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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Fr.07.03.03, 12:20 Die USA machen demonstrativ klar: Wir sind kriegsbereit
Fr.07.03.03 - Kurz vor der Irak-Konfrontation im Weltsicherheitsrat an diesem Freitag
haben die USA demonstrativ klar gemacht, dass sie zum Krieg bereit sind. Ihre am Golf
aufmarschierten Truppen könnten innerhalb weniger Tage gegen den Irak
losschlagen, erklärten Regierungsbeamte am Donnerstag, einen Tag vor dem erwarteten
Zusammenstoß zwischen Kriegsbefürwortern und - gegnern in New York. US-Präsident
George W. Bush hat eine rasche Entscheidung des UNO-Sicherheitsrates über einen
Militäreinsatz gegen Irak verlangt und dem Land erneut die bewusste Täuschung der
UNO-Waffeninspektoren vorgeworfen. Nach Informationen der "Times" könnten
Washington und London durch den neuen Inspektorenbericht an Rückhalt verlieren.
UN-Chefinspektor Hans Blix werde Bagdad voraussichtlich eine substantielle Kooperation bescheinigen.
Eine Ablehnung eines Einsatzes militärischer Gewalt, um Irak zu entwaffnen, stelle
ein inakzeptables Risiko dar, sagte Bush am Donnerstag in Washington. Die USA
würden eine Abstimmung im UNO-Sicherheitsrat über eine zweite Resolution
verlangen, ohne die Aussichten auf eine Zustimmung zu berücksichtigen. "Wir sind
Tage davon entfernt, diese Frage im Sicherheitsrat zu lösen", sagte Bush. Die
Resolution soll einen Militäreinsatz gegen Irak legitimieren. Bislang zeichnet sich
dafür aber keine Mehrheit im Sicherheitsrat ab. Dieser berät am Freitag erneut
darüber, ob Irak die UNO-Abrüstungsauflagen erfüllt hat oder nicht.
Die USA würden nur einige Tage darauf verwenden, um die Staaten von einer
zweiten Resolution zu überzeugen und diese zur Abstimmung im Sicherheitsrat zu
bringen, sagte Bush. An die Adresse der Mitglieder des Sicherheitsrates sagte er,
es sei an der Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen. "Wir wollen sehen, dass die
Leute aufstehen und sagen, was ihre Meinung über (den irakischen Präsidenten)
Saddam Hussein und den Nutzen des UNO-Sicherheitsrates ist". Eine Abstimmung
im Sicherheitsrat wird kommende Woche erwartet. "Wenn wir handeln müssen,
werden wir handeln, und wir brauchen wirklich nicht die Zustimmung der UNO
dazu", sagte Bush mit Blick auf einen Alleingang der USA.
Bush warf Irak vor, Materialien für die Herstellung von Massenvernichtungswaffen zu
verbergen und die weitere Produktion von verbotenen Raketen angeordnet zu haben.
"Das sind nicht die Taten eines Regimes, das abrüstet", sagte Bush. "Das sind die
Taten eines Regimes, das sich systematisch und bewusst der Welt widersetzt."
Weiter sagte er: "Wenn die Welt darin scheitert, sich der Bedrohung durch das
irakische Regime zu stellen, indem sie einen Einsatz der Gewalt selbst als letztes
Mittel ablehnt, dann würden die freien Nationen ein immenses und inakzeptables
Risiko eingehen." Auf die Frage, ob eine Entscheidung über einen Militäreinsatz
gegen Irak nahe sei, sagte Bush, die USA seien noch in der letzten
Phase der Diplomatie.
Der US-Präsident spielte zugleich die Differenzen mit Frankreich und Deutschland
herunter, die beide einen Krieg gegen Irak ablehnen. Mit diesen Ländern gebe es
zwar Meinungsverschiedenheiten darüber, wie am besten mit dem irakischen
Machthaber Saddam Hussein umzugehen sei. Sie hätten jedoch ebenso wie die
USA der UN-Resolution 1441 zugestimmt, in der Irak bei Androhung "ernster
Konsequenzen" zur Abrüstung aufgefordert wurde. Frankreich und Deutschland
"sind noch immer unsere Freunde", betonte Bush.
Die USA bemühten sich weiterhin um Unterstützung für die von ihnen und Großbritannien vorgeschlagene Resolution.
So telefonierte Bush nach US-Angaben mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die beiden hätten einander
die Fortsetzung von Konsultationen versichert, hieß es.
US-Außenminister Colin Powell sprach seinem Sprecher Richard Boucher zufolge mit europäischen Kollegen über
eine mögliche Änderung des Resolutionstextes. Powell habe in meist getrennten Gesprächen mit dem Briten Jack
Straw, seiner spanischen Kollegin Ana Palacio, dem französischen Außenminister Dominique de Villepin und
Bundesaußenminister Joschka Fisher beraten.
Nach dem Willen der USA und Großbritanniens soll der Sicherheitsrat eine neue Resolution verabschieden, in der es
heißt, Irak habe seine letzte Chance zur Abrüstung verspielt. Der Chef der UNO-Waffeninspektoren, Hans Blix, hatte
dagegen erklärt, der Beginn der Verschrottung der El-Samud-2-Raketen durch Irak sei ein Zeichen für die wachsende
Kooperation Iraks mit den Waffeninspektoren. Die Raketen überschreiten die von der UNO erlaubte Reichweite von
150 Kilometern.
Blix und der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, werden am Freitag dem
Sicherheitsrat einen weiteren Bericht über den Fortgang ihrer Arbeit in Irak erstatten. Die USA und Großbritannien
werfen Irak vor, nicht abrüstungsbereit zu sein und befürworten einen Militärschlag. Andere Mitglieder wie Deutschland
und die Vetomächte Frankreich, Russland und China halten dagegen die friedlichen Mittel für nicht ausgeschöpft und
fordern, den Inspektoren mehr Zeit zu geben.
Die Kampagne der Vereinigten Staaten und Großbritanniens für ein
UN-Ultimatum an Irak könnte nach britischen Medienberichten durch den neuen
Inspektorenbericht an Rückhalt verlieren. In seiner Präsentation vor dem
Weltsicherheitsrat werde UN-Chefinspektor Hans Blix Bagdad voraussichtlich eine
substantielle Kooperation bescheinigen, berichtete die britische Tageszeitung
"Times". Er werde dafür unter anderem den Beginn der Zerstörung der umstrittenen
Samud-2-Raketen anführen sowie die Befragung irakischer Wissenschaftler ohne
Aufsicht.
Bush versicherte, die USA würden die UNO-Inspektoren und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in Irak vor einem
Angriff warnen und auffordern, das Land zu verlassen. "Wir werden den Leuten eine Chance geben, (Irak) zu verlassen.
... Wir haben keinen Streit mit jemandem anderen als mit Saddam und seiner Mörderbande."
(Quellen: dpa, rtr, afp)
Kanada mahnt nach Bush-Ansprache zu Irak diplomatische Lösung an
Fr.07.03.03 - Nach der Erklärung von US-Präsident George W. Bush zur Irak-Politik seiner
Regierung hat Kanada weitere diplomatische Bemühungen zur Lösung der Krise
angemahnt. Die Vereinigten Staaten hätten bislang gesagt, dass sie ihre Truppen
zur Unterstützung der Diplomatie einsetzen wollten, sagte der kanadische
Außenminister Bill Graham am Donnerstagabend (Ortszeit) dem Fernsehsender
CTV. Es mache einen großen Unterschied, ob die USA für das Vorgehen gegen Irak
ein UN-Mandat bekämen oder nur von ein oder zwei Staaten unterstützt würden. Der
UN-Sicherheitsrat müsse gemeinsam eine Lösung finden, die "uns erlaubt, Saddam
Hussein ohne Einsatz von Gewalt zu entwaffnen." (Quelle: afp)
Zwei Drittel der Amerikaner halten Irak-Krieg für beschlossen
Fr.07.03.03 - Zwei Drittel der Amerikaner glauben, das sich US-Präsident
George W. Bush bereits für einen Angriff auf Irak entschieden hat. In einer Umfrage
des Fernsehsenders CBS vor Bushs Pressekonferenz am Donnerstagabend
erklärten 68 Prozent, sie seien dieser Ansicht. 26 Prozent der Befragten meinten,
der Präsident prüfe noch Alternativen. Für eine Militäraktion gegen Irak sprach sich
zwei Drittel der Befragten aus.
Auf die Frage, ob Bush die Notwendigkeit eines Angriffs ausreichend dargelegt
habe, antworteten 47 Prozent mit Ja, 44 Prozent mit Nein. Sechs von zehn
Befragten wünschten, dass die USA mit einem Angriff warten, bis sie die
Unterstützung von Verbündeten haben. Ebenso viele möchten, dass die USA die
Haltung der Verbündeten berücksichtigen. 43 Prozent glauben, dass ein Angriff auf
Irak schnell und erfolgreich verlaufen würde, 50 Prozent halten ein längeres und
teures Engagement für erforderlich. Befragt wurden am Dienstag und Mittwoch 723
Personen. Die Fehlermarge wurde mit vier Prozentpunkten angegeben. (Quelle: ap)
Annan ruft UN-Sicherheitsrat erneut zu Einigung auf
Fr.07.03.03 - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats
erneut zu einer Einigung in der Irak-Frage aufgerufen. Derzeit seien die einzelnen
Länder in ihrer Haltung sehr unnachgiebig, sagte Annan am Donnerstag vor
Journalisten in New York. Er selbst arbeite hart dafür, um "einen Kompromiss" zu
unterstützen. Die Mitglieder des höchsten UN-Gremiums sollten einen
gemeinsamen Standpunkt finden und "Zugeständnisse machen", forderte Annan.
Derzeit stehe nicht nur der Resolutionsentwurf der USA, Großbritanniens und
Spaniens zur Diskussion, sondern "mehrere Vorschläge", wie auch das
deutsch-französisch-russische Memorandum, das eine Ausweitung der
UN-Waffenkontrollen in Irak vorsieht.
Deutscher Bundeskanzler auch gegen veränderte neue Irak-Resolution
Fr.07.03.03 - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat auch möglichen
Kompromissvorschlägen der USA und Großbritanniens für eine
weitere Irak-Resolution des UN-Sicherheitsrats eine Absage
erteilt. "Wir sind der Auffassung, dass wir zur Zeit keine zweite
Resolution brauchen", sagte Schröder am Donnerstagabend
nach einem Gespräch mit Italiens Ministerpräsident Silvio
Berlusconi in Bremen. Beide bekräftigten bei den
deutsch-italienischen Regierungskonsultationen ihre
gegensätzlichen Positionen zum Irak-Konflikt. Einigkeit gab es
dagegen zu europapolitischen Fragen und den beiderseitigen Beziehungen.
Es bleibe bei der gemeinsamen Haltung Deutschlands, Frankreichs und Russlands,
wonach die UN-Inspekteure in Irak ihre Arbeit auf Grundlage der bestehenden
UN-Resolution 1441 fortsetzen sollten, betonte Schröder und fügte hinzu: "Diese
Grundposition bleibt bestehen. Sie steht nicht in Frage." Spekulationen über ein
Aufweichen dieser Haltung trat der Kanzler entgegen: "Die Position Deutschlands
und auch der Partner ist sehr, sehr fest".
Schröder und Berlusconi räumten ein, dass sie in Sachen Irak keine Annäherung
erzielt hätten. Die italienische Regierung unterstützt im Irak-Konflikt die Position der
USA. Zu deren Drängen nach einer neuen, einen Krieg legitimierenden
UN-Resolution sagte Berlusconi allerdings, diese sei aus seiner Sicht zwar
wünschenswert, aber "nicht unbedingt notwendig". Auch sein Land befürworte eine
friedliche Lösung. Es hänge jedoch von Irak ab, ob diese möglich sei. Am
Kooperationswillen der irakischen Regierung äußerte Berlusconi erhebliche Zweifel.
Den weiteren Aufbau Europas wollen Schröder und Berlusconi durch eine
gemeinsame Initiative auf dem Frühjahrsgipfel der EU in Brüssel voranbringen.
Zentrale Anliegen seien die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
Industrie, die Modernisierung der Arbeitsorganisation und die Reform der sozialen
Sicherungssysteme, hieß es in einer in Bremen beschlossenen gemeinsamen
Erklärung. Schröder unterstützte zudem den italienischen Wunsch, den geplanten europäischen Verfassungsvertrag
während der Ratspräsidentschaft Italiens im zweiten Halbjahr 2003 zu besiegeln.
Berlusconi machte deutlich, dass aus italienischer Sicht der gemeinsame deutsch-französische Vorschlag für den
EU-Verfassungskonvent "viele zustimmungsfähige Positionen" enthalte.
Schäuble distanziert sich von Irak-Politik der USA
Fr.07.03.03 - Der stellvertretende Unionsfraktionschef Wolfgang Schäuble hat sich von
der Irak-Politik der USA distanziert. Hinter der Vorstellung, den Nahen Osten durch
Krieg zu demokratisieren, stecke eine zu einfache Sicht der Dinge, sagte Schäuble
dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagausgabe). Ein Krieg werde nicht in jedem Fall
erfolgreich sein: "Wenn es gut geht, wird es mehr Stabilität im Nahen Osten geben.
Aber ich kann nicht ausschließen, dass es schlechter geht. Deshalb hoffe ich, dass
ein Krieg vermieden werden kann", zitierte das Blatt den CDU-Politiker.
Weiter sagte Schäuble demnach, dass Krieg nicht "mechanistisch" Demokratie
erreichen kann: "Es gibt ganz unterschiedliche Entwicklungen in der islamischen
Welt mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Das muss man bedenken", betonte
er in dem Interview. Schäuble bekräftigte trotzdem seine Kritik an der deutschen
Irak-Politik und forderte die Bundesregierung auf, sich an die Seite der USA zu
stellen. Von Deutschland sei die Spaltung des westlichen Bündnisses
ausgegangen, so der Außenpolitik-Experte. "Man muss bereit sein, eine Drohung
auch in die Tat umzusetzen. Sonst hat sie keine Wirkung", erklärte er. (Quelle: ap)
Straw: Saddam könnte bei völliger Abrüstung im Amt bleiben
Fr.07.03.03 - Der irakische Präsident Saddam Hussein könnte nach den Worten
des britischen Außenministers Jack Straw im Amt bleiben, wenn Irak
vollständig abrüstet.
Straw sagte am Donnerstag am Sitz der UNO in New
York, die britische Regierung habe wiederholt erklärt,
dass die irakische Regierung im Amt bleiben könne, wenn
der Irak die UNO-Resolution von November erfülle und
seine Massenvernichtungswaffen abrüste. Die USA und Großbritannien drohen Irak
mit Krieg, falls das Land nicht die Abrüstungsforderungen der UNO erfüllt.
US-Präsident George W. Bush hat eine Absetzung Saddams zum Ziel seiner Politik
erklärt. (Quelle: rtr)
Saddam Hussein - jahrelang auch vom Westen aufgerüstet
Vor 1990 hatte der Herrscher in Bagdad weltweit willige Helfer
In den siebziger und achtziger Jahren ist der Irak von vielen
westlichen Regierungen als Geschäftspartner umworben worden.
Frankreich, Deutschland und andere europäische Staaten lieferten
massenweise Rüstungsgüter an das Regime in Bagdad. Dabei fand
ein gefährlicher Know-how-Transfer im Bereich der ABC-Waffen statt.
Nach dem Sturz des Schahs in Iran 1979 unterstützten auch die USA
Saddam Hussein. (Quelle: nzz) Mehr unter:
Es ist besser, den Drogenhändler zu jagen als den Süchtigen.
Aus: Matthew Albright "War on Germany?". Ganzer Text unter:
Castro fordert von Irak Zerstörung von Massenvernichtungswaffen
Fr.07.03.03 - Der kubanische Staatschef Fidel Castro hat Irak aufgefordert, mögliche
Massenvernichtungswaffen auf jedem "Zentimeter" seines Bodens zu zerstören. Nur
so könne den USA nicht der geringste "gesetzliche oder moralische Vorwand" für
einen Angriff gegeben werden, sagte Castro am Donnerstag in Havanna. Mit der
Invasion in Iran und Kuwait habe Irak habe zwei "ungerechtfertigte" Aktionen
begangen. Nur die "totale Wahrheit" gebe dem "irakischen Volk die moralische Kraft
und internationale Unterstützung, um sein Vaterland zu verteidigen". (Quelle: afp)
Trotz Nein des Parlaments - US-Militär setzt Vorbereitungen in Türkei fort
Fr.07.03.03 - Vom Mittelmeerhafen Iskenderun startete am Donnerstag ein Konvoi in
Richtung irakischer Grenze, wie Fernsehbilder des türkische Nachrichtensenders NTV
zeigten. Die 30 Tieflader mit Jeeps und Militärlastern sowie ein Bus mit US-Soldaten seien
auf dem Weg in die Grenzstadt Mardin.
Dem Ausbau und der Modernisierung türkischer Häfen und Stützpunkte durch das
US-Militär hatte das türkische Parlament Anfang Februar zugestimmt. Im
Mittelmeerhafen Mersin wartete unterdessen ein unter der Flagge der Bahamas
fahrender Frachter darauf, entladen zu werden. An Bord des Schiffes befinden sich
nach türkischen Medienberichten Zelte, Medikamente und anderes logistisches
Material des US-Militärs befinden. Auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Inicirlik
sei erstmals seit sechs Tagen wieder Bewegung zu verzeichnen.
Die "Kriegsvorbereitungen" der USA in der Türkei gingen unvermindert weiter,
berichtete am Donnerstag auch die Zeitung "Radikal". Auf dem südosttürkischen
Flughafen Gaziantep hätten die Amerikaner ein Fläche von 15 000 Quadratmetern
angemietet. In einem ebenfalls angemieteten Fabrikgebäude in Mardin seien 350
US-Soldaten untergebracht worden. Am Luftwaffenstützpunkt in
Batman gingen weiterhin 750 Soldaten Ausbauarbeiten nach.
Mit der türkischen Straßenverwaltungsbehörde und dem Eisenbahnamt verhandelt das US-Militär dem Bericht zufolge
über den Transport von Militärgerät auf Straße und Schiene. Die türkische Seite mache den Abschluss der
Verhandlungen indes vom weiteren Fortgang der politischen Entscheidungen abhängig. In der Türkei mehren sich die
Zeichen, dass die Regierung das Parlament bald erneut über die Stationierung von US-Truppen abstimmen lassen
könnte. Der türkische Generalstabschef Hilmi Özkök hatte sich am Donnerstag öffentlich dafür stark gemacht.
(Quelle: dpa)
200 türkische Militärtransporter auf dem Weg Richtung Irak
Fr.07.03.03 - Die Türkei hat am Donnerstag rund 200 Militärlastwagen in Richtung
irakische Grenze verlegt. Medienberichten zufolge passierten die Armeefahrzeuge
gegen Mittag die Stadt Silopi, rund 15 Kilometer vom Grenzübergang Habur entfernt.
Unterdessen verließen türkischen Fernsehbildern zufolge US-Armeefahrzeuge auf
Sattelschleppern den südtürkischen Hafen Iskenderun Richtung Osten. In den
vergangenen beiden Wochen waren mehrere hundert Militärfahrzeuge, vor allem
Lastwagen und Geländewagen, in Iskenderun von Schiffen abgeladen worden.
Russland fliegt seine Bürger aus dem Irak aus
Fr.07.03.03 - Russland fliegt seit heute seine Bürger aus dem Irak aus. Mit einer
ersten Maschine des russischen Zivilschutzministeriums verließen rund 150
Russen, Ukrainer, Weißrussen und Tadschiken Bagdad. Bis Sonntag sind noch fünf
Sonderflüge geplant. Aus der Pressestelle des russischen Außenministeriums
heißt es, dass die Aktion "keineswegs eine Evakuierung" sei. Die russische
Botschaft in Bagdad halte weiterhin den Betrieb aufrecht.(Quelle: dpa)
UN wollen von Washington rechtzeitige Warnung im Kriegsfall
Fr.07.03.03 - Die Vereinten Nationen erwarten vor einem US- Angriff auf den Irak
rechtzeitig eine Warnung aus Washington. Man wolle so weit im Voraus gewarnt
werden wie möglich, wenn ein Militärschlag auf Bagdad bevorstehe. Das sagte
UN-Sprecher Fred Eckhard in New York. Derzeit sind noch etwa 700 UN-Mitarbeiter
aus aller Welt als Waffeninspekteure und humanitäre Helfer im Irak im Einsatz.
UN-Chefinspekteur Hans Blix hat bereits gesagt, dass seine Waffenkontrolleure
binnen 48 Stunden evakuiert werden könnten.
(Quelle: dpa)
Amnesty fordert Menschenrechtsbeobachter für Irak
Fr.07.03.03 - Amnesty International hat den Weltsicherheitsrat um die Entsendung
von Menschenrechtsbeobachtern nach Irak gebeten. Der irakische Staatschef
Saddam Hussein wurde am Donnerstag aufgefordert, die Arbeit der Beobachter zu
gestatten. In einer in London verbreiteten Erklärung der Organisation hieß es,
solche Kontrollen könnten einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung der
Menschenrechte in Irak liefern, unabhängig von einer groß angelegten Militäraktion.
Auch nach einem möglichen Krieg seien Menschenrechtsbeobachter nützlich, weil
sie auch Erfahrungen beim institutionellen Neuaufbau hätten. Bislang hat Saddam
Hussein den Aufenthalt von Menschenrechtsbeobachtern im Lande nicht gestattet.
US-Soldaten haben möglicherweise gegen UN-Resolution verstossen
Fr.07.03.03 - UN-Friedenssoldaten haben bewaffnete US-Marineinfanteristen in
den vergangenen Tagen beim Durchschneiden eines Zauns zwischen Kuwait und
Irak beobachtet, wie UN-Sprecher Fred Eckhard am Donnerstag in New York
erklärte. Die Friedenssoldaten hätten seit dem 4. März von zahlreichen derartigen
Vorfällen berichtet. Das UN-Team habe davon die kuwaitische Regierung informiert,
auch der Sicherheitsrat sei benachrichtigt worden. Möglicherweise handele es sich
um einen Verstoss gegen die UN-Resolution, mit der nach dem Golfkrieg 1991 die
entmilitarisierte Zone eingerichtet worden sei. An den Vorfällen seien Personen in
Zivilkleidung in Allradfahrzeugen beteiligt gewesen, von denen zumindest einige
bewaffnet gewesen seien und sich als US-Marineinfanteristen ausgegeben hätten.
(Quelle: ap)
Tausende Soldaten aus USA und Großbritannien bereits in Irak
Di.04.03.03 - Mehrere tausend Elitesoldaten aus den USA, Australien und Großbritannien
haben einem Zeitungsbericht zufolge in Irak bereits mit den Vorbereitungen für einen
Krieg begonnen. Mehr unter:
Was heißt eigentlich «IAEA»? Was «Proliferation»?
Aktionen der Friedensbewegung unter:
Hintergrundtexte der Informationsstelle Militarisierung (IMI)
Link-Auswahl zum Thema Irak-Konflikt:
Bush für «multilateralen Druck» auf Nordkorea
Fr.07.03.03 - US-Präsident George W. Bush verteidigt seine
Nordkorea-Politik: Er sprach sich erneut dafür aus, den Konflikt über das
Atomprogramm Pjöngjangs gemeinsam mit anderen Ländern zu lösen.
"Multilateraler Druck" durch die USA, China, Russland, Japan und Südkorea sei
der beste Weg, Pjöngjang zur Aufgabe des Programms zu bewegen, so Bush vor
der Presse im Weißen Haus. Direkte Verhandlungen zwischen den USA und
Nordkorea seien in der Vergangenheit nicht erfolgreich gewesen.
"Dies ist ein regionales Thema", sagte Bush in Washington. Mit Blick auf Japan,
Südkorea, Russland und China sagte er, es gebe viele Länder, die einen direkten
Anteil daran hätten, ob Nordkorea Atomwaffen besitze oder nicht. Nordkorea
erklärte am Freitag, der seit vier Monaten andauernde Streit könne beendet werden,
wenn die USA zu Gesprächen bereit seien. In einer Meldung der staatlichen
Nachrichtenagentur KCNA hieß es, das Land werde weiterhin nicht abrüsten, wenn
es keine Verhandlungen mit den USA gebe. Die USA werfen Nordkorea vor, in den
Besitz von Massenvernichtungswaffen kommen zu wollen.
Bush sagte, der beste Weg, mit der kommunistischen Regierung in Pjöngjang
umzugehen, sei es, die betroffenen "Parteien zu überzeugen, ihre Verantwortung
wahrzunehmen und (den nordkoreanischen Staatschef) Kim Jong Il zu überzeugen,
dass die Entwicklung eines Atomwaffenarsenals nicht in ihrem Interesse ist." Sollte
Kim Hilfe wünschen, um das Leid des nordkoreanischen Volkes zu lindern, dann sei
der beste Weg, diese Hilfe zu erhalten, mit dem Atomprogramm nicht fortzufahren.
Bush sagte weiter, er sei optimistisch, dass es eine diplomatische Lösung geben
könne.
KCNA meldete, was die von den USA so häufig angesprochene Atomfrage angehe, so könne diese sicherlich gelöst
werden, wenn die USA den Willen hätten, sie durch Dialog und Verhandlungen mit Nordkorea zu lösen. Nordkorea hat
die USA wiederholt zu direkten Gesprächen aufgefordert. Die USA haben dies jedoch vermieden und stattdessen auf
die Vermittlung von Nachbarstaaten Nordkoreas gesetzt. Auch China und Südkorea haben sich für direkte Gespräche
zwischen den beiden Streitparteien ausgesprochen.
Im Oktober hatten die USA mitgeteilt, Nordkorea habe eingeräumt, sein Atomprogramm fortgesetzt und damit gegen
ein Abkommen mit den USA aus dem Jahr 1994 verstoßen zu haben. Der Streit zwischen beiden Staaten hatte sich
am Wochenende verschärft, als vier nordkoreanische MiG-Kampfflugzeuge nach US-Angaben ein
US-Aufklärungsflugzeug im internationalen Luftraum vor der nordkoreanischen Küste abfingen.
(Quelle: rtr)
Pakistans Armee stellt atomwaffenfähige Rakete in Dienst
Fr.07.03.03 - Die pakistanische Armee ist mit einer neuen atomwaffenfähigen
Mittelstreckenrakete ausgerüstet worden.
Das staatliche Fernsehen berichtete am Donnerstag, die Rakete
des Typs Hatf-IV, die auch als Shaheen-1 bekannt ist, sei dem
Kommando der strategischen Streitkräften überstellt worden. Die
Rakete mit einer Reichweite von 750 Kilometern könne mit allen
Sprengkopftypen bestückt werden. Dem Fachblatt "Jane's
Defence Weekly" zufolge kann die Rakete mit einen Sprengkopf
mit einem Gewicht von einer Tonne abgefeuert werden.
Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf sagte dem Bericht zufolge bei der
Zeremonie, Pakistan strebe nach Frieden in Südasien, werde jedoch das
Mindestmaß an Verteidigungsanforderungen nicht vernachlässigen. Die Rakete war
im Oktober getestet worden. Verteidigungsexperten sagten, die Ausrüstung der
Armee damit sei auch ein Signal an Indien. Dies hatte im vergangenen Jahr eine
Reihe von Raketen getestet und verfügt wie Pakistan über Atomwaffen. Die beiden
Staaten haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 dreimal Krieg
gegeneinander geführt. (Quelle:rtr)
Die Atommächte Indien und Pakistan sind hoch gerüstet.
In Kaschmir führen zwei Konfliktherde
Seit Teilung von Britisch-Indien 1947 haben Indien
Arafat will Abbas zum Ministerpräsidenten ernennen
Fr.07.03.03 - Palästinenserpräsident Jassir Arafat will nach Angaben eines
hohen palästinensischen Funktionärs die Nummer zwei der
PLO, Mahmud Abbas (Abu Masen) zu seinem Regierungschef
ernennen. Diesen Vorschlag habe Arafat dem Exekutivkomitee
der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO)
unterbreitet, sagte der Funktionär der Nachrichtenagentur AFP.
Es wird damit gerechnet, dass Arafat den Namen des neuen
Ministerpräsidenten auf einer Sitzung des
Palästinenserparlaments in den kommenden Tagen verkünden wird.
Arafat hatte Mitte Februar unter internationalem Druck der Beschneidung seiner
Macht zugestimmt. Die Reform gilt als entscheidend für die Aufnahme von
Friedensgesprächen mit der israelischen Regierung, die Arafats Einfluss auf eine
weitgehend repräsentative Rolle beschränken will. (Quelle: afp)
Arafats Stellvertreter Mahmud Abbas alias Abu Masen
"Ich glaube nicht, dass das palästinensische Volk ein anderes
Leben wählen möchte als ein auf Freiheit und auf Demokratie
gestütztes, auf Meinungs- und Glaubensfreiheit", resümierte
Mahmud Abbas alias Abu Masen einst in seinem Buch "Through
Secret Channels". Einen deutlichen Schritt in diese Richtung
bedeutet die Ernennung eines palästinensischen Premierministers,
der Palästinenserpräsident Jassir Arafat auf Druck des
sogenannten Quartetts, am Donnerstagabend zustimmte. (taz vom 07.03.03)
Mehr unter:
Israelische Journalistin erhält UNESCO-Preis
Fr.07.03.03 - Die israelische Journalistin Amira Hass erhält in diesem Jahr den
Guillermo-Cano-Preis der UNESCO für Pressefreiheit. Die Reporterin der
israelischen Tageszeitung "Haaretz" wird für ihre Berichte über das Leben und die
Nöte der Palästinenser in den besetzten Gebieten ausgezeichnet, wie die
Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur am
Donnerstag in Paris mitteilte.
Hass habe im vergangenen Jahrzehnt außergewöhnlichen beruflichen Einsatz und
Unabhängigkeit sowie persönliche Courage beweisen, erklärte
UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura. "Falls es einmal Frieden zwischen
Israelis und Palästinensern geben sollte, müssen wir Leuten wie Frau Hass
danken", fügte er hinzu. Die ehemalige Lehrerin zog nach der Osloer
Friedensvereinbarung von 1993 zunächst nach Gaza und wohnt seit 1997 in
Ramallah im Westjordanland. Laut UNESCO ist sie die erste und einzige
israelische Journalistin, die in den besetzten Gebieten lebt.
Der Preis ist mit 25.000 Dollar dotiert. Er soll Personen, Organisationen oder
Institutionen ausgezeichnen, die einen außergewöhnlichen Beitrag zur Verteidigung
oder Förderung der Pressefreiheit geleistet haben. Benannt ist die Auszeichnung
nach dem kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano Isaza, der 1987 in
Ausübung seines Berufes ermordet wurde. Der Preis wird jedes Jahr am 3. Mai,
dem "Internationalen Tag der Pressefreiheit", verliehen.
Weltbankbericht: Sechzig Prozent der Palästinenser
Mehr unter:
Landlose in Brasilien fordern Taten vom Präsidenten
Fr.07.03.03 - Eine Welle von Landbesetzungen hat die Schonfrist für den
brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva abrupt beendet. "Wir haben
der neuen Regierung genug Zeit für konkrete Agrarreformen gegeben", sagte ein
Regionalführer der Bewegung der Landlosen am Donnerstag. "Die Zeit des Wartens
ist vorbei." Seit Samstag besetzten Landarbeiter in fünf brasilianischen Staaten
privates Eigentum und Regierungsbehörden, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu
machen. Bislang verlief der Protest größtenteils gewaltlos.
Lula ist seit 40 Jahren der erste Präsident des südamerikanischen Landes,
der selbst aus der Arbeiterbewegung stammt. Während seines
Wahlkampfes hatte er auch konservative Schichten davon
zu überzeugen versucht, dass nur er die Bewegung der Landlosen kontrollieren
könne.
Der Präsident habe die Agrarreform nicht vergessen, erklärte das Landwirtschaftsministerium. Im Januar seien bereits
200.000 Hektar Boden für die Landlosen ausgewiesen worden. In Brasilien besitzen 20 Prozent der Bevölkerung rund
90 Prozent des Bodens. Dagegen verfügen die ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung lediglich über ein Prozent des
Landes. (Quelle: ap)
Türkische Zyprer wollen weitere Änderungen an UN-Friedensplan
Fr.07.03.03 - Die türkische Volksgruppe auf Zypern will den vorliegenden UN-Friedensplan
erneut überarbeiten. Es sei "zweifelhaft", ob der Plan in seiner jetzigen Form
angenommen werden könne, sagte der türkische Volksgruppenführer Rauf
Denktasch nach einem Gespräch mit Regierungsvertretern in Ankara am
Donnerstag: "Wir brauchen Änderungen." Zwar werde er sich wie geplant am
Montag mit UN-Generalsekretär Kofi Annan treffen, betonte Denktasch, aber nur,
um an weiteren Veränderungen zu arbeiten. Ein Volksentscheid über die Annahme
des Plans sei im übrigen Sache der beiden Volksgruppen unter sich, betonte ein
türkischer Regierungssprecher nach dem Treffen. (Quelle: afp)
Der Statthalter der türkischen Generäle
Menschenrechtsgericht entscheidet am Mittwoch über Klagen Öcalans
Fr.07.03.03 - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird am Mittwoch seine mit
Spannung erwartete Entscheidung über das Todesurteil gegen den in der Türkei
inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan fällen. Dabei geht es nach Angaben eines
Sprechers vom Donnerstag um die Frage, ob Ankara mit der Festnahme Öcalans
im Februar 1999 in Kenia, seiner Verschleppung in die Türkei und der Verurteilung
des Chefs der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zum Tode durch ein so genanntes
Staatssicherheitsgericht gegen die Europäische Menschenrechtskonvention
verstoßen hat. Der 53-jährige Öcalan macht unter anderem Verstöße gegen die
Grundrechte auf Leben und einen fairen Prozess geltend. Die Urteile des
Straßburger Gerichtshofs sind für alle Europaratsländer, zu denen die Türkei gehört,
bindend. (Quelle: afp)
Amnesty macht mobil gegen Gewalt an Frauen in Russland
Fr.07.03.03 - Amnesty International macht zum Internationalen Frauentag am
kommenden Samstag gegen Gewalt an Frauen in Russland mobil. Alle 40 Minuten
sterbe in Russland eine Frau an häuslicher Gewalt, schrieb die
Menschenrechtsorganisation am Donnerstag. Diese Gewalt müsse rechtlich
geahndet werden.
Weltweit sei Gewalt gegen Frauen immer noch ein Tabu, obwohl sie zu den
häufigsten Menschenrechtsverletzungen überhaupt gehöre, erklärte Amnesty
International (AI). In zahlreichen Staaten herrsche ein Klima der Diskriminierung mit
dem Resultat, dass Gewalt gegen Frauen nicht bekämpft oder gar gerechtfertigt
werde. Zum diesjährigen Internationalen Frauentag will Amnesty Druck auf die
russische Regierung ausüben, damit sie den Frauen im Land Schutz und
Unterstützung gewähre.
Laut Berichten von russischen Menschenrechtsorganisationen werden in Russland
täglich 36.000 Frauen von ihren Ehemännern oder Partnern geschlagen. Alle 40
Minuten sterbe eine russische Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Jedes Jahr
seien es so viele Opfer wie es während des ganzen zehnjährigen
Afghanistan-Krieges gegeben habe. AI fordert darum die Regierung auf, häusliche
Gewalt als Straftatbestand in die Gesetzgebung aufzunehmen. Die staatlichen
Sicherheitskräfte müssten dementsprechend geschult werden. (Quelle: ap)
Afghanistan war gestern - seine Retalibanisierung interessiert
die Antiterrorkoalition nicht mehr. Den Preis dafür zahlen
Frauen mit dem Verlust gerade erworbener Rechte
"Nach dem 11. September 2001 wurde die brutale Unterdrückung
der Frauen Afghanistans genutzt, um den Krieg gegen das
Talibanregime zu legitimieren. Damit wurde eine
menschenrechtliche Problematik instrumentalisiert (...)
Jetzt (...) droht eine zweite Instrumentalisierung: Die fundamentalistischen
Hardliner sollen auf Modernisierungskurs gebracht werden - um den
Preis, dass Frauen grundlegende Rechte verwehrt bleiben. Die
westliche Gebergemeinschaft lässt zu, dass die afghanische
Gesellschaft auf Kosten der Frauen befriedet wird", schreibt
Christa Nickels in einem Beitrag für die Tageszeitung vom 04.03.03
Mehr unter:
Frauen verdienen in Deutschland deutlich weniger als Männer
Fr.07.03.03 - Frauen haben in Deutschland im vergangenen
Jahr weiterhin deutlich weniger verdient als Männer. Weibliche
Angestellte erhielten im Schnitt fast 30 Prozent weniger Gehalt,
Arbeiterinnen 26 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen
Kollegen, so das Statistische Bundesamt gestern.
Vollzeitbeschäftigte Frauen im produzierenden Gewerbe, im Handel
und bei Banken und Versicherungen verdienten im Schnitt 2.517
Euro im Monat, Männer dagegen 3.589 Euro. Arbeiterinnen
erhielten einen durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst von 1.837
Euro, männliche Kollegen 2.484 Euro.
Die Verdienstunterschiede beruhen großenteils auf verschiedenen
Leistungsgruppen. In Gruppe II, die besondere Erfahrung
voraussetzt, befanden sich 40 Prozent männliche, aber nur 14
Prozent weibliche Angestellte. Bei den Arbeitern waren 59 Prozent
der Männer und nur 13 Prozent der Frauen Fachkräfte. (Quelle: rtr)
8. März - Weltfrauentag
Er geht auf eine Initiative der deutschen Feministin und Sozialistin Clara Zetkin
beim internationalen sozialistischen Kongress im August 1910 in Kopenhagen
zurück. In Deutschland war der Frauentag von Anfang an ein Tag der
sozialistischen Frauenorganisationen.
Schon beim ersten Mal, am 19. März 1911, wurde er mit 40 Veranstaltungen und
45.000 Teilnehmern in Berlin begangen. Auch in Österreich, der Schweiz und
Dänemark fand der Frauentag statt. 1912 kamen Schweden, Frankreich und
Holland dazu und 1913 Russland und die Tschechoslowakei. In den USA
demonstrierten vor allem Arbeiterinnen gegen harte Bedingungen und karge Löhne.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 bereitete den Veranstaltungen zum Frauentag ein vorläufiges Ende.
1917 führte das Kriegselend zu Unruhen; Arbeiterinnen forderten "Brot und Frieden". Besondere Bedeutung
sollte der Aufmarsch russischer Frauen in St. Petersburg - nach dem damals in Russland geltenden Kalender am
23. Februar, nach heute gültiger gregorianischer Zeitrechnung am 8. März - für den Ausbruch der Revolution
erhalten. 1921 wurde der 8. März auf Beschluss der 2. kommunistischen Frauenkonferenz in Moskau als
internationaler Frauentag festgelegt, wieder auf Initiative Clara Zetkins.
In Deutschland hatten die Sozialdemokratinnen mit bürgerlichen Frauenstimmrechtsverbänden im November
1918 das Stimmrecht für Frauen erstritten. In den 20er Jahren litten die Menschen unter dem Elend der
Weltwirtschaftskrise. In der Zeit des nationalsozialistischen Regimes war der Frauentag verboten.
In der Nachkriegszeit begingen ihn besonders die kommunistischen Staaten Europas als Tag der Befreiung der
Frauen. Laut der herrschenden Ideologie der DDR war der Sozialismus und damit die Gleichberechtigung
erreicht. Deshalb war der 8. März als Frauen"kampf"tag nicht mehr nötig, und er wurde dann zum Frauentag
ohne Kampf und ohne politischen Inhalt.
In Westdeutschland dagegen war das Interesse am Frauentag, der anfangs im Zeichen von
Friedensdemonstrationen stand, verschwindend gering. Erst in den späten 60er Jahren wurde der 8. März von
der jungen Frauengeneration wiederbelebt. Die Frauenbewegung kämpfte unter anderem für den straffreien
Schwangerschaftsabbruch und die Einrichtung von Selbsthilfeprojekten. In der DDR fingen Frauen in den 80er
Jahren wieder an, sich zusammenzuschließen und gegen die Verhältnisse zu protestieren.
Die Grundforderungen sind seit den Anfängen erhalten geblieben: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche
Bildungs- und Ausbildungschancen, soziale Sicherung von Frauen, politische Gleichberechtigung und Frieden.
(Quelle: ap)
Arbeitgeber und Gewerkschaften für vorgezogene Steuersenkungen
Fr.07.03.03 - Arbeitgeber und Gewerkschaften würden vorgezogene Steuersenkungen
offenbar begrüßen. Handwerkspräsident Dieter Philipp sprach von einer
vertrauensbildenden Maßnahme. "Sie würde zudem bereits im laufenden Jahr einen
wichtigen Impuls für Wachstum und damit mehr Beschäftigung setzen", sagte er
der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). Bundeskanzler Gerhard Schröder und das
Finanzministerium hatten jedoch am Donnerstag einen Bericht über entsprechende
Pläne zurückgewiesen.
Ähnlich wie Hundt äußerte sich in dem Blatt der Hauptgeschäftsführer des
Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben. Um die
Konsolidierungsziele nicht zu gefährden, müssten aber gleichzeitig die
Sozialsysteme reformiert werden, forderte er. Zustimmung kam zudem von den
Gewerkschaften. "Wir versprechen uns davon eine Aufhellung des schlechten
Stimmungsklimas, das derzeit die Menschen bedrückt", sagte
DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer dem Blatt.
Ein komplettes Vorziehen der Steuerentlastungsstufe 2005 wird allerdings in
Regierungskreisen für zu teuer gehalten, weil sich die Ausfälle auf 20 Milliarden
Euro summieren würden, berichtet das Blatt. Der SPD-Abgeordnete Hans-Peter Bartels sagte der "Berliner Zeitung",
um die Einnahmeausfälle zu verringern, komme nur eine maßvolle zusätzliche Entlastung infrage. So könne die
Spitzensteuer zunächst lediglich auf 45 oder 46 Prozent von jetzt 48,5 Prozent sinken. Der Eingangsteuersatz könnte
dagegen schon im Januar 2004 von 19,9 auf 15 Prozent reduziert werden. Dieser Schritt und die Senkung des
Spitzensteuersatzes auf 42 Prozent waren bisher für das Jahr 2005 vorgesehen. (Quelle: ap)
Regierung plant Kredithilfen und kein Vorziehen der Steuerreform
Fr.07.03.03 - Die Bundesregierung will mit massiven Kredithilfen der lahmenden
Konjunktur auf die Beine helfen. Trotz des wachsenden Drucks von Opposition und
Wirtschaft lehnt sie dagegen ein Vorziehen der dritten Steuerreformstufe 2005 auf
2004 ab. Das stellten die Minister für Finanzen und Wirtschaft, Hans Eichel und
Wolfgang Clement, unter Hinweis auf die knappen öffentlichen Kassen klar. Union
und FDP verlangten dagegen angesichts der 4,7 Millionen Arbeitslosen im Februar
umfassende vorgezogene Steuersenkungen. (Quelle: dpa)
Ver.di befürchtet 100.000 Arbeitslose in Bildungsbranche
Fr.07.03.03 - Die Gewerkschaft ver.di hat die Bildungspolitik der Bundesanstalt für
Arbeit scharf kritisiert. Ver.di-Bundesvorstand Petra Gerstenkorn sagte laut
"Tagesspiegel" (Freitagausgabe), sie befürchte bis zum Sommer rund 100.000
Arbeitslose aus der Weiterbildungsbranche. Wegen der noch immer fehlende
Zertifizierung der Unternehmen und des "Kahlschlags aus Nürnberg" hätten fast alle
der etwa 30.000 Bildungsunternehmen mit Entlassungen gedroht.
Die Nürnberger Bundesanstalt will künftig nur noch Kurse bezahlen, bei denen
mindestens 70 Prozent der Teilnehmer einen festen Arbeitsplatz finden.
Medienberichten zufolge könnten damit ein Drittel der Kurse für Langzeitarbeitslose
entfallen.
Gerstenkorn sprach in dem Interview von einer plan- und ziellosen Politik. Bei
Arbeitsämtern, Bildungsträgern und Arbeitslosen herrsche "furchtbare
Verunsicherung", die zu einer Zerschlagung der Strukturen führe, zitierte das Blatt
die Gewerkschafterin weiter. (Quelle: ap)
Angestellte sabotieren PC-Systeme am Arbeitplatz
Fr.07.03.03 - Rund 60 Prozent aller deutschen Unternehmen sind einer Studie zufolge
bereits Opfer von Eindringlingen oder Saboteuren ihrer Computersysteme
geworden.
Die eigenen Mitarbeiter seien dabei die größte Gefahr für die Firmen, berichtete
die Unternehmensberatung Mummert Consulting unter Berufung auf eine
neue Studie. Zwei von drei Angestellten oder früheren Angestellten
würden ihr eigenes System sabotieren. Daneben würden vor allem Viren und
Computerwürmer die größten Gefahren für die Unternehmensnetzwerke
darstellen.
Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationspolitik (BSI) [http://www.bsi.de/] teilte
mit, dass der Gesamtschaden in Deutschland jährlich einen hohen dreistelligen
Millionenbetrag erreiche.
"Genauere Schätzungen über die Schadenshöhe sind
nicht möglich, da viele Unternehmen Angriffe auf
ihre IT-Systeme aus Sorgen um ihren Ruf nicht
veröffentlichen", sagte ein BSI-Sprecher.
Außerdem würden zehn Prozent aller Angriffe von
den Firmen erst gar nicht als solche erkannt. (Quelle: futurezone)
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