Aktuelle Nachrichten
Irak am hundertzweiundfünfzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Sabotageakte im Irak häufen sich +++ US-Soldaten erschießen
Reuters-Kameramann +++ Sechs Iraker bei Angriff auf Gefängnis nahe
Bagdad getötet +++ Dänischer Soldat bei Schießerei im
Irak getötet +++Mutmaßlicher El-Kaida-Führer ruft
Iraker zum Widerstand gegen die US-Truppen auf +++ Irakisches
Übergangskabinett soll in den kommenden Tagen stehen +++ Deutscher
Umweltminister Trittin will unter UN-Mandat Umweltexperten in Irak
schicken
Mo.18.08.03 - Die Sabotageakte im Irak häufen sich. Nach Attentaten auf eine
wichtige Öl-Pipeline und eine Hauptwasserleitung in Bagdad war das
größte Gefängnis des Iraks Ziel eines Anschlags.
Mindestens sechs irakische Häftlinge kamen nach Angaben des
arabischen Fernsehsenders Al Arabija ums Leben. Ein Kameramann der
Nachrichtenagentur Reuters, der vor dem Gefängnis filmen wollte,
wurde nach Angaben der Agentur von US-Soldaten erschossen. Das US-
Verteidigungsministerium sprach laut CNN von einem tragischen Irrtum.
Nach dem Sabotageanschlag auf die Wasserversorgung waren
Hunderttausende Einwohner der Hauptstadt Bagdad bei bei
Temperaturen von knapp 50 von der Wasserversorgung abgeschnitten, wie
das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mitteilte.
Im Stadtviertel Rassafa, wo die Angreifer eine Panzerfaust auf einen
oberirdischen Teil der Leitung abgefeuert hatten, kam es hingegen zu
Überschwemmungen. Die Reparaturarbeiten sollen bis Dienstag
andauern.
Gegner der Besatzungsmächte steckten die in die türkische
Hafenstadt Ceyhan führende Pipeline nahe der Pumpstation Baidschi
gut 200 Kilometer nördlich von Bagdad in Brand. Die Reparatur wird
laut irakischem Ölministerium mindestens eine Woche dauern. Eine
US-Armeesprecherin ging von einer Reparaturdauer zwischen zwei und vier
Wochen aus. Nach irakischen Angaben ist bis dahin der Export von
täglich 250.000 Barrel Öl blockiert. Irak gingen damit sieben
Millionen Dollar Einnahmen am Tag verloren, sagte US-Zivilverwalter Paul
Bremer.Die Erlöse sollten in den Wiederaufbau des Landes
fließen.
US-Soldaten haben in der irakischen Hauptstadt den
palästinensischen Kameramann Mazen Dana der Nachrichtenagentur
Reuters erschossen. Nach Angaben des amerikanischen
Verteidigungsministeriums hielten die Soldaten die Kamera des
41-Jährigen fälschlicherweise für einen
Granatwerfer. Mit dem Tod Danas stieg die Zahl der seit Beginn
des Kriegs im Irak getöteten Journalisten auf 17.
Der Kameramann sei vor den Toren des Abu-Gharib-Gefängnisses
erschossen worden, das von der US-Armee bewacht werde, teilte Reuters
in der irakischen Hauptstadt mit. Bei einem Angriff auf das
Gefängnigs waren am Samstagabend sechs Insassen getötet
wurden. 59 weitere wurden verletzt.
Erstmals kam ein dänischer Soldat bei einem Angriff ums Leben. Er
wurde nach Angaben der dänischen Armee bei einem Schusswechsel mit
bewaffneten Irakern getötet. Bei dem Schusswechsel in El Madinah
50 Kilometer nördlich von Basra seien auch zwei Iraker gestorben,
ein weiterer sei verletzt worden. Dänemark beteiligt sich mit 420
Soldaten an der US-geführten Besatzungsmacht.
Der arabische Fernsehsender El Arabija hat die Tonbandbotschaft eines
mutmaßlichen El-Kaida-Führers ausgestrahlt. Auf dem Band
ruft Abu Rahman el Nadschdi die Iraker zum Widerstand gegen die
US-Truppen auf. "Mudschahedin in Irak (...), die ganze Welt hat euch
beim Sturz des (irakischen) Regimes beigestanden. Heute steht sie euch
im Widerstand gegen Amerikaner, Briten und ihre Helfer bei", sagte der
Redner. Er warf den USA vor, vor dem Irak-Krieg die UNO missachtet und
das internationale Recht verletzt zu haben. Der von den USA gesuchte
Terroristenführer Osama bin Laden sei "bei guter Gesundheit".
Nadschdi wird von den US-Behörden gesucht.
Der irakische Regierungsrat will in den kommenden Tagen die
Zusammensetzung einer Übergangsregierung für Irak bekannt
geben. Die Beratungen darüber seien noch im Gange, sagte der
amtierende Ratspräsident Ibrahim el Dschafari am Sonntag bei einem
Besuch in Abu Dhabi. Die Minister würden nach Kompetenz
ausgesucht. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Einrichtung des von den USA
unterstützten Regierungsrates vergangene Woche
"begrüßt". Der Vorsitz des Gremiums rotiert Monat für
Monat.
Umweltminister Jürgen Trittin will deutsche Ökologen in den
Irak schicken. Mit UN-Mandat sei Berlin bereit, die Umweltexperten zu
entsenden, sagte Trittin der "Bild am Sonntag". Sie sollten die Folgen
der Diktatur Saddams und der Golfkriege auf die dortige Umwelt
untersuchen. Briten und Amerikaner hätten bereits ihre Zustimmung
signalisiert. Trittin sagte, die Koalitionsmächte müssten
sich auch kritische Fragen gefallen lassen - etwa, wie sich der Einsatz
abgereicherter Uranmunition ausgewirkt habe.
(Quellen: rtr, dpa, afp)
«Inszenierter Raketenschmuggel, Special Forces, die sich auf der
Landkarte vertun und andere Vorboten des Patriot Act II»
«Die andere Seite des "war on terror" - Der neue kalte Krieg lebt
von inszenierten Ereignissen und lädt ein zum Missbrauch»
Mehr bei "telepolis" (18.08.03):
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/15459/1.html
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Normalisierung der Stromversorgung nach «Blackout» in
Nordamerika +++ Bush will angeblich Pläne zu Erneuerung des
Stromnetzes stoppen +++ Kanadische Behörden rufen Bürger zum
Stromsparen auf
Mo.18.08.03 - Fast drei Tage nach Beginn des Stromausfalls in Nordamerika haben die
meisten Betroffenen wieder Energie. Im Osten der USA und in Kanada ist
die Versorgung nur noch in einigen Orten gestört. Probleme
bereiten den Behörden Müllhalden mit verdorbenen
Lebensmitteln und die Sicherstellung von sauberem Trinkwasser. Der
Ausgangspunkt des gigantischen "Blackouts" lag vermutlich in Ohio. Nach
Angaben von US-Energieminister Spencer Abraham ist aber noch nicht
endgültig geklärt, wie es zu dem Desaster kam.
Aus Angst vor einem neuerlichen Zusammenbruch der Energieversorgung am
(heutigen) Montag hat die Regierung der kanadischen Provinz Ontario die
Bevölkerung zum Stromsparen aufgerufen. "Es wird noch nicht genug
Strom erzeugt, als dass wir einen normalen Werktag überstehen
könnten", sagte der Ministerpräsident von Ontario, Ernie
Eves,am Sonntag in einer Fernsehansprache. Der Provinz stünden am
Montag nur 20.500 Megawatt zur Verfügung, an Werktagen würden
im Sommer aber durchschnittlich 23.000 Megawatt verbraucht.
Besonders der Energieverbrauch in der Millionenstadt Toronto, wo am
Montag die U-Bahnen und Straßenbahnen ihren Betrieb wieder
aufnehmen sollen, machte den Behörden Sorgen. Eves erklärte,
große Industriebetriebe hätten zugesagt, ihren
Stromverbrauch in der kommenden Woche um die Hälfte zu senken, und
bat alle Bürger,dasselbe zu tun.
In den USA hofften die Aufsichtsbehörden, den erhöhten
Energieverbrauch zu Beginn der neuen Woche durch das Hochfahren einiger
Kernkraftwerke abdecken zu können, die am Donnerstag ausgefallen
waren. Das Kernkraftwerk Indian Point 2 sollte am Sonntagabend wieder
seine volle Leistung erreichen. Zwei weitere Atomkraftwerke sollten im
Laufe des Tages wieder ans Netz gehen, bei den übrigen sechs
verzögerten Sicherheitstests den Neustart. Das letzte der neun
abgeschalteten Kernkraftwerke werde vermutlich Mitte nächster
Woche wieder den Betrieb aufnehmen, teilten die Aufsichtsbehörden
mit.
US-Präsident George W. Bush will nach einem Zeitungsbericht
umstrittene Pläne zur Erneuerung des maroden US-Stromnetzes
stoppen, die unter anderem eine Stärkung der Regionen bei der
Kontrolle über die Energieversorgung vorsehen. Bush wolle die
Pläne der Bundeskommission zur Reglementierung der
Energiewirtschaft auf Eis legen, berichtete die "Washington Post" am
Sonntag. Demnach soll die Macht im Bereich der Energieaufaufsicht von
der Ebene der Bundesstaaten auf regionale Einheiten verlagert werden,
die den Stromfluss kontrollieren sollen. Damit würde der Einfluss
der Bundesstaaten und der Energieunternehmen eingedämmt.
(Quelle: dpa, ap, afp)
«SQL-Slammer beeinträchtigte bereits im Januar
US-Kraftwerksteuerung»
«Bereits im Januar hat es eine mehrere Stunden andauernde
Störung des primären Steuersystems von US-Stromkraftwerken
durch eine Wurm-Attacke gegeben. Das belegt ein Dokument des North
American Electric Reliability Council (NERC)»
Mehr bei heise-online(17.08.03) unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/ju-17.08.03-000/
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22 Tote bei Angriffen in Afghanistan
Mo.18.08.03 - Bei einem Angriff auf ein Verwaltungsgebäude in der
ostafghanischen Provinz Paktika sind bis zu 22 Menschen getötet
worden. Unter den Toten seien 7 Soldaten und bis zu 15 der Angreifer,
sagte Provinzgouverneur Dschalali. In der Nacht zu Sonntag gerieten
auch der Flughafen der ostafghanischen Provinzhauptstadt Chost und die
dort stationierten US-geführten Koalitionstruppen unter schweren
Raketenbeschuss. Zeitgleich wurde ein Stützpunkt der neuen
afghanischen Armee mit Raketen angegriffen.
Über Opfer der Angriffe in Chost sei nichts bekannt, berichteten
die Medien. Der Angriff auf das Verwaltungsgebäude geschah bereits
am Samstag, wurde aber erst am Sonntag bekannt. Die afghanische
Regierung und die US-geführten Koalitionstruppen machen für
die zunehmenden Angriffe in der Regel Kämpfer der
radikalislamischen Taliban und des Terrornetzwerks al-Qaida
verantwortlich.
Der UN-Sondergesandte in Afghanistan, Lakhdar Brahimi, drängte die
Staatengemeinschaft unterdessen, die Isaf- Schutztruppe in Afghanistan
auch außerhalb der Hauptstadt Kabul und deren Umgebung
einzusetzen. Afghanistan sei nur ein Bruchteil der militärischen
Unterstützung zugekommen, mit der andere Krisenländer bedacht
worden seien.
(Quelle: dpa)
Mindestens 20 Tote bei Gefechten in nigerianischem
Ölfördergebiet
Mo.18.08.03 - Bei Kämpfen verfeindeter Stammesmilizen in der nigerianischen
Hafenstadt Warri sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Die
Gefechte zwischen den Volksgruppen Ijaw und Itsekiri brachen am Freitag
aus und erreichten am Sonntagnachmittag ihren vorläufigen
Höhepunkt, wie die Polizei berichtete. Die beiden Gruppen
beschuldigten sich gegenseitig, mit den Feindseligkeiten begonnen zu
haben. Ein Ijaw-Kommandeur warf außerdem den nigerianischen
Sicherheitskräften vor, an der Seite der Itsekiri zu kämpfen.
Soldaten und Polizisten hätten in umliegenden Ijaw-Siedlungen
Männer, Frauen und Kinder getötetet, sagte der Kommandeur,
Bello Oruwe. Am Wochenende seien insgesamt 39 Ijaw getötet worden,
16 davon seien von der Polizei «hingerichtet» worden. Der
Kommandeur der zur Beendigung der Kämpfe entsandten
Regierungstruppen wies die Vorwürfe zurück. Die Situation in
Warri sei jetzt «unter Kontrolle», sagte er der
Nachrichtenagentur AP. Im März waren bei Kämpfen zwischen
Ijaw und Itsekiri mehr als 100 Menschen in der Region getötet
worden.
Warri ist ein wichtiger Hafen für multinationale Konzerne, die im
Umland Öl fördern. Der Ölreichtum hat aber auch die
ethnischen und politischen Konflikte in der Region verschärft.
Wegen der Unruhen im März musste die Ölförderung um 40
Prozent eingeschränkt werden, mehrere Förderanlagen sind noch
immer geschlossen.
(Quelle: ap)
Uganda nimmt Idi Amins Tod als Schlusspunkt einer traumatischen Ära
Mo.18.08.03 - Als Schlusspunkt einer Schreckensherrschaft mit bis heute
spürbaren Folgen hat Uganda den Tod des früheren Diktators
Idi Amin aufgenommen. "Sein Tod und sein Begräbnis sind ein
Zeichen für das Ende unserer schlimmen Vergangenheit",
erklärte ein Sprecher von Präsident Yoweri Museveni. Amin
starb am Samstag im Alter von vermutlich 80 Jahren in einem Krankenhaus
in Saudi-Arabien, nachdem er Uganda vor fast 25 Jahren verlassen hatte.
Wie aus Kreisen seiner Familie verlautete, wurde er noch am selben Tag
im Beisein weniger Trauergäste auf einem Friedhof in Dschiddah
bestattet.
Amins Tod dominierte zwar die Medienberichterstattung in Uganda, die
Zeitungen brachten jedoch nur relativ gedämpfte Formulierungen wie
"Idi Amin ist tot". Auch der Sprecher der indischen Gesellschaft in
Uganda zeigte sich versöhnlich. "Jetzt ist es Geschichte, weil er
tot ist, und es gibt keinen Grund, Groll gegen einen toten Mann zu
hegen", erklärte Dalal Murtasa. Amin hatte 1972 zehntausende Inder
aus Uganda ausweisen lassen.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bedauerte, Amin sei
gestorben, bevor er eine gerechte Strafe erhalten habe. Der Diktator
habe einen friedlichen Tod gehabt, den er selbst so vielen Ugandern
vorenthalten habe, sagte ein Sprecher. Nach Schätzungen von
Menschenrechtsorganisationen kamen während Amins achtjähriger
Gewaltherrschaft zwischen 100.000 und 500.000 Menschen gewaltsam ums
Leben. Offizielle Angaben gibt es nicht.
Der Exdiktator, der bereits seit Jahren in Saudi-Arabien lebte, war am
18. Juli mit Bluthochdruck ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Später kam nach Angaben von Ärzten Nierenversagen hinzu. Er
lag bereits vier Wochen im Koma.
Der 1,93 Meter große und mehr als zwei Zentner schwere Amin war
neun Jahre lang ugandischer Meister im Schwergewichtsboxen und
erreichte 1961 als erster schwarzer Soldat Ugandas einen Offiziersrang
im britischen Heer. Nach der Unabhängigkeit des Landes putschte er
sich 1971 an die Macht und stürzte Präsident Milton Obote,
der damals außer Landes weilte. Fünf Jahre später
ließ er sich zum Präsidenten auf Lebenszeit ernennen.
Wie viele Exekutionen Amin angeordnet habe, wisse er vermutlich selbst
nicht, sagte sein früherer Gesundheitsminister Henry Kyemba
einmal. Weil nicht schnell genug die nötigen Gräber
geschaufelt werden konnten, wurden zahlreiche Leichen in den Nil und in
den Viktoriasee geworfen.
In seiner Politik war Amin unberechenbar: Nach einem Besuch in Libyen
wandelte er sich von einem ausgesprochenen Freund Israels zu einem
erbitterten Feind des jüdischen Staates. 1976 entführten
Palästinenser eine Air-France-Maschine in Uganda und hielten die
israelischen Passagiere als Geiseln. Es gab zahlreiche Beweise, dass
Amin mit den Entführern unter einer Decke steckte.
Misswirtschaft und Korruption brachten Uganda langsam aber sicher an
den Abgrund. Amin, der sich selbst Dada, "großer Vater", nannte,
überlebte mindestens zehn Anschläge, bevor er am 11. April
1979 von tansanischen Truppen gemeinsam mit Exilugandern gestürzt
wurde. Unter letzteren befand sich auch der heutige Präsident
Museveni. Amin floh zuerst nach Libyen, dann nach Irak. Saudi-Arabien
gewährte im schließlich Exil, unter der Bedingung, dass er
sich nicht politisch betätigte.
(Quelle: ap)
«Der verdrängte Schlächter»
«Kurz vor seinem Tod erlebte Idi Amin eine Wiederauferstehung.
Als in Uganda die Nachricht umging, der Diktator liege in seinem
saudi-arabischen Exil im Koma, kamen Erinnerungen hoch und füllten
Kolumnen in der ugandischen Presse: Erinnerungen an eine vergangene
Zeit, als Uganda in der Welt den Platz einnahm, den heute Länder
wie Kongo oder Liberia besetzen, und als Idi Amin als Schlächter
Afrikas berüchtigt war.
Es waren nicht so sehr die grausamen Geschichten aus der
Amin-Herrschaft von 1971 bis 79: von den 300.000 bis 500.000 Toten; von
der Folter und Hinrichtung selbst engster Vertrauter; von der Ehefrau,
die erst zerstückelt wurde und der man dann vor der
Zurschaustellung der Leiche die Arme falsch herum annähte; von den
bizarren Riten, die Idi Amin zuweilen in Einsamkeit an den Leichen
seiner Opfer vollzog und die ihm den Ruf des Kannibalen einbrachten. Es
war die plötzliche Realisierung, dass Uganda sich mit dieser
düsteren Zeit nie auseinander gesetzt hat .
Denn heute ist Uganda zwar eines der dynamischsten Länder Afrikas,
mit hohen Wachstumsraten, kultureller Modernität und konstant
guten Noten der Investoren und Geldgeber. Doch zugleich tobt in Uganda
einer der brutalsten Bürgerkriege des Kontinents, in dem
religiös- fundamentalistische Rebellen im Norden des Landes
regelmäßig Tausende Kinder entführen und mit diesen
zwangsrekrutierten Kämpfern ein Drittel des Staatsgebiets zur
Kriegszone machen. Es ist eine kuriose Gleichzeitigkeit von Fortschritt
und Archaismus, um die sich Ugander gern drücken. Die Figur Idi
Amins spielt dabei eine zentrale Rolle. Er ist, schrieb Ugandas
bekanntester Kommentator Charles Onyango-Obbo, im kollektiven
Gedächtnis "der Fleisch gewordene Teufel, den wir brauchen, um
sämtliche Schuld auf sich zu nehmen."...» ("tageszeitung"
vom 18.08.03)
Mehr unter:
http://www.taz.de/pt/2003/08/18/a0125.nf/text
Der frühere ugandische Diktator Idi Amin richtete «Perle
Afrikas» zu Grunde
Seiner achtjährigen Gewaltherrschaft in Uganda fielen mehrere
hunderttausend Menschen zum Opfer. Idi Amin Dada trieb das
blühende Land in den wirtschaftlichen Ruin. Uganda, von den
früheren britischen Kolonialherren «Perle Afrikas»
genannt, wurde zum Inbegriff von Tod, Gewalt und Zerstörung.
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0308170.htm#030817_d
«Afrikanische Diktatoren»
Viele autoritär regierende Herrscher in Afrika haben ein
gewaltsames Ende gefunden oder sind ins Exil vertrieben worden. Vorerst
letzter Fall: Vor knapp einer Woche ging der liberianische
Präsident Charles Taylor unter massivem internationalen Druck ins
Exil in Nigeria. Er war 1989 durch einen Staatsstreich an die Macht
gekommen. Sein Regime war durch einen blutigen Bürgerkrieg
gekennzeichnet.
Weitere ausgewählte Fälle im Einzelnen:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0308170.htm#030817_e
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Zwei palästinensische Hochschulen in Hebron wieder eröffnet
Mo.18.08.03 - Acht Monate nach ihrer Schließung durch die israelische Armee
sind zwei palästinensische Hochschulen in Hebron im Westjordanland
wieder eröffnet worden. Die Polytechnische und die Islamische
Universität nahmen am Samstag wieder den Lehrbetrieb auf, wie ein
Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die israelische Armee
hatte die beiden Lehranstalten Mitte Januar nach einer Serie von gegen
Israel gerichteten Anschlägen mit der Begründung geschlossen,
sie seien Stätten der Agitation für "terroristische
Organisationen". An der Islamischen Universität sind 4200, an der
Polytechnischen Universität rund 2500 Studenten eingeschrieben. Am
Freitag hatte Israel die Wiedereröffnung der Hochschulen
angekündigt.
(Quelle: afp)
Keine Einigung auf Rückgabe von Palästinenser-Städten
Mo.18.08.03 - Israelische und palästinensische Sicherheitsvertreter haben sich
am Sonntagabend nicht auf eine Rückgabe mehrerer Städte im
Westjordanland in palästinensische Kontrolle einigen können.
"Bei dem Treffen ist keine Einigung über den Zeitplan des
israelischen Rückzugs aus palästinensischen Städten
erfolgt", sagte ein Sprecher des palästinensischen
Sicherheitschefs Mohammed Dahlan. In israelischen Militärkreisen
wurde dies bestätigt. Die Gespräche würden jedoch in den
kommenden Tagen fortgesetzt, hieß es.
Israel hatte zuvor erklärt, es sei darauf vorbereitet, in den
kommenden Tagen die Kontrolle von Jericho und Kalkilja den
Palästinensern zu übergeben. Am Ende des Monats sollten
Tulkarm und Ramallah folgen.
Der Sprecher Dahlans fügte hinzu, ein Hindernis bei der Einigung
sei die Weigerung Israels gewesen, Kontrollpunkte rund um die
Palästinenser-Städte zu entfernen. Israel argumentiert, mit
Hilfe der Kontrollpunkte könnten palästinensische
Selbstmordattentäter daran gehindert werden, nach Israel zu
gelangen.
(Quelle: rtr)
Lage im Kosovo zunehmend instabil
Mo.18.08.03 - Die Lage im Kosovo wird zunehmend instabil: Die
Zusammenstöße zwischen Albanern und Serben eskalieren. Bei
einem Zwischenfall nahe der Provinzhauptstadt Pristina wurden mehrere
Menschen verletzt. Der lokale Rundfunk berichtete, ein serbischer Mob
habe Albaner attackiert. Der Zwischenfall folgte auf eine Serie von
Gewalttaten, die sich gegen die serbische Minderheit in der von den
Vereinten Nationen verwalteten Provinz richteten. Dabei waren auch
serbische Jugendliche erschossen worden.
Am Sonntag ereignete sich im Norden der unter UN-Verwaltung stehenden
Provinz die vierte Explosion in vier Tagen. Nach Angaben eines
UN-Sprechers kam dabei im albanischen Teil Kosovska Mitrovicas niemand
zu Schaden.
Die Sicherheitsvorkehrungen in der entlang eines Flusses geteilten
Stadt waren nach dem ersten Anschlag am Donnerstag verschärft
worden, nachdem am Mittwoch zwei serbische Jugendliche im Westen
Kosovos erschossen worden waren. Die zu Serbien gehörende Provinz
steht seit dem Luftkrieg der NATO 1999 gegen Unterdrückung und
Verfolgung der albanischen Mehrheit unter UN-Verwaltung. Eine von der
NATO geführte Friedenstruppe soll für Sicherheit sorgen.
In der Nacht zum Samstag wurde ein serbischer Polizeiposten an der
Grenze zur Provinz Kosovo beschossen. Nach Angaben der serbischen
Behörden gab es keine Verletzten. Die Schüsse seien aus
Richtung der albanischen Hochburg Konculj abgefeuert worden, hieß
es. Zu dem Angriff bekannte sich am Sonntag die Untergrundgruppe
Albanische Nationalarmee auf ihrer Internet-Seite.
Ein Aufstand albanischer Separatisten in der an das Kosovo angrenzenden
südserbischen Region war 2001 mit einem Friedensabkommen beendet
worden. Erst vor rund einer Woche wurde aber ein serbischer
Militärstützpunkt mit Granaten angegriffen. Auch für den
Anschlag hatte die Albanische Nationalarmee die Verantwortung
übernommen.
(Quellen: dpa, ap )
Provisorium für Hitzetote bei Paris
Mo.18.08.03 - Wegen der tödlichen Hitzewelle hat Frankreich eine provisorische
Leichenhalle für bis zu zweitausend Tote eingerichtet. In der
Nacht zu Samstag wurden die ersten 35 Hitzeopfer in die umfunktionierte
Lagerhalle in Rungis im Süden von Paris gebracht, wie ein Reporter
der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Bis Dienstag dürften es
vermutlich bis zu 700 Leichen werden, schätzte der Vorsitzende der
Bestattungsunternehmer in der Hauptstadtregion Ile-de-France, Bernard
Mazeyrie. Die Angehörigen seien informiert worden, dass die Toten
nach Rungis gebracht würden, sagte der Chef der
Bestattungsunternehmer im Département Seine-Saint-Denis, Martial
Mazar. Sie könnten sich aber erst dort versammeln, wenn die Toten
eingesargt seien. In einem angrenzenden Raum werde dazu eine Art
Leichenschauhaus eingerichtet.
(Quelle: taz/afp)
Bundeswehr will offenbar 5000 Soldaten für NATO-Krisentruppe
stellen
Mo.18.08.03 - Die Bundesregierung will für die geplante schnelle Eingreiftruppe
der NATO einem Zeitungsbericht zufolge weit über 5.000 Soldaten
zur Verfügung stellen. Die "Berliner Zeitung" (Montagausgabe)
berichtete unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, der
deutsche Beitrag solle unter anderem aus hochspezialisierten
ABC-Abwehrkräften, aus Minenräumschiffen und aus sechs
Tornado-Flugzeugen bestehen.
"Die deutsche Beteiligung entspricht unserem tatsächlichen Gewicht
und der beabsichtigten künftigen Rolle in der NATO", zitiert die
Zeitung aus einem Papier des Ministeriums. Die NATO will bis 2006 eine
Eingreiftruppe mit 21.000 Soldaten aufbauen, die binnen weniger Tage in
jedes Krisengebiet der Welt entsandt werden können. Die ersten
Einheiten sollen bereits in diesem Herbst einsatzfähig sein.
Für die Aufbauphase stelle die Bundeswehr der Nato bereits mehr
als 1.200 Soldaten von Marine und Luftwaffe zur Verfügung,
berichtete die Zeitung. Im Jahr 2005 solle sich dann auch das Heer mit
bis zu 5.000 Soldaten beteiligen, die vor allem aus den multinationalen
Verbänden wie dem Eurokorps stammen sollen. Deutschland wolle dann
auch die Führung über die ABC-Abwehrkräfte der neuen
Truppe übernehmen und dazu ein Abwehrbataillon mit
Fuchs-Spürpanzern und bis zu 800 Soldaten zur Verfügung
stellen. Insgesamt befänden sich derzeit mehr als 8.000
Bundeswehr-Soldaten im Auslandseinsatz, berichtete die Zeitung unter
Berufung auf das Ministerium.
(Quelle: ap)
Widerstand in Koalition gegen Einsatz in Kundus
Mo.18.08.03 - In der rot-grünen Koalition formiert sich Widerstand gegen die von
der Regierung geplante Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes in
Afghanistan.
Mehrere Abgeordnete von SPD und Grünen sprachen sich am Wochenende
gegen einen solchen Einsatz aus. Auch die FDP äußerte
Vorbehalte. Nach Medien-Berichten gibt es auch Warnungen des
Bundesnachrichtendienstes und aus der Bundeswehr-Spitze vor der
Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes. Der CSU-Chef und bayerische
Ministerpräsident Edmund Stoiber sprach sich unterdessen
dafür aus, deutsche Soldaten in den Irak zu entsenden, wenn es
dort einen Nato-Einsatz mit einem Mandat der Vereinten Nationen geben
sollte. Die Bundesregierung wies einen Bericht zurück, wonach ein
Treffen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und
US-Präsident George W. Bush am Rande der Uno-Herbstversammlung im
September bereits fest vereinbart sei.
In dieser Woche soll ein Erkundungsteam in die nordafghanische Stadt
Kundus entsandt werden, um zu prüfen, ob deutsche Soldaten dort im
Rahmen eines Wiederaufbau-Teams eingesetzt werden könnte. Der
SPD-Abgeordnete Klaus Barthel sagte der "Bild am Sonntag": "Aus
heutiger Sicht sind für mich die Voraussetzungen für eine
Entsendung weiterer Soldaten nicht gegeben." Der
Grünen-Abgeordnete Christian Ströbele sagte dem selben Blatt:
"Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich verschlechtert, alle
Einheiten der Bundeswehr werden zunehmend als Kriegspartei
wahrgenommen. In dieser Situation kann ich eine Ausweitung nicht
unterstützen." Auch der Grünen-Abgeordente Winfried Hermann
sagte: "Ich werde einer perspektivlosen Ausweitung des Einsatzes im
Bundestag nicht zustimmen. Besser wäre ein geordneter Abzug."
Auch Bundesnachrichtendienst (BND) sowie die höchste
militärisch Führung der Bundeswehr hätten von einem
Einsatz deutscher Soldaten im Norden Afghanistans abgeraten, berichtete
die "Bild am Sonntag" ohne Angaben von Quellen.
Die Bundesregierung will spätestens Anfang September über
eine Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes entscheiden. Im Bundestag, der
dem Vorhaben zustimmen müsste, will sie sich auch auf die Stimmen
der Opposition stützen. Eine eigene Mehrheit bei diesem Beschluss
hält man in der Regierung dennoch für nötig. Bei
Abstimmungen mit Kanzlermehrheit hat Rot-Grün im Bundestag eine
Mehrheit von vier Stimmen.
Stoiber sagte der "Welt am Sonntag": "Wenn die Nato mit einem
UNO-Mandat an Befriedung und Aufbau des Irak mitwirkt, wird sich
Deutschland mit der Bundeswehr nicht entziehen können." Angesichts
der angespannten Lage im Irak und der hohen Kosten der US-Besatzung
sind in den USA Forderungen nach einer Beteiligung der Europäer
lauter geworden. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
sagte der "Bild am Sonntag", auch wenn es ein UNO-Mandat für einen
Irak-Einsatz gebe, könne die Bundeswehr dies nicht leisten.
Deutschland sei allerdings bereit, Umweltexperten in den Irak zu
schicken, falls es dafür ein UNO-Mandat gebe.
Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) hatte zunächst eine
Beteiligung der Bundeswehr an einem von der UNO getragenen Nato-Einsatz
nicht ausgeschlossen, diese Aussage aber später relativiert.
(Quelle: rtr)
Rürup-Kommission will Rente laut Zeitung auf 40 Prozent kürzen
Mo.18.08.03 - Nach dem Willen der Rürup-Kommission soll die gesetzliche Rente
langfristig drastisch sinken und nur noch 40,1 Prozent des Bruttolohnes
betragen. Die Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe) berichtet unter
Berufung auf den Abschlussbericht der Kommission, dies bedeute ein
Minus von 16,6 Prozent. Die Bundesregierung sei dazu bereit, berichtet
die Zeitung. Der Vorsitzende der Kommission, Bert Rürup, forderte
erneut eine langfristige Reform.
Laut "Welt" spricht der Kommissionsbericht von einem "Rückgang des
Bruttorentenniveaus auf 40,1 Prozent im Jahr 2030". Derzeit liegt das
Rentenniveau bei 48 Prozent des Brutto-Durchschnittslohnes. Unter
Berufung auf Regierungskreise berichtet die Zeitung, die
Bundesregierung wolle im Herbst entsprechende Maßnahmen
beschließen. Unter anderem solle das Renteneintrittsalter ab 2011
von derzeit 65 auf 67 Jahre heraufgesetzt und die jährliche
Rentenerhöhung nach Einführung eines "Nachhaltigkeitsfaktors"
um 0,5 Prozent geringer ausfallen als bisher.
Rürup sagte der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe), die
Vorschläge seiner Kommission könnte die aktuelle Not der
Rentenkasse nicht lindern. Deshalb seien sowohl kurzfristige wie auch
langfristige Maßnahmen nötig. Für das kommende Jahr
könnte möglicherweise die Schwankungsreserve noch einmal
abgesenkt werden, schlug Rürup vor.
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gudrun Schaich-Walch
forderte im gleichen Blatt, die Fraktion solle bereits am 26. August
über die Zukunft der Rentenversicherung diskutieren. "Sofort nach
der Sommerpause erwarten wir Vorschläge des Ministeriums, wie wir
die Beiträge im nächsten Jahr stabil halten", wird die
SPD-Politikerin zitiert. Die Rürup-Kommission legt ihren
Abschlussbericht am 28. August vor.
Auch der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Arbeit,
Rainer Wend (SPD) plädierte für drastische Einschnitte bei
der Rente. "Das wenige Geld, das da ist, darf man nicht in erster Linie
in Rentenerhöhungen stecken", sagte Wend der «Berliner
Zeitung» (Montagausgabe). Der SPD-Politiker sprach sich auch
für eine Reform des Renteneintrittsalters aus.
(Quelle: ap)
Clement fordert Flexiblisierung des Rentenalters
Mo.18.08.03 - Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat sich dafür
ausgesprochen, die Grenze für das Renteneintrittsalter zu
flexibilisieren.
Es sei sinnvoll, die Tarifregelungen zum Renteneintritt flexibel zu
gestalten, heisst es im "Wirtschaftsbericht 2003", den Clements
Ministerium am Wochenende veröffentlichte. Eine Anhebung des
Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre zwischen 2011 und 2030
fordert die Rürup-Kommission nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in
ihrem Abschlussbericht. Der SPD-Politiker Rainer Wend plädierte
dafür statt dem Renteneintrittsalter die Lebensarbeitszeit
festzulegen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
sagte, es sei denkbar, dass die Renten wegen der schlechten
wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwei Jahren nicht erhöht
würden. Die CDU lehnte eine Nullrunde ab.
In dem Bericht des Wirtschaftsministeriums heisst es, es liege nahe,
"den Versicherten ein flexibles Wahlrecht anzubieten zwischen
früher, aber niedrigerer und späterer, aber höherer
Rente." Derzeit legten die Tarifverträge meist ein Ausscheiden aus
dem Arbeitsleben spätestens ab dem 65. Lebensjahr fest. "Der erste
Schritt für mehr Flexibilität bie der 'Altersarbeit'
wäre deshalb, diese Tarifregelungen optional auszugestalten."
Der SPD-Wirtschaftspolitiker Wend sagte der "Berliner Zeitung"
(Montagausgabe) laut Vorabbericht: Ein späteres
Renten-Eintrittsalter sei alternativlos. Gerechter als das bisherige
System wäre es aber, die Lebensarbeitszeit festzuschreiben, etwa
auf 42 Jahre. "Wer mit 20 anfängt zu arbeiten, dürfte dann
mit 62 in Rente, wer aber erst mit 28 seinen Beruf ergreift,
müsste bis 70 arbeiten."
Mit dem von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen-Bündel
aus höherem Renteneintrittsalter und geringerem Rentenanstieg
könne ein Anstieg der Rentenversicherungs-Beiträge von
derzeit 19,5 Prozent auf über 22 Prozent bis 2030 verhindert
werden, hieß es in der Kommission. Gebe es keine Reformen, werde
der Beitragssatz auf 24 Prozent steigen. Der Abschlag bei
Frühverrentung von 0,3 Prozent solle beibehalten werden. Ihn soll
es auch dann geben, wenn der Frührentner viele Beitragsjahre
vorweisen kann oder gesundheitliche Beschwerden wegen körperlicher
Arbeit hat.
Kommissions-Mitglied Karl Lauterbach sagte Reuters, durch die
Vorschläge der Kommission werde ein Systemwechsel in der
Rentenversicherung verhindert. "Es wird kein radikaler Wechsel
notwendig - weder hin zu einer stärkeren Privatisierung, noch hin
zu einer Grundrente." Zudem würden die Renten künftig weiter
deutlich über dem Sozialhilfe-Niveau liegen. Die Kommission stellt
ihren Abschlussbericht am 28. August vor.
Eine Nullrunde bei der Rentenerhöhung wird die Kommission nach
Angaben von Teilnehmern nicht empfehlen. Sie legt ihrem Bericht aber
Berechnungen bei, wonach eine Nullrunde Beitragssatz-Senkungen bis zu
0,2 Prozentpunkten zur Folge haben.
Umweltminister Trittin präzisierte die Ankündigung von
Kanzler Gerhard Schröder (SPD), wonach Rentner mit Einschnitten zu
rechnen haben. "Wir können bei der Rente nicht mehr auszahlen, als
in einem Jahr eingenommen wird", sagte Trittin der "Bild am Sonntag".
"Wenn die wirtschaftliche Situation so schlecht ist wie jetzt, kann es
sein, dass es ein oder zwei Jahre lang für die Rentner keine
Erhöhung der Altersbezüge gibt, weil auch die Löhne und
Gehälter derjenigen, die die Rente erarbeiten, praktisch nicht
steigen."
SPD-Generalsekretär Olaf Scholz sagte dem "Tagesspiegel", von
größerer Bedeutung als das Rentenniveau sei es, die Ursachen
für Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. CDU-Chefin Angela Merkel
lehnte in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" Nullrunden für Rentner
ab. Sinnvoller sei es, die Rentenformel so zu ändern, dass der
Alterungsprozess der Bevölkerung berücksichtigt werde.
(Quelle: rtr)
Im Universum wird es immer dunkler
Mo.18.08.03 - Im Universum geht das Licht aus. Zu dieser Erkenntnis gelangten
Wissenschaftler in einer Studie über die Beobachtung von 40 000
Galaxien. Nach den am Sonntag veröffentlichten Ergebnissen des in
der jüngsten Ausgabe der "Monthly Notices of the Royal
Astronomical Society" veröffentlichten Berichts werden seit
Milliarden Jahren nicht genug Sterne "geboren" um die sterbenden zu
ersetzen. Dadurch werde das Universum immer dunkler, und letztlich
werde kein Stern mehr am Himmel leuchten, hieß es.
Die Forscher um Alan Heavens vom astronomischen Institut der
Universität Edinburgh beobachteten das Licht der verschiedenen
Galaxien. "Die Anzahl neuer Sterne in den von uns untersuchten Galaxien
nimmt seit etwa sechs Milliarden Jahren ab, etwa seit der Zeit, als
unsere Sonne entstand", sagte Heavens.
Astronomen können in die Vergangenheit schauen, in dem sie
Galaxien beobachten, deren Licht Milliarden Jahre brauchen, um die Erde
zu erreichen. Das Licht junger Sterne ist blau. Aber viele Galaxien
waren nach den Angaben überwiegend rot statt blau, was darauf
hindeute, dass diese Sternenhaufen sehr alt sind. Die Astronomen
bedienten sich bei ihren Untersuchungen Spektralanalyse-Methoden.
(Quelle: dpa)
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