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+++ Mo.01.09.03,
12:45 Nachrichten-Archiv Aktuelle
Nachrichten
Irak am hundertsechsundsechzigsten Tag nach Kriegsbeginn
US-Militär
warnt vor Religions- und Bürgerkrieg in Irak +++ Militante Gruppe
will sich an USA für Nadschaf-Anschlag rächen +++ FBI
untersucht Anschlag von Nadschaf +++ Demokratische Politiker werfen
Bush-Regierung Versagen in Irak vor +++ US-Senatoren fordern Darlegung
der Kosten des Irak-Einsatzes +++ London und Washington wollen
Irak-Kommando nicht abgeben
Mo.01.09.03 - Der
ehemalige Chef des US-Zentralkommandos, Anthony Zinni, hat vor der
"Möglichkeit eines Bürger- und Religionskrieges" in Irak
gewarnt. "Wir stecken in einem Rennen gegen die Zeit", sagte der
US-Militär der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" vom
Sonntag. "Die Vereinigten Staaten verfügen weder über
genügend Ressourcen noch über genügend Männer, um
die Sicherheit in Irak zu gewährleisten." Notwendig sei eine
"massive Intervention der internationalen Gemeinschaft", forderte der
ehemalige Nahost-Sondergesandte der US-Regierung. Die USA und die
Europäer in Irak müssten von moslemischen Staaten
unterstützt werden, andernfalls blieben die US-Streitkräfte
weiterhin "Ziel von Terroristen und Kriminellen".
Eine irakische Untergrundorganisation hat den USA Vergeltung für
den Bombenanschlag in der Schiiten-Hochburg Nadschaf geschworen. In
einem am Sonntag von dem libanesischen Fernsehsender LBCI ausgestrahlten
Video drohte die "Armee Mohammeds", den am Freitag getöteten
Schiitenführer Mohammed Bakr el Hakim mit Angriffen auf die
US-Armee zu rächen. Der Sprecher der Gruppe warnte
Nachbarländer und moslemische Staaten vor einer Unterstützung
der US-geführten Streitkräfte. Die Organisation werde die
Botschaften der Länder zerstören, die ihre Soldaten nach Irak
schickten. Die "Brigaden des Heiligen Kriegs" der "Armee Mohammeds"
hätten bereits mehrere Anschläge auf die Koalitionstruppen
geführt. In dem Video waren sieben teils schwer bewaffnete
Männer zu sehen.
Mehr als 300.000 irakische Schiiten brachen am Sonntag von Bagdad aus
zu einem Fußmarsch in die 180 Kilometer südlich gelegene
Stadt Nadschaf auf, um dort an den Trauerfeiern für ihren
geistlichen Führer teilzunehmen. Ajatollah Mohammed Bakir el Hakim
war am Freitag zusammen mit über 100 anderen Gläubigen bei
einem Bombenanschlag ums Leben gekommen. Nach einer von den
US-Streitkräften am Sonntag vorgelegten Bilanz wurden bei dem
Anschlag 125 Menschen getötet und 142 verletzt.
Die Teilnehmer des Marschs schlugen sich mit Fäusten gegen die
Brust und riefen nach Rache. An der Spitze des Zuges rollte ein
Lastwagen mit einem symbolischen Sarg für El Hakim, bedeckt mit
roten und weißen Rosen. Die Leiche des Geistlichen konnte nicht
geborgen werden; lediglich eine Hand und persönliche Dinge konnten
am Ort der Bombenexplosion vor der Imam-Ali-Moschee gefunden werden.
"Unsere Rache wird gewaltig sein", hieß es auf einem in der Menge
mitgeführten Transparent. Auf einem anderen war zu lesen: "Saddam
und Bush werden uns nicht demütigen."
Die US-Bundeskriminalpolizei FBI schaltet sich in die Untersuchung des
Anschlags im irakischen Nadschaf ein. FBI-Beamte sind auch in die
Aufklärung der Attentate gegen das UN-Hauptquartier und die
jordanische Botschaft in Bagdad eingebunden. Fünf Iraker wurden als
Verdächtige im Zusammenhang mit dem Nadschaf-Attentat
festgenommen. Alle hätten Verbindungen zum gestürzten Regime
von Saddam Hussein. Eine mögliche Verwicklung des Terrornetzwerks
El Kaida von Osama bin Laden werde untersucht, hieß es.
Die US-Regierung erwägt die Aufstellung paramilitärischer
irakischer Truppen. Das berichtet die "New York Times". Mehrere tausend
irakische Sicherheitskräfte sollten künftig vor allem für
die Sicherheit in den Städten verantwortlich sein. Der Anschlag
auf die Moschee in Nadschaf am Freitag soll der "Washington Post"
zufolge von langer Hand vorbereitet worden sein. Der Wagen mit dem
Sprengstoff habe vor der Tat bereits 24 Stunden an der Mauer der
Moschee gestanden.
Angesichts der katastrophalen Sicherheitslage in Irak haben
führende US-Politiker schwere Anschuldigungen gegen die Regierung
von US-Präsident George W. Bush erhoben. Die Regierung habe in Irak
"ein Vakuum geschaffen", in das "Terroristen" hineingestoßen
seien, die dem irakischen Ex-Machthaber Saddam Hussein treu ergeben
seien, sagte der demokratische Senator und potenzielle
Präsidentschaftskandidat, Joe Lieberman, am Sonntag dem
US-Fernsehsender CBS. Diese "Terroristen" seien "Feinde" der USA. Durch
Bush drohten die USA "den Frieden zu verlieren", was "einen
fürchterlichen Rückschlag für den Kampf gegen den
Terrorismus bedeuten" und das Leben der US-Soldaten in Irak
gefährden würde, sagte Lieberman.
Mehrere republikanische US-Senatoren haben US-Präsident George W.
Bush aufgefordert, die Bevölkerung über die Kosten der
Besatzung des Irak zu informieren.
Allein die Operationen im Irak würden nach Schätzung des
Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat, Richard
Lugar, in fünf Jahren 30 Milliarden Dollar kosten. Dieser Betrag
käme zu den laufenden militärischen Kosten von monatlich vier
Milliarden Dollar hinzu, sagte der Senator des Bundesstaates Indiana in
der Fernsehsendung "Fox News Sunday". Lugar gehört wie Bush der
Republikanischen Partei an.
Die Regierung müsse die Amerikaner über die Kosten im Irak
informieren, schrieb der republikanische Senator von Arizona, John
McCain, in einem Beitrag für die Zeitung "Washington Post".
"Amerikas Mission im Irak ist zu wichtig, um sie scheitern zu lassen".
Bush könnte nach Angaben aus Regierungskreisen den Kongress um die
kurzfristige Bewilligung von zusätzlichen zwei Milliarden Dollar
für den Irak bitten. Der Kongress hatte im April 60 Milliarden
Dollar für die Finanzierung des Irak-Einsatzes genehmigt. Die
Regierung könnte bereits in diesem Jahr weitere 20 Milliarden
Dollar oder mehr beantragen, statt mit dem Antrag bis zum nächsten
Jahr warten, hieß es in Kongresskreisen.
Bush gerät nicht nur wegen der finanziellen Belastung durch den
Irak-Einsatz unter Druck. Seit Bush am 1. Mai das Ende der
Hauptkampfhandlungen erklärt hatte, wurden bei irakischen Angriffen
65 US-Soldaten getötet. Im Irak sind rund 140.000 US-Soldaten
stationiert.
Die militärische Kommandogewalt für Irak soll nach den Worten
des britischen Außenministers Jack Straw nicht an die Vereinten
Nationen abgegeben werden. "Niemand tritt für eine
UN-Blauhelmtruppe ein", sagte Straw am Sonntag dem Rundfunksender BBC.
Seine Regierung plane aber, die Rolle der Vereinten Nationen in Irak
politisch wie auch militärisch auszuweiten und bereite dazu
zusammen mit den USA einen Resolutionsentwurf vor.
Die Vereinten Nationen wollen aus Sicherheitsgründen die Zahl
ihrer Mitarbeiter in Irak deutlich reduzieren, wie in New York
verlautete. Von derzeit 400 internationalen Mitarbeitern sollen
künftig nur noch 40 bis 50 im Land bleiben. «Die wichtigsten
humanitären Aufgaben werden weiter erfüllt, darunter die
Verteilung von Lebensmitteln und die Arbeit in den
Krankenhäusern», sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric.
(Quellen: afp,
dpa, ap)
Beer löst
bei Grünen Kontroverse über Irak-Einsatz aus
Mo.01.09.03 - Die
Grünen-Vorsitzende Angelika Beer hat mit Überlegungen zu
einem Bundeswehr-Einsatz in Irak eine Kontroverse in den eigenen Reihen
ausgelöst. Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck
distanzierte sich am Sonntag in Berlin von der Aussage, ein Einsatz
könne geprüft werden, wenn es ein klares Mandat der Vereinten
Nationen geben sollte und diese die Federführung
übernähmen. Der Verteidigungsexperte der FDP-Fraktion,
Jörg van Essen, nannte die Äußerungen Beers
"oberpeinlich" und unverantwortlich.
Beer und die Verteidigungsexperten der SPD, Verena Wohlleben, hatten
ihre Überlegungen in "Bild am Sonntag" geäußert.
Wohlleben erklärte: "Bei einem UNO-Mandat für eine
internationale Irak-Truppe kann sich Deutschland nicht entziehen. Dann
müssen auch wir Soldaten in den Irak schicken."
Beck erklärte dagegen, die Diskussion mache ohnehin wenig Sinn,
solange "das Ganze ohne UN-Mandat und unter Führung der Vereinigen
Staaten" stattfinde. Sollte sich dies ändern, bleibe er dennoch
zurückhaltend: "Die jetzt eingetretene Destabilisierung der Region
ist eine Situation, vor der wir immer gewarnt haben," erklärte
Beck. Die Bilanz des Krieges bedeute, dass El Kaida und andere
radikalislamische Organisationen ein neues Operationsgebiet und neue
Bündnispartner hinzugewonnen hätten.
Am vergangenen Donnerstag hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder
(SPD) bekräftigt, die Bundesregierung habe «keine Pläne
für ein militärisches Engagement» in Irak. Der
FDP-Politiker Essen erklärte, politische Diskussionen über
Auslandseinsätze müssten sachgerecht und "besonders
verantwortlich" geführt werden. Außenminister Joschka Fischer
solle Beer «unverzüglich stoppen».
Der Koordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen,
Karsten Voigt, bezeichnete es als "ausgesprochen unwahrscheinlich", dass
die USA offiziell um einen deutschen Militärbeitrag für Irak
nachsuchen würden. Der SPD-Politiker sagte dem "Berliner Kurier am
Sonntag", die Anzeichen des Terrorismus in Irak seien ein Warnsignal:
"Der Krieg führte nicht zum Ende von Terrorismus, sondern
möglicherweise zu neuem Terrorismus."
Auch die entschiedensten Gegner des Irak-Kriegs müssten jedoch
begreifen, dass es im Interesse aller liege, wenn sich die Lage dort
stabilisiere und die Demokratie Fuß fasse. Auf humanitärem
und auf technischem Gebiet habe Deutschland bereits Hilfe in Irak
angeboten. "Insofern gibt es bereits einen zivilen Einsatz von
Deutschen," sagte Voigt.
(Quelle: ap)
Heftige
Gefechte mit Taliban-Kämpfern in Afghanistan +++ Zwei US-Soldaten
bei Gefechten getötet
Mo.01.09.03 -
Afghanische und US-Truppen sind am Sonntag im Süden Afghanistans
bei ihrer Suche nach Taliban-Kämpfern auf heftigen Widerstand einer
größeren Taliban-Gruppe gestoßen. In Norden des Landes
wurden bei Kämpfen zwei US-Soldaten getötet.
Der Geheimdienstchef der Südprovinz Sabul, Chalil Hotak, sagte
Reuters, die US-Armee setze Kampfhubschrauber, Kampfflugzeuge sowie
Artillerie ein, um die Taliban-Stellungen zu zerstören. Allein am
Samstag seien 14 Anhänger des gestürzten Regimes der
radikal-islamischen Taliban getötet worden, seit Montag seien es
mehr als 90. Die Kämpfe im Süden wurden als die schwersten
seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 bezeichnet.
In der nordafghanischen Provinz Paktia wurden bei Gefechten zwei
US-Soldaten getötet, wie die Kommandozentrale der
US-Streitkräfte mitteilte. Ein dritter Soldat sei verletzt worden.
Eine US-Patrouille geriet den Angaben zufolge in der Nähe der Stadt
Schkin nahe der Grenze zu Pakistan unter Beschuss. Vier Angreifer seien
getötet worden. Über ihre Identität wurden keine Angaben
gemacht. Für die jüngsten Angriffe in der Provinz Paktia
werden aber Taliban-Kämpfer aus Pakistan verantwortlich gemacht.
Hotak sagte weiter: "Die Kämpfe eskalieren heute." Die Taliban
leisteten trotz heftigen Bombardements hartnäckig Widerstand. Der
von den Taliban für die Provinz Sabul ernannte Mullah Abdul
Dschabar sagte Reuters per Satelliten-Telefon, man habe dem Gegner
schwere Verluste beigebracht. Die Taliban könnte ihre Stellungen
leicht behaupten. Ein US-Hubschrauber sei am Donnerstag abgeschossen
worden.
Die US-Streitkräfte steuern etwa 10.000 Soldaten zu den 12.500
Soldaten bei, die nach Taliban-Kämpfern und Mitglieder der
El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden suchen.
(Quelle: rtr)
Israel
schließt Bodenoffensive im Gaza-Streifen nicht aus +++
Israelische Armee setzt ferngesteuerte Raketen mit Videokameras ein +++
Palästinenser vertagen Vertrauensvotum über Abbas
Mo.01.09.03 - Der
israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hat am Sonntag eine
Bodenoffensive im Gaza-Streifen nicht ausgeschlossen.
"Die Option einer Bodenoffensive im Gaza-Streifen haben wir immer",
sagte er vor Journalisten. "Wir werden sie ausüben, wenn wir
entscheiden, dass es richtig ist, es zu tun, zu einem angemessenen
Zeitpunkt." Nach einem der schwersten Selbstmordanschläge seit
Jahren in Jerusalem verfolgt Israel Anführer gewalttätiger
Palästinenser-Gruppen im Gaza-Streifen wieder mit erhöhtem
Druck und hat zehn von ihnen gezielt getötet, zuletzt am Samstag
einen 37-jährigen Hamas-Anführer. Bei ihren Angriffen
verwendet die Armee Militärkreisen zufolge ferngesteuerte Raketen,
die mit Kameras ausgestattet sind.
Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon bekräftigte
die Entschlossenheit seiner Regierung, gegen radikal-israelfeindliche
Palästinenser vorzugehen: "Aschkelon wird nicht zur Front - weder
Aschkelon noch irgend ein anderer Ort", sagte er am Sonntag. Der am
Samstag getötete Hamas-Anführer sei für den
Raketenbeschuss der israelischen Stadt Aschkelon wenige Tage zuvor
verantwortlich, hieß es in israelischen Sicherheitskreisen. Mit
ihm wurde noch ein weiteres Mitglied der Hamas getötet, die
für die Zerstörung Israels kämpft.
Seit Beginn ihrer neuen Kampagne gegen Mitglieder der radikalen Gruppen
setzt die Armee Raketen ein, die in Israel entwickelt wurden. "Wir haben
unsere Technik verfeinert und sind zuversichtlich, dass wir diejenigen,
die auf unserer Zielliste stehen, mit einem minimalen Risiko für
Unschuldige treffen können", hieß es in Armeekreisen.
Anders als bei dem US-Modell "Hellfire" - das bei einer vorangegangenen
Serie von gezielten Angriffen im Juni benutzt worden sei - könne
die israelische Rakete mit verschiedenen Gefechtsköpfen besetzt
werden, was das Risiko für Unbeteiligte verringere, hieß es
in den Kreisen weiter. Durch die Kamera im Kopf der Rakete könne
zudem exakt verfolgt werden, worauf die Waffe zufliege. Das Ziel
könne noch Sekunden vor dem Einschlagen korrigiert oder der
Abschuss abgebrochen werden. "Die Kamera führt die Rakete notfalls
exakt in das Fenster des Autos, das das Ziel ist", sagte Robert Hewson
von dem renommierten Waffenfachblatt "Jane's".
Palästinenser-Vertreter protestierten gegen die Tötung des
37-jährigen Hamas-Anführers. Der Angriff mache alle Chancen
für eine Wiederaufnahme der Gespräche über eine Umsetzung
des internationalen Friedensplans zunichte, sagte Informationsminister
Nabil Amr. Trotzdem sehe die Palästinenser-Regierung keine
Alternative zu dem Plan und rufe deshalb die Welt dazu auf, sich
für eine Wiederbelebung der Initiative einzusetzen, sagte
Außenminister Nabil Schaath während eines Besuchs in Indien.
Der Plan sieht die Gründung eines Palästinenser-Staates bis
2005 vor. Seit dem Anschlag in Jerusalem am 19. August ist seine
Umsetzung jedoch gestoppt und Gewalt bestimmt das Geschehen. Im
Süden des Gaza-Streifens wurde am Sonntag ein israelischer
Lastwagenfahrer beschossen und verwundet. In der Nähe der Stadt
Chan Junis kam palästinensischen Angaben zufolge am Wochenende ein
achtjähriges Mädchen ums Leben, das auf seinem Fahrrad von
einer israelischen Panzergranate getroffen worden sei. Der israelischen
Armee zufolge fand in der Nähe ein Gefecht statt.
Das palästinensische Parlament hatunterdessen eine für diese
Woche geplante Vertrauensabstimmung über Ministerpräsident
Mahmud Abbas auf unbestimmte Zeit verschoben. Das geschah offenbar auf
Druck der USA. Informationsminister Nabil Amer gab inzwischen zu, dass
es zwischen Abbas und Palästinenserpräsident Jassir Arafat
"Differenze"» gibt. Er hoffe jedoch, dass diese ausgeräumt
werden könnten. Arafat weigert sich, seine Befehlsgewalt über
einen beträchtlichen Teil der palästinensischen
Sicherheitskräfte abzugeben.
(Quelle: rtr,
dpa)
Iran bittet EU
in Debatte über Atomprogramm um Unterstützung
Mo.01.09.03 -
Irans Atomenergiebehörde hat die Europäische Union (EU) in
der Debatte über das umstrittene iranische Atomprogramm um
Unterstützung gebeten.
"Wir haben den Vertreter der EU gebeten, einer Politisierung der
nuklearen Aktivität Irans vorzubeugen, damit die Internationale
Atomenergiebehörde (IAEA) ihre Arbeit in einer ruhigen
Atmosphäre ohne Propaganda fortsetzen kann", sagte der Leiter der
iranischen Behörde, Gholamresa Aghasadeh, am Sonntag der amtlichen
iranischen Nachrichtenagentur IRNA.
Der Koordinator der EU-Außenpolitik, Javier Solana, hatte am
Samstag den Iran bei seinem Besuch in Teheran zur Unterzeichnung eines
Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag gedrängt, das
intensivere und unangekündigte IAEA-Inspektionen der iranischen
Atomanlagen ermöglichen würde. Mit der Unterzeichnung
würden die guten Beziehungen zur EU gesichert, sagte Solana.
Die IAEA hatte in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden
Bericht erklärt, dass der Iran seine Zusammenarbeit verbessert
habe. Es gebe aber noch immer offene Fragen über angereichertes,
waffentaugliches Uran, das im Iran gefunden worden sei. Die Gouverneure
der IAEA wollen über den Bericht Anfang September beraten.
Die USA verdächtigen den Iran, an einem geheimen
Atomwaffen-Programm zu arbeiten. Der Iran hat erklärt, er nutze die
Atomenergie nur zu friedlichen Zwecken.
(Quelle: rtr)
Mindestens 29
Tote bei Gefechten in Nepal
Mo.01.09.03 - Bei
mehreren Gefechten zwischen maoistischen Rebellen und
Sicherheitskräften sind in Nepal mindestens 29 Menschen
getötet worden. Die Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und
Regierung haben an Schärfe gewonnen, nachdem die Maoisten in der
vergangenen Woche eine seit Januar bestehende Waffenruhe aufgegeben
hatten. Seit Februar 1996 versuchen die Rebellen mit Waffengewalt ein
kommunistisches Regime in dem Himalaya-Staat zu errichten. Mehr als 8000
Menschen sind seitdem gewaltsam ums Leben gekommen.
(Quelle: dpa)
Hungersnot
trotz guter Ernte in Malawi
Mo.01.09.03 -
Trotz einer guten Ernte in diesem Jahr sind in Malawi immer noch
mindestens 675.000 Menschen von einer Hungersnot bedroht. Nach der
Dürre der letzten zwei Jahre seien die Lebensmittel derart knapp
geworden, dass eine angemessene Verteilung noch nicht möglich sei,
erklärte Lola Castro vom Welternährungsprogramm (WFP) der
Vereinten Nationen am Sonntag. In Zusammenarbeit mit der Regierung des
südafrikanischen Landes habe man mehrere Regionen ausgemacht, in
denen die Lebensmittelversorgung weiterhin unsicher bleibe. Dazu
gehörten Gebiete, die unlängst von Naturkatastrophen wie
Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen gewesen seien, sowie
Gegenden mit einer hohen Anzahl von HIV-infizierten und Aids-Kranken.
Insgesamt benötigt Malawi laut Castro bis Juni 2004
Lebensmittellieferungen im Umfang von etwa 45.000 Tonnen. Für das
gesamte südliche Afrika bittet das WFP um rund 500.000 Tonnen
Nahrungsmittel für mehr als sechs Millionen hungernde Menschen.
Dafür will die UN-Behörde zusätzliche 308 Millionen
Dollar eintreiben.
(Quelle: ap)
Albaner aus
Dorf im Norden Mazedoniens geflohen
Mo.01.09.03 - Aus
Furcht vor Übergriffen sind tausende albanisch-stämmige
Einwohner eines Dorfes im Norden Mazedoniens geflohen. Wie das
staatliche Fernsehen am Sonntag berichtete, verließen mehr als
2.000 Menschen die Ortschaft Vaksinci, rund 20 Kilometer nördlich
der Hauptstadt Skopje. Einige der Flüchtlinge sagten dem Sender,
sie hätten in der Nähe eine Ansammlung bewaffneter Männer
gesehen.
Im Norden der früheren jugoslawischen Republik ist es in den
letzten Jahren häufig zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen
Mazedoniern und der albanischen Minderheit gekommen. Nach sechs Monate
langen Kämpfen im Jahre 2001 vermittelten die Europäische
Union und die USA ein Friedensabkommen, das die Gewalt jedoch nicht
völlig eindämmen konnte. Erst kürzlich wurden in Skopje
drei Sprengstoffanschläge verübt, für die die albanische
Separatistengruppe ANA die Verantwortung übernahm. Verletzt wurde
dabei niemand.
(Quelle: ap)
Solidarnosc-Forderungen
von 1980 zum Weltkulturerbe erklärt
Mo.01.09.03 - Die
UNESCO hat eine Liste von Forderungen streikender polnischer Arbeiter
an die kommunistische Regierung aus dem Jahr 1980 zum Weltkulturerbe
erklärt. Die beiden Holztafeln mit 21 handgeschriebenen
Forderungen der damals noch verbotenen Gewerkschaft Solidarität
wurden bei einer UNESCO-Tagung am Wochenende in Danzig in eine Liste
mit historischen Dokumenten aufgenommen.
Solidarnosc-Gründer Lech Walesa freute sich über die
Entscheidung: "Ich habe mich dafür eingesetzt", sagte der
Friedensnobelpreisträger. "Aber ich habe nicht geglaubt, dass es
gelingen würde." Im August 1980 waren die Holztafeln am Tor der
Lenin-Schiffswerft in Danzig aufgestellt worden. Am 31. August
unterzeichnete Walesa schließlich ein Abkommen mit der
kommunistischen Regierung, in dem diese Gewerkschaften zuließen,
die Entlassung politischer Häftlinge zusagten sowie die Zensur
aufhoben. Mit dem Abkommen war der Weg für die offizielle
Anerkennung der ersten freien Gewerkschaft im ehemaligen Ostblock frei.
Walesa wurde nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes 1989 zum
Staatspräsidenten gewählt.
(Quelle: ap)
Deutschland:
IG Metall hat neue Führungsspitze +++ Jürgen Peters zum
Vorsitzenden gewählt. Berthold Huber wird zu seinem Stellvertreter
bestimmt +++ Kampfansage an Regierung
Mo.01.09.03 -
Nach wochenlangem Machtkampf hat die IG Metall eine neue
Führungsspitze: Der bisherige Gewerkschafts-Vize Jürgen Peters
wurde am Sonntag zum neuen Vorsitzenden gewählt, allerdings mit
dem seit Jahrzehnten schlechtesten Ergebnis. Peters erhielt auf einem
Gewerkschaftstag in Frankfurt am Main lediglich 66,1 Prozent der
Stimmen. Zu seinem Stellvertreter wurde der bisherige
baden-württembergische Bezirksleiter Berthold Huber bestimmt.
Peters sagte, angesichts der "polarisierten, aufgeheizten Situation"
sei das Wahlergebnis außerordentlich gut und zeige ein
realistisches Bild. "Man konnte nicht erwarten, dass alle sagen, Schwamm
drüber", sagte der 59-Jährige und kündigte an, sich auch
um seine Gegner bemühen zu wollen. Seit 1962 erhielten die Ersten
Vorsitzenden der IG Metall stets mehr als 80 Prozent, teilweise sogar
über 90 Prozent.
Peters war als Zweiter Vorsitzender für die Tarifpolitik der
IG-Metall zuständig. Nach dem historischen Streikdebakel im Kampf
um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland war er von zahlreichen
Funktionären zum Rücktritt aufgefordert worden. Auch auf dem
Gewerkschaftstag kritisierten mehrere Delegierte den gelernten
Maschinenschlosser. Peters, der die mit 2,56 Millionen Mitgliedern
zweitgrößte deutsche Gewerkschaft seit Zwickels vorzeitigem
Rücktritt am 21. Juli bereits kommissarisch leitete, verteidigte
sein Vorgehen jedoch.
Huber wurde mit 67,1 Prozent der Stimmen gewählt und lag damit nur
knapp über Peters' Ergebnis. Auch er kündigte an, um die
Stimmen der Delegierten zu werben, die sich nicht für ihn
aussprachen. "Ich werde mich jeder inhaltlichen Debatte stellen", sagte
der 53-Jährige.
Peters sagte nach seiner Wahl, mit dem Gewerkschaftstag seien all
diejenigen enttäuscht worden, "die Chaos erwartet und Spaltung
erhofft haben". Die IG Metall habe zu ihrer Handlungsfähigkeit
zurückgefunden. "Wir sind eine gesellschaftliche Gegenmacht mit
Reformanspruch", sagte Peters. Vor seiner Wahl hatte Peters der
Bundesregierung erneut mit Protesten gedroht, sollte sie die geplanten
Sozialreformen ohne Änderungen durchsetzen. "Wir müssen
unseren Ideen Beine machen, und zwar massenhaft", sagte der
IG-Metall-Vorsitzende und kündigte zugleich an, die Gewerkschaft
werde ihr Verhältnis zur SPD neu justieren. Die IG Metall
müsse aber auch zum Dialog bereit sein.
Im Zusammenhang mit Änderungsplänen zur Tarifautonomie sagte
Peters, ein Konflikt mit der Bundesregierung sei unvermeidbar und
kündigte eine gemeinsame Gegenaktion mit dem Deutschen
Gewerkschaftsbund an. Auch müsse darüber geredet werden, wie
die IG Metall zukunftsfähig gemacht werden könne. Die
Mitgliederentwicklung nannte Peters Besorgnis erregend.
Peters' Stellvertreter Huber hatte vor seiner Wahl insbesondere die
Pläne zum Renteneintritt mit 67 kritisiert. "Es herrscht in unserem
Land eine 'Große Koalition' derer vor, die unter Reformen nur den
Abbau sozialer Errungenschaften sieht", sagte Huber vor den rund 600
Delegierten. Huber rief die IG Metall dazu auf, sich nicht "zur
Reparaturkolonne der Politik degradieren" zu lassen. Der
53-Jährige sagte, er werde sich um gute Zusammenarbeit mit Peters
bemühen, schließlich sei er geradezu dazu "verdammt".
(Quelle: ap)
Programmdiskussion
in der SPD: Lafontaine warnt vor möglicher Spaltung der Linken
Mo.01.09.03 - Der
frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine hält angesichts der
Programmdiskussion in der SPD die Formierung einer neuen Linkspartei
nicht für ausgeschlossen. Laut Saarländischem Rundfunk
übten Lafontaine und der saarländische SPD-Landesvorsitzende
Heiko Maas in zur Ausstrahlung am (heutigen) Montag vorgesehenen
Interviews scharfe Kritik an Überlegungen, Begriffe wie
"demokratischer Sozialismus" und "soziale Gerechtigkeit" aus dem
Parteiprogramm zu streichen. Lafontaine sagte: "Die SPD hat hier ihre
Identität und wenn sie diese mutwillig preisgibt, dann provoziert
sie geradezu eine neue linke Partei."
Maas meinte, die Parteiführung sei nicht auf der Höhe der
Zeit. Es gehe sowohl um Chancengerechtigkeit als auch um
Verteilungsgerechtigkeit.
Maas warnte die Bundesregierung auch davor, "jede Woche eine neue Sau
durchs Dorf zu treiben". Was man brauche, sei eine verlässliche
Reformperspektive, und bei allen Reformen müsse der Grundsatz der
sozialen Gerechtigkeit der wichtigste Maßstab sein. Dies sei im
Moment nicht der Fall.
Lafontaine schloss nicht aus, dass er bei der nächsten
Landtagswahl im Saarland im Herbst 2004 als SPD-Spitzenkandidat antreten
werde. Er betonte aber, in dieser Frage habe Maas das erste Wort.
(Quelle: ap)
CDU will bei
Wahlsieg Atomausstieg rückgängig machen
Mo.01.09.03 - Die
Unionsparteien wollen im Fall eines Siegs bei der nächsten
Bundestagswahl den von Rot-Grün eingeleiteten Atomausstieg wieder
rückgängig machen. Dies kündigte die CDU-Vorsitzende
Angela Merkel im Gespräch mit "Bild am Sonntag" an. "Eine
CDU/CSU-Regierung würde es den Betreibern ermöglichen,
Kernkraftwerke so lange zu betreiben, wie sie es wollen", sagte sie der
Meldung zufolge. Die Grünen und der Umweltverband BUND reagierten
mit scharfer Kritik auf Merkels Äußerungen.
Der Bundesregierung warf die CDU-Chefin vor, "ganze Märkte ins
Ausland zu drängen". Sie fügte hinzu: "Ob Pharmaindustrie,
Genforschung oder Kernenergie, viele Zukunftsbranchen werden aus
Deutschland vergrault." Die CDU-Vorsitzende sagte weiter, sie frage sich
ernsthaft, ob die Deutschen ihr Geld künftig alleine mit der
"unrentablen Windenergie" verdienen sollten.
Der stellvertretende CDU-Chef Christian Wulff nannte den mit den
Energiekonzernen vereinbarten Atomausstieg ein "Diktat" der
Bundesregierung. Der niedersächsische Ministerpräsident sagte
der "Welt am Sonntag": "Auf die Atomenergie können wir auf
absehbare Zeit nicht verzichten. Der Energiekonsens war kein Konsens,
sondern ein Diktat gegenüber den Energieunternehmen. Er muss
geändert werden." Wie fragil die Energieversorgung in
Industriestaaten sein könne, habe erst jüngst der Stromausfall
in New York und weiten Teilen Nordamerikas gezeigt. "Wir müssen
den Konzernen wieder Möglichkeiten eröffnen, auch in
Deutschland neue, weiterentwickelte Kernkraftwerksgenerationen in
Betracht zu ziehen und zu beantragen", forderte Wulff.
Der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer warf der
CDU-Führung eine rückwärts gewandte Politik vor. "Frau
Merkel beweist einmal mehr, dass ihr energiepolitisches Konzept immer
noch von gestern ist", erklärte er in Berlin. Ihre
Äußerungen erinnerten aber auch daran, dass die
Auseinandersetzung über den Ausstieg aus der Atomenergie
tatsächlich noch nicht vorbei sei. Dass Ende des Jahres in Stade
das Atomkraftwerk vom Netz gehe, sei ein erster greifbarer Erfolg des
grünen Atomausstiegs, fügte Bütikofer hinzu.
Die Atomexpertin der Umweltorganisation BUND, Renate Backhaus, sah in
der Forderung Merkels einen eklatanten Widerspruch zur CDU-Forderung
nach Abbau von Subventionen, wie sie auch Merkel selbst ja in Sachen
Windenergie vertreten habe. Aber auch die Atomenergie funktioniere nicht
ohne massive staatliche Unterstützung. So seien auch die
Rückstellungen der Atomindustrie für Endlager steuerfrei.
Zudem seien gerade die älteren Kernkraftwerke noch immer nicht
gegen Flugzeugabstürze gesichert.
(Quelle: ap)
Clement will
Festpreise für Windstrom abschaffen
Mo.01.09.03 -
Wirtschaftsminister Wolfgang Clement strebt die Abschaffung der festen
Abnahmepreise für Strom aus Windanlagen an. Statt gesetzlich
festgelegter Preise soll das Fördergeld für Windenergie
künftig per Ausschreibung an den günstigsten Anbieter vergeben
werden. Das fordert Clement in einem Grundsatzpapier, dass der
"Financial Times Deutschland" vorliegt. Mit dem Systemwechsel
würden künftig nur noch Windkraftbetreiber gefördert, die
ein Ausbauziel zum niedrigsten Preis erfüllen.
(Quelle: dpa)
FBI: Teenager
war Urheber von «Lovesan» +++ Schöpfer von
Computer-Wurm drohen bis zu zehn Jahre Haft
Mo.01.09.03 - Die
US-Behörden haben im US-Bundesstaat Minnesota einen jugendlichen
Hacker festgenommen. Der 18 Jahre alte Schüler Jeffrey Lee
Personder aus einem Vorort von Minneapolis hat zugegeben, eine
Nachahmer-Version des weltweit verbreiteten Computer-Wurms W.32.Blaster
über das Internet in Umlauf gebracht zu haben. Personder wird sich
am 17. September vor einem Gericht in Seattle (Bundesstaat Washington)
verantworten müssen.
"Mit dieser Festnahme wollen wir eine Warnung an alle Hacker in der
Welt senden", sagte der zuständige Staatsanwalt John McKay am
Freitag bei einer Pressekonferenz nach der Festnahme. Dem
Blaster-Hacker drohen nun bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von
über 250.000 Dollar.
Der Hacker wurde in seiner Heimatstadt Hopkins, einem Vorort von
Minneapolis festgenommen. "Die Handschellen waren keine
Cyber-Handschellen, es waren echte Handschellen", sagte McKay. Zehn Tage
zuvor hatten Ermittler der US-Bundespolizei FBI das Haus durchsucht und
sieben Computer sichergestellt. Der 1,93 Meter große und 145 Kilo
schwere Hacker erschien in einem blassen grauen T-Shirt mit der
Aufschrift "Big Daddy" (Großer Kerl) vor einem Gericht in St.
Paul. Die Richterin ordnete Hausarrest an, obwohl die
Staatsanwaltschaft dafür plädiert hatte, den Angeklagten ins
Gefängnis zu bringen, weil er Computernutzern schweren Schaden
zugefügt habe.
Der von ihm kopierte Computer-Wurm W.32.Blaster, der auch unter dem
Namen LoveSan bekannt wurde, hatte im August Schätzungen zufolge
bis zu 1,4 Millionen Computer weltweit infiziert und zum Absturz
gebracht. Nach Angaben des Computer-Herstellers Microsoft verursachte
der Wurm Schaden in Millionenhöhe. Der Wurm nutzte eine
Sicherheitslücke der Windows-Betriebssysteme 2000 und XP von
Microsoft. Er zielte darauf ab, den Microsoft-Update-Server lahm zu
legen, den das Unternehmen jedoch vorher vom Netz nahm. Nach dem
Schöpfer des Originalwurms wird weiter gefahndet.
(Quellen: rtr,
dpa)
Asiatische
Regierungen gegen Microsofts Windows +++ Japan, China und Südkorea
wollen quellcodefreie Software weiter entwickeln
Mo.01.09.03 -
Microsofts Gewinnbringer Windows gerät nach Presseinformationen in
mehreren asiatischen Staaten unter Druck. Die Regierungen von Japan,
China und Südkorea wollten gemeinsam quellcodefreie Software wie
Linux weiter entwickeln, um das Betriebssystem des US-Konzerns zu
ersetzen, berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nihon Keizai
Shimbun unter Berufung auf Kreise. Der Plan solle auf einer Konferenz am
Mittwoch im kambodschanischen Phnom Penh vorgestellt werden und werde
vermutlich Zustimmung erhalten.
Auch japanische Unternehmen wie Nippon Data Corp, Matsushita Electric
Industrial , NEC , Hitachi und Fujitsu dürften sich an der
Initiative beteiligen. Hintergrund des in dieser Form bisher einmaligen
Schrittes ist der Zeitung zufolge das vermehrte Auftreten von
Computerviren in Windows-Systemen seit einigen Monaten. Hierdurch sei
vielen die hohe Abhängigkeit von Microsofts Betriebssystem erst
bewusst geworden.
(Quelle: dpa)
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