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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Sa.19.04.03, 12:45 Einunddreißigster Kriegstag in Irak
Zehntausende Iraker fordern Abzug der US-Truppen +++
Pro-amerikanischer Oppositionsführer Chalabi will kein Amt in irakischer Übergangsregierung +++
Spitzenvertreter der Baath-Partei Saddams festgenommen +++
Von Saddam fehlt jede Spur +++
Video mit dem ehemaligen irakischen Machthaber sorgt für Aufsehen +++
Massenvernichtungswaffen wurden bislang nicht entdeckt +++
Angeblicher irakischer Chemiewaffenexperte stellt sich US-Behörden +++
Iraks Nachbarländer fordern die USA und Grossbritannien zum Rückzug auf.
Sa.19.04.03 - Mehrere zehntausend Menschen haben in Bagdad nach dem
Freitagsgebet den Abzug der US-Truppen aus dem Irak gefordert.
"Verlasst unser Land. Wir wollen Frieden", war auf einem der mitgeführten
Transparente zu lesen. Prediger Ahmed el Kubaisi warf den USA vor, den Krieg zur
Unterstützung von Israels Ministerpräsident Ariel Scharon geführt zu haben. Die
US-Streitkräfte erklärten, ein weiteres gesuchtes Mitglied der Führung des
entmachteten Präsidenten Saddam Hussein sei festgenommen worden. Der
pro-amerikanische Politiker Ahmad Chalabi wies Ambitionen für ein Amt in der
Übergangsregierung im Irak zurück.
Nach den ersten Freitagsgebeten seit der Eroberung Bagdads durch US-Soldaten
skandierten die Gläubigen anti-amerikanische Slogans. "Nein zu Amerika, Nein zu
einem säkularen Staat. Ja zu einem islamischen Staat", war auf Transparenten zu
lesen. Gleichzeitig erhob Prediger Kubaisi Vorwürfe gegen die abgesetzte Führung.
Die Iraker seien von Saddam betrogen und dann von ihm im Stich gelassen worden.
Die Organisatoren der Proteste erklärten, sie verträten mit den Sunniten und den
Schiiten beide religiöse Gruppen.
Wie das Central Command der US-Streitkräfte in Katar mitteilte, übergaben
kurdische Kämpfer im Nordirak mit Samir Abul Asis el Nadschim einen
Spitzenvertreter der Baath-Partei Saddams in Bagdad den US-Soldaten. Die
US-Militärs haben eine Liste mit den Namen von 55 Mitgliedern der entmachteten
irakischen Führung herausgegeben, von denen sie vier inzwischen gefasst haben.
Am Vortag war der frühere irakische Geheimdienstchef Barsan Ibrahim Hasan el
Tikriti, ein Halbbruder Saddams, festgenommen worden. Von Saddam selbst und
seinen Söhnen fehlt bislang jedoch jede Spur.
Die Spekulationen über das Schicksal Saddams haben neue
Nahrung erhalten: Zwei Aufnahmen, ein Video und ein Tonband, sorgen für Wirbel.
Die Bilder, die angeblich am Tag des Falls von Bagdad aufgenommen wurden,
zeigen Saddam Hussein inmitten einer jubelnden Menge. Wenig später spielte der
Sender Abu Dhabi TV noch eine Tonbandbotschaft des gestürzten Präsidenten ab,
in dem er seine Getreuen zum Kampf aufruft. Ob das Video und das Tonband
wirklich am 9. April aufgenommen wurden, ist nicht sicher.
Auch die von den USA im Irak vermuteten Massenvernichtungswaffen wurden bislang nicht entdeckt. Die Suche
danach sei nicht wie eine Schatzsuche, sagte Rumsfeld am Donnerstag. "Ich denke, was passieren wird, ist, dass wir
Leute finden werden, die uns sagen, wohin wir gehen müssen, um sie zu finden." Die USA hatten dem Irak den Besitz
von Massenvernichtungswaffen vorgehalten und damit gemeinsam mit ihren Verbündeten den Krieg begründet.
Im Irak hat sich nach Angaben aus US-Regierungskreisen
ein Mann gestellt, der Anfang der 90er Jahre an einem staatlichen Programm zur
Entwicklung des Nervengases VX beteiligt gewesen sein soll.
Der Mann namens Imad Husain Abdallah el Ani stehe nicht auf der Liste der
meistgesuchten Vertreter der entmachteten Führung, hieß es am Freitag in
Washington. El Ani habe sich dem US-Militär aus freien Stücken gestellt und im
Verhör bestritten, dass Irak Massenvernichtungswaffen entwickelt habe. Der Mann
sei Anfang der 90er Jahre an einem Programm zur Produktion von VX beteiligt
gewesen. Unklar sei jedoch, welche Rolle er zuletzt im Machtgefüge von Präsident
Saddam Hussein gespielt habe.
Die Nachbarländer des Iraks haben die USA und Grossbritannien zum
Rückzug aufgefordert. Den Irakern müsse erlaubt werden, sich selbst
zu regieren. Des weitern sprachen sich die Aussenminister der sechs
Nachbarländer sowie Bahrains und Ägyptens in ihrer gemeinsamen
Erklärung gegen eine Ausbeutung von Iraks Ölvorkommen durch die
USA aus. Der jordanische König Abdullah II. forderte die USA auf,
dem irakischen Volk die Möglichkeit zu geben, seine Regierung selber
zu bestimmen. Nach Ansicht des Königs müssen die alliierten Streitkräfte
aber für den Wiederaufbau und die öffentliche Ordnung im Irak sorgen. Am
Wiederaufbau wollen die Anrainerstaaten mitbeteiligt werden.
Der Chef des Irakischen National Kongresses (INC), Ahmad Chalabi, erklärte vor Journalisten, die USA sollten die
Neuordnung im Nachkriegs-Irak überwachen. Der UNO fehle es hingegen an Befähigung und Glaubwürdigkeit für eine
führende Rolle in dem Land. Der Politiker, der nach Einschätzung vieler Analysten als Wunschkandidat der USA für
ein leitendes Regierungsamt gilt, wies Ambitionen für einen Posten in einer Übergangsregierung zurück. Allerdings
ließ er die Frage offen, ob er sich bei demokratischen Wahlen als Kandidat zur Verfügung stellen würde.
Chalabi eröffnete nach 40 Jahren im Londoner Exil am Freitag im Bagdader
Nobelviertel Mansur die ersten Büros des Irakischen Nationalkongresses.
Er sieht nach eigenen Worten seine Aufgabe darin, beim Wiederaufbau
des Iraks zu helfen, will sich aber offenbar durch eine Mitarbeit in der
Übergangsregierung nicht als Vasall der Amerikaner kompromittieren.
(Quellen: rtr, ap, dpa, nzz)
Unkontrollierter Waffenmarkt in Bagdad +++
Plünderer und Milizen gefährden die Sicherheit +++
Mit dem Regime Saddam Husseins ist auch die Macht von Polizei,
Militär und Geheimdiensten verschwunden. Die amerikanischen
Truppen kontrollieren in Bagdad nur strategische Punkte. In zahlreichen
Quartieren dominieren Plünderer und bewaffnete Milizen. Die Milizionäre
geben vor, die Zivilbevölkerung zu schützen. Instabile Sicherheitslage
veranlasst Journalisten, sich mit Waffen einzudecken.
Mehr unter:
«Eine Umwertung aller journalistischen Werte ist zu beobachten»
Im Irak-Krieg haben sich die Grenzen zwischen Journalismus und Kriegshandwerk verwischt
«Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der Journalist Brent Sadler in
den Kriegen und Krisen dieser Welt unterwegs. Im Irak hatte der
CNN-Reporter einen Scoop: Er war der Erste, der aus Saddam
Husseins Hochburg Tikrit berichtete, noch bevor die Stadt fiel.
Der Einsatz wäre um ein Haar sein letzter gewesen: Das
CNN-Team wurde von irakischen Truppen beschossen, ein
Mitarbeiter verletzt. "Es war ein ziemlich hässlicher Moment", so
Sadler. Das dürfte stimmen. Doch der CNN-Mann hat keinen
Grund, sich zu beschweren: Er hat sich freiwillig zur Kriegspartei
gemacht.
Der Journalist Sadler hat getan, was bisher nicht zu den
Tätigkeiten eines Medienmenschen zählte: Er hat
zurückgeschossen. Der CNN-Reporter hatte bewaffnete
"Sicherheitsberater", sprich Leibwächter, dabei. Mindestens einer
davon erwiderte mit einer automatischen Waffe das Feuer der
Angreifer. Sadler und seine CNN-Truppe dürfen sich rühmen, den
Kalaschnikow-Journalismus salonfähig gemacht zu haben: Galt
bisher der Grundsatz, dass Reporter unbewaffnet sind und damit
keine Gefahr für die Kriegsparteien darstellen, wird nun neben
dem Bleistift die Bleispritze zum journalistischen Arbeitsgerät. So
gerät die Kriegsberichterstattung zum paramilitärischen
Abenteurertum mit publizistischer Breitenwirkung – und
Journalisten werden zwangsläufig selbst zum Ziel.
Im Irak-Krieg haben sich die Grenzen zwischen Journalismus und
Kriegshandwerk ohnehin erstaunlich verwischt. Erstmals haben
sich Journalisten scharenweise in eine Armee eingereiht und sich
zu deren Sprachrohr gemacht. Von Fehlern der amerikanischen
und britischen Soldaten war selten die Rede, erfolgreich
kämpfende irakische Soldaten waren nie zu sehen. Auch
getötete Zivilisten kamen kaum ins Bild.
Dafür wird der Reporter selbst zum Kriegshelden. Bei mancher
BBC- Reportage entstand der Eindruck, als ob der
Informationswert mit dem Kaliber der herbeifliegenden
gegnerischen Geschosse steigen würde. Zwangsläufig gerät bei
dieser Art des Huckepack-Journalismus der Grundsatz der
Unparteilichkeit ins Hintertreffen. Als sich von einem
US-Kriegsschiff eine Cruise-Missile mit Feuerschweif in den
nächtlichen Himmel und Richtung Bagdad hob, rief der britische
Fernsehmann im Chor mit den US-Matrosen "Wow" ins
Mikrophon. Man muss nicht friedensbewegt sein, um solche
Szenen als Kriegstreiberei zu empfinden. Der US-Sender
Fox-News, Lieblingsstation von Präsident Bush, verlegte sich
darauf, die "Gesichter der Helden des Kriegs" zu zeigen. Mag
sein, dass Fox sich längst als vierte Waffengattung der US-Army
begreift, deren Reporter vor dem Live-Gespräch mit dem Mikro
salutieren. Mangelnde Distanz war aber nicht nur bei Fox das
Augenfällige dieses Kriegs.
Eine Umwertung aller journalistischen Werte ist zu beobachten.
Statt als unparteiischer Einzelgänger unterwegs zu sein und das
Geschehen nach Möglichkeit auf beiden Seiten zu beobachten,
fügt sich der embedded- Journalist ein in die Ordnung der Armee
und macht sich selbst zur Kriegspartei. Dabei ist die
journalistische Selbstkastration unnötig: Nicht nur die Sender
und Verlage brauchen Bilder und Geschichten. Armeeführer und
Regierungschefs sind nicht weniger auf Berichterstattung
angewiesen. Hätte sich keiner „embedden" lassen, hätten sich
die PR-Offiziere weit mehr anstrengen müssen, ihre frohe
Botschaft vom Befreiungsfeldzug im Irak unters Volk zu bringen.»
«Schutzsichere Westen zu vergeben»
Ein Gespräch mit Séverine Cazes von der Organisation "Reporter ohne Grenzen"
über die Kriegsberichterstatung im Irak:
Zustimmung zu Bush nach Irak-Krieg auf über 70 Prozent gestiegen
Sa.19.04.03 - Die Zustimmung der Amerikaner zur Amtsführung von Präsident
George W. Bush ist nach dem Irak-Krieg auf über 70 Prozent gestiegen. Das geht
aus einer am Freitag veröffentlichten Umrage des Pew Research Center for the
People & the Press hervor. Demnach sind 72 Prozent der Amerikaner mit der Arbeit
ihres Präsidenten zufrieden.
Damit erreicht er aber bei weitem nicht die Werte seines Vaters George Bush, der
nach dem Golfkrieg 1991 bei seinen Landsleuten auf eine Zustimmung von 89
Prozent kam. Bei der Präsidentenwahl im November 1992 verlor Bush Senior aber
dennoch gegen den Demokraten Bill Clinton. Die Amerikaner kreideten Bushs Vater
damals an, dass er sich zu wenig um die Wirtschaft im Land gekümmert habe.
Clinton gewann damals die Wahl mit dem Versprechen, die Wirtschaft anzukurbeln
und neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Für Bush Junior steht im kommenden Jahr die Wiederwahl an. Laut der
Meinungsumfrage sind derzeit 48 Prozent der Amerikaner für eine zweite Amtszeit
des Präsidenten von der Republikanischen Partei. Ein Drittel der Befragten dagegen
wünscht sich einen Demokraten als nächsten Mann im Weißen Haus. Vor dem
Irak-Krieg hielten sich Befürworter und Gegner einer Wiederwahl Bushs in etwa die
Waage.
Für die Erhebung wurden vom 10. bis zum 16. April 819 Erwachsene befragt.
(Quelle: ap)
«Wir werden zu Zeugen einer neuen Ära des Kolonialismus,
erleben die Eröffnungssalven der Neuen Weltordnung»
Dieser angeblich freundlichere, gemäßigtere »humanitäre
Imperialismus« verspricht »Befreiung«. Aber was, wenn die
Betroffenen diese Art von »Befreiung« partout nicht wollen?
Dann werden sie von den Medienkonzernen als »Terroristen«
gebrandmarkt, und die USA »befreien« sie von Leib und Leben.
Der Vietnamkrieg, in dessen Verlauf vier Millionen Menschen
vom US-Militär abgeschlachtet worden sind, läßt ahnen, was es
heißt, auf diese Weise ein Volk zu »befreien«. Aus diesem
Krieg stammt der lapidare Spruch: »Um das Dorf zu retten,
mußten wir es zerstören«.
Kein Eroberer gibt seine wahren Absichten zu erkennen, wenn
er in ein Land einmarschiert. Es werden immer ehrenvolle
Gründe vorgeschoben, warum Invasion und Eroberung
notwendig sind. Sie bringen »Erleuchtung«. Sie bringen
»Freiheit«. Sie versprechen die »Menschenrechte«. Fünf
Jahrhunderte lang wurden mit diesem Schwindel Afrika, Asien
und Lateinamerika ausgeplündert und verwüstet. Die
Propagandalügen verschleierten Ausbeutung, Versklavung,
Menschenhandel und unfaßbare Brutalität. Angeblich geschah
das alles zum Vorteil der Eroberten, in Wahrheit aber blieb von
manchen Nationen nichts übrig, nachdem sie für die
Eindringlinge zum Sprungbrett in eine von Reichtum und Macht
geprägte Zukunft geworden waren. (...)
Aus: Mumia Abu-Jamal - "Die wahren Absichten der Eroberer", junge Welt vom 19.04.03:
«Militärische Dominanz und Dollarimperialismus gehören zusammen»
Der Irak hat bald eine neue offizielle Währung: Der Dollar löst den
Dinar ab. Damit scheint man zunächst nur die Fakten
anzuerkennen. Schließlich hat der Dinar kaum noch Wert; vieles
lässt sich im Irak sowieso nur gegen Dollar erwerben. Doch ist der
Währungswechsel mehr als eine schlichte Transformation des
Monetären - er ist ein geradezu geniales Symbol. Nichts hätte
besser ausdrücken können, wie nahe sich Krieg und Währung sind.
Denn der Dollar im Irak ist nicht nur die Folge eines Sieges, er
verdeutlicht auch eine zentrale Bedingung, die den US-Einmarsch
möglich machte: die globale Geltung des Dollars. Nur weil er bisher
die Weltwährung Nummer 1 war, können die Vereinigten Staaten
ihre gigantischen Streitkräfte finanzieren. Die militärische Dominanz
der USA und der Dollarimperialismus gehören zusammen. (taz vom 19.04.03)
Mehr unter:
«Wettlauf um die beste Ausgangslage -
Die USA einerseits und Russland und Frankreich andererseits streiten
um die Aufhebung der Irak-Sanktionen»
Solange die Sanktionen bestehen bleiben, hat die UNO und
haben damit auch Frankreich und Russland eine Hand auf den
Geschäften Iraks. Werden die Sanktionen jetzt schnell aufgehoben,
dürften die USA die besten Karten im Spiel haben, während
Frankreich und Russland weitgehend leer ausgehen dürften.
(taz vom 19.04.03)
Mehr unter:
Irak verfügt über die weltweit zweitgrößten nachgewiesenen Ölreserven. Im
Irak-Krieg haben die US-geführten Streitkräfte faktisch alle Ölquellen des Landes
unter ihre Kontrolle gebracht. Die Sanktionen gegen Irak waren nach der Invasion in
Kuwait 1990 verhängt worden.
Saudi-Arabien - USA dürfen Iraks Ölvorkommen nicht ausbeuten
Sa.19.04.03 - Der US-Verbündete Saudi-Arabien hat sich gegen eine Ausbeutung
der irakischen Ölvorkommen durch die amerikanische Besatzungsmacht
ausgesprochen.
Nach einem Treffen von Vertretern aus acht Staaten der Nahost-Region in Riad
verlas der saudiarabische Außenminister Prinz Saud el Faisal am Samstag eine
entsprechende gemeinsame Erklärung der Teilnehmerländer. Die Ausbeutung der
natürlichen Ressourcen des Landes müsse in Übereinstimmung mit dem Willen des
irakischen Volkes und einer rechtmäßigen Regierung erfolgen. Zugleich wandte sich
die Konferenz in Riad gegen die von den USA geforderte Aufhebung der
UNO-Sanktionen gegen Irak. Zunächst müsse eine "rechtmäßige Regierung" in Irak
an die Macht gelangen, die das Volk repräsentiere. (Quelle: rtr)
Großauftrag für US-Baufirma Bechtel in Irak
Sa.19.04.03 - Die US-Regierung hat der kalifornischen Baufirma Bechtel einen
Großauftrag zum Wiederaufbau zerstörter Versorgungseinrichtungen in Irak erteilt.
Der erste Auftrag hat nach Angaben des Amtes für Internationale Entwicklung
(USAID) einen Umfang von 34,6 Millionen Dollar. Die Aufträge könnten letztlich
sogar ein Volumen von 680 Millionen Dollar (622 Millionen Euro) in den nächsten
eineinhalb Jahren erreichen, wenn der Kongress allen Ausgaben zustimme, teilte
USAID mit.
Bechtel Corp. soll unter anderem das Energie-, Wasserversorgungs- und
Abwassersystem in Irak wieder in Stand setzen. Die Firma mit Sitz in San
Francisco hat in der Vergangenheit immer wieder ehemalige US-Kabinettsmitglieder
beschäftigt, wie etwa den früheren Außenminister George Shultz und Ex-Verteidigungsminister
Caspar Weinberger. Bechtel hat weltweit rund 47.000 Mitarbeiter und ist an 900
Bauprojekten in knapp 60 Ländern beteiligt.
Bechtel zählt innerhalb der Baubranche zu den größten Wahlkampfspendern für Politiker. Nach Berechnungen des
überparteilichen CRP-Instituts in Washington haben das Unternehmen und seine Beschäftigten in der zurückliegenden
Wahlperiode mindestens 277.050 Dollar für Politiker auf Bundesebene gespendet. Dabei seien 57 Prozent an die
Demokraten und 43 Prozent an die Republikaner gegangen. Außerdem sollen mindestens 166.000 Dollar an das
Nationalkomitee der Republikanischen Partei geflossen sein.
Kritiker haben der US-Regierung vorgeworfen, dass es keine öffentliche Ausschreibung für Aufträge in Irak gibt,
sondern stattdessen eine kleine Zahl von Firmen eingeladen wird, ihre Angebote einzureichen. USAID verteidigte diese
Praxis mit der Aussage, diese Prozedur sei die einzige Möglichkeit, schnell Hilfe nach Irak zu bringen. (Quelle: ap)
Verschuldungstempo der USA verdoppelt
Sa.19.04.03 - Die US-Regierung hat in den ersten sechs Monaten des
Haushaltsjahres 2003 Schulden in einer Höhe von 252,6 Milliarden Dollar (230
Milliarden Dollar) angehäuft. Das ist fast das Doppelte der Schulden im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum. Wie aus den Zahlen, die das US-Finanzministerium am
Freitag vorgelegt hat, weiter hervorgeht, gingen die Einnahmen von Oktober bis März
um 6,1 Prozent auf 825,2 Milliarden Dollar zurück. Die Ausgaben dagegen stiegen
um 6,6 Prozent auf 1,08 Billionen Dollar an.
Drittgrößter Posten nach den Ausgaben für Renten und Krankenbeihilfe waren die
Ausgaben fürs Militär in einer Höhe von 180,9 Milliarden Dollar. Im gesamten
Haushaltsjahr 2002, das im vergangenen September zu Ende ging, wurde ein Defizit
von 157,8 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Zuvor hatte es vier Jahre in Folge einen
Haushaltsüberschuss gegeben. (Quelle: ap)
Nordkorea: Wir arbeiten an «machtvoller Abschreckung»
Sa.19.04.03 - Kurz vor den geplanten Gesprächen mit den USA über eine Lösung
des Konflikts um sein Atomprogramm hat das kommunistische Nordkorea die
Spannungen in der Region weiter angeheizt. Über die amtlichen Medien erklärte ein
Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang am Freitag, Nordkorea sei dabei,
mehr als 8000 abgebrannte Brennstäbe aus seinem umstrittenen Kernreaktor in
Yongbyon "erfolgreich" wieder aufzuarbeiten. Der Irak-Krieg habe gelehrt, dass
Nordkorea eine "machtvolle physische Abschreckung" brauche, hieß es weiter.
Die USA erwägen nun nach Angaben aus Regierungskreisen die
Absage von Gesprächen mit Nordkorea.
Wie weiter aus den Kreisen verlautete, würde der von Nordkorea genannte Umfang
des Programms von 8000 abgebrannten Brennstäben zum Bau von sechs bis acht
Atombomben ausreichen. Angesichts des seit Monaten schwelenden Atomstreits
mit den USA gilt die am Freitag über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA
verbreitete Erklärung als Provokation, insbesondere da für nächste Woche in Peking
Gespräche zwischen beiden Seiten unter Schirmherrschaft Chinas anstehen.
US-Regierungsvertreter schlossen allerdings nicht aus, dass die in Englisch
abgefasste Erklärung durch einen Übersetzungsfehler an Brisanz gewonnen habe.
KCNA meldete unter Berufung auf einen Sprecher des nordkoreanischen
Außenministeriums, das kommunistische Land sei dabei, mehr als 8000
abgebrannte Brennstäbe erfolgreich wieder aufzubereiten. "Der Irak-Krieg lehrt, dass
es erforderlich ist, über eine schlagkräftige Abwehrwaffe zu verfügen, um einen Krieg
zu verhindern und um die Sicherheit und Souveränität eines Landes zu verteidigen",
heißt es in der Meldung weiter. Die US-Regierung ließ unterdessen eine in den
nordkoreanischen Medien verbreitete Erklärung übersetzen, in der es heißt, das
Land sei kurz davor, rund 8000 abgebrannte Brennstäbe wieder aufzubreiten.
Die USA hatten Nordkorea mehrfach vor einem Beginn der Wiederaufarbeitung
gewarnt. Im Oktober vergangenen Jahres hatten die USA erklärt, Nordkorea habe
zugegeben, entgegen internationalen Verträgen weiter an einem
Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Diese Darstellung war von Nordkorea zurückgewiesen worden. In der Folge
kündigte Nordkorea den Atomwaffensperrvertrag und wies die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde
(IAEA) aus.
Diplomaten und Analysten zeigten sich verwundert über die Formulierung der Stellungnahme des kommunistischen
Landes, das bisher nie die Wiederaufarbeitung von Atombrennstäben öffentlich bekannt gegeben habe. Außerdem sei
es nicht klar, wann und vor wem die Erklärung abgegeben wurde. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte:
"Offen gesagt ist es nicht eindeutig klar, was die Stellungnahme bedeutet". Es gebe bei der Formulierung zum Stand
der Wiederaufarbeitung Unklarheiten in der Sprache.
Unterdessen schlossen US-Regierungskreise nicht aus, dass die USA die für die kommende Woche geplanten
Beratungen mit Nordkorea in Peking platzen lassen könnten. "Ob die Gespräche vorangehen, ist nicht entschieden.
Es gibt ernsthafte Erwägungen, sie abzusagen", sagte ein Regierungs-Vertreter, der nicht genannt werden wollte.
Präsident George W. Bush ließ über seine Sprecherin erklären, sobald die Faktenlage geklärt und die Verbündeten
konsultiert seien, werde man über das weitere Vorgehen entscheiden. Das in Peking geplante Treffen gilt als erster
möglicher Schritt für eine Beendigung des monatelangen Streits um das Atomprogramm Nordkoreas.
Südkorea sprach sich dafür aus, die Gespräche nicht platzen zu lassen. Nordkorea schlug dem südlichen Nachbarn
unterdessen Gespräche auf Ministerebene vor, die vom 27. bis 29. April in Pjöngjang stattfinden sollen.
Innerkoreanische Gespräche auf Kabinettsebene waren ursprünglich für Anfang April geplant gewesen, jedoch wegen
der südkoreanischen Unterstützung des US-geführten Krieges in Irak von der Regierung in Pjöngjang abgesagt
worden. (Quellen: rtr, dpa)
Israel plant Konzessionen in den besetzten Gebieten
Sa.19.04.03 - Auf Drängen der Amerikaner hat Israel verschiedene Zugeständnisse
bekannt gegeben, die den Palästinensern gewährt werden sollen, sobald
der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas eine neue Regierung
ernannt hat. Bei seinem jüngsten Besuch in Washington präsentierte der
Bürochef von Ministerpräsident Sharon, Dov Weissglas, mehrere Massnahmen,
die die Amtsübernahme von Abbas erleichtern sollen. Zu den Konzessionen
gehören ein stufenweiser Rückzug israelischer Truppen aus besetzten Gebieten,
die Freilassung palästinensischer Gefangener und die Transferierung palästinensischer
Zoll- und Steuereinnahmen, die Israel seit Beginn der Intifada zurückgehalten hat.
Kurz nach dem Amtsantritt der palästinensischen Regierung möchte sich Sharon mit
Abbas zu einer Unterredung treffen. (Quelle: nzz) Mehr unter:
IWF gibt neuen Kredit für Türkei frei
Sa.19.04.03 - Der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington hat am
Freitag (Ortszeit) einen Kredit in Höhe von 701 Millionen Dollar (641 Millionen Euro)
an die Türkei freigegeben. Die Summe ist Teil des im Februar in Aussicht gestellten
Darlehens im Gesamtumfang von 18 Milliarden Dollar. Es ist die erste Tranche des
Kredits seit der Regierungsübernahme von Recep Tayyip Erdogan im vergangenen
Monat. Die IWF-Gelder sollen die Regierung in Ankara bei der Bekämpfung der
schweren Wirtschafts- und Finanzkrise unterstützen. (Quelle: ap)
Nordirland: Mord an zahlreichen Katholiken unter staatlicher Aufsicht
Sa.19.04.03 - Die britische Armee und Nordirlands Polizei haben über Jahrzehnte
mit protestantischen Mordkommandos zusammengearbeitet und
sind verantwortlich für den Tod zahlreicher Katholiken. Zu diesem
Ergebnis ist ein Untersuchungsteam unter Leitung von John
Stevens gelangt, dem höchstrangigen britischen Polizeibeamten.
Stevens beschuldigt die "Force Research Unit" (FRU), eine geheime
Armeeeinheit, sowie die nordirische Polizei, ihren Agenten in
protestantischen Terrororganisationen nicht nur freie Hand bei
Mordanschlägen gegeben, sondern sie auch mit Informationen über
unliebsame Katholiken versorgt und die Spuren nach den
Attentaten verwischt zu haben. Prominentestes Opfer war der
Rechtsanwalt Pat Finucane, der 1989 in seinem Haus erschossen
wurde. Die britische Armee war durch ihren Agenten Brian Nelson,
der Ende März eines natürlichen Todes gestorben ist, über den
geplanten Anschlag informiert, und auch die Polizei wusste
Bescheid, weil ihr Agent William Stobie die Mordwaffe besorgt
hatte. Stobie war bereit, vor Stevens auszusagen, wurde aber
Anfang 2002 ermordet.
(Quelle: taz) Mehr unter:
Umfrage: Unternehmen erhoffen Vorteile von EU-Erweiterung
Sa.19.04.03 - Viele Unternehmen in Westeuropa versprechen sich einer
Umfrage zufolge wirtschaftliche Vorteile von der Erweiterung der Europäischen
Union (EU).
Zwei von drei deutschen befragten Führungskräften äußerten die Ansicht, das
eigene Unternehmen werde von der EU-Erweiterung profitieren, hieß es in einer am
Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Transportunternehmens United Parcel
Service. Unter den neuen EU-Ländern werde
nach Ansicht von 60 Prozent der deutschen Manager Polen die stärksten
Wachstumsimpulse erhalten.
Die befragten britischen Unternehmen äußerten sich dagegen skeptischer: Nur 48
Prozent erwarteten Vorteile für das eigene Geschäft, und nur jeder Dritte äußerte
die Einschätzung, die EU-Erweiterung werde Polens Wirtschaft beflügeln.
Nach Polen betrachten die Führungskräfte Tschechien und Ungarn als
Neuankömmlinge mit guten wirtschaftlichen Aussichten. Neben diesen drei
Ländern hatten am Mittwoch Slowenien, die Slowakei, Malta, Zypern und die drei
baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen die Verträge zum EU-Beitritt am 1.
Mai 2004 unterzeichnet.
Bei der jährlichen Umfrage befragte UPS knapp 1500 Führungskräfte in
Unternehmen aus sieben westeuropäischen Ländern. Probleme werden sich durch
die Erweiterung nach Einschätzung der Manager für die Arbeitsmärkte in ihren
eigenen Ländern ergeben. Mit steigender Arbeitslosigkeit rechnen 59 Prozent der
deutschen und 55 Prozent der belgischen Firmen. Weniger besorgt sind die
Italiener: Nur jeder dritte der dort befragten 250 Manager rechnete mit negativen
Folgen für Italiens Arbeitsmarkt. (Quelle: rtr)
Deutschland: Experten rechnen mit Haushaltsloch bis 15 Milliarden Euro
Sa.19.04.03 - Im Bundeshaushalt 2003 fehlen nach Schätzung von Experten bis zu 15 Milliarden
Euro. Der Haushaltssprecher der CDU/CSU-Fraktion, Dietrich Austermann, bezifferte das
Finanzloch auf 13 bis 15 Milliarden Euro. Das Magazin "Der Spiegel" geht unter Berufung auf
die Regierung von einem Defizit von rund 12 Milliarden Euro aus. An den drohenden Brüsseler
Sanktionen wegen der Überschreitung der Drei-Prozent-Defizitgrenze will Finanzminister
Hans Eichel (SPD) auch die Länder beteiligen.
Das Ministerium wies die Defizitzahlen als «reine Spekulationen»
zurück. Eichel räumte allerdings in der "Berliner Zeitung" ein, die schlechte
Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt berge erhebliche Risiken. Umso schwieriger
werde es, 2006 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. "Der Weg bis dahin
ist sicher sehr steil geworden", sagte Eichel. An den geplanten Steuersenkungen
wolle die Regierung festhalten. "Ich habe keine Steuererhöhungen vorgeschlagen,
und ich strebe keine Steuererhöhungen an."
Laut «Spiegel» rechnet das Wirtschaftsministerium mit einem Zuschuss für die Bundesanstalt für Arbeit von rund
sieben Milliarden Euro. Für die Arbeitslosenhilfe benötige Minister Wolfgang Clement (SPD) zudem bis zu drei
Milliarden zusätzlich. Außerdem müsse Eichel weitere zwei Milliarden aufbringen, weil er laut "Spiegel"
konjunkturbedingt rund eine Milliarde Euro weniger Steuern einnimmt und ihm wegen des unvollständig
durchgesetzten Steuererhöhungspakets eine weitere Milliarde fehlt.
Austermann geht davon aus, dass in diesem Jahr die von der EU gezogene Defizitgrenze von 3,0 Prozent mit
mindestens 3,6 Prozent wie 2002 von Deutschland überschritten wird. Er warf Eichel vor, den Etatentwurf auf zu
optimistischen Annahmen aufgebaut zu haben. Der Jahreswirtschaftsbericht habe die Wachstumsrate Ende Januar
bereits auf 1,0 Prozent zurückgenommen und die Forschungsinstitute später sogar auf 0,5 Prozent. Eichel habe aber
die 1,5-Prozent-Basis beibehalten.
Das Finanzministerium wies darauf hin, dass sich erst mit der Ende dieses Monats erwarteten Wachstumsprognose
der Bundesregierung und der Steuerschätzung Mitte Mai verlässliche Aussagen über die Einnahmen- und
Ausgabenentwicklung machen ließen. Laut Ministeriumssprecher Jörg Müller wird noch geprüft, inwieweit die Länder
die drohenden EU-Strafgelder mittragen müssen. Ein entsprechendes Rechtsgutachten sei bei der Europa-Universität
in Frankfurt/Oder in Auftrag gegeben worden. Wann die Expertise vorliegen werde, sei noch nicht bekannt. Eichel
muss bis 21. Mai darlegen, wie er die gesamtstaatliche Finanzlücke von rund 20 Milliarden Euro ohne zusätzliche
Kredite schließen will. Andernfalls droht aus Brüssel eine Strafe von bis zu zehn Milliarden Euro.
Nach Müllers Worten sind die Unionsländer jetzt in der Pflicht, "Vorschläge zu geeigneten Maßnahmen zu
unterbreiten, das ursprünglich angestrebte Entlastungsvolumen sicherzustellen". Nach dem CSU-regierten Bayern
weigern sich auch die CDU-geführten Länder Baden-Württemberg und Sachsen mit Verweis auf ihre sparsamen
Haushalte, sich an einer drohenden Geldstrafe aus Brüssel zu beteiligen. (Quelle: rtr)
Bundesregierung erwägt Mehrbelastungen für Rentner
Sa.19.04.03 - Die Bundesregierung plant im Zuge ihrer Sozialreformen offenbar eine
deutlich stärkere Belastung der Rentner als bislang bekannt. Wie die "Berliner
Zeitung" (Samstagausgabe) berichtete, soll die Rentenformel um einen Faktor
ergänzt werden, der die zunehmende Alterung der Gesellschaft berücksichtigt. Dies
würde bedeuten, dass die jährlichen Rentenerhöhungen deutlich geringer ausfallen
würden als nach geltender Rechtslage.
Wie nach Darstellung des Blattes aus mehreren Quellen bestätigt wurde, wird ein
entsprechendes Modell zurzeit in der so genannten Rürup-Kommission zur Reform
der Sozialsysteme erarbeitet und vom Kanzleramt befürwortet. Mit Hilfe eines
demographischen Faktors solle die gesetzliche Rentenversicherung in
Milliardenhöhe entlastet werden, hieß es in Kommissions- und Koalitionskreisen.
Geplant sei, die neue Rentenformel möglichst kurzfristig in Kraft treten zu lassen.
Den einst von der christlich-liberalen Koalition eingeführten "demographischen
Faktor", den ebenfalls der Wirtschaftsweise Bert Rürup entwickelt hatte, hatte die
rot-grüne Koalition 1998 abgeschafft. Der neue Faktor solle deshalb einen anderen
Namen erhalten, hieß es in der Zeitung. Rürup habe zudem vorgeschlagen, das
gesetzliche Renteneintrittsalter ab dem Jahr 2010 schrittweise von 65 auf 67 Jahre
anzuheben. (Quelle: ap)
Kohl kassierte angeblich von KirchMedia 400.000 Euro
Sa.19.04.03 - Altkanzler Helmut Kohl hat einem "Focus"-Bericht zufolge für seine
1999 vereinbarte Beratertätigkeit bei dem ehemaligen
Medien-Unternehmer Leo Kirch umgerechnet 400.000 Euro
kassiert. Dies sei das Doppelte seines ehemaligen
Kanzler-Gehalts, berichtet das Magazin. Zusätzlich habe Kohl rund
66.675 Euro im Jahr von der Schweizer Großbank Crédit Suisse für
eine Tätigkeit als Berater erhalten.
In diese Zeit falle auch die Zahlung eines Kredits über rund 110 Millionen Euro der
Bank an Kirch. Kohl verneinte laut "Focus", sich für die Vergabe der Millionen an
seinen Freund und Geschäftspartner Kirch verwendet zu haben.
Wie "Focus" weiter berichtet, will Kirch die Deutsche Bank und deren ehemaligen
Chef Rolf Breuer in den USA auf Schadensersatz verklagen. Entsprechende Pläne
seien im Umfeld Kirchs bestätigt worden. Das Münchner Landgericht hatte Breuer
und die Bank Mitte Februar zu Schadenersatz an Kirch verurteilt.
Kirch hatte Breuer vorgeworfen, sein Unternehmen in die Pleite getrieben zu haben.
Breuer hatte in einem Fernseh-Interview gesagt, der Finanzsektor sei offenbar nicht
bereit, Kirch "auf unveränderter Basis weitere Fremd- oder Eigenmittel zur
Verfügung zu stellen". Kurze Zeit später musste Kirch für weite Teile seiner Gruppe
Insolvenz anmelden. (Quelle: afp)
Ostern 1943: Aufstand im Warschauer Ghetto
Als deutsche Truppen am 19. April 1943 alle im Warschauer
Getto lebenden Juden nach Auschwitz deportieren wollten, stießen sie
überraschend auf Widerstand. Der Aufstand der mit dem Mut der Verzweiflung
kämpfenden Frauen und Männer gegen die Waffen-SS dauerte vier Wochen bis zum
16. Mai 1943. Die letzten Überlebenden wurden in Vernichtungslager
abtransportiert...
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