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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Fr.21.03.03, 12:45 Zweiter Kriegstag in Irak
Fr.21.03.03 - Mit dem Einmarsch alliierter Elitesoldaten in den Süden Iraks ist der
Golfkrieg in den zweiten Tag gegangen. Inzwischen scheinen die Angriffe auch die
ölreiche Region rund um die Stadt Mosul im Norden zum Ziel zu haben. Von dort
wurden am Freitag in den frühen Morgenstunden mehrere schwere Explosionen
gemeldet. In der Hauptstadt Bagdad blieb die Nacht jedoch ruhig.
In Kalak, rund 50 Kilometer östlich von Mosul, gab es am Morgen mindestens zwei
Explosionen. Die Stadt liegt an der Grenze zwischen dem kurdischen und dem von
Bagdad kontrollierten Gebiet.
Beim Absturz eines US-Hubschraubers in Kuwait sind alle 16 amerikanischen und
britischen Soldaten an Bord getötet worden, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Bei
den Toten handele es sich um zwölf Briten und vier Amerikaner. Der abgestürzte
Hubschrauber sei ein CH-46 Sea Knight der US-Marine. Ob der
Transporthubschrauber abgeschossen wurde oder aus einem anderen Grund
abstürzte, sei zunächst nicht bekannt, hiess es weiter. Nach derzeitigem
Erkenntnisstand handelt es sich um die ersten alliierten Toten seit Kriegsbeginn in
der Nacht zum Donnerstag.
Die USA stehen nach Angaben von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über
verschiedene Kanäle in Kontakt mit der irakischen Militärführung. Ziel sei die
Herbeiführung eines Putsches gegen Staatschef Saddam Hussein oder die
Kapitulation. Rumsfeld erklärte, es sei immer noch möglich, das Regime in Bagdad
auch ohne einen massiven US-Angriff zu stürzen. Auch die Republikanische Garde,
die Elitetruppe Saddam Husseins, sei in den Kontakten eingeschlossen, fügte er
hinzu.
Der US-Geheimdienst ist nach eigenen Angaben der Ansicht, dass der irakische
Staatschef Saddam Hussein und möglicherweise zwei seiner Söhne sich in dem
am Donnerstag bombardierten Gebäudekomplex in Bagdad aufgehalten haben. Man sei aber noch nicht zu einem
abschliessenden Ergebnis gekommen, ob Saddam Hussein oder seine Söhne bei dem Angriff verletzt oder getötet
wurden.
Offenbar sei nach dem Angriff eine medizinische Behandlung angefordert worden, sagte ein Geheimdienstmitarbeiter,
der anonym bleiben wollte. Es gebe jedenfalls keine Hinweise darauf, dass Saddam Hussein oder sonst jemand nach
dem Angriff das Oberkommando über die Sicherheits- oder Militäroperationen innehabe.
Im Pentagon hiess es, die ersten alliierten Bodenoperationen sollten "das Schlachtfeld vorbereiten" und die
Grundlage für weitere Aktionen bilden. Sie sollten damit auch in eine bessere Position gesetzt werden, die Ölfelder
rund um die südirakische Stadt Basra zu beschützen. Dort wurden nach amerikanischen Angaben einige Ölquellen
von Irakern in Brand gesetzt.
Amerikanische und britische Einheiten stiessen am Donnerstagabend gegen 21.00 Uhr von Kuwait aus nach Irak vor.
Die amerikanischen Soldaten der 1. Marinedivision trafen dabei auf vereinzelten Widerstand. Nach dem Bericht eines
Reporters der Londoner "Times" griffen mehrere hundert britische Soldaten eine irakische Stellung an der Golfküste
an.
Der arabische TV-Sender El Dschasira berichtete unter Berufung auf einen britischen Militärsprecher in Katar, die
alliierten Truppen hätten die südirakische Halbinsel Fao eingenommen. Über mögliche Opfer gab es zunächst keine
Angaben.
Irakische Truppen haben nach britischen Angaben immer noch die Kontrolle über die südirakische Hafenstadt Umm
Kasr. Es werde aber erwartet, dass die Stadt an der Grenze zu Kuwait noch im Tagesverlauf erobert werde, sagte ein
britischer Militärsprecher am Freitagmorgen. Zuvor hatten kuwaitische Medien bereits die Einnahme der südirakischen
Stadt durch amerikanische und britische Soldaten gemeldet. Das irakische Fernsehen jedoch hatte die Meldung
dementiert.
Der Krieg unter der Code-Bezeichnung "Operation irakische Freiheit" hatte am Donnerstag um 3.33 Uhr MEZ mit
einem ersten gezielten Schlag gegen Saddam Hussein begonnen. Nur 90 Minuten nach Ablauf des amerikanischen
Ultimatums an den irakischen Machthaber feuerten US-Streitkräfte Marschflugkörper und Präzisionsbomben auf
dessen vermuteten Aufenthaltsort in Bagdad.
Mit ihrem Militärschlag gegen Irak setzen die USA erstmals ihre neue Strategie des Präventivschlages gegen Länder
um, die ihrer Einschätzung nach eine Bedrohung für sie darstellen. Irak bestreitet, Massenvernichtungswaffen zu
besitzen, und warf den USA in einer Erklärung an die Vereinten Nationen (UNO) vor, sich wie ein terroristischer Staat
zu verhalten. Die USA beriefen sich in ihrer Stellungnahme zu den Kriegshandlungen an die UNO darauf, dass Irak
nicht nur die Abrüstungsauflagen der Resolution 1441 nicht erfüllt habe, sondern auch die
Waffenstillstandsbedingungen des Golfkrieges 1991 gebrochen habe. 1991 hatten die USA und ihre Verbündeten eine
irakische Invasion aus Kuwait zurückgeschlagen.
Der Beginn des Krieges löste in aller Welt Betroffenheit, Wut, Entsetzen und in vielen Ländern Kritik aus. In zahlreichen Städten im In-
und Ausland gab es erste große Protestkundgebungen. Weltweit gingen schätzungweise 1 Million Menschen auf die Straßen.
In Deutschland demonstrierten rund 200 000 Menschen gegen den Krieg. Auch in Paris, London, Barcelona, Mailand, Athen, Kairo, Sydney und San Francisco gab es
Großdemonstrationen.
Die Europäische Union verpflichtete sich zu massiven Hilfeleistungen für die vom Krieg betroffene Bevölkerung des
Irak. Eine entsprechende Erklärung veröffentlichten die Staats- und Regierungschefs der 15 Länder am
Donnerstagabend bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel.
(Quellen: ap, dpa, rtr)
Eine Million Menschen protestieren gegen den Krieg
Do.22.03.03 - 23:13 - Rund eine Million Menschen in der ganzen Welt sind aus
Wut und Empörung über den Irak-Krieg auf die Straße
gegangen. Allein in Deutschland machten bei zahlreichen
Kundgebungen mindestens 250.000 Menschen ihrem
Ärger Luft. Auch in der griechischen Hauptstadt Athen
gingen mehr als 150.000 Menschen auf die Straße, nach
Angaben der Veranstalter waren es sogar rund 200.000
Teilnehmer. In Italien zogen Hunderttausende durch alle großen Städte.
Vor der US-Botschaft in Brüssel zogen rund 3000 Menschen mit "Nein zum
Krieg"-Schildern auf. In Paris gingen etwa 80.000 Demonstranten auf die Straße, in
London waren es rund 5000. In der Schweiz demonstrierten mehr als 15.000
Menschen gegen den Krieg, in Wien waren es bis zu 8000 Teilnehmer.
Allein bei Schülerkundgebungen in Deutschland kamen nach Angaben der
Kampagne "Jugend gegen Krieg" am Vormittag 150.000 Menschen zusammen. Vor
der weiträumig abgesperrten US-Botschaft stimmten die Teilnehmer Protestrufe
gegen die USA an. Am Abend versammelten sich in Berlin nach Polizeiangaben
erneut rund 70.000 Menschen rund um den Alexanderplatz.
Vor dem Hauptquartier der US-Bodentruppen in Europa
beteiligten sich am Abend in Heidelberg rund 5000 Menschen.
Nach Polizeiangaben verlief die Kundgebung zunächst friedlich.
Bereits am Vormittag hatten 300 Schüler dort eine
Sitzblockade gemacht, bis sie schließlich weggetragen
wurden. Am Abend folgten zudem zehntausende Menschen in
ganz Deutschland dem Aufruf von Friedensbündnissen,
Gewerkschaften und Kirchen zum friedlichen Protest und
Gebet. In zahlreichen Kirchengemeinden läuteten um 17.00 Uhr
die Glocken.
In den australischen Metropolen Sydney und Melbourne blockierten kurz nach Beginn der US-Angriffe Zehntausende
spontan die Innenstädte. In San Francisco nahm die Polizei hunderte Demonstranten fest.
In Kairo setzten sich rund tausend Menschen gegen ein Notstandsgesetz hinweg und versammelten sich zu einer
Kundgebung. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei wurden etwa hundert Menschen leicht verletzt, die Hälfte von
ihnen Polizisten. Bis zum Abend wuchs die Menge auf rund 10.000 Teilnehmer an
(Quelle: afp)
Die Proteste gegen Krieg dauern an
Fr.21.03.03 - 08:39 - Der Golfkrieg wird auch am zweiten Tag international und in den USA
von Protesten begleitet. In Tokio demonstrierten nach Angaben der Polizei rund
8.000 Menschen "für Weltfrieden und gegen Krieg". In Srinagar im indischen Unionsland
Jammu Kaschmir riefen Demonstrantinnen: "Tötet nicht irakische Kinder! Sie töten nicht eure!"
Die indische Polizei ging mit Tränengas gegen rund 50 Demonstranten vor. Vor dem Oberkommando der
amerikanischen Streitkräfte in Europa (EUCOM) in Stuttgart 0demonstrierten am
Freitagmorgen 50 Demonstranten mit einer Sitzblockade.
Auch in den USA demonstrierten mehrere tausend Menschen gegen den Krieg ihres
Landes gegen Irak demonstriert. Eine der größten Protestkundgebungen gab es am
Donnerstag in San Francisco. Dort blockierten Demonstranten Teile der Innenstadt
und einige Ausfahrten der Oakland-Bay-Bridge. Schwerbewaffnete Polizeibeamte
nahmen über 1.000 Menschen fest. Protestkundgebungen mit mehreren hundert
Teilnehmern wurden auch aus Pittsburgh, New York und Washington gemeldet.
Die Kundgebung in Tokio fand wenige Stunden statt, nachdem sich US-Präsident George W. Bush beim japanischen
Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi für die Teilnahme in der von ihn so bezeichneten "Koalition der Willigen"
bedankt hatte. Der Krieg ist in Japan unpopulär.
In Indien wurden am Freitag weitere Demonstrationen gegen den Krieg in mehreren Städten vorbereitet. Die Regierung
in Neu-Delhi hat den Angriff der USA und ihrer Verbündeten als nicht gerechtfertigt kritisiert. (Quelle: ap)
Aktionstermine der Friedensbewegung unter:
Link-Auswahl zum Thema Irak-Konflikt:
Berichte über die weltweiten Anti-Kriegs-Proteste
«Der Protest braucht einen langen Atem»
Bush nach erstem Kriegstag zuversichtlich
Fr.21.03.03 - US-Präsident George W. Bush hat sich am Donnerstagabend
ungeachtet weltweiter Proteste zuversichtlich über den Kriegsverlauf geäußert. "Wir
sind davon überzeugt, unsere Ziele zu erreichen", sagte Bush bei seinem ersten
Auftritt nach dem Angriffsbefehl. Die Explosionen in Bagdad und Artilleriefeuer auf
irakische Soldaten nannten Kabinettsmitglieder "ein Vorspiel für einen massiven
Angriff auf Irak", der jederzeit fällig sein könnte.
Bush sprach auf einer Kabinettssitzung in Washington. Über erste Ergebnisse des
Krieges gab er keine Informationen. Hinter den Kulissen zeigten sich
Regierungsmitarbeiter optimistisch über erste Berichte vom Kriegsschauplatz.
Möglicherweise seien ranghohe Politiker gefasst oder getötet worden, womöglich
gar der irakische Staatschef Saddam Hussein, hieß es. (Quelle: ap)
Bushs Krieg
George W. Bushs Auseinandersetzung mit Saddam
Hussein trägt für viele Kritiker die Züge einer privaten Abrechnung mit dem
Machthaber in Bagdad. Bushs Beharren auf einem Regimewechsel in Irak erweckt
den Eindruck, als wolle er das vollenden, was sein Vater im Golfkrieg 1991 nicht zu
Ende geführt hat: den Sturz Saddam Husseins.
Literaturnobelpreisträger Günter Grass verglich Bush in diesem Zusammenhang mit
einer Gestalt «in Shakespeares Historiendramen, deren einziger Ehrgeiz es ist, vor
den Vater, den alten sterbenden König zu treten und zu sagen: 'Siehe, ich habe
deine Aufgabe vollbracht.'» Es gibt aber auch noch ein anderes Ereignis, das
Anlass böte für einen persönlichen Rachefeldzug des US-Präsidenten gegen
Saddam Hussein. Während eines Besuchs in Kuwait 1993 entging George Bush
senior nur knapp einem Mordanschlag, als dessen Urheber der irakische
Geheimdienst gilt.
Bush selbst weist persönliche Motive für das militärische Vorgehen weit von sich. Er
habe nicht einmal persönliche Wut wegen des versuchten Bombenschlags auf
seinen Vater. «Die Tatsache, dass er meinen Vater umbringen wollte, zeigt nur den
Charakter dieses Mannes, er ist einfach kaltblütig», sagte Bush vor kurzem. «Die
Entscheidung, die ich getroffen habe, um Saddam Hussein zu entwaffnen, beruht
auf der Sicherheit des amerikanischen Volkes.»
In weiten Teilen der Welt wird jedoch Bush für den Krieg gegen Irak verantwortlich gemacht. So sieht es auch der
Meinungsforscher Andrew Kohut vom amerikanischen Pew Research Center: «Was auch immer passiert, dieser Krieg
ist mit dem Namen Bushs verbunden.» Ohnehin neigt Bush dazu, Dinge persönlich zu nehmen und seine Feinde zu
dämonisieren. Besonders deutlich wird dies bei Osama bin Laden, dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il und
natürlich bei Saddam Hussein. Die Einordnung Iraks, Irans und Nordkoreas auf einer «Achse des Bösen» zeigt
ebenfalls Bushs Hang zu einem einfachen Freund-Feind-Denken.
Mit seiner kompromisslosen Irak-Politik hat Bush international das an Ansehen wieder verspielt, was er nach den
Terrorangriffen vom 11. September 2001 gewonnen hatte. Auch Kritiker räumten damals ein, dass Bush junior trotz
aller scharfer Rhetorik besonnen reagiert habe. Bundeskanzler Gerhard Schröder sicherte den Vereinigten Staaten im
Kampf gegen den Terrorismus die «uneingeschränkte Solidarität» Deutschlands zu.
Den Kampf gegen den internationalen Terrorismus rückte Bush schon gleich nach den Anschlägen auf das New
Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington in den Mittelpunkt seiner Politik. Es handle sich um
«einen Kampf zwischen Gut und Böse», erklärte der Präsident und sieht sich dabei in der Rolle des Verteidigers der
freien Welt. Ähnlich wie sein Vater ein Jahrzehnt zuvor im Golfkrieg schmiedete Bush eine internationale Allianz
gegen den Terror, die im Krieg in Afghanistan ihre erste Bewährungsprobe erfuhr.
Beim Krieg gegen Irak versagen die meisten Alliierten Bush jedoch die Gefolgschaft. Bush seinerseits hat immer
wieder deutlich gemacht, dass er notfalls auch ohne Zustimmung der Staatengemeinschaft handeln werde, an der
Spitze einer «Koalition der Willigen», wie er es ausdrückte. Seine einseitig an amerikanischen Machtinteressen
ausgerichtete Politik stößt aber auch in den USA auf Kritik. So schrieb der ehemalige US-Präsident und letztjährige
Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter Anfang März in einem Beitrag für die «New York Times»: «Die wachsende
unilaterale und auf Dominanz ausgerichtete Politik hat das internationale Vertrauen in unser Land auf den tiefsten
Stand seit Menschengedenken gebracht.»
Dass Bush seine Vorstellung von einer neuen Weltordnung - ein Begriff, den übrigens sein Vater als Präsident nach
dem Ende des Kalten Krieges prägte - an den Interessen der mittlerweile alleinigen Supermacht ausrichten wird,
wurde schon bald nach seinem Amtsantritt im Januar 2001 deutlich: Anders als sein Vorgänger Bill Clinton will er
nicht «everybody's darling» sein. So brachte Bush nahezu die ganze Welt mit der Absage an das
Klimaschutzabkommens von Kyoto gegen sich auf. Auf Kritik stieß auch seine Entscheidung, das ABM-Abkommen
mit Moskau über die Begrenzung von Raketenabwehrsystemen aus dem Jahr 1972 aufzukündigen, weil es seinen
Plänen für den Aufbau einer nationalen Raketenabwehr (NMD) im Wege stand. Auch mit seinem Nein zum
Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) zeigte Bush, dass die Organisationen der Weltgemeinschaft für ihn nur von
Bedeutung sind, solange sie den Interessen der USA dienen. (Quelle: ap)
Bushs vereinigte Krieger:
Paul Wolfowitz (59)
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Der Vorlauf zu dem Angriff auf den Irak war eine öffentliche Angelegenheit.
Zunächst über den Umweg regierungsnaher Berater
und vieldeutige Andeutungen von Regierungsmitgliedern gewöhnten
die Kriegsbefürworter die internationale Öffentlichkeit langsam an
die Vorstellung eines bevorstehenden Krieges.
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Deutsche US-Stützpunkte spielen
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Investoren angesichts Irakkrieges abwartend
Fr.21.03.03 - Angesichts des Krieges in Irak verhielten sich Anleger
an den internationalen Kapitalmärkten am Freitag abwartend. Der Ölpreis zog auf
Grund von Berichten über brennende Ölquellen in Irak an, die asiatischen
Aktienmärkte notierten etwas höher in der Hoffnung, der Krieg werde sich nicht zu
lange hinziehen.
"Wir sind Geiseln der Schlagzeilen", sagte ein Nasdaq -Händler. "Es ist ein Schlagzeilen
und gefühlsgetriebener Handel im Moment. Niemand will sich falsch positionieren." Marc
Chandler, Währungsstratege bei HSBC in New York sagte über den Kriegsbeginn: "Der
Markt hat eine Schock-und-Furcht-Taktik eingepreist, aber das passiert nicht." In der
Nacht zum Freitag hatte es eine zweite Welle von Luftangriffen gegen Irak gegeben und US-Truppen
rücken im Süden des Landes in Richtung Bagdad vor.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseemarke Brent verteuerte sich vor dem
Hintergrund von Berichten über brennende Ölfelder um 0,40 Dollar auf 25,90 Dollar. Die
irakische Führung dementierte diese Meldungen. Ein Reuters-Korrespondent berichtete
jedoch über Flammen und Rauch über den Ölfeldern im Südirak. Über das kuwaitische
Ölgeschäft teilten lokale Manager indes mit, die Förderung und der Export verliefen normal.
Im Vorfeld des Krieges in der ölreichen Region war der Preis für den wichtigen Rohstoff aus
Sorge vor einer Angebotsverknappung deutlich über 30 Dollar je Barrel gestiegen. Da dies kurz vor Kriegsbeginn aber
nicht eintrat, ging der Preis wieder zurück.
An den asiatischen Aktienmärkten zogen die Kurse leicht an. In Südkorea legte der Leitindex 1,2 Prozent zu, in
Singapur gewannen die Kurse 0,84 Prozent. In Japan blieben die Märkte wegen eines Feiertages geschlossen. Gold
kostete 334 Dollar je Feinunze nach 332,50 Dollar in New York. Es gebe unter anderem die Erwartung, dass der Krieg
den Dollar und die US-Wirtschaft schwächen könnten, hieß es.
Der Dollar zog leicht gegenüber dem Euro an und erholte sich von den vorherigen Kursverlusten. Der
Gemeinschaftswährung notierte am Morgen bei 1,0603 Dollar nach 1,0621 Dollar im späten US-Handel.
(Quelle: rtr)
USA beschlagnahmen irakisches Auslandsvermögen
Fr.21.03.03 - Die amerikanische Regierung hat nach eigenen Angaben 1,74 Milliarden
Dollar an irakischem Auslandsvermögens beschlagnahmt. Die Summe soll für
humanitäre Zwecke eingesetzt werden. Präsident Bush unterzeichnete am
Donnerstag eine entsprechende Verfügung.
Das Vermögen war bereits 1990 eingefroren worden. Von der Gesamtsumme
sollten 1,4 Milliarden Dollar dem irakischen Volk zur Verfügung gestellt werden,
erklärte ein ranghoher Beamter des amerikanischen Finanzministeriums. 300 Millionen
Dollar sollten zur Seite gelegt werden, um damit juristische Ansprüche von Opfern der
irakischen Regierung zu entgelten, hiess es weiter.
Hilfsorganisationen rufen zu Spenden auf
Fr.21.03.03 - Angesichts der drohenden humanitären Katastrophe in Irak
haben Hilfsorganisationen zu Spenden für die Zivilbevölkerung aufgerufen.
UN-Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers forderte die Nachbarstaaten auf, ihre
Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen und Mitarbeitern des UN-Flüchtlingshilfswerkes
freien Zugang zu gewähren. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bat
für die Arbeit der kommenden Monaten um Spenden in Höhe von rund 73 Millionen
Euro.
Neben mehreren internationalen Entwicklungsorganisationen verurteilten auch kirchliche
und mehrere kleinere Hilfswerke den Angriff. Sie wiesen auf die schwierige
Versorgungslage der vom Krieg betroffenen Bevölkerung hin. Schon vor dem Krieg
hätten die Menschen auf Grund des zwölfjährigen UN-Embargos unter äußerst
schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen gelebt, hieß es. Bei einer
massiven Ausweitung der Bombardements müsse mit Tausenden von zivilen und
militärischen Opfern gerechnet werden.
Brot für die Welt, der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) und das Hilfswerk Misereor appellierten an diejenigen
Länder, die sich bislang gegen einen Krieg in Irak ausgesprochen hatten, sich weiter weder direkt noch indirekt am
Krieg zu beteiligen. «Stattdessen fordern wir sie dazu auf, sich mit aller Kraft dazu einzusetzen, dass nach Beginn
des Kriegs das Völkerrecht nicht noch weiter verletzt wird», sagte der EED-Vorsitzende Konrad von Bonin.
Die Organisationen appellierten an die Kriegsparteien, zivile Opfer unter der Bevölkerung unter allen Umständen zu
vermeiden und Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang zur Not leidenden Bevölkerung zu gewähren. Zudem müsse
darauf geachtet werden, dass die Menschenrechte auch in den Nachbarregionen gewahrt blieben, hieß es.
Die kirchlichen Organisationen riefen die Bundesregierung dazu auf, keine vorschnellen Zusagen für den Wiederaufbau
in Irak zu machen. «Die USA und andere beteiligte Staaten müssen für die Schäden, die sie durch die
Kriegshandlungen ohne völkerrechtliches Mandat verursachen, aufkommen», forderte Brot-für-die-Welt-Direktorin
Cornelia Füllkrug-Weitzel.
Ein besonderes Problem werde die Versorgung der Menschen innerhalb Iraks mit Nahrung und Wasser sein, betonte
Wolfgang Nierwetberg von der Hilfsorganisation Help. Hinzu komme, dass es in den ersten Tagen oder Wochen
keinen Zugang für die Helfer in das Land geben werde. "Wir fordern die amerikanischen Militärs auf, so schnell wie
möglich humanitäre Korridore zu schaffen."
Nach Angaben der Hilfsorganisation Humedica könnten sich besonders die erwarteten Flüchtlingswellen in Richtung
Iran und im Norden des Landes zu einem "massiven Problem" entwickeln. Bereits jetzt hätten Tausende aus Angst
vor Giftgasangriffen die Flucht aus den Städten in die Berge angetreten. Nach Ansicht der Hilfsorganisation care
könnte neben dem Kollaps der Nahrungsmittel- und Gesundheitsversorgung besonders der Zusammenbruch der
Wasserversorgung katastrophale Folgen haben.
Die Nothilfeplanungen des UNHCR gehen von 600.000 Flüchtlingen aus. Die Kosten, um die Versorgung der
Flüchtlinge einen Monat lang zu gewährleisten, belaufen sich den Angaben zufolge auf 60 Millionen Dollar.
Spenden können eingezahlt werden bei:
Diakonie Katastrophenhilfe
care - Stichwort «Irak»
Caritas International - Stichwort: «Irak-Konflikt»
Help - Stichwort: «Irak Nothilfe»
action medeor - Stichwort: «Irak»
humedica - Stichwort: «Irak»
Malteser - Stichwort: «Irak-Hilfe»
Misereor - Stichwort: «Irak»
USA an UNO: Irak hat Waffenstillstand von 1991 verletzt
Fr.21.03.03 - Als Grund für ihren Krieg gegen Irak haben die USA den
Vereinten Nationen (UNO) am Donnerstag in einer offiziellen Stellungnahme eine
Verletzung des Waffenstillstandsabkommens des Golfkriegs von 1991 durch die
Regierung in Bagdad genannt.
Der UNO-Botschafter der USA, John Negroponte, schrieb, die Kampfhandlungen
seien wichtig, um sicher zu stellen, dass Irak die UNO-Abrüstungsresolutionen
erfülle. Er betonte, die entsprechenden Auflagen der UNO-Resolution 687 vom
April 1991 seien eine Bedingung des Waffenstillstandes von 1991.
Damals hatten US-geführte Streitkräfte irakische Invasionstruppen aus Kuwait
vertrieben. Großbritannien und Australien, die sich an der Seite der USA an den
Kämpfen beteiligen, übergaben dem UNO-Sicherheitsrat ähnliche
Schreiben.
"Es ist seit langem anerkannt und wird so verstanden, dass ein schwerwiegender
Bruch der Verpflichtungen dem Waffenstillstand die Grundlage entzieht und erneut
die Ermächtigung für eine Gewaltanwendung unter der Resolution 687 darstellt",
schrieb Negroponte. "Angesichts der schwerwiegenden irakischen Verletzungen
(der Resolution) ist dem Waffenstillstand die Grundlage entzogen und die
Anwendung von Gewalt erlaubt." Zudem rechtfertige die UNO-Resolution 1441 vom
8. November 2002 den Angriff auf Irak. Die Regierung Iraks habe die letzte
Möglichkeit zur Abrüstung nicht genutzt, die ihr die Resolution 1441 gebe, und habe
diese mehrfach gebrochen. Die Resolution droht Irak mit ernsten Konsequenzen,
sollte das Land die Abrüstungsauflagen nicht erfüllen.
Die USA und ihre Verbündeten hatten Irak am Donnerstagmorgen ohne UNO-Mandat angegriffen, nachdem sich der
Sicherheitsrat nicht auf ein gemeinsames Vorgehen zur Abrüstung Iraks hatte einigen können. Unter anderem
Frankreich, Russland und Deutschland haben sich im Rat gegen eine von den USA geforderte neue Resolution
gestellt, die zum Krieg gegen Irak ermächtigen sollte. Die drei Staaten hatten den Angriff der USA scharf verurteilt.
Die irakische UNO-Vertretung forderte den Sicherheitsrat am Donnerstag auf, die USA wegen ihres Angriffs als einen
"terroristischen Staat" zu verurteilen.
(Quelle: rtr)
Völkerrechtler zweifeln, ob der nun ausgebrochene Krieg rechtmäßig ist
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Beim Thema Völkerrecht kneift die Bundesregierung
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«Der Krieg der US-Administration gegen den Irak basiert auf einem
juristischen Modell, das bisher im internationalen Recht ohne
Beispiel ist: Der Bedrohte hat zu beweisen, dass ein Angriff auf
ihn ungerechtfertigt ist. Bisher galt: Solche Beweismittel haben
diejenigen zu erbringen, die den Krieg führen wollen.»
Ulrich Arnswald in der "tageszeitung" vom 21.03.03:
Annan bedauert «dritten Irak-Krieg in einem Vierteljahrhundert»
Fr.21.03.03 - Mit großem Bedauern hat UN-Generalsekretär Kofi Annan den
Beginn eines neuen Irak-Krieges zur Kenntnis genommen. "Trotz größter
Bemühungen der internationalen Gemeinschaft und der Vereinten Nationen ist es zu
einem dritten Irak-Krieg in einem Vierteljahrhundert gekommen", sagte Annan in
New York. Mit mehr Geduld hätte der Krieg vielleicht vermieden oder zumindest
"durch gemeinsamen Beschluss mit mehr Legitimität und breiterer Unterstützung
geführt" werden können. (Quelle: dpa)
Die USA wollen im Irak-Krieg nicht nur militärisch von vornherein
das Heft fest in der Hand haben. Mit seinem Beginn läuft eine sorgfältig
ausgetüftelte Informationskampagne an. Sie soll - zumal angesichts der massiven
internationalen Kritik an diesem US-Waffengang - sicherstellen, dass die Medien
aus den «richtigen» Quellen schöpfen. Oder, wie ein Washingtoner Regierungsbeamter
es formuliert: Die Medien sollen in die Lage versetzt werden, «die Wahrheit zu verbreiten».
Vorgesehen ist im Klartext, Journalisten praktisch nonstop, rund um die Uhr und
rund um den Globus, aus amerikanischer Hand mit Nachrichten über den Krieg
zu füttern. Von Hintergrund-Gesprächen für ausgewählte Medienvertreter
bis hin zu Spezialinterviews für arabische Journalisten: Nichts soll dem Zufall überlassen werden. Experten
sprechen von der ausgefeiltesten Kommunikationsstrategie, die jemals einen Krieg
begleitet hat.
Die USA ziehen damit die Konsequenzen aus dem Afghanistan- Feldzuges. Damals liefen die USA anfänglich Gefahr,
den «Propagandakrieg» gegen die Taliban zu verlieren. Regelmäßig berichteten zur morgendlichen
US-Nachrichtenzeit Sprecher der Gegenseite über angebliche «Gräueltaten der amerikanischen Aggression» an
Zivilisten - Meldungen, die wegen der Zeitverschiebung lange Zeit unwidersprochen blieben. Die USA schufen deshalb
Zentren in Washington, London und Pakistan, die sozusagen im Rollverfahren Informationen verbreiteten.
Inzwischen gibt es im Weißen Haus als feste Einrichtung das Office of Global Information (Amt für globale
Information), das im Umgang mit den Medien die Federführung hat. Natürlich lässt man sich dort nicht völlig in die
Karten schauen, aber einiges ist doch schon bekannt, wenn auch nicht offiziell bestätigt. So will Präsidenten-
Sprecher Ari Fleischer nach Informationen der «Washington Post» regelmäßig schon im Morgengrauen US-Zeit
telefonisch TV-Sender und verschiedene andere Medien «briefen» - rechtzeitig zu den Morgensendungen.
Pressekonferenzen des US-Zentralkommandos seien jeweils am Nachmittag (Ortszeit) in Katar geplant. Das wäre
früh genug für die Mittagnachrichten in den USA. Am Nachmittag US-Zeit wiederum soll das Pentagon informieren und
damit auch TV- und Radiospätsendungen in Europa speisen.
Stationen der amerikanischen Voice of America sollen die US- Botschaften in die Nahost-Region übermitteln.
US-Regierungsbeamte sind speziell für Gespräche mit arabischen Journalisten geschult worden. Hochrangige
Regierungsvertreter wie Condoleezza Rice halten sich für Interviews mit ausgewählten Medien bereit. Das Amt für
globale Kommunikation wird außerdem jede Nacht per E-Mail die US- Botschaften weltweit mit Hinweisen versorgen,
was wozu gesagt werden sollte und was nicht. Dieser Spickzettel werde sehr hilfreich sein, sagt ein
Regierungsbeamter. «Er passt in die Hosentasche.» (Quelle: dpa)
Studie: US-Fernsehen betreibt einseitige Meinungsbildung
Der New Yorker Medienbeobachter "Fairness and Acuracy in Reporting" (FAIR)
analysierte zwei Wochen die US-amerikanische Fernsehberichterstattung zum Irak-Konflikt
während der "heißen" meinungsbildenden Phase vom 30.1.03 bis 12.2.03.
Das Fazit von zwei Wochen US-Fernsehen ist in der Studie "In Iraq Crisis, Networks Are Megaphones for Official Views"
nachzulesen: Ungeniert und dreist wird im amerikanischen TV radikal einseitig Meinungsbildung betrieben.
Ein Beispiel: 267 von 393 eingeladenen Studiogästen sind US-Amerikaner, davon arbeiten 199 für
Regierung oder Militär oder haben dafür gearbeitet. Nur einer von ihnen allen drückt -
vorsichtige - Zweifel an einem Irak-Krieg aus (interessant wäre auch gewesen, wie viele
Frauen eingeladen werden, dies ist jedoch eine Frage, die der Bericht von FAIR nicht
beantwortet).
Das Strickmuster der TV-Journalisten: Hole einen Militär vor die Kamera und lass ihn
reden, bis die Zeit um ist. Bei der nächsten Sendung darf ein Regierungsangehöriger etwas
sagen. Dann wieder ein Militär. Dass auch viele der Moderatoren ehemalige Militärs sind,
macht die einträchtigen Runden noch gemütlicher, zusätzlich gibt es "Milatainment" Reality
Shows wie Profiles from the Front Line und Military Diaries. (Quelle: telepolis)
Schröder kritisiert Irak-Krieg als falsche Entscheidung
Fr.21.03.03 - Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Angriff der USA auf den Irak als
falsche Entscheidung kritisiert. Deutschland werde sich nicht an dem Krieg beteiligen, aber seine
Verpflichtungen aus dem NATO-Bündnis erfüllen, sagte Schröder am Donnerstagnachmittag in einer
Fernsehansprache.
Mit dem Kriegsbeginn flammte die Auseinandersetzung über die Frage wieder auf,
ob der Krieg mit dem Völkerrecht vereinbar ist. Vor allem bei den Grünen bahnte
sich ein Streit über die Überflugrechte für die USA und den Einsatz deutscher
Soldaten in AWACS-Aufklärungsflugzeugen der NATO über der Türkei an.
"Es hätte einen anderen Weg zur Entwaffnung des Diktators gegeben, den Weg der
Vereinten Nationen", sagte Schröder. Die Logik des Krieges habe sich gegen die
Chancen des Friedens durchgesetzt. Tausende von Menschen würden darunter zu
leiden haben. "Wir sind zu humanitärer Hilfe im Rahmen der Vereinten Nationen
bereit."
Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sagte, mit dem Aufmarsch am Golf hätten
die USA von vornherein einen Regimewechsel zum Ziel gehabt, nicht aber die von
den UN geforderte friedliche Abrüstung des Irak. Am Abend sollten Schröder und
Fischer mit ihren EU-Kollegen beim Gipfel in Brüssel zusammenkommen.
Im Bundestag zeigten sich alle Fraktionsvorsitzenden betroffen, dass die Bemühungen um eine friedliche Beilegung
der Krise gescheitert sind. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) sagte: "Wir hoffen gemeinsam, dass es
nicht zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen kommt und das verbrecherische Regime von Diktator Saddam
Hussein schnell beendet werden kann."
SPD-Fraktionschef Franz Müntefering sagte, mit der Militäraktion habe sich "das Recht des Stärkeren und nicht das
Recht" durchgesetzt. Die CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Angela Merkel betonte, Deutschland und Europa
seien durch gemeinsame Werte mit den USA verbunden. "Deshalb stehen wir an ihrer Seite." Unions-Fraktionsvize
Wolfgang Schäuble verteidigte den Irak-Krieg. Gefahren für den Weltfrieden müssten beseitigt werden. Die FDP lehnte
das Vorgehen der USA ohne einen ausdrücklichen UN-Beschluss ab.
Die Grünen-Chefs Angelika Beer und Reinhard Bütikofer äußerten starke Zweifel, ob der Irak-Krieg mit dem
Völkerrecht vereinbar ist. Grünen-Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele sprach von einem völkerrechtswidrigen
Angriffskrieg. Jegliche Unterstützung sei damit verboten.
Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sagte, es habe jetzt "keinen Sinn, sich mit juristischen Debatten zu
beschäftigen". Er stellte klar, dass die Regierung den USA weiterhin Überflugrechte gewähren wird. Müntefering sieht
ebenso wie Grünen-Fraktionschefin Krista Sager kein Problem beim Einsatz deutscher Soldaten in AWACS-
Aufklärungsflugzeugen. Sie dienten nur dem Schutz der Türkei und beteiligten sich nicht am Krieg. In einer
namentlichen Abstimmung lehnten die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen im Bundestag einen Antrag der
FDP ab, über den Einsatz abzustimmen. Die Union stimmte für den Antrag.
Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) teilte mit, den Behörden lägen zwar keine konkreten Hinweise auf geplante
terroristische Aktivitäten vor. Dennoch habe sich die Gefahr mit Beginn des Kriegs verschärft, so dass erhöhte
Wachsamkeit geboten sei. Dazu zählten strengere Kontrollen an den Grenzen, Flughäfen und Bahnhöfen. Berlin
verstärkte Sicherheitsvorkehrungen an wichtigen politischen und diplomatischen Einrichtungen deutlich.
Zum Streit über deutsche Hilfeleistungen für die USA sagte Struck, es gebe unterschiedliche rechtliche Beurteilungen.
Es bleibe aber dabei, was Deutschland den Amerikanern zugesichert habe. Dies wird von SPD und Union unterstützt.
Bündnis-Verpflichtungen könnten nicht über dem Grundgesetz stehen, betonte dagegen Ströbele. Der
Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, sagte der dpa, der Krieg der USA sei
"völkerrechtsfeindlich". "Ob er auch glasklar völkerrechtswidrig ist, kann die Bundesregierung aber nicht feststellen."
(Quelle: dpa)
Besorgnis über wirtschaftliche Folgen des Irak-Krieges
Fr.21.03.03 - Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte am Donnerstag in Berlin,
die wirtschaftlichen Folgen eines Krieges seien unkalkulierbar. Die Verantwortlichen
müssten sich darauf einstellen, "dass eine solche kriegerische Entwicklung tiefer
gehende Wirkungen auf die Weltwirtschaft haben und insgesamt die
Abschwächungstendenzen, die es gibt, verstärken kann". Die deutsche
Ölversorgung sei aber gesichert. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)
fürchtet im Falle eines längeren Irak-Krieges eine Schwächung der Weltkonjunktur;
Deutschland drohe dann eine Rezession. Außenhandelspräsident Anton Börner
zeigte sich besorgt über eine Beeinträchtigung der ohnehin belasteten
deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen.
Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner
Sinn, rechnet im Falle eines kurzen Irak-Krieges wie viele Wirtschaftsvertreter nicht
mit einer starken Beeinträchtigung des Wirtschaftswachstums in Deutschland.
Sollte der Ölpreis aber als Folge eines unerwartet langen Krieges anziehen, würde
dies die konjunkturellen Risiken deutlich erhöhen, erklärte Sinn in Berlin. Der
Ölpreis, der jüngst noch über 34 Dollar je Barrel (159 Liter) gelegen hatte, sackte
nach Kriegsbeginn am Donnerstagmorgen zwischenzeitlich auf unter 26 Dollar, eher
er dann wieder moderat anzog.
Wenn die Folgen des Krieges eine wirtschaftspolitische Reaktion der Regierungen
nötig machen sollte, sollte diese nach Clements Worten möglichst koordiniert im
europäischen und im Rahmen der Gruppe der acht wichtigsten Industrieländer (G8)
vorgenommen werden. Solche Reaktionsmöglichkeiten seien im Europäischen
Stabilitätspakt bei außergewöhnlichen Situationen wie einem Krieg vorgesehen, sagte er.
Wie die Internationale Energieagentur (IEA) könne er zudem für Deutschland versichern, dass die Ölversorgung trotz
des Krieges im ölreichen Irak gesichert sei, erklärte Clement. Es bestehe keinerlei Anlass zur Unruhe. Generell sei
wichtig, dass man in Staat und Volkswirtschaft auf alle Eventualitäten vorbereitet sei, sagte der Minister weiter.
Bei einem längeren Krieg wäre eine weitere Schwächung der Weltkonjunktur zu erwarten, warnte der BDI. "Eine
Rezession in Deutschland wäre dann nicht ausgeschlossen." Schon vor Kriegsbeginn habe es konjunkturelle
Belastungen durch die krisenbedingten Unsicherheiten an den Devisen-, Aktien- und Rohstoffmärkten gegeben.
Zugleich äußerte BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg Besorgnis über eine Beeinträchtigung der
transatlantischen Beziehungen wegen des Streits über die Irak-Politik. Er forderte die Bundesregierung zu
diplomatischen Anstrengungen auf, um weiteren Schaden für die Beziehungen zu den USA zu vermeiden.
Auch der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels, Börner, äußerte sich besorgt
über drohende Belastungen für die deutsche Wirtschaft durch den politischen Streit zwischen Deutschland und den
USA. Dauere der Krieg länger an, könnte sich die Stimmung in der US-Öffentlichkeit noch stärker gegen Deutschland
und andere europäische Kriegsgegner richten und deren Geschäft erheblich erschweren. Insofern nehme er
Forderungen aus dem US-Kongress sehr ernst, in Handelsfragen einen härteren Kurs gegenüber den Kriegs-Kritikern
zu fahren, sagte Börner der Agentur Reuters. (Quelle: rtr)
Parlament in Ankara räumt USA Überflug- und Durchmarschrechte ein
Fr.21.03.03 - Das türkische Parlament hat am Donnerstag abend den USA
Überflug- und Durchmarschrechte für Bodentruppen im Krieg
gegen den Irak erteilt. Außerdem beschloß das Parlament,
eigene Truppen in den Irak zu entsenden. Damit kann die
US-Armee ihren Truppenaufmarsch im Nordirak beginnen. Die
Nordfront in den kurdischen Autonomiegebieten ist für die
militärische Angriffsplanung des Pentagon wichtig, um die
irakische Hauptstadt Bagdad auch vom Norden her zu
isolieren. Die ursprüngliche US-Planung sah hingegen vor, bis
zu zehn kleinere Truppenstützpunkte entlang der
türkisch-syrischen Grenze einzurichten.
Proteste von Kriegsgegnern gegen die Entladung von
amerikanischer Militärausrüstung im Hafen von Iskenderun
wurden derweil von der türkischen Polizei gewaltsam
unterbunden. Bisher hat die türkische Armee für den Transport
des schweren US-Militärgerätes gesorgt, das in Iskenderun
über die letzten Wochen hin entladen wurde. Mit dieser
Arbeitsteilung aber scheinen die Generäle nicht zufrieden; sie
bearbeiteten den neuen Premierminister Tayyp Erdogan bis
zuletzt, die Entscheidungsvorlage für die Überflugrechte noch
um die Genehmigung für die US-Truppenstationierung zu
erweitern. Erdogan selbst schien dazu auch bereit, doch
erklärten seine Berater, man solle zunächst weiter über die in
Aussicht gestellte finanzielle US-Hilfe verhandeln.
Außenminister Gül erklärte, die Türkei sei bereit, zusätzlich zu
den Überflugrechten zwei Militärbasen für die US-Truppen zur
Verfügung zu stellen. Als finanzielle Gegenleistung forderte Gül
eine Milliarde US-Dollar von Washington. Für die weitere
Stationierung von US-Truppen wollte die Türkei ursprünglich
sechs Milliarden US-Dollar kassieren. (Quelle: jw)
Washington warnt Türkei vor Einmarsch im Irak
Fr.21.03.03 - Die USA haben die Türkei davor gewarnt, eigenmächtig in den
Nordirak einzumarschieren. Jeder Militäreinsatz müsse mit den USA koordiniert
werden, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher. Er lobte die
Entscheidung des türkischen Parlaments, den USA Überflugrechte einzuräumen.
Damit komme das Land jedoch nicht in den Genuss von rund sechs Milliarden
Dollar Wirtschaftshilfe. Diese hatten die USA Ankara nur für weitergehende
Unterstützung ihres Irak-Kurses in Aussicht gestellt. (Quelle: dpa)
EU-Gipfel schafft gemeinsame Erklärung zu Irak
Fr.21.03.03 - Die Europäische Union (EU) hat nach dem Kriegsbeginn in Irak alle
Länder im Nahen und Mittleren Osten zu Zurückhaltung aufgefordert und der
irakischen Bevölkerung humanitäre Hilfe zugesagt.
Nur wenige Stunden nach der Entscheidung der Türkei,
den Luftraum für die US-Luftwaffe zu öffnen, erklärten die
Staats- und Regierungschefs der EU am Donnerstagabend in Brüssel:
"Wir rufen alle Länder der Region auf, von Aktionen abzusehen, die zu
weiterer Instabilität führen könnten." Die Vereinten Nationen (UNO) müssten
weiter eine zentrale Rolle spielen und der
Sicherheitsrat müsse an erster Stelle stehen bei der Aufrechterhaltung von Frieden
und Stabilität. Der griechische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident Kostas
Simitis bewertete die trotz des tiefen Risses zwischen den EU-Staaten im
Irak-Konflikt gefundene gemeinsame Haltung mit den Worten: "Das vereinte Europa
musste eine Botschaft aussenden."
In der nach nur rund eineinhalbstündigen Beratungen verabschiedeten Erklärung
sagt die EU humanitäre Hilfe zu. Die UNO habe einzigartige Fähigkeiten und
praktische Erfahrung bei der Koordinierung von Hilfe für Staaten nach einem Konflikt
und sollte diese voll einsetzen. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi sagte, die
EU werde so schnell wie möglich ein Hilfsprogramm in Millionenhöhe starten. Es
gebe Hinweise darauf, dass bereits mehr als 100.000 Flüchtlinge in den kurdischen
Gebieten Iraks unterwegs seien. Die Hilfe dürfe nicht als Ergänzung militärischer
Maßnahmen verstanden werden.
Noch bei der Ankunft in Brüssel hatten die Staats- und Regierungschefs ihre
gegensätzlichen Positionen betont, die auch bei der Formulierung der Erklärung
sichtbar wurden. Während es in dem von der Ratspräsidentschaft vorgelegten
Textentwurf noch geheißen hatte, die Union bedauere, dass Irak nicht die
Gelegenheit für eine friedliche Lösung des Konflikts durch Erfüllung der
UNO-Sicherheitsratsresolution 1441 genutzt habe, findet sich diese Passage in der Erklärung nicht mehr wieder.
Während britische Soldaten an der Seite von US-Truppen am Golf kämpfen, lehnen vor allem Deutschland und
Frankreich den Krieg entschieden ab und haben seinen Beginn scharf verurteilt.
Direkt vor seiner Reise nach Brüssel hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den US-Angriff als falsch verurteilt,
er sagte aber die Mithilfe Deutschlands bei humanitären Maßnahmen und dem Aufbau einer friedlichen
Nachkriegsordnung zu. "Es ist die falsche Entscheidung getroffen worden, die Logik des Krieges hat sich gegen die
Chancen des Friedens durchgesetzt. Tausende von Menschen werden darunter schrecklich zu leiden haben", sagte
Schröder in einer Fernsehansprache.
Die Regierungschefs Italiens und Dänemarks bekräftigten dagegen ihre Solidarität mit den USA. "Ich bedauere die
Gewaltanwendung gegen Irak, aber ich denke, es war nötig", sagte der dänische Ministerpräsident Anders Fogh
Rasmussen. Sein italienischer Kollege Silvio Berlusconi sagte, Europa stehe vor der größten Spaltung seiner
Geschichte. Sie hätte vermieden werden können, wenn nicht einige EU-Staaten versucht hätten, sich gegen die
Entschlossenheit der USA zu stellen.
Die EU warnte indirekt die Türkei vor einem Einmarsch in kurdische Gebiete in Nord-Irak. Die EU unterstütze die
territoriale Integrität Iraks, hieß es in der Erklärung.
"Wir können nur hoffen, dass der Krieg so kurz wie möglich dauert und Opfer vermieden werden", sagte Simitis. Prodi
kündigte eine Sondersitzung der Kommission am Freitagnachmittag an, auf der über humanitäre Hilfe für die irakische
Bevölkerung beraten werden sollte.
EU-Entwicklungshilfekommissar Poul Nielson kündigte schnelle humanitäre Hilfe an. Die Kommission habe bereits 21
Millionen Euro bereitgestellt und beantrage beim Europäischen Parlament weitere 100 Millionen Euro, sagte Nielson.
Damit solle Flüchtlingen so schnell wie möglich mit Zelten, Decken und Medikamenten geholfen werden. (Quelle: rtr)
(Quelle: rtr)
Sicherheitsvorkehrungen weltweit verschärft
Fr.21.03.03 - Nach dem Beginn des Irak-Krieges sind weltweit die
Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Die
US-Regierung gab für US-Bürger im Ausland eine
Terrorwarnung heraus. Das US-Außenministerium erklärte,
Amerikaner seien nach Kriegsbeginn einer höheren
Gefährdung ausgesetzt. Die französische Regierung
mobilisierte fünfhundert zusätzliche Soldaten. Auch in islamischen Ländern galten
verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. In Pakistan und Indonesien riefen Islamisten
zum Heiligen Krieg gegen die USA auf.
Es sei für US-Bürger "wichtiger denn je", wachsam zu sein und "angemessene
Schritte zur Verbesserung ihrer Sicherheitsempfindens" zu ergreifen, erklärte das
US-Außenministerium. Noch vor Beginn der Kampfhandlungen gab das britische
Außenministerium eine globale Terrorwarnung heraus und warnte britische
Staatsangehörige vor Reisen in irakische Nachbarstaaten. In zahlreichen
europäischen Ländern wurden die Sicherheitsvorkehrungen rund um die
diplomatischen Vertretungen der USA und Großbritanniens verschärft.
In Indonesien kam die Regierung zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Die
philippinische Präsidentin Gloria Arroyo warnte vor einer erhöhten Terrorgefahr. Die
radikale indonesische Organisation Hizbut Tahrir rief "alle Moslems der Welt" zum
"heiligen Krieg" auf, um "die Würde eines islamischen Landes und seines Volkes"
zu verteidigen.
In Pakistan erklärte der Generalsekretär des pakistanischen Bündnisses radikal-islamischer Parteien MMA, der
US-Militäreinsatz rechtfertige einen "anti-amerikanischen Dschihad". Amerika habe "sein Todesurteil besiegelt".
Irak-Krieg: Ansturm auf Informationen im Internet
Fr.21.03.03 - Das Internet hat sich zum Beginn des Irak-Krieges erneut als besonders schnelles Informationsmedium erwiesen. In der
Nacht zum Donnerstag verzeichneten die großen Nachrichtenportale einen verstärkten Besucheransturm. "Das Interesse
unserer Kunden war sehr groß, zumal der Kriegsbeginn in der Nacht passierte", sagte heute Gerd Weimer, Nachrichten-Chef
von T-Online , gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
Das Internet bewähre sich als "einzigartige Informationsquelle", sagte Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur von
Spiegel online . "Die Leute in den Büros können ja meist nicht auf Radio oder Fernsehen zugreifen." Als einzige und schnelle
Quelle bleibe dann oft das Internet. (Quelle: heise) Mehr unter:
«Verdunkelte Websites» gegen den Irak-Krieg
Fr.21.03.03 - Der Aufruf an Journalisten, zum Beginn des Krieges der USA und Großbritannien gegen den Irak
auf ihren Internet-Angeboten zu protestieren, ist laut Journalismus.com ein Erfolg. Unmittelbar
nach Kriegsbeginn hätten zahlreiche Journalisten mit "verdunkelten Webseiten" im Internet ihre
Ablehnung gegen den Irak-Krieg dokumentiert. Darunter seien Journalistenportale, Journalistenschulen
und bekannte Journalisten.
Bis jetzt haben sich demnach über 100 Journalistenseiten an der Antikriegs-Aktion beteiligt. Manche
Journalisten färben ihre Webseiten schwarz, andere lassen einen Teil ihrer Website leer oder platzieren
Antikriegsbanner, wie zum Beispiel Pressguide.de. Die Betreiber von
Auslandsreporter.de haben ihre Seite schwarz eingefärbt und geben bekannt, den Service für 24
Stunden eingestellt zu haben, "um gegen die Invasion des Irak zu protestieren und der Opfer zu
gedenken".
Mit "verdunkelten Webseiten" dokumentieren auch Vertreter von Journalisten-Ausbildungstätten ihre
Ablehnung gegen den Krieg, teilt Journalismus.com mit. Dazu gehört unter anderem die
Journalistenakademie in München. Auch Printmedien und Radiosender haben sich demnach
angeschlossen, beispielsweise das Medienmagazin Cut und die Online-Redaktion von Radio
Eins des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg. Auch der Journalist Franz Alt habe sich mit seiner
Webseite Sonnenseite.com in die Liste eingetragen, so Peter Diesler vom Internetportal
Journalismus.com, der diese Idee zusammen mit dem Journalistenangebot Pickings.de koordiniert. (Quelle: heise)
«Vive Iraq!»: Massenhack aus Kritik an Irak-Krieg
Fr.21.03.03 - Eine seit letztem Jahr aktive pro-islamische Hackergruppe hat gestern
mehrere hundert Websites überschrieben und ein "neues Zeitalter des
Cyberwar" angekündigt Mehr unter:
Nordkorea: USA bereiten Militäraktion vor
Fr.21.03.03 - Pjöngjang hat die Vereinigten Staaten beschuldigt, im
Schatten des Irak-Krieges auch Nordkorea angreifen zu
wollen. Washington plane einen Präventiv-Schlag gegen
nordkoreanische Atomanlagen, um damit einen Krieg zu
provozieren, meldete die staatliche nordkoreanische
Nachrichtenagentur KCNA. Beweis seien die Manöver, die
die US-Streitkräfte derzeit mit Südkorea gemeinsam abhielten.
Die Beziehungen zwischen dem kommunistisch regierten Nordkorea und den USA
sind seit der Ankündigung Pjöngjangs vom Oktober, sein Atomprogramm wieder
aufzunehmen, stark angespannt.
Die Streitkräfte Südkoreas sind seit Beginn des Irak-Kriegs in erhöhter
Alarmbereitschaft. Die Wachsamkeit an der innerkoreanischen Grenze sei erhöht
worden für den Fall, dass Nordkorea die Ablenkung der internationalen
Gemeinschaft für gezielte Provokationen nutze, sagte eine Sprecherin von Präsident
Roh Moo Hyun. Pjöngjang kündigte seinerseits eine erhöhte Alarmbereitschaft
seiner Truppen an.
US-Soldaten und südkoreanische Truppen proben
derzeit im Süden der koreanischen Halbinsel in einem gemeinsamen Großmanöver
den Ernstfall. Während der Übung soll nach Behördenangaben die Abwehr einer
Invasion in Südkorea trainiert werden.
Der südkoreanische Präsident Roh versprach in einer Fernsehrede, er werde
sicherstellen, dass der Irak-Krieg die angespannte Lage auf der koranischen
Halbinsel nicht weiter verschlechtere. Der Nationale Sicherheitsrat habe die
Streitkräfte zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen, die Polizei habe die Sicherheitsvorkehrungen gegen Terroranschläge
verschärft. Roh erklärte, Südkorea werde die USA im Krieg gegen Irak unterstützen. Er kündigte die Entsendung einer
Einheit von Militär-Ingenieuren und Sanitätern an. (Quellen: ap. afp)
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