Aktuelle Nachrichten
Irak am zweihundertundachten Tag nach Kriegsbeginn
Mindestens sechs Tote nach Selbstmordanschlag auf Hotel in Bagdad +++
Hotel gilt als Unterkunft von CIA-Mitarbeitern und Vertretern der von
den USA geführten Besatzung und Zivilregierung +++ US-Sprecher
dementiert Existenz von CIA-Büro in Hotel +++ Täglich
zwischen zwölf und 20 Anschläge auf US-Militär +++
Erstmals öffentliche Feiern in Kerbela in Erinnerung an Imam Mahdi
+++ Organisation der Islamischen Konferenz will irakischen
Verwaltungsrat anerkennen
Mo.13.10.03 - Selbstmordattentäter haben am Sonntag im Zentrum von Bagdad
US-Angaben zufolge mindestens sechs Iraker mit in den Tod gerissen,
dutzende wurden verletzt. Der Anschlag wurde nach neuen Angaben der
US-Armee mit zwei Autos verübt und galt einem Hotel das
mutmaßlich als Unterkunft von Mitarbeitern des US-Geheimdienstes
CIA und anderen Vertretern der von den USA geführten Besatzung und
Zivilregierung dient. In US-Regierungskreisen in Washington hieß
es allerdings, es handle sich nicht um eine CIA-Einrichtung.
Zwei große Limousinen hätten mit hoher Geschwindigkeit eine
Sperre am stark gesicherten Hotel Bagdad durchbrochen und seien
explodiert, sagte US-Militärsprecher George Krivo in Bagdad in der
Nacht zum Montag. US- und irakische Sicherheitskräfte hätten
das Feuer auf die heranpreschenden Fahrzeuge eröffnet. Damit sei
eine weit größere Tragödie verhindert worden, weil die
Fahrzeuge daran gehindert worden seien, den Eingang des Hotels zu
erreichen. "Die Autos schwenkten herum und versuchten neben dem
Kontrollpunkt vorbeizukommen. Dann gab es eine Detonation und eine
Explosion", sagte er vor Reportern.
Durch die Wucht der Explosion zerbarsten auch noch mehrere
Häuserblocks entfernt Fensterscheiben. Das Erdgeschoss eines
Nachbargebäudes des Hotels wurde durch die Explosion in Flammen
gesetzt und dicker schwarzer Rauch stieg von dem Anschlagsort auf.
US-Hubschrauber kreisten über dem Hotel und die irakische Polizei
war zu Dutzenden im Einsatz.
Es sei unklar, ob beide Fahrzeuge mit Sprengstoff beladen gewesen seien
oder ob eines von ihnen lediglich die Sperre durchbrechen sollte, um dem
zweiten freie Bahn zum Hotel zu verschaffen, sagte Krivo weiter.
Zunächst hatte ein Armeesprecher gesagt, ein Mann habe mit seinem
Auto die Sicherheitssperre durchbrochen und die Bombe gezündet.
Augenzeugen hatten jedoch zuvor bereits von zwei Fahrzeugen gesprochen,
mindestens eines der beiden soll weiß gewesen sein.
Unter den Verletzten der Bombenexplosion sind auch
Regierungsratmitglied Muwaffak al-Rubai und ein Korrespondent der
Washington Post, der ihn gerade interviewte. Die 25 Mitglieder des von
den US-Besatzern eingesetzten provisorischen Regierungsrats werden von
Teilen der Bevölkerung als "Verräter" angefeindet. Der
radikale Schiit Muktada al-Sadr hatte zwei Tage zuvor zur Bildung einer
Parallelregierung im Irak aufgerufen, die den Rat ersetzen solle.
Der irakische Polizeichef vermutet hinter dem Anschlag auf das Hotel in
Bagdad die Extremisten-Organisation El Kaida oder Anhänger des
gestürzten Präsidenten Saddam Hussein. Die El Kaida wird
unter anderem auch für die Anschläge am 11. September 2001 in
den USA verantwortlich gemacht.
Im Nordosten der Stadt hatten am Donnerstag zwei Iraker ebenfalls mit
einem Auto einen Selbstmordanschlag auf eine Polizeistation verübt
und mindestens acht Menschen getötet. Der Anschlag auf den
UNO-Sitz in der Stadt war mit einem Lastwagen verübt worden, der
mit Sprengsätzen gefüllt war. Damals starben 22 Menschen.
Die US-Streitkräfte im Irak sehen sich US-Militärangaben
zufolge täglich mehr als einem Dutzend Anschlägen ausgesetzt.
Wenige Stunden vor dem Anschlag auf das Hotel warf US-Angaben zufolge
ebenfalls im Zentrum Bagdads ein Junge eine Bombe mit
Plastik-Sprengstoff auf einen Autokonvoi aus drei zivilen Fahrzeugen.
Fünf Iraker seien verletzt worden, darunter ein schiitischer
Geistlicher, sagten Augenzeugen. Die Schiiten - größte
Glaubensgemeinschaft im Land und unter Saddam Hussein systematisch
unterdrückt - arbeiten mit den Besatzern zusammen und waren
bereits mehrfach Ziel von Anschlägen.
In der Heimatstadt Saddams, Tikrit im Norden Bagdads, explodierte am
Sonntag eine Bombe außerhalb eines großen
Armeestützpunktes. Drei Soldaten seien verletzt worden, einer
davon schwer, sagte ein Armeesprecher. Einer Zählung der Armee
zufolge werden auf das US-Militär täglich zwischen zwölf
und 20 Anschläge verübt. In den 24 Stunden bis
Samstagnachmittag seien es sogar 28 gewesen, sagte ein Armeesprecher.
Angesichts der täglichen Angriffe und steigender Kosten für
den Irak-Einsatz bemühen sich die USA um stärkere
Unterstützung durch andere Staaten, wollen aber die Führung
von Militär und Verwaltung des Landes in den eigenen Händen
behalten. Kritiker fordern vor einer Beteiligung am Irak-Einsatz mehr
Einfluss der UNO und damit eine breitere, internationale Basis für
den Wiederaufbau. Dieser Position schloss sich am Sonntag auch China
öffentlich an: "Es ist notwendig, dass die Vereinten Nationen ...
dem Land helfen, seine Souveränität so schnell wie
möglich wiederzuerlangen", sagte Außenminister Li Zhaoxing
einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge seinem
US-Kollegen Colin Powell in einem Telefongespräch.
In der irakischen Pilgerstadt Kerbela haben in der Nacht zum Sonntag
erstmals seit Jahrzehnten wieder die schiitischen Feiern zum Gedenken
an den Imam Mahdi begonnen. Die Behörden rechneten mit der
Teilnahme von bis zu fünf Millionen schiitischen Pilgern. Seit den
frühen Morgenstunden riss der Strom zur Moschee des Imam Hussein,
der zweitwichtigsten Pilgerstätte der Schiitien in Irak, nicht ab.
Unter dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein waren die
schiitischen Feiern verboten. In Kerbela herrschen seit Tagen
ungewöhnlich scharfe Sicherheitsvorkehrungen aus Furcht vor einem
ähnlich blutigen Anschlag wie vor rund sechs Wochen in Nadschaf,
bei dem Schiitenführer Ayatollah Mohammed Bakr el Hakim sowie 82
weitere Menschen getötet wurden.
Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) will den irakischen
Verwaltungsrat als offizielle Regierung des Landes anerkennen. Aus
diplomatischen Kreisen verlautete, die am Sonntag in Malaysia
eingetroffenen Außenminister der 56 Mitgliedsländer wollten
über eine entsprechende Resolution diskutieren. Darin solle die
Einrichtung des Verwaltungsrats begrüßt, gleichzeitig jedoch
eine schnelle Übergabe der Souveränität an die Iraker
gefordert werden.
Die Entschließung werde den Verwaltungsrat anerkennen und ihn als
Schritt in die richtige Richtung bezeichnen, erklärte der
jordanische Gesandte Musa Braiza. Mit Widerstand gegen einen solchen
Text sei nicht zu rechnen. Die Außenminister der Organisation der
Islamischen Konferenz (OIC) wollen am (morgigen) Montag und Dienstag in
Putrajaya zusammenkommen, die OIC-Staats- und Regierungschefs dann am
Donnerstag und Freitag.
Der irakische Verwaltungsrat hatte sich zuvor um Unterstützung
für seine ablehnende Haltung gegenüber der Stationierung
türkischer Truppen in Irak bemüht. Der irakische Delegierte
Rijadh el Fadhli erklärte, Truppen aus den Nachbarländern
könnten die Probleme Iraks verschärfen. Die Türkei
forderte dagegen die OIC-Mitglieder auf, nicht länger auf ein
UN-Mandat zu warten und Irak sofort zu helfen.
Gastgeber Malaysia hatte ursprünglich erklärt, der
Verwaltungsrat könne den Sitz Iraks in der OIC nicht für sich
beanspruchen, weil er nur eine Marionette der Besatzer sei. Die
arabischen Ländern bestanden jedoch auf einer Teilnahme Iraks.
Zum Auftakt der einwöchigen Konferenz in Putrajaya forderte
OIC-Generalsekretär Abdelouahed Belkeziz am Samstag den Abzug der
amerikanischen Truppen aus Irak. Die Besatzung habe dem irakischen Volk
seine Souveränität genommen, enthalte ihnen ihre
Unabhängigkeit vor und habe ihr Land zerstört, sagte er. Er
appellierte an die USA, Irak im Rahmen eines "klaren und kurzen
Zeitplans" wieder aufzubauen und die Regierungsgewalt an die Iraker
zurückzugeben.
Die Islamische Entwicklungsbank sagte Irak zwei Millionen Dollar
für humanitäre Hilfe zu. Die Bank erklärte am Sonntag in
Putrajaya, wenn das Geld aufgebraucht sei, könne weiteres zur
Verfügung gestellt werden. Weitere Hilfe solle an die
Palästinenser in den Autonomiegebieten gehen.
(Quelle: rtr, afp, dpa, ap)
«Die Beirutisierung Bagdads»
In Sadr-City, dem schiitischen Armenviertel von Bagdad, leben 4
Millionen Menschen. Dort kam es in letzter Zeit öfter zu blutigen
Anschlägen und Gefechten zwischen Sadr-Milizen und US-Soldaten. Am
Donnerstag starben bei einem Gefecht zwischen mutmaßlichen
Mitgliedern der al-mahdi-Armee von as-Sadr und US-Soldaten zwei
amerikanische Soldaten. Stunden zuvor waren bei einem Anschlag auf ein
Polizeirevier in Sadr-City neun Menschen ums Leben gekommen.
Laut al-Dschasira könnte der Ort der Anschläge ein
deutliches Zeichen dafür sein, dass die schiitischen Muslime ihre
zurückhaltende, nicht aggressive Haltung gegenüber den
Besatzungsmächten aufgeben .
(Quelle: telepolis, 13.10.03)
http://www.telepolis.de/deutsch/special/irak/15842/1.html
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Nahost-Konflikt
Syrien und Israel verschärfen Krieg der Worte +++
Palästinenserregierung wenige Tage nach Vereidigung vor dem Aus.
Kureia gibt im Machtkampf mit Arafat auf +++ Bis zu 2000
Palästinenser verlieren bei dreitägigen israelischen
Militäreinsatz Rafah im Süden des Gazastreifens ihre Wohnungen
+++ EU-Kommissionspräsident Prodi äußert tiefen
Pessimismus über Lage in Nahost und Irak
Mo.13.10.03 - Syrien und Israel haben sich nach dem israelischen Luftangriff auf
syrisches Territorium gegenseitig mit Militäraktionen gedroht.
"Im Fall einer Wiederholung (des israelischen Angriffs) hat Syrien das
Recht, sich selbst zu verteidigen", sagte eine Sprecherin des syrischen
Außenministeriums am Samstag vor Journalisten in Damaskus. Israel
reagierte prompt und erklärte, es betrachte alle Staaten als
legitimes Ziel, die Terroristen Unterschlupf gewährten.
"Israel betrachtet jeden Staat, der Terrorgruppen oder den
Anführern solcher Terrorgruppen, die unschuldige Bürger
Israels angreifen, Unterschlupf geben, als legitimes Ziel unserer
Selbstverteidigung", sagte Gideon Meir, ein hochrangiger Sprecher des
israelischen Außenministeriums. "Ein Staat, der Terrorgruppen
Unterschlupf gewährt ... gehört nicht zur zivilisierten
Nationenfamilie und hat kein Recht, von Selbstverteidigung zu reden."
Israel hatte den Angriff auf ein Gelände in der Nähe von
Damaskus am 5. Oktober damit begründet, dass es gewalttätigen
Palästinenser-Gruppen zur Vorbereitung von
Selbstmordanschlägen auf Israelis diene. Die syrische Regierung
hat dies zurückgewiesen und erklärt, es habe sich um ein
zivil genutztes Gebäude gehandelt. Die Vertretungen
palästinensischer Gruppen in Syrien seien für deren Kontakt
zu den Medien da.
Der Luftangriff war eine Reaktion Israels auf einen
palästinensischen Selbstmordanschlag in Haifa, bei dem am
vergangenen Wochenende 20 Menschen getötet wurden. Israel
müsse die Verfolgung der Verantwortlichen selber übernehmen,
so lange es die Palästinenser-Regierung nicht tue, hieß es.
Der neue palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia wird
der Regierung voraussichtlich nicht über das Ende des
Ausnahmezustandes hinaus vorstehen. Wenn der 30-tägige Notstand,
den Palästinenserpräsident Jassir Arafat am 5. Oktober
ausgerufen hatte, ausläuft, "wird es eine neue Regierung und einen
neuen Ministerpräsidenten geben", sagte Kureia.
Er vermied jedoch eindeutige Erklärungen, ob er zur Bildung einer
neuen Regierung bereit sei, sollte ihm Arafat noch einmal den Auftrag
dazu erteilen. Zuvor war es Kureia und Arafat in fast dreitägigen
Dauerverhandlungen nicht gelungen, ihren Streit über die Bildung
der neuen Palästinenserregierung beizulegen.
Arafat konnte jedoch bei der Auseinandersetzung einen eindeutigen Sieg
davontragen: Der von Kureia nominierte Innenminister Nasser Jussef wird
auf sein Drängen dem Kabinett nicht mehr angehören. Er gab am
Sonntag seinen Verzicht bekannt. Jussef hatte die Ausrufung des
Ausnahmezustands abgelehnt und sich nicht vereidigen lassen.
Außerdem verlangte er Machtbefugnisse, die Arafat ihm nicht
abtreten wollte.
Während innerhalb der Palästinenserführung der
Machtkampf tobte, verloren am Wochenende in Rafah im Süden des
Gazastreifens nach UN Angaben bis zu 2000 Palästinenser bei einem
dreitägigen israelischen Militäreinsatz ihre Wohnungen. Viele
Häuser in dem Flüchtlingscamp seien vollständig
zerstört worden, sagte Peter Hansen, der Leiter des
UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA am Sonntag.
Nach Angaben des Bürgermeisters von Rafah, Said Surob, wurden
durch die Zerstörung von rund 150 Häusern etwa 400 Familien
obdachlos. Die Stadt sei "ein einziges Katastrophengebiet". Bei dem
Einsatz waren acht Palästinenser getötet worden, darunter
auch zwei Kinder.
Die israelische Armee hatte angegeben, drei Tunnel in Rafah
zerstört zu haben, durch die Waffen in die
Palästinensergebiete geschmuggelt worden seien. Am Sonntag waren
die meisten Soldaten und Panzer wieder aus Rafah abgezogen worden. Die
Armee teilte jedoch mit, dass der Einsatz fortgeführt werde, bis
die Tunnel in der Stadt an der Grenze zu Ägypten nicht mehr zum
Waffenschmuggel genutzt würden.
EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat tiefen Pessismus
hinsichtlich der Lage im Nahen Osten und in Irak geäußert.
Für den Nahost-Konflikt sehe er "kein Licht in naher Zukunft",
sagte Prodi nach einem Gespräch mit dem ägyptischen
Staatspräsidenten Husni Mubarak am Sonntag in Kairo. Als Grund
für seine pessismistische Einschätzung nannte Prodi den
derzeit fehlenden Druck der USA auf die Konfliktparteien zur Umsetzung
des Nahostfahrplans. Es gebe die so genannte Road Map zwar, aber "kein
Mittel, sie umzusetzen".
(Quellen: rtr, dpa, afp)
Mossad erstellt angeblich Plan zur Zerstörung von Irans
Atomanlagen
Mo.13.10.03 - Israel bereitet laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der
Spiegel" Angriffsstrategien zur Zerstörung iranischer Atomanlagen
vor. Eine Spezialeinheit des Geheimdiensts Mossad habe vor zwei Monaten
den Auftrag zur Ausarbeitung entsprechender Pläne erhalten, meldet
das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Die US-Zeitung "Los Angeles Times"
berichtete am Samstag, als Reaktion auf das iranische Atomprogramm habe
Israel U-Boot-Raketen so umgerüstet, dass sie nukleare
Sprengköpfe tragen könnten.
Zudem könnten die verbesserten Raketen auch Ziele an Land treffen,
schrieb die "Los Angeles Times" unter Berufung auf amerikanische und
israelische Quellen. Experten erklärten den Bericht für
zweifelhaft. Es sei technisch unmöglich, die von Israel
verwendeten U-Boot-Raketen vom Typ Harpoon mit nuklearen
Sprengköpfen auszustatten, sagte der frühere stellvertretende
Verteidigungsminister des Landes, Efraim Sneh.
Ähnlich äusserte sich der britische Militärexperte Ted
Hooton von der Fachzeitschrift "Jane's Naval Weapon Systems". "Mir
scheint, dass die Spitze der Harpoon durch eine Atomwaffe, die sehr
dicht ist, sehr schwer würde, was ihre Reichweite deutlich
einschränken würde", sagte Hooton. Ziele an Land könne
die Harpoon höchstens treffen, wenn sie direkt an der Küste
lägen.
Laut dem Bericht "Spiegels" hält es der Mossad für
möglich, die Atomanlagen in Iran mit Kampfflugzeugen zu
zerstören. Es gehe um "ein halbes Dutzend Ziele", schreibt das
Magazin.
Ein Kommentator der israelischen Zeitung "Haaretz" wies am Sonntag
darauf hin, dass der Mossad gelegentlich abschreckende Informationen an
ausländische Journalisten weitergebe, um andere Länder von
ihren Rüstungsvorhaben abzuhalten. "Manchmal werden
ausländische Medien benutzt, um abschreckende Botschaften
über Israels Fähigkeiten und Absichten zu verbreiten",
schrieb der Journalist Aluf Benn.
(Quelle: ap)
Heftige Kritik der Kirchen an deutschen Waffenexporten nach Israel +++
Israel rüstet offenbar von Deutschland gelieferte U-Boote
mit Abschussvorrichtungen für Nuklearwaffen aus
Mo.13.10.03 - Angesichts der Verschärfung des Nahost-Konflikts haben
Kirchenvertreter und Experten für Sicherheitspolitik deutsche
Rüstungsexporte nach Israel kritisiert. Diese würden den
politischen Friedensbemühungen widersprechen, sagte der
Vorsitzende der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE),
Prälat Karl Jüsten, am Donnerstag in Berlin. Trotz der Lehren
aus der deutschen Geschichte müsse über die
Rüstungskooperation in Deutschland eine "rationale Debatte"
geführt werden, so der Prälat.
Nach einer Studie des Informationszentrums für transatlantische
Sicherheit (BITS) gehört Israel seit 1999 zu den
größeren Empfängern deutscher Waffen. Trotz des
rot-grünen Transparenzversprechens bei
Rüstungsgeschäften, halte die Regierung einen Teil der
Lieferungen geheim, sagte Christopher Steinmetz, einer der Autoren.
Der Studie zufolge verstoßen Waffenlieferungen nach Israel gegen
das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie gegen das
Außenwirtschaftsgesetz. Diese verbieten Geschäfte mit
Ländern, die die Menschenrechte missachten. Mit Vertreibungen in
den besetzten Palästinensergebieten, Folter, Hinrichtungen und
kollektiven Strafen sei das in Israel der Fall. Zudem sei Israel bis
heute wichtigen Rüstungskontrollvereinbarungen nicht beigetreten.
Dies sei keine "positive Ausgangsbasis" für Waffenlieferungen nach
Israel, so die Studie.
Heftige Kritik an der Bundesregierung übte der Leiter des BITS,
Otfried Nassauer, wegen der Lieferung von drei U-Booten der Kieler
Werft HDW. Es sei ein "offenes Geheimnis", dass diese mit
Abschussvorrichtungen für Nuklearwaffen ausgerüstet worden
seien. Deutschland habe damit Beihilfe zur Weiterverbreitung von
Massenvernichtungswaffen geleistet, so Nassauer.
Die GKKE ist ein Zusammenschluss der beiden kirchlichen Entwicklungs-
und Menschenrechtsorganisationen Evangelischer Entwicklungsdienst und
Deutsche Kommission Justitia et Pax.
(Quelle: epd)
Afghanistan
Sicherheitsrat einig über Bundeswehreinsatz in Kundus
Mo.13.10.03 - Der UN-Sicherheitsrat ist sich weitgehend einig über die
Ausweitung des ISAF-Mandats in Afghanistan und damit auch über den
Bundeswehreinsatz in Kundus. Das erweiterte Mandat für die
internationale Schutztruppe wird an diesem Montag von dem UN-Gremium
erörtert und voraussichtlich noch am selben Tag beschlossen. Das
verlautete am Sonntag aus UN-Kreisen.
Einen Tag zuvor hatten die USA den 15 Mitgliedern des Sicherheitsrates,
darunter auch Deutschland, einen mit der NATO abgestimmten
Resolutionsentwurf zur Ausdehnung des ISAF-Einsatzes über die
Hauptstadt Kabul hinaus übermittelt. Die 19 NATO-Länder
hatten der Einsatzerweiterung bereits am 6. Oktober zugestimmt.
Nach der Mandatserteilung durch den UN-Sicherheitsrat will das
Bundeskabinett die Entscheidung für die Entsendung von 230 bis 450
deutschen Soldaten in die im Norden Afghanistans liegende Stadt Kundus
treffen. Die erforderliche Zustimmung des Bundestages soll bis Ende
Oktober eingeholt werden. Die Bundeswehr soll in Kundus die Arbeit
ziviler Aufbauhelfer unterstützen. Deutschland stellt bereits rund
1500 der insgesamt 5500 ISAF-Soldaten.
(Quelle: dpa)
Überlebende und Angehörige gedenken Toten von Bali
Mo.13.10.03 - Überlebende und Angehörige haben am Sonntag der 202 Toten
gedacht, die vor einem Jahr bei den Bombenanschlägen auf der
indonesischen Ferieninsel Bali ums Leben gekommen sind - dem
größten Attentat nach den Anschlägen am 11. September
2001 in den USA.
Etwa 2000 Menschen besuchten einen christlichen Gottesdienst auf einer
Kalkstein-Klippe oberhalb von Kuta Beach, wo militante Moslems zwei
Nachtclubs in die Luft gesprengt hatten. 800 davon waren
Angehörige der damaligen Opfer. Auch in Australien, woher die
meisten Opfer des Anschlags stammten, fanden Gedenkfeiern statt.
Australiens Ministerpräsident John Howard nahm an der Zeremonie
auf Bali teil. Bei dem Anschlag waren Menschen aus 22 Nationen ums
Leben gekommen, darunter allein 88 australische Urlauber. Aus
Deutschland stammten sechs der Toten. Polizei mit automatischen
Gewehren und Spürhunden sicherten die Veranstaltung.
Bislang sind im Zusammenhang mit dem Anschlag etwa 40 Personen
festgenommen und 20 verurteilt worden. Gegen drei Angeklagte wurde die
Todesstrafe verhängt. Sie hatten übereinstimmend ausgesagt,
ihre Tat sei richte sich gegen die westliche Welt und ziele darauf,
deren militärisches Eingreifen in Afghanistan zu rächen. Der
Chefminister für Sicherheit, Susilo Bambang Yudhoyono, versprach,
den Terrorismus zu bekämpfen und nicht zu ruhen, bis alle an dem
Anschlag beteiligten Personen gefasst seien.
Die indonesische Regierung warnte unterdessen, dass militante Moslems
weitere Anschläge planten. Die Ferieninsel Bali mit ihrer
überwiegend hinduistischen Bevölkerung bezeichnete sie
hingegen als sicher.
Für die Anschläge vor einem Jahr macht Indonesien die
radikal-islamische Gruppe Jemaah Islamia, die enge Verbindungen zur
El-Kaida-Organisation des moslemischen Extremisten Osama bin Laden
unterhalten soll, verantwortlich. Sicherheitsexperten warnten, es sei
nur eine Frage der Zeit, bis Jemaah Islamiah in Indonesien oder an
einem anderen Ort in der Region wieder zuschlagen werde.
(Quelle: rtr)
Politische Krise in Bolivien verschärft sich
Mo.13.10.03 - In Bolivien hat sich die Krise um die Gasausfuhr nach Chile dramatisch
verschärft. In der Stadt El Alto bei La Paz eröffnete die
Armee am Sonntag das Feuer auf eine Menge von Demonstranten. Dabei
kamen nach Krankenhausangaben mindestens fünf Menschen ums Leben,
rund 50 weitere wurden verletzt. Menschenrechtsorganisationen und die
katholische Kirche sprachen von einem "Massaker". Für Montag
riefen die Gewerkschaften zu weiteren Blockaden und Streikaktionen
gegen Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada auf.
Nach Angaben einer örtlichen Menschenrechtsgruppe eröffnete
die Armee das Feuer auf die Demonstranten, nachdem diese die Soldaten
mit Steinen und Sprengsätzen beworfen hatten. Die katholische
Kirche und Menschenrechtsorganisationen prangerten in einem Schreiben
an Präsident Sánchez de Lozada ein "regelrechtes Massaker"
in El Alto an. Die Armee habe bei dem Einsatz "gegen das bolivianische
Volk" auch großkalibrige Munition eingesetzt, darunter
Mörsergranaten, hieß es in dem Schreiben. Darin wird der
Rückzug der Armee aus El Alto gefordert, dem Brennpunkt der seit
drei Wochen andauernden Unruhen und Protestaktionen in dem
südamerikanischen Land.
Durch El Alto patrouillierten am Sonntag Armee-Einheiten, trotzdem gab
es in mehreren Vierteln der 500.000-Einwohner-Stadt neue
Protestaktionen gegen die Regierung. Vereinzelt flogen Steine, Bewohner
forderten den Rücktritt von Sánchez de Lozada.
Gesundheitsminister Javier Torres rief die Bevölkerung auf, Ruhe
zu bewahren und verlangte von den Gewerkschaften, ihre "kriegerischen
Aktionen" einzustellen.
Bolivien wird seit Ende September von Demonstrationen und Streiks
gelähmt, bei denen bislang insgesamt mindestens 16 Menschen
starben. Mit den Protesten wollen die Gewerkschaften den Staatschef zum
Rücktritt zwingen und unter anderem den Bau einer rund fünf
Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) teuren Gaspipeline durch das
Nachbarland Chile zur Pazifikküste verhindern. Die verarmten
Kokabauern und die Gewerkschaften kritisieren die ihrer Ansicht nach zu
geringen Gewinnspannen für den Andenstaat und werfen der Regierung
einen "Ausverkauf des nationalen Reichtums" vor. Das Verhältnis
zwischen Bolivien und Chile ist durch alte Grenzstreitigkeiten belastet.
(Quelle: afp)
«Tote an den Barrikaden um La Paz»
Der bolivianische Präsident Sánchez de Lozada steckt in der
schwierigsten Krise seiner Regierung. Eine entschlossene Koalition aus
Indígenas, Campesinos, Kokabauern und Gewerkschaftern will ihn
mit Demonstrationen und Streiks zum Rücktritt zwingen...
Mehr in der heutigen Ausgabe der "tageszeitung" (13.10.03):
http://www.taz.de/pt/2003/10/13/a0181.nf/text
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Reformstreit in Deutschland
Rot-grüne Koalition ringt bis zuletzt um Hartz-Kompromisse +++
Münterfering: "Noch keine Entscheidungen in zentralen
Streitfragen" +++ IWF lobt laut 'Handelsblatt' Reformpolitik der
Bundesregierung
Mo.13.10.03 - Kurz vor der Entscheidung der SPD-Fraktion über die umstrittene
Arbeitsmarktreform ringen die Experten weiter um Kompromisse, die der
Koalition am kommenden Freitag eine Mehrheit sichern sollen.
SPD-Fraktionschef Franz Müntefering widersprach am Sonntag im ZDF
Berichten, wonach es beim Streitpunkt der Zumutbarkeit von Minijobs
für Langzeitarbeitslose bereits eine Einigung gebe. "Da wird in
diesen Stunden noch daran gerechnet", sagte er mit Blick auf diesen und
andere Kritikpunkte von Reformgegnern in den eigenen Reihen. Zuvor
hatte unter anderem der "Spiegel" gemeldet, es gebe eine Einigung,
wonach Minijobs zumutbar sein sollen, wenn ortsübliche
Stundenlöhne gezahlt würden. Müntefering stellte klar,
dass das Ziel der Koalition am kommenden Freitag nur eine einfache
Mehrheit sei, sie sich also Abweichler leisten könne. Der
Internationale Währungsfonds (IWF) lobte laut "Handelsblatt" die
Reformpolitik der Regierung.
Neben der "Hartz IV" genannten Zusammenlegung von Arbeitslosen- und
Sozialhilfe stehen am kommenden Freitag weitere Reformen zur Abstimmung
im Bundestag. Rot-Grün hat nur eine knappe Mehrheit, die durch die
Reformkritiker in Frage steht. Die Koalitionsspitze hat eine Mehrheit
als entscheidend für die Zukunft von Rot-Grün erklärt.
Bei der Gesundheitsreform hatte Rot-Grün die eigene Mehrheit nur
mit großer Mühe und gegen sechs SPD-Neinstimmen erreicht.
Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hat mit den Reformen sein
politisches Schicksal verknüpft.
Zur Zumutbarkeit von Stellen für Langzeitarbeitslose, einem
zentralen Kritikpunkt der Reformgegner, sagte Müntefering: "Die
Entscheidung ist noch nicht da." Er warnte davor, die Regelungen zu
sehr aufzuweichen. Den Kritikern signalisierte er zugleich
Entgegenkommen mit der Aussage: "Wir wollen natürlich keine
Dumpinglöhne." "Bild am Sonntag" (BamS) berichtete, es gebe in
dieser Frage eine Einigung, die vorsehe, dass die regionalen
Arbeitsämter den ortsüblichen Mindestlohn bestimmen sollten.
Nach Münteferings Angaben sind auch die Entscheidungen zur
Anrechnung von Lebensversicherungen älterer Arbeitsloser und bei
der Unterhaltspflicht von Eltern für arbeitslose Kinder noch nicht
gefallen. Auch hier fordern die Kritiker Nachbesserungen.
Die Koalitionsexperten wollen ihre Beratungen zu den Nachbesserungen am
heutigen Montag fortsetzen. Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD)
stellte zahlreiche Änderungen in Aussicht und signalisierte den
Kritikern so Entgegenkommen. Am Montag wollen die Koalitionsspitzen
darüber beraten. Dann soll es in Sondersitzungen der Fraktionen
Probeabstimmung für Freitag geben.
Müntefering sagte, die Koalition brauche im Bundestag nur eine
einfache Mehrheit von Ja-Stimmen. "Wir müssen für den Freitag
die einfache Mehrheit haben, es geht nicht um die Kanzlermehrheit",
sagte er. Er machte indirekt deutlich, dass sich die Koalition einige
Abweichler leisten könne: Die Koalition habe neun Stimmen mehr als
die Opposition. Wenn die Union wie bei der Gesundheitsreform erneut
nicht alle Abgeordneten aufbiete, "dann wird es umso leichter sein",
die Mehrheit zu erreichen: "Mehrheit ist Mehrheit."
Zugleich relativierte Müntefering seine scharfe Kritik an den
Abgeordneten, die gegen die Gesundheitsreform gestimmt hatten und nur
Nachbesserungen an den weiteren Reformen fordern. Zu seiner Aussage,
die sechs Abweichler seien feige und charakterlos, sagte er: "Da gab es
bei mir eine große persönliche Enttäuschung, die habe
ich da herausgelassen. Ab und zu ist man ja auch Mensch, aber das ist
jetzt hinter uns."
Wie Müntefering zeigte sich auch SPD-Generalsekretär Olaf
Scholz zuversichtlich, dass die Koalition ihre Mehrheit erreichen
werde: "Es wird am Freitag klappen. Und wir kriegen die Mehrheit",
sagte er in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".
Der IWF äußert sich dem "Handelsblatt" zufolge in seinem
neuen Bericht lobend über die Reformpolitik der Bundesregierung,
drängt aber auf ihre zügige Umsetzung und mahnt weitere
Reformen an. In dem Bericht, der Anfang November veröffentlicht
werden soll, bleibt der IWF zwar bei der Prognose, dass die deutsche
Wirtschaft im laufenden Jahr stagnieren und 2004 um 1,5 Prozent wachsen
werde. Der Tenor des Berichts sei aber deutlich positiver als in einer
kritischeren Studie von vor drei Wochen.
(Quelle: rtr)
«Was schon alles gesagt wurde ...»
und immer wieder vergessen wird, dachte ich, als ich eine kontroverse
Diskussion über den Sündenbock Arbeitslose beim Stöbern
in der Referer wiederfand. Gegenüber den Empfehlungen der
Herzog-Kommission scheint die Ruinierung der sozialen Sicherungssysteme
durch die rot-grüne Regierung milde. Scheint. Denn die geplanten
Sozialreformen gehen in die gleiche Richtung, nämlich ganz im
Sinne der mächtigen Verbände und Interessengruppen
umzuverteilen und damit das weiterzuführen, was seit Helmut
Schmidt zur Handlungsmaxime der regierenden Parteien gehört. Mit
einem Unterschied: der soziale Abstieg wird beschleunigt. Die, die 10,
20 oder 30 Jahre eingezahlt haben und durch gewinnmaximierenden und
subventionierten Arbeitsplatzabbau arbeitslos werden, finden sich 12
Monate als Sozialhilfeempfänger wieder. Und die
steuerflüchtigen Unternehmen und tatendurstigen Politiker, wie
nehmen die ihre Verantwortung wahr? ...
(Quelle: Ralphs, 12.10.03)
Mehr unter:
http://krit.de/ralphs/entry.php?id=00712
ARD-Monitor am 09.10.03:
Sozialreformen - Alle müssen sparen, nur Politiker nicht
http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=531&sid=103
Steuerflucht - Unternehmen kassieren Subventionen und gehen ins
Ausland
http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=533&sid=103
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Bundesregierung will Versicherer entlasten +++ Neuregelung würde
Ergebnisse der Versicherer in diesem Jahr schlagartig verbessern +++
Experten: Steuerentlastung für 2003 von fünf bis zehn
Milliarden
Mo.13.10.03 - Die Bundesregierung plant einem Zeitungsbericht zufolge auf Druck der
Versicherungswirtschaft eine Änderung des Steuerrechts, um eine
milliardenschwere Sonderbelastung der Lebens- und Krankenversicherer zu
beseitigen.
Rückwirkend zum 1. Januar 2003 wolle die Bundesregierung für
Unternehmen das Halbeinkünfteverfahren aufheben, berichtete die
"Financial Times Deutschland" (FTD) am Montag. Die Neuregelung
würde die Ergebnisse der Versicherer in diesem Jahr schlagartig
verbessern. Experten erwarteten für 2003 eine Steuerentlastung der
Versicherer von fünf bis zehn Milliarden Euro. Die Bundesregierung
wolle mit der Änderung die Gefahr verringern, dass neben der
Mannheimer Lebensversicherung weitere Gesellschaften wegen des
Börsencrashs kollabierten.
Das 2000 verabschiedete Halbeinkünfteverfahren hat der FTD zufolge
für Lebens- und Krankenversicherer die ungewollte Nebenwirkung,
dass sie bei Verlusten aus Aktien höhere Steuern zahlen. Machen
sie hingegen Gewinne an den Börsen, verbuchten sie steuerlich
automatisch Verluste.
Vor allem die Münchener Rück dürfte von der
Neuregelung der Besteuerung mit etwa 750 Millionen Euro profitieren,
berichtete die FTD. Statt des ausgewiesenen Verlustes von 603 Millionen
Euro für die ersten sechs Monate habe der Versicherer nach der
neuen Rechtslage nun sogar einen leichten Gewinn erzielt. Auch andere
Versicherer mit hohen Verlusten aus Aktien profitieren der Zeitung
zufolge von der Gesetzesänderung. Dazu gehörten Allianz, AMB
Generali und Axa .
Der Gesetzentwurf sei vergangenen Freitag an die Finanzexperten von SPD
und Grünen verschickt worden, berichtete die FTD.
Vorgespräche zwischen den Fraktionen habe es bereits gegeben, so
dass keine großen Änderungen zu erwarten seien. Am Mittwoch
werde der Entwurf vom Finanzausschuss des Bundestages behandelt, bevor
er dann am kommenden Freitag vom Bundestag verabschiedet werden solle.
Die CDU-Fraktion und die CDU-Länder hätten ihre Zustimmung
signalisiert. Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen
Versicherungswirtschaft, Bernd Michaels, begrüßte die
Änderung. "Das ist ein großer Schritt in die richtige
Richtung", sagte er der Zeitung.
Die Lebensversicherungssparte der Mannheimer war durch misslungene
Aktieninvestments in Schieflage geraten und konnte nur durch die
Unterstützung aus der Branche vor der Pleite gerettet werden.
(Quelle: rtr)
Industrie will 40-Stunden-Woche ohne Ausgleich
Mo.13.10.03 - Die deutsche Wirtschaft fordert rasches Handeln für den Standort
Deutschland und nimmt dabei die 35-Stunden-Woche ins Visier. "Die
35-Stunden-Woche war ein Irrweg, den wir schleunigst revidieren
müssen. Deutschland braucht eine generelle Verlängerung der
Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich", forderte der
Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, in der Tageszeitung "Die
Welt". Auch Siemens-Chef Heinrich von Pierer rügte die
35-Stunden-Woche im "Spiegel" als "die reinste Vergeudung von Wissen".
Wansleben betonte, der Übergang zu längeren Arbeitszeiten
würde die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf den
Weltmärkten steigern. Die Arbeitszeiten müssten aber nicht
nur länger, sondern auch flexibler werden. "Der Arbeitsanfall pro
Arbeitsplatz kann im Jahresverlauf sehr stark schwanken.
Arbeitszeitkorridore, die längere Arbeitszeiten ohne
Überstundenzuschlag ermöglichen, würden helfen, die
Produktionsschwankungen ohne Mehrkosten zu bewältigen."
Siemens -Chef Von Pierer betonte den Standortnachteil durch hohe
Arbeitskosten. "An Stelle von 2000 deutschen Software-Entwicklern kann
ich in China zu gleichen kosten 12 000 einstellen." Der deutsche
Stundensatz von "vielleicht 80 Euro" werde nahezu von allen
Wettbewerbern überboten. Dabei gebe es keinen Unterschied zwischen
beispielsweise Handys aus europäischer Fertigung oder aus
Schanghai, sagte er dem Nachrichtenmagazin.
In China seien 2600 Arbeitsstunden pro Jahr und Mann die Regel, in
Deutschland 1500, sagte von Pierer. "Die Schlichte Wahrheit ist: Wir
haben hohe Kosten und wir haben einen hohen Lebensstandard, den wir
nach Möglichkeit erhalten wollen. Also brauchen wir einen
Vorsprung - und zwar einen Vorsprung durch Innovation." Auf politischer
Ebene benötige Deutschland "nicht formell, aber de facto eine Art
Große Koalition zwischen den Volksparteien".
(Quelle: dpa)
Bei Advance Bank fallen offenbar alle 400 Stellen weg
Mo.13.10.03 - Die Dresdner Bank streicht bei der Advance Bank offenbar alle 400
Stellen. Ein Sprecher der Dresdner Bank bestätigte laut
"Süddeutscher Zeitung" (Montagausgabe), dass alle
Arbeitsplätze abgebaut werden sollten. Wie das konkret geschehen
soll, war jedoch unklar. Der Sprecher erklärte demnach, dass zwar
möglichst viele Mitarbeiter bei der Dresdner Bank unterkommen
sollten, dies aber sehr schwierig sei, da das Geldhaus selbst in einem
massiven Personalabbau stecke. Vorruhestandsregelungen seien
ausgeschlossen, da das Durchschnittsalter der Mitarbeiter 34 Jahr
betrage, hieß es.
Die Direktbank Advance Bank ist seit 1. Juli 2003 rechtlich mit der
bisherigen Muttergesellschaft Dresdner Bank verschmolzen. Ihr Name soll
vom Markt verschwinden, weil nach Ansicht der Konzernmutter Allianz im
Vertriebssystem der Gruppe dafür kein Platz mehr ist, schreibt die
"SZ".
(Quelle: rap)
Staatsanwaltschaft ermittelt erneut gegen Deutsche-Bank-Chef Ackermann
Mo.13.10.03 - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat ein weiteres
Ermittlungsverfahren am Hals. Und auch Aufsichtsratschef Rolf Breuer
sieht sich dem Verdacht der Untreue und des Betrugs ausgesetzt. Die
Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte am Wochenende,
dass sie gegen beide Topmanager ermittle.
Dabei soll es um Ungereimtheiten beim Verkauf der Versicherungsfirma
Deutscher Herold an die Zurich Financial Services im April 2002 gehen.
Der Bank wird vorgeworfen, bei dem Verkauf Vermögenswerte
rechtswidrig verwendet zu haben. Außerdem sei der
Unternehmenswert des Deutschen Herolds seitdem stark gesunken. Ein
Bank-Sprecher erklärte, die Vorwürfe seien "aus der Luft
gegriffen". Die Staatsanwaltschaft will ein Gutachten der
Bundesfinanzaufsicht abwarten. Bei dem Milliardengeschäft hatte
die Deutsche Bank im Gegenzug für ihren Mehrheitsanteil am
Deutschen Herold den US-Vermögensverwalter Scudder erhalten.
(Quelle: dpa)
Botschafterin zwischen den Kontinenten
Susan Sontag nahm Friedenspreis des Buchhandels entgegen +++
Preisträgerin wirbt fü Verständigung zwischen Europa und Amerika
Mo.13.10.03 - Die amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag hat bei der Verleihung
des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels für eine
Verständigung zwischen Europa und Amerika geworben.
Die Kluft zwischen dem alten und dem neuen Kontinent lasse sich in der
unmittelbaren Zukunft nicht schließen, "und doch kann man
diejenigen nur verurteilen, die diese Unterschiede noch
vergrößern wollen, während wir doch tatsächlich so
viel gemeinsam haben", sagte die 70-jährige, als scharfe
Kritikerin der US-Regierung unter Präsident George W. Bush
bekannte Autorin am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche. Dort
erhielt sie die Auszeichnung als 54. Preisträgerin. Bei der
Überwindung der Gegensätze könne die Literatur helfen.
"Schriftsteller können etwas gegen die Klischees von Getrennt- und
Verschiedensein tun... Literatur kann unsere Fähigkeit
stärken, um Menschen zu weinen, die nicht wir selbst sind und
nicht zu uns gehören."
Als prominenteste intellektuelle Botschafterin zwischen den beiden
Kontinenten ehrte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die
preisgekrönte jüdische Autorin, die den Preis ganz in schwarz
gekleidet entgegennahm. "Die Schriftstellerin Susan Sontag wird als
Friedensstifterin ausgezeichnet", sagte Dieter Schorman, Vorsteher des
Börsenvereins. "Sie ist eine Botschafterin und trägt zur
Verständigung der Völker bei, insbesondere zur
Verständigung zwischen Amerika und Europa."
Umso mehr kritisierte Sontag die Abwesenheit von US-Botschafter Daniel
Coats, der mit der Ablehnung der Einladung zur Preisverleihung deutlich
mache, "dass ihm an einer Bekräftigung der ideologischen Position
und des verbitterten Unmuts der Regierung Bush mehr liegt als daran,
die Interessen und das Ansehen seines - und meines - Landes zu
vertreten, indem er einer normalen Diplomatenpflicht nachkommt".
Unverständnis äußerte sie auch über die Kritik der
USA an der ablehnenden Haltung Deutschlands zum Irak-Krieg. "Manchmal
muss ich mich kneifen, um sicher zu sein, dass ich nicht träume
... das neue "deutsche Problem" besteht nun offenbar darin, dass sich
die Deutschen vom Krieg abgestoßen fühlen." Auf der
Frankfurter Buchmesse hatte sie bereits ihrem Ruf, mit deutlichen
Worten und Kritik an der amerikanischen Politik nicht hinter den Berg
zu halten, alle Ehre gemacht. Die Bush-Regierung bezeichnete sie als
imperialistisch und den Sieg des Schauspielers Arnold Schwarzenegger
bei den Gouverneurswahlen im US-Bundesstaat Kalifornien als "schlechten
Witz".
Sontag ist mit kunst-, kultur- und zeitkritischen Essays, aber auch
Romanen und Theaterstücken bekannt geworden. Sich selbst beschrieb
sie so: "In erster Linie bin ich weder eine Kulturbotschafterin noch
eine eifernde Kritikerin der Regierung meines Landes. Ich bin eine
Geschichtenerzählerin."
Der seit 1950 vergebene Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist mit
15.000 Euro dotiert. Unter den Geehrten waren unter anderem Albert
Schweitzer, Carl Friedrich von Weizsäcker, Astrid Lindgren und
Vaclav Havel. Im vergangenen Jahr war der nigerianische Schriftsteller
Chinua Achebe mit dem Preis ausgezeichnet worden.
(Quelle: rtr)
Rede der Friedenspreisträgerin Susan Sontag:
http://www.taz.de/pt/2003/10/13/a0135.nf/text
Homepage von Susan Sontag:
http://www.susansontag.com/
Blick ins Archiv
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
Preisträgerin Susan Sontag distanziert sich von Martin Walsers
Holocaust-Äußerungen
So.12.10.03 - Die Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, Susan Sontag,
hat sich von Äußerungen ihres Vorgängers Martin Walser
über den Holocaust distanziert.
Der Schriftsteller hatte 1998 bei der Verleihung der Auszeichnung in
seiner Dankesrede die ständige Thematisierung der Judenvernichtung
als "Moralkeule" bezeichnet und vor einer Instrumentalisierung von
Auschwitz gewarnt. Dies hatte weit über Deutschland hinaus für
monatelange Diskussionen gesorgt.
Wenn Walser glaube, Deutschland müsse einen Schlussstrich unter
seine Vergangenheit ziehen, sei sie "komplett anderer Meinung", sagte
die streitbare 70-jährige Autorin aus New York, die am heutigen
Sonntag den Friedenspreis entgegennimmt und eine "provokante" Rede
angekündigt hat. "Was Deutschland so großartig macht, ist
eben, dass es kein normales Land ist", urteilte Sontag. ...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310120.htm#03101214
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Uexküll übt Kritik am mangelnden Mut der Nobelpreis-Akademie
So.12.10.03 - Mangelnden Mut und konservativen Fortschrittsglauben hat der Initiator
des alternativen Nobelpreises, Jakob von Uexküll, der
Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm
vorgeworfen. Dem "Südwestrundfunk" sagte von Uexküll, es sei
ein "Skandal", dass bisher kein Physik-Nobelpreis an einen der Pioniere
der Solarenergiephysik vergeben worden ist.
"Man prämiert Menschen, deren Erfindungen und Entdeckungen oft
Jahrzehnte zurückliegen und wagt einfach nicht, zu den aktuellen
Problemen Stellung zu nehmen", sagte von Uexküll. Alfred Nobel
aber habe mit seinen Preisen diejenigen ehren wollen, die der
Menschheit den größten Nutzen gebracht haben. "Das
heißt jedoch, dass die Preise auch in Hinsicht auf die
gesellschaftliche Relevanz der jeweiligen Forschungsarbeiten vergeben
werden sollten", sagte von Uexküll.
Die Nobelpreis-Akademie, die jährlich im Oktober ihre
Preisträger benennt, zeichnete in diesem Jahr im Bereich Physik
den Russen Vitali Ginsburg (87), den russisch-amerikanischen Forscher
Alexej Abrikosow (75) und den angloamerikanischen Physiker Anthony
Leggett (65) für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur verlustfreien
Leitung von Strom aus.
Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 von einer Stiftung des
Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll für Leistungen beim
Umweltschutz, der Friedenssicherung und der Bekämpfung von Armut
und sozialer Ungleichheit vergeben.
(Quelle: dpa)
Blick ins Archiiv
Alternativer Nobelpreis für Neuseelands Ex-Premier David Lange
Fr.03.10.03 - Der frühere neuseeländische Premierminister David Lange ist
zum Träger des Alternativen Nobelpreises ernannt worden. Lange
wurde der Ehrenpreis verliehen, weil er sein Land 1984 gegen den
erbitterten Widerstand der USA zur atomwaffenfreien Zone erklärt
hatte, wie das Komitee der "Right Livelihood Awards" in Stockholm
mitteilte. Wegen dieser Entscheidung durften US-Kriegsschiffe nicht
mehr in neuseeländischen Häfen anlegen. Washington stufte
Wellington daraufhin vom "Verbündeten" zum "Freund" herab.
Weitere Preisträger sind ...
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Literatur-Nobelpreis für Südafrikaner JM Coetzee
Fr.03.10.03 - Der in Deutschland durch seinen Roman "Schande" bekannt gewordene
südafrikanische Romanautor JM Coetzee erhält den
diesjährigen Nobelpreis für Literatur. Die Königliche
Schwedische Akademie begründete ihre Entscheidung damit, dass die
Werke des 63-Jährigen sich durch prägnante Dialoge und
analytische Brillanz auszeichneten. Gleichzeitig hob die Akademie den
Variationsreichtum in Coetzees Büchern hervor. Der inzwischen in
Australien lebende Südafrikaner erhielt bereits zweimal den Booker
Prize, die höchste britische Literaturauszeichnung...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310030.htm#03100313
Medizin-Nobelpreis für neue Bilder vom Inneren des Menschen
Di.07.10.03 - Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen
an den US-Amerikaner Paul C. Lauterbur und den Briten Sir Peter
Mansfield. Sie erhalten die höchste Auszeichnung der Medizin
für die Anwendung der Kernspintomographie beim Menschen, wie das
Karolinska-Institut am Montag in Stockholm bekannt gab. Die Technik
machte vollkommen neue Bilder aus dem Inneren des Körpers
möglich...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310070.htm#03100721
Physik-Nobelpreis für Theorien zu Supraleitung und
Suprafluidität
Mi.08.10.03 - Der Physik-Nobelpreis 2003 geht an Alexej Abrikosow, Vitalij Ginzburg
und Anthony Leggett für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur
Supraleitung und zur Suprafluidität. Das gab die Schwedische
Akademie der Wissenschaften gestern in Stockholm bekannt
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310080.htm#03100817
Wirtschafts-Nobelpreis für Granger und Engle für Vorhersage
von Wirtschaftsdaten
Do.09.10.03 - Der Wirtschafts-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den britischen
Wissenschaftler Clive W. J. Granger und den US-Ökonomen Robert F.
Engle. Die beiden werden für ihre Forschungen zu Zeitreihen
ausgezeichnet, mit denen volkswirtschaftliche Rechenfehler vermieden
werden können. ...
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http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310090.htm#03100917
Friedensnobelpreis für iranische Menschenrechtlerin
Preisträgerin Schirin Ebadi erkennt keinen Widerspruch zwischen
Menschenrechten und Islam +++ Iranische Regierung gratuliert
Nobelpreisträgerin +++ Ebadi fordert Freilassung politischer
Häftlinge
Sa.11.10.03 - Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die iranische
Menschenrechtlerin Schirin Ebadi. Die 56-jährige Juristin forderte
nach der Entscheidung des Nobelkomitees am Freitag die sofortige
Freilassung von politischen Gefangenen, die wegen
Meinungsäußerungen inhaftiert sind.
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310110.htm#03101108
Stichwort: Nobelpreis
Mit der Stiftung der Nobelpreise [http://www.nobel.se/] wollte der schwedische Forscher und
Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt
lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht
verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als
«Wiedergutmachung» vermachte er sein Vermögen einer
Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden
sollten, die «im verflossenen Jahr der Menschheit den
größten Nutzen geleistet haben». Nobel selbst hatte
mehr als 350 Patente angemeldet.
Die Preise werden seit 1901 verliehen. Die Dotierung stieg von 150 800
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310030.htm#031003_f
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