|
k0304020
Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Mi.02.04.03, 12:45 Vierzehnter Kriegstag in Irak
DRK: Lage irakischer Zivilisten verschlechtert sich zunehmend.
Mi.02.04.03 - Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat vor einer rapiden
Verschlechterung der Lage der irakischen Zivilbevölkerung gewarnt.
"Sie verschlechtert sich zunehmend", sagte DRK-Präsident Knut Ipsen am
Mittwoch im Deutschlandfunk zur Situation der irakischen Zivilisten. Das gelte
insbesondere für den heftig umkämpften Süd-Irak. Das Internationale Komitee vom
Roten Kreuz (IKRK) habe zwar Hilfsgüter in die Region gebracht, diese reichten
jedoch nicht aus. "Bisher ist das ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte Ipsen.
Die zu erwartenden Kämpfe um die irakischen Großstädte werden nach den
Erwartungen des DRK-Präsidenten langwierig und zu vielen Opfern unter
der Zivilbevölkerung führen. Wenn Zivilisten nicht rechtzeitig ervakuiert würden,
gerieten sie zwischen die Fronten. "Verluste werden dann unvermeidlich sein."
Ipsen sagte weiter, zwar seien die Krieg führenden Parteien verpflichtet, auch die
Zivilbevölkerung zu versorgen. Dies stoße aber häufig an Grenzen, weil schon die
Versorgung der eigenen Truppen Schwierigkeiten bereite.
Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF kritisierte am Dienstag mangelnde
Neutralität und Professionalität der Verbündeten bei der Versorgung der
Zivilbevölkerung. Auch die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller,
forderte, die humanitäre Hilfe im Irak müsse unabhängig von den Kriegsparteien
geleistet werden.
UNICEF warnte davor, dass der Krieg vor allem für Kinder wegen der Mangelversorgung
mit jedem Tag lebensbedrohlicher werde. Ohne massive Hilfe könnten viele Kinder und schwangere
Frauen nicht überleben, warnte der Leiter des Irak-Programms, Carel de Rooy, in Berlin.
Die deutsche UNICEF-Botschafterin, die TV-Moderatorin Sabine Christiansen, sagte: "Die
Vorstellung eines sauberen Krieges, der die Bevölkerung schont, ist falsch." Im Irak
"arbeitet die Zeit gegen die Kinder". Größte Probleme bereitet nach Angaben von
de Rooy vor allem die Wasserversorgung in den umkämpften Millionenstädten Basra und
Bagdad. Allein im südirakischen Basra seien rund 100 000 Kinder unter fünf Jahren akut durch
Krankheiten bedroht.
De Rooy beklagte, dass es wegen der Luftangriffe der US-geführten Streitkräfte auf Bagdad jetzt auch am Tag für
Hilfsorganisationen immer schwerer werde, sich in der Stadt zu bewegen. Die humanitäre Hilfe darf nach Ansicht von
Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, nicht unter Leitung des Militärs stehen, da die
Streitkräfte weder neutral seien noch die nötige Professionalität für die Verteilung besäßen.
Staatsministerin Müller räumte aber auch ein, dass die Verteilung der humanitären Hilfe über irakische Stellen ein
Problem sei. Die Vereinten Nationen hätten an das irakische Regime appelliert, die Hilfe zuzulassen. Die irakische
Führung hatte die Fortführung des Programms «Öl für Nahrungsmittel» abgelehnt.
Mit einem Beitrag von 50 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Irak sei die Bundesregierung der drittgrößte Geber
nach den USA und Großbritannien, sagte Müller. Auch wenn die Bundesregierung den Krieg für falsch halte, so habe
Deutschland doch die Pflicht, den Menschen im Irak zu helfen.
Der ehemalige Leiter des UN-Programms für die humanitäre Hilfe im Irak, Denis Halliday, sagte in Berlin, nach den
Genfer Konventionen seien die USA und Großbritannien als Besatzungsmächte "voll und ganz verantwortlich" für die
Menschen im Irak. Wegen der andauernden Kämpfe seien Transporte mit Hilfsgütern in den Irak kaum möglich,
bedauerte die Sprecherin der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW), Ute Watermann. "Im
Moment können nur die helfen, die drin sind."
Die Diakonie Katastrophenhilfe sieht die Unparteilichkeit und Glaubwürdigkeit der humanitären Hilfe auf dem Spiel
wegen des Bestrebens der USA, die Koordinierung an sich zu ziehen. Die Leiterin Hannelore Hensle forderte die
strikte Trennung von militärischen Aktionen und humanitärer Hilfe.
Im Auswärtigen Amt erörterte der Koordinierungsausschuss Humanitäre Hilfe, dem auch etwa 30
regierungsunabhängige Organisationen angehören, die Lage im Irak. Aus Teilnehmerkreisen verlautete, der
Ausschuss sei sich einig gewesen, dass die Lage kritisch für Flüchtlinge im Norden des Irak und vor allem in Basra
sei. Es könne aber noch nicht von einer akuten humanitären Krise größeren Ausmaßes gesprochen werden.
Größere Flüchtlingsströme sind im Irak nach Ansicht der Vereinten Nationen erst gegen Ende des Krieges zu
erwarten. "Wenn das Regime von Saddam Hussein gestürzt ist und die Iraker sich gegenseitig bekämpfen, dann wird
es eine Massenflucht geben," sagte der Chef der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR, Ruud Lubbers, der Madrider
Zeitung «El País» (Dienstag).
Der Irak-Krieg hemmt die Spendenbereitschaft der Deutschen. «Die Spendenwilligen sind verunsichert», sagte der
Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing, Thomas Röhr, in Magdeburg mit Blick auf den unklaren
Verlauf des Krieges. Auch die wirtschaftliche Lage trage zur Verunsicherung bei. DRK-Präsident Knut Ipsen sieht
noch einen anderen Grund für die mangelende Spendenbereitschaft: Die Deutschen seien der Meinung, dass die USA
und Großbritannien, die den Krieg begonnen hätten, auch für dessen Folgen einzustehen hätten.
(Quellen: rtr, dpa)
Sanktionen gegen USA und Großbritannien gefordert
Mi.02.04.03 - Der frühere Leiter des UN-Hilfsprogramms für Irak, Denis Halliday, hat
Sanktionen gegen die USA und Großbritannien wegen des Golfkrieges gefordert.
Auf einer Pressekonferenz der Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges (IPPNW) am Dienstag in Berlin, verlangte Halliday außerdem, dass die
USA nach dem Ende des Kriegs Reparationen zahlen. Die IPPNW-Ärztin Ute
Watermann bekräftigte, dass sich ihre Organisation nicht bei der US-Behörde in
Kuwait-City registrieren lassen werde, um in Irak humanitäre Hilfe leisten zu dürfen.
Halliday warf den USA und Großbritannien Kriegsverbrechen vor. Dieser
Krieg ohne UN-Resolution sei illegal, und die Tötung von Zivilisten verstoße
gegen die Genfer Konvention. Nach der Genfer Konvention seien Aggressoren
und ihre Verbündeten für das Wohlergehen und die Versorgung der Bevölkerung
in der besetzten Region verantwortlich. "Die USA und Großbritannien müssen
gezwungen werden, ihre Verantwortung zu übernehmen», sagte er. Sie müssten Wasser und Lebensmittel in die besetzte
Region bringen. Diese Verantwortung könnten sie nicht einfach auf die Vereinten Nationen abschieben.
Als Sanktionsmaßnahmen gegen die USA und Großbritannien schlug er unter anderem vor, den Waffenhandel zu
bestrafen, amerikanische und britische Stützpunkte in Übersee zu schließen, Diplomaten auszuweisen und zudem
amerikanische und britische Touristen von einer Einreise abzuhalten. Halliday räumte ein, dass der Weltsicherheitsrat
einen solchen Schritt nach Artikel 7 der UN-Charta nicht unternehmen könne, da Washington und London ihr Veto
einlegen würden. Aber eine entsprechende unverbindliche Resolution der UN-Generalversammlung sei vorstellbar.
"Das mag nur eine Geste sein, aber wir müssen unsere Missbilligung ausdrücken", erklärte der ehemalige
stellvertretende UN-Generalsekretär.
Watermann nannte es eine "unerträgliche militärische Dominanz und eine Funktionalisierung von humanitärer Hilfe",
dass sich die Hilfsorganisationen bei der US-Behörde in Kuwait-City registrieren lassen sollen. "Wir werden uns nicht
registrieren lassen", betonte sie. Ärzte würden sich nicht an das Militär andocken wie die so genannten «embedded
journalists». Gleichzeitig äußerte Watermann die Hoffnung, dass nach Ende des Krieges eine direkte Hilfe für die Not
leidende irakische Bevölkerung in Zusammenarbeit mit Kirchen und Krankenhäusern vor Ort möglich sei - unter
Umgehung der USA.
IPPNW-Ehrenvorstandsmitglied Ulrich Gottstein befürchtete eine humanitäre Katastrophe in Irak. Die Situation in den
Krankenhäusern Bagdads sei bereits nach zwei Wochen Krieg verheerend, weil die Vorräte an Medikamenten,
Infusionen, Narkosemitteln, Verbandsmaterial, Antibiotika und Schmerzmitteln schon zu Ende gingen. Zum Teil werde
schon wieder ohne Narkose amputiert, sagte Gottstein. Watermann und Halliday wiesen auf die Gefahr hin, dass vor
allem Kinder nach zwölf Jahren UN-Embargo so geschwächt und unterernährt seien, dass sie an einfachem Durchfall
sterben könnten. Als Hauptversorgungsproblem - vor allem in Basra - machte IPPNW zur Zeit nicht den
Nahrungsmittel-, sondern den Wassermangel aus. (Quelle: ap)
IPPNW:
Irak meldet 33 Tote bei US-Angriff auf Hillah
Mi.02.04.03 - Bei einem amerikanischen Hubschrauberangriff sind nach irakischer
Darstellung in der Stadt Hillah 33 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt
worden. Der Fernsehsender El Arabija meldet 15 getötete Zivilisten.
Das Zentralkommando der US-Streitkräfte in Katar erklärte am Dienstag,
die Angaben würden überprüft. Irakische Regierungsvertreter brachten Journalisten
in die Stadt, die rund 90 Kilometer südlich von Bagdad liegt, und zeigten ihnen
Leichen. Ihren Angaben zufolge handelte es sich dabei um Opfer eines
amerikanischen Angriffs mit Apache-Kampfhubschraubern.
Hillah liegt nur wenige
Kilometer südöstlich von Hindijah. Dort lieferten sich amerikanische und irakische
Truppen am Montag Gefechte. Ein irakischer Militärsprecher sagte am Dienstag,
US-Truppen hätten versucht, in den Außenbezirken von Hillah zu landen, seien aber
vertrieben worden. (Quellen: dpa, ap)
Schweiz verzichtet auf Veröffentlichung von Liste der Kriegsopfer
Mi.02.04.03 - Die Schweiz verzichtet auf die geplante Veröffentlichung einer Liste mit
den zivilen Opfer des Irakkriegs. Das teilte das Eidgenössische Departements für
auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag in Bern mit. Außenministerin
Micheline Calmy-Rey hatte die Publikation am Sonntag in Aussicht gestellt. Nach
Kritik an dem Vorhaben und offensichtlichen Problemen mit der Quellenlage wurde
der Plan nun aufgegeben.
Bei der Umsetzung des Vorhabens hätten sich methodische Hindernisse gezeigt,
so dass es nicht weitergeführt werden könne, hieß es in der EDA-Mitteilung.
Unklare oder manipulierte Informationsquellen, die in vielen Fällen keine verlässliche
Bestätigung zuließen, stellten bei gewaltsamen Konflikten ein schwer
überwindbares Problem dar, sowohl für Medienschaffende als auch für humanitäre
Akteure. (Quelle: ap)
Die Illusion von den «Präzisionswaffen»
Laut Experten haben die "smarten" Bomben und Marschflugkörper der US-Streitkräfte im Irak-Krieg
Fehlerraten von mindestens zehn Prozent. Was in den Augen der Militärplaner eine
Kriegsführung mit der vielleicht genauesten Zielsteuerung der Geschichte ist,
wirkt sich für die Zivilbevölkerung in der Nähe der Angriffsziele verheerend aus.
Experten von "Jane´s Defense" gehen davon aus, dass fehlgeleitete US-Marschflugkörper
für die Toten auf zwei Märkten in Bagdad verantwortlich sind.
Di.01.04.03 - Je länger der Irak-Krieg andauert, um so deutlicher erweist sich auch der vom
Pentagon versprochene "saubere" und "präzise" Krieg als Illusion.
Nicht nur die Fehleinschätzung der Situation im Irak, auch die technische
Grundlage der "Präzisionsschläge" durch "smarte" Bomben und Raketen erweist
sich immer mehr als unsicheres Terrain. Während das Pentagon keine oder
offensichtlich geschönte Angaben zur Treffgenauigkeit seiner High-Tech-Waffen
macht, gehen Militärexperten einhellig davon aus, dass mindestens zehn Prozent der
Marschkörper und "Präzisions"-Bomben ("Joint Direct Attack Munition", JDAM)
ihr Ziel verfehlen.
Die Ursachen werden dabei sowohl im Versagen der hochkomplexen Waffensysteme als
auch in schlichten menschlichen Fehlern gesehen. Für Aufsehen haben zuletzt die
offensichtlich fehlgeleiteten "Tomahawk"-Marschflugkörper gesorgt, die im Iran, der
Türkei und Saudi-Arabien niedergingen.
US-General Stanley McChrystal sagte dazu laut dpa am Samstag in Washington, dass
bisher sieben "Tomahawks" im Irak-Krieg ihr Ziel verfehlt hätten. Das seien weniger als
ein Prozent. Der gleiche General sagte aber ebenfalls am Samstag laut der gleichen
Nachrichtenagentur, dass seit Kriegsbeginn 675 Marschflugkörper abgefeuert worden wären.
Neben dieser offensichtlich unrichtigen Statistik, versicherte McChrystal aber auch, dass die
Sprengköpfe der Tomahawks erst dann aktiviert würden, wenn sie sich ihrem Ziel näherten.
Irrläufer würden daher nicht explodieren, wenn sie auf dem Boden aufschlügen.
Während diese Aussage für Irrgänger in Saudi-Arabien korrekt zu sein scheint, gehen Experten
von "Jane´s Defense" davon aus, dass fehlgeleitete US-Marschflugkörper für die Toten auf
zwei Märkten in Bagdad verantwortlich sind. "Die beiden Angriffe auf Marktplätze in Bagdad
sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch Koalitions-Waffen, die ihr programmiertes Ziel
verfehlt haben, ausgelöst worden," meint Rob Hewson, Redakteur bei "Jane's Air-Launched
Weapons".
Selbst aus dem Pentagon ist inzwischen offiziell zu hören, dass "das Risiko (ziviler Opfer)
niemals" aus zu schließen sein wird: "Das (die Waffensysteme) sind mechanische
Geräte und mechanische Geräte werden immer mechanische Gebrechen haben,"
sagt etwa Christy Nolta von Luftwaffe.
Neben diesen machen unabhängige Militär-Experten aber auch noch fatale
Softwarefehler als mögliche Ursache fehlgeleitete Bomben aus. Bei den in
Militärkreisen "Target Location Error" genannten Fehlern werden die
Zielkoordinaten schlicht falsch berechnet. Einhellig verweisen das Pentagon und
unabhängige Experten auch auf mögliche menschliche Fehler. Diese können zu einer
falschen Definition des Ziels durch die Aufklärung, zu Übermittlungs- und schlichten
Eingabe-Fehlern führen.
"Es gibt einfach eine signifikante Lücke zwischen 100 Prozent und der Realität,"
fasst Rob Hewson von Jane´s die Situation zusammen. "Und je mehr (Bomben) man wirft,
desto größer wird die Wahrscheinlichkeit von katastrophalen Fehlern."
Die neue Generation der "Smart Bombs" wurde unter anderem von
Boeing in direkter Reaktion auf den letzten Golfkrieg entwickelt und wird als
"Joint Direct Attack Munition" (JDAM) bezeichnet. JDAMs sind prinzipiell ein
Zusatzset, das konventionellen Bomben umgeschnallt wird. Durch dieVerwendung
herkömmlicher Bomben sind die JDAMs für militärische Verhältnisse extrem preisgünstig.
In der Analyse der offensichtlichen Fehlschläge der "Präzisonswaffen" spielen die immer
wieder in den Medien erwähnten GPS-Störsender, die der Irak derzeit einsetzen soll, um den
US-Streitkräften die Orientierung zu erschweren, keine Rolle. Sechs GPS-Störsender, die angeblich
von Russland an den Irak geliefert wurden, sind laut dem Pentagon letzte Woche zerstört worden.
Demnach wurden die satellitengesteuerten amerikanischen Bomben und Raketen nicht behindert. Das
ist angesichts der Tatsache, dass die Systeme jeweils über zwei unabhängige Lenksysteme verfügen,
auch nicht wirklich erstaunlich. (Quelle: futurzone)
US-Truppen umzingeln Kerbela und rücken auf Bagdad vor
Mi.02.04.03 - Die US-Streitkräfte in Irak haben die Stadt Kerbela am
Mittwoch umzingelt und ihren Vormarsch nach Norden in Richtung Bagdad
fortgesetzt.
Die Kommandeure der 3. Infanteriedivision hatten mit einem harten Kampf
gerechnet, um die Umgebung der Stadt zu erobern, doch stießen sie nur auf wenig
Widerstand. Alle wichtigen Ausfallstraßen wurden gesichert, wie
ein Reuters-Korrespondent berichtete. Der Einsatz war nach drei Stunden
abgeschlossen. Statt die in der Stadt vermuteten irakischen Truppen anzugreifen,
hätten die US-Soldaten ihren Vormarsch Richtung Bagdad fortgesetzt, hieß es
aus US-Militärkreisen. Kerbela liegt rund 110 Kilometer südwestlich von
Bagdad.
Nach US-Angaben sollte eine irakische Brigade mit 6000
Soldaten sowie Panzern und Artillerie in der Stadt und ihrer Umgebung Stellung
bezogen haben.
Möglicherweise haben sich viele von ihnen in die Stadt zurückgezogen, doch wolle
man zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Straßenkampf vermeiden, teilte das
US-Militär mit. Stattdessen wolle man einen Brückenkopf über den nahe gelegenen
Euphrat sichern, der benötigt werde um Infanterie und schweres Gerät Richtung Bagdad zu schaffen.
Weitere US-Truppen stoßen östlich des Flusses auf die irakische Hauptstadt vor.
In der vergangenen Woche hatte ein Großteil der 3. US-Infanteriedivison die zentralirakische Stadt Nadschaf erreicht,
Die Soldaten mussten den Vormarsch nach Kerbela aber unterbrechen, um auf dringend benötigten Nachschub zu
warten. (Quelle: rtr)
Rumsfeld: Nur bedingungslose Kapitulation Iraks beendet Krieg
Mi.02.04.03 - Nur eine "bedingungslose "Kapitulation" Iraks beendet nach den
Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den Krieg
gegen das Land.
"Es wird kein Ergebnis dieses Krieges geben, das (Präsident) Saddam Hussein
und sein Regime an der Macht lässt. Es gibt keinen Zweifel darüber, seine Zeit
wird zu Ende gehen, und zwar bald", sagte Rumsfeld am Dienstag in Washington.
Rumsfeld warf Vertretern der irakischen Regierung vor, sie verbreiteten Gerüchte,
dass die von den USA angeführten Truppen Gespräche über einen Waffenstillstand
aufgenommen hätten. Ziel sei es, die irakische Bevölkerung davon zu überzeugen,
dass die Verbündeten nicht vorhätten, ihre Arbeit zu beenden. "Das Regime sagt
nicht die Wahrheit", sagte Rumsfeld. "Es gibt keine Verhandlungen mit
irgendjemandem in Saddam Husseins Regime." Mit der Regierung Saddams
würden die USA und Großbritannien nur über eine bedingungslose Kapitulation
sprechen.
Die Invasionstruppen haben am 20. März mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive
den Krieg gegen den Irak begonnen. (Quelle: rtr)
US-Präsident um Unterstützung der US-Öffentlichkeit bemüht
Mi.02.04.03 - Nach kritischen Stimmen zum bisherigen Verlauf des Irak-Kriegs bemüht
sich US-Präsident George W. Bush verstärkt um die Unterstützung der amerikanischen
Öffentlichkeit. Nach einem Auftritt bei der Küstenwacht in Philadelphia kündigte Bush für
Donnerstag einen Besuch in Camp Lejeune an - dieser Stützpunkt der Marine-Infanteristen in
North Carolina ist die Heimatkaserne von mindestens zwölf der 44 US-Soldaten, die bisher in Irak
ums Leben kamen.
«Viele Gefahren stehen noch bevor. Aber Tag für Tag kommen wir Bagdad näher», sagte
Bush am Montag vor Angehörigen der Küstenwache in Philadelphia. Seit Beginn des Krieges
am 20. März sei bereits viel erreicht worden. Die alliierten Truppen hätten die Kontrolle über weite
Teile von West- und Südirak übernommen, wichtige Brücken erobert,
eine Nordfront eröffnet und fast die gesamte Lufthoheit errungen. An das irakische Volk gewandt, sagte er: "Wir
kommen, um Ihnen Essen und Medizin und ein besseres Leben zu bringen."
Bush warnte erneut vor Anschlägen von Terroristen auf die USA. "Wir wissen, dass unsere Feinde verzweifelt sind, wir
wissen, dass sie gefährlich sind", sagte er. "Das sterbende irakische Regime könnte versuchen, den Terror an unsere
Küsten zu bringen." (Quelle: ap)
«US-Präsident Bush sucht mit den immer gleichen rhetorischen Versatzstücken
die Nation hinter seinem Krieg zu halten»
Mehr unter:
«Und das Licht wird die Finsternis erhellen»
In den Reden von US-Präsident George W. Bush gibt es häufig
religiöse Bezüge. Oft zitiert der Präsident direkt aus der Bibel.
Zitate aus Ansprachen:
«Freiheit und Angst, Gerechtigkeit und Grausamkeit, standen von jeher im Konflikt
miteinander, und wir wissen, das Gott nicht neutral dazwischen steht.»
(Kongressrede vom 20. September 2001)
«Wir sind im Konflikt mit Gut und Böse, und Amerika wird das Böse beim Namen
nennen.» (Rede vor Kadetten der West-Point-Akademie am 1. Juni 2002)
«Und das Licht wird die Finsternis erhellen. Und die Finsternis wird das Licht
nicht überwältigen können.» (Gedenkfeier am 11. September 2002)
«Die Freiheit, die wir preisen, ist nicht das Geschenk Amerikas an die Welt,
sondern ein Geschenk Gottes an die Menschheit. Wir Amerikaner glauben an
uns selbst, aber nicht nur an uns selbst. Wir behaupten nicht,
dass wir alle Wege der Vorsehung kennen, doch wir dürfen sie vertrauensvoll gehen.
Denn wir setzen unser Vertrauen auf den liebenden Gott, der hinter allem Leben und
aller Geschichte steht.»
«In der Güte und dem Glauben und Idealismus der amerikanischen Bevölkerung liegt Kraft, wunderbewirkende Kraft.»
(Zitat aus einem der ältesten evangelischen Gospelsongs im Bericht zur Lage der Nation am 29. Januar 2003)
Quelle: dpa)
UN-Generalsekretär bekräftigt Kritik an Irak-Krieg
Mi.02.04.03 - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat am Dienstag die "große
Unzufriedenheit" der Vereinten Nationen mit dem Irak-Krieg bekräftigt. Seine größte
Sorge gelte der irakischen Bevölkerung in den belagerten Städten, sagte Annan am
Sitz der UN in New York. Er wies auf den Wunsch der arabischen Länder hin, dass
sich die UN um einen Waffenstillstand bemühen sollten. Arabische Diplomaten
erklärten, sie arbeiteten an einem Entwurf für eine entsprechende Resolution der
UN-Generalversammlung.
Annan sprach sich für eine Wiederaufnahme der Waffeninspektionen nach
Kriegsende aus. Er fügte hinzu, es sei "nicht ausgeschlossen, dass die
UN eine wichtige Rolle" in Irak übernehmen würden.
Die arabischen Länder "hätten gerne, dass der UN-Sicherheitsrat und der
Generalsekretär in dieser Richtung ein bisschen aktiver werden", sagte der
Generalsekretär über sich selbst. Nach einem Treffen mit Annan hatten die 22
arabischen Mitgliedsländer der Vereinten Nationen am Montag angekündigt, eine
Anti-Kriegs-Resolution in die UN-Generalversammlung einzubringen. Ähnlich äußerte
sich die Organisation der Islamischen Konferenz, der 57 Staaten angehören. Sie
forderte einen sofortigen Waffenstillstand, den Abzug aller ausländischen Truppen aus Irak sowie Respekt für die
Souveränität und politische Unabhängigkeit des Iraks und seiner Nachbarn.
Die Verabschiedung einer Anti-Kriegs-Resolution durch die UN-Generalversammlung wäre ein politisches Signal, sie
wäre aber für die Kriegsparteien nicht bindend. Rechtlich bindend sind nur Resolutionen des 15-köpfigen
Weltsicherheitsrats. Bei einer Sitzung des Sicherheitsrats in der vergangenen Woche hatten die arabischen Länder
aber darauf verzichtet, eine neue Irak-Resolution zu fordern, weil die USA und Großbritannien ihr Veto dagegen
einlegen könnten.
(Quelle: ap)
«Der Krieg ist noch nicht gewonnen, aber der Kampf um die Beute ist in vollem Gang»
Das Geschäft vor Ort hat begonnen, und es ist ein
Lehrstück in Sachen politischer Ökonomie, jenseits allen
Geschwafels von der Befreiung eines Volkes. ("junge Welt" vom 02.04.03
Mehr unter:
Wer bestimmt nach dem Ende des Irakkriegs die Ölpolitik?
Mehr unter:
UN-Bericht über Menschenrechtsverletzungen in Irak vorgelegt
Mi.02.04.03 - Der Beauftragte der UN-Menschenrechtskommission für Irak dringt auf
die möglichst schnelle Entsendung von Beobachtern in das Land. Er würde am
liebsten schon morgen gehen, wenn die Umstände es erlaubten, erklärte Andreas
Maurommatis am Dienstag bei der Vorlage seines Berichts vor der
UN-Menschenrechtskommission in Genf. In seiner Rede rief Maurommatis beide
Kriegsparteien auf, das Völkerrecht zu achten.
Der Zyprer legte einen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in Irak vor, der
sich auf die Zeit vor dem Krieg bezieht. Der Krieg selbst wurde noch nicht
berücksichtigt. Der 15-seitige Bericht enthält Maurommatis zufolge dieselben
Empfehlungen wie in den Vorjahren. Im vergangenen Jahr hatte er Irak
aufgefordert, anstehende Hinrichtungen auszusetzen, die Verhängung der
Todesstrafe auf wenige Verbrechen zu beschränken und die Zustände in den
Gefängnissen zu verbessern. Zudem hatte er dem irakischen Regime
vorgeworfen, Kurden und Schiiten zu diskriminieren.
Maurommatis war 1999 zum UN-Menschenrechtsbeobachter für Irak bestellt
worden, besuchte das Land aber erst ein Mal, im Februar 2002. Ein für Anfang
dieses Jahres geplanter Besuch musste "wegen der aktuellen Ereignisse"
verschoben werden. Die Zusammenarbeit mit Bagdad bezeichnete Maurommatis als
"langsamen, mühevollen Prozess". Die Antworten auf seine Fragen seien "zum Teil
unvollständig und unbefriedigend".
Der irakische UN-Botschafter Samir el Nima wies die Vorwürfe zurück und erklärte,
Maurommatis habe sich zu stark auf "Informationen von Quellen, die Irak feindlich
gegenüberstehen" verlassen. Er kritisierte zudem, dass der Bericht nicht auf angebliche Menschenrechtsverletzungen
der alliierten Streitkräfte in Irak eingeht. Ein Sprecher des UN-Menschenrechtskommissars teilte am Dienstag mit, die
Entsendung von Beobachtern sei geplant, "sobald die Bedingungen es zulassen". Der Kommissar habe die Vereinten
Nationen um 1,6 Millionen Dollar für eine entsprechende Mission gebeten.
Unterdessen teilte die Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) mit, sie wolle die Inspektionen in Irak nach
Kriegsende wieder aufnehmen. IAEA-Chef Mohammed ElBaradei betonte, seine Behörde allein habe die "Befugnis,
Iraks atomare Abrüstung zu überprüfen." Die Inspektoren hatten bei Kontrollen von November bis zum Ausbruch des
Krieges keine Hinweise auf Atomwaffen in Irak gefunden, die IAEA hält aber weitere Inspektionen für nötig. (Quelle: ap)
«Die Achse der Henker»
Es gibt die Achse des Bösen, und es gibt eine weitere Achse, die konsequent
internationales Recht bricht. Dazu zählen die Staaten Iran, Irak, Jemen,
Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien und vor allem die USA.
Ein vielleicht auf den
ersten Blick seltsames Bündnis, das sich aber in einem Punkt einig ist. In all
diesen Ländern werden Menschen hingerichtet, die zum Zeitpunkt der von ihnen
begangenen Tat unter 18 Jahre alt gewesen sind. Und damit verstoßen diese
Staaten nicht nur gegen die UNO-Konvention über die Rechte der Kinder,
sondern auch gegen das Internationalen Abkommen über bürgerliche und
politische Rechte.
Mehr unter:
Skandalöses Verhalten der alliierten Streitkräfte gegenüber Journalisten
Mi.02.04.03 - Reporter ohne Grenzen wirft den britisch-amerikanischen
Streitkräften vor, die Arbeit und Sicherheit von Journalisten,
die vom Kriegsgeschehen berichten, zu missachten. Die
internationale Organisation zur Verteidigung der
Pressefreiheit fordert die Alliierten auf, eine interne
Untersuchung über die Behandlung der Presse durch
Armeeangehörige einzuleiten und ihre Ergebnisse zu
veröffentlichen.
"Journalisten gerieten unter Beschuss, wurden verhaftet, oft
über mehrere Stunden verhört, misshandelt und
geschlagen", berichtet Robert Ménard, Generalsekretär von
Reporter ohne Grenzen, in Paris. "Außerdem wurde das
Informationsministerium in Bagdad zwei Mal bombardiert,
obwohl allgemein bekannt ist, dass die internationalen
Nachrichtenagenturen dort untergebracht sind", sagt Ménard
weiter. Mehr unter:
Erneut Massenproteste gegen Golfkrieg in Spanien
Mi.02.04.03 - Mehrere zehntausend spanische Studenten haben
am Dienstag erneut gegen den Golfkrieg protestiert. In
mindestens zehn Städten gingen sie auf die Straße und forderten
den Rücktritt von Ministerpräsident Jose Maria Aznar, dessen
Regierung den Irak-Krieg unterstützt. Unterdessen trat eine
weitere Politikerin, Edith Bedin Oviedo aus der Stadt Damiel, aus
Aznars regierender Volkspartei (PP) aus. Damit stieg die Zahl der
Parteiaustritte seit Kriegsbeginn auf 14.
Bislang ist noch kein Parlamentsabgeordneter aus der PP
ausgetreten, mehrere haben jedoch bereits erste Kritik
an Aznars USA-freundlicher Linie geäußert. Die Tageszeitung
"El Pais" schrieb am Dienstag in einem Kommentar: "Das
merkwürdige ist nicht, dass es innerhalb der PP unterschiedliche Meinungen zur
Kriegsbeteiligung gibt, sondern dass es so lange gedauert hat, bis sie zum
Vorschein kamen.»
Die oppositionellen Sozialisten reichten im Madrider Parlament eine Vorlage zur
Abstimmung ein, mit der Aznar zum Kurswechsel aufgefordert wurde. "Ein Schritt
zurück (für Aznar) wäre ein Schritt in Richtung Frieden", sagte der
Fraktionssprecher der Sozialisten, Jesus Caldera. Es wurde erwartet, dass die
Vorlage von den Oppositionsparteien geschlossen angenommen, jedoch an der
Mehrheit der 183 PP-Abgeordneten scheitern wird. (Quelle: ap)
Anti-Kriegs-Proteste als «Supermacht» gegen USA
Vielleicht gibt es ja doch noch zwei Supermächte
auf unserem Planeten, orakelte die «New York Times» zu Beginn
des Irak-Krieges und benannte die Meinung der Weltöffentlichkeit
als zweite Macht neben den militärisch so überlegenen USA.
Di.01.04.03 - Gut zwei Wochen später gibt es Zweifel am Erfolg der US-Militärs
und ihrer politischen Chefs, während die öffentliche Meinung auf
allen Kontinenten mit immer neuen Protestaktionen von Teheran
bis Berlin, von Sydney bis Helsinki, Buenos Aires bis Tokio und
Johannesburg bis New York noch viel fester in der Hand der
Kriegsgegner ist.
«Die Proteste gegen den Krieg in Irak sind die erste wirklich globale Reaktion auf
eine politische Handlung und deshalb von historischer Bedeutung», urteilt der
britische Historiker Tariq Ali in einem Beitrag für die Zeitung «Information»
(Kopenhagen). Der Publizist und wortgewaltige Kritiker von Tony Blairs Irak-Politik
im Fahrwasser der USA sprach selbst vor einer Million Demonstranten im Londoner
Hyde-Park bei der größten Friedenskundgebung aller Zeiten auf britischem Boden.
Wie viele Alt-Linke unter den Protestierenden hat Tariq Ali die Bedeutung der internationalen Proteste gegen die
US-Kriegführung in Vietnam gut in Erinnerung. Dieselbe Erinnerung könnte den Irak- Strategen in Washington kalten
Angstschweiß auf die Stirn treiben, wenn sie die zunehmende öffentliche Kritik im eigenen Land und die auch am
letzten Wochenende wieder endlos lange Reihe von Demonstrationsmeldungen aus aller Welt von Djakarta über
Boston über Mexiko City bis Neapel und München lesen.
«Wir sind größer als die Bewegung gegen den Vietnam-Krieg, und die hat den Krieg beendet», rief bei einer Berliner
Demo mit 50 000 Teilnehmern Pedram Shahyar als Sprecher der Globalisierungskritiker von Attac aus. Tatsächlich
gab es zu Beginn des US-Kriegseinsatzes in Vietnam 1964 kaum Proteste. Als Präsident Richard Nixon am 23.
Januar 1973 die Unterzeichnung des endgültigen Waffenstillstandes bekannt gab, hatte er sich öffentlichem Druck
gebeugt, der im eigenen Land nach dem Tod von 57 000 eigenen Vietnam-Soldaten zwar stärker, im Ausland aber
weit weniger stark war als bei den Protesten der letzten Wochen.
Den größten Auftrieb bekam die Protestbewegung gegen den Irak- Krieg Ali zufolge zunächst durch das hartnäckige
Nein zum Krieg von den politischen Spitzen in Frankreich und Deutschland. Umgekehrt sieht die «Süddeutsche
Zeitung» massive Auswirkungen dieser Proteste auf die öffentliche Meinungsbildung: «Nach den europaweiten
Demonstrationen vom 15. Februar gab es in der deutschen Presse einen deutlichen Schwenk bei der Bewertung des
Krieges und der deutschen Position.» (Quelle: dpa)
NEW YORK. Ägyptische Demonstranten gegen den Krieg im Irak sind nach Angaben der
US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gefoltert worden.
Die Kairoer Polizei habe zahlreiche Journalisten, Lehrer und Studenten, aber auch
einfache Passanten und Jugendliche festgenommen. Mehrere Inhaftierte hätten von
Elektroschocks berichtet. (ddp)
Webseiten gegen den Krieg:
Beck warnt USA vor Ausweitung des Golfkrieges auf Iran
Mi.02.04.03 - Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat für den
Fall einer Ausweitung des Golfkrieges auf Iran die Aufkündigung jeglicher
Kooperation mit den USA gefordert. «Dann sind die Grundlagen für eine
Zusammenarbeit nicht mehr vorhanden», sagte der SPD-Politiker am
Dienstagabend in der Sendung «Vorsicht! Friedman» laut einer Mitteilung des
hessischen Rundfunks. Eine weitere Kooperation mit den USA zum Beispiel bei
den Überflugrechten sei dann ausgeschlossen. Wenn ein Krieg gegen Iran folgen
würde und die 1,4 Milliarden Muslime in dem Raum demokratisch bekehrt werden
sollten, würde vieles auseinander gehen, wird Beck zitiert. Dies müssten die
Amerikaner wissen. (Quelle: ap)
CDU-Chefin Merkel setzt sich mit pro-amerikanischem Kurs durch
Mi.02.04.03 - Die CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Angela Merkel hat sich in den eigenen
Reihen mit ihrem pro-amerikanischen Irak-Kurs zunächst durchgesetzt. Wesentliche Widersprüche
gegen die Linie waren nach tagelangen Diskussionen am Dienstag bei der Sitzung der
Unionsfraktion im Bundestag nicht erkennbar.
Merkel sagte vor den Fraktionsmitgliedern, der Krieg mache betroffen und berühre. Trotzdem könne
die Union jetzt nicht neutral bleiben - man stehe angesichts einer Wertegemeinschaft an der Seite der USA.
Wie Teilnehmer berichteten, erhielt Merkel starken Beifall für diese Äußerungen.
Lediglich der CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler, der sich kurz vor Beginn des
Krieges zusammen mit dem CDU-Parlamentarier Willy Wimmer in Bagdad zu
Friedengebeten aufgehalten hatte, artikulierte Kritik. Gauweiler bezeichnete den
Kurs als "verhängnisvoll". Ihm wurde "unsolidarisches Verhalten" vorgeworfen.
Andere Abgeordnete wie der sachsen-anhaltinische Parlamentarier Christoph
Bergner (CDU) warben für eine bessere Kommunikation der Irak-Linie der CDU. Eine
Abstimmung über den Merkel-Kurs fand nicht statt.
Ob mit dieser Sitzung allerdings die Irak-Diskussion in der
Union beendet ist, wurde nach dem Treffen von Teilnehmern
bezweifelt. Es hänge stark vom Verlauf des Krieges ab, hieß
es. Merkel will in den kommenden Tagen vor allem den Blick
nach vorn richten, hieß es aus der Fraktion weiter. Die
Parteichefin wolle vor allem die Zukunft des transatlantischen
Verhältnisses und der europäischen Union thematisieren.
Auch Partei-Vize Jürgen Rüttgers stimmte in Düsseldorf der
Position Merkels im Grundsatz zu. Es liege im Interesse
Deutschlands, an der Seite der USA zu stehen. Differenzen zur
Position Merkels ließ Rüttgers allerdings bei der Frage
erkennen, ob der Irak-Krieg vermeidbar gewesen sei. "Zu dem
Zeitpunkt, an dem das Ultimatum gestellt worden ist und der
Krieg begonnen hat, hätte es auch noch andere Möglichkeiten
gegeben." Zugleich sprach sich Rüttgers für eine "kritische Solidarität" mit den USA aus.
Die breite Mehrheit für den Merkel-Kurs in der Fraktion habe sich nach Sitzungen des Vorstands abgezeichnet, teilte
der Parlamentarische Fraktions-Geschäftsführer Volker Kauder am Dienstag mit. Es gebe keinen Grund, einen neuen
Beschluss zum Irak-Krieg zu fassen, sagte er.
Auch CSU-Landesgruppenchef Michael Glos meinte, Merkels Position sei sowohl im Grundsatz wie auch im Detail
richtig. "Wir können uns jetzt nur ein rasches Ende des Krieges und einen Sieg der Amerikaner und Briten
wünschen", betonte er. Fraktions-Vize Friedrich Merz sagte im Deutschlandradio, auch er stehe hinter der
Merkel-Position. Seine Kritik habe allein den amerikanischen Konzepten für die Zeit nach dem Irak-Krieg gegolten.
Kauder wie auch andere Führungsmitglieder aus den Landesverbänden dementierten, dass es nennenswerte
Parteiaustritte gegeben habe. In den vergangenen Tagen hatten führende CDU-Politiker die Parteispitze davor gewarnt,
sich mit ihrem Kurs zu weit von der Basis zu entfernen.
Knapp zwei Wochen nach Kriegsbeginn hatten unter anderem die Ministerpräsidenten Bayerns, des Saarlands und
Sachsen-Anhalts, Edmund Stoiber (CSU), Peter Müller und Wolfgang Böhmer (beide CDU), die Partei- und
Fraktionsvorsitzende deutlich kritisiert. Zuspruch hatte Merkel dagegen von Hessens Ministerpräsident Roland Koch
(CDU) und Brandenburgs CDU-Chef Jörg Schönbohm erhalten. (Quelle: dpa)
Schröder und Gewerkschaften über Reformpläne weiter uneins
Mi.02.04.03 - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und führende
Gewerkschaftsvertreter haben in ihrem Spitzengespräch über die Reformpläne der
Regierung keine Annäherung erzielt.
Bei dem Treffen seien erwartungsgemäß die bestehenden Meinungsunterschiede zu
Tage getreten, sagte Schröder am Dienstagabend nach dem Treffen in Berlin. Man
habe sich auf weitere Diskussionen verständigt. Er habe deutlich gemacht, dass er
an der grundsätzlichen Linie seiner Reformpläne nichts ändern könne und wolle.
DGB-Chef Michael Sommer sagte: "Wir sind in der Diskussion nicht näher
gekommen."
Schröder hatte in einer Regierungserklärung am 14. März weit gehende
Einschnitte in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik angekündigt, darunter bei
Krankengeld, Arbeitslosengeld und -hilfe. Er hat Kritiker in den Gewerkschaften
wie auch in den eigenen Reihen mehrfach vor einer Blockade der Reformen gewarnt
und will die Pläne noch vor der Sommerpause umsetzen.
An dem Treffen am Abend nahmen der SPD-Vorstand unter Schröder sowie die
Chefs der Einzelgewerkschaften teil, die SPD-Mitglieder sind. (Quelle: rtr)
Berufstätige: Lieber weniger Geld als ohne Job
Mi.02.04.03 - Angesichts steigender Arbeitslosigkeit würden einer Umfrage zufolge
fast drei Viertel der Berufstätigen lieber weniger verdienen als ihren Job zu verlieren,
wenn es ihrer Firma schlechter geht. Wie das Hamburger B.A.T
Freizeit-Forschungsinstitut am Dienstag berichtete, vertreten 71 Prozent die
Auffassung, eine Senkung des Arbeitslohns solle möglich sein, bevor eine
Kündigung ausgesprochen wird. Vor allem Führungskräfte und Leitende Angestellte
sowie junge Leute von 18 bis 24 Jahren waren mit jeweils 77 Prozent dieser
Meinung.
Anders als in den 90-er Jahren, als viele für kürzere Arbeitszeiten zu
Einkommensverzicht bereit waren, hat die "Angst vor Wohlstandsverlusten" laut
Institutsleiter Horst Opaschowski inzwischen zu einem deutlichen Meinungsumschwung
geführt: Immer mehr Menschen seien bereit, länger zu arbeiten, um mehr zu verdienen. Für mehr Geld
würden den Angaben zufolge 22 Prozent gelegentlich einen Zehn-Stunden-Tag einlegen - im Jahr 2000
waren das nur 14 Prozent. Auch die Bereitschaft zur Wochenendarbeit hat von 15
auf 23 Prozent zugenommen. "Spürbare Zurückhaltung" konstatiert das Institut lediglich bei den Beamten - mit zehn
Prozent. (Quelle: ap)
Beschäftigte sollen Beiträge zum Krankengeld allein bezahlen
Mi.02.04.03 - Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat der SPD- Fraktion die
Eckpunkte ihrer Gesundheitsreform vorgestellt. Beschäftigte sollen künftig die
Beiträge zum Krankengeld allein bezahlen. Die Finanzierung der Gesetzlichen
Krankenversicherung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber würde damit aufgegeben.
Wer zudem den Hausarzt nicht als Lotsen akzeptiert, soll einen Selbstbehalt bis zu
zwei Prozent seines Bruttoeinkommens tragen. Damit will Schmidt den
Beitragssatz auf unter 13 Prozent drücken.
(Quelle: dpa)
14 000 Liberianer nach Guinea geflüchtet - Dutzende ertrunken
Mi.02.04.03 - Rund 14 000 Zivilisten aus Liberia sind vor heftigen Kämpfen
zwischen Regierungstruppen und Rebellen ins Nachbarland Guinea geflüchtet. Auf
ihrer panischen Flucht über den Grenzfluss Macona im Nordosten des Landes
ertranken nach Berichten von Hilfsorganisationen bis zum Mittwoch zahlreiche
Menschen, darunter hauptsächlich Frauen, Kinder und Alte.
Rebellen der Organisation Vereintes Liberia für Aussöhnung und Demokratie (LURD)
und Soldaten der Armee von Präsident Charles Taylor lieferten sich heftige Gefechte
um die nordöstliche Grenzstadt Ganta. Die Flüchtlinge, die zunächst Schutz in der guineischen
Grenzregion suchten, sollen in Lager weitergeleitet werden, sagte ein Sprecher
des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) in der Hauptstadt Conacry
dem Rundfunksender BBC.
Seit fast vier Jahren wütet in dem westafrikanischen Land ein
heftiger Bürgerkrieg zwischen Taylors Regierung und den
abtrünnigen Milizkämpfern. Die Gefechte waren vor zwei Jahren
wieder aufgeflammt. Seitdem sind mehr als 60 000 Zivilisten in
sicherere Gebiete des Landes oder in die Nachbarländer
Guinea und Sierra Leone geflüchtet. (Quelle: dpa)
|
|
|
| home | home(no frame) |
B.O.A.-Künstlerkooperative
Gabelsbergerstr.17, D-80333 München, Telefon/Fax
: 089- 280621,
boa-kuenstlerkooperative@t-online.de