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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Mo.10.03.03, 12:45 Powell sieht kaum noch Chance für friedliche Irak-Lösung
Mo.10.03.03, 12:45 - Eine friedliche Lösung des Irak-Konfliktes gerät nach Auffassung von
US-Außenminister Colin Powell immer mehr außer Reichweite. "Das Fenster (einer diplomatischen Lösung)
schließt sich schnell", sagte Powell am Sonntag, wenige Tage vor einer mit Spannung erwarteten Abstimmung im
Weltsicherheitsrat über ein letztes Ultimatum an Saddam Hussein. Der Minister warnte die französische Regierung vor den
Konsequenzen eines Vetos im UN- Sicherheitsrat gewarnt. Ein Veto könnte "zumindest kurzfristig ernste Auswirkungen
auf die bilateralen Beziehungen" haben, sagte Powell am Sonntag.
Powell und US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice gaben zu verstehen, dass
US- Präsident George W. Bush im Fall eines Scheiterns der ultimativen Resolution
eine "Koalition der Willigen" in einen Krieg gegen den Irak führen würde.
Rice lehnte entschieden den Vorschlag des französischen Präsidenten Jacques
Chirac ab, dass die Staats- und Regierungschefs zu der Abstimmung nach New
York kommen. "Es ist nicht nötig, dass die Staatschefs kommen und ihre Hand
heben, ja oder nein", sagte sie im Fernsehsender ABC.
Powell sagte im US-Fernsehsender Fox, die USA seien einer Mehrheit von neun
oder zehn Stimmen im Weltsicherheitsrat für eine neue Irak- Resolution sehr nahe. "Wir stehen kurz vor dem Erfolg."
Über ein französisches Veto wäre er aber "nicht überrascht". Dagegen berichtet die "New York Times" in ihrer
Internetausgabe unter Berufung auf Regierungsbeamte, dass es den USA trotz aller diplomatischer Bemühungen
am Wochenende nicht gelungen sei, die nötigen neun Stimmen im Sicherheitsrat
zusammenzubekommen.
Der US-Außenminister versicherte, er wolle nichts am geplanten
Ultimatum an den Irak bis um 17. März ändern. Auch Rice erklärte, bis zum 17. März habe
Saddam Hussein genug Zeit zur Erfüllung der UN- Forderungen. Es gab Spekulationen, dass die USA für eine
Mehrheit im Sicherheitsrat einem Aufschub zustimmen könnten.
Powell hielt an seiner Auffassung fest, dass der Irak ein Nuklearprogramm verfolgt. Der Generaldirektor der
Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed el Baradei, hatte angebliche Beweise dafür vor dem
Sicherheitsrat als Fälschungen bezeichnet. Powell nahm el Baradei und UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix gegen
den Vorwurf in Schutz, sie hätten in ihren Berichten über den Irak wichtige Informationen verschwiegen. Die USA
hätten Informationen zweierlei Art übergeben - verwendbare und nicht verwendbare, die lediglich "ihr Denken und
Handeln" beeinflussen sollten, aber nicht publik gemacht werden könnten. (Quelle: dpa)
Resolutionsentwurf der USA, Großbritannien und Spaniens
EU-Außenkommissar Patten warnt USA indirekt vor Alleingang in Irak
Mo.10.03.03, 12:45 - Falls die USA einen Irakkrieg ohne UN-Mandat führen, werden sie nach
Ansicht von EU-Außenkommissar Chris Patten Schwierigkeiten dabei haben, die
Europäische Union zum Wiederaufbau des angegriffenen Landes zu bewegen. In
einem Interview mit der britischen Zeitung "The Independent" (Montagsausgabe)
sagte Patten, wenn Irak nach dem Krieg von einem US-General verwaltet werde, sei
es für ihn nicht einfach, vor das Europäische Parlament zu treten und umfassende
Finanzhilfen für den Wiederaufbau zu beantragen. "Selbstmordmissionen"
widerstrebten ihm, sagte Patten ironisch. Deutschland finanziere den EU-Haushalt
zu einem Viertel. "Wir wissen, welches die deutsche Meinung ist, und ich bin ein
Demokrat". (Quelle:afp)
Paris und Berlin werben für Irak-Gipfel
Mo.10.03.03, 12:45 - Die noch unentschlossenen Mitglieder des Weltsicherheitsrats
werden vor der möglicherweise entscheidenden Irak-Abstimmung intensiv von Kriegsbefürwortern und -
gegnern umworben. Der französische Außenminister Dominique de Villepin flog nach Afrika, um
die Sicherheitsratsmitglieder Angola, Kamerun und Guinea für das Friedenslager zu
gewinnen.
Die USA streben eine UN-Abstimmung schon am Dienstag mit einem
anschließenden Ultimatum an den Irak bis zum 17. März an. Deutschland und
Frankreich wollen nicht die Außenminister, sondern die Staats- und
Regierungschefs der Mitgliedsländer im UN-Sicherheitsrat selbst über den Irak-Kurs entscheiden lassen.
Bundeskanzler Gerhard Schröder habe Präsident Jacques Chirac in einem Telefongespräch seine Unterstützung für
den Vorschlag eines Krisengipfels zugesagt, erklärte Regierungssprecher Bela Anda. Chirac sprach bereits mit
mehreren anderen Staats- und Regierungschefs über den von ihm angeregten Gipfel. Powell hält ein solches Treffen
für überflüssig. (Quelle: dpa)
USA müssen offenbar kein russisches Veto befürchten
Mo.10.03.03, 12:45 - Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinem US-Kollegen George W.
Bush nach Presseinformationen versichert, kein Veto gegen eine neue
Irak-Resolution im UN-Sicherheitsrat einlegen zu wollen. Bush habe durch ein
Gespräch den Eindruck gewonnen, dass Russland zwar nicht für eine neue
Entschließung stimmen werde, berichtete das US-Nachrichtenmagazin "Time" am
Sonntag unter Berufung auf einen Beamten im Weißen Haus. Allerdings werde
Moskau auch nicht gegen die von den USA, Großbritannien und Spanien
eingebrachte Resolution votieren. (Quelle: afp)
Im UN-Sicherheitsrat sind Stimmen für einen Irakkrieg
käuflich. Die Initiative moneyforpeace.org
will lieber Frieden
kaufen. Jeder kann mitmachen.
Mehr unter:
Nach einem Bericht des Institute for Policy Studies hat die US-Regierung
die Mehrzahl der auf 34 Mitglieder geschätzten «Koalition der Willigen» mit Zwang,
Druck, Bestechung oder Drohungen von ihrer Irak-Politik "überzeugt"
Mehr unter:
Institute for Policy Studies
US-Geheimdienst hört offenbar UN-Delegierte ab
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Beer bei US-Alleingang gegen Irak für Diskussion über Überflugrechte
Mo.10.03.03, 12:45 - Bei einem Alleingang der USA gegen Irak muss laut Grünen-Chefin Angelika
Beer über die Nutzung von US-Militärbasen und die Überflugrechte der USA
diskutiert werden. Die Diskussion müsse mit den anderen Bündnispartnern geführt
werden, die wie Deutschland der Kriegsresolution von USA und Großbritannien im
UN-Sicherheitsrat nicht zustimmen wollten, sagte Beer der Zeitung "Die Welt"
(Montagsausgabe). Ein Alleingang der USA wäre nach ihren Worten ein "Affront
gegen die Staatengemeinschaft und die Vereinten Nationen und ein Bruch des
Völkerrechts mit kaum absehbaren Konsequenzen für den Weltfrieden". Wenn das
Gewaltmonopol künftig nicht mehr bei der UNO liege, sinke auch für andere Staaten
die Hemmschwelle, Präventivkriege zu führen. (Quelle: afp)
Völkerrechtler warnt vor Präventivschlag
Sa.01.03.03 - Hartmut Schiedermair, Professor für Völkerrecht an der Universität Köln,
hat vor einem eigenmächtigen Vorgehen der USA gegen den Irak gewarnt.
In einem Interview mit sueddeutsche.de sagte Scheidermair: "Wenn die USA
auf Basis ihrer Hegemonie einen Alleingang machen würden, würde das
politisch zu einer Schwächung der UN führen." Ein Präventivschlag
ohne entsprechenden Beschluss des UN-Sicherheitsrates wäre ein klarer
Verstoß gegen das Gewaltverbot und somit gegen das Völkerrecht.
Auch ein Präventivschlag müsse vom Sicherheitsrat autorisiert werden.
Dazu müsse ein irakischer Angriff unmittelbar bevorstehen. Dies sei
nicht der Fall. (Quelle: sz) Der Wortlaut des Interviews unter:
Bush (oder Cheney) Doktrin
Juristen bezweifeln Rechtmäßigkeit von Überflugrechten.
"Mit oder ohne Uno-Mandat haben
die USA ein Recht, hier zu fliegen und ihre Basen in
Deutschland zu nutzen", sagt der innenpolitische Sprecher der
SPD-Fraktion Dieter Wiefelspütz vergangenen Dezember.
Dafür gebe es eine ganz klare Rechtslage, die völkerrechtlich verbindlich sei. Die
Mehrzahl der deutschen Völkerrechtler sieht das allerdings
anders. "Letztendlich kommt es auf ein Mandat der Uno an",
sagte der Völkerrechtler Andreas Paulus. Die größte Hürde
für die Genehmigung der Überflugrechte ist Artikel 26
Grundgesetz, der die Vorbereitung eines Angriffskrieges
verbietet.
In den USA wird argumentiert, es handle sich bei einem
Angriff auf den Irak um präventive Selbstverteidigung, so dass
kein Angriffskrieg vorläge. "Dies wird von fast allen
Völkerrechtlern abgelehnt, denn das wäre ein Einfallstor zur
einseitigen Gewaltanwendung", sagt Paulus. Im Völkerrecht ist
es wie im Strafrecht: "Ein Recht auf Rache gibt es nicht", sagt
der Jura-Professor Jochen Frowein.
Auch der Verweis auf die im Nato-Vertrag festgelegte
Bewegungsfreiheit der Truppen in den Ländern der Allianz ist
fragwürdig. Zwar bietet Artikel 24 Grundgesetz die
Möglichkeit, sich in ein "System kollektiver Sicherheit
einzuordnen", worunter nach der Rechtsprechung des
Bundesverfassungsgerichts nicht nur die Uno, sondern auch
die Nato fällt. Allerdings: "Auch die Nato ist an das
völkerrechtliche Gewaltverbot gebunden", so Paulus. Gewalt
ist nur als Selbstverteidigung zulässig. Da der Irak die USA
nicht angegriffen hat, liegt ein solcher Fall nicht vor. (Quelle: blz 11.12.02 )
Irak-Krise: Britische Regierung wegen Kriegskurs vor Zerreißprobe
Mo.10.03.03, 12:45 - Die britische Entwicklungshilfeministerin Clare Short hat mit
ihrem Rücktritt gedroht, sollte sich ihr Land an einem Irak-Krieg ohne UNO-Mandat
beteiligen.
"Ich werde einen Bruch des internationalen Rechts oder die Untergrabung der UNO
nicht unterstützen, sondern die Regierung verlassen", sagte Short am Sonntag dem
Rundfunksender BBC. Ihre Ankündigung verstärkte den Druck, dem sich
Premierminister Tony Blair in seiner Labour-Partei ausgesetzt sieht. Zudem lehnt
die Mehrheit der Briten einen Irak-Krieg ohne UNO-Mandat ab. Einer Umfrage
zufolge unterstützten nur 15 Prozent einen Militärschlag ohne eine entsprechende
UNO-Resolution, wie ihn sich die USA und Großbritannien vorbehalten haben.
Short warf Blair vor, er mache einen großen Fehler, sowohl in politischer,
diplomatischer als auch persönlicher Hinsicht. Die gegenwärtige Situation sei
äußerst gefährlich für die Welt, die UNO und die britische Regierung, sagte Short.
Aus Protest gegen die Irak-Politik Blairs ist ein Regierungsberater bereits zurückgetreten,
weitere haben mit ihrem Rücktritt gedroht. Außerdem würden sich einem Bericht
der "Sunday Times" zufolge rund die Hälfte der 412 Labour-Abgeordneten offen
gegen Blair stellen, sollte dieser ohne eine zweite Irak-Resolution an der Seite
der USA Krieg führen.
Angesichts des Widerstandes in der britischen Öffentlichkeit und
des Drucks innerhalb der eigenen Reihen hatte vor allem die britische Regierung
zu einer zweiten Irak-Resolution im UN-Sicherheitsrat gedrängt, die einen Krieg gegen Irak
billigen würde. Der Resolutionsentwurf, wonach Irak nach Ablauf einer Frist seine letzte Chance zur
Abrüstung versäumt hätte, könnte bereits am Dienstag in New York zur
Abstimmung gebracht werden. US-Außenminister Colin Powell hatte erklärt, sein
Land gehe vor allem aus Rücksicht auf Blair den Weg über die zweite Resolution.
Notfalls würden die USA allerdings auch ohne ausdrückliches UN-Mandat den Krieg
führen.
Blair warb am Wochenende bei mehreren Staats-
und Regierungschefs um Unterstützung für seine Position. Der chinesische
Präsident Jiang Zemin bekräftigte aber in einem Telefonat mit Blair, dass seiner
Ansicht nach die Irak-Krise politisch gelöst werden könne. Frankreich, das wie
China ein Veto-Recht im Sicherheitsrat besitzt, hat mit einer Blockade der von den
USA und Großbritannien vorgeschlagenen Resolution gedroht. (Quellen: rtr, afp)
Bagdads Börse in «Bombenstimmung»
Die irakische Wirtschaft setzt auf einen schnell vorübergehenden Krieg, der die
Sanktionen und das die Wirtschaft erdrückende Regime Saddam Hussein beseitigt.
Die Börse in Bagdad boomt; seit Anfang des Jahres hat der Index um rund 50 Prozent
zugelegt. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in anderen Wirtschaftszweigen sichtbar.
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Kriegsvorbereitungen laufen auf Hochtouren
Mo.10.03.03, 12:45 - Die USA und die Türkei haben ihre Vorbereitungen zum Aufbau einer
irakischen Nordfront verstärkt. Die türkische Armee verlegte Panzer in den Nordirak.
Das US-Militär setzte die Entladung von Kriegsmaterial in türkischen Häfen fort.
Offiziell geschieht das zum Zweck des vom Parlament genehmigten Ausbaus
türkischer Häfen und Stützpunkte, wie der türkische Generalstab bekräftigte. Im
Parlament regt sich jedoch Widerstand. Ihm stünden "die Haare zu Berge", zitieren
türkische Zeitungen den Parlamentspräsidenten Bülent Arinc.
Die amerikanischen Streitkräfte haben in
der Türkei nahe der irakischen Grenze mit dem Aufbau
eines neuen Stützpunktes begonnen. Die Anlage soll als
logistische Basis für 62.000 US-Soldaten dienen, falls das
türkische Parlament doch noch einer Stationierung
zustimmt. Der Stützpunkt, den die Türkei vor zwei
Monaten genehmigt hatte, liegt etwa 160 Kilometer von
der Grenze entfernt.
Etwa 30 Lastwagen mit Geländefahrzeugen und Ausrüstungsgegenständen
verließen am Sonntag den türkischen Hafen Iskenderun und sollten 15 Stunden
später den Stützpunkt erreichen. An der Operation sind 3.500 Soldaten beteiligt.
Ein ziviler Flughafen befindet sich wenige Kilometer von dem neuen Stützpunkt
entfernt, direkt davor verläuft die Hauptstraße zur irakischen Grenze.
Das türkische Parlament hatte in der vergangenen Woche den Wunsch nach einer
Stationierung von rund 62.000 US-Soldaten im Land abgewiesen. Die Regierung
deutete an, sie könne die Vorlage erneut zur Abstimmung vorlegen. Ein Datum
wurde nicht genannt. (Quellen: dpa, ap)
AKP-Chef Erdogan am Ziel: Weg an türkische Regierungsspitze frei
Mo.10.03.03, 12:45 -Der Vorsitzende der türkischen Regierungspartei AKP, Recep Tayyip
Erdogan, ist am Sonntag zum Abgeordneten gewählt worden und kann damit
Ministerpräsident werden. Bei der Nachwahl in der südosttürkischen Provinz Siirt kam
Erdogans Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) nach dem vorläufigen Ergebnis
auf 84,7 Prozent der Stimmen und holte damit alle drei Mandate - zwei mehr als bei der
Parlamentswahl im November 2002.
In der 550 Sitze zählenden Nationalversammlung verfügt die AKP nunmehr über 365
Abgeordnete. Mit der Wahl Erdogans zeichnet sich in der Türkei vor dem
Hintergrund eines drohenden Krieges im Irak eine Neubildung der Regierung ab.
"Tayyip Ministerpräsident!" skandierten Erdogans Anhänger am Abend in Siirt, als
sich der 49-Jährige in einer aus Ankara übertragenen Dankesrede an die Wähler
wandte. Das Wahlergebnis klinge "wie ein Gedicht" in seinen Ohren, sagte
Erdogan in Anspielung auf Verse, die er vor fünf Jahren in Siirt zitiert und die ihm
damals eine zehnmonatige Haftstrafe wegen religiöser Volksverhetzung eingebracht
hatten. Bei der Parlamentswahl im vergangenen November hatte Erdogan seine
AKP an die Macht geführt. Er selbst hatte wegen dieser Vorstrafe nicht kandidieren
dürfen. Mit Verfassungs- und Gesetzesänderungen ebnete die AKP-Regierung
ihrem Vorsitzenden den Weg in öffentliche Ämter.
Beobachter rechnen damit, dass Ministerpräsident Abdullah Gül noch in dieser Woche seinen Rücktritt einreicht und
Erdogan dann eine neue Regierung bildet. Das dringlichste Problem, das sich Erdogan stellt, ist die Frage der
Stationierung von US-Truppen für eine Nordfront gegen den Irak. Nachdem das türkische Parlament vor acht Tagen
dem bereits vom Kabinett gebilligten US-Aufmarsch seine Zustimmung verweigert hatte, wird angenommen, dass sich
Erdogan für eine erneute Abstimmung im Parlament einsetzen wird. Nach türkischen Medienberichten dürfte er eine
Regierungsumbildung dazu nutzen, Kabinettsmitglieder, die sich gegen die US-Stationierung gewandt hatten, zu
ersetzen.
Die türkische Militärführung hatte sich in der vergangenen Woche nachdrücklich für eine Unterstützung der USA
eingesetzt, um die bei einem Krieg zu befürchtenden ökonomischen Verluste zu begrenzen und die nationalen
Interessen im Nordirak durchzusetzen. Die Türkei will vor allem die Schaffung eines Kurdenstaates an seiner
Südostgrenze verhindern. Die USA haben der Türkei bei einer Stationierung milliarden-schwere Finanzhilfen für ihre
zerrüttete Wirtschaft in Aussicht gestellt.
An der Wahl in Siirt nahmen neben der AKP nur noch die oppositionellen Sozialdemokraten (knapp 14 Prozent) und
zwei linke Splitterparteien teil. Die Wahlbeteiligung lag bei 62 Prozent. Knapp 120 000 Wähler waren zur
Stimmabgabe aufgerufen. Die pro-kurdische HADEP, die bei der Parlamentswahl vor vier Monaten die meisten
Stimmen erhalten hatte, trat nicht an. Sie war im November landesweit an der Zehn-Prozent-Hürde gescheitert.
(Quelle: dpa)
Powell und Rice sprechen von gefährlichem Atomwaffenprogramm Irans
Mo.10.03.03, 12:45 - Iran verfolgt nach Angaben der US-Regierung ein sehr gefährlicheres
Atomwaffenprogramm als bisher angenommen. Das sagte US-Außenminister Colin
Powell dem Nachrichtensender CNN am Sonntag als Reaktion auf Presseberichte,
wonach Teheran gegen den Atomwaffensperrvertrag verstößt. Laut Powell zeigt
dies, wie ein zum Bau einer Atombombe entschlossenes Land den Prozess zur
Entwicklung einer solchen Waffe vor Inspekteuren verbergen könne. Die Beraterin
von US-Präsident George W. Bush für die nationale Sicherheit, Condoleezza Rice,
sagte dem Fernsehsender ABC, dass Iran versucht habe, Atomwaffen zu erwerben
und Uran anzureichern, sei für die US-Regierung überhaupt keine Überraschung.
Washington habe seit langem davor gewarnt, "dass die Iraner ein Problem sind".
(Quelle: afp)
Mit Badr-Brigaden versucht Iran, Einfluß auf eventuellen Irak-Krieg zu nehmen
Mo.10.03.03- Im Nordirak hat sich nun auch der Iran mit Hilfe der
Badr-Brigaden in das komplexe Geflecht unterschiedlicher
Interessen eingemischt, das unmittelbar vor dem US-Krieg
gegen Irak zwischen den USA, der Türkei, den großen
Kurdenparteien KDP und PUK und nicht zuletzt der
turkmenischen Minderheit in der ölreichen Kurdenregion
existiert. (Quelle: jw) Mehr unter:
Hunderttausende demonstrieren gegen Irak-Krieg
Mo.10.03.03, 12:45 - Weltweit haben am Wochenende Hunderttausende gegen
einen Irak-Krieg und den Kurs der USA demonstriert. Bei einer
Massenkundgebung in Pakistan riefen die Organisatoren
zum Heiligen Krieg auf. In den USA und Großbritannien
gingen jeweils tausende Demonstranten gegen die von
ihren Regierungen angedrohte Militäroffensive auf die
Straße, in Italien protestierten mehrere zehntausend vor
einem Stützpunkt der US-Streitkräfte. Auch in Indonesien,
in Japan und in Libanon fanden Großkundgebungen statt.
Hunderttausende Pakistaner strömten am Sonntag unter strengen
Sicherheitsmaßnahmen in die Stadt Rawalpindi bei Islamabad, um an einem
Protestzug teilzunehmen. Über Lautsprecher wurden die Teilnehmer zum Dschihad,
zum Heiligen Krieg, aufgerufen.
Organisationen der US-Friedensbewegung kündigten im Falle eines Militärschlags
ihrer Regierung Aktionen des zivilen Ungehorsams an. "Wenn es Krieg gibt, wird es
zivilen Ungehorsam geben", sagte ein Koordinator des American Friends Service
Committees der pazifistischen Quäker-Kirche. Es seien Sitzstreiks vor
Bundesgebäuden, Rekrutierungsbüros, Kasernen und ähnlichen Einrichtungen
geplant. Gedacht sei ferner an Streiks in Schulen sowie an Arbeitsniederlegungen.
In Washington nahmen am Samstag nach Angaben der Polizei rund 10.000
Menschen an einer Kundgebung teil, die im Zusammenhang mit dem Weltfrauentag
stattfand. In Los Angeles versammelten sich rund 600 Demonstranten vor einem
Bundesgebäude.
In der nordenglischen Industriestadt Manchester kamen 10.000 Demonstranten
zusammen. Ein Redner der Stoppt-den-Krieg-Koalition drohte, eine Beteiligung
Großbritanniens an einem Angriff auf Irak werde zum Sturz von Premierminister
Tony Blair führen. In Tokio gingen am Samstag tausende Kriegsgegner auf die
Straße, nachdem die japanische Regierung ihre Unterstützung für die neue
Resolution der USA, Großbritanniens und Spaniens zum Ausdruck gebracht hatte.
Darin wird Irak eine letzte Abrüstungsfrist bis zum 17. März gestellt.
In Indonesien versammelten sich am Sonntag mehr als 100.000 Menschen auf
einem Feld bei der Stadt Surabaya, wo Geistliche aus dem Koran vorlasen und
Lieder für den Weltfrieden anstimmten. Im Gegensatz zu früheren Kundgebungen blieben antiamerikanische Parolen
und Transparente aus. In der Hauptstadt Jakarta zogen 7.000 Menschen im Gefolge des muslimischen Predigers
Abdullah Gymnastiar zur US-Botschaft, um ein Protestschreiben gegen einen Krieg zu überreichen.
Die 50.000 Teilnehmer der Jahreskonferenz der Organisation muslimischer Geistlicher und Gelehrter in Indien, Jamiat
Ulama-i-Hind, protestierten ebenfalls gegen einen Irak-Krieg. In Libanon versammelten sich rund 4.000 Menschen zu
einem Protestzug von der Hauptstadt Beirut nach Damaskus im benachbarten Syrien. Der von mehreren politischen
Parteien organisierte Friedensmarsch unter dem Motto "Würde und Treue" sollte Unterstützung für die politische
Führung der beiden Länder signalisieren, die sich in der Irak-Frage gegen die Politik der USA ausgesprochen haben.
(Quelle: ap)
Kongos Ölkrieg eskaliert
Mo.10.03.03 - Hunderte Tote und Plünderungen bei Einnahme des
kongolesischen Bunia durch Ugandas Armee. Jetzt droht
Krieg mit Ruanda, das Bunias Herrscher bislang stützte. Mehr unter:
Im Kongo fließt das Blut für Öl
Mehr zum Thema unter:
Nordkorea testet erneut Rakete über dem Japanischen Meer
Mo.10.03.03, 16:00 - Zwei Wochen nach dem letzten Raketentest hat Nordkorea am
Montag nach südkoreanischen Angaben wieder eine Rakete ins Japanische Meer
gefeuert. Wie das Verteidigungsministeriums in Seoul mitteilte, handelte es sich
vermutlich erneut um eine Schiffszielrakete, die getestet werden sollte. Das
Geschoss sei etwa 110 Kilometer weit geflogen und im Meer zwischen der
koreanischen Halbinsel und Japan niedergegangen.
Nordkorea hatte bereits am 24. Februar, einen Tag vor dem Amtsantritt des neuen
südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun, eine Kurzstreckenrakete vor seiner
Ostküste getestet. Dabei hatte es sich nach südkoreanischen Angaben um einen
Marschflugkörper gehandelt, der gegen Schiffe eingesetzt werden kann.
Der jüngste Raketentest wurde von Südkorea und den USA erwartet. Nordkorea
hatte danach seit Tagen die Bewegung von Schiffen vor der Ostküste kontrolliert und
bestimmte Abschnitte im Japanischen Meer (Ostmeer) für den Schiffsverkehr
gesperrt. Aus dem US- Verteidigungsministerium hatte es geheißen, das US-Militär
sei nicht besonders besorgt. Auch auf den vorigen Test hatten die USA gelassen
reagiert. Die Raketentests erfolgten inmitten wachsender Spannungen wegen des
umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms. (Quelle: dpa)
Malteser stimmen EU-Beitritt knapp zu
Mo.10.03.03, 16:00 - Mit knapper Mehrheit haben die Malteser dem EU- Beitritt ihres Landes
zugestimmt. Nach amtlichen Ergebnissen vom Sonntag entschieden sich bei dem Urnengang
am Samstag 53,6 Prozent der Wahlberechtigten für die EU-Mitgliedschaft. 46,4 Prozent
stimmten dagegen. Angesichts des knappen Ergebnisses wurde in der Hauptstadt Valletta mit
vorgezogenen Parlamentswahlen gerechnet.
Diese könnten am 12. April stattfinden, vier Tage vor der geplanten Unterzeichnung
der Beitrittsverträge mit der EU, hieß es. Ministerpräsident Eddie Fenech Adami
kündigte am Sonntagabend eine Kabinettssitzung für Montag an. Dabei könnten
bereits die Neuwahlen beschlossen werden, verlautete aus informierten Kreisen.
Tausende von Menschen feierten in den Straßen mit maltesischen und
europäischen Fahnen den Sieg der Beitrittsbefürworter. Als erstes von insgesamt
zehn Beitrittsländern hatte Malta das erforderliche Referendum angesetzt. Die weiteren Länder sind Polen,
Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Lettland, Estland, Litauen und Zypern. Die nächste
EU-Volksabstimmung steht am 23. März in Slowenien auf dem Programm. Als Termin für die Erweiterung der EU auf
25 Mitglieder ist der 1. Mai 2004 vorgesehen. Auch die Parlamente der derzeitigen Eu- Mitglieder müssen der
Aufnahme der neuen Mitglieder noch formell zustimmen.
Knapp 300 000 Malteser waren wahlberechtigt. 91 Prozent von ihnen gaben ihre Stimme ab. Letztlich war die Zahl der
Befürworter um 19 295 größer als jene der Gegner. Die Auszählung gestaltete sich langwierig, weil nach Wahlschluss
am Samstagabend zunächst alle Stimmzettel zur Auszählung in die Wahlzentrale nach Valletta gebracht werden
mussten. Malta besteht aus zwei größeren und einer kleinen Insel. Mit nur rund 315 Quadratkilometern wird das vor
allem vom Tourismus lebende Land Luxemburg als kleinsten EU-Staat ablösen. EU- Kommissionspräsident Romano
Prodi hat die Entscheidung der Malteser begrüßt und ihnen Ängste vor Überstimmung mit den Worten zu nehmen
versucht, die EU sei "eine Union von Minderheiten, in der kein Land eine Mehrheit hat".
Die nationalistische Regierung von Ministerpräsident Fenech Adami hatte im Wahlkampf den Beitritt als unabdingbar
für die Zukunft des Landes im Zeitalter der Globalisierung bezeichnet. Die sozialistische Opposition warnte hingegen
vor dem Verlust der Neutralität des Landes und vor verstärktem Zustrom ausländischer Arbeitnehmer. (Quelle: dpa)
Die EU hatte Malta bei den Beitrittsverhandlungen zahlreiche Zugeständnisse gemacht. So muss das geltende
Abtreibungsverbot nicht geändert werden. Zudem wurden zahlreiche Übergangsbestimmungen festgelegt. Bürger
anderer EU-Staaten müssen etwa in den ersten sieben Jahren der EU-Mitgliedschaft um Bewilligung ersuchen, um
sich auf Malta niederlassen zu können.
Deutschland
Defizit der Pflegeversicherung auf Rekordhöhe von 400 Mio Euro
Mo.10.03.03, 16:00 - Die Pflegeversicherung hat nach Angaben des
Bundesversicherungsamtes einen Verlust von 400 Millionen Euro und damit das
größte Defizit seit ihrer Gründung im Jahr 1995 erwirtschaftet. Allerdings weist die
Versicherung noch Rücklagen von knapp fünf Milliarden Euro aus.
"Die Ausgaben sind 2002 um 501 Millionen Euro gestiegen, die Beitragseinnahmen
aber um 90 Millionen Euro gesunken", sagte der Präsident des
Bundesversicherungsamtes, Rainer Daubenbüchel, der "Financial Times
Deutschland" (Montagausgabe). Das daraus resultierende Defizit von 400 Millionen
Euro sei die bisher höchste Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Da der
Bund aber ein Darlehen zurückgezahlt und den Verlust damit ausgeglichen habe,
seien die Rücklagen leicht auf 4,86 Milliarden Euro gestiegen.
Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte jüngst Forderungen
zurückgewiesen, die Pflegeversicherung abzuschaffen. In einem Papier aus der
Rürup-Kommission zur Reform der Sozialversicherungssysteme hatte es davor
geheißen, die Pflegeversicherung solle durch Privatvorsorge beziehungsweise
staatliche Beihilfe ersetzt werden. Die 1995 eingeführte Pflegeversicherung wird zur
Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert. Derzeit sucht die Regierung
nach Möglichkeiten, die Lohnnebenkosten zu senken. Der Beitragssatz liegt derzeit
bei 1,7 Prozent. Experten befürchten, dass in wenigen Jahren die Rücklagen
abgeschmolzen und die Beiträge erhöht werden müssen. (Quelle: rtr)
Justizministerin Zypries für neue Urheberrechts-Abgabe
Mo.10.03.03, 16:00 -Zur Unterstützung junger Künstler erwägt Bundesjustizministerin
Brigitte Zypries (SPD), eine Abgabe auf bislang frei vervielfältigbare Werke
einzuführen. Damit kämen auf Verlage, Filmproduzenten und Musiklabels neue
Kosten zu. Die Ministerin sagte dem "Handelsblatt" (Montagausgabe): "Ich hege
Sympathie für den Gedanken, dass sich die Kunst noch stärker aus sich selbst
heraus finanziert." Mit den Einnahmen aus der Abgabe könnten junge und
bedürftige Künstler subventioniert werden.
Bisher werden geschützte Werke 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers für die
Allgemeinheit frei verfügbar. Dem Zeitungsbericht zufolge will Zypries das Verwerten
solcher Werke an eine Abgabe von noch unbekannter Höhe knüpfen. Die Ministerin
hält die Argumente für diesen so genannten "Goethe-Groschen" für "verlockend".
Sie sagte: "Insbesondere wenn man sich überlegt, wie viele Musik- oder
Theaterstücke aufgeführt werden, weil eben keine Urheberabgaben darauf entfallen,
sieht man: Da käme einiges zusammen."
Lobenswert sei auch das Ziel, die zeitgenössische Kunst zu fördern - nach dem Motto "Alte Meister unterstützen
junge Künstler". Die Abgabe wird seit langem vor allem von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gefordert. Zypries
verwies allerdings auf erhebliche verfassungs- und europarechtliche Bedenken. "Die Schutzrechtsdauer ist
EU-rechtlich nicht verlängerbar, und für die Kultur hat der Bund keine Regelungskompetenz", erklärte die Ministerin.
Abgaberechtlich seien die Möglichkeiten durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ebenfalls sehr
eng. (Quelle: ap)
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