Aktuelle Nachrichten
Irak am hundertundsechzehnten Tag nach Kriegsbeginn
Gut zwei Monate nach Beendigung der Hauptkampfhandlungen:
US-Umfragewerte für Bush sinken auf Tiefststand +++
Australiens Regierung wegen Irak-Dossiers unter Druck +++
Iraks Regierender Rat tritt erstmals zusammen +++
Irakische Polizei übernimmt Kontrolle in Falludscha +++
USA erwägen Dividendenzahlung aus Öl-Fonds an Iraks Bevölkerung +++
Paris: Entsendung von bis zu 5000 Soldaten nach Irak machbar +++
So.13.07.03 - Gut zwei Monate nach dem offiziellen Ende der Hauptkampfhandlungen: in
Irak sind die Umfragewerte von US-Präsident George W. Bush
erstmals deutlich gefallen. In einer Umfrage der US-Zeitung "Washington Post" und des
Fernsehsenders ABC gaben nur noch 59 Prozent der Befragten an, mit
Bushs Politik einverstanden zu sein. Damit rutschte die Zustimmung der
US-Bürger zum Kurs des Präsidenten erstmals seit Januar
wieder unter die 60-Prozent-Marke.
Vor allem Bushs Wirtschaftspolitik und die Verluste der US-Armee in
Irak ließen das Ansehen des US-Präsidenten in seinem
Heimatland sinken. Mehr als jeder zweite US-Bürger (52 Prozent)
hält der Umfrage zufolge die Zahl der getöteten US-Soldaten
in Irak für "nicht hinnehmbar". Eine Mehrheit von 50 Prozent
glaubt, dass Bush die Hinweise auf irakische Massenvernichtungswaffen
"absichtlich aufgebauscht" habe. Dennoch befürwortete eine
deutliche Mehrheit von 74 Prozent die Stationierung des
US-Militärs in Irak.
Nach der US-Regierung gerät nun auch das australische Kabinett
wegen seiner Informationspolitik vor dem Irak-Krieg unter Druck. Der
frühere UN-Chefwaffeninspekteur Richard Butler forderte den
australischen Außenminister Alexander Downer und
Verteidigungsminister Robert Hill wegen der Verwendung falschen
britischen Geheimdienstmaterials zum Rücktritt auf. "Ein Minister,
der das Parlament fehlleitet, muss die Verantwortung übernehmen
und zurücktreten", sagte Butler. Die Verantwortung liege bei den
Ressortchefs, nicht bei den zuständigen Beamten. Butler hatte von
1997 bis 1999 die UN-Inspektionen in Irak geleitet.
In den vergangenen Tagen hatten drei australische
Regierungsbehörden zugegeben, dass ihnen zwar Zweifel an
britischen Geheimdienstunterlagen über Irak bekannt gewesen seien,
sie diese aber dennoch nicht weitergeleitet hätten. Dabei ging es
um die Anschuldigung, die irakische Regierung habe versucht, in Niger
bedeutende Mengen Uran für atomare Waffen zu kaufen. Diese These
hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt. Der australische
Premierminister John Howard hatte sie bei seiner Rede am 4. Februar vor
dem Parlament dennoch verwendet, ebenso wie US-Präsident George W.
Bush in den USA.
Howard erklärte am Samstag in einer Stellungnahme, er habe sich
auf die Einschätzung des britischen Geheimdienst-Ausschusses
verlassen. Dieser stehe zu seiner Aussage über versuchte
Uran-Käufe Iraks in Afrika.
Im Irak tritt heute (Sonntag) erstmals ein Regierender Rat aus
Vertretern verschiedener Volks- und Religionsgruppen zusammen, der
bestimmte Aufgaben einer Interims-Regierung übernehmen soll.
Ein von vielen Irakern beklagtes Macht-Vakuum seit dem Sturz des
irakischen Präsidenten Saddam Hussein durch US-Truppen wird damit
zumindest teilweise beseitigt.
In dem insgesamt aus 25 Personen bestehenden Rat werden die Schiiten
mit 13 Mitgliedern die zahlenmäßig stärkste Fraktion
bilden, entsprechend dem 65-Prozent-Anteil der Schiiten an der
Gesamtbevölkerung. Dem Rat sollen auch fünf Vertreter der
sunnitischen Richtung des Islam angehören, außerdem
fünf Kurden-Vertreter, ein Christ und ein Vertreter der Turkmenen.
Mindestens drei Frauen sollten nach ursprünglicher Planung im Rat
vertreten sein, außerdem mehrere bekannte irakische Exilpolitiker.
Die US-geführte Zivilverwaltung des Irak unter Leitung von Paul
Bremer will dem Rat einige Exekutiv-Vollmachten überlassen wie das
Recht, Minister zu nominieren und Diplomaten zu berufen, Gesetze zu
überprüfen und den Haushalt zu verabschieden. Ferner soll der
Rat bei der Berufung eines Ausschusses mitentscheiden, der eine neue
Verfassung entwickeln soll. Die Verfassung soll dann die Voraussetzung
für demokratische Wahlen im Irak schaffen.
Bremer hat die Befugnis, Beschlüsse des Regierenden Rates
außer Kraft zu setzen. Der US-Zivilverwalter habe jedoch deutlich
gemacht, von diesem Recht nicht Gebrauch zu machen, teilte der
oppositionelle Oberste Rat für die Islamische Revolution im Irak
mit.
Die amerikanischen Streitkräfte übergeben nach eigenen
Angaben die Verantwortung für Sicherheit und Ordnung in der
unruhigen Stadt Falludscha an irakische Polizisten. Die örtlichen
Sicherheitskräfte und der von den USA eingesetzte
Bürgermeister hatten darum gebeten, nachdem sich die Angriffe auf
amerikanische Einheiten in der Stadt gehäuft hatten.
Falludscha liegt im so genannten sunnitischen Dreieck, in dem besonders
viele Anhänger des gestürzten Regimes von Saddam Hussein
vermutet werden. In den vergangenen Tagen schien Verwirrung über
die Zuständigkeit für polizeiliche Maßnahmen zu
herrschen. Am Samstag stellte die 3. Infanteriedivision dann in einer
Pressemitteilung klar, die Übertragung der Sicherheitsaufgaben an
die irakische Polizei in Falludscha habe am (gestrigen) Freitag
begonnen. Die Stadt ist damit eine von nur wenigen in Irak, in denen
Iraker selbst für die Sicherheit zuständig sind.
Nach Angaben des ehemaligen New Yorker Polizeichefs Bernard Kerik
nahmen irakische und US-Truppen fünf ehemalige Mitglieder von
Saddam Husseins persönlicher Sicherheitstruppe fest. Vier davon
seien Cousins des früheren Machthabers. Die Behörden
hätten Bilder beschlagnahmt, auf denen zu sehen sei, wie die vier
einen Mann gefoltert hätten, sagte Kerik, der dem irakischen
Innenministerium vorsteht. Zugleich rief er alle in den vergangenen
zehn Jahren aus politischen Gründen entlassenen früheren
Polizisten unter 45 Jahren auf, sich wieder für den Dienst zu
bewerben.
Die USA erwägen nach den Worten des US-Zivilverwalters im Irak,
Paul Bremer, eine direkte Beteiligung jedes Irakers an den Erlösen
aus dem Ölgeschäft des Golfstaates.
"Eine Möglichkeit wäre es, soziale Leistungen aus einem Fonds
zu zahlen, der durch Öleinnahmen finanziert wird", erklärte
Bremer in einem am Sonntag veröffentlichten Artikel der "New York
Times". "Die andere (Möglichkeit) wäre es, aus dem Fonds eine
jährliche Bardividende direkt an jeden einzelnen Bürger zu
zahlen", fügte Bremer hinzu. Die USA planten im Irak
wirtschaftlichen Reformen, die einen Kapitalfluss aus dem staatlichen
Sektor zu privaten Unternehmen zum Ziel hätten.
Bremer räumte ein, dass die US-geführten Streitkräfte im
Irak mit weiteren Opfern durch Anschläge und Angriffe rechnen
müssten. "Die Kombination einer zerstörten Infrastruktur und
Sabotage-Akte könnten einen harten Sommer bedeuten", erklärte
Bremer. Mehr als 30 US-Soldaten wurden getötet, seitdem
US-Präsident George W. Bush am 1. Mai das Ende der
Hauptkampfhandlungen verkündet hatte.
Frankreich könnte unter der Voraussetzung eines UN-Mandates
zwischen 3000 und 5000 Soldaten nach Irak entsenden. Der Vorsitzende
des Verteidigungsausschusses der Nationalversammlung, Guy Teissier,
sagte in einem Interview der Tageszeitung "Le Parisien"
(Samstagsausgabe), Frankreich sei zwar gegen den Krieg gewesen, habe
aber niemals ausgeschlossen, bei der Befriedung Iraks zu helfen. Es sei
in jedem Fall möglich, "3000 bis 5000 Soldaten nach Irak zu
schicken". Bedingung sei aber, dass dies "im Rahmen der Vereinten
Nationen geschieht".
(Quellen: ap, rtr, afp)
Goethe-Institut
So.13.07.03 - Nach 35 Jahren Zwangspause wird in der irakischen Hauptstadt Bagdad
wieder ein Goethe-Institut
eröffnet. "Wir dürfen nicht warten, bis alles funktioniert,
sondern müssen bald tätig werden", sagte Jutta Limbach,
Präsidentin des Goethe-Instituts Inter Nationes, am Freitag in
München. Voraussichtlich Ende August werde eine Delegation des
Kulturinstituts mit Vertretern des Auswärtigen Amts nach Bagdad
reisen und mit möglichen Partnern über die Kulturarbeit
sprechen.
Limbach erläuterte, irakische Künstler und Intellektuelle,
die sich nicht einer religiösen oder ethnischen Gruppe
anschließen wollten, suchten nach Kontakten mit dem Ausland und
brauchten unabhängige Foren. "Die europäischen
Kulturinstitute könnten im Irak in besonderer Weise
unterstützend beim Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen
wirken." Vor dem Krieg waren laut Goethe-Institut etwa 700 Studenten an
der germanistischen Fakultät in Bagdad eingeschrieben, viele
Akademiker hätten in der DDR studiert. Die Iraker hätten
große Sympathie für Deutschland.
Die Sicherheitsprobleme müssten bei der Arbeit berücksichtigt
werden, sagte die Institutspräsidentin weiter, verwies aber auf
die Arbeit in Afghanistan: "Auch unter prekären Bedingungen kann
man durchaus einen Austausch etwa auf den Gebieten von Musik und Film
in Gang bringen." In Kabul helfe das Goethe-Institut inzwischen
erfolgreich beim Aufbau von Bibliotheken, bei der Ausbildung von
Filmemachern, Musikern und von Deutschlehrern.
In Bagdad existierte den Angaben zufolge bereits ab 1959 ein
Goethe-Institut, das von Intellektuellen, Künstlern und Studenten
rege genutzt wurde. Von 1960 bis 1962 unterhielt die Kultureinrichtung
eine Zweigstelle in der südirakischen Hafenstadt Basra. Auf Druck
der irakischen Behörden musste das Bagdader Goethe-Institut 1968
geschlossen werden.
(Quelle: ap)
Ex-US-Sicherheitsberater Berger kritisiert Washington
So.13.07.03 - Der frühere nationale Sicherheitsberater der USA, Samuel Berger,
hat die Bush-Regierung scharf kritisiert. Er warf ihr indirekt vor, die
Weiterverbreitung von Atomtechnologie zu fördern. Dem "Focus"
sagte Berger, er befürchte, dass die Doktrin
des Präventivschlags den Handel mit Nuklearmaterial eher
verstärke als verhindere. Staaten Nordkorea würden sich
dadurch nur ermutigt sehen, ihre Atomprogramme zu beschleunigen.
(Quelle: dpa)
Clinton: Nordkorea gefährlicher als es Irak jemals war
So.13.07.03 - Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat eindringlich vor
der Bedrohung durch das Atomprogramm Nordkoreas gewarnt. Von dem
stalinistisch regierten Staat gehe eine viel größere Gefahr
aus, als dies jemals für Irak gegolten habe, sagte Clinton am
Samstag auf einer Konferenz über Reformpolitik in Surrey bei
London. Nordkorea entwickele Atomwaffen, werde sie aber nicht
einsetzen, sondern verkaufen. Das Thema sei bei weitem wichtiger, als
es derzeit in der Öffentlichkeit wahrgenommen werde. Es bestehe
dringender Handlungsbedarf. Zur Reform-Konferenz bei London wurden am
Sonntag 14 Staats- und Regierungschefs von Mitte-Links-Parteien
erwartet, unter ihnen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).
(Quelle: afp)
Gipfel der Afrikanischen Union ohne greifbare Ergebnisse
So.13.07.03 - Ohne greifbare Ergebnisse für die Bevölkerung Afrikas ist am
Samstag das Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Mosambik zu
Ende gegangen. Die gut 40 Staats- und Regierungschefs aus allen Teilen
des Kontinents hatten vier Tage lang vorrangig über die
Bekämpfung von Armut und Hunger sowie von Aids in ihren jeweiligen
Ländern beraten. Im Verlauf des Gipfels wurde die Entsendung einer
Friedenstruppe des westafrikanischen Staatenverbands ECOWAS in das
Bürgerkriegsland Liberia angekündigt.
Der scheidende Ratsvorsitzende der AU, der südafrikanische
Präsident Thabo Mbeki, brachte abermals seine Enttäuschung
über die mangelnden Fortschritte bei der Verwirklichung von Zielen
der AU zum Ausdruck. Er hätte sich insbesondere die Einrichtung
eines regionalen Friedens- und Sicherheitsrats gewünscht, sagte er
vor den Gipfelteilnehmern. Von den mindestens 27 notwendigen
Ratifizierungsurkunden zur Umsetzung des entsprechenden Protokolls
wurden bis Samstag jedoch lediglich 14 bei der AU hinterlegt.
Verschoben wurde auch die Einrichtung eines Mechanismus zur
Erfolgskontrolle der afrikanischen Staaten untereinander. Der neue
AU-Ratsvorsitzende, der mosambikanische Präsident Joaquim
Chissano, erklärte, hier seien noch weitere Gespräche
notwendig. Ebenso wurde die geplante Gründung eines
panafrikanischen Parlaments und eines afrikanischen Gerichtshofs
vorerst noch nicht umgesetzt. Beschlossen wurde, die acht neu zu
bestimmenden Posten von AU-Kommissaren zur Hälfte mit Frauen zu
besetzen.
(Quelle: ap)
«Blick ins Archiv»
Afrikanische Union sucht nach Wegen aus Krieg und Armut
Do.10.07.03 - Krieg in Kongo und Liberia, blutige Gewalt in Uganda und Algerien,
politische Krisen in Simbabwe und der Elfenbeinküste, Hunger in
Äthiopien und Mosambik. Stichworte, die nur Schlaglichter auf die
umfassenden Probleme Afrikas werfen. Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0307100.htm#03071007
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Führer der Landlosenbewegung in Brasilien festgenommen
So.13.07.03 - Die brasilianische Polizei hat einen Führer der Bewegung der
Landlosen (MST) festgenommen. José Rainha hatte zuvor in einem
Prozess ausgesagt, nachdem er im vergangenen Jahr wegen Bandenbildung
und Diebstahls angeklagt worden war. Seine Festnahme erfolgte auf
Antrag der Staatsanwaltschaft. Ein anderer Landlosenführer, Gilmar
Mauro, erklärte, am Wochenende könnten auf richterliche
Anordnung hin weitere elf MST-Mitglieder in Untersuchungshaft kommen.
Mauro rechnete mit einem "heißen Wochenende" in der Region, wo
die Landlosenbewegung 13 Jahre Besetzungen von brachliegenden Parzellen
feiern wollte.
Im Jahr 2000 war Rainha vom Vorwurf der Ermordung eines
Großgrundbesitzers und eines Polizisten während eines
Landkonflikts 1989 freigesprochen worden. Sein Anwalt konnte in dem
Prozess nachweisen, dass er sich nicht am Tatort befunden hatte. Im
vergangenen Jahr war auf Rainha ein Anschlag verübt worden, den er
überlebte.
In den vergangenen Wochen hatte die Landlosenbewegung ihren Druck auf
die Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva
verstärkt. Mit Landbesetzungen, Straßenblockaden und
Plünderungen von Lebensmitteln versuchte sie, ihrer Forderung nach
schnellerer Umsetzung der überfälligen Landreform Nachdruck
zu verleihen. Lula und seine sozialistische Arbeiterpartei (PT) galten
bislang als Verbündete der Landlosenbewegung.
Unter der seit dem 1. Januar amtierenden Regierung Lula gab es nach
MST-Angaben im Monatsdurchschnitt 13 Landbesetzungen, mehr als doppelt
soviel als im Jahr zuvor unter Lulas sozialdemokratischem
Amtsvorgänger Fernando Henrique Cardoso. Seit Jahresbeginn kamen
bei Konflikten um die Landzuteilungen mindestens zehn Menschen ums
Leben.
In Brasilien befinden sich 46 Prozent des Landes im Besitz von einem
Prozent der Bevölkerung. Die Hälfte dieser Ländereien
wird landwirtschaftlich nicht genutzt. Nach MST-Angaben leben fünf
Millionen Landlosenfamilien unter schwierigsten Bedingungen,
häufig in Lagern, und warten zum Teil seit vielen Jahren darauf,
dass ihnen eine Landparzelle zugeteilt wird.
(Quelle: afp)
Holbrooke für Unabhängigkeit Kosovos
So.13.07.03 - Der frühere UN-Botschafter der USA, Richard Holbrooke, hat sich
für die Unabhängigkeit der serbischen Provinz Kosovo
ausgesprochen. Die in Pristina erscheinende Zeitung "Koha Ditore"
zitierte Holbrooke am Samstag mit den Worten, nur eine Trennung des
Kosovos von Serbien bringe der Region dauerhaften Frieden. Zugleich
betonte er, dass die Minderheit der Serben im Fall der
Unabhängigkeit geschützt werden müsse.
"Die Vereinigten Staaten sollten die Führung zur Lösung der
Kosovo-Frage übernehmen", sagte Holbrooke der Zeitung zufolge. Er
fügte hinzu, die einzige Lösung sei die Unabhängigkeit
mit eigener UN-Mitgliedschaft und engen wirtschaftlichen Beziehungen zu
Serbien und Montenegro, Mazedonien und Bosnien. Holbrooke
erklärte, der endgültige Status der Provinz müsse in
internationalen Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo unter
Vermittlung von USA, EU, UN und Russland entschieden werden.
Holbrooke hatte 1995 das Friedensabkommen von Dayton vermittelt, das
den Bosnien-Krieg beendete. Während des Kosovo-Kriegs 1999 diente
er als Sondergesandter des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton.
Das Kosovo steht seit 1999 unter UN-Verwaltung und ist formell
weiterhin serbische Provinz. Die Albaner, die 90 Prozent der zwei
Millionen Einwohner ausmachen, fordern Unabhängigkeit, die
serbische Minderheit und Belgrad sind für einen Verbleib bei
Serbien.
(Quelle: ap)
Belgien will Kriegsverbrecher-Gesetz aufheben
So.13.07.03 - Die am Samstag vereidigte neue belgische Regierung will ein
umstrittenes Gesetz aufheben, das der Justiz die Verfolgung von
Kriegsverbrechen unabhängig vom Tatort erlaubt.
Ministerpräsident Guy Verhofstadt sagte auf einer Pressekonferenz,
damit solle Missbrauch vermieden werden. Alle Verfahren, an denen keine
belgischen Staatsangehörigen beteiligt seien, würden
eingestellt. Auf der Grundlage des Gesetzes aus dem Jahr 1993 waren
Verfahren gegen Israels Ministerpräsident Ariel Scharon,
US-Präsident George W. Bush und den britischen Premierminister
Tony Blair angestrengt worden. Die US-Regierung hatte wegen des
Gesetzes Brüssel als Sitz des Nato-Hauptquartiers in Frage
gestellt.
Belgiens Außenminister Louis Michel sagte, die Entscheidung gehe
nicht auf Druck der USA zurück. "Diejenigen, die das Gesetz
missbraucht haben, haben uns dazu gezwungen, es zu ändern", sagte
Michel dem Fernsehsender VRT.
Die belgische Regierung hatte das Gesetz bereits Anfang April nach
massiver Kritik aus dem In- und Ausland an offenbar politisch
motivierten Klagen geändert. So konnten Verfahren an das
Heimatland des Beschuldigten verwiesen werden.
Auch die deutsche Justiz kann bei bestimmten Straftaten, darunter
Völkermord, nach dem so genannten Weltrechtsprinzip Taten
verfolgen, die nicht in Deutschland oder von Deutschen begangen wurden.
So bestätigte der Bundesgerichtshof 1999 die Verurteilung eines
bosnischen Serben wegen Völkermords.
(Quelle: rtr)
fghanistan: Deutscher Kommandeur hält ISAF-Ausdehnung für utopisch
So.13.07.03 - Der Kommandeur der internationalen Afghanistan- Schutztruppe, Norbert
van Heyst, hält eine flächendeckende Ausdehnung des Auftrags
über die Grenzen der Hauptstadt Kabul hinaus für utopisch.
Dazu müssten 10 000 Soldaten zusätzlich zur Verfügung
stehen, so der deutsche General. Er sehe jedoch nirgendwo die
Bereitschaft, ein solch groß angelegtes Engagement zu
unterstützen. Eine Bundeswehr-Beteiligung an regionalen
Wiederaufbau-Teams auch außerhalb Kabuls hält van Heyst
dagegen für möglich.
(Quelle: dpa)
Deutschland: Schmidt fordert Beitrag der Rentner zur Belebung der Konjunktur
So.13.07.03 - Bundessozialministerin Schmidt hat von den Rentnern einen Beitrag zur
Konjunkturbelebung gefordert. Schmidt sagte der "Bild am Sonntag", um
die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, müssten die
Lohnzusatzkosten gesenkt werden. Das geht nach ihren Worten aber nur,
wenn die Älteren mithelfen. Auch Politiker von CDU und FDP wollen
die Senioren stärker in die Pflicht nehmen. Der Chef der Jungen
Union, Mißfelder, forderte eine Kürzung der Renten als
Beitrag zur Generationengerechtigkeit. Ähnlich äußerte
sich der Vorsitzende der Jungliberalen, Bahr.
(Quelle: br-Radionachrichten)
Krankenkassen warnen vor einseitiger Belastung der Versicherten
So.13.07.03 - Kurz vor dem Abschluss der ersten Verhandlungsrunde zur
Gesundheitsreform haben große Krankenkassen vor einer einseitigen
Belastung der Versicherten gewarnt. Die Senkung des Beitragssatzes
durch Verschiebung der Kosten von Krankengeld und Zahnersatz auf die
Versicherten wäre "vor allem Kosmetik", kritisierte der
Vorstandschef der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK),
Hansjoachim Fruschki, in einem Gespräch. mit der
Nachrichtenagentur dpa.
Die Konsensverhandlungen von SPD und Grünen mit CDU/CSU und FDP
drohten "zum politischen Offenbarungseid aller Parteien zu werden",
sagte der Vorsitzende des Ersatzkassen-Verbandes, Herbert Rebscher, der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Der Präsident des
Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun
forderte eine effizientere Organisation des Gesundheitswesens statt
größerer Belastung der Arbeitnehmer. Für die
Einbeziehung von Beamten und Freiberufler in die gesetzliche
Krankenversicherung plädierte der IG-Bau-Chef Klaus
Wiesehügel.
Die Unterhändler von Regierungskoalition und Opposition wollten am
Samstag in Berlin ihre erste Verhandlungsrunde beenden. Vor der
Wiederaufnahme der Verhandlungen am Dienstag wollen die
Unterhändler ihre Partei- und Fraktionsführungen informieren.
Über mögliche Kompromisslinien haben beide Seiten bisher
Stillschweigen gewahrt. Presseberichte, wonach es bereits eine
Vorfestlegung gebe, nach der die Versicherten die Beiträge
für Krankengeld und Zahnersatz künftig allein tragen sollen,
wurden mehrfach dementiert. Die Überwälzung des
Krankengeldbeitrags steht im Gesetzentwurf von SPD und Grünen.
Für die Privatisierung der Kosten für den Zahnersatz votiert
die CDU, nicht aber ihr Verhandlungsführer Seehofer.
Maßnahmen bei Krankengeld und Zahnersatz würden den
Arbeitgeberbeitrag um etwa 0,5 Prozentpunkte reduzieren und die
Arbeitnehmerbelastung entsprechend ansteigen lassen.
Regierung und Opposition haben das gemeinsame Ziel, den
durchschnittlichen Kassenbeitrag von derzeit 14,4 Prozent auf
höchstens 13 Prozent zu senken. Rot-Grün will dazu auch die
Tabaksteuer heranziehen und mit Strukturreformen weitere Beträge
einsparen.
Rebscher nannte das Beitragsziel 13 Prozent "höchst zweifelhaft".
Fruschki sagte, es dürfe keine Reform geben, die die Kosten des
Gesundheitswesens zu Lasten der Arbeitnehmer umverteilt. Das wäre
ein "politischer Schildbürgerstreich". Statt die Lasten zu
verschieben, müssten überkommene, unwirtschaftliche
Strukturen verändert werden.
DIHK-Chef Braun sagte dem Magazin «Focus»: "Es ist gar
nicht nötig, dass Arbeitnehmer künftig einen deutlich
größeren Anteil des Krankenversicherungsbeitrags bezahlen
sollen als die Arbeitgeber. Es gibt in unserem Gesundheitssystem so
viel Verschwendung, dass man unser Gesundheitssystem reformieren kann,
ohne Leistungen einzuschränken."
Nach Fruschkis Vorstellungen sollte "das Vertragsmonopol der
Kassenärztlichen Vereinigung reformiert werden". Die Kassen
müssten die Möglichkeit erhalten, Verträge mit
Arztgruppen oder Arztzentren zu schließen. "Schon seit Jahren
warten wir darauf, Verträge auszuhandeln, in denen Fragen von
medizinischer Qualität und höherer Wirtschaftlichkeit besser
als heute verknüpft werden", sagte Fruschki.
Außerdem müsse der Arzneimittelmarkt liberalisiert werden.
Das Verbot, mehrere Apotheken zu besitzen, müsse ersatzlos
gestrichen werden. Auch der Versand- und Internethandel mit
Medikamenten, der längst Realität sei, sollte endlich
zugelassen werden.
Gewerkschaftschef Wiesehügel äußerte die
Befürchtung, dass die Reformbemühungen in den
Konsensgesprächen verwässert würden und die Reform sich
letztlich darauf beschränke, Leistungen auszugrenzen und damit
Risiken zu privatisieren.
(Quelle: dpa)
FDP-Vize Döring für Abschaffung des Flächentarifvertrages +++
Ex-Arbeitsminister Blüm verteidigt Streikrecht der Gewerkschaften
So.13.07.03 - FDP-Vize Walter Döring will den Flächentarifvertrag
abschaffen, um die Gewerkschaften zu entmachten. Dann würde wieder
ein Arbeitsmarkt entstehen, auf dem die Ware Arbeitskraft zu
bezahlbaren Preisen angeboten werde, sagte Döring am Sonntag im
NDR. "Die Gewerkschaften verstoßen ganz eindeutig in vielen
Bereichen mit Warnstreiks und ähnlichem gegen das Allgemeinwohl
und da muss man jetzt handeln", wird der stellvertretende
Parteivorsitzende in einer Mitteilung zitiert.
Die Gewerkschaften müssten eindeutig Macht abgeben, weil sie in
der jetzigen Struktur nicht mehr in die Landschaft passten. "Wir sehen
doch, dass wir mit dem, was die Gewerkschaften angerichtet haben mit
der 35-Stunden-Woche im Metallbereich zum Beispiel, in den letzten zehn
Jahren hunderttausende von Arbeitsplätzen verloren haben", sagte
Döring. Auch Streik und Aussperrung seien "Relikte aus vergangenen
Zeiten". Man werde zwar nicht gleich an das Streikrecht herangehen,
aber Warnstreiks müssten abgeschafft werden.
Der frühere Arbeitsminister Norbert Blüm, nach NDR-Angaben
seit 53 Jahren IG-Metall-Mitglied, nannte die Gewerkschaften dagegen
unverzichtbar. Blüm sagte aber, sie seien durch zahlreiche
Fusionen immer größer und damit unbeweglicher geworden. Wer
von der Gesellschaft Veränderungen verlange, müsse selbst zur
Veränderung bereit sein. Der CDU-Politiker warf der FDP vor, die
Schwäche der Gewerkschaften auszunutzen. "Ohne das
Arbeitskampfrecht wären Lohnverhandlungen kollektive Betteleien",
sagte Blüm.
(Quelle: ap)
Stoiber will Wochenarbeitszeit verlängern
So.13.07.03 - Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat sich für
eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit um zwei bis drei Stunden
ausgesprochen. "Ich bin überzeugt, dass eine sehr große
Mehrheit der Arbeitnehmer bereit ist, auch einmal zwei oder drei
Stunden pro Woche länger zu arbeiten, wenn so Arbeitsplatz und
Gehalt gesichert werden können", sagte der CSU-Vorsitzende dem
"Focus". Die Menschen seien flexibler, als viele Betonköpfe in der
SPD und den Gewerkschaften glauben machen wollten.
Der gescheiterte Metallarbeiterstreik zeige deutlich, dass den
Bürgern Sicherheit wichtiger sei als zwei oder drei Stunden mehr
oder weniger Arbeit. Stoiber forderte, die Krise der Gewerkschaften
für Arbeitsmarktreformen zu nutzen: "Weil sich auch die
Gewerkschaften programmatisch öffnen müssen, wenn sie
künftig noch eine gestaltende Rolle spielen wollen, sind Zeit und
Klima für mutige Arbeitsmarktreformen so günstig wie noch
nie." Die Bundesregierung forderte Stoiber auf, bis zum Ende der
Sommerpause "auch eine mutige Liberalisierung unseres völlig
überregulierten Arbeitsmarktes vorzulegen". Alles, was
Rot-Grün bisher präsentiert habe, habe auf dem Arbeitsmarkt
nichts bewegt.
Führende Ökonomen begrüßten Stoibers Vorschlag.
"Die Verlängerung der Wochenarbeitszeit bei gleichem Lohn ist ein
geeignetes Instrument, um die Lohnkosten zu senken", sagte Rolf
Peffekoven, Direktor des Instituts für Finanzwissenschaften in
Mainz, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Auch der Chef des Deutschen
Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann
plädierte für eine Diskussion um eine Verlängerung der
Arbeitszeit und mehr Flexibilität.
Hilmar Schneider vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) warnte die
Unionsparteien indes davor, die Gesetzesvorhaben der Regierung zu
blockieren. Ein Scheitern wäre ein «nationale
Katastrophe», sagte er dem "Tagesspiegel". Es wäre der
Beweis, dass Deutschland nicht reformfähig ist.
Andere Wirtschaftsexperten forderten durchgreifende Reformschritte.
Martin Werding vom Münchner ifo-Institut plädierte etwa
für eine Reform des Kündigungsschutzes mit klaren
Abfindungsregelungen. Zudem müsse der Wildwuchs bei
Arbeitsgerichtsurteilen angegangen werden, sagte er dem "Tagesspiegel".
Holger Schäfer vom arbeitgebernahen Institut der Deutschen
Wirtschaft (IW) forderte die Kürzung der Bezugsdauer beim
Arbeitslosengeld auf 12 Monate auch für Über-55-Jährige.
Empirisch sei belegt, dass sich Arbeitslose kurz vor dem Auslaufen
ihres Arbeitslosengelds verstärkt um eine Stelle bemühten.
Dies passiere dann schon nach zwölf und nicht erst nach 32 Monaten
wie bisher.
(Quelle: ap)
«Was Deutschland vor sich hat, hat Neuseeland hinter sich.»
«Nach Liberalisierung und Deregulierung steuern die Kiwis bereits wieder sanft um.»
«Neuseeland hat es getan, und zwar bereits vor fast 20 Jahren.
Genauer gesagt: Roger Douglas tat es, Wirtschaftsminister in der
Labour-Regierung von 1984. Radikal wie sonst nur in ehemals
kommunistischen Staaten hat er mit seinen "Rogernomics" die Wirtschaft
seines Landes liberalisiert und das Sozialwesen reformiert. Fernab der
Welt, in dem Inselstaat so groß wie die alte Bundesrepublik,
wurden 3,9 Millionen Neuseeländer zu Versuchskaninchen eines
einmaligen Experiments, dessen Verlauf sämtliche Industrienationen
mit Interesse verfolgten.
Die Zwischenbilanzen der Rogernomics waren ernüchternd: Nach einem
kurzen Aufschwung zeigten Asienkrise und Dürre Ende der neunziger
Jahre die Verwundbarkeit der liberalisierten Wirtschaft, das soziale
Klima wurde bedenklich rau. Die Kluft zwischen Arm und Reich wurde
beständig größer, Mindestlöhne sanken, Neuseeland
fiel in der Rangliste der OECD-Staaten von Platz neun im Jahr 1970 auf
Platz 20 im Jahr 1999 zurück.
Da wählten die Neuseeländer nach 16 Jahren lupenreiner
Freie-Markt-Politik eine Frau an die Macht, die seitdem einen Teil der
Reformen rückgängig gemacht und heute erstaunlich gute
Wirtschaftsdaten vorzuweisen hat...»
Mehr bei "brandeins" unter:
http://www.brandeins.de/magazin/archiv/2003/ausgabe_06/
was_wirtschaft_treibt/artikel5.html
|
Union zerstritten über Finanzierung der Steuerreform
So.13.07.03 - Kurz vor der Vorstellung der Regierungspläne zum Finanzieren der
Steuerreform gibt es in der Union noch keine gemeinsame Positon in
dieser Frage.
Während die Ministerpräsidenten von Bayern und
Baden-Württemberg, Edmund Stoiber (CSU) und Erwin Teufel (CDU),
mehr Schulden in Betracht zogen, sprach sich Roland Koch (CDU) aus
Hessen erneut klar dagegen aus. "Ich halte einen weiteren Anstieg der
Verschuldung nicht für vertretbar", sagte der
Ministerpräsident dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Man
könne nicht Jahr für Jahr gegen den europäischen
Stabilitätspakt verstoßen, der die Höhe der
Neuverschuldung begrenzt. Der Wirtschaftsrat der CDU stellte sich
hinter Koch und machte Vorschläge, rund 23 Milliarden Euro
einzusparen ohne die Verschuldung zu erhöhen.
Die vorgezogene Stufe der Steuerreform von 2005 auf 2004 kostet den
Staat knapp 16 Milliarden Euro. Das Finanzministerium will in der
kommenden Woche die Finanzierung über Subventionsabbau, Verkauf
von Bundesbeteiligungen und Schulden präzisieren. Die Steuer- und
Abgabenlast hat sich dem "Spiegel" zufolge in diesem Jahr erneut
erhöht.
Koch hatte sich in der Vergangenheit schon generell gegen ein Vorziehen
der Steuerreform ausgesprochen, da er es für nicht finanzierbar
halte. Nach Angaben aus Unionskreisen hatte er aber zuletzt zugesagt,
dies öffentlich nicht zu wiederholen. Auch
Unions-Vize-Fraktionschef Friedrich Merz hatte sich skeptisch zu dem
Steuerschritt geäußert. Die Bundesregierung ist beim
Vorziehen der Steuerreform auf die Zustimmung des unionsdominierten
Bundesrates angewiesen.
Der baden-württembergische Ministerpräsident Teufel machte
allerdings deutlich, dass die Wirtschaft eine Steuerentlastung brauche
und ihr im Gegenzug an anderer Stelle nicht wieder Belastungen
auferlegt werden dürften. "Die "Wirtschaft befindet sich in einer
dramatischen Abwärtsspirale. Wir brauchen ein Zeichen der
Hoffnung. Dringend", sagte Teufel dem "Tagesspiegel". Man könne
nicht eine Steuerentlastung beschließen und dem Bürger in
gleichem Umfang höhere Aufgaben aufbürden." Stoiber sagte,
die Union werde Garant sein, dass die Bürger bei den Steuern netto
entlastet würden. Allerdings dürfe dies nicht "im
Wesentlichen auf Pump" geschehen, sagte er dem "Focus".
Der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates, Kurt Lauk, forderte
Stoiber auf, sich von der Idee einer Kreditfinanzierung zu
verabschieden. Lauk sagte der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht: "Ich
habe Verständnis für Roland Koch und Unions-Fraktionsvize
Friedrich Merz, die jede Neuverschuldung ablehnen." Unter anderem
über Kürzungen bei der Entfernungspauschale, des
Sparerfreibetrags, des Arbeitnehmer-Pauschbetrags oder der
Steuerfreiheit für Nachtzuschläge könnten bis zu 23
Milliarden Euro gespart werden.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer
Steinbrück (SPD) und Koch erklärten übereinstimmend,
über den Abbau von Subventionen allein sei die vorgezogene Reform
nicht zu finanzieren. Steinbrück sagte im "Spiegel", dies sei auch
ökonomisch falsch. Das Projekt könne zu einem "nennenswerten
Teil" kreditfinanziert werden.
Die Belastung der Bürger mit Steuern und Abgaben hat sich 2003 dem
"Spiegel" zufolge auf 52,4 Prozent des Bruttoverdienstes erhöht.
2002 seien es noch 51,9 Prozent gewesen, schreibt das Magazin unter
Berufung auf einen Bericht des Steuerzahlerbundes. Ursache des
Anstieges seien in erster Linie mehr Abgaben für die
Sozialversicherungen.
(Quelle: rtr)
«Big Mother is watching you»
«Während hierzulande noch darüber diskutiert wird, ob
und welche zusätzlichen Körpermerkmale künftig in
digitale Personaldokumente integriert werden, ist die biometrische
Datenerfassung in Großbritannien längst Realität --
selbst Kinder müssen sich mittlerweile darauf einstellen, dass
ihre Körpermerkmale regelmäßig zur
Identitätsüberprüfung herangezogen werden.
Die 11- bis 16-jährigen Schüler der Venerable Bede Church of
England School in Ryhope, Sunderland beispielsweise bezahlen ihr
Mittagessen in der Schulkantine künftig nicht mehr bar, sondern
ein computergestütztes Catering-System bucht ab dem neuen
Schuljahr die Verpflegungskosten nach einem Iris-Scan automatisch vom
Essenskonto der biometrisch erfassten Schüler ab. Dabei wird per
Infrarot das komplexe Muster der Regenbogenhaut erkannt und mit einer
gespeicherten Vorlage verglichen. Die Essenskonten werden zu Beginn
jeder Woche aufgefüllt.»»
Mehr bei "heise" unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/pmz-11.07.03-001/
«Was Kundenkarten alles verraten»
«Kundenkarten locken mit Rabatten | Im Gegenzug gibt Käufer
seine Einkaufsgewohnheiten preis | Daten werden lukrativ weiterverkauft
oder für Werbung verwendet | Gefahr von
Datenzusammenführungen»
Mehr bei "futurezone" unter:
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf
?read=detail&id=170589&tmp=17651
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