätten seit den Anschlägen vom 11. September 2001 Angst, mit
zu kritischen Fragen an die Regierung als unpatriotisch zu gelten. So übernehmen
sie oft die Version des Weißen Hauses, das berühmt für seine Medienkontrolle und
Diskretion ist. Im Gegensatz zu früheren Regierungen hält das Weiße Haus von
Präsident George W. Bush dicht. Informationen, die nicht nach außen gelangen
sollen, sickern auch fast nie durch.
Der Buchautor Lance Bennett bemängelt, es gebe in weit geringerem Umfang eine
öffentliche Debatte über die Gründe für einen Krieg als dies noch beim Golfkrieg von 1991 der Fall gewesen sei.
Schuld daran seien aber nicht nur die Medien sondern auch die oppositionellen Demokraten, die sich ebenfalls lange
nicht getraut hätten, die Außenpolitik der Regierung zu kritisieren.
Auch das Pentagon trägt nach Ansicht von Kritikern zu der unkritischen Haltung von Journalisten bei. Seit Monaten
bietet das Militär in so genannten boot camps Journalisten eine Grundausbildung für die Kriegsberichterstattung. Viele
dieser Journalisten dürfen dann mit US-Einheiten an die Front reisen und von dort berichten. Kritiker merken an, dass
es für die Korrespondenten schwierig werden könnte, kritisch über die Truppenverbände zu berichten, von denen sie
gastlich aufgenommen wurden.
Auf der anderen Seite wurden die Proteste der Kriegsgegner in den USA vor allem von den Fernsehsendern lange
ignoriert. «Die Medien haben die Antikriegsproteste in beklagenswerter Weise bis vor kurzem ignoriert», stellt der
Herausgeber des Fachblattes «Editor & Publisher», Greg Mitchell, in der Zeitung «USA Today» fest. Selbst bei den
großen Friedensdemonstrationen Mitte des Monats hatten die amerikanischen Fernsehsender vor allem nach Europa
geblickt, und die Kriegsgegner im eigenen Lande weit gehend ignoriert. Der konservative Sender Fox News sprach
auch angesichts Zehntausender protestierender Amerikaner nur von den «üblichen Demonstranten».
Angesichts dieses Desinteresses setzen die Kriegsgegner nun auf neue Wege. Die Gruppe "Win Without War"
schaltete teure Werbekampagnen im Fernsehen, und die von Hollywoodstars wie Martin Sheen unterstützte
Organisation Moveon.org Moveon.org rief zum virtuellen Marsch auf Washington auf. Nach einer im Internet organisierten
Kampagne bombardierten Zehntausende Protestler die Senatoren und das Weiße Haus mit Anrufen, Faxen und
E-Mails - eine Aktion von der sich die Organisatoren mehr Medieninteresse erwarteten.
Die Sorge der Fernsehsender vor einer kritischen Berichterstattung wurde auch bei der Grammy-Verleihung am
Wochenende deutlich. Nach Medienberichten hatte der Fernsehsender CBS alle Künstler ermahnt, sich nicht kritisch
zum Krieg zu äußern. Rockerin Sheryl Crow setzte deshalb auf stillen Protest. Auf dem Gurt ihrer Gitarre stand "No
War". (Quelle: dpa)
"Live aus Bagdad" - Erneuerung der "Brutkasten-Lüge" im ZDF
Mehr unter:
Kosten für Krieg und Antiterrorkampf auf 100 Milliarden geschätzt
Do.27.02.03 - Die Kosten für einen Krieg gegen Irak und den weiteren Kampf
könnten sich für die USA auf mehr als 100 Milliarden Dollar belaufen, wie am
Mittwoch aus Regierungskreisen verlautete. Im Pentagon hiess es, für einen
Irak-Krieg und andere Militäreinsätze wie zum Beispiel in Afghanistan und auf den
Philippinen werde mit Kosten von 60 bis 85 Milliarden Dollar gerechnet. Aus dem
Aussenministerium verlautete, zwölf bis 18 Milliarden Dollar würden für
Auslandshilfen und diplomatische Aktivitäten gebraucht.
Die Regierung von US-Präsident George W. Bush hat bislang wenig zu den
möglichen Kosten eines Kriegs mitgeteilt. Der demokratische Senator Robert Byrd
warf ihr deshalb am Mittwoch vor, sie betreibe ein "gefährliches und schädliches
Spiel" mit der Öffentlichkeit. Denn schliesslich sei es das Geld der Menschen und
das Blut der Menschen, mit dem dieser Konflikt bezahlt werde. Es wird erwartet,
dass Bush im kommenden Monat mit konkreten Forderungen an den Kongress
herantritt. In dem zu Beginn des Monats vorgelegten Haushaltsentwurf für 2004 über
2,2 Billionen Dollar wurde noch kein Geld für den Irak-Konflikt veranschlagt.
Schätzungen über Kriegskosten sind relativ schwierig, da zur Zeit nichts über die
Dauer eines solchen Kriegs gesagt werden kann. Im Verteidigungsministerium
hiess es, die 60 bis 85 Milliarden Dollar würden bei einem kurzen Konflikt in den
verbleibenden sieben Monaten des Haushaltsjahres, vielleicht auch etwas darüber
hinaus gebraucht. Mit einberechnet sind darin schon Kosten für die
Friedenssicherung nach einem Krieg in Höhe von sechs bis 20 Milliarden Dollar. (Quelle: ap)
UNO sieht Kampf gegen den Hunger als verloren an
UN-Hilfswerke brauchen noch 56 Millionen Euro für Irak-Hilfe
Do.27.02.03 - Bei ihren Vorbereitungen für humanitäre Hilfe im Falle eines Irak-Kriegs fehlen
den Hilfswerken der Vereinten Nationen nach eigenen Angaben noch rund 56
Millionen Euro. Umgerechnet 22 Millionen Euro seien bereits für Nahrungsmittelhilfe,
Flüchtlingsversorgung und Gesundheitsmaßnahmen im Kriegsfall eingegangen und
zum Teil schon ausgegeben worden, teilten die Hilfswerke am Dienstag in Genf mit.
Der Großteil dieser Summe stamme aus den Vereinigten Staaten. (Quelle: afp)
Helfern im Irak wird die Zeit knapp
Thierse kritisiert Umgang der USA mit UNO in Irak-Krise
Do.27.02.03 - Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat scharfe Kritik am
Umgang der USA mit den Vereinten Nationen (UNO) in der Irak-Krise geübt.
Die USA wollten sich die Vereinten Nationen unterwerfen, sagte der SPD-Politiker
der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. Er halte die
Kriegspläne der US-Regierung völkerrechtlich für fragwürdig. Die Charta der
UNO erlaube einen Krieg nur dann, wenn es um Selbstverteidigung gehe oder
eine Gefahr für den Weltfrieden bestehe. "Ich kann nicht sehen, dass das
eine oder das andere für den Irak zutrifft", sagte Thierse. Ein Präventivkrieg wäre aber
mit der UNO-Charta auf keinen Fall vereinbar, fügte er hinzu.
Die USA wollen Mitte März im UNO-Sicherheitsrat über
einen Resolutionsentwurf abstimmen lassen, in dem Irak bescheinigt wird, seine
letzte Chance zur Abrüstung vertan zu haben. Mit der Resolution soll ein Krieg der
USA gegen Irak legitimiert werden. Die USA sehen sich allerdings auch ohne eine
weitere Resolution zu militärischen Maßnahmen gegen das arabische Land befugt,
da sie Irak schwere Verstöße gegen Abrüstungsauflagen der UNO vorwerfen.
(Quelle: rtr)
Kapitel VII der UN-Charta
Deutsche Regierung bleibt in Irak-Krise kompromisslos
Do.27.02.03 - Die Bundesregierung bleibt in der Irak-Krise kompromisslos. Den neuen
NATO-Anforderungen nach weiterer Militärhilfe zum Schutz der Türkei will sie nach
den Worten von Außenminister Joschka Fischer nicht nachkommen. Verteidigungsminister
Peter Struck (SPD) sagte am Mittwoch, Deutschland werde die Anfrage prüfen.
Kanzler Gerhard Schröder (SPD) bekräftigte vor einem
Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Abend in Moskau die
gemeinsame Position beider Länder für eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts. Er
fügte hinzu: "Und wir gehen davon aus, dass diese (Position) hält." Iraks Präsident
Saddam Hussein forderte er auf, die umstrittenen Al-Samoud-Raketen zu zerstören.
Schröder wollte mit Putin das weitere Vorgehen in der Irak-Frage abstimmen.
Fischer betonte, Deutschland habe zum Schutz der Türkei bereits Patriot-Raketen
geliefert. "Aus unserer Sicht ist das an defensiver Leistung genug. Andere werden
das ihre auch zu leisten haben", sagte er in der ZDF-Sendung "Was nun, Herr
Fischer?". Die NATO hat Deutschland und die anderen Partner aufgefordert, bis
Freitag ihre Beiträge zum militärischen Schutz der Türkei zu melden. Struck
äußerte sich dazu zurückhaltend. "Wir werden die Anfrage auswerten und dann
entscheiden." Das werde noch in dieser Woche sein. Struck fügte hinzu: "Wir
haben schon viel getan für die Türkei."
Fischer sagte, die deutschen Besatzungen der in der Türkei stationierten
AWACS-Aufklärungsflugzeuge würden sich nicht an einem Angriff gegen den Irak
beteiligen. Eine neue UN-Resolution zum Irak lehnte er erneut ab.
Vize-Regierungssprecher Thomas Steg erklärte, auch auf den Vermittlungsversuch
Kanadas im UN-Sicherheitsrat wolle die Regierung nicht eingehen. Wie sich
Deutschland verhalten wird, wenn Saddam nicht - wie vom Chef der
UN-Waffeninspekteure, Hans Blix, gefordert - am 1. März mit der Vernichtung der
Al-Samoud-2- Raketen beginnt, sagte er nicht.
Die FDP-Forderung nach einem Bundestagsbeschluss über den AWACS- Einsatz lehnt die Regierung mit der
Begründung ab, dass es sich um einen rein defensiven Überwachungsauftrag für den türkischen Luftraum handele.
Laut FDP kann man bei den technischen Möglichkeiten nicht zwischen defensiv und offensiv trennen. Am Mittwoch
starteten die ersten AWACS-Flugzeuge der NATO zum türkischen Luftwaffenstützpunkt Konya. Ein Drittel der
Besatzungen sind Deutsche.
Struck dementierte einen Bericht der Tageszeitung "Die Wel", als "absolute Falschmeldung", wonach sich
deutsche Elitesoldaten zum Training in Kuwait aufgehalten haben. Dem Blatt zufolge hatten die Männer des
Kommandos Spezialkräfte (KSK) vor drei Wochen in Kuwait bei einem Manöver zusammen mit US-Soldaten die
Rettung von abgeschossenen Piloten hinter feindlichen Linien geübt.
Struck kündigte aber bei einem Besuch des Einsatzführungszentrums in Potsdam an, dass das deutsche
ABC-Abwehr-Kontingent in Kuwait um 30 Mann aufgestockt werde. Die Soldaten würden in der nächsten Woche in
Marsch gesetzt und nur zur Wartung des Materials und der sechs Spürpanzer geschickt. Derzeit sind in Kuwait 59
Soldaten stationiert. Die Männer sollen auch bei einem Irak-Krieg nicht abgezogen werden.
Der Verteidigungsminister teilte ferner mit, dass den Waffeninspekteuren im Irak die deutsche Aufklärungsdrohne
"Luna" nach dem 7. März zur Verfügung gestellt werde. Deutsche Soldaten bedienen die Drohne dann im Dienste der
Vereinten Nationen (UN). Im Falle eines Irak-Kriegs sei eine Evakuierung Aufgabe der UN, sagte Struck.
Entschlossen wie kein anderer Regierungschef
Europas stemmte sich Gerhard Schröder in den vergangenen Wochen gegen den
drohenden Irak-Krieg. Stetig steigerte der Kanzler sein Nein: Vom Nein zum Krieg
über das Nein zu einer deutschen Beteiligung bis hin zum Nein im UN-Sicherheitsrat.
Doch so sehr er sich auch sträuben mag: Deutschland ist schon jetzt mehr in den
Konflikt verwickelt als die meisten Amerika-treuen Europäer.
Auf heimischem Territorium folgt die Unterstützung für die US-Truppen längst
bekannten Mustern. Bremerhaven wurde zum Drehkreuz für den Transport von
Truppen und Material in die Golfregion. US-Streitkräfte dürfen sich in und über
Deutschland frei und ungehindert bewegen. Überdies schützen seit Ende Januar
einige hundert Soldaten der Bundeswehr US-Militäreinrichtungen in der Bundesrepublik.
(Berliner Zeitung vom 27.02.03) Mehr unter:
Russland und China befürworten politische Lösung in Irak-Krise
Do.27.02.03 - Russland und China haben sich in einer gemeinsamen Erklärung erneut für
eine friedliche Lösung der Irak-Krise ausgesprochen. Ein Krieg am Persischen Golf
könne und müsse noch verhindert werden, teilten der chinesische Außenminister
Tang Jiaxuan und sein russischer Kollege Igor Iwanow am Donnerstag in einer
Stellungnahme in Peking mit. Beide Staaten seien weiterhin entschlossen, "volle
Anstrengungen" zu einer politischen Lösung des Konflikts zu unternehmen. Der
breite internationale Wille zur Verhinderung einer militärischen Auseinandersetzung
müsse "respektiert" werden, hieß es in der Erklärung weiter. (Quelle: afp)
Moskaus Irak-Politik hat doppelte Boden - Taktieren zwischen den Fronten des
gespaltenen Westens
Russland unterstützt formell die
deutsch-französische Initiative für verstärkte
Inspektionen im Irak, aber Moskau stimmt sich
offenbar gleichzeitig mit Washington für den Fall
eines militärischen Schlags ab. Der Kreml scheint
bestrebt, von beiden Seiten des gespaltenen
Westens ein Maximum an Zugeständnissen und
"Deals" zu erhalten. Mehr unter:
199 Abgeordnete offenbar gegen Blairs Irak-Politik
Do.27.02.03 - Eine unerwartet große Zahl britischer
Parlamentarier hat sich am Mittwoch gegen die Irak-Politik von
Premier Tony Blair ausgesprochen. Fast ein Drittel der 659
Abgeordneten des Unterhauses votierte gegen den Kriegskurs
ihres Regierungschefs: 199 Parlamentarier stimmten für einen
Antrag, der einen Angriff auf Irak ablehnt. Britischen Medien
zufolge waren darunter auch etwa hundert Abgeordnete von
Blairs Labour-Partei, obwohl der Premier zuvor noch einmal
versucht hatte, die innerparteilichen Kritiker auf seinen Kurs
einzuschwören. Bei einer zweiten Abstimmung wenig später
stimmten 434 Abgeordnete für und 124 gegen einen Antrag der
Regierung, Iraks Präsident Saddam Hussein nur noch eine letzte
Chance zur Umsetzung der UN-Resolution 1441 zu geben.
Seit 100 Jahren hat eine Regierung nicht so viele
Gegenstimmen aus den eigenen Reihen bekommen.
Die britische Regierung will ihre Irak-Politik trotzden nicht ändern.
Das bekräftigte der Staatssekretär im Außenministerium, Mike O'Brien, in
einem BBC-Interview
(Quelle: blz/afp, dpa)
Um Bushs «Amigo» Aznar wird es in Spanien einsam
Do.27.02.03 - In der Irak- Frage hat der spanische Ministerpräsidenten José María
Aznar - mit Ausnahme seiner konservativen Volkspartei (PP) - alle anderen Parteien gegen sich,
auch die bisherigen Verbündeten. Erstmals seit Aznars Machtübernahme vor sieben Jahren liegen die
Sozialisten (PSOE) in Umfragen vor der PP. 85 Prozent der Spanier lehnen einen Angriff auf den Irak ab. In
keinem anderen Land Europas tut sich eine solche Kluft zwischen der Regierungspolitik und der
Haltung der Bevölkerung auf.
"Aznar hat die Grundpfeiler der spanischen Außenpolitik auf den Kopf gestellt - und das ohne einen
Konsens mit den anderen Parteien und ohne die Zustimmung der öffentlichen Meinung", schreibt die
Zeitung "El País". Der Regierungschef setzt darauf, dass Spanien zum bevorzugten Alliierten der
Supermacht USA in Europa wird. Damit rückt Madrid jedoch von Frankreich und Deutschland ab, den
Kernländern der Europäischen Union. Dies dürfte Aznar dadurch erleichtert worden sein, dass Spanien in
der erweiterten EU weniger Strukturhilfen zu erwarten hat und daher weniger vom Nettozahler Deutschland
abhängig ist.
Mit der Hinwendung zu den USA löste Aznar auch bei anderen alten Freunden Verwunderung aus. Dies gilt vor allem
für Lateinamerika und die arabische Welt. Viele Lateinamerikaner hoffen in Europa auf ein Gegengewicht zu den
übermächtigen USA und sehen die Erwartungen nun ausgerechnet von ihrer ehemaligen Kolonialmacht enttäuscht.
In den arabischen Staaten läuft Spanien Gefahr, seinen Status als potenzieller Vermittler im Nahost-Konflikt zu
verlieren. Madrid war 1991 Schauplatz einer großen Nahost-Friedenskonferenz gewesen und hofft seit Jahren auf eine
Neuauflage. Um die Beziehungen zu den arabischen Staaten zu retten, kündigte Aznar nach seiner USA-Reise einen
Friedensplan für den Nahen Osten an. "Kurz vor einem Krieg im Irak, den viele Länder der Region als eine
ungerechtfertigte Aggression empfinden, dürfte die Initiative Aznars wenig Aussicht auf Erfolg haben", meint die
Zeitung "El Mundo" skeptisch. (Quelle: dpa) Mehr unter:
Afrikas umworbene Mitglieder im Weltsicherheitsrat
Do.27.02.03 - Derart umworben wird Afrika selten. Beim Ringen um eine
diplomatische Koalition für einen Irak-Krieg im UN-Sicherheitsrat machen die USA
drei Ländern des schwarzen Kontinents den Hof: Angola, Guinea und Kamerun. Seit
Anfang des Jahres nichtständige Mitglieder, könnten die Länder das Zünglein an der
Waage zur völkerrechtlichen Legitimierung eines Angriffs sein. Bislang sagen die
Afrikaner Nein zum Krieg. Doch wirtschaftliche Verlockungen könnten ihre Linie ins
Wanken bringen.
Den schwierigsten Spagat muss zunächst Guinea meistern. Das westafrikanische
Land übernimmt am Samstag von Deutschland für einen Monat den Vorsitz im
Sicherheitsrat. Mit der Übergabe übernimmt das vornehmlich moslemische Land
eine heikle Aufgabe. Außenminister Francois Louceny Fall hat in der vergangenen
Woche erneut unterstrichen, dass Conakry eine Fortsetzung der
Waffeninspektionen im Irak begrüßen würde.
Die Anti-Kriegs-Haltung resultiert aber weniger aus Einigkeit mit der ungeliebten
Ex-Kolonialmacht Frankreich. Guinea ist Mitglied der Organisation der Islamischen
Konferenz (OIC), und seine Bevölkerung ruft nach Solidarität mit der arabischen
Welt.
Dagegen pflegt die Regierung um Premierminister Lamine Sidimé ein herzliches
Verhältnis und junge wirtschaftliche Beziehungen zu den USA. Amerika
unterstützte vergangenes Jahr das guineische Militär zum Ausbau des
Grenzschutzes mit drei Millionen US-Dollar. Auf seinem Werbefeldzug durch
Guinea, Kamerun und Angola im Oktober machte der Afrika-Beauftragte im
US-Außenministerium, Walter Kansteiner, Conakry das Angebot zu einer neuen
"Partnerschaft für wirtschaftliche Entwicklung".
Die konzentriert sich aus amerikanischer Sicht in erster Linie auf Öl. Die USA
wollen ihre Abhängigkeit von Importen aus dem Nahen Osten reduzieren.
Öl-Lieferungen aus Afrika sollen bis zum Jahr 2015 von heute 15 Prozent auf dann
ein Viertel des US-Bedarfs steigen. Für den Kontinent bedeutet das hohe
ausländische Investitionen. Allein der US-Konzern ChevronTexaco will in den
nächsten fünf Jahren seine Investitionen in Afrika um ein Vierfaches, von 5 auf 20
Milliarden US-Dollar, steigern.
Nicht umsonst machte US-Außenminister Colin Powell letztes Jahr nach seinem
Auftritt beim UN-Weltgipfel in Johannesburg (Südafrika) einen Zwischenstopp in
Angola. Das ehemalige Bürgerkriegsland ist nach Nigeria der größte Ölproduzent
südlich der Sahara. Um die Wirtschaftsbeziehungen nicht zu gefährden, ist im Sicherheitsrat viel Diplomatie gefragt,
das weiß auch Angolas UN-Botschafter Ismael Gaspar Martins. "Diplomatie ist ein Akt des Gebens und Nehmens",
sagte er am Dienstag in New York. Dabei ließ er offen, was das für die Haltung Angolas zum Irak bedeutet.
Informationsminister Hendrik Vaal Neto erklärte, Angola sei unabhängig genug, um keine Art von Druck zu
akzeptieren.
Auch das derzeit größte Investitionsprojekt des Kontinents, die 1100 Kilometer lange Öl-Pipeline von Tschad nach
Kamerun, dirigieren maßgeblich die USA. Das von Exxon Mobil angeführte vier Milliarden Dollar umfassende Projekt
soll im nächsten Jahr fertig sein. Öl aus dem Wüstenstaat Tschad soll dann nach Kamerun befördert werden.
Kameruns Außenminister Francois-Xavier Ngoubeyou vertritt bislang dennoch eine klare Linie, die den USA
widerstrebt. Er fordert ein strikteres Vorgehen der Waffeninspekteure. Das Problem sei nicht ein Konflikt zwischen
dem Irak und den USA, sondern ein völkerrechtliches.
"Es gibt eine Alternative zum Krieg", verkündeten auch 53 afrikanische Staaten vor einer Woche auf Werben
Frankreichs. Auf einem Gipfeltreffen in Paris schlossen sie sich der Position von Staatspräsident Jaques Chirac an
und forderten mehr Zeit für die Inspekteure.
Dass dieses Wort nicht unbedingt lange gelten muss, zeigt wenige Tage später Ruandas Präsident Paul Kagame.
Der Staatschef, der massive Unterstützung aus den USA erhält, distanzierte sich in einem Interview mit der Berliner
"tageszeitung" von der Pariser Linie. "Krieg kann gerechtfertigt sein", sagte er. "Und wenn er gerechtfertigt ist, sollte
man ihn führen." (Quelle: dpa)
Die Bush-Administration bemüht sich - unterstützt von London und
Madrid - intensiv, bis zu der von ihr verlangten Abstimmung in der
zweiten Märzwoche mindestens fünf weitere nichtständige
Ratsmitglieder zu einer Jastimme zu bewegen und eine Enthaltung
der drei Vetomächte sicherzustellen. Washington stehen dafür
vielfältige Instrumente wirtschaftlicher und politischer Pression, aber
auch Anreize zur Verfügung.
Zum Beispiel Angola, Kamerun und Guinea:
Die Regierungen der drei afrikanischen Ratsmitglieder erhielten
diese Woche Besuch von der stellvertretenden britischen
Außenministerin Valerie Amos. Bereits letzte Woche weilte der für
Afrika zuständige Unterstaatssekretär des US-Außenministeriums,
Walter Kansteiner, in den Hauptstädten Angolas, Kameruns und
Guineas.
Kansteiner erinnerte seine Gesprächspartner an Bestimmungen
zweier für diese Länder sehr wichtigen US-Gesetze: Im Jahr 2000
beschloss der US-Kongress erhebliche Erleichterungen für den
Import von Produkten aus afrikanische Staaten. Doch nach diesem
Gesetz erhält den privilegierten Marktzugang nur, wer " keine
Aktivitäten betreibt, die die außen- und sicherheitspolitischen
Interessen der USA unterminieren". In einem im August 2002
verabschiedeten Zusatz über die Gewährung von
Handelspräferenzen für die 46 am wenigsten entwickelten Länder -
zu denen Kamerun und Guinea gehören - verfügte der Kongress die
Streichung dieser Präferenzen, wenn ein Land "keine Schritte
unternimmt, die Bemühungen der USA bei der
Terrorismusbekämpfung zu unterstützen". Unter dem Eindruck
dieser Bestimmungen hatte bereits im Oktober 2002 das
inzwischen ausgeschiedene Ratsmitglied Mauritius seine
ursprünglichen Bedenken gegen die Irakresolution 1441
aufgegeben.
Besonders stark umworben wurde bislang Angola. Präsident José
Eduardo dos Santos erhielt bereits am 5. Februar einen Anruf von
US-Vizepräsident Dick Cheney. Am 11. Februar meldete sich
Präsident Bush, und tags drauf rief - in Absprache mit Washington
- José Durão Barros, der Premierminister von Angolas ehemaliger
Kolonialmacht Portugal, bei dos Santos an.
Zwischen Cheney und Bush meldete sich Frankreichs Präsident
Jacques Chirac bei seinem angolanischen Amtskollegen. Paris
bemüht sich auch intensiv um Kamerun und Guinea. Letzten
Freitag unterzeichneten alle drei afrikanischen Ratsmitglieder
zunächst einmal eine Erklärung, die die französische Position im
Rat unterstützt. (tageszeitung vom 27.02.03)
Islamische Staaten verweigern britischen Jets Überflugrechte
Do.27.02.03 - Islamische Staaten verweigern einem Rundfunkbericht zufolge
britischen Militärjets die Überflugrechte über ihr Territorium. Die BBC berichtete am
Mittwoch, nur eine kleine Anzahl der 100 an den Persischen Golf beorderten
Maschinen seien bereits in der Region stationiert. Die Mehrzahl befinde sich noch
auf Stützpunkten in Grossbritannien und Zypern. Das britische
Verteidigungsministerium wollte zum Thema Überflugrechte nicht Stellung nehmen.
Das Ministerium erklärte, das britische Luftwaffenkontingent werde in den
kommenden Tagen und Wochen verlegt. Für einen möglichen Krieg gegen Irak hat
Grossbritannien bereits 35.000 Soldaten an den Golf entsandt. (Quelle: ap)
Stichwort: «Koalition der Willigen»
Do.27.02.03 - Mit einer "Koalition der Willigen" will US-Präsident George W. Bush notfalls
auch ohne UN-Mandat in einen Irak-Krieg ziehen. Zur Zeit haben die USA und und ihr engster
Verbündeter Großbritannien nach Schätzungen von Beobachtern rund 200 000 Soldaten am Golf in
Stellung gebracht oder dahin in Marsch gesetzt. Die Nachrichtenagentur dpa listet die konkreten
Zusagen weiterer Kriegsbefürworter oder ihren möglichen Militärbeitrag auf:
AUSTRALIEN: Australien will sich mit 2000 Soldaten beteiligen, darunter
Spezialeinheiten und Experten für ABC-Waffen. Auch Kampfflugzeuge der Typen
F-14 und F-18 gehören zu dem Kontingent.
SPANIEN: Spanien will sich beteiligen, machte aber offiziell noch keine konkreten
Zusagen. Das Land könnte nach Medienberichten für Patrouillen einen
Flottenverband mit dem Flugzeugträger "Principe de Asturias" mit 1140
Besatzungsmitgliedern, 6 Senkrechtstartern und rund 20 Hubschraubern an den Golf
schicken. Außerdem soll Madrid eine Entsendung mehrerer Geschwader von
F-18-Kampfflugzeugen erwägen.
POLEN: Polen hat bereits Soldaten seiner Elitetruppe GROM sowie Chemiewaffenexperten am
Golf stationiert - insgesamt 350 Mann. Ein polnisches Kriegsschiff traf zum Jahresende 2002 in der
Region ein.
TSCHECHIEN: Prag lehnt eine Teilnahme an einem Irak-Krieg ohne UN-Mandat ab. Jedoch könne
eine etwa 300 Mann starke ABC-Waffen-Abwehreinheit, die in Kuwait stationiert ist, in
"Notfällen" helfen.
RUMÄNIEN: Vier Sondereinheiten (ABC-Experten, Militärpolizei, Pionier- und Feldlazaretteinheiten) werden gestellt -
278 Mann.
BULGARIEN: Zwei bulgarische Spezialeinheiten für ABC-Waffen mit insgesamt bis zu 150 Mann sind abmarschbereit.
SLOWAKEI: Die Slowakei will einen Irak-Krieg mit einer Spezialeinheit mit 69 Soldaten zur Chemiewaffenabwehr
unterstützen.
TÜRKEI: Die Regierung in Ankara, die für eine Nordoffensive gegen den Irak 62 000 US-Soldaten, 255 Militärflugzeuge
und 65 Hubschrauber ins Land lassen will, plant bei einem Krieg mit eigenen Truppen zu «humanitären Zwecken» in
den Kurdengebieten im Nordirak aktiv zu werden.
Irak warnt Türkei vor Unterstützung eines US-Angriffs
Do.27.02.03 - Irak hat am Mittwoch das die Türkei vor
Unterstützung eines US-Angriffes gewarnt.
"Wenn die Vereinigten Staaten von der Türkei aus in den
Norden Iraks eindringen und (die Türkei) es ihnen erlaubt,
die Stützpunkte zu nutzen, um Irak zu bombardieren,
bedeutet dies, dass die Türkei sich an diesem Krieg
beteiligt", übersetzte ein Dolmetscher den irakische Botschafter in der Türkei, Talip
Abid Salih el Dulejmi. "Jedes Land, dass sich an diesem Krieg beteiligt, wird sich
den moralischen und rechtmäßigen Konsequenzen gegenübersehen
Mit Blick auf den großen Teil der türkischen Bevölkerung, die gegen einen Krieg zur
Abrüstung Iraks ist, sagte El Dulejmi: "Wir sind zuversichtlich, dass das türkische
Parlament eine Entscheidung treffen wird, die den wahren Willen des türkischen
Volkes widerspiegelt." Der Parlamentsantrag der türkischen Regierung sieht nach Angaben
aus dem Büro des Ministerpräsidenten Abdullah Gül einen zeitlichen Rahmen von
sechs Monaten für die Stationierung von 62.000 US-Soldaten vor. Zudem sollen die
US-Truppen Häfen und Flughäfen der Türkei benutzen dürfen. Nach den Worten Güls werden die Abgeordneten am
Donnerstag über den Antrag abstimmen, falls nichts unvorhersehbares eintrete.
US-Außenminister Colin Powell habe in einem Telefonat mit Gül die Dringlichkeit der Truppenstationierung zur
Vorbereitung eines Irak-Krieges betont, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anatolien. Die Gespräche der
türkischen Regierung mit den USA über ein Hilfspaket zur Linderung der wirtschaftlichen Folgen eines Krieges
dauerten am Mittwoch noch an. Nach den Worten des türkischen Wirtschaftsministers Ali Babacan beläuft sich das
US-Angebot auf sechs Milliarden Dollar direkte Hilfen und bis zu 24 Milliarden Dollar Kreditbürgschaften.
Die Türkei verhandelt seit Wochen über die US-Hilfen. Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen einen Krieg, mit dem
die USA und Großbritannien gedroht haben, sollte Irak die Abrüstungsauflagen der Vereinten Nationen (UNO) nicht
erfüllen. Im Falle eines Militärschlages sollen die Truppen an der Nordgrenze Iraks eine Entlastung der Südfront möglich machen.
In Iskenderun an der östlichen Mittelmeerküste des Landes kamen Luftabwehrraketen des Typs "Patriot" an, die der
Verteidigung der Türkei in einem Irak-Krieg dienen sollen. Die Raketen wurden von Deutschland zur Verfügung gestellt
und werden von niederländischen Soldaten bedient. Auch die ersten AWACS-Überwachungsflugzeuge von
NATO-Partnern kamen in der Türkei an. Die Türkei befürchtet einen Gegenschlag Iraks, sollte das arabische Land von
türkischem Boden aus angegriffen werden. (Quelle: rtr)
Was wollen die Türken im Nord-Irak?
Mi.27.02.03 - Die USA werden mit Billigung der türkischen Regierung eine
Nordfront gegen den Irak mit 62 000 Soldaten aufbauen können. Es bedarf
nur noch der Zustimmung des Parlaments in Ankara.
Wie viele türkische
Soldaten im Kriegsfall in den Norden des Nachbarlandes einmarschieren werden,
gibt Ankara bisher nicht preis - und sorgt damit für Unruhe bei den irakischen
Kurden, die seit dem Golfkrieg 1991 in der von Briten und Amerikanern überwachten
Flugverbotszone vor dem irakischen Machthaber Saddam Hussein sicher sind.
Das Misstrauen ist gegenseitig. "Die Reibungen zwischen Ankara und den
irakischen Kurden könnten durchaus eine Schlüsselrolle für einen Erfolg (oder
Misserfolg) der Nordfront spielen", meinte am Mittwoch das Blatt "Turkish Daily
News".
Während die irakischen Kurdenführer keine türkische "Besatzung" wollen, trauen
die Türken den Versicherungen nicht, dass die Kurden im Nordirak keinen eigenen
Staat anstreben. Doch das Misstrauen richtet sich auch gegen die Amerikaner.
"Warum bestehen die USA darauf, dass die kurdischen Gruppen schwere Waffen
und Flugabwehrraketen erhalten?", fragte die türkische Zeitung "Milliyet". Da
Saddams Flugzeuge dort ohnehin nicht fliegen dürften, blieben als Ziel nur türkische
Maschinen übrig. Angesichts der "zwiespältigen" Haltung der Amerikaner, sei das
türkische Militär "beunruhigt", befand das Blatt.
Bereits vor Wochen versicherte der türkische Außenminister Yasar Yakis, dass türkische Soldaten im Irak nicht
kämpfen werden. "Wenn sie in den Irak vorstoßen, dann nur zu humanitären Zwecken." Gern stellt Ankara die
"betrüblichen Erfahrungen" mit 500 000 Irak-Flüchtlingen in den Vordergrund, die während des Golfkrieges vor zwölf
Jahren in einer völlig unvorbereiteten Türkei Zuflucht suchten. Die Bilder von hungernden und frierenden Männern,
Frauen und Kindern, von türkischen Soldaten, die Warnschüsse in die Luft abgaben, gingen damals um die Welt.
Diesmal sollen die befürchteten Flüchtlingsströme möglichst noch vor der türkischen Grenze gestoppt und in
Auffanglager im Nordirak untergebracht werden. Keinen Hehl macht Ankara daraus, dass es gleichzeitig die Kämpfer
der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Auge hat, die sich nach der Gefangennahme von PKK-Chef Abdullah Öcalan
vor vier Jahren in den Nordirak zurückgezogen haben. Mit den Golfkriegsflüchtlingen kamen damals auch tausende
PKK-Kämpfer in die Türkei, woraufhin der Krieg zwischen der Armee und den Rebellen in der Südosttürkei eskalierte.
Wohl aus diesem Grunde bestand die Türkei in ihren Verhandlungen mit Washington darauf, "freie Hand" im Nordirak
zu haben und die türkischen Soldaten nicht dem Kommando des US-Militärs zu unterstellen. "Wir haben keine
geheimen Ziele im Irak", versicherte dieser Tage das türkische Außenministerium. Es gehe um Flüchtlinge und um
die Sicherheit der Türkei. Die soll, scheint es, die türkische Armee schon jenseits der Grenze sicherstellen.
Zwischen den Fronten - USA und Türkei entscheiden über die Zukunft der Kurden
Blix sieht noch keinen Durchbruch bei Entwaffnung
Do.27.02.03 - UN-Chefinspekteur Hans Blix sieht auch nach der jüngsten
Übergabe irakischer Dokumente noch keinen Durchbruch bei der Entwaffnung Iraks.
Er bescheinigte der Führung in Bagdad am Mittwoch aber Fortschritte in der
Zusammenarbeit.
Zur von Blix geforderten Zerstörung von Raketen mit einer Reichweite von mehr als
150 Kilometern sagte er in dem Interview, Irak besitze "keine Raketen außerhalb
der Festlegungen der Vereinten Nationen." Der stellvertretende irakische
Ministerpräsident Tarik Asis sagte dagegen, Blix' Forderung werde geprüft.
Blix bescheinigte Irak Fortschritte bei der Kooperation. Ein Brief Iraks vermelde den
Fund von zwei Bomben des Typs R-400, von denen eine möglicherweise mit einem
biologischen Kampfstoff gefüllt sei. Ein weiterer zeige an, handschriftliche
Dokumente über die Vernichtung chemischer und biologischer Waffen aus dem Jahr
1991 seien gefunden worden. Die Briefe seien "möglicherweise interessant" aber
"kein Durchbruch", so Blix. (Quelle: ap)
Saddam Hussein: «Wir machen uns auf den Krieg gefasst».
Do.27.02.03 - Irak bereitet sich nach den Worten von Staatschef Saddam Hussein
auf einen Krieg vor. "Wir hoffen, dass dieser Angriff nicht stattfindet. Aber wir
machen uns darauf gefasst, einem solchen Angriff zu begegnen", sagte Saddam
Hussein in einem am Mittwochabend ausgestrahlten Interview des
US-Fernsehsenders CBS. Auszüge des Gesprächs, das CBS-Moderator Dan
Rather am Montag in Bagdad geführt hatte, veröffentlichte der Sender bereits Anfang
der Woche.
"Es ist unsere Pflicht, unsere Verantwortung, unser Land zu verteidigen, unsere
Kinder zu verteidigen, unser Volk zu verteidigen", sagte der irakische Präsident und
fügte hinzu: "Wir werden nicht unterliegen, weder den Vereinigen Staaten noch
irgendeiner anderen Macht."
Außerdem erklärte Saddam Hussein, er würde lieber sterben, als ins Exil zu gehen.
Er wies jegliche Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida zurück. Zu der von
UN-Chefinspekteur Hans Blix geforderten Zerstörung der irakischen
El-Samud-2-Raketen sagte Saddam Hussein, Irak besitze keine Waffen, die ihm
von den Vereinten Nationen verboten worden seien. Die Raketen, die gegen die
UN-Auflagen verstoßen hätten, seien zerstört worden. (Quelle: ap)
Saddam-CBS-Interview Auszüge unter:
Kriegsgegner legen Telefone bei US-Regierung lahm.
Do.27.02.03 - Mehrere hunderttausend Kriegsgegner haben amerikanische
Regierungsstellen und Abgeordnete am Mittwoch mit Protestanrufen und E-Mails
überschwemmt. Bei zahlreichen Senatoren und Abgeordneten klingelte das Telefon im
Sekundentakt. Beim Weißen Haus war die Telefonleitung für Bürgeranrufe stundenlang
besetzt. Die von Hollywoodstars unterstützte Friedensorganisation "Win
without War" [http://www.winwithoutwarus.org] (Ohne Krieg gewinnen), die zu dem "virtuellen Marsch auf Washington"
aufgerufen hatte, sprach von einem vollen Erfolg.
Die demokratische Senatorin aus Kalifornien, Dianne Feinstein, registrierte bis zum
Nachmittag mehr als 800 Anrufe. "Es klingelte ununterbrochen", sagte sie im
US-Fernsehen. Bei dem demokratischen Minderheitenführer Tom Daschle gingen
nach Angaben eines Mitarbeiters doppelt so viele Anrufe ein wie an normalen
Tagen. "Wir haben einen etwas stärkeren E-Mail-Verkehr als normal registriert",
sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung. Bei dem Anrufen sprach er von "ziemlich
hohem Volumen". Eine Zahl wollte er nicht nennen.
"Wir sind begeistert", sagte der Organisator, der ehemalige Kongressabgeordnete
Tom Andrews von der Gruppe "Ohne Krieg gewinnen". Er ging davon aus, dass bei
den Abgeordneten und Regierungsvertretern mehr als eine Million
Anti-Kriegsbotschaften eingingen. Nach mehreren Internetaufrufen hätten 500 000
Menschen sich schon vorher als Teilnehmer registriert.
Die Organisation, unter deren Dach sich 32 Friedensgruppen zusammengetan hatten, rief die Bevölkerung auf, ihre
Opposition zu einem Krieg deutlich zu machen. "Die Botschaft ist klar: kein Einmarsch, wenn es nicht nötig ist. Wir
müssen die Region nicht destabilisieren und tausende Zivilisten in Gefahr bringen", sagte Andrews.
Mehr unter:
Künstler wollen Washington mit E-Mails bombardieren
US-Bürger mailen massenhaft Unterstützung an
US-Bischöfe gegen einen Irak-Krieg
Do.27.02.03 - Der Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz der USA hat
sich am Mittwoch noch einmal gegen einen Krieg gegen Irak ausgesprochen. Der
Bischof von Belleville in Illinois, Wilton Gregory, erklärte, nach den bislang
bekannten Fakten sei es schwierig, einen Krieg zu rechtfertigen. Es fehlen Beweise
für einen bevorstehenden Angriff Iraks oder eine Verwicklung des Landes in die
Anschläge vom 11. September. Jeder Krieg müsse eine breite internationale
Unterstützung haben. Gregory erneuerte den Appell des Vatikans, Irak über die
Arbeit der UN-Inspekteure zu entwaffnen. (Quelle:ap)
Katholische Kirche gegen Radikalpazifismus im Irak-Konflikt
Do.27.02.03 - Die katholische Kirche hat sich gegen eine radikalpazifistische Haltung
im Irak-Konflikt gestellt. Eine militärische Intervention sei als letzte Möglichkeit
«nicht von vorneherein und für immer auszuschließen», schrieb der Vorsitzende der
Deutschen Bischofskonferenz, der Kardinal Karl Lehmann, in einem am Dienstag
veröffentlichten Beitrag für die Mainzer Kirchenzeitung «Glaube und Leben».
Sowohl Papst Johannes Paul II. als auch die Bischofskonferenz ließen keinen
Zweifel daran, dass der irakische Staatschef Saddam Hussein ein Risiko für die
internationale Ordnung sei. Beide befürworteten daher den Druck, den die Vereinten
Nationen auf Irak ausübten, und «verkennen auch nicht die Notwendigkeit konkreter
Drohung», erklärte Lehmann.
Allerdings dürfe sich die Kirche auch nicht «instrumentalisieren lassen für die
Unterstützung eines Krieges, der ein schwerwiegendes Übel darstellt». Es bestehe
die Sorge, dass die Drohkulisse militärischer Gewalt eine solche Eigendynamik
entfalten könnte, dass am Ende ein Krieg unvermeidbar erscheine, warnte der
Kardinal. Die Hauptgefahr dabei sei, dass ein Präventivkrieg vom Zaun gebrochen
werde, der nur im Falle schlimmster Menschheitsverbrechen wie Völkermord
erwogen werden dürfe.
«Sonst ist und bleibt ein solcher Krieg eine Aggression», betonte Lehmann. Das Recht auf Selbstverteidigung setze
einen tatsächlichen oder unmittelbar bevorstehenden Angriff voraus. Hier entstehe ein Dilemma, denn wenn nur eine
vermutete Bedrohung existiere, ist nach dem Völkerrecht und der Lehre der Kirche ein Krieg zur Gefahrenvorbeugung
nicht erlaubt. Werde allerdings kein Druck ausgeübt, werde der Aggressor geradezu ermutigt, erklärte der Bischof. (Quelle: ap)
Aktionen der Friedensbewegung unter:
Hintergrundtexte der Informationsstelle Militarisierung (IMI)
Link-Auswahl zum Thema Irak-Konflikt:
UN kritisieren USA wegen Umgangs mit mutmaßlichen Terroristen
Do.27.02.03 - Die Vereinten Nationen haben die USA wegen ihres Umgangs mit
mutmaßlichen Terroristen kritisiert. Die Geheimhaltung von Deportationen
mutmaßlicher Taliban-Kämpfer und El-Kaida-Mitglieder in das Militärgefängnis in
Guantanamo auf Kuba müsse beendet und die Anklagepunkte müssten
veröffentlicht werden, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte am
Mittwoch im pakistanischen Islamabad.
"Ich sehe keine Notwendigkeit, warum die Transporte nicht transparent gemacht
werden", sagte Sergio Vieira de Mello. Zuvor hatte er sich mit dem pakistanischen
Ministerpräsidenten Zafarullah Khan Jamali, mit weiteren Politikern und Vertretern
von Menschenrechtsgruppen getroffen. Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter der
USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und hat den USA mehr als
400 El-Kaida-Mitglieder überstellt. Auf dem US-Militärstützpunkt Guantanamo
werden 650 mutmaßliche Terroristen aus mehr als 40 Ländern festgehalten.
Laut Vieira de Mello wissen oftmals die Familien der Inhaftierten nichts über deren
Aufenthaltsort oder die Vorwürfe, die gegen sie erhoben werden. "Die Familien
sollten darüber informiert werden", forderte er. Der Kampf gegen den Terror dürfe die
Menschenrechte nicht verletzen.
(Quelle:ap)
Viele Guantanamo-Gefangene offenbar ohne El-Kaida-Kontakte.
Die Gefangenen von Guantanamo
Anwälte fordern mehr Rechte für Häftlinge in Guantanamo
Bauernaktivist José Bové wegen der Zerstörung von Genpflanzen verurteilt.
Do.27.02.03 - Der nationalistische Bauernaktivist José Bové muss wegen der Zerstörung von
Genpflanzen zum zweiten Mal ins Gefängnis. Ein Berufungsgericht in Montpellier verurteilte den
Globalisierungsgegner am Mittwoch zu zehn Monaten Haft, wie sein Anwalt mitteilte. Bové sieht in den
Urteilen eine Beschneidung gewerkschaftlicher Rechte. Er appellierte an Staatspräsident Jacques Chirac,
ihn zu begnadigen. "Es handelt sich jetzt nicht mehr um rechtliche, sondern um politische Fragen", sagte
Bové in Paris.
Nach Angaben seines alternativen Bauernverbands Confédération paysanne haben bereits
mehr als eine halbe Million Menschen Chirac aufgefordert, den populären Globalisierungsgegner zu
amnestieren. Mehrere Gewerkschaften sowie Kommunisten und Grüne haben sich beim Staatspräsidenten
für ihn verwandt. "Die Justiz hält zehn Monate für eine gewaltfreie und öffentlich verübte Aktion für
angebracht", kritisierte Bovés Anwalt François Roux und kündigte an, den Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte anzurufen.
Das Gericht in Montpellier bestätigte in letzter Instanz eine sechsmonatige
Haftstrafe wegen einer Aktion gegen gentechnisch veränderten Reis. Zugleich hob es die Bewährung einer
insgesamt achtmonatigen Strafe zur Hälfte auf. 1998 hatte Bové mit Gesinnungsgenossen in Agen ein Feld
mit Genmais verwüstet. Bové saß bereits im letzten Sommer für 43 Tage im Gefängnis, weil er aus Protest
gegen Strafzölle auf Roquefort-Käse in den USA eine McDonald's-Filiale in Millau verwüstet hatte. Mit dieser
Aktion war der schnauzbärtige Schafzüchter 1999 zur Galionsfigur nationalorientierter
Globalisierungsgegner aufgestiegen. (Quelle: info.partisan.net)
Greenpeace setzt sich im Rechtsstreit mit Esso durch
Do.27.02.03 - Kaum konnte sich Greenpeace im Rechtsstreit mit Esso durchsetzen,
prangt auch schon wieder das von Ölmulti beanstandete Logo auf der französischen Website Stop
Esso. Ein französisches Gericht hob ein Urteil vom Juli 2002 auf, nach dem den Umweltschützern untersagt
worden war, eine Parodie des Firmenschildes auf ihrer Homepage [http://www.greenpeace.fr/stopesso/index.html] zu veröffentlichen. Darin wurden die beiden
Buchstaben in der Mitte durch Dollarzeichen ersetzt.
Greenpeace sieht in dem Urteil einen wichtigen Sieg für
die Meinungsfreiheit. Die Strategie des Ölkonzerns, Kritik auf dem Gerichtsweg zu unterdrücken, habe sich
damit als aussichtslos erwiesen. Zuvor hatte Greenpeace das beanstandete Logo mit dem Vermerk "censuré
par Esso" überdeckt. Wären die Umweltschützer der einstweiligen Verfügung nicht innerhalb von vier Tagen
gefolgt, hätten sie pro Tag eine Strafe von 5000 Euro zahlen müssen. Die Kampagne gegen Esso war im Mai
2001 gestartet worden. Greenpeace stößt sich an dem Gebahren des Ölkonzerns, der angeblich
Millionensummen in Lobbyarbeit bei der US-amerikanischen Regierung investiere, um die Klimakonventionen
von Kyoto zu umgehen, teilt Greenpeace mit. Zudem täusche es die Öffentlichkeit absichtlich über das
tatsächliche Ausmaß der Erderwärmung.
Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Strafe wegen Folterdrohung
Do.27.02.03 - Die Folterdrohung der Polizei im Fall Jakob von Metzler stößt in
der Bevölkerung laut einer Umfrage auf breites Verständnis. 63
Prozent seien der Ansicht, dass das Vorgehen des Frankfurter
Polizeivizes Wolfgang Daschner nicht bestraft werden solle,
berichtete der "Stern". 32 Prozent der rund tausend Befragten
sprach sich für eine Strafe aus.
Die Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Cornelie
Sonntag-Wolgast (SPD), forderte von der Öffentlichkeit eine
deutliche Absage an eine Aufweichung des Folterverbots. Die Debatte müsse in
einem eindeutigen Votum des gesamten Parlamentes gipfeln: "Keine Folter in der
Bundesrepublik".
Daschner hatte bei der Vernehmung des mittlerweile wegen Mordes angeklagten
Magnus G. die Androhung von Gewalt angeordnet. Er hatte dies damit begründet,
dass er auf diese Weise das Versteck des von Magnus G. entführten Kindes habe
herausfinden wollen. Notfalls hatte Daschner die Gewaltdrohung auch umsetzen
wollen. (Quelle: afp)
Folter und die Androhung von Folter ist strikt verboten
Eine Vielzahl von internationalen Abkommen und nationalen Rechtsvorschriften
definieren Folter und verbieten sie strikt. Auf internationaler Ebene setzt eine
UN-Konvention von 1984, die 1990 auch in Deutschland in Kraft
trat, die Norm. Mehr unter:
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