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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Mi.23.04.03, 12:45 Fünfunddreißigster Kriegstag in Irak
US-Heer rückt in Mosul ein und besetzt strategisch wichtige Gebäude +++
IKRK: Humanitäre Lage im Irak verbessert sich allmählich +++
Hunderttausende Schiiten versammeln sich in Kerbela +++
US-Zivilverwalter Garner trifft mit Kurdenführer zusammen +++
Frankreich unterstützt Suspendierung des Irak-Embargos +++
UN-Waffeninspekteure kehren vorerst nicht in den Irak zurück +++
Mi.23.04.03 - Soldaten des US-Heeres sind am Dienstag in die nordirakische Stadt
Mossul eingerückt und dabei nur auf geringen Widerstand gestoßen. Die Truppen
besetzten wichtige Regierungsgebäude, Krankenhäuser, einen Fernsehsender und
Kraftwerke. Die 2. Brigade der 101. Luftlandedivision ist nun mit mindestens 3.500
Mann in Mossul vertreten, wie Oberst Joseph Anderson erklärte.
Marine-Infanteristen hatten schon vor knapp zwei Wochen Teile der Stadt
eingenommen, darunter den Flugplatz, und auf Verstärkung durch das Heer
gewartet. Die drittgrößte Stadt Iraks liegt im kurdischen Norden des Landes.
Die humanitäre Lage im Irak verbessert sich nach Angaben des IKRK allmählich. «Die meisten Krankenhäuser
funktionieren, allerdings auf sehr niedrigem Niveau», sagte die Sprecherin. Priorität habe jetzt die Abwasser- und
Abfallentsorgung. Ansonsten drohe wegen der schlechten hygienischen Zustände die Ausbreitung von
Durchfallerkrankungen. Die EU-Kommission in Brüssel beschloss am Dienstag die Bereitstellung von zehn Millionen
Euro für rasche medizinische Soforthilfe im Irak.
Erstmals seit einem Vierteljahrhundert haben sich am
Dienstag in der irakischen Stadt Kerbela wieder hunderttausende Schiiten
versammelt. Unter der Herrschaft von Präsident Saddam Hussein durften sie nicht in
Massen in diese für sie heilige Stadt pilgern.
Bis zum Mittwoch wurden am Grab von Imam Hussein in Kerbela rund 80 Kilometer
südlich von Bagdad mehrere Millionen Gläubige erwartet. In Kerbela beenden die
Pilger eine 40-tägige Trauerzeit für den von ihnen als Märtyrer verehrten Imam
Hussein. Beobachter schlossen auch politische Demonstrationen nicht aus. Die
Schiiten, die im Irak die Bevölkerungsmehrheit stellen, wurden unter dem alten, von
Sunniten dominierten Saddam-Regime vielfach diskriminiert. Sie feiern deswegen in
diesem Jahr nach eigenem Bekunden nicht nur das Ende der Trauerzeit für den
Imam Hussein, der im Jahr 680 im Kampf mit den Omajjaden ermordet wurde, sondern
auch den Sturz von Saddam.
Der am Montag vom US-Militär festgenommene frühere irakische Ministerpräsident Mohammed
Hazmak el Subaidi soll 1991 eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung des
Schiiten-Aufstands im Irak gespielt haben. Überlebende beschuldigen ihn, für Massenerschießungen, Folter sowie
exzessive Zerstörungen in den Städten Samawa, Nasirija, Basra, Amara und Kut verantwortlich zu sein. Ein halbes
Jahr später - im September 1991 - wurde er zum Ministerpräsidenten ernannt. Nach einer Regierungsumbildung
wegen wirtschaftlicher Probleme wurde Subaidi zwei Jahre später Vize- Regierungschef. In dieser Funktion war
er bis 2001 schwerpunktmäßig für die Außenpolitik zuständig und Berater des Präsidenten.
Im April 2001 wurde Subaidi nicht mehr in die aus 18 Mitgliedern bestehende Führung der Baath-Partei gewählt.
Daraufhin entließ ihn Saddam per Dekret auch aus dem Revolutionären Kommandorat, dem höchsten Machtorgan.
Subaidi war zuletzt Kommandeur der Region Zentral-Euphrat. Neben Subaidi befindet sich seit Montag auch Jamal
Mustafa Abdullah Sultan, der Mann von Saddams jüngster Tochter Hala, in US-Gewahrsam, wie das
US-Zentralkommando in Doha (Katar) am Dienstag bestätigte. Er war die Nummer 40 auf der US-Fahndungsliste.
Welchen Rechtsstatus die bislang festgenommenen Mitglieder der irakischen Führungsriege haben, ist nach Angaben
des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ungeklärt. Sie gelten entweder als Kriegsgefangene oder als
internierte Zivilpersonen. Nach den Genfer Konventionen können sie nur auf Grund eines ordentlichen
Gerichtsverfahrens verurteilt werden, wie eine IKRK-Sprecherin erläuterte. Es seien bislang etwa 7000 irakische
Kriegsgefangene registriert, die meisten im Süden des Landes.
Der frühere US-General Garner traf unterdessen in Suleimanijeh den Chef der Patriotischen Union Kurdistans (PUK),
Dschalal Talabani. Nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA wollte Garner auch mit dem
Führer der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP), Massud Barsani, sprechen. Die PUK und die KDP sind die
beiden wichtigsten Kurdenparteien im Irak. Garner, der am Montag in Bagdad eingetroffen war, soll eine
Übergangsverwaltung aufbauen und zunächst auch leiten.
Die Waffeninspekteure der Vereinten Nationen werden vorerst nicht in den Irak
zurückkehren. Als Grund für diese Entscheidung führte UN- Chefinspekteur Hans
Blix am Dienstag nach Beratungen mit dem Sicherheitsrat an, dass die Lage vor Ort
für die UN-Experten noch zu unsicher sei. Dagegen erklärte der amerikanische
UN-Botschafter John Negroponte, es sei keineswegs klar, ob die UN-Experten die
Suche nach irakischen Massenvernichtungswaffen jemals fortsetzen würden. Die
Alliierten im Irak-Krieg hätten "die Verantwortung für die Abrüstung des Irak"
übernommen.
Nach seinem wochenlangen, zum Teil erbitterten Disput mit den USA über den Irak-Krieg schloss sich Frankreich am
Dienstag überraschend dem amerikanischen Verlangen nach Aufhebung der UN-Sanktionen an. Der französische
UN-Botschafter Jean-Marc de la Sabliere schlug dem Sicherheitsrat offiziell vor, die 1990 verhängten Sanktionen «mit
sofortiger Wirkung auszusetzen».
Der Weltsicherheitsrat will das Hilfsprogramm "Öl für Lebensmittel" noch einmal um kurze Zeit verlängern, weil bisher
nur ein Bruchteil der geplanten humanitären Hilfe den Irak erreicht hat. Auf Dauer aber habe das an die UN-Sanktionen
geknüpfte Programm zur Versorgung der irakischen Bevölkerung aus Ölexporten keine Zukunft. Das stellte der
Präsident des Sicherheitsrats, Adolfo Aguilar Zinser (Mexiko), am Dienstag nach Beratungen mit dem Direktor des
Irak-Programms bei den Vereinten Nationen, Benon Sevan, fest.
Sevan warnte sichtlich erregt davor, das humanitäre Programm zu schnell zu streichen. Mehr als 60 Prozent der
irakischen Bevölkerung hätten bisher nur eine einzige Nahrungsquelle gehabt, die Zuteilungen aus dem Programm "Öl
für Lebensmittel". Diese Verbindung könne nicht einfach "wie eine Nabelschnur" durchtrennt werden, sondern müsse
langsam und vorsichtig durch andere Maßnahmen ersetzt werden, erklärte Sevan.
Schon die geplante Verlängerung um 21 Tage gebe den Vereinten Nationen die Chance, "Welten zu bewegen". Der
Sicherheitsrat hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan und Sevan nach Kriegsbeginn damit beauftragt, die Bevölkerung
mit dem Erlös aus dem von den UN regulierten Ölverkauf zu versorgen.
Doch von den verfügbaren 14 Milliarden Dollar (12,7 Milliarden Euro) werden der irakischen Bevölkerung laut Sevan im
gesetzten Zeitraum von 45 Tagen nur 456,6 Millionen Dollar in Form von Lebensmitteln, Medikamenten und von
Elektrizität zukommen können. Mit der Verlängerung bis zum 3. Juni könne sich diese Summe um weitere 130
Millionen auf knapp 600 Millionen Dollar erhöhen, sagte der Programm-Direktor vor Journalisten.
Sevan macht technische Anlaufprobleme und die politische Debatte um Zuständigkeiten im Irak für die schleppende
Umsetzung des Mandats verantwortlich. "Öl für Lebensmittel" war 1995 ins Leben gerufen worden, um die
Auswirkungen der UN-Sanktionen für die Not leidenden Iraker zu mildern.
Der französische UN-Botschafter Jean-Marc de La Sablière gab zu, dass der Sicherheitsrat noch keine Vorstellung
davon hat, wer nach dem Ende des Programms für den Export des irakischen Öls und die Versorgung der
Bevölkerung verantwortlich zeichnen wird. Die USA dringen auf das Ende der Sanktionen und des Hilfsprogramms,
damit das irakische Öl frei auf dem Weltmarkt verkauft werden kann. Der Erlös soll angeblich dem Wiederaufbau des Landes
dienen. (Quellen: ap, dpa, afp)
Hintergrund: Die Schiiten
Die Spaltung des Islam in Schiiten und Sunniten begann mit einem politischen Mord:
24 Jahre nach dem Tod des Propheten Mohammed wurde sein dritter Nachfolger Osman
im Juni 656 in Medina ermordet. Die Verantwortung dafür ist umstritten. Der Neffe und
Schwiegersohn Mohammeds, Ali bin Abu Taleb, wurde an Stelle von Osman oberster
Führer aller Muslime (Kalif).
Während Osman in Glaubensfragen großzügig gewesen sein soll, galt Ali als Asket
mit strengen religiösen Ansichten. 661 wurde er von drei gedungenen Mördern beim
Freitagsgebet ermordet und bei Nadschaf begraben. Sein Sohn Hussein starb 680
in einer Schlacht gegen die Omajiden bei Kerbela. Dieses Ereignis gilt als Beginn
der Spaltung im Islam. Die Grabmäler Alis und Husseins gehören zu den heiligsten
Stätten der Shia, die seit dem auch stark vom Märtyrerkult geprägt ist.
Schätzungsweise 130 Millionen schiitische Muslime berufen sich auf Ali als
rechtmäßigen Nachfolger Mohammeds. Für die «Shi'at Ali», die Partei Alis, deren
Anhänger vor allem in Iran, im südlichen Irak, Pakistan und an der Ostküste der
arabischen Halbinsel leben, kann nur ein direkter Abkomme Alis und seiner Frau
Fatimah, der Tochter des Propheten, geistiger Führer (Imam) sein. Insgesamt zwölf
Imame, beginnend mit Ali und allen direkt vom Propheten Abstammenden, haben
die Gläubigen geführt und gelten als sündenfrei und unfehlbar. Der zwölfte Imam,
Mohammed al Mahdi, verschwand nach schiitischer Überzeugung im Jahre 878.
Doch er wird, wenige Tage vor dem Ende der Welt, als Messias wiederkehren.
Bis zu dessen Auferstehung fungiert ein geistlicher Führer als Verwalter an der
Spitze eines hierarchisch gegliederten Klerus'. Für die etwa 1,1 Milliarden sunnitischen
Muslime hingegen gibt es keine Hierarchie in der religiösen Führung.
Lange hatte das sunnitisch dominierte Regime von Saddam Hussein die Schiiten
brutal unterdrückt. Doch mit dem Sturz der alten Herrschaft durch die
Invasionstruppen scheint der schiitische Glaube in diesen Tagen wieder allgegenwärtig.
Seit Tagen marschieren die Pilger gen Kerbela, sie tragen Abbilder der von ihnen verehrten
Imame vor sich her, begleitet werden sie von schiitischen Gesängen und Koranversen.
Schiiten geißeln sich mit Ketten, andere Pilger schlagen sich
immer und immer wieder auf die Brust. Ihr Schmerz scheint unendlich, und wird von
den Lobgesängen auf ihren Märtyrer begleitet.
Die Zeiten haben sich tatsächlich geändert in Kerbela: Die Polizisten auf den überfüllten Straßen in Kerbela bleiben im
Hintergrund, sie lenken die Massen einigermaßen geordnet Richtung Grabmoschee. Vereinzelt ertönen sogar
religiöse Gesänge durch die Lautsprecher der Polizeiautos.
US-Soldaten waren am Dienstag in der Innenstadt von Kerbela weit und breit nicht zu sehen. Offensichtlich
halten sie sich angesichts des schiitischen Aufmarsches bewusst zurück. "Truppen der USA - Geht nach Hause",
steht in englischer Sprache auf einem einzelnen Transparent.
(Quelle: dpa)
«Ginge es strikt nach dem Mehrheitsprinzip,
müssten die Schiiten im künftigen Irak den Ton angeben. Über 60
Prozent der Bevölkerung gehören dieser Glaubensrichtung an.
Doch für welche politische Richtung sie sich entscheiden werden -
einen schiitischen Gottesstaat à la Iran oder einen säkularen Staat,
in dem Religion und Staat strikt getrennt sind -, ist noch unklar.»
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Blix prangert Fälschung von angeblichen Beweisen für Massenvernichtungswaffen an
Mi.23.04.03 - In ungewöhnlich scharfer Form hat UN-Chefinspekteur Hans Blix die Fälschung von
angeblichen Beweisen für Massenvernichtungswaffen in Irak zur Rechtfertigung des
Krieges angeprangert. Im britischen BBC-Fernsehen nannte Blix es "beunruhigend", dass ein Großteil der
Dokumente, auf die sich Washington und London gestützt
hätten, "derart wenig solide" seien. Als "offenkundiges Beispiel" nannte er die
angebliche Einfuhr von 500 Tonnen Uran aus Niger. Für die Internationale
Atomenergiebehörde (IAEA) sei es "nicht sehr schwer" gewesen herauszufinden,
dass der Vertrag dazu "schlicht und einfach gefälscht war".
Es sei "sehr, sehr beunruhigend", dass die hoch technisierten Geheimdienste der
USA und Großbritanniens die Fälschung nicht erkannt hätten. Er wolle allerdings
"nicht so weit gehen", den Geheimdiensten vorzuwerfen, dass sie die Beweise auf
Geheiß der Regierungen in London und Washington gefälscht hätten.
(Quelle: afp)
USA planen Geberkonferenz für Irak
Mi.23.04.03 - Die US-Regierung will mit einer internationalen Geberkonferenz
Geld für den Wiederaufbau Iraks sammeln. Die Konferenz werde stattfinden, wenn
Experten der Weltbank die Bedürfnisse des Landes an Ort und Stelle überprüft
hätten, sagte der Haushaltschef des Pentagons in Washington, Dov Zakheim, am
Dienstag. Dies werde etwa sechs Wochen dauern. Er rechne damit, dass das
Interesse an Investitionen in den Wiederaufbau Iraks größer sein werde als im Fall
Afghanistans, das lediglich über eine Subsistenzwirtschaft verfüge.
Irak sei dagegen einer der wenigen Staaten im Nahen Osten mit einer
ausgewogenen Wirtschaft. Eine Reihe von Staaten leiste bereits vor dem offiziellen
Ende der Kampfhandlungen Unterstützung, so lieferten die Vereinigten Arabischen
Emirate ein Klärsystem für Bagdad. Deutschland, Frankreich und Russland hätten
bislang keine Hilfe angeboten, sagte Zakheim. Auf die Frage, ob diese drei Staaten
als Investoren für die Zukunft Iraks willkommen seien, äußerte sich Zakheim nicht.
Zu den geschätzten Kriegskosten von bislang 25 Milliarden Dollar hätten die USA
550 Millionen Dollar für den Wiederaufbau zugesagt, Großbritannien werde 330
Millionen bereitstellen, sagte Zakheim. Australien und Japan hätten 100 Millionen
Dollar angekündigt, Spanien 56 Millionen, Norwegen und die Niederlande je 21
Millionen. Die Geberkonferenz für Afghanistan brachte ursprünglich Hilfszusagen von
zwei Milliarden Dollar. Die US-Regierung beklagte allerdings über Monate, dass das
Geld nur zögerlich fließe. (Quelle: ap)
Bush laut «Newsweek»: Derzeit keine neuen Kriegspläne
Mi.23.04.03 - US-Präsident George W. Bush hat einer auszugsweisen
Rede-Mitschrift von "Newsweek" zufolge zurzeit keine weiteren Kriegspläne. Bush
äußerte sich am Dienstag bei einem Treffen mit Journalisten.
Angesprochen auf die Besorgnis, nach dem Krieg im Irak könne möglicherweise
nun Syrien ins Fadenkreuz einer neuen US- Militäraktion geraten, erklärte Bush den
Redeauszügen zufolge: "Ich habe zu diesem Zeitpunkt keine spezielle Operation im
Kopf. Ich kann mir auch keine spezielle Situation oder einen speziellen Vorfall
vorstellen, der, während wir sprechen, eine militärische Maßnahme notwendig
machen würde."
Die Regierung in Washington hatte Syrien vorgeworfen, ehemaligen Funktionären
der irakischen Regierung von Präsident Saddam Hussein Unterschlupf gewährt zu
haben. Syrien war außerdem von den USA vorgeworfen worden, es entwickle
heimlich Massenvernichtungswaffen. Dies hatte Befürchtungen ausgelöst, die USA
könnten militärisch gegen Damaskus vorgehen. Am Sonntag hatte Bush allerdings
erklärt, er sehe Anzeichen dafür, dass Syrien die Verärgerung der USA verstehe.
"Newsweek" zufolge macht sich Bush offenbar keine Sorgen über die Forderung der
vielen irakischen Schiiten nach einem islamischen Staat unter geistlicher Führung.
"Ich liebe die Geschichten über die Menschen, die sagen, 'ist es nicht wundervoll,
unserer Religion Ausdruck verleihen zu können, der schiitischen Religion, auf der
Pilgerfahrt dies Wochenende'", antwortete Bush. "Es hat mir gefallen, das zu lesen."
Zu den Kosten des Irak-Kriegs sagte Bush: "Ich habe dem amerikanischen Volk gesagt, es spiele keine Rolle, wieviel
es kosten werde, den Krieg zu gewinnen, wir werden das Geld ausgeben." Glücklicherweise sei der militärische
Hauptvorstoß im Irak relativ rasch abgelaufen", fügte Bush hinzu. (Quelle: rtr)
PDS-Minister bezeichnet US-Präsident als Verbrecher
Mi.23.04.03 - Als einen "Verbrecher der gemeinsam mit Saddam Hussein vor ein
internationales Gericht gehört", hat der Umweltminister von
Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Methling, den US-Präsidenten George W.
Bush bezeichnet. Die Äußerung des PDS-Landespolitikers war bei einer
Antikriegsdemo an den Osterfeiertagen gefallen und sorgte am Dienstag für Wirbel
in der Landeshauptstadt Schwerin.
Der PDS-Landesvorsitzende Peter Ritter stellte sich im NDR vor Methling. Von der
SPD, die in Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit der PDS regiert, wollte sich
hingegen niemand äußern. Der CDU-Landtagsabgeordnete Ulrich Born sagte,
unabhängig wie man über den Golfkrieg denke, sei es "unerträglich", einen frei
gewählten US-Präsidenten mit dem irakischen Diktator auf eine Stufe zu stellen.
Die CDU verlange von Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD), dass er seinen
Stellvertreter Methling "in die Schranken weist". (Quelle: ap)
«Im US-Verteidigungsministerium wird an der
Umsetzung der Vision eines "amerikanischen Internationalismus" gearbeitet»
«(...) Mit der Niederlage des irakischen Diktators hat sich die
neokonservative Denkschule einer aggressiven Machtpolitik
endgültig durchgesetzt. Dies ist die Stunde des Pentagons.
Verteidigungsbeamte sprechen offen davon, dass sich die Feinde
der USA fürchten und am Irak ein Beispiel nehmen sollten. Es war
Wolfowitz, der als Erster Syrien öffentlich ins Visier nahm. Längst
führt das Verteidigungsministerium den Ton in der Außenpolitik an.
"Fakt ist, dass es im Pentagon eine Reihe von Leuten gibt, die
strategisch denken und ausformulierte Visionen haben. Und es gibt
dazu kein Äquivalent im Außenministerium", sagt Zbigniew
Brzezinski, formals Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy
Carter.
Einflussreiche neokonservative Strategen, die in der Ära des
demokratischen Präsidenten Clinton ihr "Project for the New
American Century" vorantrieben, sitzen heute im Pentagon und
arbeiten mit Eifer an der Umsetzung ihrer in den 90er-Jahren
ausformulierten Vision eines "amerikanischen Internationalismus".
Ihr Vorteil: Sie verfügen über ein in sich geschlossenes Weltbild.
"Das Außenamt ist deutlich in der Defensive", sagt Christopher
Preble vom liberal-konservativen Cato Institute. Es könne mit
keinen intellektuellen Vordenkern aufwarten. Colin Powells Behörde
habe völlig versagt, der Öffentlichkeit Gegenpositionen zu den
Hardlinern im Pentagon darzustellen. (...) » (Aus der "tageszeitung" vom 23.04.03)
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US-Falken machen gegen das Außenministerium mobil
«US-Präsident Bush setzt für die Präsidentschaftskampagne, die in diesem
Herbst startet, auf den Terrorismus- und Kriegseffekt. Kurz vor dem 11.9.
ist eine Rede vor der Parteitagsversammlung der Republikaner in New York
geplant. Inzwischen wollen die rechten Republikaner den Kriegserfolg
auszubeuten und den moderateren Außenminister Powell, der für den
diplomatischen Weg durch die UN plädiert hatte, aus dem Amt zu drängen.
(...) Offenbar wachsen die Spannungen zwischen Pentagon und dem
Außenministerium über den politischen Kurs gegenüber Nordkorea, dem
Nahostkonflikt und dem Wiederaufbau im Irak. Wie die Washington Post
schreibt, wird das Außenministerium kritisiert, weil es ein offensives
Vorgehen gegen Terrorismus und Schurkenstaaten abbremst.» (telepolis vom 23.04.03)
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«Schisma des Westens? - Der Irak-Krieg und die imperialistische Konkurrenz»
«Der "Präventivkrieg" der USA und Großbritanniens gegen den
Irak, so scheint es, hat nicht nur zahlreiche Menschenleben
und die Infrastruktur dieses ohnehin ausgepowerten Landes
vernichtet. Auf der Strecke geblieben ist auch die Einmütigkeit
des Westens. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg geht
ein Riß durch die politische Allianz der NATO-Staaten. Die in den
Jahrzehnten des Kalten Krieges ausgebaute Integration der
alten kapitalistischen Kernländer zu einem Imperium der Pax
Americana hatte noch das erste Jahrzehnt nach dem
Zusammenbruch der Pax Sowjetica überdauert und sich in
einer ganzen Reihe von Weltordnungskriegen und
weltpolizeilichen Maßnahmen gegen die "Unsicherheitszonen"
der zerfallenden Peripherie reproduziert. Der Dissens über den
Irak markiert einen Umschlagpunkt. Seit Anfang 2003 spricht
der Westen nicht mehr mit einer Stimme. Schon ist die Rede
von einer neuen weltpolitischen Achse Paris – Berlin – Moskau.
Verschieben sich die Gewichte der globalen Macht, ist dieser
Dissens der Beginn eines großen historischen Schismas? »
(Aus: Robert Kurz - "Schisma des Westens? - Der Irak-Krieg und die imperialistische Konkurrenz",
"junge Welt" vom 23.04.03)
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«Beginn einer Welle von Kriegen»
«Die Amerikaner haben sich den schwächsten Gegner ausgesucht, um
ihren anderen "Feinden" eine Lektion zu erteilen. Der Krieg ist Teil
eines imperialistischen Projekts, das auf einer
fundamentalistischen, irrationalen Ideologie beruht. Für die
Bush-Administration ist der Krieg im Irak der Beginn einer Welle
von Kriegen. Ich glaube, er ist Teil einer globalen Strategie, die das
Ziel hat, nicht nur die arabische, sondern die gesamte Welt zu
beherrschen.» (Elias Khoury, libanesischer Schriftsteller, in einem taz-Interview vom 23.04.03)
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Der WTC-Anschlag vom 11. September sei von der US-Regierung billigend in Kauf
genommen worden, «um geopolitische Machtinteressen durchzusetzen»,
lautet die Kernthese von Nafeez M. Ahmed in seinem Buch «Geheimsache 09/11»
Ahmed ist Leiter des Institute for Policy Research and Development. Mehr unter:
Bürgerrechtler wollen Veröffentlichung von Flugverbotsliste
Mi.23.04.03 - Die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) hat die
Bundespolizei FBI und andere Regierungsbehörden am Dienstag auf Herausgabe
einer Liste mit den Namen von Personen verklagt, die auf einer geheimen
"No-fly-Liste" stehen. Die Liste war von der US-Regierung nach den
Terroranschlägen vom 11. September erstellt worden, um zu verhindern, dass
mögliche Terroristen in Flugzeuge gelangen.
Die ACLU klagt im Namen von zwei Frauen, die zu den 339 Reisenden gehören, die
in den vergangenen beiden Jahren auf dem Flughafen von San Francisco
vorübergehend festgenommen und verhört wurden, weil ihr Name auf dieser
"No-fly-Liste" stand. Die Behörde für Flugsicherheit bekommt die Namen von der
Polizei und gibt sie an die Fluglinien weiter. Die ACLU fordert, dass offen gelegt
wird, wer auf dieser Liste steht, wieso er dort steht und wie er wieder davon
gestrichen werden kann.
Die beiden Frauen geben in San Francisco die Zeitschrift "War Times" heraus. Sie
wurden im August festgehalten, als sie nach Boston fliegen wollte. Sie durften die
Reise dann auch fortsetzen. (Quelle: ap)
Auch Jugendliche als Terrorverdächtige in Guantanamo
Mi.23.04.03 - Unter den von den USA auf Kuba gefangen gehaltenen
Terrorverdächtigen sind auch Jugendliche unter 16 Jahren, wie das US-Militär am
Dienstag bestätigte. Die Jugendlichen würden getrennt von den erwachsenen
Gefangenen festgehalten, aber alle wurden "gefangen genommen als aktive
Kämpfer gegen die US-Streitkräfte", wie Oberstleutnant Barry Johnson sagte. Wie
viele es sind, wollte er nicht sagen. Menschenrechtsgruppen reagierten empört.
"Dass die USA nichts dabei finden, Kinder in Guantanamo festzuhalten und zu
verhören ist ein schockierender Hinweis darauf, wie anmassend die Bush-Regierung
in Bezug auf die Achtung der Menschenrechte inzwischen geworden", sagte Alistair
Hodgett, Sprecher von Amnesty International. Und James Ross von Human Rights
Watch erklärte, das sei nur ein Hinweis darauf, dass die USA nie den rechtlichen
Status der in Guantanamo Festgehaltenen geklärt hätten. "Dass Kinder dort
festgehalten werden, macht die Sache nur schlimmer", sagte Ross.
Die USA halten auf ihrem Stützpunkt Guantanamo auf Kuba 660 Männer aus 42
Ländern fest, die sie verdächtigen, Verbindungen zur Organisation El Kaida von
Osama bin Laden oder den afghanischen Taliban zu haben. Bislang wurde keine
Anklage erhoben, sie haben keine Rechtsanwälte. Bislang gab es in Guantanamo
25 Selbstmordversuche. (Quelle: ap)
Viele Guantanamo-Gefangene offenbar ohne El-Kaida-Kontakte.
Die Gefangenen von Guantanamo
Anwälte fordern mehr Rechte für Häftlinge in Guantanamo
Druck auf Arafat wegen Regierungsneubildung wächst
Mi.23.04.03 - Im Machtkampf zwischen Palästinenserpräsident Jassir Arafat und seinem
designierten Ministerpräsidenten Mahmud Abbas hat die internationale Gemeinschaft den
Druck auf Arafat am Dienstag massiv verstärkt. Nach den USA forderte auch
der britische Premierminister Tony Blair der 73-Jährigen auf, der Regierungsbildung durch
Abbas nicht länger im Wege zu stehen.
Zuvor hatte bereits der EU-Sondergesandte für Nahost,
Miguel Moratinos, zwei Mal bei Arafat vorgesprochen.
Russlands Sondergesandter Andrej Widowin warnte den bedrängten Präsidenten,
dem neuen Premier keine weiteren Hindernisse in den Weg zu legen.
Innerhalb der Autonomiebehörde wurde der Druck auf Arafat und seinen Stellvertreter
Abbas verstärkt, die Bildung einer handlungsfähigen Regierung nicht ihrem
persönlichem Ehrgeiz zu opfern. Die Abgeordnete Hanan Aschrawi meinte: "Es gibt
eine schwere Krise, und deshalb haben wir beschlossen, damit jetzt an die
Öffentlichkeit zu gehen." Abbas habe sich inzwischen in seinem Haus von der
Außenwelt abgeschottet. Er sei "nicht mehr bereit, über die Regierungsbildung zu
verhandeln". Am Abend traten Spitzenvertreter der Fatah-Bewegung Arafats in
Ramallah zusammen, um über die Krise zu beraten.
In Ramallah hieß es am Dienstag, Abbas habe seine Bemühungen um die Bildung
eines handlungsfähigen Kabinetts bereits am Samstag aufgegeben, als er ein
Treffen mit Arafat abbrach. Abbas hat bis Mittwochabend Zeit, um eine Ministerliste
vorzulegen. Das Palästinenserparlament muss dann innerhalb einer Woche darüber
entscheiden. Arafat weigert sich unter anderem, die Ernennung des früheren
Sicherheitschefs von Gaza, Mohammed Dachlan, zum neuen Innenminister anzuerkennen.
Bereits am Montagabend hatte die US-Regierung offen für Abbas Partei ergriffen, den Arafat vor fünf Wochen unter
starkem internationalen Druck ernannt hatte. Der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher, sagte: "Die
Bildung eines starken, bevollmächtigten palästinensischen Kabinetts unter Führung von Abu Masen (Mahmud Abbas),
das ernsthaften Bemühungen um Reform und Sicherheit verpflichtet ist, liegt zutiefst im Interesse der
palästinensischen Bevölkerung." Die USA haben die Veröffentlichung und damit die Umsetzung des mit der EU,
Russland und den Vereinten Nationen entwickelten Friedens-Fahrplans für Nahost von der Bildung einer Regierung
unter Abbas abhängig gemacht.
Kurz nach der Erklärung Washingtons sprach der EU-Sondergesandte für Nahost, Moratinos, zwei Mal bei Arafat vor.
Er machte ihm klar, dass "Mahmud Abbas der einzige Premier ist, den die EU akzeptiert". Arafat sei darüber so
erzürnt gewesen, dass er den Telefonhörer auf die Gabel geworfen habe, berichteten Kreise um den PLO-Führer. Auch
der britische Premier Blair forderte Arafat auf, "alles zu tun, um die Wahl von Abbas zu ermöglichen". Russland
schickte später seinen Sondergesandten Andrej Widowin, der Arafat drängte, sich nicht länger in die Bemühungen um
die Bildung einer Regierung einzumischen.
Von palästinensischer Seite kamen Forderungen an beide Seiten, den Machtkampf zu beenden. Eine Gruppe von
sieben Abgeordneten forderte, Arafat und Abbas sollten "Verantwortung gegenüber ihrem Land und ihrem Volk"
beweisen und ihre Meinungsverschiedenheiten beenden. Planungsminister Nabil Schaath, der am Montag ein
Scheitern der Regierungsbildung durch Abbas konstatiert hatte, erklärte am Dienstag: "Dies ist die Stunde Abu
Masens."
Im Streit zwischen PLO-Chef Jassir Arafat und dem designierten palästinensischen Regierungschef Mahmud Abbas soll
nun der ägyptische Geheimdienstchef vermitteln. Omar Suleiman werde heute nach Ramallah im Westjordanland reisen,
um Arafat zu treffen, sagten Palästinenservertreter der Nachrichtenagentur AFP.
(Quellen: dpa, afp)
Obasanjo als Präsident Nigerias wiedergewählt
Mi.23.04.03 - Nigerias wiedergewählter Präsident Olusegun Obasanjo sieht trotz
internationaler Kritik am Wahlverlauf im Wahlergebnis eine Stärkung der jungen
Demokratie in dem afrikanischen Ölexportland.
Er sei überwältigt vom Ausmaß des ihm zugefallenen Mandats, sagte Obasanjo,
einstiger Militärmachthaber im volkreichsten Land Afrikas, in seiner
Fernsehansprache nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses am Dienstag. Mit der
Wahl Obasanjos 1999, die damals noch vom Militär überwacht wurde, waren 15
Jahre der Militärdiktatur in Nigeria zu Ende gegangen.
Nach Angaben des Nationalen Wahlausschusses entfielen auf Obasanjo, der aus
dem überwiegend christlich geprägten Süden des Landes kommt, 24,5 Millionen
Stimmen. Für den Spitzenkandidaten aus dem überwiegend moslemischen Norden,
Muhammadu Buhari, ermittelte der Wahlausschuss 12,7 Millionen Stimmen. Beide
Spitzenkandidaten hatten früher bereits als Generäle Militärregierungen in Nigeria
geführt.
Beobachter der Europäischen Union (EU) hatten nach der Wahl erklärt, sie hätten
zahlreiche gravierende Unregelmäßigkeiten bei der Präsidenten- und
Gouverneurswahl in Nigeria registriert. Auch das US-Außenministerium hatte von
glaubwürdigen Berichten über Unregelmäßigkeiten im Wahlverlauf gesprochen.
In einer Erklärung der oppositionellen All Nigeria People's Party Buharis hieß es, eine auf der Grundlage dieser
"sogenannten Wahl" zustande gekommene Regierung werde von der Opposition als nicht legitimiert angesehen. "Eine
betrügerische Demokratie ist schlimmer als eine Diktatur."
Beide Spitzenkandidaten hatten vor der Wahl am Samstag versprochen, sie würden als Präsidenten energisch gegen
Korruption, gegen Armut und Verbrechen vorgehen. (Quelle: rtr)
Spannungen in Nigerias Ölfeldern nach Wahl
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Krise im Friedensprozess in Sri Lanka
Mi.23.04.03 - Die Tamilen boykottieren die nächste Gesprächsrunde
Der Friedensprozess in Sri Lanka droht ins Stocken zu geraten.
Die tamilische Widerstandsorganisation (LTTE) hat ihre Teilnahme
an der nächsten Gesprächsrunde ausgesetzt. Anlass dazu war vor
allem der Ausschluss der LTTE von einem internationalen Sri-Lanka-
Treffen in Washington. Darauf hatten die USA und Indien bestanden.
(Quelle: nzz)
Führer der Zypern-Türken macht Trennungslinie durchlässiger
Mi.23.04.03 - Fast drei Jahrzehnte nach der Teilung Zyperns 1974 bröckelt die
Trennungslinie zwischen dem türkisch-zyprischen und dem griechisch-zyprischen Teil
der Mittelmeerinsel. Die Behörden der international nur von der Türkei anerkannten
"Türkischen Republik Nordzypern" werden von Montag, dem 28. April, an Besuche von
Bürgern beider Teile Zyperns im jeweils anderen Teil der Insel erlauben.
Dies teilte am Dienstagabend der nordzyprische Ministerpräsident Dervis Eroglu im
türkisch-zyprischen Fernsehen (BRT) mit. Zuvor hatten zyprische Medien in beiden
Teilen der Insel berichtet, die Maßnahmen träten bereits an diesem Mittwoch in
Kraft. Die Teil- Öffnung der Trennungslinie gilt als Folge des Druckes, unter dem der
zyprische Türkenführer Rauf Denktasch steht, nachdem die griechisch dominierte
Republik Zypern am vergangenen Mittwoch ihren Beitritt zur EU zum 1. Mai 2004
unterzeichnet hat.
Der zyprische Regierungssprecher Kypros Chrysostomidis sagte dazu im
zyprischen Fernsehen: "Alle Bürger der Republik haben das Recht, sich frei zu
bewegen. Der Beschluss (von Denktasch) ist nur ein Versuch, von seiner unnachgiebigen Haltung beim Thema einer
Lösung der Zypernfrage abzulenken." Die Regierung in Nikosia wünsche die Beendigung der türkischen Besetzung
des Nordens und eine praktikable Lösung der Zypernfrage, damit alle Zyprer die Vorteile aus dem Beitritt zur EU
ziehen könnten.
Wie der zyprische Außenminister Giorgos Iakovou im griechischen Rundfunk sagte, werden die Behörden im Süden
nur türkischen Zyprern die Einreise erlauben. "Siedler aus Anatolien oder Soldaten aus der Türkei werden wir den
Besuch nicht erlauben. Sie befinden sich illegal auf der Insel", sagte Iakovou. Die gelte auch für Touristen, die aus
Nordzypern kämen, weil sie nicht über eine offizielle Einreisestelle auf die Insel gekommen seien, hieß es.
Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Zahlreiche
Vermittlungen der UN zur Überwindung der Teilung sind seitdem gescheitert. Am 1. Mai 2004 wird die Mittelmeerinsel
der EU beitreten. Wenn bis dahin die Teilung nicht überwunden ist, wird das EU-Recht nur im griechischen Süden
gelten. (Quelle: dpa)
Russischer Energieminister warnt vor Einsturz von Tschernobyl-Hülle
Mi.23.04.03 - Die Betonhülle um den zerstörten Unglücksreaktor von Tschernobyl
droht nach Ansicht des russischen Energieministers Alexander Rumjanzew
einzustürzen. Die Gefahr, dass die nach der Atomkatastrophe von 1986 errichtete
Schutzhülle zusammenbreche, sei durchaus reell, sagte Rumjanzew in einem am
Dienstag veröffentlichten Interview der Zeitung "Nesawisimaja Gaseta". Fachleute
haben wiederholt davor gewarnt, dass Radioaktivität aus dem brüchigen
Schutzmantel um den ukrainischen Atomreaktor austreten könne. Der geplante Bau
einer neuen Hülle wird maßgeblich von internationalen Gebern unterstützt. Die
Arbeiten beginnen vermutlich jedoch frühestens im kommenden Jahr.
(Quelle: ap)
«Tschernobyl-Aids»
In der Nacht am 26. April 1986 ereignete sich in Tschernobyl
ein Reaktor-Gau. Die bislang größte Katastrophe in der friedlichen Nutzung der Kernenergie
traf Millionen Menschen. Die ukrainischen Behörden haben rund 4300
Todesfälle als direkte Folge des Unglücks anerkannt. Die Gesamtzahl beläuft sich
nach inoffiziellen Schätzungen auf 170000. Der Katastrophenreaktor von Tschernobyl
verseucht noch immer seine Umgebung mit radioaktiver Strahlung...
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Demo für gerechtere Rohkaffee-Preise
Mi.23.04.03 - Mehrere Hilfsorganisationen haben vom US-Lebensmittelkonzern
Kraft Foods wegen verfallender Rohkaffee-Preise Schutzmaßnahmen zu Gunsten der
Kaffee-Bauern gefordert. Am deutschen Sitz des US-Konzerns in Bremen verlangten sie am Dienstag die
Einhaltung von Kaffee-Qualitätsstandards und die Vernichtung minderwertigen Rohkaffees. Kraft Foods solle
mindestens fünf Prozent seines Rohstoff-Bedarfs zu einem "seriösen Preis" beziehen. Kraft produziert unter
anderem Jacobs-Kaffee.
Kaffee-Überkapazitäten zu vernichten, sei zwar kurzfristig interessant, mittelfristig
aber kontraproduktiv, sagte der Sprecher von Kraft Foods Deutschland, Stephan Becker-Sonnenschein.
Einen gewissen Anteil des Rohkaffee-Bedarfs aus so genanntem fairen Handel und damit zu einem
festgesetzten Mindestpreis von 126 US-Dollar pro Sack zu beziehen, müsse diskutiert werden. Die Preise
regele aber grundsätzlich der Markt. Kraft Foods beteilige sich bereits an internationalen Initiativen und
lokalen Projekten zur Unterstützung der Bauern, betonte Becker-Sonnenschein. Die Rohkaffee-Preise haben
2002 ein 100-Jahres-Tief erreicht, wie Jörg Kalinski, Sprecher des Hilfsorganisationen-Dachverbandes Oxfam,
erklärte. Da die meisten der 25 Millionen Kaffeebauern nicht einmal ihre Produktionspreise decken könnten,
stünden sie vor dem Ruin. (Quelle: info.partisan.net)
Giscard schlägt Wahl eines EU-Ratsvorsitzenden vor
Mi.23.04.03 - Im Tauziehen um den künftigen Aufbau der Europäischen Union hat
sich Konventspräsident Valéry Giscard d'Estaing auf die Seite der großen
EU-Staaten geschlagen. Giscard legte am Dienstag in Brüssel einen Vorschlag für
eine EU-Verfassung vor, der die Wahl eines dauerhaften Vorsitzenden für den Rat
der Mitgliedstaaten vorsieht.
Die kleinen EU-Länder hatten sich vehement gegen einen solchen Ratspräsidenten
ausgesprochen. Sie wollen am heutigen System des reihum wechselnden Vorsitzes
festhalten.
Zugleich griff Giscard die Forderung von Deutschland, Frankreich und der kleinen
EU-Staaten auf, wonach das Europaparlament künftig den Präsidenten der
EU-Kommission wählen soll. Die Kommission soll wie bisher Vorschläge zur
europäischen Politik machen und die Einhaltung der EU-Verträge überwachen. Der
Rat bleibt nach Giscards Vorstellung das zentrale Entscheidungsgremium der
Mitgliedstaaten auf EU-Ebene.
Giscard legte seine Vorschläge zum Aufbau der EU-Einrichtungen nach Angaben
eines Sprechers am Dienstag dem Konventspräsidium vor. Am Donnerstag sollen
sie - möglicherweise in abgeänderter Form - dem gesamten Konvent präsentiert
werden, der bis Ende Juni den Entwurf einer EU-Verfassung ausarbeiten muss. Die
15 Mitgliedstaaten hatten bereits im Vorfeld ihre Vorstellungen dargelegt.
Die EU-Kommission - das ausführende Organ der Union - soll nach Giscards
Vorschlag auf 13 Mitglieder schrumpfen. Ihr gewählter Präsident soll demnach elf
Kommissare ernennen, die ihrerseits vom Parlament bestätigt werden müssen.
Hinzu käme ein europäischer Außenminister, der vom Rat bestimmt wird. Dieser
EU-Außenminister soll gleichzeitig der Kommission und dem Rat angehören.
Die Mitgliedstaaten sollen Giscard zufolge nicht nur einen von außen kommenden Vorsitzenden oder Präsidenten des
Rates wählen, sondern auch einen Vizepräsidenten. Ihr Mandat liefe zweieinhalb Jahre und sei einmal erneuerbar.
Gemeinsam mit dem EU-Außenminister, zwei Regierungschefs der Mitgliedstaaten sowie den Vorsitzenden der
Ministerräte für Justiz und Inneres sowie Wirtschaft und Finanzen sollten sie die Arbeit des Europäischen Rates
koordinieren. (Quelle: dpa)
Deutschland: Eichel kommt offenbar um Nachtragshaushalt nicht herum
Mi.23.04.03 - Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) muss nach Einschätzung
von Wirtschaftsforschern wegen des neuen Milliardenlochs im Bundesetat einen
Nachtragshaushalt vorlegen. "Die Bundesregierung wird um einen
Nachtragshaushalt nicht herumkommen", sagte der Konjunkturexperte des Kieler
Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide, der "Berliner Zeitung". Auch Udo
Ludwig vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle erklärte, ein Nachtragsetat werde
"mit ziemlicher Sicherheit kommen müssen".
Eichel räumte im "Handelsblatt" ein, dass sich die Rahmendaten «merklich
verschlechtert» hätten. "Die Bundesregierung wird auf dieser Basis die Projektionen
für den öffentlichen Gesamthaushalt prüfen und anpassen", sagte der Minister.
Zugleich forderte er Länder und Kommunen auf, sich für die Einhaltung der EU-
Defizitgrenze von 3 Prozent zu engagieren.
Haushaltsexperten gehen parteiübergreifend davon aus, dass allein die neuen
Schulden im Bundeshaushalt 2003 um rund 15 Milliarden höher ausfallen werden
als von Eichel eingeplant. Angesichts dessen rechnen die Fachleute damit, dass
Deutschland die EU-Defizithürde von 3 Prozent klar reißen wird.
Die Wirtschaftsforscher verwiesen insbesondere auf das enorme Finanzloch bei der
Bundesanstalt für Arbeit (BA). Es wird erwartet, dass der Zuschuss an die
Bundesanstalt für Arbeit eine Größenordnung von 8 Milliarden Euro erreichen
könnte. In Eichels Planung ist bisher vorgesehen, dass die BA in diesem Jahr ohne
Zuschuss des Bundes auskommen muss.
Dazu kommen Experten zufolge weitere Steuerausfälle durch die Konjunkturkrise
und wesentlich geringere Einnahmen durch Änderungen des Steuerrechts. Alle
Risiken zusammen könnten das Kreditvolumen übersteigen, das Eichel ohne neue
Genehmigung des Parlamentes aufnehmen kann. Als Ausweg bliebe nur ein
Nachtragshaushalt. (Quelle: dpa)
SPD-Parteilinke: Bislang keine Annäherung bei Sozialreformen
Mi.23.04.03 - Die Parteilinken in der SPD sehen bislang keine Annäherung im
innerparteilichen Streit um die Sozialreformen von Bundeskanzler Gerhard Schröder
(SPD).
Von einer Annäherung sei bislang nichts zu spüren, sagte der Sprecher der
Parteilinken, Detlev von Larcher, der Chemnitzer "Freien Presse"
(Mittwochausgabe). Schröder und der SPD-Generalsekretär Olaf Scholz würden
immer wieder beteuern, ihren Kurs unbeirrt fortsetzen zu wollen. Auch die Linken
seien nicht bereit, klein bei zu geben. Das angestrebte Mitgliederbegehren werde
nur überflüssig, wenn die SPD-Führung auf die Forderungen der SPD-Linken
eingehe und Korrekturen an dem Reformprogramm Agenda 2010 vornehme.
Vertreter vom linken SPD-Parteiflügel wollen erreichen, dass die angekündigten
Einschnitte im Sozialsystem abgemildert werden.
Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Gernot Erler hatte am Dienstag gesagt,
Schröder habe seinen Kritikern Bereitschaft zu Gesprächen signalisiert. Zudem
hatte Erler erklärt, es gebe noch genug Möglichkeiten, um zu einem Kompromiss
zu kommen.
(Quelle: rtr)
SPD-Sonderparteitag soll Rentenreform abwenden
Mi.23.04.03 - Auch gegen die geplanten Einschnitte zu Lasten der Rentner formiert
sich nun der Widerstand der SPD-Linken und der Gewerkschaften. Der
SPD-Sonderparteitag solle einen klaren Beschluss gegen eine Senkung des
Rentenniveaus und ein höheres Rentenalter fassen, forderte
SPD-Arbeitnehmervertreter Ottmar Schreiner in der «Saarbrücker Zeitung»
(Mittwochausgabe). Auch DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer nannte eine
Senkung des Rentenniveaus nicht akzeptabel.
Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte in seiner Reformrede Mitte März eine
Anpassung der "Rentenformel" angeregt, die auf geringere Rentenerhöhungen in
kommenden Jahren hinauslaufen würde. Aus der Rürup-Kommission wurde zudem
zuletzt der Vorschlag bekannt, den demographischen Faktor wieder einzuführen,
mit dem wegen der steigenden Lebenserwartung das Rentenniveau langsam
abgesenkt würde. Diesen hatte die Regierung Kohl geschaffen, Rot-Grün aber
gekippt. Zudem soll nach Vorschlägen aus der Reformkommission das Rentenalter
ab 2010 von 65 auf 67 erhöht werden.
Schreiner sagte mit Blick auf die Rürup-Kommission, ein klares Wort des
Parteitags sei nötig, damit nicht später "aus heiterem Himmel" Vorschläge zur
Rentenreform kämen, "die vieles chaotisieren". Eine Anhebung des Rentenalters
wäre "der größte Humbug aller Zeiten bei 4,7 Millionen Arbeitslosen". Der
demographische Faktor sei bereits 1992 und dann noch einmal bei der
Riester-Rentenreform eingebaut worden. Es wäre "wirklich grober Unfug, die
Rentner jetzt auch nochmal zu verunsichern", sagte Schreiner, einer der
Reformgegner, die in der SPD das Mitgliederbegehren gestartet haben.
Tatsächlich kommen im Zuge der Riester-Rentenreform bereits Abschläge bei der
jährlichen Erhöhung auf die Rentner zu. Dies soll ein Ausgleich für die
Aufwendungen der Arbeitnehmer für die private Altersvorsorge sein.
Engelen-Kefer, die selbst in der Rürup-Kommission sitzt, kündigte an, die
Arbeitnehmervertreter würden dort notfalls ein Minderheitsvotum gegen Einschnitte
zu Lasten der Rentner abgeben. Die Gewerkschaften seien weder mit der Erhöhung
des Renteneintrittsalters, noch mit einem demographischen Faktor einverstanden,
sagte Engelen-Kefer der "Berliner Zeitung". "Die Mehrheit in der Kommission läuft
jedoch gegen uns."
SPD-Generalsekretär Olaf Scholz bekräftigte grundsätzlich den Willen der
Regierung zu Änderungen. Dass zur langfristigen Sicherung des Rentensystems
etwas getan werden müsse, habe Schröder im März vor dem Bundestag angekündigt. "Und es ist sicher, dass etwas
geschehen wird", sagte er derselben Zeitung. "Niemand muss Sorge haben, dass wir uns vor den notwendigen
Entscheidungen drücken werden." Einzelheiten nannte er nicht, sondern verwies auf den im Sommer erwarteten
Bericht der Rürup-Kommission. (Quelle: ap)
Grünen-Parteispitze wirbt für Lockerung der Ämter-Trennung
Mi.23.04.03 - Mit Beginn der zweiten Urabstimmung in der Geschichte der Grünen
hat die Parteispitze bei der Basis eindringlich um Aufhebung der Trennung von Parteiamt und
Abgeordnetenmandat geworben. Parteichef Reinhard Bütikofer
und Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke zeigten sich am
Dienstag zuversichtlich, dass eine Mehrheit für die Lockerung
dieses jahrelangen Grünen-Prinzips erreicht wird.
Die mehr als 43 000 Parteimitglieder sollen über einen
Kompromissvorschlag entscheiden, wonach künftig zwei der
sechs Mitglieder des Grünen-Bundesvorstandes gleichzeitig
auch Abgeordnete des Bundestages oder eine Landtages sein dürfen. Seit der
Gründung der Partei im Jahr 1980 ist dies laut Statut ausgeschlossen.
Seit Dienstag werden die Abstimmungsunterlagen an die Parteimitglieder
verschickt. Das Ergebnis soll am 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes vorliegen.
Vor zehn Jahren war in der ersten Urabstimmung der Zusammenschluss der Grünen
und der DDR- Bürgerrechtsbewegung Bündnis 90 beschlossen worden.
Lemke rechnete mit einer "sehr breiten Beteiligung" an der zweiten Urabstimmung
wie bereits 1993. Sie ging auch davon aus, dass die angestrebte begrenzte
Vereinbarkeit von Amt und Mandat die Unterstützung der Basis erhalten werde. "Ich
werbe dafür, dass der Kompromissvorschlag angenommen wird", sagte sie in
Berlin. Bei der Urabstimmung gilt die einfache Mehrheit; eine Mindestbeteiligung ist
nicht festgelegt.
Lemke sagte, Konsequenzen für die derzeitige Grünen-Doppelspitze - Bütikofer und
Angelika Beer - werde die Abstimmung nicht haben. Beide Grünen-Chefs leisteten
"sehr gute Arbeit". Sie gehe nicht davon aus, "dass sich an der Spitze etwas
ändern wird". Es bestehe auch keine Notwendigkeit, das Ergebnis der
Urabstimmung auf dem Grünen-Sonderparteitag zu den umstrittenen Sozialreformen
der rot- grünen Bundesregierung Mitte Juni zu diskutieren.
Bütikofer und Beer waren im vergangenen Dezember auf einem dramatischen Parteitag in Hannover als Parteichefs
gewählt worden. Zuvor waren die damaligen Vorsitzenden Claudia Roth und Fritz Kuhn mit dem Versuch gescheitert,
durch eine Ausnahmeregelung wieder für den Parteivorsitz kandidieren zu können. Roth und Kuhn hatten bei der
Bundestagswahl im September 2002 Abgeordnetenmandate errungen.
Gegner der Lockerung wie der Parteilinke Christian Ströbele befürchten Machtballung und parteipolitischen Filz.
Befürworter hingegen wollen den Bundesvorstand schlagkräftiger machen. Nach Ansicht der
Grünen-Bundestagsfraktionschefin Krista Sager, die selber von 1994 bis 1996 Parteichefin war, sind die Grünen-
Parteichefs bislang "immer etwas außen stehend, weniger dicht dran am Ort des politischen Geschehens und an
Informationen". Sie hätten "ein bisschen die Rolle der armen Verwandtschaft".
Grünen-Chef Bütikofer sagte im ARD-Morgenmagazin, eine Aufhebung der Trennung sei unter den Mitgliedern
mehrheitsfähig. Die Erfahrung habe gezeigt, dass auch bei strikter Trennung der Funktionen eine wirksame
Begrenzung der Macht nicht möglich gewesen sei.
Lemke sagte, die im vergangenen Jahr noch so hitzige innerparteiliche Diskussion um die Trennung von Amt und
Mandat sei in letzter Zeit «sehr ruhig geführt» worden. Viel mehr hätten der Irak-Konflikt und der Streit um das
Reformpaket der rot-grünen Bundesregierung im Vordergrund gestanden. (Quelle: dpa)
Mehr rechtsextremistische Straftaten registriert
Mi.23.04.03 - Die Zahl registrierter rechtsextremistischer Straf- und Gewalttaten hat
2002 zugenommen. Das Bundesinnenministerium verzeichnete mit 10.903
"extremistischen Straftaten rechts" einen Anstieg um acht Prozent, wie es am
Dienstag in Berlin mitteilte. Die Zahl der rechtsextremistischen Gewalttaten wuchs
um neun Prozent auf 772. Die "politisch motivierte Kriminalität" insgesamt nahm
allerdings rechts wie links ab, wie es weiter hieß. (Quelle: ap)
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