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+++ So.24.08.03,
12:45 Nachrichten-Archiv Aktuelle
Nachrichten
Irak am hundertachtundfünfzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Drei britische
Soldaten in Basra erschossen +++ 200 Bewaffnete demonstrieren in
nordirakischer Stadt Kirkuk +++ Deutscher Verteidigungsminister Struck
schließt Bundeswehreinsatz in Irak vorerst aus +++
CDU-Vorsitzende Merkel: Deutschland kann sich von Irak-Einsatz nicht
ausnehmen
So.24.08.03 - Die
Spannungen in Irak halten an. Im südirakischen Basra wurden drei
britische Soldaten erschossen. Bei gewalttätigen Protesten von
schiitischen Turkmenen in der nordirakischen Stadt Kirkuk wurden drei
Demonstranten von irakischen Polizisten getötet. Soldaten der
US-geführten Besatzungsmacht hatten zuvor versucht, die
Demonstation von etwa 200 Bewaffneten aufzulösen. Vier Tage nach
dem Bombenanschlag auf ihr Hauptquartier nahmen Mitarbeiter der
Vereinten Nationen in Bagdad ihre Arbeit wieder auf.
Bei dem Angriff auf britische Truppen in Basra wurde ein weiterer
Soldat schwer verletzt, wie ein Armeesprecher mitteilte. Einem
Augenzeugen zufolge waren die britischen Soldaten am frühen Morgen
in ihrem Fahrzeug aus einem Kleinwagen heraus beschossen worden.
Die drei Demonstranten in Kirkuk seien von der irakischen Polizei
erschossen worden, nachdem sie das Feuer auf einen Polizeiposten
eröffnet hätten, teilte der Gouverneur der Stadt mit.
US-Soldaten hatten zuvor versucht, die Kundgebung aufzulösen, als
sich die Demonstranten in Richtung des Rathauses der Stadt bewegten,
teilte ein Beamter mit. Drei Turkmenen, darunter zwei Polizisten, seien
festgenommen worden. Mehrere Fahrzeuge seien in Brand gesetzt worden,
darunter ein Polizeiauto.
Die UN-Mitarbeiter traten ihren Dienst am früheren
UN-Hauptquartier in Bagdad, dem Canal-Hotel, unter dem Schutz von
US-Soldaten an. Von den einst 500 UN-Mitarbeitern sollen künftig
vorerst nur noch 200 in der irakischen Hauptstadt tätig sein. Der
neue UN-Sondergesandte in Irak, Ramiro Lopes da Silva, warnte vor
weiteren Anschlägen. Ein Anschlag wie der am vergangenen Dienstag
auf das UN-Hauptquartier in Bagdad könne sich jederzeit und an
jedem Ort wiederholen, sagte da Silva in Bagdad.
Bei einem Großeinsatz nahm die irakische Polizei mehrere
Ex-Angehörige des Sicherheitsapparats von Saddam Hussein fest. Bei
Hausdurchsuchungen im Bagdader Stadtviertel El Amirijah seien zwei
ehemalige Geheimdienstoffiziere, ein Kämpfer der früheren
irakischen Elite-Einheit Fedajin und sieben weitere Verdächtige
festgenommen worden, sagte Polizeichef Ahmed Ibrahim in Bagdad.
Bundesverteidigungsminister Peter Struck hat einen Bundeswehreinsatz in
Irak vorerst ausgeschlossen. Die derzeitigen rechtlichen Bedingungen des
US-britischen Besatzungsstatuts seien "keine geeignete Grundlage"
für ein erweitertes UN-Mandat oder ein Engagement deutscher
Soldaten, sagte Struck am Samstag im ZDF-"Heute Journal". Zunächst
müsse abgewartet werden, wie sich die Debatte innerhalb der
Vereinten Nationen entwickele. Erst dann könnten Bundestag und
Bundesregierung entscheiden, ob Deutschland vor allem beim zivilen
Wiederaufbau Iraks mithelfen werde.
CDU-Chefin Angela Merkel hat sich unter bestimmten Bedingungen für
eine Beteiligung deutscher Soldaten an einem Irak-Einsatz ausgesprochen.
"Wir dürfen uns nicht wegducken. Der Anschlag auf das
UNO-Hauptquartier in Bagdad zeigt das sehr deutlich", sagte Merkel dem
Magazin "Der Spiegel" in einem am Samstag vorab veröffentlichten
Interview. Es sei gut möglich, dass die Nato nach einer
entsprechenden UNO-Resolution um ein Engagement im Irak gebeten werde.
"Und dann muss man sehen, welches Land welche Beiträge leisten
kann. Prinzipiell kann sich Deutschland nicht davon ausschließen",
fügte die CDU-Chefin hinzu.
Auch CSU-Chef Edmund Stoiber hatte sich vor wenigen Tagen für eine
Beteiligung der Bundeswehr an einem Nato-Einsatz im Irak ausgesprochen.
Die Bundesregierung lehnt ein militärisches Engagement im Irak
jedoch ab.
Am Dienstag waren bei einem Bombenanschlag auf das UNO-Hauptquartier in
Bagdad der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen (UNO), Sergio Vieira
de Mello, und mehr als 20 weitere Menschen ums Leben gekommen. Es war
der schwerste Anschlag auf ein UNO-Gebäude in der Geschichte der
Organisation. Britische und US-Truppen sind beinahe täglich das
Ziel von Anschlägen in dem Land.
(Quellen: afp,
rtr)
Nahostkonflikt:
Palästinensische Autonomiebehörde um neuen Waffenstillstand
bemüht +++ Israel geht mit Gummigeschossen gegen Demonstranten vor
+++ Palästinensische Polizei geht gegen Extremisten vor +++
So.24.08.03 - Zur
Verhinderung weiterer Gewalt im Nahen Osten hat sich die
Palästinensische Autonomiebehörde um einen neuen
Waffenstillstand bemüht. Ziel sei eine Feuerpause zwischen allen
palästinensischen Organisationen und Israel, erklärte
Außenminister Nabil Schaath. Israelische Truppen bezogen am
Samstag Stellung in Städten im Westjordanland und an
Kontrollpunkten im Gazastreifen. Bei Zusammenstößen in Nablus
wurden 16 Palästinenser verletzt.
Am Rande einer Kabinettssitzung in Ramallah erklärte Schaath, eine
Vereinbarung nur innerhalb der radikalen Organisationen wie die vom 29.
Juni sei nicht ausreichend. Informationsminister Nabil Amr
bekräftigte, jedes neue Abkommen müsse auch Israel betreffen:
"Wir können über einen Waffenstillstand sprechen, aber wir
brauchen Garantien von Israel, dass es mit uns zusammenarbeitet."
Gleichzeitig verlautete jedoch aus palästinensischen Kreisen, der
Autonomiebehörde seien in Bezug auf ein Vorgehen gegen
extremistische Gruppen die Hände gebunden. Die Chancen für
eine Vereinbarung seien deshalb gering. Nafes Assam vom Islamischen
Dschihad erklärte, seine Organisation stehe neuen Gesprächen
offen gegenüber. Solange Israel weiter Dschihad-Mitglieder
verfolge, könne es aber keinen Waffenstillstand geben.
Der israelische Regierungssprecher Dore Gold sagte, die Chancen auf
eine Umsetzung des Friedensplanes seien noch nicht vorbei. Es gebe
jedoch nur zwei Möglichkeiten: "Entweder die Palästinenser
beginnen mit der Entwaffnung ihrer terroristischen Infrastruktur, oder
Israel tut es."
In Nablus gingen nach Armeeangaben rund 200 Jugendliche trotz eines
Ausgehverbots auf die Straße und warfen Steine auf israelische
Soldaten. Beim Einsatz von Gummigeschossen wurden 16 Demonstranten,
darunter ein Elfjähriger, verletzt, wie aus Krankenhäusern
verlautete. Zwei der Eingelieferten seien von echten Kugeln ins Bein
getroffen worden, ein drittes Opfer sei an der Hand von Granatsplittern
verwundet worden.
Palästinensische Polizeikräfte haben mit ersten Aktionen
gegen die militanten Gruppen im Gazastreifen begonnen. Dies berichtet
die Tageszeitung "Haaretz" unter Berufung auf israelische
Sicherheitskreise. Ihr Auftrag sei unter anderem, Extremisten vom
Abfeuern von Mörsergranaten und Kurzstreckenraketen auf israelische
Ziele abzuhalten. Zudem soll in den kommenden Tagen damit begonnen
werden, die Waffen der Extremisten einzusammeln. Die Polizisten
schlossen auch mehrere Tunnel an der Grenze zu Ägypten.
Die Hamas übte scharfe Kritik an der Einfrierung der US-Konten zur
mutmaßlichen Finanzierung der radikalislamischen Bewegung.
Hamas-Führer Abel Asis Rantisi sagte dem Fernsehsender El Arabija,
US-Präsident George W. Bush habe sich als größter Feind
des Islams erwiesen. Gleichzeitig bestritt er, dass seine Organisation
über Gelder in den USA verfüge gehörten.
Nach Angaben des US-Finanzministeriums wurden am Freitag die Guthaben
von sechs Hamas-Führern und fünf terrorverdächtigen
Gruppen aus Frankreich, Österreich, Großbritannien, der
Schweiz und Libanon eingefroren. Andere Staaten wurden aufgerufen,
diesem Schritt zu folgen. Der Hamas-Vertreter in Libanon, Osama Hamdan,
appellierte an Europa, sich diesbezüglich nicht von den USA unter
Druck setzen zu lassen.
Der französische Außenminister Dominique de Villepin
forderte am Freitag mehr internationales Engagement zur Wiederbelebung
des Friedensprozesses im Nahen Osten. Die Road Map des aus USA,
Russland, EU und Vereinte Nationen bestehenden Nahost-Quartetts brauche
mehr Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und nicht
allein der USA, sagte Villepin dem Radiosender RTL. Der Minister regte
eine internationale Friedenskonferenz für den Nahen Osten sowie die
Stationierung einer internationalen Truppe in der Region an.
(Quelle: dpa, ap)
Iranischer
Wissenschaftsminister zurückgetreten
So.24.08.03 - Aus
Protest gegen die "ungesunde politische Atmosphäre" in Iran ist
Wissenschaftsminister Mostafa Moin zurückgetreten. Präsident
Mohammed Chatami nahm das Demissionsgesuch, das schon Ende Juli
eingereicht wurde, am Samstag an, wie die amtliche Nachrichtenagentur
IRNA berichtete. Demnach schrieb Moin, er könne es nicht
länger ertragen, in einer ungesunden und angespannten politischen
Atmosphäre zu arbeiten, in der Meinungen von oben diktiert
würden. Laut IRNA wandte er sich insbesondere gegen die Kontrolle
der Universitäten,
Der Rücktritt des reformorientierten Ministers ist Beobachtern
zufolge ein schwerer Verlust für Chatami, der in seinen
Bemühungen um eine Demokratisierung der islamischen Republik immer
wieder vom konservativen Klerus behindert wird. Der Präsident steht
auch unter Druck seiner Anhänger, die ihm vorwerfen, nicht genug
Reformen durchgesetzt zu haben. Zum Nachfolge Moins wurde dessen
Stellvertreter Dschaffar Mili-Monfared ernannt.
(Quelle: ap)
Iran liefert
El Kaida-Mitglieder nach Saudi-Arabien aus
So.24.08.03 -
Iran hat mehrere Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida an
Saudi-Arabien ausgeliefert. Nach iranischen Medienberichten handelt es
sich um saudische Staatsbürger. Nach unbestätigten Angaben
wurden etwa 40 Verdächtige im Juni dem saudischen
Außenminister Prinz Saud El Faisal bei seinem Besuch in Teheran
übergeben. Iran hatte im letzten Monat die Festnahme wichtiger El
Kaida-Mitglieder bestätigt.
(Quelle: dpa)
Jugendliche
fordern Ende des Bürgerkriegs in Uganda
So.24.08.03 -
Tausende verängstigte Jugendliche haben in Nord-Uganda ein Ende
des seit 17 Jahren andauernden Bürgerkriegs gefordert. Bei einer
von der katholischen Kirche organisierten Demonstration riefen sie am
Samstag in Gulu nach Sicherheit und Frieden. In der Region rund 350
Kilometer nördlich der Hauptstadt Kampala kämpfen die Rebellen
der Widerstandsarmee des Herrn (LRA) gegen die Regierung von
Präsident Yoweri Museveni. Immer wieder entführen sie Kinder
und Jugendliche, um sie zu Kämpfern auszubilden oder als Konkubinen
zu misshandeln.
Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen zufolge
entführten die LRA-Rebellen bereits mehr als 12.000 Menschen. "Wenn
in Europa eine Person entführt wird, ist das weltweit in den
Schlagzeilen2, wandte sich Monsignore Matthew Odong an die
demonstrierenden Jugendlichen. "Wenn hunderte Kinder in Acholi
gekidnappt werden, scheint das niemanden zu kümmern." Nach Angaben
von Kirchenvertretern suchen jede Nacht rund 30.000 Kinder und
Jugendliche aus den umliegenden Dörfern Zuflucht in den
Straßen von Gulu, um sich vor Überfällen und einer
Entführung zu schützen.
Erst vor rund einer Woche töteten LRA-Rebellen mehr als ein
Dutzend Menschen im Distrikt Lira südlich von Gulu. Bei den Opfern
handelte es sich nach Armeeangaben um ehemalige Kindersoldaten, die den
Rebellen entkommen waren. Der gewaltsame Aufstand der LRA hat den
gesamten Norden des Landes verwüstet, tausende Bewohner das Leben
gekostet und fast 900.000 weitere in die Flucht getrieben. Die Angriffe
der LRA haben sich verstärkt, seit Museveni vor eineinhalb Jahren
eine Großoffensive gegen Stützpunkte der Rebellen im
Nachbarland Sudan einleitete. Bemühungen um Friedensgespräche
sind bislang gescheitert.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv
Weltweit
mehr als 300.000 Kinder als Soldaten missbraucht
Do.14.08.03
- Rund um den Globus sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF
derzeit etwa 300.000 Kindersoldaten im Einsatz. Minderjährige
würden von Milizenchefs vor allem deshalb angeheuert, weil sie
billig zu haben und leicht manipulierbar seien, teilte UNICEF in Berlin
mit. Besonders hoch sei der Anteil kämpfender Kinder in
Schwarzafrika. Dort gebe es Milizen, die bis zu 60 Prozent aus
Minderjährigen bestünden. "Wir dürfen nicht vergessen,
dass diese Kinder Opfer sind, die erst von skrupellosen Kriegsherren zu
Tätern gemacht wurden", sagte der Vorsitzende von UNICEF
Deutschland [http://www.unicef.de],
Reinhard Schlagintweit.
Eine Erklärung für die hohe Zahl von Kindersoldaten sei der
seit den 90er Jahren veränderte Charakter der Kriegführung,
sagte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Dietrich
Garlichs. Kämpfe würden mittlerweile überwiegend nicht
mehr auf dem Schlachtfeld, sondern in Städten und Dörfen
ausgetragen. Zudem würden die neuen Kriege nicht mehr mit
militärischem Großgerät bestritten, sondern mit
Kleinwaffen. Dies erlaube sogar ganz jungen Kindern, bewaffnet in den
Kampf zu ziehen...
Mehr
unter:
http://home/t-online.de/home/boa-archiv1/k0308140.htm#03081406
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Deutschland:
Weiterer Anstieg der Arzneikosten erwartet
So.24.08.03 - Die
Krankenkassen erwarten auch in diesem Jahr einen deutlichen Schub bei
den Arzneimittelausgaben. Nach einer Hochrechnung des
wissenschaftlichen Instituts der AOK würden die
Arzneimittelausgaben 2003 voraussichtlich 25 Milliarden Euro erreichen,
2,3 Milliarden Euro mehr als 2002, meldete die "Welt am Sonntag".
Die Arzneimittelausgaben wachsen seit Jahren schneller als andere
Gesundheitskosten. Trotz aller Versuche der Kostendämpfung nahmen
sie auch im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent zu
(Quelle: ap)
«Spiegel»:
Bundesanstalt erwartet fünf Millionen Arbeitslose im Januar
So.24.08.03 - Die
Bundesanstalt für Arbeit (BA) befürchtet nach einem Bericht
des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" im Januar einen Anstieg der
Arbeitslosenzahl über die Fünf-Millionen-Marke. Dies gehe aus
laufenden Prognosen hervor, mit denen die Nürnberger Behörde
monatlich die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fortschreibe, berichtet
das Hamburger Magazin in seiner neuesten Ausgabe.
Eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD)
wollte die Angaben nicht bestätigen: "Diese Prognosen sind uns
nicht bekannt", sagte sie der "Bild am Sonntag". Clement hatte zuletzt
Anfang August betont, er rechne bei einem normalen Witterungsverlauf
nicht mit einem Überschreiten der Fünf-Millionen- Marke.
Ende Juli waren 4,352 Millionen Menschen ohne Arbeit, 94 500 mehr als
im Juni und sogar 305.000 mehr als vor Jahresfrist. Saisonbereinigt nahm
die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juni um 7000 auf 4,408
Millionen zu.
(Quelle: dpa)
«Mit Demo und Website-Sperrungen gegen
Softwarepatente»
«Der
Widerstand gegen den Vorschlag für eine Richtlinie zur
Einführung von Softwarepatenten in Europa, der dem
Europäischen Parlament am 1. September zur Entscheidung
vorgelegt[2] wird, ist ungebrochen. So ruft die Eurolinux-Allianz/FFII
(Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur) zu
einer Kundgebung am 27. August in Brüssel sowie zu
Online-Demonstrationen auf...»
Mehr bei heise-online:
http://www.heise.de/newsticker/data/tol-22.08.03-001/
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