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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Sa.08.03.03, 13:45 USA und Großbritannien wollen Irak-Entscheidung bis Dienstag
Sa.08.03.03 - Die USA und Großbritannien machen Druck: Sie haben den
UN-Sicherheitsrat aufgefordert, bis spätestens Dienstag über eine weitere
Irak-Resolution zu entscheiden. Damit soll Bagdad eine Frist bis zum 17. März
gesetzt werden. Dann müsse der Irak seine bedingungslose Bereitschaft zur
Abrüstung zeigen, heißt es in dem Vorschlag. Sollte Irak das Ultimatum verstreichen
lassen, werde es zum Krieg kommen. Der Vorschlag einer Frist entspricht einem
britischen Kompromissvorschlag für eine weitere UN-Resolution.
Bundesaußenminister Joschka Fischer hat den Kompromissvorschlag abgelehnt.
Das darin enthaltende kurzfristige Ultimatum sei faktisch ein kriegsauslösendes Element,
sagte er. Solch eine Resolution werde keine Mehrheit im Sicherheitsrat bekommen, so Fischer.
Das sieht nicht der deutsche Außenminister so, sondern
auch sein Amtskollege aus Guinea, Francois Lonseny Fall. Der Sicherheitsrat sei
"mehrheitlich für friedliche Irak-Lösung", sagte er. Guinea hat im März die
Präsidentschaft im Sicherheitsrat. Auch Frankreich lehnte den Vorschlag ab.
Der stellvertretende russische Außenminister Georgi Mamedow deutete demgegenüber
eine mögliche Zustimmung an. Vor allem die Außenminister der Vetomächte Frankreich, Russland und
China machten im Weltsicherheitsrat deutlich, dass die Waffeninspektionen fortgesetzt und intensiviert werden
sollten.
Dagegen forderten die USA den Sicherheitsrat auf, angesichts der ihrer Meinung
nach anhaltenden irakischen Verweigerung echter Abrüstung endlich zu handeln.
Zuvor hatte sich UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix so eindeutig wie noch nie für
eine Fortsetzung der Inspektionen eingesetzt. Seit Ende Januar habe der Irak seine
Initiativen zur Kooperation "beschleunigt". Noch gebe es bei der
Abrüstung zwar viele Fragezeichen, sie komme aber voran. Mit der Vernichtung
von Al- Samoud-Raketen habe der Irak eine "substanzielle Abrüstung" begonnen.
Sinnvolle Inspektionen würden selbst bei fortgesetzter aktiver
Kooperation Bagdads noch mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Baradei, bezeichnete vor dem
UN-Gremium Vorwürfe als "falsch", wonach Irak versucht haben soll, in Niger Uran zu
kaufen. Keine der Inspektionen habe bislang Hinweise auf verbotene nukleartechnische
Aktivitäten erbracht. Dies gelte auch für von Irak importierte Aluminiumröhren, die nach
Mutmaßung der USA für ein geheimes Nuklearprogramm verwendet wurden.
US-Präsident Bush hatte in der Nacht zum Freitag erneut betont, die USA würden notfalls auch ohne Zustimmung der UN in den
Krieg ziehen. "Wenn es um unsere Sicherheit geht, brauchen wir wirklich von niemandem eine Erlaubnis." Bush
machte zudem deutlich, dass die USA auf jeden Fall eine Abstimmung über eine weitere Irak-Resolution anstreben.
"Es ist Zeit, dass jeder seine Karten offen legt und die Welt wissen lässt, wo er gegenüber Saddam steht." Bush warf
Bagdad erneut vor, nicht abzurüsten, sondern die Welt zu täuschen. Er beschuldigte den Irak, die USA direkt zu
bedrohen. Der Irak habe Massenvernichtungswaffen und beherberge Terroristen. Die Zerstörung der irakischen
Raketen - bislang wurden 34 von 120 vernichtet - sei nicht ausreichend.
Die USA und Großbritannien haben inzwischen nach Schätzungen rund 280 000 Mann in der Umgebung des
Persischen Golfs zusammengezogen, weitere 60 000 Mann haben den Marschbefehl erhalten. Das US-Militär setzte
am Freitag seine logistischen Vorbereitungen für den Aufbau einer Nordfront gegen den Irak auf türkischem Boden fort.
In Kuwait begannen US-Soldaten, zur Vorbereitung eines Angriffs auf den Irak Teile eines Elektrozauns im
kuwaitischen Grenzgebiet zu zerstören.
Die USA wollen den Irak nach dem Ende eines Krieges in drei Zonen aufteilen. Wie der Nachrichtensender CNN
berichtete, sollen der nördliche und der südliche Sektor von ehemaligen US-Offizieren verwaltet werden. Bagdad solle
vorübergehend von der früheren US- Botschafterin im Jemen, Barbara Bodine, verwaltet werden.
Dokumentation: Blix-Rede
Sa.08.03.03 - In der Rede von UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix heißt es in
Wortlautauszügen (dpa-Übersetzung):
ZUSAMMENARBEIT MIT DEN WAFFENINSPEKTEUREN:
DOKUMENTE:
BEFRAGUNGEN VON EXPERTEN:
MOBILE PRODUKTIONSANLAGEN:
AL-SAMOUD-2-RAKETEN:
BIOLOGISCHE UND CHEMISCHE WAFFEN:
ZEIT FÜR WEITERE INSPEKTIONEN:
Wortlautauszüge: US-Präsident Bush vor der Presse
Sa.08.03.03 - US-Präsident George W. Bush sagte auf seiner Pressekonferenz
in der Nacht zum Freitag unter anderem (nach einer dpa- Übersetzung):
«Der Irak versteckt weiterhin biologische und chemische Kampfstoffe, um zu
verhindern, dass die Inspekteure sie entdecken.... So handelt kein Regime, das
abrüstet. So handelt ein Regime, das bewusst täuscht. So handelt ein Regime, das
systematisch und bewusst die Welt zurückweist.»
«Saddam Hussein rüstet nicht ab, das ist Tatsache, das kann nicht bestritten
werden.... Saddam Hussein und seine Waffen sind eine direkte Bedrohung unseres
Landes, unserer Bevölkerung und aller freien Menschen. Wenn die Welt der Gefahr
durch das irakische Regime nicht widersteht, weil sie Gewalt auch als letztes
Mittel ablehnt, dann nehmen die freien Länder unannehmbare Risiken auf
sich.»
«Die Angriffe vom 11. September 2001 zeigen, was die Feinde Amerikas mit vier
Flugzeugen anrichten konnten. Wir werden nicht warten, um herauszufinden, was
sie mit Massenvernichtungswaffen anrichten können. Wir sind entschlossen, der
Gefahr zu begegnen, wo immer sie entsteht. Ich werde das amerikanische Volk
nicht der Gnade des irakischen Diktators und seiner Waffen anvertrauen.»
«Wir sind noch in der letzten Phase der Diplomatie. Ich verbringe viel Zeit am Telefon und spreche mit befreundeten
Regierungschefs darüber, wie notwendig es ist, dass der UN-Sicherheitsrat erklärt, dass Saddam Hussein nicht
abgerüstet hat.»
«Der Irak ist Teil des Kriegs gegen den Terrorismus. Der Irak hat Verbindungen zum Terrorismus, er besitzt
Reichtümer, bildet Terroristen aus. Er ist ein Land, das Terroristen bewaffnen könnte.»
«Der Preis, nichts zu tun, übersteigt den Preis etwas zu tun.»
«Frankreich und Deutschland haben ihre Überzeugungen kund getan. Wir stimmen nicht überein, wie man am besten
mit Saddam Hussein umgeht. Sie sind immer noch Freunde und wir haben eine Menge gemeinsamer Interessen.
Unsere transatlantischen Beziehungen sind sehr wichtig.»
«Ich mag keinen Krieg. Ich bete für den Frieden.»
US-Kongress: Irak-Krieg kostet im ersten Monat 24 Milliarden Dollar
Sa.08.03.03 - Auf die USA und ihre Verbündeten kämen nach Berechnungen des
US-Kongresses in den ersten vier Wochen nach einem Angriff auf Irak zusätzliche
Kosten in Höhe von 24 Milliarden Dollar zu. Allein für die Invasion der derzeit in der
Region aufmarschierten Bodentruppen in Irak müssten voraussichtlich 14 Milliarden
Dollar aufgewendet werden, heißt es in einem Gutachten der Budget-Abteilung des
US-Parlaments vom Freitag. Der erste Kriegsmonat würde mit weiteren zehn
Milliarden Dollar zu Buche schlagen. In den nächsten Monaten würden sich die
Kosten der Militäraktion demnach auf monatlich acht Milliarden Dollar verringern. (afp)
Sicherheitslücke in E-Mail-Programm macht USA vor Irakkrieg nervös
Sa.08.03.03 - Eine Sicherheitslücke in einem E-Mail-Programm macht die
US-Behörden angesichts eines möglichen Kriegs gegen den Irak nervös. Sie
befürchten, dass Hacker die Lücke ausnutzen könnten, um die Infrastruktur des
Internets in den USA anzugreifen. So könnten Terroristen die Kontrolle über
Zehntausende Computer übernehmen und über sie mit einer Flut von E-Mails das
Web überschwemmen. Das Programm Sendmail läuft auf mindestens zwei
Millionen Rechnern, die Linux oder Unix als Betriebssystem benutzen.
USA und IEA: Setzen im Kriegsfall strategische Ölreserven ein
Sa.08.03.03 - Die USA und die Internationale Energieagentur (IEA) sind bereit,
im Falle eines Kriegs gegen Irak die strategischen Ölreserven einzusetzen, sollte es
zu Förderausfällen kommen.
Die Vereinigten Staaten und die IEA stimmten überein in Kernpunkten, die die
weltweite Ölversorgung und die Umgehung kurzfristiger Lieferunterbrechungen
beträfen, hieß es einer gemeinsamen Mitteilung am Freitag. Mitglieder der IEA
sind unter anderem die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Japan.
Gleichzeitig hieß es in einem Bericht des Londoner Consultingunternehmens
Petrologistics vom Freitag, die Mitgliedstaaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec)
bereiteten sich darauf vor, ihre Fördermenge im Kriegsfall ab Mitte März um insgesamt 1,3 Millionen Barrel je
Tag (bpd; 1 Barrel = rund 159 Liter) auszuweiten. Saudi Arabien werde seine Fördermenge um zusätzliche
590.000 bpd auf 9,57 Millionen bpd steigern. Venezuela, dessen Ölförderung noch bis vor wenigen Wochen
auf Grund des anhaltenden Generalstreiks eingebrochen war, werde die Fördermenge auf 2,25 Millionen bpd
von 1,75 Millionen im Februar ausweiten, hieß es weiter.
< Der Bericht legt zu Grunde, dass die Fördermenge Iraks bei einem Krieg auf 1,25 Millionen bpd von 2,624 Millionen
bpd im Februar gedrosselt werde. Insgesamt werde sich die gesamte Opec-Leistung einschließlich der irakischen
Lieferungen im März auf 27,79 Millionen bpd von 27,806 Millionen bpd im Februar verringern.
Der Energieinformationsdienst der US-Regierung EIA hatte allerdings am Donnerstag mitgeteilt, dass es im Fall eines
Irak-Krieges wenig Möglichkeiten gebe, ausfallende Ölexporte zu kompensieren. Irak und Venezuela nicht
mitgerechnet betrügen die noch ungenutzten Förderkapazitäten weltweit möglicherweise nur 1,5 Millionen Barrel pro
Tag. Die OPEC-Staaten hätten bereits im Februar ihre Kapazitäten fast vollständig ausgeschöpft, um
Produktionsausfälle durch den Streik in Venezuela auszugleichen und Vorsorge für einen irakischen
Produktionsausfall zu schaffen, hatte es in dem monatlichen Bericht der EIA geheißen. Es könnte noch Monate
dauern, bis die Ölförderung in Venezuela wieder ihren normalen Stand erreicht habe. (Quelle: rtr)
(Vor-)Kriegsberichterstattung ist ein männliches Geschäft
Sa.08.03.03 - Frauen verschwinden sowohl als
Nachrichtenmacherinnen als auch als -subjekte zunehmend aus
der Presse. Waren es 2002 noch 18,3 Prozent Frauen, die mit
Namen und/oder Bild auf den vorderen Seiten von Tageszeitungen
erschienen, betrug ihr Anteil am Stichtag 2003 nur 13,4 Prozent. Zu
diesem Ergebnis kommt die diesjährige Erhebung des
Journalistinnenbundes, die am 31. Januar 2003 durchgeführt wurde.
Ausgewertet wurden dabei dreizehn überregionale und große
regionale Tageszeitungen sowie fünfzehn Online-Versionen von
Tageszeitungen. Einen Grund für diese negative Entwicklung sieht
der Journalistinnenbund in der massiven
(Vor-)Kriegsberichterstattung, die nach wie vor ein männliches
Geschäft ist.
BBC will in ihrer Berichterstattung Kriegsgegner angemessen berücksichtigen.
Sa.08.03.03 - Die BBC hat ihre MitarbeiterInnen offiziell
angewiesen, Stimmen gegen den drohenden Krieg im Irak
angemessen bei der Berichterstattung zu berücksichtigen. "Wir
müssen die deutliche Opposition gegen den militärischen Konflikt
in Großbritannien einbeziehen und dafür sorgen, dass die
Argumente der Kriegsgegner gehört und diskutiert werden können",
zitiert der Guardian den für die redaktionelle Ausrichtung aller
BBC-Kanäle zuständigen Controller of Editorial Policy, Stephen
Whittle. Zu den Anweisungen gehört auch, die Zuverlässigkeit von
Regierungs-Presseerklärungen zu überprüfen. (Quelle: taz)
Was tun am Tag X?
DGB ruft bundesweit zu fünfminütiger Arbeitsniederlegung auf
Sa.08.03.03 - Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat alle Arbeitnehmer aufgerufen,
angesichts der drohenden Gefahr eines Irak-Krieges am Freitag nächster Woche für
fünf Minuten die Arbeit ruhen zu lassen. Wie der DGB am Freitag in Berlin erklärte,
sollen die Beschäftigten in allen Unternehmen und Betrieben durch die um 12.00
Uhr beginnende Arbeitsruhe ihrem Willen nach einer friedlichen Lösung des
Konflikts Ausdruck verleihen.
Die deutschen Gewerkschaften unterstützten alle friedlichen Mittel, die geeignet
seien, die Situation der Menschen in Irak zu verbessern, und die dazu beitrügen, die
Bedrohung in der krisengeschüttelten Region zu beseitigen, heißt es in der
Erklärung. Der DGB wende sich abermals entschieden dagegen, diese Ziele mit
militärischer Gewalt durchzusetzen. Die weltweite Auseinandersetzung mit dem
Terrorismus und mit den Massenvernichtungspotenzialen insbesondere in Händen von
Diktaturen sei Sache der Völkergemeinschaft und nicht eines einzelnen Landes, auch
wenn es sich um die derzeit einzige Supermacht handele. (Quelle: ap)
Aktionen der Friedensbewegung unter:
Hintergrundtexte der Informationsstelle Militarisierung (IMI)
Link-Auswahl zum Thema Irak-Konflikt:
Friedensappell zum Weltfrauentag
Sa.08.03.03 - Der drohende Irak-Krieg beherrscht den Internationalen Frauentag:
Mit einem Friedensappell drangen die sieben Ministerinnen des Bundeskabinetts
am Freitag auf eine gewaltlose Entschärfung der Krise und warnten vor den "fürchterlichen
Folgen" eines Krieges für die Zivilbevölkerung. Frauen und Kinder seien am schlimmsten
betroffen, mahnte auch UNICEF-Direktorin Carol Bellamy. Sie machten im 21.
Jahrhundert die Mehrheit der Kriegsopfer aus.
Auch im Namen der SPD-Frauen stellte Familienministerin Renate Schmidt auf
einer Veranstaltung mit Bellamy zum Weltfrauentag am (morgigen) 8. März die
Friedenssicherung an oberste Stelle. Saddam Hussein sei ein fürchterlicher
Diktator, doch gelte es andere Möglichkeiten als Krieg zu finden, um ihn
loszuwerden, sagte die Sozialdemokratin.
"Krieg darf kein Mittel der Politik sein", betonte sie in einer gemeinsamen Erklärung
mit den Ministerinnen Edelgard Bulmahn (Bildung), Renate Künast (Verbraucher),
Ulla Schmidt (Gesundheit), Heidemarie Wieczorek-Zeul (Entwicklung), Brigitte
Zypries (Justiz) und Staatsministerin Christina Weiss (Kultur). Sie forderten
alles zu tun, um die Krise friedlich zu lösen und Irak mit nicht-militärischen Mitteln
dauerhaft zu entwaffnen. "Es besteht die Gefahr, dass es vor
allem Frauen sein werden, die mit ihren Kindern den Bomben
und Granaten ausgeliefert sind, die als lebende Schutzschilder
für einen verbrecherischen Diktator missbraucht werden, die um
das Überleben ihrer Familien ringen", warnten sie.
Seien früher 90 Prozent aller Getöteten und Verwundeten
Soldaten gewesen, habe sich die Opferbilanz inzwischen zu
Lasten der Zivilbevölkerung, der Frauen und Kinder umgekehrt.
Dazu würden Vergewaltigung, Zwangsprostitution und sexuelle
Misshandlung von Frauen als "strategische Waffen"
eingesetzt, erklärten die Ministerinnen.
"Vertreibung, Minen, sexuelle Gewalt gegen Frauen und Aids sind nur einige der direkten Kriegsfolgen", sagte die
Vorsitzende der Deutschen Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble. Heute seien 80 von 100 Flüchtlingen weltweit Frauen
und Kinder. Schäuble befürchtete, dass sich ein ähnliches Szenario im Fall eines Angriffs auch in Irak wiederholen
könne. Gerade weil Frauen unter schwierigsten Bedingungen die Versorgung von Kindern, Alten und Kranken aufrecht
erhielten, seien sie stärker als Männer daran interessiert, friedliche Konfliktlösungen zu suchen. Um diesen
«Überlebenskämpferinnen und Friedensaktivistinnen» mehr Gewicht zu verleihen, stelle die Welthungerhilfe deren
Alltag unter dem Motto "Überleben: Frauensache" in den Mittelpunkt.
Im Kriegsfall macht dem in Irak tätigen UN-Kinderhilfswerk die Lebensmittelversorgung und die Gesundheitslage die
größten Sorgen. 40 Prozent des Wassers würden durch Aufbereitung gewonnen, erklärte Bellamy. Eine
Beschädigung oder Zerstörung der Strom- und Wasserversorgung könne sehr ernste Folgen haben.
Zum Frauentag rief UNICEF dazu auf, Mädchen besser vor Diskriminierung, Gewalt und Ausbeutung zu schützen.
Bellamy stellte eine Initiative vor mit dem Ziel, mehr Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen, der mehr als 60
Millionen weltweit versagt wird. "Nur wenn Mädchen und Frauen Zugang zu Bildung haben, sind sie in der Lage, sich
gegen die Verletzung ihrer Menschenrechte zu wehren." (Quelle: ap)
Der endlose Weg zur Gleichberechtigung
Als sich am 19. März 1911 in Berlin 45.000 Frauen zum ersten
Internationalen Frauentag versammelten, traute so mancher brave Bürger seinen
Augen nicht. Als Blaustrümpfe, Flintenweiber und pflichtvergessen beschimpfte die
bürgerliche Presse die Aufbegehrenden, die damals nicht einmal das Wahlrecht
besaßen. Das Wort «Gleichberechtigung» stand auf den überwiegend roten Fahnen,
doch sollte es Jahrzehnte dauern, bis die Forderung Gesetz wurde. Was nichts
daran änderte, dass noch heute meist die Männer das Sagen haben.
Es waren zunächst vor allem Sozialdemokratinnen und Sozialistinnen, die für die
Gleichstellung ihres Geschlechts eintraten, an ihrer Spitze Clara Zetkin. Sie hatten
Erfolg. 1918 wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt. Und nach
Rückschlägen in der Nazi-Zeit heißt es seit 1949 im Grundgesetz des
Bundesrepublik Deutschland: «Männer und Frauen sind gleichberechtigt.»
Mehr als 50 Jahre danach und oberflächlich betrachtet erscheint der Internationale
Frauentag mit Blick auf Deutschland als verdienstvolles, aber überflüssiges Relikt
längst vergangener Zeiten: Politiker aller Parteien brüsten sich mit Errungenschaften wie Mutterschutz, Kinder- und
Erziehungsgeld, legalem Schwangerschaftsabbruch und Anerkennung von Erziehungszeiten bei der Rente,
Frauenministerien und Bestrafung der Vergewaltigung in der Ehe. Es wurden Frauenquoten eingeführt, immerhin fast
31 Prozent der Bundestagsabgeordneten sind weiblich, und an manchen Hochschulen sind die Männer unter den
Studierenden schon in der Minderzahl.
Frauen, gewerkschaftlich organisierte zumal, haben freilich eine umfassendere Sicht der Dinge - und das quer durch
die Parteien. Bei allen Gleichstellungs- und Schutzmaßnahmen vermissen sie immer noch das Wichtigste - die volle
gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung ihrer tatsächlichen Leistungen: Nach wie vor werden Frauen ohne
Ausbildung weit schlechter bezahlt als ungelernte Männer, wie früher werden hoch qualifizierte Frauen von
Führungspositionen weitgehend ausgeschlossen, nach wie vor sind Familie und Beruf schwer miteinander zu
vereinbaren, und wie gehabt verrichten Frauen zwei Drittel der unbezahlten Arbeit im Land, sei es bei der
Kindererziehung, im Haushalt oder im Ehrenamt.
Schließlich nehmen engagierte Frauenrechtlerinnen, halb resigniert, halb wütend zur Kenntnis, dass sich das
Rollenbild, das sich «mann» vom Weibe macht, nur quälend langsam zu wandeln beginnt. Ihnen geht es schlicht auf
den Geist, welcher Typ Frau von den Medien als anstrebenswert vermittelt, wie «frau» als Sexualobjekt vorgeführt und
wie subtil Frauen im Opfer-Täter-Verhältnis von manchem Presseorgan in die Verwerflichkeit abgedrängt werden.
«Wir lassen jetzt nicht locker», hieß es am Mittwoch trotzig im Aufruf hessischer Gewerkschaftsfrauen. Wenn es
nach ihnen geht, wird der Internationale Frauentag, der seit 1921 am 8. März stattfindet, noch lange seine
Berechtigung haben. «Nicht zuletzt auch deshalb, weil Deutschland nicht die Welt ist und in vielen Ländern Frauen
millionenfach weit mehr zu leiden haben als hier zu Lande», heißt es beim DGB. (Quelle: ap)
8. März - Weltfrauentag
Er geht auf eine Initiative der deutschen Feministin und Sozialistin Clara Zetkin
beim internationalen sozialistischen Kongress im August 1910 in Kopenhagen
zurück. In Deutschland war der Frauentag von Anfang an ein Tag der
sozialistischen Frauenorganisationen. Mehr unter:
Afghanistan war gestern - seine Retalibanisierung interessiert
die Antiterrorkoalition nicht mehr. Den Preis dafür zahlen
Frauen mit dem Verlust gerade erworbener Rechte
"Nach dem 11. September 2001 wurde die brutale Unterdrückung
der Frauen Afghanistans genutzt, um den Krieg gegen das
Talibanregime zu legitimieren. Damit wurde eine
menschenrechtliche Problematik instrumentalisiert (...)
Jetzt (...) droht eine zweite Instrumentalisierung: Die fundamentalistischen
Hardliner sollen auf Modernisierungskurs gebracht werden - um den
Preis, dass Frauen grundlegende Rechte verwehrt bleiben. Die
westliche Gebergemeinschaft lässt zu, dass die afghanische
Gesellschaft auf Kosten der Frauen befriedet wird", schreibt
Christa Nickels in einem Beitrag für die Tageszeitung vom 04.03.03
Mehr unter:
UNICEF: Frauen in Afghanistan leiden unter extremer Gewalt
Berlin - Fr.07.03.03 - : Wenige Stunden vor dem Weltfrauentag hat das
UN-Kinderhilfswerk UNICEF auf die verzweifelte Lage
von Frauen und Mädchen in Afghanistan hingewiesen.
Nach Erkenntnissen von UNICEF sind die Frauenrechte
auch nach dem Sturz der Taliban weiter stark
eingeschränkt. Wie es heißt, sind mittlerweile 30
Prozent der Schüler Mädchen, aber Schülerinnen und
Lehrerinnen werden häufig bedroht und am Schulbesuch
gehindert. Aus diesem Grund startet UNICEF ein
Bildungsprogramm in Afghanistan, um den Mädchen ein
eigenständiges Leben zu ermöglichen. Das
Bildungsprogramm soll außerdem in 24 weiteren
Ländern der Welt die Situation von Mädchen verbessern.
Ziel ist es unter anderem, die Eltern zu überzeugen ihre
Töchter zur Schule zu schicken. (Quelle: br)
Amnesty macht mobil gegen Gewalt an Frauen in Russland
Blutvergießen im Nahen Osten nimmt kein Ende
Sa.08.03.03 - Bei neuer Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern
sind am Freitag im Westjordanland und im Gaza-Streifen neun Menschen getötet
worden.
Zwei bewaffnete Palästinenser hätten die jüdische Siedlung Kirjat Arba nahe Hebron
im Westjordanland überfallen und ein Siedlerehepaar getötet, hieß es in
israelischen Armeekreisen. Die beiden Palästinenser seien getötet worden. Kurz
zuvor hätten zwei andere militante Palästinenser versucht, die benachbarte Siedlung
Negohot zu überfallen und seien von Soldaten erschossen worden. Im Gaza-Streifen
tötete die Armee nach eigenen Angaben drei Palästinenser, die auf einen
Siedler-Konvoi geschossen hatten. Zuvor hatte die Armee ein Gebiet im nördlichen
Gaza-Streifen auf unbestimmte Zeit besetzt.
In Kirjat Arba seien die Palästinenser in einen Raum eingedrungen, in dem sich die
Siedler zum Gebet zum Beginn des Sabbats versammelt hätten, hieß es in den
Armeekreisen. Die beiden Attentäter hätten sich in dem Gebäude verschanzt, bevor
sie von Soldaten getötet worden seien. Zwei Siedler und ein Soldat seien verletzt
worden. Bei einem der Palästinenser sei ein Sprengstoffgürtel gefunden worden, der
nicht explodiert sei, teilte die Armee mit. Die Siedlung war seit Beginn des
Palästinenser-Aufstands im September 2000 immer wieder Ziel palästinensischer
Überfälle.
Weniger als zwei Stunden vor dem Überfall auf Kirjat Arba versuchten zwei
Palästinenser, in Negohot einzudringen. Sie seien bei einem Schusswechsel mit
Soldaten getötet worden, sagte ein Armeesprecher. Einer der beiden Palästinenser habe einen Sprengstoffgürtel am
Leib getragen und gezündet.
Zu den Überfällen auf die Siedlungen bekannte sich die radikal-islamische Gruppe Hamas. In Flugblättern, die in der
Region um die zwischen Palästinensern und Israelis geteilte Stadt Hebron verteilt wurden, hieß es, dies sei "die
Rache für Massaker an Palästinensern, besonders im Gaza-Streifen".
Dort hatte die israelische Armee wenige Stunden zuvor im Norden ein Gebiet besetzt. "Wir werden so lange bleiben,
wie es notwendig ist. Und wenn wir beschließen, an diesem Gebiet für eine lange Zeit festzuhalten, werden wir das
tun", sagte der Kommandeur der nördlichen Gaza-Brigade, Joel Strick, im Armee-Rundfunk. Ziel sei es zu verhindern,
dass palästinensische Extremisten Raketen auf israelisches Gebiet abfeuerten, teilte die Armee mit. Am Vortag
waren drei Raketen in der israelischen Stadt Sderot eingeschlagen. Unterstützt von Kampfhubschraubern drang die
Armee bis an den Rand des Flüchtlingslagers Dschabalja vor, wo beim Einmarsch israelischer Soldaten am
Donnerstag elf Palästinenser getötet worden waren.
Zu dem Angriff auf einen israelischen Siedler-Konvoi im Zentrum des Gaza-Streifens bekannte sich die militante
Gruppe Islamischer Dschihad.
Die meisten Palästinenser betrachten die jüdischen Siedlungen in ihren Gebieten als Provokation und als legitimes
Ziel für Angriffe während des Aufstandes für einen unabhängigen Palästinenser-Staat. In der internationalen
Gemeinschaft werden die Siedlungen mehrheitlich als illegal angesehen. Israel weist dies zurück. In dem
Palästinenser-Aufstand, der Intifada, wurden mindestens 1913 Palästinenser und 722 Israelis getötet.
(Quelle: rtr)
Human Rights Watch fordert Freilassung der Häftlinge von Guantanamo
Sa.08.03.03 - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in einem Brief zur Freilassung der auf
dem Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba festgehaltenen Terrorverdächtigen
aufgefordert. Die rund 650 Gefangenen werden dort seit mehr als einem Jahr ohne
Anklage oder Rechtsvertretung festgehalten. Die Organisation mit Sitz in New York
erklärte unter Berufung auf die Genfer Konventionen, die USA dürften
Kriegsgefangene während der Dauer des Konflikts ohne Anklage festhalten. Wenn
der Krieg - wie in Afghanistan - vorüber sei, müssten die Betroffenen aber
freigelassen werden.
"Die Vereinigten Staaten können die Gefangenen nicht einfach so lange festhalten,
wie sie wollen", erklärte der Direktor der Organisation, Kenneth Roth. In dem am
Freitag veröffentlichten Schreiben an Rumsfeld vom Vortag zitierte Human Rights
Watch aus den Genfer Konventionen, wonach solche Gefangene vor Gerichte
gestellt werden müssten, die internationalen Rechtsstandards genügten. Das
Pentagon erwägt die Einrichtung von Militärtribunalen. Der UN-Hochkommissar für
Menschenrechte, Sergio Vieira de Mello, traf am Donnerstag zu einem Gespräch
über die Gefangenen auf Guantanamo mit US-Präsident George W. Bush
zusammen.
Der Kommandeur der Mission, Generalmajor Geoffrey Miller, erklärte am Donnerstag, er habe die Entlassung einiger
der Gefangenen in ihre Heimatländer empfohlen. Zahlen nannte er nicht. Die Entscheidung darüber werde jedoch auf
höchster Ebene gefällt. "Sie könnten noch Wochen oder Monate hier sein", sagte Miller. Die Verhöre brächten noch
immer Informationen, "die uns den weltweiten Krieg gegen den Terrorismus gewinnen helfen". Verhöre würden an
sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr durchgeführt. "Wir sind sehr gründlich, denn es ist eine unserer Pflichten
sicherzustellen, dass die Feinde Amerikas unser Land nicht mehr angreifen." Den Häftlingen werden Verbindungen
zum Terrornetzwerk El Kaida oder zur afghanischen Taliban-Miliz vorgeworfen. (Quelle: ap)
Unter Berufung auf den Anti-Terror-Kampf
etabliert die US-Regierung eine Parallel-Justiz. Deren Prinzip ist Willkür.
Do.05.12.02 - Nach dem Willen Washingtons sollen Personen, US-Bürger wie
Ausländer, die terroristischer Aktivitäten verdächtigt werden,
überwacht, unbefristet gefangengesetzt, ausgefragt, angeklagt,
bestraft oder deportiert werden können, ohne dass die
Grundgarantien eines Rechtsstaats – rechtliches Gehör, anwaltlicher
Beistand, ordentliches Gericht, Unschuldsvermutung,
Berufungsmöglichkeit et cetera – eingehalten werden.
Ja, es bedarf noch nicht einmal des Verdachts einer Täterschaft oder
Beihilfe des Terrorismus, es genügt die Vermutung, der Betroffene
könne ein "material witness", ein wichtiger Zeuge sein. Selbst diesem
also kann es passieren, dass er gefangengehalten wird, bis der
"Krieg gegen den Terrorismus" beendet ist – was bekanntlich, auch
nach realistischer Einschätzung der amerikanischen
Sicherheitsorgane, nicht vor dem St. Nimmer leinstag der Fall sein
dürfte: "That task, that never ends". (Quellen: bls, sz) Mehr zum Thema unter:
Die USA ratifizieren Vertrag über atomare Abrüstung
Sa.08.03.03 - Der amerikanische Senat hat den vor zehn Monaten in Moskau unterzeichneten
Vertrag mit Russland über die beidseitige Verringerung der strategischen Waffen
am Donnerstag einstimmig ratifiziert. Die Zustimmung des russischen Parlaments
steht noch aus, wird jedoch erwartet. Der Vertrag sieht vor, dass beide Länder die
Zahl ihrer einsatzbereiten strategischen Atomwaffen bis zum Jahr 2012 auf maximal
2200 senken müssen. Derzeit besitzen Russland und die USA noch je ungefähr 6000
Nuklearsprengköpfe. Die überschüssigen Sprengköpfe müssen dabei nicht zerstört
werden, sondern können eingelagert und notfalls nach einer relativ kurzen
Kündigungsfrist wieder für einen Einsatz mit Interkontinentalraketen oder
Langstreckenbombern vorbereitet werden. Anders als frühere Rüstungskontrollabkommen
ist der Moskauer Vertrag mit nur drei Seiten extrem knapp abgefasst und enthält keinerlei
Bestimmungen zu seiner Überprüfung.
Kritiker bemängeln deshalb, dass der Vertrag eher eine Absichtserklärung sei als ein
glaubwürdiger Abrüstungsschritt. Tatsächlich bleibt vorerst abzuwarten, ob der Vertrag
zu einer nennenswerten Reduktion der weiterhin riesigen Arsenale und zu höherer Sicherheit
beitragen wird. Beide Seiten hatten schon vor der Unterzeichnung angekündigt, unabhängig
voneinander die Zahl der Atombomben zu verringern. Genau betrachtet, werden die
Vertragsbestimmungen nur an einem einzigen Tag gültig sein, am 31. Dezember 2012.
Was bis dahin geschieht, unterliegt keinerlei Kontrolle, und am Tag danach hat das Papier
seine Gültigkeit verloren, sofern sich die beiden Seiten nicht auf eine Verlängerung einigen.
Trotz den offensichtlichen Mängeln überwog im Senat die Ansicht, dass der Vertrag besser
als nichts sei und eine zügige Ratifikation die russische Seite im derzeitigen Tauziehen in
der Irak- Frage günstig stimmen könne. Die eigentlichen Knackpunkte bei der Abrüstung
harren aber auch nach einer Ratifikation einer Lösung. Beispielsweise haben die USA und
andere Staaten grösstes Interesse daran, dass Russland seine Atombomben nicht einfach
in schlecht gesicherten Anlagen einlagert, sondern auch tatsächlich vernichtet. Dies erfordert
eine grosszügigere Finanzhilfe, als die USA im Rahmen des sogenannten Nunn- Lugar-Programms
bisher zu leisten bereit waren. (Quelle: nzz)
Deutschland: Juristin hält Riester-Rente für verfassungswidrig
Sa.08.03.03 - Die Verfassungsrechtlerin Ute Sacksofsky hält die Riester-Rente
wegen unterschiedlicher Tarife für Männer und Frauen für verfassungswidrig. So, wie
die private Zusatzversorgung derzeit ausgestaltet sei, diskriminiere sie Frauen,
sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). "Wenn eine Frau und
ein Mann jeweils gleich lange und gleich viel einzahlen, erhält die Frau dennoch im
Alter eine geringere monatliche Rente als der Mann", wird sie zitiert.
Zwar hätten die Versicherer diese unterschiedlichen Tarife eingeführt, der Staat
zertifiziere sie aber und fördere sie mit Zulagen. Er dürfte nur solche Produkte
zertifizieren, die gleiche Tarife für Männer und Frauen anböten, forderte Sacksofsky.
Das Argument der Versicherungsunternehmen, Frauen hätten eine höhere
Lebenserwartung als Männer und würden länger Rente beziehen, wies sie zurück.
Die Einteilung der Gruppen nach Geschlechtern sei beliebig, sagte sie. "Denkbar
wäre auch, ganz andere Gruppen auf ihre unterschiedliche Sterblichkeit zu
untersuchen, zum Beispiel Verheiratete gegenüber Nichtverheirateten oder nach
ihrer Religionszugehörigkeit." (Quelle: ap)
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