|
a1-k0305220
Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Do.22.05.03, 12:45 Irak am vierundsechzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Berlin, Paris und Moskau bejahen Irak-Resolution +++
Übergangsregierung für Irak frühestens Mitte Juli +++
USA wollen mit UN-Inspekteuren Einrichtung im Irak untersuchen +++
Demokratischer Senator übt harsche Kritik an Bush wegen Irak-Kriegs +++
NATO will Polen geschlossen bei der militärischen Sicherung Südiraks helfen +++
Do.22.05.03 - Die USA wollen dem Weltsicherheitsrat heute ihren erneut modifizierten Entwurf
einer Irak-Resolution zur Abstimmung vorlegen. Die Außenminister Frankreichs, Deutschlands
und Russlands sprachen sich am Mittwoch in Paris für eine Annahme der Irak-Resolution aus.
Der französische Außenminister Dominique de Villepin sagte nach dem Treffen, es gebe
eine gemeinsame Position der drei Länder. Man habe sich entschieden, für die Resolution zu
stimmen, auch wenn diese nicht perfekt sei "und nicht so weit geht, wie wir dies gewünscht hätten".
Der britische Außenminister Jack Straw begrüßte die Unterstützung durch die drei
Staaten. Die Entschließung bilde eine sehr gute Basis für den Wiederaufbau des
Landes, für humanitäre Hilfe und für den Aufbau einer fähigen Regierung. Wie der
britische Fernsehsender BBC berichtete, wird erwartet, dass 14 der 15 Mitglieder
des Sicherheitsrates für die Entschließung stimmen werden. Das
Abstimmungsverhalten Syriens sei noch unklar.
Die drei Länder - die eine Position gegen den Irak-Krieg eingenommen hatten -
hätten "den Weg der Einheit der internationalen Gemeinschaft und der Verantwortung
gewählt" sagte de Villepin auch für seine Kollegen Igor Iwanow und Joschka Fischer.
Alle drei Außenminister betonten, dass diese Zustimmung "keine Legitimierung des Krieges"
im Nachhinein sei. Fischer und Iwanow hoben gleichzeitig die Bedeutung der Beziehungen zu
Washington hervor, Fischer sprach von einer "hervorragenden, unverzichtbaren Rolle der USA
in der transatlantischen Familie".
Der UN-Resolution ""öffne den Weg" zu der gewünschten zentralen Rolle der Vereinten Nationen im
Nachkriegs-Irak, sagte de Villepin. Er machte damit deutlich, dass Paris
sich eine noch stärkere UN-Rolle vorgestellt hatte. "Unsere Haltung zum Krieg ist unverändert, und davon haben wir
nichts zurückzunehmen", sagte Fischer. Jetzt gehe es darum, dass die zentrale Rolle der UN zur Geltung komme.
"Hier haben wir Beachtliches erreicht", meinte er unter Hinweis auf die Veränderungen in der Resolution.
Washington hatte das bereits für Mittwoch angekündigte Votum verschoben, nachdem neben Russland und
Frankreich auch Mexiko, Syrien und andere noch Änderungswünsche am dritten Resolutionsentwurf geäußert hatten.
Die jüngste, nunmehr vierte Vorlage unterscheidet sich nach Auskunft des US-Sprechers Richard Grenell in mehr als
90 Punkten vom ersten Entwurf vom 9. Mai.
Eine entscheidende Änderung ist die Auflage an den Sicherheitsrat, den Erfolg der Irak-Resolution nach zwölf
Monaten zu überprüfen und bei Bedarf weitere Schritte vorzunehmen. Der Text stellt weiterhin klar, dass die
ausländische Besatzung mit Arbeitsaufnahme einer demokratisch legitimierten Regierung des Iraks beendet ist. Eine
Zeitvorgabe macht der US-Entwurf nicht.
Die USA nahmen an der Definition der UN-Rolle im Nachkriegs-Irak nur unwesentliche Veränderungen vor. Wünsche
nach einer Gleichstellung des UN-Beauftragten mit dem US-Chef der Besatzungsbehörde sowie nach
Rechenschaftslegung der Besatzer vor dem Sicherheitsrat wies Washington jedoch zurück.
Auch das Mandat der UN-Waffeninspekteure im Irak ist in der erneut überarbeiteten Fassung nicht konkreter
beschrieben. Frankreichs Wunsch, den Besatzungsmächten mit der Resolution einen Zeitrahmen von maximal zwölf
Monaten zu setzen, wurde abgelehnt. «Die Amerikaner wollen aber ihre Machtausübung im Irak weder in der Sache
noch vom Zeitrahmen her beschneiden lassen», sagte ein westlicher UN-Diplomat, der an den Verhandlungen beteiligt
ist.
Die USA und Großbritannien werden mit der Resolution von den Vereinten Nationen als Besatzungsmächte und damit
als entscheidende Autorität bis zur Bildung einer legitimen Regierung im Irak anerkannt. Sie werden damit bis auf
weiteres auch die Kontrolle auch über das irakische Erdöl und die Verwendung der Exporteinnahmen bekommen.
Unterdessen verzögert sich die Bildung einer irakischen Übergangsregierung. Eine Allparteienkonferenz soll
frühestens im Juli zusammentreten, wie der amerikanische Zivilverwalter Paul Bremer in Bagdad mitteilte. Die
Konferenz müsse eine Regierung bestimmen, die alle Iraker vertreten könne. Vorbild für das Verfahren ist die
Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg, die nach dem Sturz des Taliban-Regimes Anfang Dezember 2001
eine Übergangsregierung berief. Ende April hatte der Sondergesandte von US-Präsident George W. Bush, Zalmay
Khalilzad, bereits für Anfang Juni die Bildung einer irakischen Interimsverwaltung in Aussicht gestellt.
US-Außenminister Colin Powell hat Kritik irakischer Politiker
wegen Verzögerungen bei der Bildung einer Übergangsregierung zurückgewiesen.
Es habe nach seinem Wissen nie eine feste Zeit für die Etablierung einer solchen
Regierung gegeben, sagte Powell in Washington. Er verwies darauf, dass der neue
US- Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, erst vor Kurzem sein Amt angetreten habe.
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zeigte sich bereit, Rüstungsexperten der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) nun doch wieder nach Irak zu lassen. IAEA-Sprecher Mark Gwozdecky bestätigte
entsprechende Verhandlungen. Es gelte vor allem zu prüfen, ob radioaktives Material gestohlen worden sei. Zuvor
hatten US-Experten in der still gelegten irakischen Atomanlage Tuwaitha zwei radioaktive Stellen auf dem Erdboden
geortet, wo Plünderer offenbar Container mit Uranoxid leerten.
Der demokratische US-Senator Robert Byrd hat Präsident George W. Bush
wegen des Irak-Kriegs harsch kritisiert. Nach dem Krieg sei "schmerzhaft" klar
geworden, dass Irak "keine unmittelbare Bedrohung" dargestellt habe, erklärte Byrd
am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Die US-Bevölkerung sei möglicherweise
unter falschen Voraussetzungen dazu verleitet worden, den "nicht provozierten
Angriff auf eine souveräne Nation unter Verstoß gegen internationales Recht" zu
akzeptieren. "Dieses Kartenhaus der Täuschung wird zusammenfallen."
Die Botschafter der 19 NATO-Mitgliedstaaten beauftragten die Militärs der Allianz damit, die Möglichkeiten einer
Unterstützung Polens zu prüfen, wie Generalsekretär George Robertson mitteilte. Voraussichtlich wird die NATO dem
Land bei der Planung des Truppenkontingentes für Südirak sowie bei Aufklärung, Kommunikation und Logistik helfen.
(Quellen: ap, afp, dpa)
«Die US-Pläne zum Nachkriegs-Irak bedrohen die Grundsätze des internationalen Ordnungssystems»
«Der Resolutionstext, den die USA nun durch den Sicherheitsrat drücken wollen,
ist wie ein großer Schwamm konzipiert. Er soll alle noch offenen Fragen zum
Nachkriegs-Irak aufsaugen und die Streitigkeiten im Sicherheitsrat der Vereinten
Nationen beiseite wischen. Selbst unter den bisherigen Kriegsgegnern in aller
Welt mehren sich die Stimmen, die an diesem Wisch-und-weg-Konzept gefallen
finden. Denn ist die Aussicht nicht verlockend, nach den zermürbenden Querelen
des vergangenen Jahres endlich reinen Tisch zu machen und einen Neuanfang zu
ermöglichen zwischen der Supermacht und ihren Kritikern?
Darüber ließe sich diskutieren, wenn es ausschließlich um die Irak- Probleme ginge.
Tatsächlich droht der große Schwamm aber auch ein paar Grundsätze des internationalen
Ordnungssystems zu beseitigen – die Ächtung des Krieges als Mittel der Politik und das
Gewaltmonopol des Sicherheitsrats zum Beispiel. Wer daher heute Ja sagt zu den
amerikanischen Plänen, der muss wissen, dass er damit eine Grundsatzentscheidung
für die Welt von morgen trifft.
Auch der jüngste Textvorschlag aus Washington ist nämlich keineswegs so konziliant,
wie er nun verkauft wird. Zwar enthält er gegenüber früheren Vorlagen kleinere
Zugeständnisse an die Skeptiker im Rat; so sollen die Vereinten Nationen einen "Gesandten"
statt lediglich einen "Koordinator" ins Post-Saddam-Reich entsenden können, und dieser
Gesandte soll bei der Bildung einer irakischen Übergangsregierung "mitarbeiten" statt nur
"mitzuhelfen". In der Substanz aber hat sich nichts geändert.
Amerika fordert für sich nach wie vor eine Rolle, die irgendwo zwischen Kolonialherr und
Schöpfergott angesiedelt ist. Es will den Ölreichtum des Wüstenlandes ausbeuten –
angeblich ausschließlich im Interesse des Mündels Irak. Und es möchte nach eigenem
Gutdünken einen völlig neuen Staat formen auf dem Boden des Zweistromlandes. Diese
Allmacht soll erst enden, wenn eine neue irakische Regierung die Verantwortung übernommen
hat. Wann dies sein wird, läge allein im Belieben der Besatzer.
Folgt der Sicherheitsrat diesem Modell, hätte die Bush-Regierung für ihre Interventionspolitik
nachträglich bekommen, was sie vor dem Krieg vergebens anstrebte: den Segen der UN und
damit zumindest den Schein von Legalität und Legitimität. Die Mächtigen in Washington würden
dann mit dieser Resolution wedeln und ihren Kritikern sagen: Seht her, der Sicherheitsrat hat uns
als Herrscher über den Irak bestätigt. Er hat damit – implizit – unseren Feldzug anerkannt und
darüber hinaus unsere ganze Präventivschlags-Doktrin. Das alte Völkerrecht ist tot, es lebe das
Recht des Imperium Americanum.
Wenn der Rat das nicht will, muss er sich dem amerikanischen Ansinnen verweigern. Er sollte
zwar die Irak-Resolutionen aufheben, ohne aber den Besatzungsmächten Absolution zu erteilen.
Selbstbewusste Ratsstaaten würden den USA vielmehr einen Gegenvorschlag unterbreiten, der
sich am einst im Kosovo gefundenen Modell orientiert: Washington erkennt die Oberaufsicht der
Vereinten Nationen im Übergangsirak an und akzeptiert, dass die Bildung einer neuen, demokratischen
Regierung im UN-Rahmen organisiert wird. Der Sicherheitsrat erteilt den Kriegsalliierten im Gegenzug
das Mandat, mit ihren Truppen den Aufbau abzusichern.
So würde in die Neuordnung des Irak jeder einbringen, was er zu bieten hat: Der Rat Legitimität und
Amerika Stärke. Die USA würden so zwar ihr Allmachtsgefühl verlieren, aber etwas Wertvolleres
gewinnen: den Rückhalt der Welt bei der Neuordnung des Nahen Ostens. Das ganze kühne Projekt
wäre damit allemal erfolgsversprechender.
Dass es so kommt, wird immer unwahrscheinlicher. Kriegsgegner wie Deutschland und Frankreich,
die sich vor dem Feldzug als standhaft erwiesen, laufen nun Gefahr, in Feigheit vor dem Freunde
einzuknicken. Sie alle lockt die vermeintlich leichte Lösung: Schwamm drüber. » (Süddeutsche Zeitung vom 21.05.03)
USA werfen Iran Duldung von Terroristen vor
Do.22.05.03 - Die USA haben Iran am Mittwoch vorgeworfen, dass sich in dem
Land führende Mitglieder der Terrororganisation El Kaida aufhielten. Die iranische
Führung habe die Pflicht zu verhindern, dass Terroristen in das Land einreisen und
von dort aus agieren könnten, erklärte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. «Es
ist keine Frage, dass führende El-Kaida-Mitglieder in Iran waren und sind, und sie
sind sehr aktiv.»
Der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher, sagte, die USA fänden
Wege, um mit Iran über die Dinge zu reden, die den USA wichtig seien. Zuletzt gab
es mehrere Treffen in Genf, über deren Ergebnisse aber nichts bekannt wurde. Iran
bestritt erst am Dienstag wieder, dass es Mitgliedern der El-Kaida-Organisation von
Osama bin Laden Zuflucht gewähre.
Hintergrund der US-Vorwürfe sind Berichte, wonach sich die El Kaida nach ihrer
Vertreibung aus Afghanistan wieder neu organisieren konnte und für die jüngste
Anschlagsserie in Saudi-Arabien und Marokko verantwortlich war. Auch die USA
haben ihre Terror-Warnstufe wieder nach oben gesetzt.
(Quelle: ap)
US-Senat will Forschung an Mini-Atombomben zulassen
Do.22.05.03 - Der US-Senat hat am Mittwoch dafür gestimmt, ein Verbot
der Erforschung und Entwicklung von kleineren Atombomben aufzuheben.
Die Abgeordneten machten jedoch eine zusätzliche, ausdrückliche Erlaubnis des
Kongresses zur Bedingung für einen tatsächlichen Bau der Waffen. In der zweiten
Kammer des Kongresses, dem Repräsidentenhaus, wurde ein ähnlicher Entwurf
noch diskutiert. Die US-Regierung hat um Erlaubnis ersucht, die Entwicklung von
Atomwaffen mit bis zu fünf Kilotonnen Sprengkraft - etwa einem Drittel der Stärke
der Hiroshima-Bombe - erforschen zu dürfen, will diese jedoch nach eigenen Angaben
nicht herstellen. Kritiker warnen vor einem neuen atomaren Wettrüsten.
Der von den Republikanern von US-Präsident George W. Bush
kontrollierte Senat sprach sich mit 59 zu 38 Stimmen für ein
Ende des Verbots aus. Der Vorsitzende des Streitkräfte-Komitees des Senats, der
Republikaner John Warner aus Virginia, sagte, der Senat solle bei dem Prinzip bleiben, kein
Waffensystem zu verbieten, das zur Verteidigung der Nation
notwendig sein könnte. Der Demokrat Jack Reed sagte dagegen:
"Wir wandeln auf einem Pfad des Testens und der Bereitstellung,
den wir meiner Meinung nach alle noch bereuen werden."
In dem Entwurf des Repräsentantenhauses ist auch die Forderung nach einem Ende des Forschungsverbots
enthalten, jedoch bliebe die Entwicklung der Waffen untersagt. Die beiden Kammern müssen sich in einem
Vermittlungsausschuss auf einen gemeinsamen Gesetzentwurf einigen, bevor er Bush zur Unterschrift vorgelegt
werden kann.
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte am Vortag erklärt, kleinere Atomwaffen könnten zur Zerstörung von
Vorräten von biologischen oder chemischen Waffen geeignet sein. Auch Russland hat angekündigt, kleinere
Atomwaffen erforschen zu wollen. (Quelle: rtr)
«Blick ins Archiv»
UN-Vertreter kritisiert US-Pläne für neue Generation von Atomwaffen (AFP-Nachricht vom So.27.04.03):
USA wollen sogenannte Mini-Nukes zur Zerstörung von unterirdischen Zielen entwickeln
Die Atomwaffen aus der Zeit des Kalten Krieges hätten ausgedient, weil sie nicht mehr zeitgemäß
seien, und es sei notwendig, existierende Nuklearwaffen zu modifizieren oder zu erneuern,
stellte ein Pentagon-Bericht bereits im März 2002 fest. Umgehend solle mit der Entwicklung eines
"robusten nuklearen Erdpenetrators" (Robust Nuclear Earth Penetrator - RNEP) begonnen werden ...
Mehr in einem Telepolis-Bericht vom 27.04.03)
«Neustart der US-Atomwaffen-Produktion -
Erstmals seit 14 Jahren hat das Energieministerium wieder einen
Plutionium-Pit hergestellt, den Kern eines nuklearen Sprengkopfes»
Mehr in einem Telepolis-Bericht vom 25.04.03:
Pentagon-Supercomputer sollen Verdächtige am Gang erkennen
Do.22.05.03 - Die USA wollen im Kampf gegen den Terrorismus Verdächtige
künftig anhand ihres Ganges identifizieren. Wie aus Pentagon-Unterlagen
hervorgeht, die dem US-Kongress übermittelt wurden, sollen mutmaßliche
Terroristen mit Hilfe modernster Kameras und Supercomputer aus der Ferne erkannt
werden. Die "Washington Post" berichtete am Mittwoch, das System werde
Menschen zudem auch an ihrer Iris oder Gesichtsmerkmalen erkennen.
Die Supercomputer, die Daten in bisher unerreichten Mengen speichern könnten,
könnten zudem alle finanziellen Transaktionen, medizinischen und biometrischen
Daten sowie Reisen zehntausender Menschen verfolgen. Ziel des umstrittenen
Programms ist, Terroristen schon auf die Spur zu kommen, bevor sie ihre Pläne
verwirklichen.
Datenschützer in den USA sind bestürzt über das "Schnüffelprogramm", das vom
ehemaligen Vize-Admiral John Poindexter entwickelt wurde. Sie hatten erreicht,
dass der Kongress dem Vorhaben für "Totales Informations-Bewusstsein" einen
vorläufigen Riegel vorschob.
Die Abgeordneten forderten das Pentagon auf, mehr Einzelheiten über seine
Absichten vorzulegen. Nach Angaben der "Washington Post" hat das
Verteidigungsministerium dafür mehr als 50 Millionen Dollar (etwa 43 Millionen Euro)
in den kommenden drei Jahren vorgesehen. (Quelle: dpa)
«Das Pentagon will ein künstliches multimodales Gedächtnis entwickeln, das (fast) alles erfasst, einordnet
und zugänglich macht, was ein Mensch erlebt »
Mehr unter:
«Das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security - DHS) schreitet mit seinem Projekt der biometrischen Erfassung von Besuchern in den USA voran»
Do.22.05.03 - Die ersten Details zu dem Programm US-VISIT (U.S. Visitor and Immigration Status Indication Technology)
wurden am Montag, in Washington vorgestellt. Das DHS plant vorerst ab 1. Januar 2004 alle
Besucher, die mit Visa in die USA einreisen, zu fotografieren und ihre Fingerabdrücke abzunehmen. Die
gewonnenen Daten sollen an eine zentrale Datenbank übermittelt und dort mit den Daten von
Verdächtigen sowie bekannten Terroristen und Verbrechern verglichen werden. Zusätzliche Technologien
wie Irisscan sollen nach Angaben von Unterstaatssekretär Asa Huthinson später integriert werden. Wenn
der Besucher das Land verlässt wird US-VISIT seine Ausreise bestätigen. Das System wird zuerst auf
US-Flughäfen und Seehäfen installiert. Später sollen die Grenzübergänge zu Kanada und Mexiko erfasst
werden. Die Informationen aus dem US-VISIT-Programm sollen neben den Einwanderungsbehörden auch
dem FBI, der lokalen Polizei sowie den Konsulaten zur Verfügung gestellt werden. Mit der Einführung
von US-VISIT wächst auch der Druck der USA auf Staaten, deren Bürger keine Visa benötigen,
mindestens zwei biometrische Erkennungsmerkmale in ihre Reisedokumente zu integrieren.
(Quelle: info.partisan.net)
USA verweigern französischen Journalisten die Einreise
Do.22.05.03 - Die US-Behörden haben sechs französischen Journalisten am
Flughafen von Los Angeles die Einreise in die USA verweigert, wie am Mittwoch
bestätigt wurde. Sie wurden festgehalten, befragt und in Handschellen gelegt, wie
dies entsprechend den Vorschriften üblich sei, erklärte ein Sprecher des Zolls,
Francisco Arcaute. Die Journalisten hätten keine Pressevisa gehabt, wie dies schon
seit einigen Jahren notwendig sei. Die Journalisten wollten Anfang Mai eine
Videospielmesse in Los Angeles besuchen. Die Medienorganisation Reporter ohne
Grenze forderte eine Untersuchung zu dem Vorfall. Die Journalisten seien wie
Kriminelle behandelt worden, hieß es in einem Brief der in Paris ansässigen
Organisation an den US-Botschafter in Paris, Howard Leach.
(Quelle: ap)
USA loben Fortschritte Sudans im Kampf gegen Terror
Do.22.05.03 - Die USA sehen in Sudan deutliche Fortschritte bei der
Bekämpfung des Terrors. "Ich denke, man kann sagen, dass Sudan nicht mehr der
Zufluchtsort für Terroristen ist, der er einmal war", erklärte der Sprecher des
Außenministeriums, Richard Boucher. US-Außenminister Colin Powell kam am
Mittwoch mit dem sudanesischen Außenminister Mustafa Osman Ismail
zusammen. Dabei soll es um die Streichung Sudans von der Liste der Staaten
gegangen sein, die von den USA der Unterstützung des Terrorismus verdächtigt
werden. Das Treffen an sich galt dabei schon als Fortschritt, da der
US-Außenminister mit Ausnahme Syriens nur selten Vertreter von Staaten trifft, die
auf der US-Terrorliste stehen.
(Quelle: ap)
Friedensverhandlungen für Sudan lassen zentrale Fragen offen
Do.22.05.03 - Bei den Friedensgesprächen für Sudan sind auch nach der
jüngsten Verhandlungsrunde zahlreiche Schlüsselfragen offen geblieben. Eine
endgültige Übereinkunft zwischen der Regierung und den Rebellen der
Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) sei entgegen früherer Hoffnungen für
Ende Juni nicht zu erwarten, erklärte Chefvermittler Lazaro Sumbeiywo am Mittwoch
in der kenianischen Stadt Machakos. Die Verhandlungen würden im Juli fortgesetzt.
Begonnen hatten die Friedensgespräche im Juli vergangenen Jahres nach einem 20
Jahre dauernden Bürgerkrieg, in dessen Verlauf etwa zwei Millionen Menschen ums
Leben kamen.
(Quelle: ap)
« Der Krieg im Süden Sudans -
Im Sudan bedeuten Rinder für viele Menschen Leben und
Tod: Von den Tieren ernähren sich die Nomaden, sie
bringen Ansehen, um sie wird seit jeher gestritten. Aber in
den alten Zwist ums Rind mischen sich neue Interessen, vor
allem das Ölgeschäft. Heute wird nicht mehr mit Speeren
gekämpft»
Mehr unter:
«Die Folgen von Sudans Aufstieg zum Ölexporteur bestimmen die
laufenden Versuche, den seit 20 Jahren dauernden Bürgerkrieg
zu beenden. Die Rebellen im Südsudan sehen Ölfelder als
Kriegsziel, weil die Regierung ihr Militär zu großen Teilen aus
Öleinnahmen finanziert. Führend bei der Ölförderung sind Firmen
aus Malaysia und China. Der dritte Partner, ein kanadisches
Unternehmen, verkaufte seine Anteile kürzlich nach Indien. Im Juli
2002 vereinbarten Rebellen und Regierung einen Friedensprozess:
Der Südsudan soll sechs Jahre lang von den Rebellen als
autonomes Gebiet regiert werden, bevor die Bevölkerung über die
Zukunft der Region abstimmt. Strittig ist die genaue Grenze des
Südsudan, die Hoheit über Öleinnahmen und die Zukunft der
Rebellenarmee. Gespräche über diese Fragen sollen bis Juni
abgeschlossen sein, werden aber regelmäßig von neuen Kämpfen
unterbrochen." » (tageszeitung vom 21.05.03)
«Religiös angehauchte Rebellen, so stark wie seit Jahren nicht, verwüsten den Norden Ugandas und entführen Kinder zum Dienst als Soldaten und Sklaven.
Ugandische Angriffe auf Rebellenbasen im Sudan treiben den Krieg zurück ins eigene Land»
Mehr unter:
Hamas unter Bedingungen zu Waffenstillstand bereit
Do.22.05.03 - Die radikal-islamische Hamas-Bewegung ist nach Angaben
eines Sprechers grundsätzlich zu einer Beendigung der Selbstmordanschläge
bereit, wenn Israel die gezielten Liquidierungen und die Tötung palästinensischer
Zivilisten unterlässt. Der Hamas- Sprecher Ismail Hania sagte am Mittwoch, Israel
müsse dafür aber die Militäraktionen gegen palästinensische Aktivisten stoppen und
alle politischen Häftlinge freilassen. Seit Samstagabend haben fünf
Selbstmordattentäter zwölf Israelis mit sich in den Tod gerissen und Dutzende zum
Teil schwer verletzt.
Der israelische Polizeichef Schlomo Aharonischki sagte am Mittwoch, die jüngste
Anschlagswelle sei noch nicht vorüber. Die Sicherheitskräfte waren angesichts zahlreicher
Terrorwarnungen weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft. In Nablus (Westjordanland)
fanden israelische Soldaten eine Bombenfabrik mit mehreren einsatzbereiten Sprengstoffgürteln.
Bei gewaltsamen
Auseinandersetzungen in einem Dorf nördlich von Ramallah wurden nach
palästinensischen Angaben eine alte Frau und ein Jugendlicher von israelischen
Soldaten getötet. Fünf weitere Palästinenser seien verletzt worden, hieß es.
Israel setzte unterdessen seine Militäraktionen im nördlichen Gazastreifen fort. Der palästinensische Ministerpräsident
Mahmud Abbas sagte einen geplanten Besuch in Bet Chanun ab, nachdem die israelische Armee in den frühen
Morgenstunden erneut mit Panzern in die Ortschaft eingedrungen war. Bei einer Razzia in dem Flüchtlingslager der
Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen wurden unterdessen acht Häuser zerstört. Auch in Bethlehem zerstörten
Soldaten zwei Häuser palästinensischer Extremisten.
Die neueste Welle der Gewalt in der Region begann nach der Veröffentlichung des internationalen
Nahost-Friedensplans Ende April. Der Plan des Nahost-Quartetts (UN, EU, USA und Russland) sieht unter anderem
die Einrichtung eines lebensfähigen Palästinenserstaates innerhalb von drei Jahren vor. Während die palästinensische
Autonomiebehörde den Plan akzeptiert hat, erhob Israel mehrere Einwände.
Aus palästinensischen Kreisen verlautete, Ministerpräsident Abbas habe eine Einladung des US-Präsidenten George
W. Bush zu einem Treffen angenommen. Bush sprach die Einladung den Angaben zufolge während eines Telefonats
am Dienstag aus. Voraussichtlich solle die Zusammenkunft in einem der Golfstaaten, möglicherweise Katar,
stattfinden.
Nach einem Bericht der "New York Times" erwägt Bush in den kommenden Wochen eine Reise in den Nahen Osten,
um den internationalen Friedensplan zu retten. Ein Besuch in Israel und den Palästinensergebieten gilt jedoch als
unwahrscheinlich. Das Weiße Haus hatte Abbas nach dessen Ernennung nach Washington eingeladen. Bislang hatte
dieser jedoch abgelehnt, solange Israel die Blockade des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat nicht aufhebt.
In Israel ging angesichts der neuen Anschläge die Debatte um eine Ausweisung Arafats weiter. Der frühere israelische
Ministerpräsident Ehud Barak forderte die vollständige Entmachtung Arafats. In einem Interview des staatlichen
israelischen Fernsehens sagte der Ex- General am Dienstagabend, der Nahost-«Fahrplan» könne nur dann umgesetzt
werden, wenn Arafat keinen Einfluss darauf nehmen könne.
(Quelle: dpa)
Konflikt zwischen USA und Europa wegen Gen-Getreide für Afrika
Do.22.05.03 - Ungeachtet der durch die Irak-Krise bereits belasteten
transatlantischen Beziehungen hat US-Präsident George W. Bush erneut Kritik an
Europa geübt.
Die europäischen Staaten behinderten US-Bemühungen, Hunger und Armut in
Afrika zu bekämpfen, indem sie sich gegen die Lieferung von genetisch verändertem
Getreide sperrten, sagte Bush am Mittwoch in New London im US-Bundesstaat
Conneticut.
"Unsere Partner in Europa behindern diese Bemühung. Sie haben alle neuen
Getreide-Arten wegen unbegründeter, unwissenschaftlicher Ängste blockiert", sagte Bush vor
Angehörigen der US-Küstenwache. Den afrikanischen Länder werde Angst gemacht, dass sie bei
der Nutzung von genetisch verändertem Getreide und Saatgut ihre Agrargüter nicht nach Europa
ausführen dürften. "Die europäischen Regierungen sollten bei der Beendigung des Hungers
helfen - und sie nicht behindern", sagte der US-Präsident.
In der Europäischen Union (EU) gilt faktisch ein Einfuhrverbot für
genetisch verändertes Getreide. Bemühungen, das Verbot aufzuheben, sind bislang am Widerstand mehrerer
EU-Länder, darunter Frankreich, gescheitert. Frankreich gehörte neben Deutschland auch zu den Kritikern des von
den USA geführten Krieg gegen den Irak, der die Beziehungen erheblich belastet hatte. Bundeswirtschaftsminister
Wolfgang Clement hatte am Dienstag bei einem Besuch in den USA erklärt, die EU-Einfuhrsperre für genetisch
veränderte Agrarprodukte sei falsch.
Die USA setzten sich für "freie Märkte, freien Handel und freie Gesellschaften" ein, erklärte Bush. "Diese Ziele können
nicht auf Kosten anderer Nationen erreicht werden." Mit Blick auf ein US-Hilfspaket für die Bekämpfung der
Immunschwächekrankheit Aids sagte Bush, die europäischen Staaten müssten "ihren guten Willen" durch wirkliche
Hilfe unter Beweis stellen. Die USA haben angekündigt, armen Ländern 15 Milliarden Dollar zur Bekämpfung von Aids
bereitzustellen.
Bush wird in der kommenden Woche zu einem Besuch in Europa erwartet. Stationen seiner Reise sind Polen,
Russland und schließlich Frankreich, wo er am Gipfel der G8-Länder teilnehmen wird.
(Quelle: rtr)
Struck hat neue Verteidigungsrichtlinien vorgelegt
Do.22.05.03 - Mit neuen Aufgaben und einem strengen Sparkurs will
Verteidigungsminister Peter Struck die Bundeswehr für die Zukunft wappnen. Bei
der Vorlage seiner neuen verteidigungspolitischen Richtlinien kündigte er die
Schließung von zunächst neun Standorten in den kommenden zwei Jahren an.
Rund 6000 Soldaten sind betroffen. Zugleich ging er mit dem konsequenten
Festhalten an der Wehrpflicht auf Konfrontationskurs zu den Grünen.
Hauptaufgaben der Armee sollen internationale Konfliktverhütung und
Antiterror-Kampf sein. (Quelle: dpa)
«Hintergrund: Die neuen Verteidigungsrichtlinien»
Bundeswehr als Armee für weltweite Einsätze
Do.22.05.03 - Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat neue Richtlinien für die
Bundeswehr erlassen. Die letzten Verteidigungspolitische Richtlinien (VPR)
stammten von seinem Vorvorgänger Volker Rühe (CDU) aus dem Jahr 1992. Die
Nachrichtenagentur dpa fasst das neue 22-seitige Papier mit 95 Einzelpunkten in Auszügen zusammen:
AUFTRAG: Die herkömmliche Landesverteidigung gegen einen konventionellen
Angriff als allein strukturbestimmende Aufgabe der Bundeswehr entspricht nicht
mehr den aktuellen Erfordernissen. Für die Bundeswehr stehen Einsätze zur
Konfliktverhütung und Krisenbewältigung sowie zur Unterstützung von
Bündnispartnern, auch über das Bündnisgebiet hinaus, im Vordergrund. Künftige
Einsätze lassen sich wegen des umfassenden Ansatzes zeitgemäßer Sicherheits- und
Verteidigungspolitik und ihrer Erfordernisse weder hinsichtlich ihrer Intensität
noch geographisch eingrenzen.
WEHRPFLICHT: Die Allgemeine Wehrpflicht bleibt in angepasster Form für Einsatzbereitschaft, Leistungsfähigkeit
und Wirtschaftlichkeit der Bundeswehr unabdingbar. Die Landesverteidigung bleibt Aufgabe der Bundeswehr gegen
eine derzeit zwar unwahrscheinliche, aber nicht auszuschließende bedrohliche Entwicklung. Sie kann den Einsatz
deutlich umfangreicherer Streitkräfte erfordern. Die zusätzlichen Kräfte können zeitgerecht wieder aufgestellt werden.
Diese Rekonstruktion wird vor allem durch die Wehrpflicht sichergestellt.
SICHERHEIT und VERTEIDIGUNG: Bewaffnete Einsätze der Bundeswehr mit Ausnahme von Evakuierungs- und
Rettungsoperationen werden nur gemeinsam mit Verbündeten und Partnern im Rahmen der Vereinten Nationen,
NATO und EU stattfinden. Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) ist kein Ersatz, sondern
eine notwendige Ergänzung zur NATO. Die transatlantische Partnerschaft bleibt die Gundlage für die Sicherheit
Deutschlands. Ohne die USA gibt es auch künftig keine Sicherheit in und für Europa. Der UN-Sicherheitsrat trägt die
Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens.
BUNDESWEHR IM INLAND: Wegen der gewachsenen Bedrohung Deutschlands durch Terror-Angriffe gewinnt der
Schutz von Bevölkerung und Territorium an Bedeutung und stellt zusätzliche Anforderungen an die Bundeswehr im
Inland dar. Auch wenn dies vorrangig eine Aufgabe für Kräfte der inneren Sicherheit ist, werden die Streitkräfte im
Rahmen der geltenden Gesetze immer dann zur Verfügung stehen, wenn nur sie über die erforderlichen Fähigkeiten
verfügen.
RECHT: Die Vereinbarkeit internationaler Einsätze mit der Verfassung ist durch das Bundesverfassungsgericht und
den Bundestag bestätigt worden. Die Verpflichtung Deutschlands zur schnellen militärischen Reaktionsfähigkeit im
Rahmen von NATO und EU macht eine ebenso schnelle politische Entscheidungsfähigkeit auf nationaler Ebene
unabdingbar.
GEFAHREN: Die Weiterentwicklung von Massenvernichtungswaffen in Verbindung mit weit reichenden Trägermitteln
kann auch Europa bedrohen.
KAPAZITÄTEN UND FINANZEN: Die Finanzmittel werden künftig vor allem zur Erfüllung der militärischen
Kernfähigkeiten eingesetzt. Die bisherigen Rahmenvorgaben für Anzahl und Umfang von möglichen Operationen
werden überprüft und angepasst, um die hohe Belastung, in teilen Überbelastung der Einsatzkräfte abzubauen.
(Quelle: )
«Stichwort: Verteidigungspolitische Richtlinien»
Do.22.05.03 - Die Verteidigungspolitischen Richtlinien sind die verbindliche
Grundlage für die Arbeit in den Organisationsbereichen des
Verteidigungsministeriums sowie für die deutsche militärische Interessenvertretung
nach außen. Sie definieren den Auftrag der Bundeswehr und die Grundsätze der
Verteidigungspolitik, beschreiben Herausforderungen und setzen Prioritäten.
Im Militärjargon werden die Richtlinien kurz «VPR» abgekürzt. Sie sollen
regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden. Allerdings sind die letzten
Richtlinien fast elf Jahre alt. Im November 1992 hatte der damalige
Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) eine Planung vorgelegt. (Quelle: dpa)
«Verteidigungsminister Struck auf Konfliktkurs an allen Fronten»
Do.22.05.03 - Verteidigungsminister Peter Struck hat einen Rundumschlag gemacht. Die
Grünen setzte er mit Erlass seiner Richtlinien für die Bundeswehr in punkto Wehrpflicht massiv
unter Druck und schob gleich seinen «Wunsch» nach einem Entsendegesetz für Auslandseinsätze
noch in diesem Jahr nach. Damit haben die Grünen ebenfalls Probleme.
Dann ging er auch noch auf Distanz zu seinen Kabinettskollegen für Inneres und Justiz, Otto Schily und
Brigitte Zypries (alle SPD), weil die keine Grundgesetzänderung für
Bundeswehreinsätze im Inland wollen. Den Streitkräften fügte er «bittere
Einschnitte» in die Struktur zu und machte zudem klar, dass das noch nicht das
Ende der Fahnenstange ist.
Struck präsentierte sich bei der Vorstellung seiner verteidigungspolitischen
Richtlinien am Mittwoch in Berlin trotz aller Konflikte selbstbewusst und bestens
gelaunt. Mit leichtem Schmunzeln, aber typisch nüchterner Tonlage berichtete er
von einer «wie immer angenehmen Atmosphäre» im Kabinett und davon, dass
Außenminister Joschka Fischer beim Thema Wehrpflicht eine
«andere Auffassung der Grünen» zu Protokoll gegeben habe.
Dahinter verbirgt sich ein handfester Koalitionsstreit. Denn Struck
ist dabei, für den Erhalt des Wehrdienstes Fakten zu schaffen,
obwohl im Koalitionsvertrag eine Überprüfung vereinbart worden
war. Struck will die Wehrpflicht für die Bundeswehr als «größte
Wir-AG» partout behalten, die Grünen wollen sie abschaffen.
Bis Jahresende soll Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan
den Zwangsdienst für Männer zwar überprüfen. Doch bereits im
Sommer lässt Struck die SPD-Bundestagsfraktion über die
Wehrpflicht abstimmen, und der ehemalige Fraktionschef hat
«keinen Zweifel» an der Gefolgschaft. Und er setzt noch oben
drauf, dass dies dann auch die Grundlage für den
Generalinspekteur sei. Damit erweckt Struck den Eindruck, als
hätten die Grünen sowieso nichts zu sagen. Jedenfalls hat er in
seinen Richtlinien die Wehrpflicht schon verankert.
Ferner schreibt er darin nun fest, was die Bundeswehr seit geraumer Zeit schon leistet. Denn mit dem Fall der Mauer,
dem Ende des Kalten Krieges und dem internationalen Anti-Terror-Kampf nach den Anschlägen vom 11. September
2001 verlor die reine Landesverteidigung immer mehr an Bedeutung. Deutsche Soldaten wurden stattdessen zur
Friedenssicherung auf den Balkan, an den Hindukusch und nach Afrika und zwei Mal auch in Kampfeinsätze
außerhalb des NATO-Gebiets geschickt.
Unter Punkt 53 der Richtlinien findet sich der Wunsch nach einem Entsendegesetz für die Bundeswehr: «Die
Verpflichtung Deutschlands zur schnellen militärischen Reaktionsfähigkeit im Rahmen von NATO und EU macht eine
ebenso schnelle politische Entscheidungsfähigkeit auf nationaler Ebene unabdingbar.» Ein solches Gesetz soll
Struck zufolge einerseits die Rechte des Parlaments bei der Entscheidung über Auslandseinsätze stärken,
andererseits aber der Regierung mehr Spielraum geben. So soll sie Vorauskommandos ohne Parlamentsbeschluss
losschicken können und ein Bundestagsmandat unbefristet sein.
Union und FDP plädieren seit langem für ein solches Gesetz, und auch das Bundesverfassungsgericht mahnt seit
Jahren eine Klärung an. Die SPD hielt sich bislang mit diesem Anliegen aus Rücksicht auf die Grünen zurück. Diese
meinen, dass der Bundestag sehr schnell, notfalls in ein, zwei Wochen über einen Auslandseinsatz entscheiden
kann, und deshalb kein Gesetz nötig sei. Die Grünen fürchten, dass eine Regierung mit einem solchen Gesetz zu
eigenmächtig werden könnte.
Die Standortschließungen sind für die betroffenen Kommunen ein schwerer Schlag. Das sieht auch Struck so. Aber er
machte klar, dass sich die Bundeswehr von altem Gerät, überholten Waffensystemen und Strukturen trennen muss,
um für die schwierigen neuen weltweiten Aufgaben gewappnet zu sein. Und, als wollte er sich mit möglichst vielen
Menschen verscherzen, fügte er hinzu, dass er der Verteidigungsminister sei und als solcher keine «Infrastruktur- und
Wirtschaftsförderungspolitik» zu betreiben habe. (Quelle: dpa)
Bürgermeister demonstrieren für Soforthilfe
Do.22.05.03 - Rund 4.000 Bürgermeister und Kommunalbedienstete haben am Mittwoch im
bayerischen Berching Finanzhilfen und eine rasche Gewerbesteuer-Reform gefordert. Der Präsident des
Bayerischen Gemeindetages, Uwe Brandl, rief die CSU auf, die von der Bundesregierung für den Jahreswechsel
versprochene Reform im Bundesrat zu unterstützen. Fast die Hälfte der Gemeinden im Freistaat sei praktisch
pleite. Nur schnelle Hilfe von Bund und Land verhindere den weiteren Niedergang.
Die Demonstranten trugen Transparente, auf denen ein Nackter mit Zylinder und die
Aufschrift "Des Bürgermeisters neue Kleider" abgebildet waren. Brandl sagte, dass
die vom Bund eingesetzte Reformkommission im Schneckentempo arbeite und jetzt
Pause mache, sei so unerträglich, wie wenn die Feuerwehr neben einem
brennenden Haus pausiere. Der Bund müsse Schlupflöcher für Konzerne schließen
und zudem die Kommunen stärker an der Gewerbe- und Umsatzsteuer beteiligen.
Kanzler Gerhard Schröder müsse auch die schon im März versprochene Entlastung
von 800 Millionen Euro bei der Flutopferhilfe unverzüglich wahr machen. Von der
Mitfinanzierung des Solidarbeitrags sollten die Kommunen für zwei Jahre
ausgenommen werden. Das Konnexitätsprinzip "Wer anschafft, zahlt" müsse auch
auf Bundesebene sofort eingeführt werden. Von der bayerischen Regierung forderte
der Gemeindetags-Präsident Soforthilfen für Kommunen in Not. (Quelle:ap )
Bundesbank sieht noch größere Finanzlöcher
Do.22.05.03 - Die Deutsche Bundesbank erwartet für
2003 noch größere Finanzlöcher bei Bund, Ländern und
Gemeinden. "Im Gesamtjahr zeichnet sich für die Haushalte
insgesamt eine sehr ungünstige Entwicklung ab, die ohne weitere
Maßnahmen zu einer nochmaligen Ausweitung der Defizite führen
wird." Bei den Gemeinden sei von einer beträchtlichen
Verschlechterung der Haushaltslage auszugehen, schrieb die
Bundesbank in ihrem Mai-Bericht. Danach wird die "Hartz-Reform"
die Bundesanstalt für Arbeit auch weniger entlasten als geplant.
Die Bundesbank bezeichnete es als Tatsache, "dass Entlastungen
im Zusammenhang mit der Hartz-Reform geringer ausfallen als
unterstellt". Daher werde die Nürnberger Behörde auch 2003 nicht
auf einen Bundeszuschuss verzichten können. (Quelle: taz [dpa])
Deutschland kauft für 8,3 Milliarden Euro 60 Airbus A400M
Do.22.05.03 - Deutschland kauft für 8,3 Milliarden Euro 60 Militärflugzeuge vom Typ
Airbus A400M. Nach jahrelanger Diskussion über das größte europäische Rüstungsprojekt
gab der Haushaltsausschuss des Bundestages am Mittwoch mit den
Stimmen aller Fraktionen grünes Licht. Das Transportflugzeug soll die veralteten
TRANSALL-Maschinen der Bundeswehr ablösen.
Nach der Zustimmung des Ausschusses kann die Bundesregierung die Zustimmung zum
Start des Projekts geben, der wegen des Streits um die Finanzierung des deutschen
Anteils mehrfach hinausgeschoben werden musste. An dem Gemeinschaftsprodukt
sind auch Frankreich, Spanien, Belgien, Luxemburg und die Türkei beteiligt.
Deutschland erwirbt die meisten Maschinen.
Nach Angaben aus dem Gremium warb Verteidigungsminister Peter Struck (SPD)
eindringlich für ein klares Votum zu Gunsten
des A400M. Die Union habe ihren Widerstand erst am Ende der Diskussion eingestellt, hieß es aus
Teilnehmerkreisen. Grundsätzlich befürworteten Union und FDP von Anfang an den Kauf der A400M für die
Bundeswehr. Sie bemängelten jedoch das Vorgehen der Regierung und hielten die Stückzahl für zu hoch. Die
geplante Finanzierung des deutschen Anteils sei teurer als nötig, hatten sie erklärt.
Die Union scheiterte im Haushaltsausschuss an den Stimmen von SPD, Grünen und FDP mit einem Antrag, die
Anzahl - wie es der Bundesrechnungshof rät - auf 40 bis 43 Stück zu begrenzen. Den Antrag legte der
Haushaltssprecher der Unionsfraktion, Dietrich Austermann, vor, dessen Vorgehen in den Reihen der Union umstritten
war, da diese nicht in den Ruf geraten wollte, das Projekt zu blockieren. Dem Vernehmen nach soll
CDU/CSU-Fraktionschefin Angela Merkel Austermann aufgefordert haben, den Widerstand einzustellen. Über
Austermanns Antrag wurde zuerst abgestimmt. Nachdem dieser abgelehnt wurde, votierte die Union für den Kauf von
60 A400M. (Quelle: ap)
SPD und Union offenbar weitgehend einig über Entsendegesetz
Do.22.05.03 - SPD und Union haben sich offenbar bei der Ausarbeitung eines
Entsendegesetzes für Auslandseinsätze der Bundeswehr überraschend angenähert.
"Es gibt bei den SPD-Vorschlägen nichts, was wir nicht mittragen könnten", zitierte
die "Berliner Zeitung" den verteidigungspolitischen Sprecher der Unionsfraktion,
Christian Schmidt, am Donnerstag. Nach dem Willen beider großer Parteien soll
das parlamentarische Verfahren für Auslandseinsätze vereinfacht werden.
CDU und CSU hätten keinen Einwand gegen unbefristete Auslandseinsätze,
solange der Bundestag von allen Entwicklungen unterrichtet werde, sagte der
CSU-Politiker der Zeitung zufolge. Es müsse allerdings möglich sein, die Soldaten
im Notfall durch einen Parlamentsbeschluss zurückzuholen.
Den bisherigen Auslandseinsätzen der Bundeswehr waren zum Teil äußerst
schwierige und langwierige Beratungen im Bundestag vorausgegangen.
(Quelle: ap)
Fischer schließt künftige deutsche Anti-Terror-Einsätze nicht aus
Do.22.05.03 - Bundesaußenminister Joschka Fischer hält eine deutsche
Beteiligung an künftigen Einsätzen gegen den internationalen Terrorismus für
möglich. "Im Kampf gegen den Terrorismus werden wir leider gezwungen sein, auch
Gewalt einzusetzen", sagte er bei einer Wahlkundgebung der Grünen in Bremen.
Die Bundesregierung stehe jedoch für eine Friedenspolitik. "Wir versuchen,
politische Lösungen für die Probleme in der Welt zu finden." Das gehe aber nicht
immer, so Fischer. (Quelle: dpa)
Umfragen: SPD weiter im Rekordtief
Do.22.05.03 - Die SPD bleibt in der Wählergunst im Rekordtief. Das zweite Mal in
Folge kommen die Sozialdemokraten auf nur 26 Prozent, lautet das Ergebnis
der wöchentlichen Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern" (Donnerstag)
und des Fernsehsenders RTL.
Die Union erreiche 48 Prozent (minus 1), wenn an diesem
Sonntag Bundestagswahl wäre. Mit dem zweitbesten
Ergebnis in der Geschichte bayerischer Landtagswahlen
könnte die CSU rechnen, wenn im Freistaat jetzt gewählt würde.
Nach einer Umfrage von infratest dimap vom Mittwoch im Auftrag des Bayerischen
Rundfunks käme die Partei von Ministerpräsident Edmund Stoiber auf 60 Prozent.
Ein besseres Ergebnis erreichte die CSU nur vor fast 30 Jahren unter
Ministerpräsident Alfons Goppel. Bei der Landtagswahl am 27. Oktober 1974 kam
die Partei auf 62,1 Prozent. Bei der Bundestagswahl im vorigen Herbst erzielte die
CSU 58,6 Prozent.
Die Sozialdemokraten kämen laut infratest dimap in Bayern auf nur 22 Prozent, die
Grünen auf 8 Prozent, die FDP würde mit 4 Prozent erneut den Sprung in den Landtag verpassen. Wenn an diesem
Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die FDP laut Forsa auf 7
Prozent (plus 1), Grüne und PDS blieben unverändert bei 12
beziehungsweise 4 Prozent.
Für 71 Prozent der Bundesbürger ist laut "Stern"-Umfrage die
allgemeine Weltwirtschaftslage an der Finanzkrise in
Deutschland schuld. 61 Prozent glauben, eine zu mächtige und
große Bürokratie sei verantwortlich. Rund jeder zweite sei der
Meinung, dass die Altlasten der Wiedervereinigung (55 Prozent),
die rot-grüne Bundesregierung (53 Prozent) und die
gegenseitigen Blockade der Parteien (53 Prozent) an dem
Finanzdesaster schuld seien. 41 Prozent glauben, die starre
Haltung der Gewerkschaften sei für die Misere verantwortlich.
Auf die Frage "Wie kann Deutschland aus der Krise kommen"
antworteten 63 Prozent, der Staat solle bei den Beamten sparen.
Dem Abbau von Subventionen geben 58 Prozent den Vorzug, 55
Prozent plädierten für Steuersenkungen von Steuern. Rund ein
Drittel der Deutschen (je 36 Prozent) will zur Lösung
der Probleme die nächste Rentenerhöhung verschieben und
Sozialleistungen kürzen. Eine höhere Neuverschuldung
wollen nur zehn Prozent der Bundesbürger. (Quelle: dpa)
«SPD-Jubiläum in stürmischen Zeiten»
Do.22.05.03 - Der demokratische Sozialismus kommt weiter in die Jahre. Am
Freitag blickt die SPD auf eine 140-jährige Geschichte zurück. Vor über 2000
geladenen Gästen im Berliner Tempodrom will sie dieses eigentlich nicht richtig
runde und historisch zudem recht zweifelhafte Jubiläum feiern.
Denn der Streit um das korrekte Geburtsdatum der traditionsreichsten deutschen
Partei ist uralt. Offiziell hält die SPD am 23. Mai 1863 fest. Das war der Tag, an
dem sich der SPD-Altvordere Ferdinand Lassalle, der ein Jahr später völlig
unsozialdemokratisch an den Folgen eines Duells starb, mit Gleichgesinnten traf, um in
Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) zu gründen.
Doch als eigentliche Geburtsstunde der Partei gilt eher die letzte Mai-Woche
1875, als in Gotha der Konkurrenzkampf der rivalisierenden Flügel mit der
Gründung der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP) beendet wurde. Damit
bekam die Arbeiterbewegung erstmals gesamtdeutsch eine politische Vertretung, die schließlich
1890 den heutigen Namen Sozialdemokratische Partei Deutschlands annahm.
Mehr persönliche als sachliche Kontroversen hatten jahrelang die Versöhnung zwischen den eher reformerischen
«Lassalleanern» und den stärker marxistisch orientierten «Eisenachern» verhindert. Letztere waren Anhänger der von
August Bebel und Wilhelm Liebknecht in Eisenach 1869 gegründeten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei.
Auf dem Gothaer Vereinigungskongress vom 22. bis 27. Mai 1875 wurde die zwölfjährige Spaltung der rivalisierenden
Arbeiterparteien überwunden. Im Gothaer Programm kamen die SPD-Ahnen noch mit ganzen 14 Punkten aus, um die
Grundlagen des von ihnen angestrebten Staates zu formulieren. Zu diesem nach heutigen Maßstäben ungeheuer
knappen Katalogs gehörten auch nach 140 Jahre noch unerfüllte Forderungen wie diese: «Eine einzige progressive
Einkommensteuer für Staat und Gemeinde anstatt aller bestehenden, insbesondere das Volk belastenden indirekten
Steuern».
Ob der SPD aber jetzt so richtig zum Feiern ist, muss sich erst noch erweisen. Denn die Traditionspartei präsentiert
sich derzeit zerrissen wie schon lange nicht mehr. Die Reform-Agenda von Bundeskanzler Gerhard Schröder hat
große Teile der Anhänger in eine tiefe Orientierungskrise gestürzt.
Auch die Vorbereitung auf die Feier am Freitag, auf der Gerhard Schröder eine mit Spannung erwartete Rede hält,
verlief nicht ganz harmonisch. Nach langer Bedenkzeit entschied Generalsekretär Olaf Scholz, dass der im Streit mit
Schröder abgetretene Parteichef Oskar Lafontaine bei dem Jubiläum unerwünscht ist - anders als seine Vorgänger
Hans-Jochen Vogel, Björn Engholm und Rudolf Scharping. Lafontaine warf wegen der Ausladung Schröder vor, er gehe
mit ihm so um, wie Josef Stalin seinerzeit mit seinem Rivalen Leo Trotzki. Der Kreml-Diktator habe schließlich auf
offiziellen Fotos Trotzki nachträglich wegretuschieren lassen, beschwerte sich Lafontaine.
Ganz soweit wollten die SPD-Offiziellen aber nicht gehen. In der Parteizeitung «Vorwärts» ist zum Jubiläum immerhin
die komplette Ahnenreihe der SPD-Chefs einschließlich Lafontaines abgebildet. Doch den SPD-Mitgliedern war
offenbar nicht zuzumuten, den abtrünnigen direkt neben den jetzigen Parteichef zu stellen. Historisch etwas
fragwürdig wurde deshalb zwischen Lafontaine und Schröder ein Foto von Wolfgang Thierse eingerückt. Der heutige
Parlamentspräsident war schließlich nach Lafontaines Wahl auch einmal ostdeutscher SPD- Vorsitzender. Dagegen
fehlt auf der Porträtleiste ein Parteichef, der nach Engholms Rücktritt die SPD über Monate in schwierigster Zeit
kommissarisch geleitet hat: Johannes Rau, der jetzige Bundespräsident, der diese Aufgabe aber nicht noch einmal
übernehmen möchte. (Quelle: dpa)
|
|
|
| home | home(no frame) |
B.O.A.-Künstlerkooperative
Gabelsbergerstr.17, D-80333 München, Telefon/Fax
: 089- 280621,
boa-kuenstlerkooperative@t-online.de