Aktuelle Nachrichten
Irak am hundertdreiundneunzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Angriff auf US-Verwaltung in Bagdad +++ Chef des
Nato-Militärausschusses hält Einsatz der Atlantischen
Allianz in Irak für wahrscheinlich +++ Putin drängt auf
neue UN-Resolution zu Irak +++ Proteste in mehreren europäischen
Metropolen gegen Irak-Politik
So.28.09.03 - Militante Gegner der US-Besatzungsmacht im Irak haben am Samstag die
US-Verwaltung in Bagdad ins Visier genommen, bei ihrem Granatenangriff
jedoch kaum Schaden angerichtet.
Drei Granaten seien auf das Hotel Raschid mitten auf das stark
gesicherte Verwaltungsgelände am Westufer des Tigris abgefeuert
worden, sagte ein Mitarbeiter des von den USA unterstützten
Fernsehsenders Iraqi Media Network, der ein Büro auf dem
Gelände unterhält. "Eine (Granate) hat die Rückwand
getroffen. Niemand wurde verletzt und nur wenig beschädigt." In
Falludscha, einem Zentrum des Widerstandes, schossen US-Soldaten an
einer Straßenkontrolle und töteten vier Mitglieder einer
Familie. Wegen der angespannten Sicherheitslage rechnet die Nato dem
Chef ihres Militärausschusses, Harald Kujat, zufolge mit einer
Anfrage für einen Einsatz im Irak, und zwar "eher früher als
später".
Die US-Armee nannte keine Einzelheiten zu dem Angriff auf das
Verwaltungsgelände. Der Einschlag der Granaten hallte über
das ganze Zentrum der Stadt. Das Hotel ist Teil eines Komplexes, den
die US-Zivilverwaltung nach dem Sturz von Präsident Saddam Hussein
übernommen hat. Zu der Anlage gehören auch Paläste
Saddams und seiner Elitetruppen.
Der Angriff ist innerhalb einer Woche in Bagdad bereits der vierte
Anschlag auf die Besatzungsmächte und Einrichtungen, die mit ihnen
zusammen arbeiten. Am vergangenen Samstag war ein Mitglied des von den
USA eingesetzten irakischen Regierungsrats angeschossen worden und
später an den Verletzungen gestorben. Am Montag war das
UNO-Hauptquartier das Ziel eines weiteren Anschlages, am Mittwoch
sollte eine Bombe einen Armeekonvoi treffen. Und am Donnerstag
explodierte ein Sprengsatz an einem Hotel, das von einem
US-Fernsehsender genutzt wird.
In Falludscha erschossen die US-Soldaten Polizeiangaben zufolge eine
Frau und drei Männer, die zur selben Familie gehörten.
Mehrere Menschen seien von den Soldaten verletzt worden, sagte der
Polizeisprecher. Die Armee bestätigte den Vorfall und sagte, ein
Fahrzeug habe nicht an einer Straßenkontrolle angehalten. Zwei
Menschen seien getötet, vier verletzt worden. Im Zusammenhang mit
Zwischenfällen dieser Art hat die Armee wiederholt auf die
Nervosität der Soldaten verwiesen, die seit dem Ende der
Kampfhandlungen Ende April fast täglich Angriffen ausgesetzt sind.
Anfang kommenden Jahres wollen die USA neue Truppen in den Irak
schicken. Sie ordneten dafür am Freitag die Mobilmachung von
10.000 Soldaten der Nationalgarde an. Derzeit stehen rund 130.000
US-Soldaten in dem Land. Dazu kommen zwei multinationale Divisionen
unter britischem beziehungsweise polnischem Kommando. Die USA
bemühen sich um die Bildung einer dritten multinationalen
Division, allerdings bislang ohne Erfolg.
"Wenn, was zu erwarten ist, nach wie vor ein großer Bedarf an
Kontingenten zur Stabilisierung des Landes besteht, dann wird diese
Frage auf die Nato zukommen", sagte Kujat der "Welt am Sonntag" einem
Vorabbericht zufolge. Die Nato müsse sich dann fragen, ob sie ihr
größtes Mitglied in Schwierigkeiten allein lassen
dürfe. Voraussetzung sei jedoch, dass das Militärbündnis
eine "bestimmte politische Kontrolle ausüben könne". Viele
Staaten haben es zu einer Voraussetzung für eine Truppenentsendung
gemacht, dass die USA Teile ihrer Macht im Irak abgeben. Dies haben die
USA bislang abgelehnt.
Russland macht seinen Beitrag zum Wiederaufbau von Irak vom Inhalt der
angestrebten neuen UN-Resolution abhängig. Das betonte der
russische Staatschef Wladimir Putin zum Abschluss zweitägiger
Gespräche mit US-Präsident George W. Bush in Camp David bei
Washington. Über "Grad und Ausmaß der Beteiligung" werde
entschieden, wenn die "Parameter" der Resolution bekannt seien, sagte
Putin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bush auf dessen
Landsitz.
Bush räumte seinerseits ein, dass "bestimme Länder" derzeit
noch vom Fehlen einer neuen UN-Resolution am Engagement in Irak
gehindert würden. Er betonte, dass die USA deshalb an dem neuen
Mandat arbeiteten. Auf die Differenzen der vergangenen Wochen zwischen
beiden Regierungen über die Resolution gingen beide Staatschefs
nicht ein. Russland hat sich ebenso wie Deutschland und Frankreich
für eine zentrale Rolle der UNO in Irak und einen raschen
Übergang zu einer eigenständigen Regierung eingesetzt.
Putin betonte nun zwar erneut, dass die Situation in Irak "so bald wie
möglich" normalisiert werden müsse. Er fügte aber hinzu,
dass der Übergang zu einer souveränen Regierung ein
"komplizierter" Prozess sei, der auf eine solide rechtliche und
administrative Basis gestellt und Schritt für Schritt vollzogen
werden müsse.
Etliche tausend Demonstranten haben am Samstag in europäischen
Städten den Abzug der Besatzungstruppen in Irak und den
palästinensischen Autonomiegebieten gefordert. Allein in London
gingen mehr als 10.000 Menschen auf die Straße, in Paris, Ankara
und Athen nahmen ebenfalls Tausende an den Protestzügen teil. Die
Demonstration in London führte durch die Innenstadt zum Trafalgar
Square.
Zweifel an der Rechtfertigung des Irak-Krieges haben die Regierung von
Premierminister Tony Blair in ihre größte Krise seit
Amtsantritt gestürzt. In einer am Samstag in der "Financial Times"
veröffentlichten Umfrage sprachen sich 50 Prozent für den
Rücktritt des Premierministers aus. Elf Prozent der Befragten
zeigten sich unentschlossen. 64 Prozent sagten, sie seien unzufrieden
mit Blairs Regierungsführung.
"Das britische Volk hat das Recht, die Wahrheit über die
Ereignisse zu erfahren, die zu dem illegalen Krieg gegen Irak
geführt haben", sagte Kate Hudson, Vorsitzende der Kampagne
für Atomare Abrüstung, die die Demonstration mitorganisierte.
Auf Transparenten wurde der Krieg als "illegal, unmoralisch und
unvernünftig"bezeichnet. Es war die erste größere
Irak-Demonstration in Großbritannien seit dem Sturz des Regimes
von Saddam Hussein.
Etwa 3.000 Kriegsgegner demonstrierten vor der US-Botschaft in Athen.
Sie warfen Flaschen auf die Polizei und riefen "Besatzer raus" und
"Freiheit für Palästina". Unter starkem Polizeiaufgebot
marschierten sie mit Trommeln und Plakaten weiter zur israelischen
Botschaft, wo palästinensische Jugendliche die israelische Flagge
verbrannten.
"Ich bin geehrt von der Freundschaft, die zwischen unseren beiden
Völkern besteht", hieß es in einem Brief des
palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat, der während
der Kundgebung verlesen wurde. Berichte über Verletzte oder
Festnahmen gab es nicht. Weitere Demonstrationen fanden in Saloniki und
vor dem amerikanischen Marinestützpunkt auf der Insel Kreta statt.
Der Sänger Giorgos Dalaras sagte, den Menschen gehe es um
große Themen. In kleinen Ländern wie Griechenland könne
man dem Leiden anderer nicht gleichgültig gegenüberstehen.
In der türkischen Hauptstadt Ankara gingen rund 4.000 Kriegsgegner
auf die Straße. Auch sie wollten die Palästinenser
unterstützen und forderten einen Abzug der USA aus Irak.
Während der Kundgebung spielten Rockbands. Prominente forderten,
die Türkei solle keine Truppen in Irak stationieren. Die
türkische Regierung erwägt die Entsendung von rund 10.000
Soldaten nach Irak. Bei einer Veranstaltung in Istanbul verbrannten
mehrere hundert Aktivisten amerikanische und israelische Flaggen.
In Paris warfen rund 3.000 Demonstranten US-Präsident George W.
Bush und dem israelische Ministerpräsidenten Ariel Scharon vor,
sie hätten sich nicht genug für Frieden im Nahen Osten
eingesetzt. "Bush, Scharon, Mörder" skandierten die Aktivisten.
"Amerikanischer Imperialismus: Hände weg vom Nahen Osten",
hieß es auf einem Plakat.
In Seoul demonstrierten mehrere tausend Menschen gegen die Forderung
der USA nach einer Stationierung südkoreanischer Truppen in Irak.
"Kein Krieg", "Beendet die Besetzung in Irak", hieß es auf
Plakaten.
(Quellen: rtr, dpa, afp, ap, info.partisan.net)
Bush und Putin fordern Iran zur Einstellung des Atomprogramms auf
So.28.09.03 - US-Präsident George W. Bush und der russische Präsident
Wladimir Putin haben Iran und Nordkorea zur Einstellung ihrer
Atomprogramme aufgerufen. Zugleich bekräftigten die beiden
Staatschefs am Samstag zum Abschluss ihres Gipfeltreffens in Camp David
die Absicht, Irak zu einem freien und demokratischen Land zu machen. Im
Mittelpunkt der zweitägigen Gipfelgespräche stand nach
Angaben von Bushs Beratern der weltweite Kampf gegen den Terrorismus.
Auch der Nahost-Konflikt kam zur Sprache.
"Wir teilen ein Ziel, und das ist sicherzustellen, dass Iran nicht
über Atomwaffen oder ein Atomwaffenprogramm verfügt", sagte
Bush auf der gemeinsamen Pressekonferenz. Die USA und Russland seien
sich darüber im Klaren, dass "wir zusammenarbeiten müssen, um
Iran davon zu überzeugen, jegliche Ambitionen aufzugeben". Putin
sagte, die beiden Staaten wollten ein "deutliches aber respektvolles
Signal an Iran" senden, seine Zusammenarbeit mit der Internationalen
Atomenergiebehörde zu verstärken. Auch Nordkorea rief Bush
auf, sein Atomprogramm zu beenden.
Trotz der Differenzen hinsichtlich des Irak-Kriegs hoben Bush und Putin
ihre engen Beziehungen hervor. "Ich fühle mich geehrt, dass er
hier ist, und ich weiß den großartigen Dialog zu
schätzen, den wir gestern Abend und heute geführt haben",
sagte Bush über seinen Gast. Beide bezeichneten sich als
Verbündete im Kampf gegen den Terrorismus.
Putin war am Freitag mit einer halben Stunde Verspätung in Camp
David eingetroffen. Er wurde unter anderem begleitet von
Außenminister Igor Iwanow, auf amerikanischer Seite nahmen der
Stabschef des Weißen Hauses, Andrew Card, sowie
Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice an dem Gipfel teil.
Trotz vieler Meinungsverschiedenheiten hat sich zwischen Bush und Putin
in den vergangenen Jahren eine persönliche Freundschaft
entwickelt. Uneinigkeit besteht unter anderem hinsichtlich der
russischen Hilfe beim Bau eines Atomkraftwerks in Iran. Aus
US-Regierungskreisen verlautete, Russland trage damit zur Verbreitung
von nichtkonventionellen Waffen bei. Russland und Iran erklärten,
ihnen gehe es lediglich um die Stromproduktion. Putin hat bisher keine
Bereitschaft signalisiert, die Zusammenarbeit zu beenden.
Zweiter Streitpunkt ist der Krieg in der Kaukasusrepublik
Tschetschenien, den Putin als Teil des weltweiten Antiterrorkampfs
betrachtet. Er warf den USA vor, sie hätten in Katar geheime
Gespräche mit dem Rebellenvertreter Zelimchan Jandarbijew
geführt. Bush sagte, eine dauerhafte Lösung des Konflikts in
Tschetschenien hänge nicht nur von einer Beendigung des
Terrorismus ab, sondern auch von der Respektierung der Menschenrechte
und freien Wahlen. Am nächsten Sonntag findet in Tschetschenien
eine Präsidentenwahl statt.
Seit den Terroranschlägen vom 11. September konzentrieren sich
beide Seiten jedoch mehr auf ihre Gemeinsamkeiten.
Präsidentensprecher Scott McClellan erklärte am Freitag, es
gebe eine neue strategische Beziehung zu Russland, die beide
Präsidenten ausgearbeitet hätten. Beide Länder
arbeiteten auf zahlreichen Gebieten zusammen, um gemeinsamen
Herausforderungen zu begegnen.
(Quelle: ap)
Mehr als 20 Tote bei Unruhen in der Elfenbeinküste
So.28.09.03 - Nach Unruhen mit mehr als 20 Toten sollen französische Soldaten in
der Rebellenhochburg Bouake in der Elfenbeinküste für
Sicherheit sorgen. "Wir versuchen, die Gemüter zu beruhigen",
sagte Oberstleutnant Georges Peillon in Abidjan. Rund 100
schwerbewaffnete französische und westafrikanische
Friedenssoldaten riegelten am Samstag die Umgebung einer Bank ab,
nachdem es dort über Nacht offenbar zu einer Schießerei
zwischen mutmaßlichen Bankräubern, Sicherheitskräften
der Rebellen und Zivilisten gekommen war.
Die Rebellen machten "bewaffnete Banditen aus der Region" für den
Einbruch in eine der größten Banken von Bouake
verantwortlich. Diese hätten bereits am Mittwoch versucht, die
Bank zu überfallen, seien aber von den Rebellen
zurückgedrängt worden. Seitdem seien 23 Personen getötet
worden, die meisten von ihnen Zivilisten, die versucht hätten, in
dem Chaos etwas Bargeld in ihren Besitz zu bringen, sagte
Rebellensprecher Antoine Beugre.
Der Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste, der vor einem Jahr mit
einem Putschversuch begonnen hatte, wurde im Juli offiziell beendet.
Die Spannungen halten aber weiter an.
(Quelle: ap)
Rebellen richten Blutbad in ugandischem Dorf an
So.28.09.03 - Im Nordosten von Uganda haben Rebellen ein Dorf überfallen und ein
Blutbad unter der Bevölkerung angerichtet. Mindestens neun
Menschen seien getötet worden, teilten Behördenvertreter und
Militärsprecher am Samstag mit. Die Kämpfer der
Widerstandsarmee des Herrn (LRA) griffen die Ortschaft Amimir, 300
Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kampala, am Donnerstag an.
Die Bewohner seien in den Busch geflohen, und einige seien dort ihren
schweren Verletzungen erlegen, sagte Ndiwa Chamsuet, ein Sprecher der
Bezirksverwaltung. Die Suche nach Opfern des Massakers dauere an. Nach
Militärangaben kamen auch drei Rebellen ums Leben.
Die LRA kämpft seit 1986 gegen die Regierung von Präsident
Yoweri Museveni. Ihr gewaltsamer Aufstand hat den gesamten Norden des
Landes verwüstet und tausende Bewohner das Leben gekostet. Allein
seit Juni flohen nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP)
der Vereinten Nationen rund 300.000 Menschen aus ihren Heimatorten.
Insgesamt hat der Bürgerkrieg bislang 1,1 Millionen Ugander zu
Flüchtlingen gemacht.
Die Rebellen der LRA kämpfen gegen die Regierung von
Präsident Yoweri Museveni. Immer wieder entführen sie Kinder
und Jugendliche, um sie zu Kämpfern auszubilden oder als
Konkubinen zu misshandeln.
(Quelle: ap)
Erste europäische Mond-Sonde erfolgreich gestartet
So.28.09.03 - Gut vier Jahrzehnte nach der ersten Mondlandung einer sowjetischen
Sonde hat Europa in der Nacht zum Sonntag seine erste eigene Mission
zum Mond gestartet. Die Mondsonde SMART-1 hob gemeinsam mit zwei
kommerziellen Satelliten um 01.14 Uhr (MESZ) an Bord einer
Ariane-5-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana
ab. Den Mond soll sie nach etwa 16 Monaten Reise Anfang 2005 erreichen
und dann rund ein Jahr schwebend Daten sammeln. SMART-1 ist mit einem
neuen Ionen-Antrieb ausgestattet, auf dessen Grundlage selbst Reisen in
den Kuipert-Kometengürtel hinter dem Pluto möglich werden
sollen. Der Bau und die Reise der Mondsonde kosten nach Angaben des
Bundesforschungsministeriums rund 110 Millionen Euro.
Als Starttermin für die 367 Kilo leichte und nur einen Kubikmeter
großen Sonde der Raumagentur ESA wurde ein 19-minütiges
Zeitfenster errechnet, das sich am Sonntag um 01.02 Uhr
mitteleuropäischer Zeit öffnete. Um 01.14 Uhr gelang der
Start. Beim 162. Start eines europäischen Launchers war auch der
indische Satellit INSAT-3E sowie der Kommunikationssatellit e-BIRD
für die Firma Eutelsat an Bord. Ursprünglich war der Start
für den 28. August vorgesehen. Er wurde zwei Mal verschoben, weil
die indische Raumagentur letzte Tests an ihrem Satelliten vornehmen
wollte.
Erstmals setzen die Europäer einen "Ionen-Motor" ein, bei dem die
Sonnensegel von SMART-1 mit 14 Metern Spannweite Lichtstrahlen
einfangen und daraus immerhin 1,9 Kilowatt Strom erzeugen. Drei Viertel
davon fließen in den Antrieb - sie bauen einen Strahl aus
geladenen Teilchen (Ionen) auf. Die Schubkraft dieses Ionenantriebs ist
zwar relativ gering, arbeitet dafür aber über Jahre und damit
wesentlich länger und für weitere Distanzen als
konventionelle chemische Raketenantriebe. Mit diesem Antrieb soll die
Sonde auf einer langen spiralförmigen Flugbahn zum bis zu 400.000
Kilometer entfernten Mond fliegen.
Eineinhalb Tage nach dem Start kommt einer der spannendsten
Augenblicke: die erste Zündung des Ionentriebwerks. Dies nimmt
eine Schlüsselposition bei der Aktivierung aller Bordsysteme ein,
denn ein Fehlschlag würde das Ende der Mission bedeuten. SMART-1
könnte dann den Mond niemals erreichen. Fällt die Analyse der
Daten von der ersten Zündung positiv aus, kann der Antrieb in den
Dauerbetrieb geschaltet werden. Es folgt eine zwölfmonatige
Annäherung an den Mond.
Mit SMART-1 soll auch die Miniaturisierung von Raumfahrzeugen und
Instrumenten erprobt werden. Schließlich steht der Name für
"Small Missions for Advanced Research in Technology" - kleine Missionen
sollen große technische Fortschritte ermöglichen. An die
Raumgefährte wird der Anspruch gestellt, mit geringen Kosten weit
zu kommen und viele wertvolle Informationen zur Erde zu funken, etwa
Bilder von Kratern und Ebenen, Daten über die Beschaffenheit des
Mondes oder mögliche Vorkommen von Wasser auch auf der mit minus
170 Grad eiskalten, stets der Sonne abgewandten Seite des Mondes.
Für Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) ist das
Projekt der Beleg für die technologische Spitzenleistung in der
deutschen und europäischen Raumfahrt. "Europa legt mit SMART-1 den
technologischen Grundstein für künftige interplanetare
Forschungsmissionen", sagte Bulmahn am Freitag in Berlin.
(Quelle: afp)
Mehr Information zum Thema unter:
http://www.esa.int/export/esaCP/SEM3OH0P4HD_Germany_0.html
http://www.esa.de
http://www.esa.int/export/esaCP/SEMNRG0P4HD_Austria_0.html
Stromausfall in ganz Italien
So.28.09.03 - In Italien ist in der Nacht zum Sonntag der Strom ausgefallen. Polizei-
und Medienberichten zufolge waren alle Landesteile betroffen. Zur
Ursache war zunächst nichts bekannt. Der Stromausfall begann gegen
04.00 Uhr und dauerte um 07.00 Uhr noch an.
Die ersten Berichte kamen aus Rom, wo in der so genannten "Weißen
Nacht" noch zahlreiche Museen, Restaurants und Bars geöffnet
hatten und Partys gefeiert wurden. Hunderte Menschen saßen laut
einem Bericht der Nachrichtenagentur ANSA in der U-Bahn fest.
Später teilte die nationale Elektrizitätsgesellschaft ACEA
mit, dass der Strom im gesamten Land ausgefallen sei.
Die Behörden in Mailand teilte am Morgen mit, dort sei die
Stromversorgung in der Stadt und in einigen umliegenden Gebieten zum
Teil wiederhergestellt worden. "Natürlich gibt es Probleme, aber
angesichts der Lage läuft es noch gut", sagte ein Sprecher des
Katastrophenschutzes, Pasquale Aversa. Krankenhäuser und andere
Notfallzentren arbeiteten mit Notstromgeneratoren. In Rom würde in
Kürze die Katastrophenschutzbeauftragten zusammenkommen.
Wegen des Stromausfalls in Italien konnte auch der Bahnverkehr zwischen
der Schweiz und Italien am Sonntagmorgen nicht aufgenommen werden. Wie
die Verkehrsinformation Viasuisse mitteilte, verkehrten die
internationalen Züge in Richtung Süden nur bis Chiasso. Bei
den aus Chiasso kommenden Zügen fehlten die Wagen aus Italien.
Informationen über den Stromausfall waren nur schwer zu bekommen.
Betroffen waren auch der Radio- und Fernsehstationen in ganz Italien,
die Telefonleitungen zu den Behörden waren immer besetzt.
Italien hatte schon im Juni in einigen Landesteilen mit
Stromausfällen zu kämpfen, als wegen der
außergewöhnlichen Hitze die Stromnetze überlastet
waren. ACEA hatte schon zu gewarnt, der Strombedarf in Italien steige
stärker, als langfristig gesehen bereitgestellt und importiert
werden könne.
Italien ist auch nicht das einzige Land, das in jüngster Zeit von
schweren Stromausfällen betroffen war. Ab dem 14. August waren
rund 50 Millionen Menschen in den USA und Kanada tagelang ohne Strom,
am 28. August war London betroffen, am 23. September gingen in
Dänemark und Schweden die Lichter aus.
(Quelle: ap)
Strom aus dem Weltall
So.28.09.03 - Die Energieversorgung aus dem Weltall ist noch eine Vision. Doch in
etwa 50 Jahren könnte ein Kraftwerk in 36 000 Kilometern Höhe
Verbraucher auf der Erde mit Strom aus Sonnenlicht versorgen, sagte
Hartmut Müller vom Raumfahrtsunternehmen EADS Space Transportation
am Dienstag in Bremen bei der Vorstellung eines Gerätes zur
zielgenauen Energieübertragung per Laser. Das grundlegende Problem
der Zielfindung und -verfolgung des Laserstrahls sei gelöst.
Mit dieser deutschen Entwicklung sei ein "erster entscheidender
Meilenstein für künftige lasergestützte solare
Energiesysteme auf der Erde wie im All gesetzt worden", sagte
Müller. Seit rund 30 Jahren suchten Experten weltweit nach
Lösungen, die unerschöpfliche Sonnenenergie direkt aus dem
Weltraum für irdische Anwendungen nutzbar zu machen.
Mit der von EADS im Verbund mit der Universität Kaiserslautern in
zwei Jahren entwickelten Technik sei es möglich, dem Laserlicht
Informationen zur Positionserkennung zu geben, über die sich der
Energiestrahl punktgenau zu seinem Ziel steuern lässt. Im All
werde die Sonnenenergie mit Solarzellen eingefangen und als
gebündelter Laserstrahl zu einer Empfangsstation auf der Erde
gesendet. Die bisherigen Investitionen bezifferte Müller auf mehr
als 600 000 Euro.
In einer nächsten Forschungsphase soll in weiteren Bodentests die
transportierbare Leistung schrittweise auf mehrere Kilowatt erhöht
werden. Im Jahr 2008 könnten dann erste Lasereinheiten an der
Internationalen Raumstation angebracht werden, sagte Müller. Die
Wissenschaftler hoffen, dass sich die Energiewirtschaft in der
nächsten Phase aktiv an dem Projekt weltraumgestützter
Stromgewinnung beteiligt.
(Quelle: dpa)
Ozonloch über Südpol wieder gewachsen +++ Ursache sind
Fluorchlorkohlenwasserstoffe und andere Ozonkiller
So.28.09.03 - Das Ozonloch über der Antarktis hat in diesem Jahr fast die
dreifache Fläche Europas erreicht und ist damit das
zweitgrößte, das jemals gemessen wurde. Nach Angaben der US-
Weltraumbehörde NASA vom Donnerstag nahm das Ozonloch über
dem Südpol Mitte September eine Fläche von 28,2 Millionen
Quadratkilometern ein. Das bisher größte Ozonloch war im
Jahr 2000 mit 29,8 Millionen Quadratkilometern gemessen worden.
Die Rekordhitze in Europa war kein Auslöser für die
Ausdehnung des Ozonlochs. Ursache sind Fluorchlorkohlenwasserstoffe
(FCKW) und andere Ozonkiller. Die Ausdehnung des Ozonlochs werde dann
maßgeblich durch den Südpolarwirbel bestimmt, der dieses
Jahr besonders stark gewesen sei, erläuterte
Atmosphärenforscher Martin Schultz vom Max- Planck-Institut
für Meteorologie in Hamburg. "Die Stärke und Größe
des Polarwirbels schwankt von Natur aus von Jahr zu Jahr." Die
Klimaerwärmung habe zwar langfristige Auswirkungen auf das
Ozonloch, aber von einem einzelnen heißen Sommer lasse sich die
Größenzunahme nicht ableiten.
Wissenschaftler der NASA und der US-Wetterbehörde NOAA
erklärten, extrem kalte Temperaturen besonders am Rand der
Antarktis trügen zu einem Ausdünnen der Ozonschicht bei. Auch
diese Temperaturen schwanken von Jahr zu Jahr stark. Im September 2002
war das Ozonloch nach NASA-Angaben knapp 21 Millionen Quadratkilometer
groß.
Auf Grund des Montréal-Protokolls zum Schutz der Ozonschicht von
1987 hat die weltweite FCKW-Produktion stark abgenommen. Forscher
vermuten daher, dass das Ozonloch über der Antarktis in etwa 50
Jahren verschwunden sein könnte. Experten weltweit fordern zudem
den Produktionsstopp des Ozon zerstörenden Pflanzenschutzmittels
Methylbromid.
(Quelle: dpa)
Clement und Trittin weiter uneins in Energiepolitik +++
Wirtschaftsminister: Weltklima keine deutsche Frage
So.28.09.03 - In der Energiepolitik gibt weiter keine einheitliche Linie der
Bundesregierung. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) forderte am
Samstag bei einem Energiekongress der Grünen in Berlin abermals
deutliche Einschnitte bei der Förderung erneuerbarer Energien und
äußerte erhebliche Zweifel am Ziel, den deutschen
Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 um 40 Prozent unter den Wert
von 1990 zu senken. Umweltminister Jürgen Trittin hielt in beiden
Punkten dagegen.
Damit setzt sich der seit Wochen schwelende Streit zwischen den
Ministern fort. Hinter den Kulissen wird über mehrere
Gesetzesprojekte gerungen, darunter die Novelle des Gesetzes über
erneuerbare Energien und die Ausgestaltung des Emissionshandels zum
Klimaschutz.
Clement bekannte sich zwar zu dem von der Koalition vereinbarten Ziel,
den Anteil von erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne oder Biomasse an
der Stromversorgung bis 2010 auf 12,5 Prozent zu erhöhen. Dabei
dürften die Kosten der Förderung aber nicht ebenso stark
mitwachsen. Ziel müsse eine baldige Wettbewerbsfähigkeit des
Ökostroms sein. Dazu müsse die Förderung in den
nächsten Jahren stärker als von Trittin geplant
zurückgefahren werden; nötig sei "mehr als nur minimale
Degression".
Darüber hinaus brachte Clement erneut sein umstrittenes
"Ausschreibungsverfahren" bei der Förderung von Ökostrom ins
Spiel. Dabei würde die Förderung an den billigsten Anbieter
vergeben. Dies lehnte Trittin rundweg ab. Bei der Novelle des Gesetzes
über erneuerbare Energien gehe es darum, "das Instrument zu
optimieren und nicht darum, es durch ein weniger erfolgreiches
Instrument zu ersetzen".
Das bisherige Verfahren des Gesetzes, wonach für Ökostrom
über Jahre hinweg eine Vergütung oberhalb des Marktpreises
gezahlt wird, habe sich bewährt, meinte Trittin. Andere
Länder hätten das deutsche Modell übernommen. Die
Förderung erfolge zu "Kosten, die den Vergleich nicht scheuen
müssen". Dennoch bekannte sich Trittin allgemein zu einer
effizienteren Förderung. So sollten zum Beispiel Windkraftanlagen
an ungünstigen Standorten weniger gefördert werden.
Beim Klimaschutz wandte sich Clement vehement dagegen, dass Deutschland
sich noch mehr anstrenge, während die europäischen Partner
ihre Verpflichtungen vernachlässigten. "Das Weltklima ist nicht
eine deutsche Frage", betonte der Wirtschaftsminister. "Wir sind dabei,
uns zu überheben."
In dem Zusammenhang sei das 40-Prozent-Ziel der Grünen zur
Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes bis 2020 "überaus
ehrgeizig". Clement legte nahe, dass es unerreichbar sei. Denn die
bisher erzielten Fortschritte beim Klimaschutz seien in erheblichem
Maße dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft zu verdanken. Eine
ähnliche wirtschaftliche Umwälzung sei nicht zu erwarten.
Klimaschutz sei eine zentrale Kostengröße.
Trittin unterstrich dagegen, dass "Klimaschutz ein gigantischer
Zukunftsmarkt" sei. Wenn in Deutschland hocheffiziente Gasturbinen oder
Biomassekraftwerke entwickelt und eingesetzt würden, sei dies auch
eine Chance für die Exportwirtschaft. Es handele sich um eine
"Win-Win-Chance für Umwelt, Wachstum und Beschäftigung",
sagte der Umweltminister.
Einig waren sich die Minister bei der Frage, dass es auch künftig
in Deutschland einen Energiemix geben müsse. Trittin erkannte an,
dass es 2020 neben neuen Gaskraftwerken und Ökostromanlagen auch
einen "beachtlichen Anteil von Braun- und Steinkohlekraftwerken" geben
werde.
(Quelle: ap)
Zukunftskongress der IG BCE: Bundeskanzler räumt Fehler ein
So.28.09.03 - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Fehler bei der Umsetzung
der Reformpläne der rot-grünen Regierung eingeräumt.
"Dass im Moment das Maß der Ergebnisse etwas unterentwickelt ist,
das will ich nicht bestreiten, weil es sich auch nicht bestreiten
ließe", sagte Schröder in Hannover bei einem so genannten
Zukunftskongress der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG
BCE). Die Regierung habe der Bevölkerung zeitweise nicht den
Eindruck vermittelt, dass der angekündigte Reformkurs auch
tatsächlich gehalten und umgesetzt werde.
Vor gut zwei Wochen hatte Schröder im Bundestag bereits Fehler in
der Regierungsarbeit eingestanden. Damals räumte er ein, dass es
eine falsche Entscheidung gewesen sei, nach dem Regierungswechsel 1998
den von der vorherigen, unionsgeführten Bundesregierung
eingeführten demographischen Faktor bei der Rentenberechnung
abzuschaffen.
Schröder forderte am Samstag in Hannover, die Deutschen
müssten bis zum Renteneintritt künftig
wieder länger arbeiten. Ziel müsse es sein, dass das reale
Rentenalter von 60,4 Jahren wieder mehr an das nominale von 65 Jahren
angeglichen werde. "Das löst zwar nicht alle Probleme, aber es
hilft, einige zu lösen." Die Rentenbezugsdauer sei seit 1960 um 70
Prozent gestiegen. Der Altersaufbau der Gesellschaft übe
zusätzlichen Druck aus, erklärte der Kanzler.
Vor mehreren hundert Gewerkschaftsmitgliedern forderte der Kanzler
Gewerkschaften und Arbeitgeber auf, über geltende Vorruhestands-
Regelungen neu zu verhandeln. "Dieser Prozess kann nicht so
weitergehen, weil er nicht mehr finanzierbar ist." Das Rentensystem
müsse erneut überarbeitet werden, weil bei der
Einführung der Riester-Rente die konjunkturellen Erwartungen noch
zu optimistisch gewesen seien. "Natürlich wird das schmerzhaft
werden, das ist gar keine Frage", sagte Schröder.
Der Kanzler verteidigte das Gesundheitsreformgesetz, das am Freitag im
Bundestag trotz einiger Gegenstimmen aus der SPD verabschiedet worden
war. "Natürlich sind auch Belastungen für die Versicherten
drin, sonst könnten die Beiträge nicht sinken." Diese
Belastungen seien aber sozial gerecht verteilt.
(Quelle: dpa)
Schröder warnt SPD vor Machtverlust +++ SPD-Linke wirft Regierung
fehlende soziale Balance vor +++ Anhaltende SPD-Diskussion über
Abweichler
So.28.09.03 - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat seine Partei angesichts
anhaltender interner Kritik an seinem Kurs vor einem Machtverlust
gewarnt. Zugleich wurden in der SPD Forderungen nach einem
Mandatsverzicht der sechs sozialdemokratischen Abgeordneten laut, die
am Freitag gegen den mit der Union vereinbarten Kompromiss zur
Gesundheitsreform gestimmt hatten.
Schröder mahnte die SPD am Samstag auf einem Kongress der IG
Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in Hannover nachdrücklich zur
Geschlossenheit. "Guckt mal genau hin, wie das 1982 gelaufen ist, als
sich die sozial-liberale Koalition in einem Erosionsprozess
auflöste", warnte er. Der SPD-Abgeordnete Martin Schwanholz
forderte in einem Zeitungsinterview die sechs Abweichler auf, ihr
Mandat niederzulegen. Nach Informationen des Magazins "Focus" wurden
solche Forderungen in der Sitzung der SPD-Fraktion nach der Abstimmung
zur Gesundheitsreform mit viel Applaus bedacht. Die SPD-Linke Andrea
Nahles warnte davor, mit derartigem Druck den partei-internen Streits
anzuheizen.
Das SPD-"Forum Demokratische Linke 21" warf der Regierung eine fehlende
soziale Balance vor und beschloss einen eigenen Leitantrag für den
kommenden SPD-Parteitag. Darin werden unter anderem eine höhere
Erbschaftssteuer für Vermögende, eine Ausbildungsplatzabgabe
für nicht ausbildende Betriebe, eine Bürgerversicherung sowie
eine grundlegende Wende zu einer neuen Sozialstaatskonzeption
gefordert. Daneben treten die SPD-Linken für eine
Investitionsoffensive in Milliardenhöhe sowie einen
finanzpolitischen Kurswechsel mit der Abkehr vom Ziel eines
ausgeglichenen Haushalts ein.
Schröder erinnerte seine Partei daran, dass es nach dem Bruch der
sozialliberalen Koalition 1982 16 Jahre gebraucht habe, bis die SPD
wieder den Kanzler stellen konnte. Trotz der Nein-Stimmen im eigenen
Lager bei der Abstimmung über die Gesundheitsreform
äußerte sich Schröder zuversichtlich, dass auch die
weiteren Reformvorhaben durchgesetzt werden können. Den
Gewerkschaften sagte er zu, ihre Bedenken bei den weiteren Reformen
anzuhören. An deren zentralen Punkten werde er aber nichts
ändern. Nichts werde "in Watte gepackt", sagte er zur
Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Wirtschaftsminister
Wolfgang Clement (SPD) sagte Reuters, er gehe davon aus, mit der Union
auf diesem Gebiet zu einem Kompromiss zu kommen.
Ungeachtet dessen sahen sich der Kanzler und seine Regierung weiterhin
heftiger Gewerkschaftskritik ausgesetzt. DGB-Chef Michael Sommer warf
der Regierung in einem Interview der "Berliner Zeitung" mit Blick auf
die Reformen am Arbeitsmarkt und Kürzungen zu Lasten von
Arbeitslosen Wortbruch vor. Das Verhältnis der Gewerkschaften zu
Schröder sei spürbar gestört. Die SPD selbst warnte er
davor, ihren sozialen Charakter zu verlieren. "Das wäre der
Abstieg der SPD", sagte er. IG-BCE-Chef Hubertus Schmoldt warnte die
Sozialdemokraten, die soziale Ausgewogenheit bei ihrer Politik zu
vergesse.
In der SPD wurde weiterhin heftig über die sechs SPD- Abweichler
diskutiert. SPD-Fraktionschef Franz Müntefering hatte sie in der
ARD "feige und klein kariert" genannt. Münteferings Stellvertreter
Joachim Poß sagte der "Welt am Sonntag", es gehe nicht darum,
jemandem die Überzeugung zu nehmen, sondern darum den
Wählerauftrag zum Regierung auszuführen. Niemand in der
Fraktion sei legitimiert, die Handlungsfähigkeit von Fraktion und
SPD als Volkspartei in Frage zu stellen. Reinhold Robbe vom "Seeheimer
Kreis" der Parteirechten forderte, eine Wiederholung dürfe es
nicht geben. Die Entscheidung über die Gesundheitsreform habe mit
einer Gewissensentscheidung nichts zu tun.
Die SPD-Linke Nahles warnte vor Forderungen nach einem Mandatsverzicht.
"Ich glaube, dass ist keine sinnvolle Strategie. Es braucht mehr als
Drohkulissen, um die SPD über den Herbst und die schwierigen
Reformdebatten zu bringen", sagte sie. Bei der Konferenz der SPD-Linken
übten die Teilnehmer teils massive Kritik an dem Regierungskurs.
(Quelle: rtr)
Wahlforscher: Soziale Gerechtigkeit kein Königsweg für SPD
So.28.09.03 - Mehr soziale Gerechtigkeit bei den anstehenden Reformen, wie von der
Parteilinken gefordert, sei für die Sozialdemokraten nicht der
Königsweg aus dem Popularitäts-Tief, sagte Wahlforscher
Matthias Jung (Forschungsgruppe Wahlen) den "Lübecker Nachrichten".
Regierung und Partei müssten die Wähler vielmehr
überzeugen, dass die mit den Reformen beschlossenen Einschnitte
Erfolg haben und zu einem Aufschwung führen. Dazu sei ein klarer
Kurs nötig, sagte Jung der Zeitung.
Der größte Fehler der Bundesregierung und der SPD sei, dass
sie "in der herrschenden schwierigen Lage oft so wirr durcheinander
reden, dass die Wähler nur Missklang hören - die vom Kanzler
wiederholt kritisierte Kakophonie". Die Schuld am diffusen Bild trage
aber "zu einem ganz erheblichen Teil auch der Kanzler", sagte Jung. Er
führe "eine der größten programmatischen Innovationen
in der Nachkriegsgeschichte der SPD" durch, habe aber die Partei nicht
mit auf den Weg genommen, eile ihr quasi davon.
(Quelle: dpa)
Ludwig Stiegler führt Bayern-SPD kommissarisch
So.28.09.03 - Der stellvertretende SPD-Fraktionschef im Bundestag Ludwig Stiegler ist
zum kommissarischen Vorsitzenden der bayerischen berufen worden. Nach
der dramatischen Niederlage bei der Landtagswahl werde er die
Geschäfte bis zu einem außerordentlichen Landesparteitag
Anfang 2004 führen, sagte Stiegler nach einer SPD-Vorstandssitzung
am Samstag in München.
Nach dem Rücktritt des Landesvorsitzenden Wolfgang Hoderlein
hatten sowohl der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget als auch der
Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Walter
Kolbow die Nachfolge abgelehnt. Nach langer Diskussion erklärten
sich die drei stellvertretenden Landesvorsitzenden Stiegler, Kolbow und
Ulrike Mascher schließlich bereit, "den Neuaufbau nach diesem
Erdbeben" in die Wege zu leiten. "Wir lassen uns hier nicht unter einen
unnötigen Zeitdruck setzen", sagte Stiegler.
Es sei von hoher Symbolik, dass drei Bundespolitiker das von der
Bundespolitik maßgeblich mit verursachte Problem jetzt bearbeiten
müssten, sagte Stiegler. Das Trio sei ein gleichberechtigtes Team,
aber nach außen übernehme er als
geschäftsführender Vorsitzender eine herausgehobene Stellung.
Generalsekretärin Susann Biedefeld bleibe im Amt.
Maget sagte, der SPD-Landesvorstand habe sich nach langer Diskussion
mit großer Mehrheit seinem Wunsch angeschlossen, die Last auf
mehrere Schultern zu verteilen. In der Fraktion wie in der Partei gelte
es, schwierige Aufgaben zu bewältigen. Landesgruppenchef Stiegler
sei "die stärkste Figur der bayerischen SPD in Berlin". Die neue
Spitze der Bayern-SPD mache auch personell sichtbar, dass sie mit der
Bundes-SPD eng zusammen wirke. Kolbow begründete seine Absage, den
Landesvorsitz zu übernehmen, mit seiner Belastung als
Staatssekretär, Abgeordneter und SPD-Bezirkschef in Oberfranken.
Die SPD hatte bei der Landtagswahl vor einer Woche mit 19,6 Prozent ihr
bislang schlechtestes Wahlergebnis in Bayern erzielt. Hoderlein sagte,
Maget habe als Spitzenkandidat das Bestmögliche geleistet.
(Quelle: ap)
Sozialministerin Schmidt: Rentenversicherung hat große
Einnahmeverluste
So.28.09.03 - In der Rentenpolitik stehen möglicherweise schwerwiegende
Entscheidungen bevor.
Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) kündigte am Samstag im
Fernsehsender n-tv für Oktober Vorschläge für eine
Sicherung der gesetzlichen Rentenversicherung an. Dann sei bekannt, wie
groß das Defizit ausfallen werde, und welche Maßnahmen
ergriffen werden müssten. "Tatsache ist, wir haben in den letzten
Monaten Einnahmeverluste wie lange nicht mehr. Wir haben praktisch kein
Wachstum, obwohl die Zahl der Rentnerinnen und Rentner steigt", sagte
Schmidt.
Nach zunächst nicht bestätigten Informationen der
"Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" muss ein Loch von mehr als
sechs Milliarden Euro gestopft werden, wenn die Bundesregierung den
Rentenbeitrag auch 2004 bei 19,5 Prozent stabil halten will. "Das
bedeutet, dass es im nächsten Jahr nicht nur keine Rentenanpassung
geben wird. Die Rentner müssen sich vielmehr auf spürbare
Rentenkürzungen einstellen", sagte der haushaltspolitische
Sprecher der Union, Dietrich Austermann (CDU). Neben der von
Finanzminister Hans Eichel (SPD) bereits angekündigten
Kürzung von zwei Milliarden Euro fehlten bei der Rente fünf
Milliarden Euro auf der Ausgabenseite, wenn der Beitrag nicht steigen
solle.
(Quelle: rtr)
Sozialreformpläne der Herzog-Kommission sorgen für Ärger
in der Union
So.28.09.03 - Die Vorschläge der von der CDU eingesetzten Herzog-Kommission zur
Reform der Sozialsysteme sorgen parteiintern für heftigen Unmut.
Im "Spiegel" kritisieren führende Unionspolitiker die Pläne
für mehr Eigenvorsorge der Bürger und zur Privatisierung von
Leistungen. Unions-Fraktionsvize Horst Seehofer (CSU) sagte, dies
würde "das Gesicht der Volkspartei zum Negativen verändern".
Der Chef der Unions-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, Gerald Weiß
(CDU), sagte, das System werde "zum Ausschlachten freigegeben". Auch in
der Umgebung von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU)
würden Bedenken geäußert, berichtet das Magazin.
CSU-Chef Edmund Stoiber wolle im kommenden Jahr eigene Vorschläge
machen.
Laut "Rheinischer Post" gibt es zudem Ärger über
Kommissions-Pläne, den Grundgesetz-Artikel zum besonderen Schutz
von Ehe und Familie zu ändern. Das Gremium empfehle "dass die
Förderung von Ehe und Familie durch den Staat im Wesentlichen auf
eine Förderung von Familien mit minderjährigen Kindern oder
mit Kindern in der Ausbildung abzielen muss", heißt es. Vertreter
der katholischen Kirche hätten bereits Bedenken angemeldet. Das
Gremium unter Leitung von Alt-Bundespräsident Roman Herzog will
ihre Reformvorschläge am Montag offiziell beschließen.
(Quelle: dpa)
EU-Bildungskommissarin kritisiert deutsche Vielfalt
So.28.09.03 - Die EU-Bildungskommissarin Vivian Reding sieht in den Unterschieden
zwischen den Bundesländern das Hauptproblem des deutschen
Bildungssystems. Laut einem Vorabbericht der "Welt am Sonntag"
erklärte sie: "Wir können nicht vergleichbare Resultate in
ganz Europa einfordern, wenn es nicht einmal vergleichbare Resultate in
einem Staat gibt." Dennoch sei sie entschlossen, bis 2005 "bei aller
kulturellen Vielfalt in Europa Vergleiche von Schulen und Hochschulen
aufzuzeigen".
Im deutschen Bildungswesen gebe es "noch viele Schwachpunkte", sagte
sie dem Blatt zufolge. "Vorbild könnte Finnland sein, das nicht
nur in der Pisa-Studie bestes Land gewesen ist". In Finnland sei der
Lehrerberuf hoch geschätzt. "In Finnland haben Lehrer auch noch
Autorität. Sie sind von der Gesellschaft und von den Eltern
respektiert und angenommen. Schule ist eine Sache, wo es einen Chef
gibt und jemanden, der sich in eine Gemeinschaft einfügt. Wenn das
umgedreht ist, funktioniert es nicht mehr."
Der finnische Unterricht sei auch ausgerichtet auf differenzierte
Leistung. "In Finnland wird jedes einzelne Kind in seiner
Persönlichkeit, in seinen Problemen gefördert. Es wird nicht
in der Ecke sitzen gelassen, wenn es ein Problem hat."
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv
OECD-Studie: Schlechte Bildung in Deutschland schwächt
Wirtschaftswachstum
Mi.17.09.03 - Die im internationalem Vergleich geringe Zahl von Abiturienten und
Hochschulabsolventen in Deutschland ist nach einer OECD-Studie
mitverantwortlich für die aktuelle Wirtschaftsschwäche der
Bundesrepublik.
Während andere Industrieländer in den vergangenen zwei
Jahrzehnten den Bildungsstand ihrer Erwerbsbevölkerung erheblich
gesteigert hätten, stagniere dieser in Deutschland seit Anfang der
80er Jahre, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten
Analyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD)...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0309170.htm#030917_c
PISA-Studie
Für die "PISA"-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit u
nd Entwicklung (OECD) wurden rund 180.000 Schüüer aus 32 Staaten im Alter von
15 Jahren getestet, darunter etwa 5000 Deutsche. Im Vergleich landeten sie in allen
drei Leistungskategorien - Lesen, Rechnen und Naturwissenschaft - jeweils auf einem
der hintersten Plätze (20. bis 25.). Spitzenreiter sind dagegen Finnland, Korea, Kanada
und Japan. Besonders erschreckend für die Schulforscher: Gut jeder fünfte deutsche
Schüler (22,6 Prozent) erreicht bei der Lesekompetenz nur die niedrigste Leistungsstufe.
Die Fähigkeit, einen Text zu lesen und den Sinn zu verstehen, gilt aber als eine der
wichtigsten Voraussetzungen, um sich im Leben und Beruf zurecht zu finden und sich
auch mathematische und naturwissenschaftliche Kenntnisse anzueignen.
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-muenchen/n0205080.htm#schule_4
Leistungsdruck macht laut WHO-Studie Jugendlichen stärker zu schaffen
Mo.22.09.03 - Der Gesundheitszustand der Jugendlichen in Deutschland hat sich einer
Studie zufolge weiter verschlechtert. Laut den am Mittwoch an der
Universität Bielefeld veröffentlichten Ergebnissen des ersten
deutschen "Jugendgesundheitssurveys" leiden immer mehr junge Menschen
unter psychosomatischen und emotionalen Störungen. Besonders
betroffen seien Mädchen. Als Hauptgrund machten die Autoren
zunehmenden Leistungsdruck nach den Ergebnissen der internationalen PISA-Studie
aus...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0309220.htm#03092230
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Mobilfunk-Risiken werden erforscht
So.28.09.03 - Die Bundesregierung finanziert mit 8,5 Millionen Euro ein
Forschungsprogramm über mögliche gesundheitliche Risiken des
Mobilfunks. Wie die Parlamentarische Staatssekretärin im
Umweltministerium, Simone Probst, am Donnerstag in Berlin sagte, haben
die Mobilfunknetz-Betreiber zugesagt, das bis 2005 laufende
Forschungsprogramm mit der gleichen Summe zu unterstützen.
Vor zwei Jahren hatte die Strahlenschutzkommission des Bundes
festgestellt, dass es keinen Nachweis für
Gesundheitsbeeinträchtigungen gebe.
(Quelle: dpa)
Mehr zum Thema bei futurezone:
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?
read=detail&id=189090&tmp=95338
«Dauerreizthema Mobilfunk»
«Mehr als 60 Millionen Handys klingeln täglich in
Deutschland über 50 000 Sendestationen – und 12 000
Bürgerinitiativen protestieren dagegen. Wenn 2005 die UMTS-Technik
eingeführt wird, werden es voraussichtlich doppelt so viele
Antennen und vielleicht auch Widerständler.
Dass der Einfluss von elektrischen Schwingungen zu Schäden im
Erbsubstanzmolekül DNS und zur Produktion von Stressproteinen
führen kann, gilt zwar als gesichert, ob jedoch diese
Veränderungen den Menschen schaden, wird offiziell weiterhin
beharrlich bezweifelt. Was bleibt, sind Skepsis und diffuse Ängste
mit immer stärkerer Verweigerungshaltung. Eine Studie des
Marktforschungsunternehmens Soreon prognostiziert Mobilfunk-Anbietern
in den nächsten Jahren einen Umsatzrückgang von etwa acht
Prozent.
Doch nicht nur der Mobilfunkbranche weht ein rauer Wind entgegen, auch
in der Immobilienbranche ist Mobilfunk ein ständiges Reizthema.
Immobilien, die sich in der Nähe von Mobilfunkantennen befinden,
ließen sich weit schlechter verkaufen und vermieten. Zwischen
fünf und 50 Prozent Wertminderung seien hinzunehmen, sagten Makler
bei einer Umfrage des Münchner Umweltinstituts aus.
Friedrich Richler ist Geschäftsführer des Bayerischen
Siedler- und Eigenheimbundes. Der Verein vertritt die Interessen von 80
000 Selbstnutzern und bezieht zum Thema Mobilfunk eine eindeutige
Position. Das Dilemma gründe in den viel zu hohen Grenzwerten:
„Man sollte dem Beispiel der Schweiz folgen, wo die Grenze bei einem
Prozent der deutschen Werte liegt. Es kann nicht Aufgabe der Politik
sein, abzuwarten, ob Mobilfunk nicht doch irgendwann als schädlich
erkannt wird." Dabei sei eine „gewisse Schizophrenie" von staatlicher
Seite unübersehbar, kritisiert Richler. Einerseits werde der
Öffentlichkeit Unbedenklichkeit verkauft, aber gleichzeitig
existierten Vorgaben, dass auf Schulen, Kindergärten und
Krankenhäusern keine Mobilfunkantennen platziert werden.
Zivilrechtlich gibt es derzeit wenig Möglichkeiten, sich als
Wohneigentümer gegen Mobilfunk zu wehren. Subjektive Ängste
werden vor Gericht generell nicht berücksichtigt, ebenso wenig die
so genannten athermischen, also reizspezifischen Wirkungen auf den
menschlichen Organismus. Anders im Mietrecht. Hier gibt es Urteile des
Amtsgerichts München, wonach das subjektive Empfinden des Mieters
ausreicht, um einen Mangel der Mietsache anzuerkennen. „Das Problem ist
auch in der Rechtsprechung zweischneidig", sagt Richler. Was für
den Mieter gilt, gilt nicht für den Eigentümer. „Es bestehen
zwar Abwehransprüche des Eigentümers, das Problem ist nur, er
hat die Beweislast. Beim derzeitigen Stand der Dinge bleibt nur die
Möglichkeit, sich durch Dämmschutzmaßnahmen,
Dachbegrünung oder ähnliches vor den Strahlen zu
schützen."
Benachbarte Häuser werden übrigens umso weniger belastet, je
weiter das Gebäude frei aus dem Profil der umliegenden Häuser
herausragt. Ist dies nicht der Fall, kann das Signal nicht frei
abstrahlen und die oberen Stockwerke der umliegenden Gebäude
werden relativ stark bestrahlt. Mit der Vermietung von Basisstationen
kassieren Hauseigentümer circa 3000 bis 5000 Euro pro Jahr.
Dafür müssen sie aber immer häufiger mit
Minderungsansprüchen ihrer Mieter rechnen.»
(Süddeutsche Zeitung vom 26.09.03)
Blick ins Archiv:
Freiburger Appell gegen Umweltbelastungen durch Mobilfunk
Di.25.02.03 - Rund 35.000 Menschen sollen mittlerweile den
Freiburger Appell unterzeichnet haben.
30.000 Unterschriften kamen allein aus Deutschland und darunter wiederum 1000 von Ärzten...
Mehr unter
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0302250.htm#03022530
Forscher: Hinweise für Zellschäden durch Mobilfunk
Do.07.08.03 - Ein internationales Forscherteam hat in Laborversuchen Hinweise
dafür gefunden, dass elektromagnetische Felder wie etwa Mobilfunk
das menschliches Erbgut schädigen können...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0308070.htm#03080721
Aus Angst vor Bürgerprotesten: Mobilfunk-Antennen werden zunehmend versteckt angebracht
21.11.2001 - Auf den ersten Blick sieht es aus, als wird das Dach des
Kirchturms der Christuskirche im ostwestfälischen Löhne
repariert. Nur wenn man ganz genau hinsieht, kann man erkennen: In
Wirklichkeit wird hier gerade ein Mobilfunksender eingebaut. Damit man
den von außen nicht sieht, tauscht eine Spezialfirma die Ziegel
gegen speziell angefertigte Plastik-Dachpfannen aus, die die Strahlung
durchlassen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-kuenstlerkooperative/
mednews8.htm#0111210
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Zweite Festnahme in Zusammenhang mit Computervirus 'Blaster'
So.28.09.03 - Die US-Behörden haben im Zusammenhang mit dem Computervirus
'Blaster' einen zweiten Jugendlichen festgenommen. Der Teenager soll
nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft eine Variante des
ursprünglichen 'Blaster'-Wurms in Umlauf gebracht haben,
berichtete die 'Seattle Times' am Samstag.
Weltweit waren im Sommer Hunderttausende von Computern von dem Wurm
infiziert worden. Die Identität des Verdächtigen wurde nicht
bekannt gegeben.
Vor vier Wochen war der 19-jährige Jeffrey Lee Person verhaftet
worden, dem vorgeworfen wird, eine 'Blaster B-Variante' geschaffen zu
haben. Person soll nach US-Medienangaben mit der Veränderung den
Computerwurm noch gefährlicher gemacht haben. In der vergangenen
Woche erklärte sich der Schüler vor einem Gericht in Seattle
für nicht schuldig.
Die Urheber des ursprünglichen 'Blaster' sind noch nicht gefunden.
Der Wurm und die Varianten waren vor allem darauf angelegt,
Microsoft-Software lahm zu legen.
(Quelle: dpa)
Mehr zum Thema bei heise-online:
http://www.heise.de/newsticker/data/uma-27.09.03-002/
20 Jahre GNU
So.28.09.03 - Vor genau 20 Jahren kündigte Richard Stallman in einem Posting
sein bislang größtes Projekt an: Er werde zum Erntedankfest
damit beginnen, ein vollständig neues Unix-kompatibles
Betriebssystem namens GNU zu schreiben und dieses jedem, der in der
Lage sei es zu nutzen, frei zur Verfügung stellen.
Die Abkürzung GNU steht für "GNU's not Unix". In seiner
Mitteilung vom September 1983 erläutert Stallman seine
Beweggründe: "Ich betrachte es als goldene Regel, dass ich ein
Programm, das ich mag, mit anderen teilen muss, die es auch gerne
mögen."
Mehr bei heise-online:
http://www.heise.de/newsticker/data/uma-27.09.03-001/
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