|
a1-k0307020
Kurznachrichten   [ Allg. Nachrichten ] [Nachrichtendienste ] [ Ticker ] +++ Mi.02.07.03, 12:45 Irak am hundertundfünften Tag nach Kriegsbeginn
Angriffe auf US-Soldaten in Irak weiten sich aus +++
Mindestens vier US-Soldaten durch Raketenbeschuss in Bagdad getötet +++
US-Präsident: Baldiger Abzug von US-Truppen aus Irak unwahrscheinlich.
Bush sagt 'Friedensfeinden' im Irak Kampf an +++
Großbritannien schickt internationale Verstärkung nach Irak +++
Mindestens zehn Iraker bei Explosion in Moschee getötet.
Augenzeugen: US-Streitkräfte flogen Luftangriff auf Gebäude für Koranschüler neben der Moschee +++
Mi.02.07.03 - Bei ihren Angriffen auf die US-Streitkräfte in Irak setzen die Gegner der Besatzungstruppen
zunehmend schwere Waffen ein. In Bagdad wurden bei einem Raketenangriff am Dienstagmorgen
mindestens vier US-Soldaten getötet und zwei weitere verletzt, wie Augenzeugen berichteten. Die US-Armee
bestätigte den Vorfall zunächst nicht. In Faludscha, 50 Kilometer westlich von Bagdad, wurde ein
US-Stützpunkt mit einem Raketenwerfer angegriffen. Bei einer Explosionsserie am Vorabend in
der mehrheitlich von Sunniten bewohnten Widerstandshochburg starben laut Krankenhausangaben
mindestens sechs Menschen.
Angesichts anhaltender Angriffe gegen US-Soldaten hat Präsident George W. Bush den "Friedensfeinden"
im Irak den entschlossenen Kampf angesagt. Das Bestreben dieser Kräfte, das Rad der Geschichte zurückzudrehen,
werde keinen Erfolg haben, sagte Bush anlässlich der Vereidigung von Soldaten in Washington. "Eine Rückkehr zur
Tyrannei im Irak wird es nicht geben."
Ziel dieser Gegner von Freiheit und Frieden sei es, die USA zum Abzug zu bewegen, bevor ihre Aufgabe erfüllt sei.
"Wir werden ihnen mit direkter und entschlossener Macht entgegentreten", erklärte Bush.
Ein baldiger Abzug der US- Truppen aus dem Irak ist einer Erklärung von
US-Präsident George W. Bush zufolge unwahrscheinlich.
Die Umwandlung des Iraks zur Demokratie werde ein "enormes und langfristiges Unterfangen"
sein, sagte Bush am Dienstag in Washington. Zugleich betonte Bush, auch der Kampf gegen den
internationalen Terrorismus werde sicher noch lange dauern. Es sei anzunehmen, dass neue Führer
der Extremisten-Organisation El Kaida die inzwischen gefangenen oder getöteten Anführer ersetzen
würden. In den USA gilt El Kaida als Drahtzieher unter anderem der Anschläge vom 11. September 2001.
Von Beginn an sei klar gewesen, dass das militärische Vorgehen gegen das Regime unter Präsident Saddam
Hussein im Irak und die Bekämpfung des internationalen Terrorismus' lange dauern und schwierig sein würde,
und dass die Entschlossenheit der USA auf die Probe gestellt werden würde, sagte Bush.
Die USA sind als Besatzungsmacht mit 150.000 Soldaten im Irak engagiert.
Nach jüngsten US-Umfragen ist die Zahl der Amerikaner rückläufig, die davon
überzeugt sind, für die US-Soldaten liefen die Dinge im Irak positiv.
Einen Zeitpunkt für den Abzug der Truppen aus dem Irak hat die US-Regierung noch nicht genannt.
Präsidentensprecher Ari Fleischer lehnte Spekulationen über die Dauer des Einsatzes ab. Dies hänge
von der Sicherheit und Stabilität vor Ort ab.
Bei einem Angriff auf ein Gebäude für Koranschüler neben einer Moschee in Falludscha kamen nach Angaben von
Bewohnern der Stadt mindestens zehn Menschen ums Leben, darunter der Imam der Moschee. Die Moschee selbst wurde nur leicht
beschädigt, berichtete ein dpa-Korrespondent aus der westirakischen Unruhestadt.
Zu dem Angriff in Falludscha sagte ein Militärsprecher: "Es gab eine Explosion in der Nähe der Moschee."
Bewohner der Stadt erklärten, die US-Armee habe die Koranschule, in der sich Religionsstudenten aufgehalten hätten,
am Montag um 23.00 Uhr aus der Luft angegriffen. Die US-Armee hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt,
ihre Soldaten seien in Falludscha aus einer Moschee heraus beschossen worden. Dort, wo die Schule stand, klaffte am
Dienstag ein kleiner Krater. Eine Wand der Moschee war leicht aufgerissen. Anwohner erklärten, die Toten seien bereits beerdigt.
Das Oberhaupt des schiitischen Hohen Rats für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI), Ajatollah Mohammed Bakr el Hakim,
kündigte unterdessen die Umwandlung der Badr-Brigaden in eine zivile Organisation für den Wiederaufbau des Landes an.
Die Badr-Brigaden sind der bewaffnete Arm des SCIRI. Die Amerikaner hatten Ende Mai erklärt, alle irakischen Milizen bis auf
die kurdischen Peschmerga müssten ihre schweren Waffen abgeben.
Als Reaktion auf die zunehmende Gewalt gegen Besatzungstruppen in Irak plant
Großbritannien die Entsendung tausender ausländischer Soldaten zur Bildung
einer neuen Sicherheitstruppe. Fünftausend Soldaten aus neun Ländern sollen sich
den 11.000 vor Ort stationierten Briten anschließen und für Sicherheit sorgen, teilte das
Verteidigungsministerium in London mit.
Die neu formierte 16.000 Mann starke Sicherheitstruppe soll in der britisch kontrollierten
Zone in Südirak stationiert werden, wie das Londoner Verteidigungsministerium mitteilte.
Großbritannien werde die operative Kontrolle über die Truppe ausüben. Die zusätzlichen
Soldaten kämen aus Dänemark, Tschechien, Italien, Litauen, Neuseeland, den Niederlanden,
Norwegen, Portugal und Rumänien.
(Quelle: ap, afp, rtr, dpa)
«UN-Gesandter im Irak hält den USA schlechte Kooperation vor»
«...Die Iraker seien ungeduldig und wollten rasch
Institutionen entstehen sehen, die wirklich irakisch seien, sagte der
(UN-) Sondergesandte (Sergio Vieira de Mello) vor kurzem in Bagdad. Je länger die Übergabe der
Regierungsgewalt hinausgezögert werde, desto größer sei die
Enttäuschung.
Seine Warnung war vor allem an die Amerikaner gerichtet. Der US-
Zivilverwalter Paul Bremer hat den Irakern bislang außer
wohlklingenden Versprechen nicht viel zu bieten. Das Verhältnis
zwischen de Mello und Bremer sei trotz vieler Kontakte und Gespräche
untereinander "ziemlich angespannt", sagt ein hoher UN-Beamter in
New York. Man liege in zentralen Fragen über die Zukunft des Irak über
Kreuz. Was bei der Verabschiedung der UN-Resolution 1483 im Mai von
Skeptikern befürchtet wurde, ist längst Realität: Die Amerikaner lassen
sich das Heft nicht aus der Hand nehmen. Washington will allein und
ohne Einmischung der UN über die politische und wirtschaftliche
Entwicklung des Landes entscheiden. "Die UN werden in die Rolle eines
Nick-Augusts gedrängt", heißt es im UN-Hauptquartier am East River.
Das bringt nicht zuletzt de Mello in eine schwierige Situation. Der
erfahrene Krisenmanager, der bereits im Kosovo und in Ost-Timor tätig
war, ist in Bagdad vom Wohlwollen der Amerikaner abhängig. Zwar ist in
der UN- Resolution von Kooperation und Transparenz seitens der
Besatzungsmächte USA und Großbritannien die Rede. Doch das sind
wachsweiche Formulierungen, die nach dem Gusto Washingtons und
Londons ausgelegt werden können. Schon kursieren Gerüchte, de Mello
könnte seinen Job aus Frust vorzeitig hinschmeißen. Dies würde für die
UN unabsehbare Konsequenzen haben. Diplomaten warnen davor, dass
sich die Weltorganisation dann noch weiter ins politische Abseits
manövrieren würde. In der UN-Zentrale ist deshalb offenbar die Parole
ausgegeben worden: abwarten und auf bessere Zeiten hoffen.
Das Kalkül könnte sogar aufgehen. Denn die US-Armee ist im Irak in
eine tödliche Spirale der Gewalt hineingeraten. Fast jeden Tag stirbt ein
US- Soldat durch Angriffe aus dem Hinterhalt. Je länger sich diese
Attacken hinziehen, desto größer wird der Druck auf US-Präsident
George W. Bush, der 2004 wiedergewählt werden will. Die Zustimmung
der Amerikaner zu ihrem Präsidenten könnte kippen, sagen
Meinungsforscher. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass Washington
schon im Herbst eine Kurskorrektur vornimmt und bereit sein wird, den
UN im Irak eine größere politische Rolle zuzubilligen.
Doch das sind noch Spekulationen. Derzeit geht es vor allem um das
Geld für den Wiederaufbau. Von den rund zwei Milliarden US-Dollar, die
die Geberländer bis Ende des Jahres bereit stellen sollen, kommt über
die Hälfte aus dem UN-Programm "Öl für Lebensmittel". Doch in dem
Vergabegremium sollen nach dem Willen der USA weder die UN noch
Weltbank oder Internationaler Währungsfonds entscheidend mitreden
dürfen.» (Süddeutsche Zeitung vom 30.06.2003)
«Amnesty International rügt Verhalten des US-Militärs im Irak»
«Die USA werden aufgerufen, ihre Gefangenen im US-Auffanglager am Bagdader Flughafen und im Gefängnis Abu
Ghreib westlich der irakischen Hauptstadt besser zu behandeln. Die Bedingungen unter denen die Häftlinge lebten,
wären grausam, unmenschlich und demütigend; sie grenzten an eine Art von Behandlung oder Bestrafung, die
gegen das internationale Recht verstoße...»
Mehr bei "telepolis" unter:
«Globale Angriffs- und Zerstörungskapazität:
Das Pentagon wünscht sich eine mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit fliegende Drohne, um ungehindert
schnell überall auf der Erde vom US-Territorium aus Ziele angreifen zu können ..
»
Mehr bei "telepolis" unter:
Internationaler Strafgerichtshof: USA sperren nach Immunitäts-Streit 35 Ländern Militärhilfe
Mi.02.07.03 - Die USA haben im Streit um den Internationalen
Strafgerichtshof 35 Ländern die Militärhilfe gesperrt. Das teilte der Sprecher
des Washingtoner Außenministeriums, Richard Boucher, am Dienstag mit.
Unter anderem müssen auch die sechs osteuropäischen NATO-Anwärter
Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei und Slowenien künftig auf
Hilfe aus Washington verzichten, weil sie US-Bürgern keine Immunität vor
Verfolgung durch den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) gewähren wollen.
Eine Frist für zweiseitige Abkommen mit den USA über einen Schutz für die
Amerikaner war am Dienstag abgelaufen. Wie Boucher sagte, wollen die USA
auch weiterhin bisherige Verweigerer dazu drängen, die Immunität in bilateralen
Vereinbarungen festzuschreiben.
Die verhängten Sperren werden sich erst im kommenden Jahr voll auswirken, weil der
Großteil der Militärhilfe für das laufende, Ende September zu Ende gehende
US-Haushaltsjahr bereits ausgezahlt ist. Für die noch drei verbleibenden Monate
beläuft sich die Summe der zurückgehaltenen Mittel nach Bouchers Angaben auf
insgesamt 47,6 Millionen Dollar.
Ein US-Gesetz schreibt die automatische Sperre der Militärhilfe für alle Länder vor, die
den US-Wünschen nicht nachkommen. Ausgenommen sind NATO-Mitglieder und enge
Verbündete. Doch erteilte Präsident George W. Bush am Dienstag für 22 weitere Länder
Ausnahmegenehmigungen, die eine Vereinbarung mit den USA noch nicht unterzeichnet
oder ratifiziert haben. Das sei «wichtig im nationalen Interesse». Zu dieser Ländergruppe
gehören Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo
und Panama.
Rund 50 Länder haben bislang bilaterale Abkommen mit den USA geschlossen, die im Falle einer
Anklage das Ausliefern von US-Bürgern an den Gerichtshof ausschließen. Unter den Staaten, mit
denen bisher keine Übereinkunft erzielt wurde und die daher unter die Sperre fallen, sind auch
Kroatien und Serbien-Montenegro. Belgrad hat aber bereits seit 14 Jahren keine US-Militärhilfe
mehr erhalten. Auf der "Sperrliste" der USA stehen auch Südafrika, die Zentralafrikanische
Republik, Kolumbien, Brasilien, Uruguay und Venezuela.
(Quelle: dpa)
«Konflikt um den Internationalen Strafgerichtshof:»
Mehr zum Thema bei "telepolis" unter:
«Handbuch zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag»
«...Das Handbuch steht unter http://www.damocles.org auf Französisch,
Englisch und Spanisch zum Downloaden zur Verfügung. "Es ist
mehr als eine praktische Anleitung. Es ist ein Instrument, das
ermöglicht, dass die Opfer nicht um Gerechtigkeit betteln müssen,
sondern sie einfordern können", erklärte der Ehrenvorsitzende von
Damocles, der spanische Richter Baltazar Garzón. Garzón hatte
1998 durch seine Ermittlungen gegen den ehemaligen chilenischen
Diktator Augusto Pinochet international Aufsehen erregt. Garzón ist
davon überzeugt, dass dank des IStGH die Zeiten der Straffreiheit
für Verbrechen gegen die Menschheit zu Ende gehen. Der IStGH
wurde am 1. Juli 2002 eingerichtet. Diesen Monat nahm der erste
Staatsanwalt seine Arbeit auf. Insgesamt warten bereits 400
Klagen auf ihn. Im Unterschied zu den Verfahren über Jugoslawien
und Ruanda haben die Opfer vor dem IStGH eine eigenständige
Rolle und treten nicht nur als Zeugen auf.
Genau deshalb soll das Handbuch den IStGH der internationalen
Zivilgesellschaft nahe bringen. Denn nur durch eine solche
Unterstützung könne die weltweite Justiz funktionieren. Bisher
erkennen 90 Länder den IStGH an. Die USA boykottieren die
Institution. " ("tageszeitung" vom 27.06.2003)
»
«Stichwort: Internationaler Strafgerichtshof»
Abbas und Scharon demonstrieren Versöhnungsbereitschaft
Mi.02.07.03 - In ungewöhnlich versöhnlichem Ton sind der palästinensische
Ministerpräsident Mahmud Abbas und der israelische Regierungschef Ariel
Scharon am Dienstag zum vierten Mal innerhalb von sechs Wochen zusammengetroffen.
Beide Politiker demonstrierten zu Beginn des Treffens an Scharons Amtssitz ihre
Kompromissbereitschaft und bekräftigten ihre Unterstützung für den internationalen
Friedensplan. Israelische Truppen bereiteten unterdessen ihren für Mittwoch geplanten
Abzug aus Bethlehem vor.
Scharon sagte zu Beginn des Treffens: "Ministerpräsident Abbas, heute stehen wir vor
einer neuen Gelegenheit, vor einer besseren Zukunft für beide Völker. Ich werde mich mit
voller Kraft für ein Abkommen einsetzen, das uns zu Frieden und Sicherheit führen wird.»
Abbas erklärte, jeder Tag ohne ein Einigung sei «eine verpasste Gelegenheit, jedes geopfert
Leben ist eine menschliche Tragödie".
Wie aus Verhandlungskreisen verlautete, verständigten sich beide auf die Wiedereinsetzung
von Arbeitsgruppen, die zu Beginn des Friedensprozesses in den 90er Jahren über Sicherheitsfragen,
Gefangene und andere rechtliche Angelegenheiten gesprochen hatten. Ihre Arbeit war dann mit dem
Aufstand der Palästinenser ausgesetzt worden. Abbas sprach auch die Aufhebung des faktischen
Hausarrests für Präsident Jassir Arafat in Ramallah an. Scharon soll dabei erklärt haben, er werde
darüber nachdenken, ob Arafat nach Gaza reisen dürfe. Aus israelischen Kreisen hieß es dazu aber
weiter, es werde sich um eine Fahrt in eine Richtung handeln.
An dem Gespräch nahmen auch der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas, der
palästinensische Sicherheitschef Mohammed Dahlan sowie weitere ranghohe Kabinettsmitglieder
beider Seiten teil. Es handelt sich um das dritte Gipfeltreffen zwischen Scharon und Abbas seit dem
Amtsantritt des palästinensischen Regierungschefs am 30. April. Beide trafen außerdem Anfang Juni im
jordanischen Akaba zusammen, als US-Präsident George W. Bush den offiziellen Startschuss für den
Friedensplan gab.
Trotz der Verkündung eines dreimonatigen Gewaltverzichts palästinensischer Gruppen kam es am Dienstag
wieder zu einem Zwischenfall: Ein Palästinenser eröffnete an einer Kontrollstelle zwischen Tulkarem und
Kalkilja das Feuer und wurde von Soldaten erschossen. Es handelte sich um den zweiten tödlichen
Zwischenfall seit der Verkündung der Waffenruhe am Sonntag. Mehrere in Syrien ansässige militante
palästinensische Organisationen kritisierten die Waffenruhe am Dienstag und erklärten, sie würden sich
nicht daran halten.
In der überwiegend von Arabern bewohnten israelischen Stadt Nazareth zerstörten Bulldozer in der Nacht
zum Dienstag eine Moschee, die ohne Genehmigung errichtet worden war. Das Gebäude war unmittelbar
neben der christlichen Verkündungsbasilika errichtet worden, was zu Spannungen mit der christlichen
Minderheit geführt hatte.
Die USA stellen den Palästinensern unterdessen eine Wiederaufnahme ihrer direkten Finanzhilfen in
Aussicht. Washington wolle damit seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck bringen, dass sich "die
Umstände in der palästinensischen Autonomiebehörde geändert haben", sagte der Sprecher des
Weißen Hauses, Ari Fleischer.
(Quelle: ap)
EU-Kommissar für Aufhebung des Importverbots für Gen-Mais
Mi.02.07.03 - EU-Gesundheitskommissar David Byrne hat am Dienstag das
Europaparlament aufgerufen, einer Aufhebung des Importverbots für gentechnisch
veränderte Lebensmittel zuzustimmen. Bei einer ausreichenden Kennzeichnung der
betroffenen Nahrungsmittel werde dem Verbraucher die Entscheidung überlassen,
ob er diese kaufen wolle, sagte Byrne vor den 626 Abgeordneten in Straßburg. Das
Europaparlament stimmt am Mittwoch über ein entsprechendes EU-weites Gesetz ab.
Im Falle einer Ablehnung der neuen Regelung droht der EU nach den Worten Byrnes
ein Handelskrieg mit den USA. "Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem wir das
Moratorium aufheben müssen", sagte der Gesundheitskommissar. Das neue Gesetz sieht
eine Erlaubnis zur Einfuhr genveränderter Lebensmittel unter der Bedingung vor, dass
diese klar gekennzeichnet werden. Es soll an die Stelle eines seit sieben Jahren gültigen
Importverbots für Gen-Mais und andere genetisch manipulierte Nahrungsmittel treten.
Die USA lehnen jedoch auch die neue Regelung mit den Argumenten ab, eine
Kennzeichnung sei für US-Exporteure zu teuer und außerdem überflüssig, da die
Lebensmittel keine Gesundheitsgefahr darstellten. US-Präsident George W. Bush
hatte die europäischen Staaten in der vergangenen Woche aufgerufen, ihren
Einfuhrboykott zu beenden. Das Import-Moratorium der EU hindere auch afrikanische
Bauern daran, die Vorteile genmanipulierter Anbauprodukte zu nutzen und diese für den
Kampf gegen den Hunger einzusetzen, sagte Bush. Die USA haben zur Klärung des Streits
die Welthandelsorganisation (WTO) angerufen.
Der Präsident des Europarats Pat Cox äußerte sich verärgert über Bushs Erklärung. "Ich lehne
die Verknüpfung der Debatte um genetisch veränderte Lebensmittel mit dem Hunger in Afrika
strikt ab", sagte Cox am Dienstag. Europa brauche für seine Politik keine Belehrungen der USA.
(Quelle: ap)
Hunderttausende demonstrieren gegen Sicherheitsgesetz in Hongkong
Mi.02.07.03 - Sechs Jahre nach der Rückgabe von Hongkong an China
sind mehrere hunderttausend Einwohner der ehemaligen britischen Kolonie
in Sorge um ihre Bürgerrechte auf die Straße gegangen. An der Kundgebung
gegen ein geplantes Gesetz zum Schutz der staatlichen Ordnung nahmen nach
Angaben der Organisatoren mehr als 500.000 Demonstranten teil. Die Protestaktion
überschattete die Feierlichkeiten zum Jahrestag.
Der Gesetzesentwurf richtet sich gegen Umsturzversuche, Aufruhr, Verrat und andere
Verstöße gegen die Staatsordnung. Die Polizei soll größere Vollmachten erhalten. Die
Vorlage ist nach Ansicht von Kritikern so vage formuliert, dass sie Spielraum für eine
Beschneidung der Rechte in der chinesischen Sonderverwaltungszone und ein Verbot
unbequemer Organisationen lassen. Besonders religiöse Gruppen, Menschenrechtsaktivisten
und Journalisten befürchten eine Behinderung ihrer Arbeit.
Der staatliche Radiosender RTHK sprach von der größten Protestaktion in Hongkong seit
den Demonstrationen gegen die Niederwerfung der Demokratiebewegung auf dem Pekinger
Platz des Himmlischen Friedens. Damals waren eine Million Menschen auf die Straße gegangen.
Der offizielle Teil der Feiern wurde am Dienstag mit Musikkapellen begangen; Hubschrauber
zogen mit chinesischen und Hongkonger Flaggen über den Himmel. Am Rande kam es zu
Zusammenstößen der Polizei mit Demonstranten, die eine Fahne der Kommunistischen Partei
verbrannten und ein Ende ihres Machtmonopols forderten.
Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao versicherte, Peking werde seine
Autonomiezusagen für Hongkong einhalten. Das neue Gesetz werde die Rechte und
Freiheiten der Bürger Hongkongs nicht beschränken.
(Quelle: ap)
Deutschland: Karlsruhe prüft Rechtmäßigkeit des Lauschangriffs +++
Zypries und Nehm verteidigen Lauschangriff gegen Kritik
Mi.02.07.03 - Das Bundesverfassungsgericht prüft seit Dienstag die
Vereinbarkeit des umstrittenen großen Lauschangriffs mit dem Grundgesetz.
Der FDP-Politiker Burkhard Hirsch kritisierte bei der Verhandlung in Karlsruhe
die vor fünf Jahren eingeführte Möglichkeit, Privatwohnungen elektronisch
abzuhören, als einen Verstoß gegen die Menschenwürde. Bundesjustizministerin
Brigitte Zypries (SPD) und Generalbundesanwalt Kay Nehm verteidigten das
Ermittlungsinstrument als letztes Mittel zur Aufklärung schwerer Straftaten. Ein
Urteil wird in einigen Monaten erwartet.
Gegen den großen Lauschangriff, für den nach heftigen Debatten 1998 eigens das
Grundgesetz geändert worden war, sind sieben Beschwerdeführer vor das höchste
deutsche Gericht gezogen, darunter neben Hirsch auch die FDP-Politiker Gerhart Baum
sowie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie war 1995 als Bundesjustizministerin
zurückgetreten, nachdem ihre Partei dem Gesetz zugestimmt hatte.
Hirsch bezeichnete es als ein "unverzichtbares Grundelement einer freiheitlichen Gesellschaft",
mit Vertrauenspersonen - beispielsweise innerhalb der Familie - in einem gegen staatlichen
Zugriff absolut geschützten Raum sprechen zu können. Außerdem werde der Lauschangriff
bisher nur in ganz geringem Maße zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität eingesetzt.
Gerade damit sei aber damals die Notwendigkeit des Gesetzes gerechtfertigt worden.
Leutheusser-Schnarrenberger rügte am Rande der Verhandlung, dass die gesetzlich
vorgeschriebenen Jahresberichte der Bundesregierung nicht erkennen ließen, welche Bedeutung
der Lauschangriff für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität habe. In der Praxis werden die
Maßnahmen vor allem bei Drogen- und Tötungsdelikten angeordnet.
Nach den Worten von Zypries hat die Erfahrung gezeigt, dass der Lauschangriff keine Allzweckwaffe
sei. Seine Zulässigkeit sei an zahlreiche Voraussetzungen geknüpft. Im Schnitt gebe es rund 30
Lauschangriffe pro Jahr, seit der Einführung insgesamt 118 - mit einer Erfolgsquote von 57 Prozent in
2002. Nach Hirschs Angaben ist in den Abhörprotokollen von 400 Betroffenen die Rede, in Wahrheit sei
die Zahl aber deutlich höher.
Der Bundesdatenschutz-Beauftragte Joachim Jacob nannte die Abhörmöglichkeit zwar einen "massiven
Eingriff in die Privatsphäre und in das Persönlichkeitsrecht". Dieser sei aber zur Bekämpfung besonders
schwerer Straftaten gerechtfertigt. In einer gemeinsamen Erklärung von zehn Landesdatenschutzbeauftragten
nannte sein Berliner Amtskollege Hans-Jürgen Garstka den Lauschangriff dagegen verfassungswidrig. Der
Schutz der Wohnung als letzte Rückzugsmöglichkeit sei unverzichtbar.
Generalbundesanwalt Kay Nehm hält den großen Lauschangriff vor allem in den Fällen für angezeigt, in denen
Verdächtige sich - um nicht per Telefonüberwachung abgehört zu werden - in geschützte Räume zurückziehen.
Seine Behörde habe bisher vier Mal eine solche Abhöraktion angewandt, davon drei Mal gegen mutmaßliche
Terroristen. Auch Ulrich Kersten, Präsident des Bundeskriminalamts, sieht Raum für die - äußerst aufwendige -
elektronische Observation nur dann, wenn andere Ermittlungsinstrumente nicht greifen.
Nach Einschätzung des Kriminologen Jörg Kinzig vom Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und
internationales Strafrecht existieren große, langfristig arbeitende kriminelle Organisationen in Deutschland nur
vereinzelt. Hinter dem, was oftmals als "organisierte Kriminalität" (OK) bezeichnet werde, verberge sich häufig
gewöhnliche Bandenkriminalität.
Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen bemängelte die unzureichende
Transparenz. Während in den USA der anordnende Richter einen umfassenden Bericht auch über die
Konsequenzen der Maßnahme erstelle, "begnügen wir uns mit halb garen und unzureichenden Informationen",
kritisierte der frühere niedersächsische Justizminister.
(Quelle: dpa)
«Stichwort: Großer Lauschangriff»
Mi.02.07.03 - Der große Lauschangriff ist 1998 nach heftigen Debatten
über die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und den Schutz der
Bürgerrechte eingeführt worden. Als Begriff taucht er in der Strafprozessordnung
nicht auf. In Paragraf 100 c heißt es: «Ohne Wissen des Betroffenen darf das in
einer Wohnung nichtöffentlich gesprochenen Wort des Beschuldigten mit
technischen Mitteln abgehört und aufgezeichnet werden.»
Die Maßnahme darf nur von der Staatsschutzkammer eines Landgerichts, in Eilfällen
vom Vorsitzenden angeordnet werden - Staatsanwaltschaft und Polizei dürfen also
nicht selbst entscheiden.
Für den Lauschangriff - der auf maximal vier Wochen befristet ist - genügt ein einfacher
Tatverdacht auf ein Delikt, das für die organisierte Kriminalität als typisch gilt. Das müsste
eigentlich eine «besonders schwere Straftat» sein - so bestimmt es Artikel 13 Grundgesetz,
der für die Einführung des Lauschangriffs eigens geändert worden war. Der Katalog umfasst
indes nicht nur Mord, Bandendiebstahl, schweren Raub und Waffenschmuggel, sondern auch
beispielsweise das Fälschen von Vordrucken für Euroschecks. In der bisherigen Praxis wird vor
allem bei Tötungs- und Drogendelikten abgehört.
(Quelle: dpa)
«Im Land der Lauscher:
Die Regierung kommt ihrer Verpflichtung, über die Abhörpraxis
umfassend zu informieren, kaum nach
»
«...Wanzen? Doch nicht in diesem Staat, doch nicht im Rechtsstaat des
Grundgesetzes! Es ist seit gut fünf Jahren anders. Damals wurde, nach
13 Jahren heftigen politischen Streits, der Einsatz der Wanze zu
staatlichen Zwecken erlaubt und das Grundrecht auf Unverletzlichkeit
der Wohnung eingeschränkt. Die Befürworter hatten so argumentiert,
als könne sich die Republik der organisierten Kriminalität anders nicht
mehr länger erwehren. Die Polizei erhielt deshalb schon beim einfachen
Verdacht auf bestimmte Straftaten (es geht um etwa 30 Tatkomplexe,
darunter auch kleine Vergehen) die Lizenz, in Privatwohnungen und
Büros Abhörwanzen zu installieren. So steht es im Gesetz zur Änderung
des Artikels 13 Grundgesetz vom 26. März1998 und im Gesetz zur
Bekämpfung der Organisierten Kriminalität vom 4. Mai 1998.
Das Gesetzgebungsverfahren für den Lauschangriff war spektakulär:
Die damalige FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
trat zurück, weil sie die Grundgesetzänderung nicht verantworten
wollte. Und das im Winter 1997/98 schon in großer Kooperation
zwischen der damals regierenden Union und seinerzeit oppositionellen
SPD geschnürte Gesetzespaket musste in letzter Minute auf Druck einer
empörten öffentlichen Diskussion zum Zweck von Nachverhandlungen
noch einmal aufgeschnürt werden: Die Berufsverbände der
Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater und Journalisten waren Sturm
gelaufen. Die Kirchen wehrten sich dagegen, dass durch Lauschangriffe
in ihren Räumen das Zeugnisverweigerungsrecht jederzeit unterlaufen
werden könne. Und verwahrten sich dagegen, dass die im Bundestag
schon beschlossene gesetzliche Regelung selbst das Überwachen von
Gesprächen im Beichtstuhl erlaubte. Gegen die Stimmen der Union kam
es daraufhin noch zu einer einfachgesetzlichen Regelung, in der die
beruflichen Vertrauensverhältnisse ausdrücklich respektiert wurden.
Das Abhören der beruflichen Gespräche von Rechtsanwälten, Ärzten
oder Pfarrern mit ihren Mandanten, Patienten und Ratsuchenden, auch
das Belauschen der Gespräche von Ehepartnern, wurde aber nicht
verboten. Es ist vielmehr so: Die Gespräche dieser
zeugnisverweigerungsberechtigten Personen dürfen aufgenommen
werden. Später soll dann darüber entschieden werden, ob diese
Aufzeichnungen in einem Strafverfahren verwertet werden dürfen. Der
Verdacht muss sich im übrigen gar nicht gegen den Wohnungsinhaber,
den Arzt, Anwalt, Pfarrer oder Redakteur richten, bei dem abgehört
wird: Es genügt, dass sein Besucher verdächtig ist. Das bedeutet: Durch
legales Verhalten kann sich niemand mehr davor schützen, dass bei ihm
abgehört wird. Jeder kann Opfer eines Lauschangriffs werden. (...)
Die Bundesregierung wäre gesetzlich eigentlich verpflichtet, penibel
über den Lauschangriff Bericht zu erstatten. Damit sieht es schlecht aus.
Die Bundesländern legen nur dürftige Statistiken vor. Die
Bundesregierung sieht sich daher außer Stande, dem Bundestag einen
detaillierten rechts- und kriminalpolitischen Bericht zu erstatten, wie sie
das Parlament wissen ließ. Wegen der dürftigen offiziellen Berichte weiß
man nicht, wie viele Personen bisher in den vergangenen fünf Jahren
tatsächlich belauscht wurden. Man weiß auch nicht, in wie vielen Fällen
persönliche oder berufliche Schweigepflichten berührt wurden. Über
spektakuläre Erfolge ist nichts bekannt geworden. Über den Nutzen
hatten sich Kriminalisten – anders als die Sicherheitspolitiker – aber
ohnehin keine Illusionen gemacht. » (Aus: Heribert Prantl - "Im Land der Lauscher",
Süddeutsche Zeitung vom 01.07.2003)
«Neue PISA-Auswertung bestätigt deutsche Schulprobleme»
Mi.02.07.03 - Eine um mehrere Staaten ergänzte Auswertung
der weltweiten PISA-Schulstudie hat erneut die Schwächen des deutschen
Schulsystems offen gelegt. In Sachen Leistung findet sich die Bundesrepublik
wiederum nur im unteren Mittelfeld wieder. Bei der sozialen Förderung schneiden
vereinzelt sogar ehemalige Ostblock-Staaten oder arme südamerikanische Länder
besser ab als Deutschland.
Bei der am Dienstag in London veröffentlichen neuen PISA-Auswertung wurden
die bereits bekannten Leistungsergebnisse von 31 OECD-Industrienationen mit
neuen Testdaten aus zehn viel ärmerern Staaten wie Albanien, Indonesien, Peru
und Rumänien verglichen. Die erste Veröffentlichung des bisher größten internationalen
Tests 15-jähriger Schüler in den Schlüsselkompetenzen Lesen/Textverständnis, Mathematik
und Naturwissenschaften im Dezember 2001 hatte eine Schockreaktion im deutschen
Bildungswesen ausgelöst.
Als besonders gravierend gilt das erneut schlechte Zeugnis für Deutschland bei der Förderung
von Kindern aus sozial schwachen Familien sowie der Schüler aus Ausländerfamilien. Die
miserablen deutschen Werte werden nur noch von Polen, Bulgarien und Israel übertroffen.
Der OECD-PISA-Experte Andreas Schleicher sagte, in Deutschland sei wie in kaum einem
anderen Land der Welt schulischer Erfolg von der sozialen Stellung des Elternhaus abhängig.
Dagegen gelinge es den Schulen anderer Länder viel besser, herkunftsbedingte Nachteile auszugleichen.
Während im internationalen Schnitt 62 Prozent der 15-jährigen einen anspruchsvollen akademischen
Beruf anstreben, sind dies in Deutschland weniger als die Hälfte. Deutsche Schüler haben der
Auswertung zufolge wegen ihrer früher Aufteilung auf Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien
einen viel geringeren "Erwartungshorizont" hinsichtlich eines höherwertigen Abschlusses. Dies
bleibe bei ihrer Lernmotivation nicht ohne Auswirkungen, sagte Schleicher.
Auch bei Einbeziehung von Ländern wie Argentinien mit krassen Gegensätzen zwischen Arm und
Reich tritt im internationalen PISA-Vergleich die besonders große Spannweite zwischen guten und
schlechten Schülern in Deutschland hervor, ebenso auch die Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen
Schulen. Schüler in Albanien, Argentinien, Bulgarien, Chile, Mazedonien und Peru zeigten sich zudem
wesentlich zufriedener mit ihren Lehrern als deutsche Schüler. Nur in Polen, Tschechien und Südkorea
bekamen die Lehrer noch schlechtere Noten.
Überrascht waren die Schulforscher über das gute Abschneiden des neuen PISA-Teilnehmerlandes
Hongkong. Auf Anhieb steig Hongkong bei Mathematik und Naturwissenschaften in die internationale
Spitzengruppe auf. Das zweisprachige Hongkong sei zudem vorbildhaft bei der Förderung von
Migrantenkindern, sagte Schleicher. Schulischer Aufstieg erfolge nach Leistung und nicht nach sozialer Herkunft.
Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) sagte, die neue Auswertung zeige, wie dringend in Deutschland
eine Bildungsreform sei. Begabung und Fähigkeiten von Schülern dürften nicht länger verschenkt werden und soziale
Herkunft nicht länger über die Bildungschancen entscheiden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
mahnte eine berechenbaren Stufenplan für die Schulreform an. Statt mehr in die Bildung zu investieren, werde in vielen
Bundesländern weiter gespart, sagte die GEW-Vorsitzende Eva- Maria Stange.
Die erweiterte PISA-Studie wurde von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
und von der UN-Bildungsorganisation UNESCO veröffentlicht.
(Quelle: dpa)
Union schwenkt bei Steuerreform auf Regierungslinie ein
Mi.02.07.03 - Nach ihrer tagelangen Kritik an einem Vorziehen der Steuerreform hat die
Unionsspitze die Bundesregierung nun zu einer raschen Umsetzung aufgefordert.
"Je schneller und solider finanziert weitere Steuersenkungen kommen können, umso
besser wird dies für unser Land und die Menschen sein", hieß es in einem Brief von
CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber an Bundeskanzler Gerhard
Schröder (SPD). Schröder antwortete mit einem Gesprächsangebot an die Unionsvorsitzenden.
"Die Zeit drängt", heißt es in Merkels und Stoibers Brief, wie CSU-Parteisprecherin Dorothee
Erpenstein bestätigte. "Wir können nicht den Herbst abwarten und alle Impulse, die von
verantwortbaren Steuersenkungen ausgehen könnten, über den Sommer hinweg zerreden lassen."
Die Verantwortung gebiete es, "die Menschen nicht erneut zu enttäuschen". Allerdings müsse die
Regierung "umgehend einen konkreten, handfesten Entwurf" vorlegen, wie das Vorziehen der
Steuerstufe 2005 möglich gemacht werden könne.
In Schröders Antwortschreiben hieß es, er freue sich, "dass die intensive öffentliche Diskussion
dazu führt, dass Sie zu einer gemeinsamen Position kommen wollen, die die Basis für Gespräche
mit der Bundesregierung sein kann". Für solche Gespräche stehe er "selbstverständlich jederzeit
zur Verfügung". Die Bundesregierung wolle die erwarteten Einnahmeausfälle von 15,3 Milliarden
Euro durch einen "Mix von Subventionsabbau, marktgerechter Mobilisierung von
Privatisierungserlösen und Kreditfinanzierung" sicherstellen. Merkel und Stoiber hätten bislang auf
Gegenvorschläge zum Subventionsabbau "verzichtet". Er sei aber bereit, auch vor einem möglichen
Vermittlungsverfahren mit den Unions-Parteichefs darüber zu reden, schrieb Schröder.
Merkel betonte in Berlin, die Union sei für niedrige Steuern und eine solide Finanzpolitik. Es sei am
Bundeskanzler, "konkret zu sagen, wie es gehen soll". Es dürften nicht mehr Schulden gemacht werden.
Stoiber sagte, die Union habe in der vergangenen Woche beschlossen, ein Vorziehen der dritten
Reformstufe zu ermöglichen. Deutschland brauche Steuererleichterungen. Bayern werde jedoch nicht
zustimmen, wenn die Reform komplett über Schulden finanziert werden sollte. Bei mehr Neuverschuldung
würde lediglich die "Rechnung für die nächste Generation" aufgemacht.
(Quelle: afp)
Öffentlicher Dienst in Berlin: Weniger Arbeit und weniger Lohn
Mi.02.07.03 - Im öffentlichen Dienst Berlins müssen sich die rund
100.000 Arbeiter und Angestellten auf ein geringeres Einkommen
einstellen, für das sie im Ausgleich mehr Freizeit erhalten. Auf
diese Sonderregelung im Tarifvertrag für das hoch verschuldete
Land einigten sich der rot-rote Senat und die Gewerkschaften
Dienstagnacht.
Dank der Klausel konnte Berlin mit sechsmonatiger Verzögerung
wie von den Gewerkschaften gefordert den bundesweiten
Abschluss mit Tarifsteigerungen von insgesamt 4,4 Prozent bis
2005 übernehmen. Das Land Berlin war zuvor extra aus den
Arbeitgeberverbänden ausgestiegen, um das zu verhindern. Für die
Laufzeit des Vertrages bis Ende 2009 gibt das Land eine
Beschäftigungsgarantie.
Nach dem Tarifvertrag wird die Arbeitszeit vom 1. August an sozial
gestaffelt um 8 bis 12 Prozent ohne Lohnausgleich gesenkt.
Regulär gilt für alle eine Wochenarbeitszeit von 37 Stunden, was
zugleich eine Ost-West-Angleichung bedeutet. Bisher arbeiteten
die Ost-Beschäftigten 1,5 Stunden mehr. Zum Ausgleich erhalten
die Beschäftigten 2003 einen freien und vom kommenden Jahr an
zwei freie Tage.
Auch der Bund will bei seinen Arbeitern und Angestellten die
Sonderzahlungen kürzen. Wie bei den Bundesbeamten strebt er im
Tarifbereich eine komplette Streichung des Urlaubsgeldes und eine
Kürzung des Weihnachtsgeldes an. Die Kürzungen kann der Bund
aber nicht selbst festlegen, sondern nur über Tarifvereinbarungen
erreichen.
(Quelle: dpa)
«Sechs Jahre Lohnklau»
«Nur wenige Tage nach der totalen Niederlage der IG Metall im
Kampf um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland setzte es
jetzt die nächste herbe Schlappe für die
Gewerkschaftsbewegung. Nach gut sechsmonatigen
Tarifverhandlungen zwischen dem Berliner SPD-PDS-Senat und
den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes wurde in der
Nacht zum Dienstag eine Einigung erzielt. »Ich freue mich über
das Ergebnis«, frohlockte Klaus Wowereit (SPD) bei der
Präsentation des Tarifabschlusses für Arbeiter und Angestellte
vor Medienvertretern in Berlin. Die Vereinbarung bedeute ein
»gegenseitiges Aufeinanderzugehen beider
Verhandlungsparteien« und markiere einen »Meilenstein in der
Frage der Haushaltskonsolidierung«.
Und tatsächlich durfte dem Regierenden Bürgermeister von
Berlin gestern mit gutem Grund nach Feiern zumute gewesen
sein. Faktisch läuft der ausgehandelte »Kompromiß« auf eine
mehrjährige Nullrunde für die Beschäftigten des öffentlichen
Dienstes hinaus...» (Aus: Ralf Wurzbacher- "Sechs Jahre Lohnklau", "junge Welt" vom 02.07.03)
Mehr unter:
IG Metall-Vorstände unterstützen Peters
Mi.02.07.03 - Teile des IG Metall-Vorstandes haben die Diskussion
über die Person des designierten Gewerkschaftschefs Jürgen Peters
scharf kritisiert. Es sei nicht gerechtfertigt, Peters für die gescheiterten
Streiks im Osten verantwortlich zu machen, zitierte die Zeitung "Die Welt"
(Mittwochausgabe) das IG-Metall-Vorstandsmitglied Otto König. Vielmehr
müsse der Gesamtvorstand der Gewerkschaft die Verantwortung dafür übernehmen,
fügte König, der erster Bevollmächtigter der IG Metall im nordrhein-westfälischen
Hattingen ist, demnach hinzu.
Die Personaldiskussion lenke nur von der notwendigen Fehleranalyse ab sagte
König weiter. Es stimme nicht, dass die Mehrheit der Gewerkschafter in
Nordrhein-Westfalen gegen Peters sei. Das IG-Metall Vorstandsmitglied Günter
Schachner aus dem bayerischen Weilheim sagte demnach, dass die Mehrheit der
IG-Metall-Verwaltungsstellen in Bayern für Peters sei. "Jürgen Peters darf jetzt nicht
einknicken. Er hat in der IG Metall einen viel größeren Rückhalt, als es der öffentliche
Eindruck widergibt", wurde Schachner zitiert. Auch Gerd Lobodda, erster
Bevollmächtigter in Nürnberg, erinnerte laut "Welt" an die Gesamtverantwortung des
Vorstands für die Streiks im Osten.
Unterdessen berichtete die "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe), dass
der Rücktritt des ostdeutschen IG-Metall-Streikleiters, Hasso Düvel, immer wahrscheinlicher
werde. In der Gewerkschaft werde bereits über Düvels Nachfolger spekuliert. Dabei würden
der erste Bevollmächtigte in Chemnitz, Sieghard Bender sowie Düvels Bezirkssekretär, Bernd
Kruppa, genannt, schreibt die Zeitung.
(Quelle: ap)
Neuer Verkehrswegeplan der Regierung soll Dauerstaus auflösen
Mi.02.07.03 - Mit neuer Verkehrsplanung will die Bundesregierung Ballungsgebiete von
Dauerstaus befreien. Der Bundesverkehrswegeplan steht morgen auf der Tagesordnung im
Kabinett. Der Bund will bis 2015 fast 150 Milliarden Euro in Straßen, Schienen und Wasserwege
investieren. Umweltschützer kritisieren den Entwurf als zu straßenlastig. Verkehrsminister Manfred
Stolpe hob in Berlin hervor, die Sicherung von Mobilität gehöre für ihn neben der Bildung zu den
wichtigsten Zukunftsaufgaben.
(Quelle: dpa)
«Klimaschutzziel wird wieder verfehlt: Umweltverbände kritisieren den neuen Verkehrswegeplan / Mehr Geld
für Straßenbau als für die Bahn »
«Alte Gewissheiten gelten immer weniger. Früher behaupteten die
Umweltschützer: "Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten." Heute ist
vielen ökologisch Bewegten klar: Auch ohne neue Straßen steigt das
Verkehrsaufkommen, die Menschen werden eben immer mobiler. Diese
Erkenntnis steht auch hinter dem neuen Bundesverkehrswegeplan, den
das Bundeskabinett an diesem Mittwoch verabschieden will. "Die große
Wende ist das nicht", räumt Albert Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher
der Grünen, ein.
Die 156seitige Vorlage, die 1600 Straßenbau-, Schienen- und
Wasserstraßenprojekte im gesamten Bundesgebiet auflistet und
bewertet, ist ein sprödes Werk. Die Auswirkungen sind allerdings
erheblich. Dort steht festgeschrieben, wie und wohin knapp 149
Milliarden Euro in die Infrastruktur fließen werden – rückwirkend von
2001 bis zum Jahr 2015. Umweltorganisationen wie der Bund für
Umwelt und Naturschutz (BUND) oder der Verkehrsclub Deutschland
(VCD) kritisieren, dass die ökologischen Belange zu kurz kommen.
"Der Straßenbau legt wieder zu, die Mittel für die Schiene stagnieren",
sagt Tilmann Heuser von BUND. Für die Bundesfernstraßen will die
rot-grüne Regierung 77,5 Milliarden Euro bis 2015 ausgeben, für die
Schienenwege lediglich 64 Milliarden Euro. Heuser ist enttäuscht, dass
sich die Kabinettvorlage kaum vom Entwurf unterschiedet, der im März
veröffentlicht wurde. Ein Beispiel: Die Autobahn A39 von Wolfsburg nach
Lüneburg soll nun durchgängig gebaut werden. Diese
"Volkswagen-Autobahn" (Heuser) sei unsinnig, ein Ausbau der
Bundesstraße und eine moderne Schienenverbindung wären sinnvoller.
Im Oktober, wenn der Bundestag über den Verkehrswegeplan
debattieren wird, will der BUND ein Schwarzbuch vorlegen, in dem die
Straßenbauprojekte untersucht werden. ...» (Aus: Ulf Brychcy - "Klimaschutzziel wird wieder verfehlt", Süddeutsche Zeitung vom 01.07.03)
Mi.02.07.03 -
«Verheerend fällt die klimapolitische Bilanz des Verkehrswegeplanes aus»
«Nach einem so genannten Laisser-faire-Szenario steigt die
Kohlendioxid-Emission bie 2015 um 17 Prozent - bezogen auf
1997. Dieses Szenario berücksichtigt bereits grot-grüne
Verkehrspolitik - etwa die eingeführte Lkw-Maut. Der
Verkehrswegeplan verweist auf ein so genanntes
Integrationsszenario. Aber erstens verweist der Verkehrswegeplan
darauf, dass dieses Szenario "losgelöst von seiner Finanzierbarkeit
modellhaft" berechnet sei - was schon viel sagt. Und zweitens
würde selbst nach diesem die CO2-Emission noch um 11 Prozent
wachsen.
Wie hilflos die Politik diesem Phänomen gegenübersteht, belegt
der Plan selbst: Während nämlich der Güterverkehr bis 2015 um 64
Prozent wächst, würden nach dem Integrationsszenario die
CO2-Emissionen "nur" um 26 Prozent wachsen. Unter Rot-Grün
stieg im Jahr 2000 erstmals seit 1995 der Kohlendioxid-Ausstoß
wieder an...» ("tageszeitung" vom 02.07.03)
Mehr Information zum Verkehrswegeplan unter:
Strom aus Windkraft boomt
Mi.02.07.03 - Im vergangenen Jahr hat die Windenergie etwa vier Prozent des
deutschen Stromverbrauchs geliefert. Bis 2030 sollen nach ersten Prognosen bis zu
25 Prozent des heimischen Stroms durch Windenergie hergestellt werden. Machbar ist
das nach Meinung von Experten aber nur mit Offshore-Windparks. Das berichtet die
BINE-Projekt-Info http://www.bine.info "Offshore -Windenergie vor der Küste".
BINE ist ein Informationsdienst des Fachinformationszentrums Karlsruhe und wird vom Bundesministerium für
Wirtschaft und Arbeit (BMWA) gefördert. Offshore-Windparks werden in der Planungen
zum weiteren Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland eine zentrale Rolle einnehmen.
Wenn die Pläne auch tatsächlich umgesetzt werden, werden künftig nur noch ca. 40 Prozent des
Windstroms an Land und ca. 60 Prozent vor der Küste erzeugt. In Deutschland betreffen die
meisten Anträge für Offshore-Parks Gebiete jenseits der Zwölf-Meilen-Zone in der Allgemeinen
Wirtschaftszone (AWZ).
Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn wagt sich Deutschland vor
allem in der Nordsee in größere Wassertiefen vor. Um 15 Prozent des heimischen Strombedarfs
offshore zu erzeugen, reicht eine Teilfläche von rund fünf Prozent der AWZ aus. Bei den
Offshore-Windparks gibt es noch grundlegenden Forschungsbedarf, da viele Fragen noch
ungeklärt sind. Dazu zählen auch ökologische Probleme wie etwa Rastflächen für Vögel oder
eine eventuelle Einbringung fremder, nichtheimischer Arten durch die Errichtung von
Gründungspfählen. Auch Probleme der Anlagentechnik sind noch nicht vollständig gelöst.
Die technischen Anforderungen auf See sind hoch, die meisten davon sind aber lösbar,
berichten die Experten.
Als wichtigstes Kriterium gilt auch im Offshore-Park die Wirtschaftlichkeit.
Die zukünftigen Anlagen im Meer werden bis zu 40 Prozent mehr Strom erzeugen, für die niedrigen
Stromgestehungskosten müssen jedoch noch eine Reihe technischer Probleme gelöst werden.
(Quelle: pte)
Medienpädagogik: Fernsehen vermittelt einseitiges Bild von Ausländern
Mi.02.07.03 - Talk- und Gerichtsshows im deutschen Fernsehen vermitteln
Jugendlichen ein Bild von Ausländern als Machos und Verbrecher. Zu diesem
Ergebnis kommt eine Studie des Lehrstuhls für Medienpädagogik und Weiterbildung
der Universität Leipzig und des Münchner Instituts für Medienpädagogik in Forschung
und Praxis, die am Dienstag vorgestellt wurde. Untersucht wurde das
Nachmittagsprogramm und seine Wahrnehmung durch Neun- bis 14-Jährige.
"Während die Kleineren sich in ihrer Sicht auf Ausländer noch nicht beeinflussen lassen,
übernehmen sie ab dem elften Lebensjahr die Stereotype, die ihnen im Nachmittagsprogramm
angeboten werden", teilte die Universität Leipzig zum Ergebnis der Untersuchung weiter mit.
In der Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen werden Ausländerinnen und Ausländer im
Fernsehen nach diesen Angaben durch bestimmte Typen repräsentiert. Die wichtigsten und am
häufigsten vorkommenden Typen seien dabei der "südländische Macho" und der "kriminelle
Ausländer". Hintergründe zur Herkunft und Situation von Migrantinnen und Migranten spielten
nur in den wenigsten Fällen eine Rolle.
Wie das Forscherteam um den Leipziger Professor Bernd Schorb herausfand, beginnen
Heranwachsende ab dem elften Lebensjahr, sich ein Bild von Menschen mit ausländischem
Hintergrund zu machen. "Dazu suchen sie nach Informationen in ihrem Umfeld, aber auch im
Fernsehen, ihrem wichtigsten Orientierungsmedium", so die Wissenschaftler. Was die mediale
Präsenz von Ausländerinnen und Ausländern angeht, konzentriere sich die Wahrnehmung der
Heranwachsenden vornehmlich auf türkische Männer, die arrogant bis aggressiv auftreten und ein
tradiertes Frauenbild haben. Sie fielen den Kindern und Jugendlichen besonders in den Daily Talks
und Gerichtsshows auf.
Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler 30 verschiedene Sendungen, die am Nachmittag
und am Vorabend ausgestrahlt werden, insbesondere tägliche Talk- und Gerichtsshows,
Boulevardmagazine und so genannte Daily Soaps. Auftraggeber der Untersuchung waren die
Landesmedienanstalten von Schleswig-Holstein (ULR), Bremen (BREMA) und Mecklenburg-
Vorpommern (LRZ).
(Quelle: ap)
Kunst und Medien: 'Ars Electronica' nimmt Codes unter die Lupe
Mi.02.07.03 - Das Computerkunst-Festival Ars Electronica http://www.aec.at/ in Linz nimmt in diesem Jahr unter dem Titel
Code -- The Language of Our Time digitale Codes unter die Lupe. Der "Code" stehe für Kontrolle und
Programmierbarkeit, die in alle Lebensbereiche vordringe, skizzierten die Veranstalter laut dpa das Programm.
Von 6. bis 11. September beschäftigen sich Künstler und Wissenschaftler in Ausstellungen, Performances und
Symposien mit dem "Code" als zentralen Begriff der modernen Informationstechnologie.
Die Ars Electronica wurde 1979 als interdisziplinäres Festival an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft
gegründet und widmet sich Zukunftsfragen wie Gentechnik und Biotechnologie. Die diesjährigen Sieger des
Wettbewerbs für digitale Kunst der Ars Electronica wurden bereits Anfang Juni bekannt gegeben; sie kommen aus
Frankreich, Japan, England, Venezuela, Finnland und Österreich und erhalten die Auszeichnung, die "Goldenen Nicas",
während der Veranstaltung im September.
(Quelle: heise)
Forscher entdecken mehr als 4000 Jahre alte Zivilisation in Ecuador
Mi.02.07.03 - Im Süden des südamerikanischen Landes Ecuador haben Forscher erste
Spuren einer mehr als 4000 Jahre alten Zivilisation entdeckt. Wie das
Pariser Forschungsinstitut IRD am Dienstag mitteilte, stießen französische
und ecuadorianische Archäologen im schwer zugänglichen und tropisch-heißen
Grenzgebiet zu Peru auf Reste von Grab- oder Kultstätten etwa aus dem Jahre 2450 vor
Christi Geburt. Unter anderem fanden die Forscher in der Stätte Santa Ana Florida am
oberen Tal des Rio Palanda steinerne Opfergefäße, die fein poliert und mit eingeritzten
Darstellungen von Raubkatzen, Kondoren und Schlangen versehen waren.
(Quelle: afp)
|
|
|
| home | home(no frame) |
B.O.A.-Künstlerkooperative
Gabelsbergerstr.17, D-80333 München, Telefon/Fax
: 089- 280621,
boa-kuenstlerkooperative@t-online.de