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Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Mo.28.04.03, 12:45 Vierzigster Kriegstag in Irak
Bagdads Einwohner zwischen Erleichterung und Mutlosigkeit.
Noch immer kommt es zu Schießereien und Militäraktionen +++
Wut auf USA nach Explosionsserie in Bagdad +++
Exiliraker fordern föderatives System in Irak +++
US-Suchteams für Massenvernichtungswaffen sollen verstärkt werden +++
USA nehmen irakischen Verbindungsgeneral gefangen +++
Rumsfeld zu Besuch im Irak erwartet +++
Mo.28.04.03 - Vor knapp drei Wochen haben die US-Truppen Saddam Hussein und sein Regime
aus Bagdad vertrieben und sind nun die eigentlichen Herrscher der
Fünf-Millionen-Metropole. Doch nur in wenigen Stadtteilen, die den US-Soldaten
wichtig genug für regelmäßige Patrouillen erscheinen, kehrt der Alltag zurück. Im
Rest von Bagdad regiert die Anarchie, und unter den Einwohnern macht sich
Mutlosigkeit breit.
Das Stromnetz der irakischen Hauptstadt liefert weniger als die Hälfte der 1.000
Megawatt, die die Stadt in dieser Jahreszeit braucht, wie der Brigadegeneral und
amerikanische Armeeingenieur Steve Hawkins sagt. Der meiste Strom werde
derzeit von Pump- und Abwasserwerken und Krankenhäusern verbraucht, damit
wenigstens die wichtigsten Einrichtungen funktionieren. Die Techniker ziehen schon
so viel Elektrizität wie möglich aus den örtlichen Stromnetzen. Bevor landesweit ausreichend Strom vorhanden sei,
würden noch Wochen vergehen, sagt Hawkins.
Nach Aussage von Generalmajor Carl Strock, Chefingenieur im Wiederaufbauteam des pensionierten US-Generals
Jay Garner, haben die ersten irakischen Arbeiter Geld für ihren Dienst bekommen: 20 Dollar bar auf die Hand für
jeden, der bei der Instandsetzung des Stromnetzes hilft. Das Geld komme von den eingefrorenen Bankkonten von
Saddam Hussein.
Wie die reguläre Entlohnung der Arbeiter - und der Millionen weiteren Regierungsangestellten - aussehen soll, kann er
indes nicht genau sagen: "Wir werden mit den irakischen Regierungsbeamten versuchen, das Lohnsystem aus der
Zeit vor dem Krieg wiederherzustellen." Unklar bleibt freilich, um welche Regierungsbeamten es sich handeln soll.
Noch immer kommt es auf Bagdads Straßen zu Schießereien und Militäraktionen.
Am Samstag hatten US-Soldaten den Zorn der Bevölkerung zu spüren bekommen, nachdem im Süden der Stadt ein
Munitions- und Waffendepot explodiert war. Bei der Explosion starben im Bezirk Safaranijah mindestens sechs Iraker.
Nach US-Angaben hatten Unbekannte das Depot in Brand geschossen. Die Einwohner machten dagegen die US-Armee
verantwortlich und griffen Soldaten an. Auf Demonstrationen wurde anschließend den Abzug der US-Truppen gefordert.
Nach amerikanischer Darstellung schossen Unbekannte am
Samstagmorgen Brandsätze in das Munitionslager und lösten damit die Explosionen aus.
Anwohner verwiesen jedoch darauf, dass US-Soldaten auf dem Gelände irakische Munitionsbestände
zerstört hätten. In dem Depot lagerten unter anderem 80 irakische Raketen. Sprengköpfe
und Granaten regneten im Umkreis von mehreren Kilometern auf Wohnhäuser nieder.
Beim Einsturz eines Hauses kamen sechs Mitglieder einer Familie ums
Leben. Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zählten in zwei Kliniken 6 Tote
und 50 Verletzte. "Möglicherweise sind aber nicht alle Getöteten ins Krankenhaus
gebracht worden", sagte ein Sprecher am Sonntag in Genf.
US-Soldaten stürmten in einem
anderen Stadtteil ein Gebäude, das jahrelang von Männern in Beschlag genommen wurde, die nach
Anwohneraussagen als Zuhälter für Odai und Kusai Hussein, die beiden Söhne des gestürzten Präsidenten,
arbeiteten. Als vier Männer mit vorgehaltenen Waffen abgeführt wurden, jubelte die Menge. "Hängt sie auf", riefen
erleichterte Nachbarn.
Wegen der Zwischenfälle scheuen sich viele Eltern, ihre Kinder wieder in die Schulen zu schicken. Viele
Schulgebäude in Bagdad wurden zudem geplündert, und es gibt kein Bildungsministerium, um den Schulbetrieb
wieder zu regeln.
Angesichts anhaltender anti-amerikanischer Demonstrationen in
Bagdad wollen die USA ihre Bemühungen um eine Wiederherstellung der Normalität
in der irakischen Hauptstadt verstärken. Die USA entsenden Gruppen von Exilirakern nach Bagdad, die
beim Aufbau einer neuen Regierung helfen können. Der stellvertretende
US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz erklärte am Samstag in Washington, die
Betroffenen hätten Berufserfahrung und Kenntnisse, die beim Wiederaufbau von Öl-,
Gesundheits-, Industrie- und Verkehrsministerium nützlich sein könnten. Rund 150
Iraker, die in den USA und Europa lebten, hätten sich freiwillig für die Aufgabe
gemeldet. Einige seien bereits nach Irak zurückgekehrt.
Sie sollten US-Vertreter in Irak darin beraten, was für den Aufbau der Ministerien
nötig sei, erklärte Wolfowitz. Darüber hinaus sollten sie eine "kulturelle Verbindung"
herstellen zwischen den Amerikanern, die eine irakische Übergangsverwaltung
aufbauen sollen, und den Irakern, die für Führungsaufgaben in einer neuen
Regierung in Frage kommen.
Der von den USA im Irak eingesetzte Zivilverwalter, der ehemalige US-General Jay Garner,
will sich am heutigen Montag in Bagdad mit 300 bis 400 führenden irakischen
Oppositionspolitikern sowie geistlichen und ethnischen Führern
treffen, um über die Zukunft des Landes nach dem gewaltsamen
Sturz von Präsident Saddam Hussein zu sprechen.
Garner hofft, dass der Prozess zur Bildung einer Regierung noch
Ende dieser Woche beginnen werde. Ein erstes derartiges Treffen
in der Stadt Nassirija sei ein allererster Schritt gewesen, sagte
Barbara Bondine, Koordinatorin unter Garner am Sonntag zu
Journalisten. Diesmal gebe es eine breitere Repräsentation der irakischen
Interessengruppen.
In seiner ersten offiziellen Radioansprache hatte Garner am Sonntag den Menschen
Sicherheit auf den Straßen, die Wiederherstellung der Grundversorgung und
Mitbestimmung bei der Zukunft ihres Landes versprochen. Er wolle nur kurze Zeit
bleiben und lediglich beim Wiederaufbau helfen, sagte Garner. Iraks künftige
Regierung solle dem Volk dienen. "Es ist Ihr Land, und es ist Ihre Zukunft", betonte
er. "Ihre neue Regierung wird eine offene und ehrliche Regierung sein. Das ist Ihr
Traum, und das ist mein Traum, und das ist der Traum der Welt."
Zu dem Treffen am Montag ist auch der pro-amerikanische Chef der
Oppositionsgruppe Irakischer Nationaler Kongress (INC), Ahmad Chalabi, und der
Hohe Rat der Islamischen Revolution in Irak (SCIRI), die größte schiitische
Oppositionsgruppe, geladen worden.
Exiliraker fordern den Aufbau eines föderativen Regierungssystems in
Irak. Das geht aus einer Erklärung hervor, die am Sonntag zum Abschluss
einer dreitägigen Konferenz in Madrid veröffentlicht wurde. Unter anderem werden
gleiche Rechte für alle religiösen und ethnischen Gruppen sowie für Frauen
gefordert. Außerdem verlangen die Exiliraker ein Verbot der Baath-Partei des
gestürzten Präsidenten Saddam Hussein. Bereits im April hatten sich die
Oppositionellen in einem ersten Treffen im irakischen Ur auf 13 Prinzipien
verständigt, die bei einer Neuordnung Iraks berücksichtigt sein sollten.
Die USA wollen nach Informationen der "New York Times" mehr
Experten zur Suche nach Massenvernichtungswaffen in den Irak schicken. Die Zahl
der Experten soll verdreifacht werden, hieß es. US-Regierungssprecher zeigten sich
überzeugt, Beweise für chemische, biologische und nukleare Waffenprogramme zu
finden.
Amerikanische Soldaten nahmen unterdessen im Irak einweiteres Mitglied des
entmachteten Regimes von Saddam Hussein in Gewahrsam. Wie das US-Zentralkommando in
Doha (Katar) am Sonntag mitteilte, handelt es sich um Hossam Mohammed Amin,
ehemals Verbindungsmann zu den UN-Waffeninspekteuren und Nummer 49 auf der
US-Liste der 55 meistgesuchten Iraker.
Die US-Streitkräfte in Irak haben den selbst ernannten
Bürgermeister von Bagdad, Mohammed Mohsen Subaidi, verhaftet.
Das Central Command in As Sajlija (Katar) teilte am Sonntag mit, mit Subaidi seien
sieben weitere Personen festgesetzt worden. Sie hätten versucht eine Autorität
auszuüben, die ihnen nicht zugestanden habe. Bei der Aktion habe es keinen
Widerstand gegeben.
In der Mitteilung des US-Oberkommandos hieß es, Subaidi habe versucht, in der
Übergangsphase nach dem Sturz der Regierung von Saddam Hussein für sich
politisches und persönliches Kapital zu schlagen. Die Koalition werde aber
sicherstellen, dass das irakische Volk künftig selbst ihre politische Führung
bestimmen werde.
Rumsfeld sagte bei einem Zwischenstopp auf dem Weg an den Persischen Golf, die
Aufgaben im Irak erforderten noch viel Aufmerksamkeit und Zeit. Es sei noch zu
früh, um einen Sieg zu feiern. "Wir haben Menschen, die beschossen und verletzt
werden." Rumsfeld wird auch im Irak erwartet, wo er sich bei den US-Soldaten für
ihren Einsatz im Krieg bedanken will. US-Präsident George W. Bush will nach
Angaben aus dem Weißen Haus am Donnerstag (1. Mai) bei einer Rede auf dem
Flugzeugträger "Abraham Lincoln" das Ende der Kämpfe im Irak verkünden.
(Quellen: rtr, dpa, ap, afp)
«Mit den angeblich im Irak befindlichen Massenvernichtungswaffen, dem
offiziellen Kriegsgrund der Alliierten, sieht es noch immer schlecht aus»
"Obgleich schon bald vier Wochen im Land wurde von Amerikanern oder Briten noch immer
nichts gefunden. Vermutlich sollen auch deswegen keine unabhängigen
UN-Inspektoren ins Land ( Poker um die Sanktionen). Immerhin versprach
der britische Außenminister Jack Straw, dass man keine Funde vortäuschen
werde. Aber wer soll das eigentlich noch glauben, hatte doch etwa sein Chef
ebenso wie US-Präsident Bush immer von zweifelsfreien Beweisen für das
Vorhandensein von Waffen gesprochen. Seltsam ruhig ist es auch um Bin Ladin
und al-Qaida geworden." (telepolis vom 27.04.03)
Mehr unter:
«Atomwaffen, fürchten Experten, werden durch den Irakkrieg nur noch begehrter»
"Rüstungskontrollexperten fürchten, dass der Irakkrieg
die Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen - der so genannten
nuklearen Proliferation - hat wachsen lassen. "Atomwaffen sind
noch attraktiver geworden", ist Uta Zapf (SPD) überzeugt. Sie ist
Vorsitzende des Bundestags-Unterausschusses für Abrüstung,
Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung. "Einige Länder, die die
Möglichkeit dazu haben", so Zapf, "werden jetzt noch einmal über
eine nukleare Option nachdenken." Die im Irakkrieg erneut
demonstrierte absolute Überlegenheit der US-Streitkräfte, warnt
auch Dan Plesch vom Royal United Services Institute in London,
wird für potenzielle Gegner der USA ein großer Anreiz sein, sich
solche Waffen zu beschaffen: Atomwaffen würden zunehmend als
Gleichmacher für ansonsten militärisch unterlegene Streitkräfte
angesehen." (Aus der "tageszeitung" vom 28.04.03)
Mehr unter:
«Der Irakkrieg könnte in der Tat einigen Ländern zeigen, dass
Chemie- und Biowaffen nicht nützlich sind»
Dies meint Gary Samore,
unter Präsident Bill Clinton Mitglied des Nationalen
Sicherheitsrates, im Gespräch mit der taz. Da die Waffen in dem
Krieg keine Rolle spielten und die US-Regierung sich auch von den
angeblich vorhandenen Arsenalen nicht von einer Invasion
abschrecken ließ, könnten sie an Attraktivität verlieren. Doch hier
endet die positive Bilanz Samores, einem der maßgeblichen
Architekten der Nichtverbreitungspolitik unter Clinton. Denn die
Erfahrung des Irak erinnere auch daran, so Samore, dass
"Atomwaffen die wahren Massenvernichtungswaffen sind". (taz vom 28.04.03)
Mehr im Taz-Interview mit Joseph Cirincione, Rüstungskontrollexperte der Carnegie-Stiftung:
«Mehr als 40 Hollywood-Stars sind wegen ihrer Kritik am Irak-Krieg im Internet auf eine Schwarze Liste gesetzt worden»
Die Schwarze Liste liest sich wie ein Who-is-Who der Film- und Showbranche. Mehr unter:
Norwegische Zeitung berichtet über Misshandlung von Irakern
Mo.28.04.03 - Amnesty International hat sich besorgt über mögliche Misshandlungen
von Irakern seitens US-Soldaten geäußert, über die eine norwegische Zeitung
berichtet hat. In dem Bericht des "Dagbladet" vom Freitag hieß es, vier Iraker seien
am Donnerstag beim Betreten eines Parks in Bagdad von US-Soldaten angewiesen
worden, sich auszuziehen. Die Männer seien dann nackt durch den Park geführt
und auf eine Straße gedrängt worden. Die Zeitung veröffentlichte dazu drei Fotos,
die den Zwischenfall zeigen sollen.
Das US-Oberkommando Mitte erklärte am Samstag, der Bericht werde überprüft.
Korvettenkapitän Charles Owens sagte, sollte der Bericht wahr sein, würden die
Soldaten bestraft. Eine Zurschaustellung Gefangener verstoße gegen die Genfer
Konventionen. Amnesty International erklärte in London, sollten die Fotos richtig
sein, wäre dies eine entsetzliche Art, Gefangene zu behandeln. "Solch eine
erniedrigende Behandlung ist ein klarer Verstoß gegen die Pflichten der
Besatzungsmächte", erklärte die Menschenrechtsorganisation.
Auf einem der Fotos ist ein Mann zu sehen, auf dessen Brust auf Arabisch die
Wörter "Ali Baba - Räuber" stehen. Ein weiteres Bild zeigt drei nackte Männer im
Park, hinter denen Soldaten gehen. Ihre Uniformen sind nur undeutlich zu erkennen.
(Quelle: ap)
Mehr unter:
UNEP-Direktor Töpfer fordert Überprüfung der Umweltlage in Irak
Mo.28.04.03 - Der Exekutivdirektor des Weltumweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer,
hat eine Überprüfung der Trinkwasseranlagen sowie der humanitären Situation in Irak
verlangt. Dazu sollten möglichst bald wissenschaftliche Experten ins Land gelassen
werden, forderte Töpfer am Sonntag zum Abschluss eines dreitägigen Treffens der
G-8-Umweltminister in Paris. Einer UNEP-Studie zufolge haben zwei Jahrzehnte
Krieg, Misswirtschaft und internationale Sanktionen in Irak eine katastrophale
Umweltlage hinterlassen.
Töpfer verwies etwa auf Schäden, die das Atom- und Chemiewaffenprogramm des
gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein hinterlassen haben könnte. Hier
sei eine genaue Analyse notwendig. Gleichzeitig gelte es, potenziell gefährlichen
Müll fachgerecht zu entsorgen und die Ökosysteme wieder ins rechte Gleichgewicht
zu bringen. Dies gelte vor allem für die Qualität des Wassers.
Offiziell hat die Umweltbehörde der Vereinten Nationen allerdings noch keinen
Antrag auf Entsendung von Experten nach Irak gestellt. Von Seiten der
Kriegsalliierten USA und Großbritanniens lag zum Ende des G-8-Treffens auch
keine Stellungnahme zum jüngsten UNEP-Bericht vor. Die britische
Umweltministerin Margaret Beckett erklärte lediglich, die Studie sei höchst
interessant, werde in London aber noch geprüft. Die Leiterin der amerikanischen
Umweltschutzbehörde, Christine Todd Whitman, hatte das G-8-Treffen zum
Zeitpunkt der Abschlusskonferenz bereits verlassen, um nach französischen
Angaben einen dringlichen Termin in New York wahrzunehmen.
Auf der Tagesordnung der Pariser Zusammenkunft standen ferner die Armut in
Afrika, die Förderung umweltfreundlichen Verhaltens im Konsumbereich sowie internationale Umweltstandards.
Entscheidungen wurden nicht gefällt. Die russische Gesandte Irina Osokina sagte eine baldige Ratifizierung des
Klimaschutzprotokolls von Kyoto zu, nachdem Moskau wegen Verzögerungen kritisiert worden war. Die Vereinigten
Staaten verweigern eine Umsetzung dieser Vereinbarungen zur Reduzierung der Treibhausgase.
Das Ministertreffen diente der Vorbereitung des nächsten G-8-Gipfels Anfang Juni in Evian in den französischen Alpen.
Der Organisation gehören die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan sowie
Russland an.
(Quelle: ap)
Südkoreanische Medien: Nordkorea bot USA Atom-Kompromiss an
Mo.28.04.03 - Nordkorea hat nach südkoreanischen Zeitungsberichten in den Gesprächen
mit den USA angeboten, sein strittiges Atomprogramm einzustellen, wenn die USA im
Gegenzug bestimmte Bedingungen erfüllen.
Die Zeitung "JoongAng" berichtete am Montag unter Berufung auf Regierungskreise, Nordkorea
habe in der vergangenen Woche bei den Gesprächen, an denen auch
China teilgenommen hatte, ein Kompromisspaket vorgelegt, dass die Einstellung
des Atomwaffenprogramm mit beinhaltet habe. Die Zeitung "Dong-a Ilbo" berichtete
ebenfalls vor dem nordkoreanischen Angebot. Unter Berufung auf Regierungskreise
hieß es hier, Nordkoreas Vorschläge enthielten positive Faktoren, die es wert seien,
näher betrachtet zu werden.
Nordkorea hatte nach den dreitätigen Gesprächen in Peking erklärt, es habe mutige
Vorschläge gemacht. Einzelheiten wurden allerdings nicht genannt.
(Quelle: rtr)
Israels Armee räumt erste Kleinsiedlung im Westjordanland
Mo.28.04.03 - Die israelische Armee hat am Sonntagabend eine erste illegale
jüdische Kleinsiedlung südlich von Hebron im Westjordanland geräumt. Eine zweite
Kleinsiedlung soll ebenfalls geräumt werden, berichtete Radio Israel weiter. Die
Operation erfolgte nur Stunden, nachdem die israelische Armee den Befehl dazu
erhalten hatte. Es habe sich um einen unbewohnten Container gehandelt.
Damit kommt die Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon der US-Regierung
und dem neuen palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas entgegen.
Beide sehen den Siedlungsbau als illegal an.
Washington hat im Rahmen seiner Friedensbemühungen gefordert, Israel solle
zunächst den Ausbau seiner Siedlungen einstellen und die in den vergangenen drei
Jahren errichteten so genannten Siedlungsvorposten abbauen. Insgesamt gibt es
nach Regierungsangaben neben den offiziell errichteten Siedlungen im
Westjordanland und im Gazastreifen rund 70 solcher Kleinsiedlungen, die jüdische
Siedler gewöhnlich außerhalb der regulären Siedlungen gebaut haben.
Die Menschenrechtsorganisation "Frieden jetzt" geht von mehr als 100 solcher
"Vorposten" aus. Die USA fordern zunächst den Abbau von rund 35 Vorposten, die
während der Amtszeit von Scharon errichtet wurden.
Nach der Genfer Konvention ist der Bau von Siedlungen für die eigene Bevölkerung
auf besetztem Land verboten. Israel hat in den vergangenen 35 Jahren mehr als 200.000
jüdische Israelis auf palästinensischem Gebiet angesiedelt.
(Quelle: dpa)
«Gewalt entsteht nicht aus dem Nichts»
Am letzten Mittwoch hat Yasir Arafat entscheidende Machtkompetenzen an
den designierten Regierungschef Abu Mazin abgegeben. Der Westen und Israel hoffen,
dass er die palästinensischen Extremisten zurückdrängen kann. Hanan Ashrawi, unter Arafat
oft mit Friedensverhandlungen betraut, zeigt sich in einem Interview mit der Neuen Züricher Zeitung (27.04.03) skeptisch:
Regierungskandidat Duarte gewinnt Präsidentenwahl in Paraguay
Mo.28.04.03 - Die Präsidentenwahl in Paraguay hat der Kandidat der seit einem
halben Jahrhundert regierenden Colorado-Partei gewonnen. Nicanor Duarte kam
nach Auszählung von 92 Prozent der Stimmen auf 37,2 Prozent, wie die
Wahlkommission mitteilte. Er ließ damit seine Konkurrenten deutlich hinter sich.
Der frühere Vizepräsident Julio César Franco von den Liberalen konnte den
vorläufigen Ergebnissen zufolge lediglich 23,9 Prozent der Stimmen verbuchen. Der
Bankier Pedro Fadul, der als unabhängiger Kandidat der noch jungen Bewegung
Geliebtes Vaterland antrat, erzielte 22,7 Prozent.
"Ich möchte der Präsident sein, der dem Land die Würde zurück gibt und den
Respekt der nationalen und internationalen Gemeinschaft verdient", erklärte Duarte,
dessen Partei seit 1947 an der Macht ist. "Ich werde Euch nicht im Stich lassen", rief er
seinen Anhängern in seiner Siegesrede am Sonntagabend zu. Es sei nun wichtig, den
Kampf gegen Armut und Korruption zu gewinnen.
Die Wahl fand inmitten der schwersten Wirtschaftskrise des
südamerikanischen Landes seit 20 Jahren statt. Mehr als ein
Drittel der 5,5 Millionen Einwohner Paraguays leben in Armut,
die Regierung ist nahezu bankrott, die Arbeitslosigkeit liegt bei mindestens 18 Prozent. Seit dem Ende der
Militärdiktatur unter General Alfredo Stroessner 1989 hat das Land mehrere Putschversuche erlebt und leidet noch
immer unter politischer Instabilität.
Duarte wird Übergangspräsident Luis Gonzalez Macchi nachfolgen, der das Amt seit dem Rücktritt von Raul Cubas
vor vier Jahren inne hat. Neben dem Präsidentenamt standen am Sonntag das Amt des Vizepräsidenten sowie 45
Senatorenposten, 80 Kongress-Mandate und 17 Gouverneursposten zur Wahl. (Quelle: ap)
Menem bei Argentinien-Wahl auf Platz eins
Mo.28.04.03 - Der frühere argentinische Präsident Carlos Menem hat bei der
Präsidentenwahl am Sonntag Hochrechnungen zufolge mit 24,2 Prozent die
meisten Stimmen erhalten. Das teilte die Zentrale Wahlkommission in Buenos
Aires nach Auszählung von 33 Prozent der Stimmen mit.
Der 72-jährige Peronist verpasste aber die für einen Sieg notwendige Mehrheit und
muss deshalb in drei Wochen in einer Stichwahl gegen seinen parteiinternen
Rivalen Néstor Kirchner antreten. Kirchner, der von Interimspräsident Eduardo
Duhalde unterstützt wurde, kam auf 21,6 Prozent, wie die Wahlkommission weiter
mitteilte.
Trotz der schwersten Wirtschaftskrise in der Geschichte des Landes verlief die
erste Präsidentenwahl seit den blutigen Unruhen von Ende 2001 weitgehend ruhig.
Nach vorläufigen Angaben der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die
Wahlbeobachter entsandt hatte, gab es keine größeren Störungen oder
Unregelmäßigkeiten. In einigen Fällen hätten zunächst Wahlunterlagen gefehlt,
monierten Sprecher verschiedener Kandidaten.
Auf Platz drei landete mit 17,2 Prozent der Liberale Ricardo López Murphy gefolgt
vom dritten peronistischen Kandidaten Adolfo Rodríguez Saá, auf den 14,1 Prozent
entfielen. Die linksgerichtete Elisa Carrió erhielt 13,6 Prozent. Alle anderen der
insgesamt 18 Kandidaten erzielten nur geringe Stimmenanteile.
Nach den monatelangen Demonstrationen unter der Parole "Que se vayan todos"
(Haut alle ab) lag die Wahlbeteiligung nach diesen Angaben hoch. Mehr als 80
Prozent der insgesamt 25,5 Millionen Wahlberechtigten hätten ihre Stimme
abgeben.
Die stärksten Emotionen in einem ansonsten eher ruhigen Wahlkampf hatte Menem ausgelöst. Während ihm seine
Kritiker vorwarfen, die Auslandsschulden in seinen Amtsjahren zwischen 1989 und 1999 verdoppelt zu haben, erhoffen
sich seine Anhänger eine Wiederholung der wirtschaftlichen Erfolge seiner Modernisierungspolitik. Kirchner will der
sozialen Tradition der Peronisten treu bleiben und zugleich die Produktion wieder ankurbeln. Er verspricht eine
«seriöse Regierung». Der Sieger tritt am 25. Mai die Nachfolge Duhaldes an. (Quelle: dpa)
Deutschland:
Wirtschaftsweiser: Ende 2003 fast fünf Millionen Arbeitslose
Mo.28.04.03 - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird nach
Einschätzung des Wirtschaftsweisen Jürgen Kromphardt im kommenden Winter auf
fast fünf Millionen zunehmen. Der "Bild"-Zeitung sagte das Mitglied des
Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung:
"Im schlimmsten Fall wird die Zahl der Arbeitslosen im Dezember und Januar sogar
über diese Marke klettern."
Für April geht der Wissenschaftler von einer Arbeitslosenzahl von leicht unter 4,6
Millionen aus. Dies wären 400.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Im März
hatte die Arbeitslosenzahl bundesweit bei 4,608 Millionen gelegen. (Quelle: rtr)
Grünen-Fraktionschefin Sager fordert Zwangsabgabe bei fehlenden Lehrstellen
Mo.28.04.03 - Angesichts der Lehrstellenknappheit haben die Grünen der Wirtschaft
mit Zwangsmaßnahmen gedroht. Wenn die Unternehmen nicht mehr junge
Menschen ausbilden, müsse es eine Ausbildungsumlage geben, sagte
Fraktionschefin Krista Sager der "Berliner Zeitung". Die Unions-Bildungspolitikerin
Katherina Reiche unterstützte dagegen den Vorschlag der Arbeitgeber, die Azubi-
Gehälter zu kürzen. Morgen findet ein Spitzengespräch zwischen Politik,
Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Thema Lehrstellen statt. (Quelle: dpa)
Studie: Managementfehler häufigste Pleitenursache
Mo.28.04.03 - Managementfehler sind die häufigste Ursache für
Firmenpleiten und nicht unbedingt ungünstige wirtschaftliche
Rahmenbedingungen. Nach einer Studie der Unternehmensberatung
Wieselhuber & Partner treiben nachhaltige strategische Schwächen
die Mehrzahl der Unternehmen in die Insolvenz.
Seit dem Jahr 2002, in dem 38 000 Insolvenzfälle gezählt wurden, ist
ein massiver Anstieg von Firmenpleiten zu verzeichnen. Grund genug
für die Münchner Unternehmensberatung Wieselhuber & Partner,
zusammen mit ausgewählten Insolvenzverwaltern – darunter Volker
Grub, Horst Piepenburg oder Jobst Wellensiek – Ursachen und
Erfolgsaussichten von Insolvenzverfahren unter die Lupe zu nehmen.
In diesem Frühjahr wurden 52 Insolvenzfälle einer detaillierten
Untersuchung unterzogen. Analysiert wurden mittelständische Firmen
unterschiedlicher Branchen mit einem Umsatz von mindestens 15
Millionen Euro. Dabei lag das Augenmerk insbesondere auf der
wirtschaftlichen Situation der inhabergeführten oder
inhabergeprägten Unternehmen vor der Insolvenz sowie auf den
Führungs- und Gesellschafterstrukturen.
Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass vor allem Fehlentscheidungen von Gesellschaftern
und Management sich als fatal erwiesen: In 57 beziehungsweise 55 Prozent
der Fälle trieben sie das Unternehmen in den Misserfolg. Bei den Unternehmen,
die sich dann als sanierungsunfähig insolvent erwiesen, hatten bei 72 Prozent
Gesellschafterfehler vorgelegen, aber bei 96 Prozent waren
Managementfehler die Krisenursache. (Quelle: sz)
IG Metall will mehr Mitbestimmungsrechte für Arbeitnehmer
Mo.28.04.03 - Der designierte Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Peters, fordert
eine Ausweitung der Mitbestimmungsrechte in Betrieben für Arbeitnehmer.
"Die gesetzliche Mitbestimmung muss so schnell wie möglich ausgebaut, die
Rechte der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften bei
Unternehmensentscheidungen müssen deutlich erweitert werden", sagte Peters der
Zeitung "Die Welt" nach Vorabbericht vom Sonntag. "Die Arbeitnehmer müssen
künftig ein gesetzlich verankertes Mitbestimmungsrecht haben, wenn im
Unternehmen über Stilllegungen, Fusionen, Umstrukturierungen, größere
Entlassungen von Mitarbeitern und die Auslagerung von bestimmten
Produktionsbereichen entschieden wird." Es dürfe nicht sein, dass ein Betrieb
Mitarbeiter in Deutschland entlasse und dafür in Asien produziere, ohne dass vorher
der Betriebsrat auch nur Einflussmöglichkeiten gehabt hätte.
Peters kritisierte, derzeit würden die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat über
wichtige Unternehmensentscheidungen meistens nur informiert. "Die
Informationsrechte bei wichtigen Unternehmensentscheidungen müssen aber zu
Mitbestimmungsrechten umgewandelt werden", sagte Peters.
Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) hatte dagegen vor zwei Wochen
den Ausschluss von Arbeitnehmer-Vertretern aus den Aufsichtsräten gefordert.
Arbeitnehmer und Gewerkschafter sollten dem Aufsichtsrat künftig nur noch als
beratende Mitglieder angehören, hatte BDI-Chef Michael Rogowski in einem
Interview gesagt. Das deutsche Modell mit der Mitbestimmung von Arbeitnehmern
und Gewerkschaftern im Aufsichtsrat sei ein bürokratisches Monstrum und
widerspreche den Ansprüchen an eine professionelle und unabhängige
Unternehmenskontrolle. (Quelle: rtr)
Gewerkschaften hoffen auf Aufwind am Tag der Arbeit
Mo.28.04.03 - Trotz des heftigen Streits um die von ihm geplanten
Sozialreformen wahrt Bundeskanzler Gerhard Schröder die Tradition: Am Tag der
Arbeit tritt der SPD-Chef wie in den vergangenen Jahren auf der Hauptkundgebung
des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf. Der DGB stellt den 1. Mai in
diesem Jahr unter das Motto "Reformen ja - Sozialabbau nein danke" und hofft,
dass ihm der Reform-Streit am Maifeiertag noch regeren Zulauf verschaffen wird. «Im
letzten Jahr waren 500.000 Menschen auf den Beinen, in diesem Jahr erwarten wir
deutlich mehr», sagte ein DGB-Sprecher in Berlin.
Schröder tritt am Donnerstag zusammen mit DGB-Chef Michael Sommer in
Neu-Anspach bei Frankfurt am Main auf. Beide haben eine rund 20-minütige Rede
angekündigt. Doch der Schulterschluss, den SPD-Chef und DGB-Vorsitzender am
1. Mai traditionell demonstrieren, wird in diesem Jahr schwer fallen. Denn schon in
ihrem Aufruf zu den Kundgebungen lehnen die Gewerkschafter die zentralen Punkte
aus Schröders Reformkonzept rundherum ab: Der DGB wolle einen Kontrapunkt zu
Arbeitgeberfunktionären und Politikern setzen, "die sich in einen Wettbewerb um
den Abbau des Sozialstaats begeben haben", erklärt der Gewerkschaftsbund das
Motto des Tages.
Tief greifende Einschnitte in das soziale Netz wie der Wegfall der Arbeitslosenhilfe,
die Streichung des Krankengeldes und eine Änderung des Kündigungsschutzes
seien in einer Situation mit mehr als 4,5 Millionen Arbeitslosen und 100.000
fehlenden Arbeitsplätzen der falsche Weg. "Denn alle diese Maßnahmen sind
unsozial und schaffen keinen einzigen Job", heißt es in dem Aufruf zum 1. Mai.
Abhilfe würde nach Auffassung des DGB eine gerechte Verteilung der Lasten
schaffen. "Wir brauchen eine Allianz für soziales Handeln um eine Offensive für
Ausbildung und Beschäftigung zu erreichen", fordert der DGB.
Bereits im vergangenen Jahr stand das Thema Arbeitslosigkeit im Zentrum der
Gewerkschaftsforderungen. Zwar warb Bundeskanzler Gerhard Schröder - mitten im
Bundestagswahlkampf - bei der DGB-Hauptkundgebung in Leipzig um die
Unterstützung der Arbeitnehmer. Die Gewerkschaftsfunktionäre sparten in ihren
Reden aber nicht mit scharfer Kritik am SPD-Chef und forderten von der
Bundesregierung mehr Engagement im Kampf um mehr Arbeitsplätze.
Wie auch in den vergangenen Jahren geben sich am Donnerstag neben dem DGB-Chef die Spitzen der deutschen
Gewerkschaften die Ehre: IG Metall-Chef Klaus Zwickel spricht in Bielefeld, sein designierter Nachfolger und jetziger
Stellvertreter Jürgen Peters in Hannover, der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, in
Wilhelmshaven, und der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, wird in Hamburg eine Rede halten.
Zur inzwischen sechsten Jobparade in Schwerin werden zehntausende Jugendliche erwartet. Das Motto des bunten
Umzugs mit viel Musik lautet diese Jahr "Youth can't wait" und soll nach Angaben der Veranstalter verdeutlichen,
"dass Jugendliche nicht auf Ausbildungsplätze und Jobs, auf Freizeitangebote und Lebensperspektiven warten
können". Zugleich wollen die jungen Leute gegen das Vorgehen der USA in Irak demonstrieren.
Stichwort: Tag der Arbeit
Im Jahre 1890 machten Arbeiter zum ersten Mal am 1. Mai mit
weltweiten Massendemonstrationen auf ihre Forderungen aufmerksam. Ein Jahr
zuvor hatte die Zweite Internationale der sozialistischen Arbeiterbewegung auf ihrem
Gründungskongress in Paris den Tag als «Kampftag der Arbeit» begründet. Das
Datum wurde festgelegt zur Erinnerung an die Kämpfe amerikanischer Arbeiter am
1. Mai 1885 für den Achtstundentag, der auch bei den ersten europäischen
Maikundgebungen im Mittelpunkt der Forderungen stand.
Der Brüsseler Kongress der Zweiten Internationalen von 1891 beschloss dann, den
1. Mai fortan alljährlich zu begehen - als «Festtag der Arbeiter aller Länder, an dem
die Arbeiter die Gemeinsamkeit ihrer Forderungen und ihre Solidarität bekunden
sollen». Heute ist der «Tag der Arbeit» in zahlreichen Ländern ein gesetzlicher
Feiertag.
In Deutschland demonstrierten schon im Kaiserreich und später in der Weimarer
Republik an diesem Tag viele Arbeiter unter Führung ihrer Parteien oder
Gewerkschaften. 1929 kam es nach dem Verbot von Straßenumzügen zum 1. Mai
zu schweren Auseinandersetzungen zwischen kommunistischen Demonstranten
und der Polizei. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde der 1. Mai 1933
zum «Tag der nationalen Arbeit» erklärt und zum gesetzlichen Staatsfeiertag
ernannt. Die Gewerkschaften wurden ausgeschaltet. Um die propagandistische
Ausschlachtung des Tags kümmerte sich fortan die «Deutsche Arbeitsfront».
Nach dem Krieg nahm der neu gegründete Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Tradition der Maikundgebungen
wieder auf und stellte sie alljährlich unter verschiedene Parolen. So hieß etwa das Motto 1956 «Samstags gehört Vati
mir», 1957 bereits «Wiedervereinigung - ohne Gewalt - doch bald» und 1960 zum Jubiläum «Schon Vatis Opa war
dabei, 70 Jahre 1. Mai». Den diesjährigen Tag der Arbeit stellt der DGB ganz ins Zeichen der umstrittenen
Sozialreformen, das Motto am 1. Mai 2003 lautet «Reformen ja - Sozialabbau nein danke».
Flüchtlingsinitiativen konstituierten bundesweites Netzwerk
Mo.28.04.03 - Vertreter von rund 25 Flüchtlingsgruppen aus dem gesamten
Bundesgebiet trafen sich am Wochenende in Berlin, um ein
Netzwerk gegen rassistische Kontrollen und Polizeibrutalität zu
konstituieren. Damit soll die Arbeit aller Flüchtlingsgruppen in
Deutschland koordiniert werden, um effektiver gegen
staatliche rassistische Übergriffe vorgehen zu können.
Viele Delegierte
berichteten von anhaltenden brutalen und entwürdigenden
Übergriffen von Polizei und Bundesgrenzschutz bei
Personenkontrollen und willkürlichen Verhaftungen von
Asylbewerbern in verschiedenen Regionen. Es wurde
angeregt, eine unabhängige Untersuchungskommission zur
Kontrolle der Polizei zu schaffen. Profile von immer wieder
durch Gewalttaten aufgefallenen Beamten sollen erstellt und
innerhalb des Netzwerkes ausgetauscht werden. "Wichtig ist
auch, die Öffentlichkeit weiter zu sensibilisieren. Die Menschen
in Deutschland müssen erfahren, welchen Brutalitäten durch
Polizei- und BGS-Beamte Flüchtlinge immer wieder ausgesetzt
sind", hieß es in einer Erklärung. Auch seien Gesetze gegen
Diskriminierung im allgemeinen und polizeiliche Gewalt im
besonderen dringend notwendig (Quelle: jw) Mehr unter:
T-Online: Homepages nur noch gegen Geld
Mo.28.04.03 - Bisher standen T-Online-Kunden 10 MByte kostenloser Webspace und zwei GByte
Transfervolumen zur Verfügung. Damit soll bald Schluss sein: Künftig will der Online-Dienst nur
noch 2 MByte Platz kostenlos auf den Servern bereit stellen. Der Gratis-Traffic wird auf 1 GByte
begrenzt, Überschreitungen sollen pro angefangenem GByte und Monat 10 Euro kosten.
Wer mehr Platz benötigt, soll für das Privileg künftig 3 Euro berappen.
Altkunden gewährt T-Online eine Gnadenfrist von sechs Monaten; danach will der
Online-Dienst die bisherigen Homepages löschen. Dies berichtet die Website teltarif.de
unter Berufung auf die internen Newsgroups von T-Online. (Quelle: heise)
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