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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Di.04.03.03, 12:45 US-Präsident Bush hält unbeirrt an hartem Irak-Kurs fest
Di.04.03.03 -Die Verschrottung der irakischen Al-Samoud-2-Raketen ist
nach Auffassung der US-Regierung zu wenig und zu spät. Auch die Weigerung
der Türken, 62 000 US-Soldaten ins Land zu lassen, hat die Kriegsplaner allem Anschein
nach nur vorübergehend stocken lassen. Die US-Regierung hält unbeirrt an ihrem harten Irak-Kurs fest.
Den Optimisten hatte Präsident George W. Bush schon vor Beginn der
Raketenverschrottung den Wind aus den Segeln genommen. Es würde ihn nicht
wundern, wenn die Iraker die Raketen als Teil ihrer Täuschungskampagne zerstören
würden, sagte Bush in der vergangenen Woche. Nichts anderes als die totale
Entwaffnung des Irak sei aber vonnöten, darunter auch Beweise über den Verbleib
tonnenweise hochgiftiger Kampfstoffe und jeder Menge Anthrax.
Präsidentensprecher Ari Fleischer legte die Latte für den Irak, um einen Krieg
abzuwenden, Ende der Woche noch ein Stück höher: "Der Präsident hat klar
gemacht (was nötig ist): Abrüstung und Regimewechsel", sagte Fleischer.
Als einsamer Rufer in der Wüste präsentierte sich am Montag die "New York Times". Es sei ein schlechtes
Wochenende für die Kriegsinitiative gewesen, schrieb die Zeitung. "Bush muss jetzt tief Luft holen ... Der Präsident
mag in der Lage sein, auch ohne breite internationale Unterstützung einen militärischen Sieg gegen Saddam Hussein
davonzutragen. Aber er wird den Irak nicht wieder aufbauen und erst recht nicht die politische und wirtschaftliche
Dynamik des Nahen Ostens ändern können, wenn er nicht jede Menge Hilfe aus dem Ausland bekommt."
Doch im Weißen Haus zeichnete sich zu Wochenbeginn keinerlei Umdenken ab. Bush sei nicht einen Moment in
seiner Entschlossenheit wankend geworden, hieß es in Regierungskreisen. "In seinen Gedanken ist die alte Debatte,
ob Saddam abrüstet oder nicht, vorbei. Wir sind schon in der nächsten Phase, auch, wenn noch niemand anders dort
ist", sagte ein Beamter. Als Bush vor ein paar Tagen seine Vision einer Demokratiewelle darlegte, die den ganzen
Nahen Osten erfassen und erblühen lassen werde, sprach er so, als sei der Sturz Saddams bereits erfolgt. "Wir
werden so lange im Irak bleiben, wie nötig."
Rückendeckung erhält der Präsident von der konservativen Presse. Die Zeit zum Militärschlag sei reif, schreibt die
"Washington Times" am Montag. "Weitere Verzögerungen stärken nur die politische Opposition in aller Welt und
hier. So zu tun, als würden wir zu diesem Zeitpunkt wirklich noch eine von den Vereinten Nationen definierte
'erfolgreiche Abrüstung' akzeptieren, zwingt die Entourage des Präsidenten nur zu peinlichen verbalen Eiertänzen. ...
Power must replace persuasion - Macht muss Überzeugungsversuche jetzt ersetzen."
(Quelle: dpa)
Amerikaner über harten Irak-Kurs Bushs uneins
Di.04.03.03 - Gut ein Drittel der Amerikaner steht nach einer am Montag
veröffentlichten Umfrage uneingeschränkt hinter der Irak-Politik von Präsident
George W. Bush. Ein weiteres Drittel lehnt den harten Kurs des Weißen Hauses
jedoch ab, wie die Umfrage von ABC News und "Washington Post" ergab. Beim
Ziel der notfalls gewaltsamen Entwaffnung Bagdads stellen sich insgesamt
allerdings fast 60 Prozent der US-Bürger hinter ihren Präsidenten. Befragt wurden
mehr als 1.000 Personen zwischen Mittwoch und Sonntag. (Quelle: ap)
US-Gewerkschaften gegen Bushs Kriegs-Kurs
Di.04.03.03 - Nach den massiven
Antikriegsdemonstrationen Mitte Februar hat der
US-amerikanische Gewerkschaftsbund AFL-CIO der Regierung
in Washington die Gefolgschaft verweigert. Der Exekutivrat
des 13 Millionen Mitglieder vertretenden Dachverbandes
kritisierte dieser Tage in ungewöhnlich deutlichen Worten den
Unilateralismus der Bush-Regierung.
Über 100 AFL-CIO-Stadtverbände hätten bereits Resolutionen
verabschiedet, die einen Krieg ohne UN-Zustimmung
ablehnten, und viele Bürger wären nicht überzeugt, daß der
Krieg tatsächlich die einzige Option sei. "Der Präsident ist nicht
seiner Verpflichtung nachgekommen", heißt es in der
AFL-CIO-Erklärung, "der Nation und der Welt zwingend und
schlüssig zu erklären, weshalb ein Krieg zu diesem Zeitpunkt
notwendig ist." Bush habe wichtige Alliierte beleidigt und die
Sympathie, die die USA nach dem 11. September genossen
habe, aufs Spiel gesetzt.
"Das ist ein historischer Vorgang", meint Bob Muehlenkamp vom
gewerkschaftlichen Antikriegsnetzwerk USLAW. "Das ist das
erste Mal, daß die Führung der Arbeiterbewegung der
Kriegspolitik eines US-Präsidenten widerspricht."
Für den 12. März ist ein nationaler Aktionstag angesetzt ist. An diesem Tag
sollen in Gewerkschaftshäusern und Betrieben im ganzen Land
Kundgebungen und Diskussionsveranstaltungen gegen den
Krieg stattfinden. (Quelle: jw) Mehr unter:
Unverrückte Standpunkte im Sicherheitsrat zu Irak
Di.04.03.03 - Frankreich, Russland und China haben am Montag Irak ermahnt,
noch aktiver mit den UN-Rüstungsinspektoren zusammenzuarbeiten. Bei seinem
Staatsbesuch in Algerien sagte der französische Staatspräsident Jacques Chirac
aber auch, die UN-Teams müssten die Zeit bekommen, die sie zur erfolgreichen
Zerstörung irakischer Programme für Atom-, Bio- und Chemiewaffen sowie zur
Entwicklung von Langstreckenraketen benötigten.
"Irak muss noch aktiver kooperieren", sagte Chirac. Der Druck auf Irak müsse
erhalten bleiben, um das Ziel der Zerstörung seines Massenvernichtungspotenzials
zu erreichen. Der stellvertretende russische Aussenminister Juri Fedotow sagte, die
begonnene Zerstörung von El-Samud-2-Raketen sei ein "anschauliches Beispiel"
für eine aktivere Zusammenarbeit der irakischen Behörden mit den UN-Inspektoren.
Es zeige, dass die Inspektionen fortgesetzt werden sollten. In diesem Sinne
äusserte sich als drittes ständiges Sicherheitsratsmitglied auch China.
Die USA und Grossbritannien suchten unterdessen in dem Gremium weiter nach
Unterstützung für ihren Resolution, die einen Krieg gegen Irak ermöglichen würde.
"Irak rüstet nicht ab", beharrte der Sprecher des Weissen Hauses, Ari Fleischer. In
der vergangenen Woche hatte Chile die ständigen Ratsmitglieder aufgefordert, erst
sich selbst auf einen gemeinsamen Standpunkt zu einigen. Es sei falsch, die
Entscheidung auf die zehn für zwei Jahre in das Gremium gewählten Mitglieder
abzuschieben.
Die USA haben in Vorbereitung ihres geplanten
Angriffes auf Irak den ökonomischen und politischen Druck auf
die Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen massiv erhöht.
Mit welchen Methoden Washington in Lateinamerika
die Unterstützung für seinen Irak-Feldzug zu erpressen versucht, beschreibt
die in Berlin erscheinende "junge Welt" in ihrer heutigen Ausgabe (04.03.03) .
Mehr unter:
Mit Geld, Versprechungen und Erpressungen kann die Bush-Regierung
bestenfalls einen kurzfristigen Erfolg in der Irak-Frage feiern, ansonsten
hinterlässt ihre Politik schon jetzt einen explosiven Scherbenhaufen
Mehr unter:
US-Geheimdienst hört offenbar UN-Delegierte ab
USA wollen UNO-Abstimmung über Irak-Resolution nächste Woche
Di.04.03.03 - Die USA streben in der kommenden Woche im Sicherheitsrat
der Vereinten Nationen (UNO) eine Abstimmung über eine weitere Irak-Resolution
an, die den Weg für ein militärisches Eingreifen freimachen würde.
US-UNO-Botschafter John Negroponte sagte am Montag nach Gesprächen mit
Guineas UNO-Botschafter Mamady Traore über eine Terminsetzung für eine
Abstimmung in New York, über diese sehr simple und klare Resolution müsse nicht
lange debattiert werden. Guinea hält im März den Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat.
UNO-Chef-Waffeninspekteur Hans Blix soll dem Sicherheitsrat am Freitag einen
weiteren Überblick über den Stand der Abrüstungsbemühungen in Irak vermitteln.
Die USA und Großbritannien wollen dann eine Abstimmung über die Resolution, in
der festgestellt wird, dass Irak die letzte Gelegenheit zur Abrüstung verpasst habe,
in der Woche ab 10. März durchsetzen.
In diplomatischen Kreisen des Sicherheitsrates wird derzeit allerdings bezweifelt, ob
es den USA gelingt, für die Annahme der Resolution mindestens neun der 15
Stimmen des Sicherheitsrates zu erreichen. Mehrere Mitglieder des
Sicherheitsrates gelten derzeit noch als unentschlossen wie etwa Chile, Pakistan
und Mexiko. Sie hoffen noch auf einen Kompromiss.
Einen solchen Kompromiss versuchte Kanadas UNO-Botschafter Paul Heinbecker herbeizuführen, der sich am
Montag mit den zehn nicht ständigen Sicherheitsratsmitgliedern zu informellen Gesprächen traf. Kanada hat
vorgeschlagen, Irak für eine Reihe offener Fragen Fristen zu setzen, die bis Ende März oder Mitte April reichen
könnten. Die USA lehnen diese Vorschläge ab.
Frankreich, Russland, China und Deutschland haben sich eindeutig für die Fortsetzung der UNO-Waffeninspektionen
in Irak um etwa vier Monate ausgesprochen. (Quelle: rtr)
Offenbar massive Ausweitung der Luftangriffe in irakischer Flugverbotszone
Di.04.03.03 - Die USA und Großbritannien haben nach einem Bericht des "Guardian"
ihre Luftangriffe in der irakischen Flugverbotszone im "dramatisch ausgeweitet".
Ihre Ziele seien in erster Linie Raketensysteme, die im Falle eines Krieges zur Verteidigung
des Iraks eingesetzt werden könnten, berichtete die britische Zeitung.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in London
sagte dagegen, die Strategie habe sich nicht geändert:
Die amerikanischen und britischen Piloten eröffneten nur dann das Feuer, wenn sie
angegriffen würden.
Nach Informationen des "Guardian" geben Vertreter des Verteidigungsministeriums
jedoch inoffiziell zu, dass die Angriffe in letzter Zeit massiv verstärkt worden seien.
Auch Militär-Experten bestätigen demnach, der "nicht erklärte Krieg" sei intensiviert
worden.
Die Flugverbotszonen im Norden und Süden des Iraks waren nach dem Ende des
Golfkriegs im Jahr 1991 zum Schutz der dort lebenden Kurden und Schiiten
eingerichtet worden. Amerikaner und Briten überwachen die Einhaltung des
Flugverbots.
Irak: Sechs Tote bei britisch-amerikanischen Luftangriffen
Di.04.03.03 - Bei britischen und amerikanischen Luftangriffen in der
südirakischen Hafenstadt Basra sind nach irakischen Angaben sechs Zivilisten
getötet und 15 verletzt worden.
Ziel der Angriffe am späten Sonntagabend seien zivile Ziele gewesen, sagte ein
Armeesprecher der staatlichen Nachrichtenagentur INA am Montag. Die irakische
Luftabwehr habe auf die Maschinen gefeuert. Ein US-Militärsprecher erklärte,
britische und US-amerikanische Flugzeuge hätten irakische Luftabwehrstellungen in
der südlichen Flugverbotszone angegriffen, nachdem sie beschossen worden seien.
Großbritannien und die USA wiesen die Anschuldigungen der irakischen Armee zurück.
Nach Erkenntnissen der britischen Regierung
gebe es keine Hinweise auf Opfer unter der irakischen Zivilbevölkerung, sagte eine Sprecherin des
Verteidigungsministeriums in London. Das Zentralkommando der US-Armee versuchte, die Luftangriffe
herunterzuspielen: An dem Einsatz sei nichts Außergewöhnliches gewesen.
(Quellen: rtr, afp)
Weitere US-Militäreinheiten starten in Golfregion
Di.04.03.03 - Die USA setzen ihren Aufmarsch in der Golfregion fort: Die US-Marine
entsandte mit der USS Nimitz einen sechsten Flugzeugträger in den Golf. US-Verteidigungsminister
Donald Rumsfeld erteilte bereits am Wochenende zwei weiteren großen Militäreinheiten
den Marschbefehl. Betroffen sind die in Wiesbaden stationierte Erste Panzerdivision und die Erste
Kavalleriedivision in Fort Hood im US-Bundesstaat Texas. Die USA und
Großbritannien werden voraussichtlich in der kommenden Woche ihren
Irak-Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat zur Abstimmung stellen.
Der Abreisetermin für die Einheiten aus Wiesbaden und Texas ist noch nicht klar.
Einige der Truppen hätten in der Türkei stationiert werden sollen. Nach dem
ablehnenden Votum des türkischen Parlaments soll nun zunächst geklärt werden,
wohin die Soldaten entsandt werden sollten. Die Erste Panzerdivision umfasst
17.500 Soldaten und ist in Wiesbaden stationiert. Die in Texas stationierte Erste
Kavalleriedivision ist 17.000 Mann stark. Beide Einheiten kämpften bereits im
Golfkrieg 1991.
Die USS Nimitz lief mit rund 5000 Soldaten und 70 Kampf- und Militärflugzeugen an
Bord von San Diego an der Westküste der USA in Richtung Golf aus. Begleitet
wurde sie von fünf Kriegsschiffen. Insgesamt haben die USA bereits rund 220.000 Soldaten in der Golfregion
zusammengezogen. (Quelle: afp)
Zeitung: Tausende Soldaten aus USA und Großbritannien bereits in Irak
Di.04.03.03 - Mehrere tausend Elitesoldaten aus den USA, Australien und Großbritannien
haben einem Zeitungsbericht zufolge in Irak bereits mit den Vorbereitungen für einen
Krieg begonnen. Mit den Sondereinsätzen seien mehr als 4000 australische und
US-Soldaten beauftragt, die in Katar, Jordanien, Kuwait und in der Türkei stationiert
seien, berichtete die britische Tageszeitung "Daily Telegraph" am Dienstag.
Großbritannien sei mit rund 240 Agenten des "Special Air Service" (SAS) und etwa
hundert weiteren Soldaten an den Aktionen beteiligt. Die Soldaten seien dabei, in
gemeinsamen Einsätzen irakische Ölfelder westlich von Bagdad zu überwachen, die
Bewegungen der irakischen Truppen zu beobachten und militärische Ziele zu
überprüfen. Zudem sollten sie im Südwesten Iraks geeignete Plätze für die
Errichtung von Kriegsgefangenenlagern suchen. (Quelle: afp)
UNHCR kritisiert Verzögerung bei Vorbereitung auf Flüchtlingskrise
Di.04.03.03 - Das UN-Flüchtlingshilfwerk UNHCR befürchtet bei einem Krieg
gegen den Irak eine humanitäre Krise: Der Vertreter der Organisation in Jordanien,
Sten Bronee, kritisierte Verzögerungen bei der Vorbereitung auf Flüchtlingsströme.
Viele Regierungen wollten keine Gelder bereitstellten, solange die Bemühungen zu
Vermeidung eines Krieges noch liefen, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Der
Aufbau von Lagern in der Wüste sei nur mit Vorbereitungen möglich. Das UNHCR
könne aber keine Schätzungen zur Zahl der erwarteten Flüchtlinge abgeben. (Quelle: dpa)
Helfern im Irak wird die Zeit knapp
Mehr unter:
Bei ihren Vorbereitungen für humanitäre Hilfe im Falle eines Irak-Kriegs fehlen
den Hilfswerken der Vereinten Nationen nach eigenen Angaben noch rund 56
Millionen Euro. (Quelle: afp)
Die Kosten für einen Krieg gegen Irak und den weiteren Kampf
könnten sich für die USA auf mehr als 100 Milliarden Dollar belaufen, wie am
Mittwoch (26.02.03) aus Regierungskreisen verlautete.
Im Pentagon hiess es, für einen
Irak-Krieg und andere Militäreinsätze wie zum Beispiel in Afghanistan und auf den
Philippinen werde mit Kosten von 60 bis 85 Milliarden Dollar gerechnet. Aus dem
Aussenministerium verlautete, zwölf bis 18 Milliarden Dollar würden für
Auslandshilfen und diplomatische Aktivitäten gebraucht.(Quelle: ap)
Der Direktor der amerikanischen
Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Kenneth Roth,
hält Präzisionswaffen für geeignet, zivile Opfer zu vermeiden.
Zwischen dem "Krieg gegen den Terror" und dem "Kalten
Krieg" sieht Roth "klare Parallelen": "Der Kampf heiligt die
Mittel", so Roth in einem Interview mit der "tageszeitung" (04.03.03)
Mehr unter:
Non-Lethal Weapons
Die Absicht der Vereinigten Staaten, im geplanten Krieg gegen
Irak bei Straßenkämpfen in den irakischen Städten das giftige,
aber selten tödliche CS-Gas einzusetzen, hat nach einer
Meldung der britischen Zeitung "The Independent on Sunday"
zur ersten schweren Krise in der Kriegsallianz von USA und
Großbritannien geführt. Mehr unter:
"Nicht-tödlichen" Chemiewaffen galten bislang als "humane"
Alternative für Landminen, dabei hat gerade der Ausgang des jüngsten
Geiseldramas im Moskauer Musicaltheater gezeigt, dass so genannte
"nicht-tödliche" Chemiewaffen eine Illusion sind. Es gibt keine humanen Waffen.
(Quelle: medico)
«Schutzschilde» verlassen Irak
Di.04.03.03 - Eine Gruppe von Briten, die sich der Regierung
von Saddam Hussein im Irak als "menschliche Schutzschilde"
angeboten hatte, befindet sich wieder auf dem Heimweg. Wie die
Times gestern berichtete, fürchteten die etwa ein Dutzend
Friedensaktivisten um ihre eigene Sicherheit. Sie hatten mit ihrer
Anwesenheit im Irak einen Militärangriff der USA und
Großbritanniens verhindern wollen. Plötzlich sei ihnen von der
irakischen Regierung vorgeschrieben worden, welche Objekte sie
zu schützen hätten, gaben die Briten als Begründung an. "Auf
einmal dürfen wir uns nicht mehr um bestimmte Gebäude wie
Krankenhäuser kümmern", sagte Christiaan Briggs, Koordinator der
Friedensbewegung "Truth, Justice, Peace Human Shield Action
Group". Zudem hätten die meisten Aktivisten immer vorgehabt, den
Irak wieder zu verlassen, sobald eine Bombardierung unmittelbar
bevorstehe. "Das Ziel war immer, eine Massen-Migration (in den Irak) in
Gang zu setzen. Wenn wir 5000 bis 10 000 Leute hier gehabt hätten,
dann würde es keinen Krieg geben." Briggs selbst will zusammen mit 200 Demonstranten
aus aller Welt, darunter etwa ein Dutzend Briten, weiterhin im Irak
ausharren. (Quellen: taz/epd, dpa)
Irak setzt Raketenvernichtung fort
Di.04.03.03 - Der Irak ist offensichtlich weiter bemüht, den USA keinen Kriegsgrund zu liefern.
Bagdad machte am Montag wieder acht seiner Kurzstreckenraketen vom Typ Al-Samoud-2 unbrauchbar,
nachdem am Wochenende bereits zehn zerstört worden waren.
Nachdem die Iraker am Wochenende erst vier und dann noch
einmal sechs Samoud-2-Raketen zerstört hatten, seien am Montag acht weitere
Raketen vernichtet worden, teilte das Informationsministerium in Bagdad mit.
Insgesamt hat der Irak rund 120 Raketen dieses Typs, deren Verschrottung
UN-Chefwaffenkontrolleur Hans Blix wegen zu großer Reichweite ultimativ verlangt
hatte. Allerdings hatte der irakische Präsidentenberater Amir el Saadi am
Sonntagabend auf die Frage, ob der Irak auch dann mit der Raketenzerstörung
fortfahren würde, wenn sich die USA für einen Krieg entschieden, erklärt: "Wenn
sich zu einem frühen Zeitpunkt in diesem Monat herausstellen sollte, dass Amerika
nicht den rechtmäßigen Weg geht, warum sollten wir dann weitermachen?"
UN-Kontrolleure besuchten am Montag unter anderem einen militärischen Sprengplatz in El Asisiya, 100 Kilometer
südlich von Bagdad. Dort hat der Irak nach eigenen Angaben vor zwölf Jahren 157 Fliegerbomben, die mit biologischen
Kampfstoffen gefüllt waren, vernichtet. Grabungen unter UN-Beobachtung sollen nun klären, ob die vom Irak genannte
Zahl glaubwürdig ist. In den vergangenen Tagen wurden Fragmente und auch einige intakte Bomben gefunden, deren
Inhalt von der UN-Waffenkontrollkommission (UNMOVIC) analysiert werden sollen.
Die Entscheidung im türkischen Parlament gegen die Stationierung von US-Truppen für einen
Irak-Einsatz hat am Montag zu einem scharfen Kurssturz an der Istanbuler Börse geführt. Die US-Streitkräfte
hoffen, dass sich die Entscheidung noch revidieren lässt.
Die irakische Führung lobte unterdessen das Scheitern der Regierungsvorlage im türkischen Parlament. Ankara solle
an diesem "demokratischen Ergebnis" festhalten und dem Druck aus Washington nicht nachgeben, schrieb am
Montag das Parteiorgan "Al-Thaura". Im Norden des Irak demonstrierten zehntausende Kurden gegen die Türkei, die
nach bisherigen Plänen im Kriegsfall eigene Truppen in den Nordirak verlegen wollte, um die Entstehung eines
Kurdenstaates zu verhindern. (Quelle: dpa)
USA schließen bei Krieg weitere Machtausübung von Saddam Hussein aus
Di.04.03.03 - Die USA schließen eine weitere Machtausübung des irakischen Präsidenten
Saddam Hussein nach einem möglichen Irak-Krieg aus. Niemand solle "auch nur
eine Sekunde lang" glauben, dass die US-Regierung den Machthaber gewaltsam
abrüsten würde und er dennoch an der Macht bleiben könne, sagte der Sprecher
des Weißen Hauses, Ari Fleischer, am Montag in Washington. Für den Fall, dass
Irak vollständig abrüstet und es nicht zum Krieg kommt, schloss Fleischer einen
Verbleib Saddams an der Macht jedoch nicht aus. Auf die Frage, ob die USA es als
Regimewechsel betrachten würden, wenn Irak vollständig abrüsten und die
Forderungen nach der UN-Resolution 1441 erfüllen würde, sagte der Sprecher des
US-Präsidialamtes: "Wir wollen erst sehen, wie er vollständig und sofort abrüstet."
Allein dies sei "hilfreich". (Quelle: afp)
US-Staatssekretärin für muslimische Beziehungen zurückgetreten
Di.04.03.03 - Die für die Beziehungen zur muslimischen Welt zuständige
amerikanische Staatssekretärin im Außenministerium, Charlotte Beers, tritt zurück.
Die 67-Jährige habe gesundheitliche Gründe angegeben, verlautete am Montag aus
Washingtoner Regierungskreisen. Ihr Amt als Staatssekretärin für Öffentliche
Diplomatie übte die ehemalige Werbungsexpertin 17 Monate aus. In er vergangenen
Woche räumte sie ein, dass die Aufgabe gewaltig sei, die antiamerikanischen
Gefühle in islamischen Ländern umzukehren. "Die Kluft zwischen dem, wer wir sind
und wie wir gesehen werden möchten und dem, wie wir tatsächlich gesehen
werden, ist beängstigend groß", sagte sie dem Außenausschuss des Senats in der
vergangenen Woche. Vorübergehend soll ihr Amt von Patricia Harrison
wahrgenommen werden, einer Abteilungsleiterin im Büro für Erziehung und kulturelle
Angelegenheiten im Außenministerium. (Quelle: ap)
Für den 30-jährigen Pakistaner Amjad Khan war New York
zum neuen Zuhause geworden, der Traum von Freiheit und Wohlstand
schien sich erfüllt zu haben. Doch der Anti-Terror-Kampf
veränderte sein Leben: Isolationshaft, Verhöre, Schikane.
Mehr unter:
Nun gehen viele seiner Landsleute nach Kanada.
Hunderte Einwanderer aus Pakistan versuchen aus Furcht vor den
US-Behörden nach Kanada zu fliehen. Sie hoffen, dass ihnen
Kanada politisches Asyl wegen Verfolgung in Pakistan
gewährt. Die vom Ansturm überforderten kanadischen Behörden
weisen viele Flüchtlinge ab oder geben ihnen erst einmal nur
Termine, bei denen sie ihre Asylanträge erläutern können. Darauf
warten die Familien in Notunterkünften nahe der Grenze. Viele hat
die US-amerikanische Polizei festgenommen, selbst wenn sie
Papiere über das laufende kanadische Verfahren vorlegen können.
Ihnen droht dann die Abschiebung nach Pakistan. Begründet
werden die Festnahmen damit, dass die Einwanderer sich illegal in
den USA aufhalten. (Quelle: taz) Mehr unter:
Wieder rund 20.000 bei Leipziger Friedensdemo
Di.04.03.03 - In Leipzig sind am Montagabend nach
Veranstalterangaben wieder rund 20.000 Menschen für Frieden
und gegen den drohenden Irak-Krieg auf die Straße gegangen.
"Es gibt noch eine Chance, diesen Krieg zu verhindern", sagte
Sebastian Krumbiegel, Sänger der Leipziger Band "Prinzen",
bei der Abschlusskundgebung auf dem Augustusplatz. "Kommt
am nächsten Montag wieder", forderte er die Demonstranten
auf. Mehrere hundert Demonstranten zählte die Polizei auch in
Frankfurt am Main.
Beim Marsch über den Innenstadtring habe er sich an die
Protestaktionen des Herbstes 1989 erinnert gefühlt, sagte Krumbiegel weiter. Er sei
stolz auf Leipzig und die Menschen dort, die ihre Meinung kundtäten. So lange es
solche Menschen gebe, könnten diejenigen, die den Krieg vorbereiteten, ins
Bockshorn gejagt werden, meinte der Sänger.
Nach Angaben eines Sprechers des Aktionskreises Frieden beteiligte sich an
diesem Montag erstmals auch eine Initiative aus Sachsen-Anhalt an der
Friedensdemonstration. Zudem hätten sich die Stadtratsfraktionen von SPD,
Bündnis 90/Die Grünen, PDS und Bürgerfraktion in einer gemeinsamen Erklärung
gegen den Krieg in Irak ausgesprochen, sagte er. In dieser Erklärung heißt es
diesen Angaben zufolge, dass es ausreichende politische und diplomatische Mittel
gebe, den Krieg zu verhindern.
Die Menge war im Anschluss an das traditionelle Friedensgebet in der Nikolaikirche
durch die Stadt zum Augustusplatz gezogen. Schon am vergangenen Montag hatten sich rund 20.000 Menschen an
einer Friedensdemonstration in Leipzig beteiligt.
In Frankfurt hatte ein "Bündnis gegen den Krieg" zu einer Kundgebung aufgerufen. Nach Angaben der Polizei
beteiligten sich rund 400 Menschen an der Friedensdemonstration, die in den nächsten Wochen an jedem Montag
stattfinden soll.
Die Szene hat Symbolwert: Als US-Außenminister Powell am 5. Februar
nach seiner Präsentation im UN-Sicherheitsrat vor die Presse ging, wurde eine
hinter ihm hängende Kopie von Picassos Bild "Guernica" verhängt. Das
Anti-Kriegsbild eignete sich optisch nicht als Hintergrund für eine
Pressekonferenz, erklärte die UNO später und dementierte jeden Zusammenhang
zum Inhalt des Bildes.
Mehr unter:
Großmanöver von US- und südkoreanischen Truppen
Di.04.03.03 - US-Soldaten und südkoreanische Truppen haben im Süden
der koreanischen Halbinsel mit einem gemeinsamen
Großmanöver begonnen. Während der Übung "RSOE/FE 03" soll nach
Behördenangaben die Abwehr einer Invasion in Südkorea trainiert werden.
An dem bis zum 2. April dauernden Manöver nehmen mehrere tausend US-Soldaten
teil.
Die jährlich stattfindene Übung fällt in eine Periode starker Spannungen zwischen
Washington und dem kommunistisch regierten Norden Koreas. Anlass ist die
Wiederaufnahme des Atomprogramms durch Pjöngjang. Nordkorea kritisierte das
diesjährige Manöver bereits heftig. Die Übung diene der Vorbereitung auf eine
Invasion nach Nordkorea, hieß es dort.
Seit Ende des Korea-Krieges 1953 sind US-Soldaten in Südkorea stationiert;
derzeit sind es etwa 37.000. (Quelle: afp)
Nordkorea fängt US-Aufklärungsflugzeug ab
Di.04.03.03 - Vier nordkoreanische Flugzeuge hätten die Maschine vom Typ RC-135S am
Sonntagmorgen etwa 20 Minuten lang verfolgt und sich ihnen bis auf eine
Entfernung von etwa 15 Metern genähert.Die beiden MiG29-Kampfflugzeuge sowie
vermutlich zwei MiG23-Maschinen richteten nach Angaben von Pentagon-Sprecher
Jeff Davis ihr Feuerleitradar auf das amerikanische Flugzeug. Es sei aber kein Schuss
abgefeuert worden.
Die amerikanische Besatzung sei auf einem Routineflug gewesen, den sie anschliessend
abgebrochen habe und zu ihrem Stützpunkt Kadena in Japan zurückgekehrt sei.
Routineflüge dieser Art werden laut Davis seit mehreren Jahren und bisher ohne
Zwischenfälle durchgeführt.
Beim Zwischenfall im Jahr 1969 wurde ein amerikanisches Spionageflugzeug abgeschossen;
die 31 Besatzungsmitglieder kamen dabei um. (Quelle: nzz/ap)
Afghanistan war gestern - seine Retalibanisierung interessiert
die Antiterrorkoalition nicht mehr. Den Preis dafür zahlen
Frauen mit dem Verlust gerade erworbener Rechte
"Nach dem 11. September 2001 wurde die brutale Unterdrückung
der Frauen Afghanistans genutzt, um den Krieg gegen das
Talibanregime zu legitimieren. Damit wurde eine
menschenrechtliche Problematik instrumentalisiert (...)
Jetzt (...) droht eine zweite Instrumentalisierung: Die fundamentalistischen
Hardliner sollen auf Modernisierungskurs gebracht werden - um den
Preis, dass Frauen grundlegende Rechte verwehrt bleiben. Die
westliche Gebergemeinschaft lässt zu, dass die afghanische
Gesellschaft auf Kosten der Frauen befriedet wird", schreibt
Christa Nickels in einem Beitrag für die heutige Ausgabe der Tageszeitung (04.03.03)
Mehr unter:
NATO-Patrouillen künftig im gesamten Mittelmeer
Di.04.03.03 - Die NATO hat sich endgültig auf eine Ausweitung der
Anti-Terror-Patrouillen im Mittelmeer verständigt. Wie am Montagabend in Brüssel
bekannt wurde, sollen sich die Kontrollen künftig nicht mehr auf den östlichen Teil
beschränken, sondern alle Meeresabschnitte bis zur Straße von Gibraltar erfassen.
NATO-Sprecher Yves Brodeur zufolge wurden diese Pläne bereits am 5. Februar
gebilligt. Ihre Umsetzung habe sich dann wegen juristischer Details verzögert, doch
hätten letztlich alle 19 Mitgliedstaaten dem neuen Konzept zugestimmt. Demnach
können NATO-Marineeinheiten beim Verdacht auf eine Terrorbedrohung jetzt auch
Schiffe schon bei der Einfahrt in die Straße von Gibraltar anhalten und durchsuchen.
An der Aktion mit Namen "Operation Active Endeavour" sind auch Luftstreitkräfte
beteiligt, die gemeinsam mit der Marine die Patrouillen ausführen. Alle
Mitgliedsländer sind zur aktiven Beteiligung aufgerufen. (Quelle: ap)
USA besorgt über Israels Vorgehen in Palästinensergebieten
Di.04.03.03 - Im Zuge der neuen Militäroperationen in den
Palästinensergebieten zeigen sich die USA besorgt über Israels Vorgehen. Die
israelische Regierung wurde aufgefordert, den Tod unschuldiger Zivilisten zu
verhindern. Es müssten dafür alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, sagte
US-Außenamtssprecher Richard Boucher in Washington. Bei einem Vorstoß in ein
Flüchtlingslager der Stadt Gaza hatten israelische Soldaten mindestens acht
Palästinenser getötet. 40 Menschen wurden verletzt. (Quelle: dpa)
Französischer Staatspräsident zu historischem Besuch in Algerien
Di.04.03.03 - Der französische Präsident Chirac weilt in Algerien, um den belasteten Beziehungen
zwischen Frankreich und Algerien neuen Schwung zu verleihen. Es ist der erste französische
Staatsbesuch in der ehemaligen französischen Kolonie seit über 40 Jahren.
Chirac wurde von etwa einer halben Millionen Menschen, die die Straßen säumten,
begeistert empfangen. Chirac sagte dem algerischen Präsidenten Abdelaziz
Bouteflika, er sei sich bewusst, ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen
beiden Ländern aufzuschlagen. Beide Präsidenten unterzeichneten die Erklärung
von Algier, die die Beziehungen zwischen den Ländern auf eine neue Basis stellen
soll.
In einer leidenschaftlichen Rede vor beiden Kammern des algerischen Parlaments
nannte Chirac den Algerien-Krieg eine "Tragödie", die lange Zeit nicht beim Namen
genannt worden sei. Chirac selbst war als Offizier während des Unabhängigkeitskriegs von 1954 bis 1962
in Algerien eingesetzt.
Die Begeisterung und die hohen Erwartungen, die sich an die ehemalige Kolonialmacht
richten, stehen im umgekehrten Verhältnis zu den realen Möglichkeiten,
die Frankreich in der neuen Partnerschaft verwirklichen will. (Quellen: rtr, afp, nzz) Mehr unter:
Deutschland: Treffen zu Arbeitsmarktmisere ergebnislos beendet
Di.04.03.03 - Das Spitzentreffen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften zur Misere auf dem
Arbeitsmarkt ist ergebnislos zu Ende gegangen. Die Positionen seien zu unterschiedlich gewesen,
sagte BDI-Präsident Michael Rogowski nach dem knapp dreistündigen Treffen im Berliner Kanzleramt.
Es würden sicher weiter Gespräche geführt, aber nicht unter der Erwartungshaltung eines Bündnisses
und nicht mit dem Ziel, ein Gesamtkonzept für die Bundesrepublik Deutschland zu definieren. Einen
neuen Gesprächstermin gebe es nicht, sagte der Präsident des Bundesverbandes
der Deutschen Industrie (BDI).
Die Arbeitnehmerseite hatte sich unmittelbar vor dem Treffen kämpferisch gezeigt.
Die Gewerkschaften würden keinesfalls zu einem Bündnispartner für Sozialabbau
werden. Arbeitszeitverlängerung und Lohnkürzungen seien mit ihm nicht zu
machen, hatte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael
Sommer, betont.
Sommer hatte das "Sechs-Punkte-Paket" von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt
scharf attackiert. "Das ist, wenn man so will, ein relativ übler Trick", sagte er. Hundt
fordere für die Schaffung von Ausbildungsplätzen einen Verzicht auf
Lohnerhöhungen, Kündigungsschutz und Schutzgarantien bei betrieblichen
Bündnissen für Arbeit. Angesichts eines Mangels von 80.000 Ausbildungsplätzen
nannte Sommer diese Vorschläge einen "Kuhhandel". Seine Erwartung an das
Gespräch bezeichnete der DGB-Chef als "gedämpft realistisch".
Der Chef der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, hatte vor dem Treffen im NDR gesagt, die
Gewerkschaften seien nach wie vor an direkten Gesprächen mit der Arbeitgeberseite interessiert. Die Gewerkschaften
wollten mit den Arbeitgebern eine "Gesprächsebene". Das Spitzentreffen im Kanzleramt sei "die letzte Chance" dafür.
An dem Treffen auf Einladung von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) nahmen von Gewerkschaftsseite Michael Sommer
(DGB), Frank Bsirske (ver.di), Klaus Zwickel (IG Metall) und Hubertus Schmoldt (IG BCE) teil. Die Wirtschaft war
neben Rogowski mit Dieter Philipp (ZDH), Ludwig Georg Braun (DIHK) und Dieter Hundt (BDA) vertreten. (Quelle: afp)
Schröder kündigt für Mitte März Reformprogramm an
Di.04.03.03 - Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach einem
Spitzengespräch mit den wichtigsten Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertretern, das
keine gemeinsame Linie zu notwendigen Reformen ergab, die Vorlage eines
Reformprogrammes für den 14. März angekündigt.
"Die Bundesregierung wird am 14. März ein angemessenes und ich sich gerechtes
Reformprogramm vorlegen", sagte der Kanzler am Montagabend nach dem
zweieinhalbstündigen Gespräch. Da zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften
keine gemeinsame Linie sichtbar geworden sei, werde die Bundesregierung nun
alleine handeln. Gewerkschaften und Arbeitgeber müssten sich dann mit diesen
Reformen gesondert auseinander setzen, sagte Schröder. Gespräche zu
Einzelthemen werde es ungeachtet dessen auch in Zukunft voraussichtlich unter
Führung von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement geben. (Quelle: rtr)
In der CDU Streit um Rolle der Gewerkschaften
Di.04.03.03 - In der CDU gibt es offensichtlich erhebliche
Meinungsverschiedenheiten über die Haltung der Partei gegenüber den
Gewerkschaften. Der Vorsitzende der CDU-Arbeitnehmerschaft, Hermann-Josef
Arentz, kritisierte in der "Rheinischen Post" scharf die Äußerung, man dürfe "nicht
die Frösche fragen", wenn man einen Sumpf austrocknen wolle, mit der
Unionsfraktionschef Friedrich Merz die Entmachtung der Gewerkschaften gefordert
hatte.
Es sei unerträglich, mit welcher Wortwahl Merz gegen die
Arbeitnehmerorganisationen vorgehe, zitierte das Blatt Arentz: "Man darf den
Partner, von dem man viel Bewegung erwartet, nicht schwächen." Wenn der
DGB-Vorsitzende Michael Sommer im Zusammenhang mit der Debatte um den
Kündigungsschutz die Arbeitnehmerinteressen nicht schütze, "wäre er ein
schlechter Gewerkschaftschef", fügte Arentz hinzu. (Quelle: ap)
Broadway, NY: Rechner sollen Musiker ersetzen
Di.04.03.03 - Computer sollen künftig weitgehend die Live-Musik am Broadway
ersetzen und hunderte Musiker-Arbeitsplätze überflüssig machen.
Um entsprechende Vorhaben der Theater-Produzenten zu blockieren, hat
die größte amerikanische Musiker-Gewerkschaft am Montag mit einem Generalstreik gedroht.
Er soll am kommenden Donnerstag beginnen und praktisch sämtliche größeren Musical-Aufführungen
in New York verhindern.
Der Präsident der Gewerkschaft American Federation of
Musicians, Bill Moriarity, erklärte, es gehe nicht nur um den
Verlust von Arbeitsplätzen. Der Broadway werde seine
Anziehungskraft verlieren, wenn künftig nur noch
Studioaufnahmen zur Begleitung der Akteure auf der Bühne
eingespielt werden. Die Gewerkschaft vertritt 325
Broadway-Musiker, die bisher in Orchestern bei 19 Musicals
ihr Geld verdienten.
Die Vereinigung der
Theaterproduzenten will für Musicals
am Broadway nur noch jeweils
höchstens sieben statt wie bisher 24
bis 26 Instrumentalisten aus Fleisch
und Blut einsetzen.
Im Grunde seien schon bald überhaupt
keine Live-Musiker mehr erforderlich,
erklärte der Präsident der
Produzentenvereinigung, Jed Bernstein.
Das hätten Proben mit von Computern
eingespielten Orchesteraufnahmen
gezeigt. Die Reduzierung der Orchester
auf sieben Musiker sei daher ein
Friedensangebot.
Hacker löschten 899 private Websites
Di.04.03.03 - Der Angriff der Gruppe "Xtreme Power" fand bereits Sonntagabend statt und
blieb über sechs Stunden unbemerkt. Inzwischen hat der Provider nach eigenen Angaben das
Problem wieder behoben. Die gelöschten Webseitenkonnten wiederhergestellt werden.
Die Hacker hatten für ihren Angriff nach lokalen Sicherheitslücken gescannt und
die Passwörter der Kunden für ihre Webseiten geknackt, so Tiscali.
Die Daten konnten wiederhergestellt werden, da der Provider Sicherungskopien von
den Homepagesangelegt hatte. Tiscali hostet rund 40.000Webseiten von Schweizer Kunden.
Wie die Schweizer Tageszeitung "Blick" berichtet, hatten die Hacker eine Nachricht auf den betroffenen
Webseiten zurückgelassen.
"Xtreme Power hat entschieden, alle 899 Homepages auf yourdomain1.datacomm.ch zu löschen,
weil die Betreiber es nicht für nötig hielten, die Sicherheitsstandards zu verbessern", zitiert die
Tageszeitung die Hacker. Auch sollen laut "Blick" nicht alle Webseiten wiederhergestellt
worden sein. (Quelle: futurezone)
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