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+++ Sa.16.08.03,
12:45 Nachrichten-Archiv Aktuelle
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Irak am hundertundfünfzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Russland
bereit zu Mitarbeit in neuer UN-Mission im Irak +++ CDU-Vorsitzende
Merkel für deutsche Beteiligung im Irak +++ Schiitenführer
Hakim fordert arabische Anerkennung von Regierungsrat +++
Sa.16.08.03 -
Russland ist zur Entsendung von Experten in die vom Weltsicherheitsrat
eingesetzte Unterstützungsmission für den Irak bereit. Das
sagte Vizeaußenminister Juri Fedotow in Moskau. Er
bekräftigte, dass die UNAMI nur Aufgaben beim zivilen Wiederaufbau
erfüllen solle. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte in
einer neuen Irak-Resolution den provisorischen Regierungsrat in Bagdad
anerkannt und die UNAMI eingesetzt. Russland lehnt eine
militärische Beteiligung an dem Besatzungsregime im Irak ab.
Deutschland sollte nach Meinung von CDU-Chefin Angela Merkel "seinen
Beitrag im Irak leisten". Die Bundeswehr könne sich nicht aus
solchen Einsätzen heraushalten, sagte sie vor der
Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Dass Konflikte auch
außerhalb Europas gelöst werden müssten, sei
spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 klar.
Dabei müsse Deutschland auch prinzipiell dazu bereit sein, Gewalt
anzuwenden, so Merkel.
Der einflussreiche irakische Schiitenführer Ayatollah Mohammed
Baker Hakim hat die arabische und islamische Welt zur Anerkennung der
irakischen Übergangsverwaltung gedrängt. Der Anführer des
Obersten Rats für die Islamische Revolution in Irak (SCIRI)
kritisierte am Freitag in Nadschaf vor allem die Entscheidung der
Arabischen Liga, den von den USA eingesetzten Regierungsrat nicht als
legitime Vertretung des Landes anzuerkennen. Hakim machte dafür
auch die USA verantwortlich, die den Rat "von islamischen Ideen und
seinen Nachbarländern entfernt" hätten. "Der Regierungsrat
muss unabhängig handeln", forderte der Ayatollah.
(Quellen: dpa,
afp)
«Die neue Irakresolution der UNO ist das
schlechteste aller nur denkbaren Ergebnisse und Ausdruck des
fortgesetzten Versagens der Kriegsgegner im Sicherheitsrat»
«Die
Schaffung der UNO-Unterstützungsmission Unami bedeutet lediglich,
dass die - nach den Regeln des Völkerrechts eigentlich von den
beiden Irakkriegs-Aggressoren und heutigen Besatzungsmächten USA
und Großbritannien zu tragenden - Kosten für humanitäre
und Wiederaufbauleistungen künftig ganz offziell aus dem
regulären UN-Haushalt finanziert werden. Zudem macht es die
Schaffung der Unami für Washington und London einfacher, die UNO
und ihre im Irak tätigen Unterorganisationen künftig zum
Sündenbock für anhaltende Probleme bei der humanitären
Hilfe und beim Wiederaufbau zu machen.
Die militärische, politische und wirtschaftliche Kontrolle bleibt
weiterhin uneingeschränkt bei den beiden Besatzungsmächten....
Warum haben Frankreich und Deutschland dieser schlechten Resolution ...
zugestimmt? War sie nur ein "erster Schritt", wie es der
SPD-Fraktionsvize Erler formuliert hat? Ein erster Schritt in einem
Prozess, an dessen Ende eines Tages auch deutsche Truppen im Irak stehen
sollen? » ("tageszeitung" vom 16.08.03)
Mehr
unter:
http://www.taz.de/pt/2003/08/16/a0115.nf/text
«Spanischer UNO-Botschafter zweifelt an Irak-Politik
seiner Regierung»
«Nachdem
Spanien damit begonnen hat, eigene "Friedenstruppen" in den Irak zu
schicken, leben die Stimmen wieder auf, welche die Regierung Aznar
für ihre falschen Informationen verantwortlich machen wollen. Ende
Juli hat die Entsendung der "Brigade Plus Ultra" begonnen. Fast 600 der
1.300 Soldaten, die zum Einsatz kommen, sind bereits in der Region
eingetroffen.
Ausgerechnet der spanische Botschafter bei der UNO hat das Fass wieder
aufgemacht, dass die konservative Volkspartei ( PP) in den letzten
Monaten geschlossen hielt. Während der jährlichen
Sommeruniversität in El Escorial bei Madrid,
erklärte Inocencio Arias auf einer Veranstaltung, "alles wird in
Zweifel gezogen, wenn die irakischen Massenvernichtungswaffen nicht
auftauchen". Schließlich seien sie der "prinzipielle Grund"
für den Krieg gewesen. Die Beseitigung Saddam Husseins wäre
ein "katastrophaler Erfolg", weil Spanien sich nicht "den USA und einer
bewaffneten Intervention angeschlossen hat, um einen Regimewechsel
herbeizuführen". Arias kritisierte auch die "Zweideutigkeit" der
UNO-Resolution 1.441, die für den Krieg herangezogen wurde, als
Fall "geringer juristischer Seriosität".» ("telepolis"
vom 16.08.03)
Mehr
unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/15450/1.html
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Blair in
Kelly-Affäre nach Bekanntwerden von Rüge erneut unter Druck
Sa.16.08.03 -
Nach Bekanntwerden einer schriftlichen Rüge an den britischen
Waffenexperten David Kelly und der Rolle des Regierungschefs bei den
Befragungen ist Premierminister Tony Blair erneut unter starken Druck
geraten. Die jüngsten Ermittlungsergebnisse fügten sich in
eine "skandalöse Liste von Schikanen und Einschüchterungen
gegen einen Beamten, der es gewagt hat, sich mit der Regierung
anzulegen", schrieb die britische Tageszeitung "Daily Mirror" am
Freitag. Der "Independent" titelte: "Wie das politische Establishment
Dr. Kelly in den Tod jagte".
(Quelle: afp)
Millionen in
Nordamerika weiter ohne Strom +++ Stromversorgung in New York
vollständig wiederhergestellt +++ US-Wissenschaftler warnten
bereits seit Jahren vor drohendem Stromausfall
Sa.16.08.03 -
Millionen in Nordamerika weiter ohne Strom +++ Stromversorgung in New
York vollständig wiederhergestellt +++ US-Wissenschaftler warnten
bereits seit Jahren vor drohendem Stromausfall
Nach dem Stromausfall in Nordamerika sind Millionen Menschen immer noch
ohne Strom. Vor allem in Teilen von Detroit und im Bundesstaat Ohio
sowie im Raum um Toronto in Kanada sind die Lichter weiterhin aus. Viele
müssen sich nach Angaben der Behörden auf ein ganzes
Wochenende ohne Licht, teilweise ohne Telefon einstellen. Am
Donnerstagabend waren von dem Blackout rund 50 Millionen Menschen
betroffen. Die Ursache ist bislang nicht eindeutig geklärt.
Präsident George W. Bush kündigte nach einem Bericht des
US-Fernsehsenders CNN eine amerikanisch-kanadische
Untersuchungskommission über die Hintergründe des Blackouts an.
Knapp 30 Stunden nach Beginn des riesigen Stromausfalls in den USA und
in Kanada ist in New York die gesamte Versorgung wiederhergestellt
worden. Das teilte ein Sprecher des Stromversorgers Consolidated Edison
am späten Freitagabend (Ortszeit) mit.
Im Luftverkehr kam es auch am Freitag noch zu zahlreichen
Ausfällen und Verspätungen, Geldautomaten funktionierten
nicht, und die Telefonverbindungen waren überlastet. Die
Elektrizitätswerke bemühten sich fieberhaft um die
Wiederherstellung der Versorgung. Zahlreiche Autohersteller mussten die
Produktion aussetzen, darunter DaimlerChrysler. Die Benzinpreise stiegen
an den Rohstoffmärkten in den USA auf den höchsten Stand seit
fünf Monaten, nachdem mehrere Raffinerien ihre Produktion
unterbrechen mussten. An den Börsen blieben die Auswirkungen
dagegen begrenzt. US-Experten schätzten, die Panne könnte die
US-Wirtschaft jeden Tag einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten.
In den Ermittlungen über die Ursache mehrten sich die Hinweise,
dass der Stromausfall vom Mittleren Westen der USA ausging. Die
Untersuchungen konzentrierten sich am Freitag auf eine Serie von
Ausfällen in der Umgebung von Cleveland in Ohio unmittelbar vor
Beginn des Blackouts. Industrievertreter betonten jedoch, die Ursache
sei noch nicht geklärt. Ein Terroranschlag wurde aber weiter
ausgeschlossen.
Die USA und Kanada richteten eine gemeinsame Untersuchungskommission,
die die Ursache des Stromausfalls klären soll. Das teilte das
Büro des kanadischen Ministerpräsidenten Jean Chretien nach
einem Telefonat zwischen Chretien und US-Präsident George W. Bush
am Freitag mit. Geleitet werde die neue Task Force von
US-Energieminister Spencer Abraham und dem kanadischen Minister für
natürliche Ressourcen, Herb Dhaliwal. Sie würden ihre Arbeit
sofort aufnehmen.
Bush habe in dem zehnminütigen Telefonat mit Chretien auf die
Notwendigkeit hingewiesen, das veraltete Stromversorgungsnetz zwischen
den USA und Kanada zu modernisieren, sagte Chretiens Sprecherin Thoren
Hudyma in Toronto. Die neue Untersuchungskommission solle auch nach
Wegen zur Vorbeugung künftiger Stromausfälle suchen.
Amerikanische Wissenschaftler erklärten unterdessen, sie
hätten die US-Regierung bereits seit Jahren vor den Schwächen
des Stromnetzes gewarnt. Der Nationale Forschungsrat wies in Berichten
mehrfach auf landesweite Fehleranfälligkeiten des Systems hin und
mahnte deren umgehende Behebung an, wie Mitglied Paul Gilbert am Freitag
in New York mitteilte. Passiert sei seitdem jedoch nichts.
Von dem Blackout waren neben den meisten Staaten an und nahe der
Nordostküste auch die weiter westlich gelegenen Staaten Michigan
und Ohio sowie die kanadische Provinz Ontario mit Toronto betroffen.
Dort wurde ebenso wie in New York, New Jersey und Michigan der Notstand
ausgerufen. Überall brach der Verkehr zusammen, und neun
Atomkraftwerke wurden abgeschaltet.
(Quelle: ap, afp)
Computer-Virus
«LovSan» droht Internet zu stören
Sa.16.08.03 -
Nach dem Stromausfall in den USA droht nun eine weitere schwere
technische Störung - diesmal im Internet. Mit dem Datumswechsel zu
Samstag beginnt der auf Windows-Rechnern weltweit verbreitete
"LovSan"-Wurm (W32.Blaster) seinen Angriff auf Microsoft. Bei der so
genannten DoS-Attacke (Denial of Service) wird der Server des
Software-Konzerns mit Anfragen überschwemmt. Dadurch könnte es
zu Überlastungen im Internet kommen. Möglicherweise bemerkt
der Surfer aber nicht viel davon: Dem FBI zufolge befindet sich der
Computervirus bereits wieder auf dem Rückzug.
Die Erschaffer von "LovSan" zielten mit ihrer Attacke direkt auf
Microsoft-Gründer und Multimilliardär Bill Gates. Eine dem
Virus mitgegebene Botschaft lautet: "Billy Gates warum lässt du das
zu? Hör auf Geld zu verdienen und repariere deine Software!" Das
Unternehmen stellt die erforderlichen Sicherheitspatches für
Windows 2000, XP, NT und Server 2003 auf seiner Website zum Download zur
Verfügung. Unklar ist, wie lange diese noch erreichbar ist.
(Quelle: afp)
W32.Blaster:
Wurm-Fix zum Download
http://www.heise.de/newsticker/data/ghi-15.08.03-000/
Experte
spekuliert über Zusammenhang von US-Stromausfall und LovSan
Sa.16.08.03 - Der
Stromausfall in den USA hat zu Spekulationen über einen
Zusammenhang mit dem Computerwurm LovSan (W32.Blaster) geführt. Ein
Sicherheitsexperte des deutschen Fachverlags Heise sagte am Freitag in
Hannover, der Virus könne Ursache des riesigen Stromausfalls
gewesen sein. Er verwies darauf, dass die in den USA für die
Abkopplung defekter Kraftwerke vom Stromnetz verantwortlichen
Computersysteme auf einer Microsoft-Technik basieren, die für
LovSan anfällig sei. Experten des staatlich geförderten
US-Instituts für Internet-Sicherheit CERT wiesen dies dagegen
zurück. Es gebe keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang mit einer
Aktivität eines wie auch immer gearteten Virus, erklärte die
bei der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh angesiedelte
Stelle.
(Quelle: afp)
Mehr zu den
Spekulationen über Blackout-Ursache unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/ju-15.08.03-001/
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?
read=detail&id=178649
«US-Blackout: Internet vom Stromausfall
unbeeindruckt»
«Der
größte Stromausfall in der US-Geschichte, der am Donnerstag
(Ortszeit) den Nordosten der Vereinigten Staaten und den Süden
Kanadas lahm legte, hat so gut wie keine Auswirkungen auf die Funktion
des Internets gehabt.
Die Internet-Infrastruktur in der wichtigen Region, die Server-Center,
in denen wichtige Websites gehostet werden, und viele große
Firmennetzwerke wurden von den dafür vorgesehenen
Notstromversorgungen problemlos am Laufen gehalten...»
("futurezone" vom 15.08.03)
Mehr
unter:
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?
read=detail&id=178571&tmp=23104
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Libyen
übernimmt Verantwortung für Lockerbie-Anschlag
Sa.16.08.03 - In
einem Brief an die Vereinten Nationen hat Libyen die Verantwortung
für den Lockerbie-Anschlag von 1988 übernommen. Es wird damit
gerechnet, dass der UNO-Sicherheitsrat nun bald über eine
endgültige Aufhebung der Sanktionen gegen das nordafrikanische Land
abstimmt.
Libyen habe dafür gesorgt, dass zwei Verdächtige vor Gericht
gestellt worden seien und akzeptiere die Verantwortung für die
Taten seiner Vertreter, hieß es in dem dreiseitigen Brief, der von
dem libyschen Botschafter Ahmed Own unterzeichnet war. Die Regierung in
Tripolis sei entschlossen, bei dem internationalen Kampf gegen den
Terrorismus zu kooperieren.
Der Brief war Teil eines zwischen den USA, Großbritannien und
Libyen ausgehandelten Plans, der dem nordafrikanischen Land 15 Jahre
nach dem Bombenanschlag auf ein Pan-Am-Flugzeug den Weg zurück in
die internationale Gemeinschaft ebnen soll. Bei dem Absturz des
Flugzeugs über dem schottischen Lockerbie waren 270 Menschen ums
Leben gekommen.
Der Vereinbarung zufolge muss Libyen die Verantwortung für den
Anschlag anerkennen, den Familien der Opfer Entschädigungen zahlen,
dem Terrorismus entsagen und mit künftigen Ermittlungen
kooperieren.
Die USA und Großbritannien legten dem UNO-Sicherheitsrat
ihrerseits einen Brief vor, in dem sich die beiden Regierungen mit einer
Aufhebung der UNO-Sanktionen gegen Libyen einverstanden erklärten,
sobald die vereinbarte Entschädigung geleistet sei. Die
praktischen Auswirkungen einer solchen Aufhebung dürften indes
gering sein, da die Sanktionen bereits 1999 ausgesetzt wurden, als
Libyen zwei Verdächtige auslieferte.
Ein Sprecher der US-Regierung sagte, die Sanktionen der USA, darunter
ein Importverbot für Öl, blieben bestehen.
(Quelle: rtr)
Hilfe für
Liberia läuft nach Hafenöffnung an
Sa.16.08.03 -
Einen Tag nach Öffnung des Hafens von Monrovia ist die
humanitäre Hilfe für Liberiaam Freitag angelaufen. Unter dem
Schutz der westafrikanischen Friedenstruppe ECOMIL brachten zwei Schiffe
des Welternährungsprogramms dringend benötigte
Nahrungsmittel und Medikamente in die liberianische Hauptstadt, die
wegen der Bürgerkriegswirren in den vergangegen zwei Monaten von
ausländischen Hilfslieferungen weitgehend abgeschnitten war. Der
UN-Sondergesandte für Liberia, Jacques Paul Klein, schlug eine
Aufhebung der internationalen Sanktionen vor. In Liberias
zweitgrößter Stadt Buchanan wurde weiter gekämpft.
Die Ankunft der "Seabulk" leite eine "umfangreiche Operation in
Liberia" ein, sagte der Vertreter des Welternährungsprogramms in
Monrovia, Justin Bagirishya. Für mehr als 500.000 Not leidende
Menschen würden bis Dezember jeden Monat etwa 9000 Tonnen
Nahrungsmittel benötigt. Auf dem Flughafen von Monrovia traf ein
Flugzeug der US-Entwicklungsbehörde USAID mit Decken und
Baumaterial für 15.000 Bedürftige ein.
UN-Vertreter Klein sagte, er wolle dem Sicherheitsrat die sofortige
Aufhebung der vor zwei Jahren verhängten Sanktionen empfehlen. Das
Embargo umfasst unter anderem ein Exportverbot für Diamanten und
Tropenholz, ein Flugreiseverbot für Mitglieder der liberianischen
Führung und ein Verbot des Waffenhandels. Klein äußerte
die Befürchtung, dass der abgetretene Präsident Taylor aus
seinem Exil in Nigeria weiterhin die Fäden in Liberia zu ziehen
versucht.
Am Vormittag waren die wochenlang umkämpften und von Rebellen
belagerten Brücken von Monrovia wieder geöffnet worden.
Tausende Einwohner kehrten über eine der wichtigsten Brücken
in ihre Häuser zurück. Die ECOMIL hatte am Vortag die
Kontrolle über den Hafen und die Brücken übernommen,
nachdem die Rebellen sich von dort zurückgezogen hatten. In der
ghanaischen Hauptstadt Accra setzte der neue Präsident Moses Blah
seine Gespräche mit Vertretern der Rebellenbewegungen LURD und
MODEL fort, die etwa 80 Prozent Liberias kontrollieren.
In Liberias zweitgößter Stadt Buchanan gingen die
Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellen weiter. Ein
Rebellen-Vertreter drohte mit einem Marsch auf Monrovia, sollten die
Regierungstruppen weiter angreifen.
(Quelle: afp)
Kampagne in
China soll Abteibung weiblicher Föten stoppen
Sa.16.08.03 - Aus
Sorge um das größer werdende Missverhältnis zwischen
Männern und Frauen will China mit einer Kampagne die weit
verbreitete Abtreibung weiblicher Föten stoppen. Die Aktion solle
sich vor allem auf ländliche Regionen konzentrieren, teilte die
staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag mit. Dort würden
Mädchen und Frauen besonders stark diskriminiert. Moderne Methoden
wie Ultraschall-Diagnosen erlauben heute vielen chinesischen Paaren,
sehr früh das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes zu kennen. Ist es
ein Mädchen, entscheiden sie sich in vielen Fällen zur
Abtreibung. Die chinesische Familienpolitik verschlimmert die Lage:
Viele Familien auf dem Land dürfen nicht mehr als zwei Kinder haben.
Auf 100 neugeborene Mädchen kommen statistisch derzeit 119
neugeborene Jungen. In zwei Jahrzehnten drohen Experten zufolge schwere
soziale Konsequenzen. Angesichts von Millionen unverheirateter
Männer droht ihren Angaben zufolge ein Anstieg von
Kriminalität und Prostitution in China.
(Quelle: afp)
Schwere
Ozonbelastung in den Frischluftgebieten der Schweiz
Sa.16.08.03 - Die
letzte Bastion für Frischluft ist in Gefahr: In der Schweiz ist
vorigen Mittwoch eine selten schwere Ozonbelastung gemessen worden. Der
Sommersmog reichte auf 4,5 Kilometer bis zu den höchsten
Alpengipfeln hinauf. Ozonkonzentrationen von fast 200 Mikrogramm pro
Kubikmeter wurden gemessen, die höchsten Werte, die MeteoSchweiz
seit Beginn der Messungen vor 35 Jahren in Payerne erlebte. Laut
MeteoSchweiz ist die extreme Ausweitung der Ozonluft am 13. August mit
der starken Luftinstabilität und der Hitze zu erklären. Das
aus den Abgasen entstandene Ozon konnte sich über die ganze
instabile Luftschicht verteilen und wurde durch Höhenwinde
verbreitet. Der Luftverschmutzung war jeder ausgesetzt, ob im Mittelland
oder in den Bergen. Die gemessenen Werte entsprechen fast 200
Mikrogramm Ozon auf der Höhe Mittelland, der Grenzwert von 120
Mikrogramm wurde massiv übertroffen.
(Quelle: ap)
Deutschland:
Clement will neue Lasten durch erneuerbare Energien vermeiden
Sa.16.08.03 -
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) steht den Plänen
von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) zum Ausbau
erneuerbarer Energien kritisch gegenüber und will höhere
Belastungen der Wirtschaft nicht zulassen.
"Sie können sich darauf verlassen, dass es nicht höhere
Belastungen für die Wirtschaft jetzt geben kann", sagte Clement am
Freitag in Eisenhüttenstadt. Mit Blick auf die schwache Lage in
vielen deutschen Unternehmen und der deutschen Wirtschaft insgesamt
ergänzte er: "Auch für Arbeitsplätze wäre das
vornehm ausgedrückt kontraproduktiv." Er glaube insgesamt, dass bei
den erneuerbaren Energien die Grenze dessen erreicht sei, was an Zubau
noch möglich sei.
Trittin hatte am Vortag erklärt, er strebe einen bis 2010 eine
Verdopplung des Anteils von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung
auf 12,5 Prozent an. Nach einem Gesetzentwurf seines Hauses zur
Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) soll dieser Anteil
bis 2020 auf etwa 20 Prozent steigen. Die Belastung der Stromverbraucher
- und damit auch der Wirtschaft - durch die Förderung der
regenerativen Energieträger wird dem Entwurf zufolge von 0,35 Cent
pro Kilowattstunde auf 0,45 Cent im Jahr 2010 steigen, danach aber
wieder bis 2016 auf 0,25 Cent zurückgehen.
"Das sind Vorstellungen, das sind Entwürfe, die werden jetzt
innerhalb der Bundesregierung diskutiert", erklärte Clement zu den
Gesetzesplänen aus dem Hause Trittin. Am Donnerstagabend hatten
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Clement in Berlin die
Chefs der vier größten deutschen Energieversorgern zu einem
Branchengespräch getroffen. Offiziell hieß es danach,
über umweltrelevante Themen sei dabei nicht gesprochen worden. Dies
werde auf einem weiteren Spitzengespräch unter Beteiligung
Trittins im Herbst geschehen. Aus dem Umkreis der
Gesprächsteilnehmer hatte Reuters aber erfahren, die Runde habe die
Pläne Trittins kritisch bewertet.
(Quelle: rtr)
Rürup-Kommission
erwartet im kommenden Jahr Nullrunde für Rentner
Sa.16.08.03 - Die
Rürup-Kommission rechnet im kommenden Jahr mit einer Nullrunde
für die Rentner. Das berichtet "Die Welt" unter Berufung auf den
Abschlussbericht der Expertengruppe. Eine Nullrunde würde demnach
dazu führen, dass der Beitragssatz dauerhaft um 0,1 bis 0,2
Prozentpunkte gesenkt werden könnte. Kommissions-Chef Bert
Rürup begrüßt in der Zeitung die Ankündigung von
Bundeskanzler Gerhard Schröder, die Rentenzuwächse in den
kommenden Jahren zu begrenzen. Nur finanzierbare Renten seien sichere
Renten.
(Quelle: dpa)
Sozialverband
empört über Einschnitte bei den Renten: Schon seit Jahren
würden Rentner zur Stabilisierung der Sozialsysteme zur Kasse
gebeten +++ Auch der DGB lehnt Einschnitte für die Rentner ab
Sa.16.08.03 - Der
Sozialverband VdK hat mit Empörung auf die Forderung von
Bundeskanzler Gerhard Schröder nach einer Aussetzung der
Rentenerhöhungen reagiert. Offenbar kenne der Kanzler die eigenen
Beschlüsse seiner Regierung nicht mehr, sagte
Verbandspräsident Walter Hirrlinger der Chemnitzer "Freien Presse"
(Samstagausgabe). Sonst hätte er wissen müssen, dass
Rot-Grün die Senioren schon seit Jahren zur Stabilisierung der
Sozialsysteme zur Kasse bitte.
Hirrlinger wies laut "Freier Presse" darauf hin, dass die
Anpassungsformel erst 2002 von Netto auf Brutto umgestellt und der
Riester-Faktor eingeführt worden sei. Beides habe beträchtlich
zur Kürzung der Altersbezüge beigetragen. Bereits zuvor sei
als Sparmaßnahme die Rentenerhöhung der Inflationsrate
angepasst worden. Außerdem werde den Senioren bei Betriebs- und
Privatrenten künftig der volle Beitragssatz zur
Krankenversicherung angerechnet und sie müssten mehr für
Medikamente zuzahlen.
"Die Rentner sind es leid, täglich neue Hiobsbotschaften über
Kürzungen und Streichungen zu hören", zitierte die Zeitung den
VdK-Präsidenten. Mit seinen jüngsten Äußerungen
habe Schröder die bei den 20 Millionen Rentnern ohnehin bestehende
Verunsicherung weiter geschürt. Hirrlinger warf Rot-Grün
zudem Konzeptionslosigkeit in der Rentenpolitik vor. Es sei keine Linie
zu erkennen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund will sich mit Nachdruck gegen die von
Bundeskanzler Gerhard Schröder angekündigten Einschnitte bei
der Rente wehren. In einem Interview der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Samstagausgabe) lehnte die stellvertretende DGB-Vorsitzende
Ursula Engelen-Kefer alle diskutierten Sparmaßnahmen bei den
Rentnern ab, "weil eine weitere drastische Absenkung des Rentenniveaus
unzumutbar ist und die Rentenpflichtversicherung in Frage stellt".
Das gelte für den Nachhaltigkeitsfaktor, die Anhebung des
Renteneintrittsalters, die künftige Finanzierung der
Pflegeversicherung über einen Sonderbeitrag der Rentner ebenso wie
für den Vorschlag, den Eigenanteil der Rentner an den
Krankenkassenbeiträgen anzuheben, sagte Engelen-Kefer nach Angaben
des Blattes. Nehme man die Rentensteuer hinzu, könnte das
Nettorentenniveau von jetzt knapp 70 Prozent sehr rasch auf unter 60
Prozent absinken. "Ob das dann noch eine verfassungskonforme
beitragsbezogene Rente ergibt, ist höchst zweifelhaft," zitierte
die "Neue Osnabrücker Zeitung" die stellvertretende DGB-Chefin.
(Quelle: ap)
Landesarbeitsamtsleiter
kritisiert arbeitsscheue Erwerbslose
Sa.16.08.03 - Der
scheidende Präsident des Landesarbeitsamtes
Baden-Württemberg, Otto-Werner Schade, hat die fehlende
Bereitschaft vieler Arbeitsloser kritisiert, sich schnell eine neue
Stelle zu suchen. "Leider gibt es allzu viele, die danach trachten,
möglichst lange arbeitslos zu sein, bevor sie wieder über eine
neue Beschäftigung nachdenken", sagte Schade der "Stuttgarter
Zeitung" (Samstagausgabe).
Nach Angaben des Blattes hält Schade die Kürzung der
Unterstützung für einen möglichen Anreiz zur
Arbeitsaufnahme: "Man darf dabei nicht übersehen, dass wir Familien
haben, die seit vielen Jahren ausschließlich mit Sozialtransfers
ihr Dasein fristen." Unter den Arbeitslosen sind nach seinen Worten
auch viele Suchtkranke oder Alkoholiker, die auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sind, weil sie zuerst eine Therapie
brauchen.
Schade, der zum Landesarbeitsamt Rheinland-Pfalz-Saar wechselt, wundert
sich laut "Stuttgarter Zeitung" nicht, dass die neu gebildeten
Personal-Service-Agenturen bisher kein Erfolg sind: "Zeitarbeit
funktioniert in der Regel nur bei einem wirtschaftlichen Aufschwung."
Dass manche Agenturen Arbeitslose ablehnen, will er nicht hinnehmen. In
solchen Fällen würden notfalls die Verträge
gekündigt, sagt Schade.
(Quelle: ap)
Angehörige
sollen angeblich Arbeitslose unterhalten
Sa.16.08.03 -
Viele Langzeitarbeitslose werden künftig möglicherweise
keinerlei Sozialleistungen mehr erhalten. Nach den rot-grünen
Reformplänen könnten Betroffene dazu gezwungen werden, sich an
ihren Angehörigen schadlos zu halten, berichtete die
"Saarbrücker Zeitung" (Samstagausgabe).
Nach dem Bericht des Blattes haben die Pläne der rot-grünen
Koalition für das neue Arbeitslosengeld II für die bisherigen
Empfänger von Arbeitslosenhilfe offenbar weit einschneidendere
Konsequenzen als bisher bekannt. Die Leistungen sollten nicht nur auf
Sozialhilfe-Niveau gekürzt werden. Vielmehr könnte ein nicht
unerheblicher Teil der Arbeitslosenhilfe-Bezieher künftig
völlig aus dem Leistungsbezug herausfallen.
Laut "Saarbrücker Zeitung" sollen volljährige
Langzeitarbeitslose nach dem Gesetzentwurf bestehende
Unterhaltsansprüche geltend machen - gegebenenfalls auch
gegenüber ihren Eltern oder erwachsenen Kindern, sofern die nicht
ebenfalls verarmt sind. Zahlten diese nicht, könnten die Ämter
sie dazu zwingen.
(Quelle: ap)
Aktionskünstler
HA Schult kritisiert Gewerbesteuerpläne
Sa.16.08.03 -
Scharfe Kritik an den Plänen der Bundesregierung, Gewerbesteuer
künftig auch von den Freien Berufen einzutreiben, hat der
Kölner Aktionskünstler HA Schult geübt. Der Münchner
"Abendzeitung" (Samstagausgabe) sagte Schult, damit werde die Freiheit
der Kunst in Frage gestellt. Es sei unmöglich, dass in Deutschland
alles über einen Kamm geschert werde.
"Bloß weil beim Kanzler ein paar Künstler in der S-Klasse
und mit dicker Zigarre vorfahren, denken die Politiker, wir wären
alle Großverdiener", zitierte die "Abendzeitung" Schult. Mit der
Ausweitung der Gewebesteuer nehme die Regierung den jungen
Künstlern ihren Lebenstraum, "wenn sie nicht mehr von einem
Nähmaschinenvertreter unterschieden werden". Weil gleichzeitig die
Subventionen für die Kunstszene immer weniger
würden,"«sind die Künstler mehr und mehr dazu gezwungen,
in andere Länder zu gehen, wo sie wesentlich mehr Ansehen
genießen als bei dieser Regierung", sagte Schult nach Angaben des
Blattes.
(Quelle: ap)
Schauspieldirektor
der Salzburger Festspiele: Deutsche Stadttheater stehen vor der
Existenzfrage
Sa.16.08.03 -
Für den früheren Präsidenten des Deutschen
Bühnenvereins, Jürgen Flimm, bedeuten die vielerorts drohenden
Streichungen in den Budgets der deutschen Stadttheater de facto die
Schließung dieser Institutionen. "Man kann nicht so tun, als
könne man immer noch ein bisschen streichen", sagte der derzeitige
Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele der Deutschen
Presse-Agentur (dpa).
Er sei der Spardebatte mittlerweile überdrüssig: "Wenn die
Politiker der Meinung sind, sie müssen die Theater schließen,
sollen sie das eben tun. Dann sollen sie sich aber auch hinstellen und
sagen: Wir schließen eine der tollsten Institutionen des
Weltkulturerbes, unser Stadttheater."
Die Politik könne von den Theatern nicht erwarten, die immer
stärkeren Budgetkürzungen zu verkraften: "Die Künstler,
die Intendanten und die Regisseure, die können das Problem der
Finanzen nicht lösen, sie haben es auch nicht herbeigeführt."
Es sei längst bekannt, dass es um Strukturprobleme gehe. Wenn diese
nicht politisch gelöst würden, "dann wird mir ganz schummrig".
Finanzierungsmodelle wie Sponsoring seien keine Lösung, sagte
Flimm, der über viele Jahre das Hamburger Thalia Theater geleitet
hatte. "Sie können ein Theater mit so vielen stehenden Kosten von
der Erhaltung bis zum Personal privat nicht finanzieren." Die Folgen
solcher Modelle zeigten sich in Amerika: "Da wird kein Shakespeare
gespielt. Literatur findet dann nur mehr in äußerst
verschwindendem Ausmaß statt. Und das deutsche Theater hat sich
über Jahrhunderte hinweg nur über die Literatur definiert -
als tolle Schule der Nation, als Anreger der Nation, als Unterhalter der
Nation".
Wenn die politisch Verantwortlichen dies nicht mehr für nötig
hielten, dann sollten sie sich dazu bekennen: "Dann sollen sie offen
sagen: ich will, dass meine Enkel keinen Hamlet und keinen Don Giovanni,
überhaupt die größten literarischen und
ästhetischen Errungenschaften nicht mehr sehen. Dann sollen sie
aber auch ihre Bilder aus ihren Museen verkaufen und da Vierfarb-Drucke
hinhängen."
Dass die Theaterleute in der Debatte sich sehr ruhig verhielten,
geschehe aus Angst: "Sie haben Angst, dass ihnen der Stuhl unterm
Hintern weggezogen wird, die haben Angst um ihren Job. Das ist
schrecklich. Aber was wollen Sie machen? Die Debatte ist mit bestimmten
Leuten nicht zu führen, denen sind Goethe, Tschechow, Kleist
völlig wurscht. Denen ist völlig egal, ob es in einer Stadt
noch irgendetwas anderes gibt als ein Parkhaus. Und das geht mir
ziemlich auf die Nerven".
(Quelle: dpa)
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