|
a1-k0310210
Kurznachrichten
[ Allg.
Nachrichten ] [Nachrichtendienste
] [ Ticker ]
+++ Di.21.10.03,
12:45 Nachrichten-Archiv Aktuelle
Nachrichten
Irak am zweihundertundsechzehnten Tag nach Kriegsbeginn
Human Rights
Watch dokumentiert 20 Todesfälle von Zivilisten in Bagdad +++
Erneut US-Soldat in zentralirakischem Falludscha getötet +++ USA
rufen Weltgemeinschaft zur Unterstützung Iraks auf +++ Powell
wirbt vor Irak-Geberkonferenz um internationale Hilfe +++ Deutsche
Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul lehnt Schuldenerlass für
Irak ab +++ Ankara: Tuppenentsendung nach Irak derzeit nicht geplant
Di.21.10.03 -
Seit dem Ende der Hauptkampfhandlungen sind in der irakischen
Hauptstadt Bagdad nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation 20
Zivilisten getötet worden. Human Rights Watch [http://www.hrw.org] warf
in einem am Montag in New York vorgelegten Bericht den
US-Streitkräften vor, den exzessiven Einsatz von Gewalt durch
Soldaten in Bagdad nicht ausreichend zu untersuchen.
"Es ist eine Tragödie, dass US-Soldaten so viele Zivilisten in
Bagdad getötet haben", sagte ein Sprecher der Organisation, Joe
Stork. "Aber es ist unglaublich, dass die US-Streitkräfte diese
Toten nicht einmal zählen." Wenn Soldaten einen Zivilisten
töteten, müsse dies genau untersucht werden. Human Rights
Watch führte Gespräche mit Augenzeugen und Angehörigen
der Opfer und erklärte, es gebe Beweise für 20 getötete
Zivilisten in Bagdad zwischen dem 1. Mai und dem 30. September.
Ausserdem gebe es glaubwürdige Hinweise auf weitere 74 Todesopfer.
Die Organisation empfahl eine bessere Kommunikation und eine
grössere Verantwortlichkeit der Soldaten. Diese könnten
praktisch ungestraft in Irak operieren. Die zum 1. Oktober seien
fünf Ermittlungsverfahren wegen des Todes von Zivilisten
eingeleitet worden. In vier Fällen seien die Soldaten von jedem
Vorwurf entlastet worden, in einem Fall seien Disziplinarmassnahmen
eingeleitet worden.
In der Nähe der mittelirakischen Stadt Falludscha sind am Montag
den zweiten Tag in Folge US-Soldaten Ziel eines Angriffs geworden. Dabei
wurden am Mittag ein Amerikaner getötet und fünf weitere
verletzt, wie ein US-Militärsprecher mitteilte. Auch zwei
Zivilpersonen erlitten Verletzungen. Unterdessen erklärte das CIA
die jüngste Tonband-Botschaft von Terrorchef Osama bin Laden
für vermutlich authentisch. In der am Samstag vom Fernsehsender El
Dschasira verbreiteten Erklärung wurden die Iraker zum Widerstand
aufgerufen.
In Falludscha geriet eine Patrouille aus etwa 30 Soldaten an einer
Schnellstrasse unter Beschuss. Der Angriff ereignete sich wenige Meter
vor der wichtigsten Brücke nach Falludscha aus Richtung Bagdad. Auf
der anschliessenden Suche nach den Heckenschützen stürmten
die Soldaten eine Moschee und nahmen drei Iraker fest, wie Augenzeugen
mitteilten. Die beiden verletzten Zivilpersonen wurden in ein
Krankenhaus gebracht. Laut Klinikangaben ist darunter ein syrischer
Lastwagenfahrer.
In demselben Gebiet war am Sonntag ein mit Munition beladener Lastwagen
der US-Streitkräfte mit Panzerfäusten beschossen worden. Als
die Soldaten daraufhin das Feuer erwiderten, wurden fünf irakische
Zivilpersonen verletzt, von denen eine später den Verletzungen
erlag, wie der Leiter des Krankenhauses in Falludscha mitteilte.
In der nordirakischen Stadt Tikrit wurden derweil vier ranghohe
Mitglieder der verbotenen Baath-Partei festgenommen, wie eine
Militärsprecherin bekannt gab. Zudem sei ein früherer General
der Republikanischen Garde inhaftiert worden. Die Männer sollen
Waffen an Aufständische verkauft haben. Insgesamt seien bei vier
Razzien in der Heimatstadt Saddam Husseins 19 Iraker festgenommen
worden, hiess es. In der Stadt Tadschi nördlich von Bagdad
entdeckten die US-Streitkräfte nach Angaben der Sprecherin ein
Waffenlager mit 15 Raketenwerfern, 100 Artilleriegranaten sowie Sturm-
und Maschinengewehren.
Drei Tage vor der internationalen Geberkonferenz für Irak in
Madrid haben US-Spitzenpolitiker die internationale Gemeinschaft zur
Unterstützung beim Wiederaufbau des Zweistromlandes aufgerufen.
US-Außenminister Colin Powell sagte am Montag am Rande des
Gipfeltreffens des Asien-Pazifik-Forums (APEC) in Thailand, er setze
darauf, dass die Weltgemeinschaft dem irakischen Volk Hilfe leisten
werde. Ähnlich äußerte sich in Bangkok auch
US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice.
"Wir werden in Irak Erfolg haben", sagte Powell. "Aber wir brauchen die
Hilfe der Völkergemeinschaft." Powell wird an der am Donnerstag in
Madrid beginnenden Konferenz teilnehmen. Der spanische Finanzminister
Rodrigo Rato hat als Spendenziel einen Betrag von 15 bis 20 Milliarden
US-Dollar gesetzt.
Die Bundesregierung wies derweil Kritik am Umfang ihres bisherigen
Engagements für den Wiederaufbau des Landes zurück.
Regierungssprecher Béla Anda verwies in Berlin auf Zusagen im
Umfang von mehr als 100 Millionen Euro.
Die deutschen Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD)
lehnt einen Schuldenerlass für Irak ab. "Einen völligen
Schuldenerlass schließe ich aus", sagte sie der "Financial Times
Deutschland". Angesichts seines Ölreichtums sei es angebracht, dass
Irak für den Wiederaufbau hauptsächlich aus eigener Kraft
aufkomme. Die Ministerin dämpfte die Erwartungen an die am
Donnerstag beginnende internationale Geberkonferenz in Madrid und
kritisierte die neue UN-Resolution, der auch Deutschland im
Sicherheitsrat zugestimmt hatte.
"Die Rolle, die die UNO jetzt inne hat, ist völlig unzureichend",
sagte Wieczorek-Zeul. Deutschland werde "keine neuen bilateralen Zusagen
machen". Ohne eine stärkere Teilung der Entscheidungsbefugnisse
werde es keine Lastenteilung beim Wiederaufbau geben.
Der entwicklungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag,
Christian Ruck (CSU) kritisierte, dass Wieczorek-Zeul sich in Madrid von
einem Staatsekretär vertreten lassen wird. Wenn es "um etwas
wirklich Entscheidendes" gehe, "dann taucht sie ab", sagte Ruck der
"Berliner Zeitung".
Der außenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Werner Hoyer,
sagte, er halte es "nicht für klug", dass Deutschland nicht durch
einen hochrangigen Außenpolitiker vertreten werde. Der
stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gernot Erler sagte dem Blatt:
"Die Besetzung der Delegation weckt keine falschen Hoffnungen." Die
Bundesregierung habe klar gemacht, dass sie keine Soldaten und keine
zusätzlichen Schecks schicken werde.
Die USA hatten wiederholt von der internationalen Staatengemeinschaft
mehr Geld für den Wiederaufbau des Irak eingefordert. Bis 2007 sind
nach Schätzung der USA und internationaler Organisationen
dafür 56 Milliarden Dollar erforderlich. Von der Geber-Konferenz im
Madrid wird erwartet, dass etwa 75 Länder und internationale
Organisationen förmliche Zusagen zu ihrem Irak-Hilfsbeitrag abgeben.
Das Welternährungsprogramm (WFP) gab unterdessen bekannt, seit
April rund zwei Millionen Tonnen Lebensmittel in Irak verteilt zu haben.
Es habe sich dabei um den grössten derartigen Einsatz in einer so
kurzen Zeit gehandelt, erklärte der WFP-Vorsitzende James Morris
am Montag in Rom. Vor allem in Mittel- und Südirak seien nach wie
vor Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen.
(Quellen: ap,
dpa, afp, rtr)
Mobilmachung gegen Bush
Zehntausende
in Washington zu Protestaktion gegen Kriegspolitik erwartet
Zehntausende
Demonstranten aus mindestens 135 Städten und 38 Bundesstaaten der
USA werden am kommenden Samstag in Washington zu einem Massenprotest
gegen die Kriegspolitik der Regierung von George Bush erwartet. Es ist
die erste Massenaktion in der Bundeshauptstadt seit dem 12. April, als
nach der Einnahme Bagdads Tausende vor dem Weißen Haus gegen den
Krieg demonstriert hatten. Zugleich soll an der US-Westküste, in
San Francisco, eine Großkundgebungen mit einem
anschließenden Marsch durch die Stadt stattfinden...
Die für Samstag geplante Großdemo wird von den zwei
großen Antikriegskoalitionen International ANSWER, das für
"Act Now to Stop War and End Racism" steht, und "United for Peace and
Justice" organisiert, unter deren Dach sich die unterschiedlichsten
Friedensbewegungen zusammengefunden haben. In Washington werden beide
Organisationen zum ersten Mal zusammenarbeiten. "Die Antikriegsbewegung
wird wieder stärker", sagte der ANSWER-Organisator Brian Becker und
fügte hinzu: "Wir werden diesmal (in Washington) bedeutend mehr
Menschen mobilisieren als bei der Demo im April."...
(Quelle: "junge Welt", 21.10.03)
Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2003/10-21/005.php
Amerikanische
Antikriegskoalition "International ANSWER":
http://www.internationalanswer.org/
|
Bush fährt höchstes Defizit in der US-Geschichte
ein
Di.21.10.03 - Die
Regierung von US-Präsident George W. Bush hat im abgelaufenen
Haushaltsjahr 2003 ein Rekorddefizit von 374 Milliarden Dollar (rund 322
Milliarden Euro) eingefahren. Wie das Weiße Haus in Washington am
Montag mitteilte, wuchs das Minus damit im Vergleich zum Vorjahr um
mehr als das Doppelte; im Haushaltsjahr 2002 hatte das Defizit noch bei
158 Milliarden Dollar gelegen. Für 2004 prognostizierte der
Budgetdirektor im Präsidialamt, Joshua Bolton, dass das Defizit
wahrscheinlich weiter auf über 500 Milliarden Dollar anschwellen
werde. Die Entwicklung ist teilweise auf die gestiegenen
Militärausgaben, unter anderem für die Einsätze in Irak,
zurückzuführen.
Schwache Einnahmen angesichts der schleppenden Konjunktur, steigende
Ausgaben im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Terror und der
Irak-Krieg haben den USA im Fiskaljahr 2003 das höchste
Haushaltsdefizit in ihrer Geschichte beschert. Im laufenden
Haushaltsjahr wird trotz der sich abzeichnenden Konjunkturbelebung eine
noch größere Deckungslücke im Etat erwartet.
Der US-Bundeshaushalt schloss nach Angaben des US-Finanzministeriums in
dem am 30. September beendeten Fiskaljahr mit einem Fehlbetrag von
374,22 Milliarden Dollar und übertraf damit deutlich das bisherige
Rekorddefizit des Jahres 1992 von 290 Milliarden Dollar. Gemessen am
Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA kletterte das Defizit auf 3,5 Prozent
und damit auf das höchste Niveau seit 1993.
Für 2004 prognostizierte der Budgetdirektor im Präsidialamt,
Joshua Bolton, dass das Defizit wahrscheinlich weiter auf über 500
Milliarden Dollar anschwellen werde.
Ungeachtet des Rekorddefizits äußerte sich US-Finanzminister
John Snow optimistisch, dass die Belebung der Wirtschaft zur Begrenzung
des Fehlbetrages beitragen werde. "Wenn die Wirtschaft wächst,
werden die Einnahmen der Regierung steigen und dazu beitragen, das
Defizit unter Kontrolle zu halten", sagte er. Dem hielt Tom Kahn vom
Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses entgegen: "Hier gibt es
nichts zu jubeln. Das ist noch immer das bei weitem höchste
Defizit in der amerikanischen Geschichte".
Nach den Etatdaten standen Einnahmen über 1,782 Billionen Dollar
Ausgaben über 2,156 Billionen Dollar gegenüber. Während
die Ausgaben um 7,2 Prozent höher lagen, sanken etwa die Einnahmen
aus der Einkommensteuer um rund 7,5 Prozent. Im Jahr 2000 hatte die
damalige Regierung noch einen Rekordüberschuss im Haushalt von
236,92 Milliarden Dollar ausweisen können.
(Quellen: afp,
rtr)
Nahost-Konflikt
13 Tote und
rund 100 Verletzte bei israelischen Angriffen +++ Israel droht Arafat
mit Entmachtung
Di.21.10.03 - Bei
einer Serie von israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen
sind bis zum späten Montagabend mindestens 13 Menschen
getötet worden. Bis zu 100 Menschen wurden verletzt.
Der folgenschwerste Angriff ereignete sich am späten Abend in der
Nähe des palästinensischen Flüchtlingslagers El Buredsch,
wo allein zehn Palästinenser durch israelische Raketen
getötet und 70 weitere verletzt wurden. Die Angriffe hatten bereits
am Morgen begonnen. Nach Angaben der israelischen Armee galten die
Aktionen während des Tages palästinensischen Waffenfabriken
und Lagerstätten.
Der Angriff am späten Abend nahe des Flüchtlingslagers El
Buredsch habe einer Gruppe militanter Palästinenser gegolten, die
zuvor versucht habe, nach Israel zu gelangen, und dann mit einem Auto
geflohen sei, verlautete aus israelischen Sicherheitskreisen. Soldaten,
die sich zuvor an der Grenzanlage einen Schusswechsel mit den
Palästinensern geliefert hatten, hätten einen
Kampfhubschrauber zur Unterstützung angefordert.
Nach Berichten palästinensischer Augenzeugen traf eine von dem
Hubschrauber abgefeuerte Rakete das Auto und tötete die drei
Insassen, darunter ein führendes Mitglied der radikal-islamischen
Hamas-Organisation. Als sich dann eine Menschenmenge um die brennenden
Trümmer des Wagens versammelt hatte, sei eine zweite Rakete von dem
Hubschrauber aus abgefeuert worden, die 7 Menschen getötet und
mindestens 70 weitere verletzt habe.
Nach Angaben aus palästinensischen Krankenhäusern befanden
sich in der Nacht zum Dienstag noch 15 Verletzte in kritischem Zustand.
Schon während des Tages waren bei drei israelischen Angriffen 3
Palästinenser getötet und mindestens 26 verletzt worden.
Die Angriffserie hatte am Morgen begonnen, als F-16 Kampfflugzeuge im
Osten von Gaza-Stadt ein Gebäude bombardierten, das
palästinensischen Extremisten zum Bau von Waffen, darunter
Mörsern und Raketen, diente. Zwei Stunden später beschossen
Kampfhubschrauber nördlich des Stadtzentrums ein Auto und
töteten zwei Insassen, bei denen es sich um Aktivisten des
militanten Flügels der Hamas- Organisation gehandelt haben soll.
Der Angriff erfolgte in der Nähe eines Kindergartens und zweier
Schulen. Ein Passant wurde getötet, mehrere Kinder teils schwer
verletzt. Bei einem dritten Hubschrauber- Angriff auf ein Versteck
militanter Palästinenser wurde am Mittag nördlich von Gaza
niemand verletzt.
Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia
verurteilte die Angriffe scharf. Das Vorgehen Israels sei inakzeptabel
und nütze den Bemühungen um eine beiderseitige Waffenruhe
nicht, sagte Kureia nach einer Kabinettssitzung in Ramallah. Die
radikal-islamische Hamas-Bewegung kündigte Vergeltung für die
israelischen Angriffe an.
Israel hat wenige Stunden nach Luftangriffen im Gaza-Streifen seine
Entschlossenheit bekräftigt, Palästinenser-Präsident
Jassir Arafat zu entmachten.
"Dieser Mann ist das größte Hindernis für den Frieden,
und deswegen ist Israel entschlossen, seine Entfernung aus der
politischen Arena voranzutreiben", sagte Regierungschef Ariel Scharon am
Montag im Parlament in Jerusalem. Er bekräftigte damit einen vor
einem Monat getroffenen Kabinettsbeschluss. Vergangene Woche hatte
Scharon in einem Interview allerdings versöhnlichere Töne
angeschlagen und den Eindruck hinterlassen, er wolle eine Ausweisung in
nächster Zeit ausschließen.
Scharon betonte in seiner mehrfach von Zwischenrufen
arabisch-israelischer Abgeordneter unterbrochenen Rede, die
Palästinenser müssten stärker gegen Extremisten vorgehen,
die für Selbstmordanschläge auf Israelis verantwortlich
gemacht werden. Zugleich äußerte Scharon die Erwartung, dass
es in den kommenden Monaten zu einem Durchbruch in den festgefahrenen
Nahost-Friedensbemühungen kommen werde. Gründe für sein
Zuversicht nannte er allerdings nicht. Der Kreislauf von Gewalt und
Gegengewalt hat eine Umsetzung des von den USA unterstützten
internationalen Nahost-Friedensplans bislang verhindert. Nach einer
Reihe palästinensischer Selbstmordanschläge hatte Israel sein
Vorgehen gegen militante Gruppen jüngst verschärft.
(Quellen: dpa,
rtr)
Fastenaktion für Reformen in Iran
Neben
Studenten und politischen Aktivisten nahmen auch 110 der 290 iranischen
Parlamentarier an der Protestveranstaltung teil
Di.21.10.03 - Mit
einer eintägigen Fastenaktion haben hunderte reformorientierte
Abgeordnete, Studenten und politische Aktivisten in Iran gegen die
Einschränkung von Freiheitsrechten protestiert. Gut 110 der 290
iranischen Parlamentarier nahmen an der Protestveranstaltung in Teheran
teil, die vom frühen Morgen bis kurz nach Sonnenuntergang
andauerte. Anschließend versammelten sie sich zu einer Kundgebung
im Hauptquartier der Islamischen Iranischen Beteiligungsfront, der
größten Reformpartei. Auch in anderen Städten Irans gab
es Protestaktionen.
Der Abgeordnete Ali Schakurirad rief die konservativen Kräfte des
Wächterrats dazu auf, der Inhaftierung von Intellektuellen Einhalt
zu gebieten. Der reformorientierte Kleriker Mohsen Kadiwar beklagte, die
Hardliner hätten Iran zum größten Gefängnis
für Journalisten und politische Aktivisten im gesamten Mittleren
Osten gemacht. Den Obersten geistlichen Führer Irans, Ayatollah Ali
Chamenei, nannte Kadiwar einen Diktator, wofür er jubelnden
Beifall erhielt.
Proteste gegen das Regime der Mullahs haben in den letzten Monaten
zugenommen. Die Ehrung der iranischen Menschenrechtlerin Schirin Ebadi
mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis hat der Reformbewegung
weiteren Auftrieb gegeben.
(Quelle: ap)
UNO kritisiert Einschränkung von Rechten
in der arabischen Welt
Auch Defizite
bei der Bildung bemängelt: Machtstrukturen in arabischen
Ländern unterbänden das aktive Denken, sie "erlöschen
die Flamme des Lernens und ersticken den Antrieb zur Innovation",
heißt in einem UN-Bericht +++ Voraussetzung für eine
Wissensgesellschaft sei die Garantie der Grundfreiheiten
Di.21.10.03 -
Viele arabische Regierungen haben nach Einschätzung der Vereinten
Nationen im Zuge des von den USA geführten Kampfes gegen den
internationalen Terrorismus die bürgerlichen und politischen
Freiheiten in ihren Ländern deutlich eingeschränkt. Das
Vorgehen der USA habe einigen Machthabern in der arabischen Welt als
Rechtfertigung für die Verabschiedung von Gesetzen zur
Einschränkung von Rechten gedient, heißt es in dem zweiten
Bericht zur menschlichen Entwicklung in der arabischen Welt, den das
UN-Entwicklungsprogramm am Montag vorstellte.
Schwerpunktthema des Berichts sind Fragen der Bildung vor dem
Hintergrund der politischen Verhältnisse in den arabischen
Ländern. "Man braucht Freiheit für den Erwerb von Bildung",
betonte der Hauptautor der Studie, Nader Fergani. Der Bericht
bemängelt einen "Mangel an rationaler Politik, die die
grundlegenden Werte und den institutionalisierten Rahmen vorgibt, um
eine Wissensgesellschaft zu fördern". Ursachen für die
wachsende Wissenskluft seien dabei keineswegs die arabische Kultur und
Religion, die grundsätzlich Bildung förderten, sagte Fargany.
Vielmehr unterbänden die Machtstrukturen das aktive Denken, sie
"erlöschen die Flamme des Lernens und ersticken den Antrieb zur
Innovation", heißt es in dem Bericht.
Die Defizite bei der Bildung werden laut der UNO noch durch die
Abwanderung von arabischen Experten ins Ausland verschärft. Dadurch
gehe ein Potenzial verloren, das in den Herkunftsländern zur
Förderung von Bildung und Entwicklung notwendig sei. Auch die
bestehenden Produktionsstrukturen in den arabischen Ländern
schadeten der Entstehung einer Wissensgesellschaft. Die
Abhängigkeit von der Rohstoffinsdustrie verleite die Staaten dazu,
Experten aus dem Ausland zu beschäftigen, wodurch weniger Fachleute
im eigenen Land ausgebildet würden. Auch habe der Öl-Boom in
der Region dazu geführt, dass Werte, die für den Erwerb von
Wissen notwendig seien, ausgehöhlt worden seien: Geld und
Vermögen seien zu neuen Maßstäben aufgestiegen, der
soziale Status von Wissenschaftlern und Intellektuellen habe dagegen
abgenommen.
Voraussetzung für eine Wissensgesellschaft in der arabischen Welt
sei die Garantie der Grundfreiheiten, fordern die Autoren des Berichts.
Zudem müsse Bildung für alle zugänglich sein. Auch die
Förderung der arabischen Sprache sowie ein eigenes arabisches
Bildungsmodell werden als zentrale Forderungen genannt.
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) lobte die
Unabhängigkeit des Berichts. Bedeutung gewinne das Papier vor allem
dadurch, dass er "von Arabern für Araber" gemacht worden sei
(Quelle: afp)
Mehr zum Thema
bei telepolis (22.10.03) unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/special/ost/15914/1.html
USA werben auf APEC-Gipfel um Unterstützung
für Nordkorea-Gespräche
Initiative zur
Beilegung des Atomkonflikts mit Nordkorea wird von Raketentest des
kommunistischen Landes überschattet
Di.21.10.03 -
US-Präsident George W. Bush hat die Asiatisch-Pazifischen
Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) um Rückendeckung im Kampf gegen den
Terror und für neue Atomgespräche mit Nordkorea gebeten. Auf
dem APEC-Gipfel in Bangkok warb Bush am Montag auch um Hilfe beim
Wiederaufbau Iraks. Die Initiative zur Beilegung des Atomkonflikts mit
Nordkorea wurde von einem neuen Raketentest des kommunistischen Landes
überschattet.
"Jeder Staat, jede hier vertretene Volkswirtschaft, jeder von uns ist
ein potenzielles Ziel für Terroristen", betonte
US-Außenminister Colin Powell. "Wir müssen alles tun, um die
Welt sicher zu halten." Das Treffen in Bangkok fand unter scharfen
Sicherheitsvorkehrungen statt. Hubschrauber kreisten über den
Straßen, als die Staats- und Regierungschefs zum Konferenzzentrum
fuhren.
Mit Blick auf den Atomstreit mit Nordkorea bekräftigte Powell am
Rande des Gipfels die Zusage Bushs, sein Land plane keine
militärische Intervention und sei zu Sicherheitsgarantien bereit.
In "nicht zu ferner Zukunft" könnten neue multilaterale
Gespräche unter Beteiligung Pjöngjangs stattfinden. In einer
Rede vor Wirtschaftsführern machte Powell der nordkoreanischen
Regierung schwere Vorwürfe, auf Kosten ihres Atomprogramms die
Bevölkerung hungern zu lassen: "Man kann Plutonium nicht essen. Es
wächst kein Getreidekorn, nur weil in irgend einem Bunker eine
Atomwaffe versteckt ist."
Bush sagte nach einem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen
Roh Moo Hyun: "Wir machen gute Fortschritte auf dem Weg zu einer
friedlichen Lösung." Nordkorea erklärte indes, der APEC-Gipfel
sei nicht das geeignete Forum für eine Erörterung des
Atomstreits. Der Konflikt könne nur in direkten Gesprächen
zwischen Pjöngjang und Washington beigelegt werden.
Weder Nordkorea noch Irak standen auf der Tagesordnung. Mehrere
APEC-Mitglieder kritisierten, der eigentliche wirtschaftliche
Schwerpunkt des Gipfels gerate aus dem Blick. Der malaysische
Ministerpräsident Mohamad Mahathir sagte, es sei ein Fehler, den
eigentlichen Schwerpunkt des Treffens zu verschieben. Der mexikanische
Präsident Vicente Fox forderte in einer Rede vor
Wirtschaftsführern eine Rückkehr an den Verhandlungstisch der
WTO.
Nach Angaben der südkoreanischen Armee feuerte Nordkorea am
Montagmittag eine Kurzstreckenrakete vor der Ostküste ins
Japanische Meer ab. "Wir sehen dies nicht als positives Zeichen", sagte
ein Mitglied der japanischen Delegation auf dem APEC-Gipfel.
US-Delegierte bezeichneten den Test als gezielte Provokation. Zuletzt
war im April über einen nordkoreanischen Raketentest berichtet
worden.
In einer Erklärung zum Abschluss des zweitägigen Treffens am
(heutigen) Dienstag will die APEC die Welthandelsorganisation (WTO)
auffordern, die im September in Mexiko abgebrochenen Verhandlungen
über den Abbau von Handelsbeschränkungen wieder aufzunehmen.
Im Entwurf für die Abschlusserklärung nimmt aber der Kampf
gegen den internationalen Terrorismus den größten Raum ein.
Zur APEC gehören neben den USA, Russland, China und Japan auch
Australien, Brunei, Chile, Hongkong, Indonesien, Kanada, Malaysia,
Mexiko, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Peru, die Philippinen, Singapur,
Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam.
(Quelle: ap)
Chinesisch-brasilianischer Satellit ins Weltall gestartet
China denkt an
'Abschreckungswaffen' im Weltraum +++ Bush sieht keine Bedrohung durch
Chinas Raumfahrtprogramm
Di.21.10.03 - Nur
fünf Tage nach dem erfolgreichen Abschluss seines ersten bemannten
Raumflugs hat China am Dienstag einen mit Brasilien gemeinsam
entwickelten Satelliten ins Weltall gebracht. Eine Rakete vom Typ
"Langer Marsch 4B" startete mit dem Erdbeobachtungssatelliten vom
nordchinesischen Raumfahrtzentrum in Taiyuan in der Provinz Shanxi, wie
die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.
Vor vier Jahren hatten beide Seiten schon einen ersten gemeinsam
entwickelten Satelliten dieser Art ins All gebracht. Der
Erdbeobachtungssatellit sammelt Informationen und Aufnahmen von den
Territorien und Gewässern beider Länder sowie Teilen ihrer
Nachbarländer, wie die amtlichen chinesischen Medien berichteten.
Es solle Wissenschaftlern helfen, die Veränderungen der
Wälder, Ozeane und Mineralrohstoffe sowie Naturkatastrophen zu
studieren, hieß es. Beide Länder betreiben den Satelliten und
nutzen die Daten gemeinsam. Er soll eine Betriebszeit von zwei Jahren
haben.
Der Satellitenstart folgte auf den ersten bemannten Raumflug Chinas,
bei dem der chinesische Astronaut Yang Liwei am vergangenen Mittwoch und
Donnerstag 14 Mal die Erde umkreist hatte.
China forscht an Lasern und Raketen, die als "Abschreckungsstreitkraft"
im Weltraum gegnerische Satelliten unschädlich machen können.
Dies meldeten staatliche chinesische Medien am Montag unter Berufung auf
Experten.
Der kürzliche Erfolg der "Shenzhou V"-Mission, Chinas erstem
bemannten Raumflug, bedeute, dass das "chinesische Volk den
Schlüssel zur Beherrschung des Alls erhalten" habe, sagte ein
Angehöriger der Volksbefreiungsarmee dem Magazin "China Business
Post".
"Dies zeigt, dass Chinas "Weltraumstreitkraft" in embryonaler Form
vorhanden ist", ergänzte ein Experte von der Verteidigungsakademie.
Und ein anderer Armee-Angehöriger wurde mit den Worten zitiert:
"Es wird bereits an Laserwaffen geforscht, die Satelliten im All
angreifen können." Die Entwicklung einer Weltraumstreitkraft diene
nur friedlichen Zwecken. "Ziel von Chinas Weltraumtechnologie ist
nicht, andere zu bedrohen, sondern eine gewisse Abschreckung
herzustellen, um 'den Feind ohne Kampf zu schlagen'", sagte der
ungenannte Experte unter Berufung auf "Die Kunst des Krieges" des
chinesischen Philosophen Sun Tsu.
Nach Angaben westlicher Experten entwickelt China aus der
Dongfeng-31-Rakete einen Satellitenträger, die KT-1, der imstande
ist, feindliche Raketen zu blenden oder zu zerstören. "Jedes
Hightech-Projekt in China hat automatisch auch eine gewisse
militärische Komponente", meinte in der vergangenen Woche der
britische Weltraumberater Phillip Clark.
Die chinesische Raumfahrt stellt nach Ansicht von US-Präsident
George W. Bush keine Bedrohung dar. Der erste bemannte Weltraumflug
eines chinesischen "Taikonauten" sei eine "interessante Entwicklung",
die er "nicht unbedingt als Bedrohung ansehe", sagte Bush dem
Nachrichtensender Channel News Asia in einem am Samstag gesendeten
Interview. China habe ein "bedeutendes Potenzial"; er hoffe, dass das
Land "im Weltall Entdeckungen machen" werde, wie es die USA getan
hätten.
(Quellen: dpa,
afp)
Russische Kapsel bringt neue Mannschaft zur ISS
Neue Crew soll
die Internationale Raumstation für die Ankunft eines
europäischen Versorgungs- Raumschiffs vorbereiten
Di.21.10.03 -
Nach zweitägiger Reise in einer russischen Sojus-Kapsel hat die
neue Mannschaft der Internationalen Raumstation ISS ihr Ziel erreicht.
Als erster Europäer seit der Columbia-Katastrophe betrat der
Spanier Pedro Duque die ISS, ihm folgten der US-Astronaut Michael Foale
und sein russischer Kollege Alexander Kaleri. Drei Stunden zuvor hatte
die Sojus erfolgreich angedockt. Foale und Kaleri sollen als achte
Langzeitbesatzung der ISS bis April im All bleiben.
Eine der Hauptaufgaben der neuen Crew ist es, die ISS für die
Ankunft eines europäischen Versorgungs-Raumschiffs vorzubereiten.
Der erste Flug des Automated Transfer Vehicle ist für September
kommenden Jahres geplant.
Duque wird acht Tage auf der ISS verbringen und am 28. Oktober mit der
alten Besatzung auf die Erde zurückkehren. Der Spanier soll 24
Experimente unter anderem zu Physik, Erdbeobachtung, Bildung und
Technologie machen. Duque ist der sechste Europäer und erste
Spanier in der ISS.
Nach der Explosion der Columbia beim Wiedereintritt in die
Erdatmosphäre, bei der am 1. Februar alle sieben Astronauten an
Bord ums Leben gekommen waren, hatte die US-Raumfahrtbehörde NASA
alle Shuttle-Flüge eingestellt. Sie werden voraussichtlich erst zum
Herbst kommenden Jahres wieder aufgenommen. Einziges Transportmittel
zur ISS sind derzeit die Sojus-Kapseln.
Der Leiter der europäischen Raumfahrtbehörde ESA,
Jean-Jacques Dordain, dankte Russland für sein Engagement. Dies
habe die Fortsetzung der Aktivitäten auf der ISS trotz der
technischen Probleme nach der Columbia-Katastrophe ermöglicht.
(Quelle: afp)
Nato um Ausgleich im Streit über EU-Verteidigung
bemüht
Di.21.10.03 - Im
Streit über die Verteidigungspläne einiger EU-Staaten hat
sich die Nato am Montag bemüht, die Wogen zu glätten.
Auf Wunsch der USA kam der Nato-Rat zu einer informellen Sondersitzung
zusammen. Vor dem EU-Gipfel vergangene Woche in Brüssel hatten die
USA die EU-Pläne in der Nato scharf als Bedrohung für die
Zukunft des Verteidigungsbündnisses kritisiert. Diplomaten zufolge
verlief das Treffen am Montag ruhiger, brachte aber keine neuen
Ergebnisse. Die Beratungen hätten sich zweieinhalb Stunden im Kreis
gedreht. Ein Nato-Sprecher sagte, die Atmosphäre sei sehr gut
gewesen.
Die USA kritisieren Pläne mehrerer EU-Staaten, die EU in die Lage
zu versetzen, Militäreinsätze zu führen. Die Regierung in
Washington befürchtet eine Konkurrenz zur Nato als zentraler
Verteidigungsallianz und warnt vor Doppelstrukturen. Nach einem
deutsch-britisch-französischen Gipfeltreffen in Berlin war der
Eindruck entstanden, Deutschland und Frankreich hätten britische
Vorbehalte ausgeräumt. Inzwischen hat Großbritannien aber
weiteren Klärungsbedarf angemeldet.
Die Gespräche am Montag verliefen Bündniskreisen zufolge
erheblich ruhiger als die erhitzte Debatte vergangene Woche.
Europäische Nato-Staaten wiesen Diplomaten zufolge allerdings
Forderungen der USA nach einem amerikanischen Mitspracherecht bei der
EU-Planung zurück, die sich zudem noch in einem sehr frühen
Stadium befinde. Die Nato sei derzeit das falsche Forum, weil es noch
keine abgestimmten EU-Pläne gebe. Die Debatte werde am
Dienstagabend bei einem Treffen des Nato-Rates mit den
sicherheitspolitischen EU-Botschaftern fortgesetzt. Inhaltliche
Fortschritte seien nicht zu erwarten, sagte ein Diplomat. Die Amerikaner
schienen die Briten weich kochen zu wollen.
Ein Nato-Sprecher sagte, die Allianz sei sich einig gewesen, dass die
Nato nicht geschwächt werden solle. Parallel zur Diskussion
innerhalb der EU solle es weitere informelle Treffen geben, um die
Nicht-EU-Staaten in der Nato zu informieren. Es handele sich um einen
wahrscheinlich über Jahre dauernden Diskussionsprozess.
Der britische Premierminister Tony Blair hatte beim EU-Gipfel erneut
betont, er werde keine Schwächung der Nato akzeptieren. Zugleich
hatte er sich zu einer starken europäischen Verteidigung bekannt.
Immer wieder haben auch Frankreich und Deutschland betont, sie wollten
keine Konkurrenz zur Nato aufbauen, sondern die EU zu eigenen
Einsätzen in Krisengebieten befähigen. Erstmals hatte die EU
eigene Operationen im Kongo und in Mazedonien gestartet.
(Quelle: rtr)
EU-Innenministerkonferenz in La Baule
Große
EU-Staaten wollen Informationen von Passagierlisten +++ Bessere
Polizeiarbeit im Kampf gegen illegale Einwanderung vereinbart +++
Biometrische Kontrollen für Visa-Besitzer geplant
Di.21.10.03 - Die
fünf größten EU-Staaten wollen zum Schutz der Inneren
Sicherheit Fluggesellschaften und andere Transportunternehmen dazu
verpflichten, bestimmte Informationen aus ihren Passagierlisten
auszuhändigen.
Darauf einigten sich die Innenminister Deutschlands, Frankreichs,
Großbritanniens, Italiens und Spaniens am Montag bei einem Treffen
in der westfranzösischen Küstenstadt La Baule. Zudem wollen
sie Pläne für neue Visa vorantreiben, die durch
Fingerabdrücke und digitale Fotografien schwerer zu fälschen
sein sollen als bisherige. Ziel der Regelungen sei es, illegale
Einwanderungen einzudämmen. Nach den Worten von Frankreichs
Innenminister Nicolas Sarkozy sollen die neuen Regeln auch der
Bekämpfung von Extremisten-Organisationen wie El Kaida dienen, da
sich diese auch über Schlepperdienste finanzierten.
"Wir wollen, dass uns die Fluggesellschaften eine bestimmte Zahl von
Einzelheiten von ihren Passagierlisten geben, damit wir wissen, wer in
unser Gebiet kommt und wer beispielsweise mit einem Touristenvisum reist
und sein Rückflugticket nicht benutzt hat", erläuterte Sarkozy.
Die fünf Länder, in denen etwa 80 Prozent der gesamten
Bevölkerung der Europäischen Union (EU) leben, wollen ihre
Vorschläge Anfang kommenden Monats bei Treffen auf EU-Ebene
vorstellen. Nach Angaben aus spanischen Regierungskreisen wollen die
Staaten nicht nur Informationen über Flugreisende anfordern,
sondern auch über Personen, die per Bus oder Schiff in die Union
einreisen. Innerhalb der EU sind nach dem Schengen-Abkommen keine
Grenzkontrollen vorgesehen.
Die EU verhandelt derzeit mit den USA über die Weitergabe von
Informationen von Flugpassagieren. Diese haben von den
Fluggesellschaften bereits Informationen von den Passagierlisten
anfordert und dies als notwendige Maßnahme im Kampf gegen den
Terrorismus bezeichnet. Nach EU-Recht dürfen die Fluglinien Daten
der Passagierliste nur mit vorheriger Zustimmung der Fluggäste
weitergeben. Das Europäische Parlament will eine Weitergabe der
Informationen an die USA verhindern. Sicherheitsexperten halten es
allerdings für möglich, dass die Fluggesellschaften aus Furcht
vor Sanktionen die Daten trotzdem bereitstellen.
Nach Angaben Sarkozys wollen die fünf EU-Staaten nicht so
detaillierte Informationen wie die USA abfragen. Bei dem Treffen in La
Baule sei nur über fünf oder sechs Fragepunkte diskutiert
worden. Die USA konfrontierten die Fluggesellschaften dagegen mit einem
Katalog von mehr als 30 Fragen.
(Quelle: rtr)
Rot-grüne Koalition will Rentenbeschlüsse schnell
umsetzen
Erste Lesung
im Bundestag bereits am Freitag angestrebt +++
Wirtschaftsforschungsinstitute begrüßen Rentenpläne der
Regierung +++ Auch von SPD-Linken kommt Zustimmung +++ Vorsitzender der
CDU-Sozialausschüsse fordert SPD-Linke zum Widerstand auf +++ Union
zu grundlegender Rentenreform bereit +++ Stabilisierung des
Rentenbeitrags laut Experte nicht von Dauer +++ Kassen befürchten
Milliarden-Ausfälle +++ VDR sieht Verfassungsprobleme
+++BfA-Chef befürchtet Tabubruch bei Rente +++ Nationale
Armutskonferenz befürchtet Anstieg der Altersarmut
Di.21.10.03 - Die
rot-grüne Koalition setzt darauf, dass sie ihre
Sparmaßnahmen zu Lasten der Rentner in Höhe von rund 2,6
Milliarden Euro bereits im November geschlossen im Bundestag
verabschieden kann.
SPD-Generalsekretär Olaf Scholz sprach am Montag nach einer
Sitzung des SPD-Präsidiums von Anzeichen für eine geschlossene
Haltung von Partei und Bundestagsfraktion. SPD-Fraktionschef Franz
Müntefering und Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) verteidigten
die Beschlüsse als sozial ausgewogen, wenn auch schmerzlich
für die 20 Millionen Rentner. Auch von SPD-Linken kam Zustimmung:
"Die Entscheidung eignet sich nicht zum Kampfthema wie die
Gesundheitsreform oder Hartz IV, dafür ist sie zu ausgewogen",
sagte der SPD-Sozialpolitiker Peter Dreßen.
Schmidt äußerte die Erwartung, dass die Union den Teil der
Maßnahmen mitträgt, der die Zustimmung des Bundesrates
benötigt. CDU-Chefin Angela Merkel ließ dies aber offen. Nach
Berechnungen der Rentenversicherer erreicht die Regierung nur knapp das
erforderliche Sparvolumen von acht Milliarden Euro, um den Beitragssatz
von 19,5 Prozent 2004 stabil halten zu können.
Bereits am Freitag wollen SPD und Grüne die Notmaßnahmen
für 2004 in erster Lesung in den Bundestag einbringen. Dies sei
aber nur möglich, wenn die Union einer Verkürzung des
Verfahrens zustimme, hieß es in Koalitionskreisen. Andernfalls sei
eine Sondersitzung des Bundestages kommende Woche erforderlich.
"Im November sollen die Entscheidungen kommen", kündigte
Müntefering an. Das Kabinett und die Spitzen von SPD und
Grünen hatten am Sonntag beschlossen, die Renten 2004 nicht zu
erhöhen. Zudem müssen Rentner den Beitrag zur
Pflegeversicherung ab April 2004 allein zahlen. Zusammen mit der
Verschiebung des Auszahlungstermins für Neurentner müssen die
Ruheständler im kommenden Jahr nach Berechnungen der
Rentenversicherer auf rund 2,6 Milliarden Euro verzichten. Der Abbau der
Rücklagen der Rentenversicherung bringe 4,8 Milliarden Euro.
Insgesamt summierten sich die Einsparungen auf bis zu 7,8 Milliarden
Euro.
Scholz erwartete breite Zustimmung in der SPD. "Es soll diskutiert
werden, und es kann diskutiert werden, aber ich gehe davon aus, dass die
Entscheidungen nachvollzogen werden." Der Parteirat der Grünen
habe die Beschlüsse einhellig begrüßt, sagte
Parteichefin Angelika Beer.
Der Sprecher des linken Flügels der SPD-Fraktion, Michael
Müller, sagte: "Teile unserer Forderungen sind aufgenommen worden,
andere Teile nicht." Vor einer Beurteilung würden die
Beschlüsse in der Parlamentarischen Linken diskutiert. Nur durch
Zugeständnisse an linke Reformkritiker hatte sich die Koalition
vorige Woche eine Mehrheit für die Zusammenlegung von Arbeitslosen-
und Sozialhilfe (Hartz IV) gesichert. Dreßen, der zum linken
Flügel der SPD-Fraktion gezählt wird, sagte Reuters: "Es ist
eine pfiffige Lösung." Er rechne mit Debatten, aber nicht mit
großem Widerstand: "Ich halte es für mehrheitsfähig."
Die Koalition kann die Kurzfristmaßnahmen zur Stabilisierung des
Beitragssatzes im kommenden Jahr weitgehend ohne Zustimmung des von der
Union dominierten Bundesrates durchsetzen. Allein die Verschiebung der
Rentenauszahlung für Neurentner auf das Monatsende ist
zustimmungspflichtig. Schmidt sagte, sie setze auf das
"vaterländische Bewusstsein der christlichen Demokraten" und dass
die Union diese Maßnahme daher nicht blockiere.
Schmidt bekräftigte, dass die Kürzungen unumgänglich
gewesen seien. Der Beitragssatz müsse 2004 stabil gehalten werden,
um die "vorsichtigen Impulse im Hinblick auf eine Belebung der
Wirtschaft" nicht durch höhere Lohnnebenkosten zu belasten. Die von
der Koalition vereinbarten langfristigen Maßnahmen sollten bis
Mitte nächsten Jahres von Bundestag und Bundesrat verabschiedet
sein, sagte Schmidt. Dazu gehörten der Wechsel zur nachgelagerten
Besteuerung der Renten und die Einführung eines
Nachhaltigkeitsfaktors. Dieser soll ab 2005 den Anstieg der Renten
entsprechend dem Zahlenverhältnis von aktiven Beitragszahlern und
Rentnern dämpfen.
CDU-Chefin Merkel bezeichnete die Koalitionsbeschlüsse als
Offenbarungseid und schwere Zumutung für die Rentner. Verdi-Chef
Frank Bsirske warf der Regierung einen Tabubruch vor, weil die
Rentenbezüge real zurück gingen: "Wenn das Schule macht, wird
die Rente in Zukunft für niemand mehr kalkulierbar sein."
Ungeachtet ihrer scharfen Kritik an den jüngsten
Rentenbeschlüssen der Koalition hat die Union derweil die
Bereitschaft bekräftigt, sich mit Rot-Grün auf eine umfassende
Rentenreform zu verständigen.
Wenn die Inhalte passten, könne man möglicherweise schon
nächstes Jahr ins Gespräch kommen, sagte der CSU-Sozialexperte
Horst Seehofer am Dienstag im Deutschlandfunk. Wie auch der
CDA-Vorsitzende Hermann-Josef Arentz (CDU) bekräftigte Seehofer
sein Nein zu der beschlossenen Nullrunde für die Rentner.
Seehofer sagte, bei inhaltlicher Nähe von Rot-Grün und Union
"können wir durchaus miteinander reden, um möglicherweise
gemeinsame eine Rentenreform hin zu kriegen. Wir müssen
Entscheidungen fällen, die für lange Zeit Bestand haben
müssen." Die jüngsten Rentenentscheidungen der Regierung
würden CDU und CSU aber nicht mittragen. Sie seien die Folge einer
falschen Rentenpolitik der Regierung, für die nun die Rentner zu
Kasse gebeten würden, kritisierte Seehofer.
Mehrere deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben unterdessen die
Rentenbeschlüsse der Bundesregierung als überfällig
bezeichnet, zum Teil aber weiter gehende Schritte gefordert.
Die Beschlüsse seien "gut für die Arbeitsplätze und auch
langfristig durchaus legitim", sagte der Sozialexperte des Deutschen
Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gert Wagner, der
Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Um das Defizit in der Rentenkasse
zu decken, wäre alternativ nur der Weg über neue Schulden
geblieben - entweder in Form von Kassenkrediten an die
Rentenversicherung oder über einen höheren Bundeszuschuss.
Dies wäre aber der falsche Weg gewesen. "Rente auf Pump - das
wäre politisch verheerend." Das Absenken der Schwankungsreserve der
Rentenkasse wertete Wagner aber mit Blick auf die Konjunktur als ein
Risiko. Das Münchener Ifo-Institut und das arbeitgebernahe
Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln begrüßten
die Rentenbeschlüsse, weil sie der Stabilisierung der
Beitragssätze Priorität einräumten.
DIW-Experte Wagner wertete die Senkung des Notgroschens der
Rentenversicherung - die so genannte Schwankungsreserve - als riskant.
"Das ist keine Schwankungsreserve mehr, die bei konjunkturellen
Schwankungen hilft. Dazu ist sie viel zu niedrig. Dazu war auch schon
die jetzige viel zu niedrig." Jede Konjunkturbewegung schlage dann voll
auf den Beitragssatz oder das Rentenniveau durch, falls man nicht den
Bundeszuschuss erhöhe. Wagner befürwortete aber das Vorhaben
der Regierung, die Reserve nicht ganz aufzulösen. "Bis auf Null
sollte man sie nicht abschmelzen", warnte er. Schließlich seien
die Mittel zum Teil in Vermögenswerten wie Immobilien angelegt, die
man in der jetzigen Marktlage nicht verkaufen sollte.
Wagner bezeichnete die Regierungsbeschlüsse auch auf lange Sicht
als vertretbar. Die Belastung der heutigen Rentner sei unter dem Aspekt
der Generationengerechtigkeit sinnvoll. Ein Großteil der jetzigen
Rentner sei finanziell so gut gestellt, wie es wohl kaum eine kommende
Rentnergeneration sein werde.
Der IW-Experte Jochen Pimpertz sagte Reuters, die
Regierungsbeschlüsse brächten nur eine kurzfristige
Entlastung. Mittelfristig müsse ein demographischer Faktor
eingeführt werden. Außerdem müsse die Regelarbeitszeit
auf das 67. Lebensjahr erweitert werden.
"Eine Erhöhung der Beiträge konnten wir uns nicht mehr
leisten, deshalb war ein drastischer Eingriff nötig", sagte
Ifo-Volkswirt Rüdiger Parsche. "Die jetzt nötigen
Maßnahmen sind die Quittung für Jahrzehnte falscher Politik."
So habe allein die unter dem früheren Arbeitsminister Norbert
Blüm (CDU) eingeführte Vorruhestandsregelung zu einer
Erhöhung der Rentenbeiträge um 1,5 Prozentpunkte geführt.
Vor einer Debatte über eine Verlängerung der
Lebensarbeitszeit sei daher ein Ende der Frühverrentung nötig.
"Offen ist auch, ob der demographische Faktor nicht schon bald
verstärkt werden muss." Nicht zuletzt müsse die Riester-Rente
ausgeweitet werden.
Das Notprogramm der Bundesregierung zur Stabilisierung des
Rentenbeitrags hält möglicherweise nur bis zum Herbst
nächsten Jahres. Davon geht der Rentenexperte Bernd
Raffelhüschen aus. Die Einschnitte seien notwendig, aber "viel zu
kurz gegriffen", sagte der Fachmann dem "Flensburger Tageblatt".
Die Krankenkassen befürchten neue milliardenschwere
Einnahmeausfälle als Folge der geplanten Maßnahmen zur
Stabilisierung des Rentenbeitragssatzes. Bei einer Umsetzung der
Rentenbeschlüsse sei daher die geplante Senkung des
durchschnittlichen Beitragssatzes zur gesetzlichen Krankenversicherung
um 0,7 Prozentpunkte im kommenden Jahr kaum möglich, berichtete die
"Neue Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf
nicht näher bezeichnete "Kassenkreise".
Ersten Berechnungen zufolge droht dem Blatt zufolge als Folge der
geplanten Nullrunde bei den Altersbezügen bis Mitte 2005 ein
Ausfall an Krankenkassenbeiträgen der Rentner von 273 Millionen
Euro. Weitere 910 Millionen Euro Beitrag fehlten dadurch, dass die
Senkung des Kassenbeitrags für die Rentner in Folge der
Gesundheitsreform von Mitte 2005 auf vermutlich April 2004 vorgezogen
werde. Ab Mitte 2005 komme hinzu, dass der geplante
Nachhaltigkeitsfaktor die Kassenbeiträge der Rentner um
zusätzliche 300 Millionen Euro jährlich verringern werde,
schrieb die Zeitung.
Der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) hält
die Reformpläne der Bundesregierung für verfassungsrechtlich
problematisch. Die geplanten Einschnitte führten nach
vorläufigen Berechnungen dazu, "dass wir in der Rentenversicherung
bis 2007 keine nennenswerten Anpassungen haben", sagte
VDR-Geschäftsführer Franz Ruland der Tageszeitung "Die
Rheinpfalz" (Dienstagausgabe) in Ludwigshafen. Wahrscheinlich werde es
nicht einmal einen Inflationsausgleich geben.
"Das Bundessozialgericht hat aber festgelegt, dass ein
Inflationsausgleich zum Eigentumsschutz der Renten gehört. Also
haben wir in der Tat ein verfassungsrechtliches Problem", betonte
Ruland. Alles hänge davon ab, inwieweit die Gerichte dem
Gesetzgeber einen Entscheidungsspielraum einräumten, Inhalt und
Schranken des Eigentums Rente zu bestimmen. Er selbst gehe aber davon
aus, dass der Streit eher politisch als juristisch entschieden werde.
Eine Rentenkürzung wegen der schwachen Konjunktur wäre nach
Ansicht des Vorstandschefs der Bundesversicherungsanstalt für
Angestellte (BfA), Christian Zahn, ein Tabubruch. "Wir haben
künftig zu befürchten, dass jedes Mal, wenn eine Konjunktur
schwach ist, die Regierung über Leistungskürzungen bei der
Rente nachdenkt", sagte Zahn der "Thüringer Allgemeinen"
(Dienstagausgabe) in Erfurt. Dies sei der Weg hin zu einer Rente nach
Haushaltslage.
Vor allem für die jungen Menschen sei die Rente nicht mehr
berechenbar, sagte Zahn, der auch Mitglied des Bundesvorstandes der
Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ist. Wenn sie aber zusätzlich
für ihre Altersversorgung etwas tun sollten, müssten sie
wissen, wie viel Rente sie in 30 Jahren zu erwarten hätten. Durch
den Zins- und Zinseszinseffekt drohe den Jüngeren außerdem
bei mehrfach ausgesetzten Jahreserhöhungen ein weit
größerer Zuwachsverlust, als es jetzt den Anschein habe.
Der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse (CDA), Hermann-Josef
Arentz, hat die SPD-Linken zum Widerstand gegen die Rentenpläne der
Bundesregierung aufgefordert. Sie hätten es in der Hand, die
sozialen Härten für die Senioren noch im Bundestag zu
verhindern, sagte Arentz der Chemnitzer "Freien Presse"
(Dienstagausgabe). Die Abstimmung werde für die
Arbeitnehmervertreter der SPD zur Nagelprobe, ob ihnen die soziale
Gerechtigkeit mehr bedeute als die Kapitulation vor dem Kanzler
Zugleich lehnte der CDA-Chef einen Kompromiss mit der rot-grünen
Koalition bei der Sanierung der Rentenkassen ab: "Wir wären als CDU
mit dem Klammerbeutel gepudert, der Bundesregierung zu diesen Sauereien
die Hand zu reichen." Die Koalition trage die alleinige Verantwortung
für die katastrophale Finanzlage und müsse die Suppe selbst
auslöffeln. Die Finanzmisere sei Anfang des Jahres bekannt
gewesen, "aber die Regierung hat sich bis zum Oktober durchgelogen",
betonte Arentz.
Nach den Rentenbeschlüssen der Bundesregierung befürchtet die
Nationale Armutskonferenz einen deutlichen Anstieg der Altersarmut. Die
geplante Senkung des Altersruhegelds und die neuen Zuzahlungen im
Gesundheitswesen brächten viele Rentenbezieher in das soziale
Abseits, sagte der Sprecher der Konferenz, Paul Saatkamp, der Chemnitzer
"Freien Presse" (Dienstagausgabe). Er kündigte eine breite
außerparlamentarische Offensive gegen die geplanten Einschnitte
an.
So würden sich in Nordrhein-Westfalen demnächst Kirchen,
Gewerkschaften und Sozialverbände gemeinsam mit Attac zu Aktionen
zusammenfinden. Der Druck von außen gegen die rot-grüne
neoliberale Politik werde zunehmen. Saatkamp rief die SPD-Mitglieder
auf, künftig nur noch den Mindestbeitrag zu zahlen und die
Differenz der Arbeitswohlfahrt zu spenden. "Damit kann wenigstens etwas
von dem repariert werden, was die Bundesregierung kaputt schlägt",
sagte der Sprecher.
(Quellen: rtr,
ap, afp)
Hintergrund: Wer bekommt wie viel?
Immer
wieder ist vom so genannten Eckrentner die Rede, der nach den
Berechnungen der Statistiker monatlich rund 1000 Euro Durchschnittsrente
erhält. Ein Blick in die Unterlagen des Verbands Deutscher
Rentenversicherungsträger zeigt aber eine große Spannbreite
bei den rund 19,5 Millionen Rentnern: Die Zahlbeträge reichen von
weniger als 150 Euro im Monat bis zum Zehnfachen und mehr.
Unterschieden werden muss dabei auch nach West und Ost: Für die
Rentner in den neuen Ländern liegen die tatsächlichen
Zahlbeträge wegen der in der DDR durchweg längeren Phasen der
Erwerbstätigkeit für die Mehrheit höher als bei den
West-Ruheständlern.
WEST-RENTNER bekommen im Durchschnitt 978 Euro im Monat (alle
Beträge Stand 31.12.2003). Über 1200 Euro erhalten 24,4
Prozent, der Anteil derer, die zwischen 900 und 1200 Euro bekommen,
liegt bei 27,1 Prozent. Weniger als 600 Euro erhalten gut 21 Prozent.
WEST-RENTNERINNEN bekommen im Durchschnitt 479 Euro. Der Anteil derer,
deren
Anzeige
Rente höher als 1200 Euro liegt, beträgt 2,3 Prozent. 900 bis
1200 Euro beziehen 7,1 Prozent, 600 bis 900 Euro bekommen 24,6 Prozent.
Die Mehrzahl der Frauen im Westen (29 Prozent) bekommt eine Rente
zwischen 300 und 600 Euro. 22,6 Prozent erhalten 150 bis 300 Euro, 14,4
Prozent unter 150 Euro Rente.
OST-RENTNER bekommen im Durchschnitt 1031 Euro an Monatsrente
überwiesen. Während es 6,0 (Westen: 11,1) Prozent von ihnen
auf eine Rente über 1500 Euro bringen, liegt der Anteil derer, die
zwischen 900 und 1500 Euro erhalten, bei 61,1 Prozent. Mini-Renten von
weniger als 300 Euro erhält etwa ein Prozent der Ostrentner.
OST-RENTNERINNEN können monatlich im Durchschnitt mit 655 Euro
rechnen. Nur knapp zwei Prozent von ihnen erhalten 1200 Euro Rente oder
mehr, knapp zehn Prozent 900 bis 1200 Euro. Das Gros (51,4 Prozent)
bekommt monatlich zwischen 600 und 900 Euro Rente, bei gut 30 Prozent
liegt sie zwischen 300 und 600 Euro. Knapp sieben Prozent erhalten
Mini-Renten von unter 300 Euro. (Quelle: dpa, 20.10.03)
|
Bund der Steuerzahler kritisiert 'Überversorgung' von
Politikern
Di.21.10.03 -
Angesichts der geplanten Einschnitte bei den Renten hat der Bund der
Steuerzahler eine Überversorgung von Ministern und Abgeordneten
kritisiert. "Wer den Rentnern Opfer abverlangt, muss zuerst seine
eigenen Versorgungspfründe beschneiden", sagte
Verbandspräsident Karl Heinz Däke der Hannoverschen "Neuen
Presse" (Dienstagausgabe). Die steuerfinanzierten Pensionen erreichten
schnell eine Höhe, von denen gesetzlich Rentenversicherte nur
träumen könnten.
Ein Bundesminister hat nach Angaben des Steuerzahlerbundes schon nach
zwei Amtsjahren einen Pensionsanspruch von 1.966 Euro monatlich. Die
Höchstrente der gesetzlichen Rentenversicherung nach 45
Versicherungsjahren liege in diesem Jahr bei 1.950 Euro. Däke
forderte, dass Politiker mit eigenen Beiträgen für ihren
Ruhestand vorsorgen sollen: "Dann gehören auch die
überdimensionierten Pensionsniveaus auf Steuerzahlerkosten der
Vergangenheit an."
(Quelle: ap)
Wirtschaftsforscher stellen ihre Prognose für 2004 vor
Di.21.10.03 - Die
Wirtschaftsexperten sehen Licht am Ende des Tunnels: Sie gehen davon
aus, dass die Konjunktur im kommenden Jahr wieder anzieht, und zwar um
1,5 bis zwei Prozent. Das geht aus dem Herbstgutachten hervor, das die
sechs führenden Forschungsinstitute heute vorstellen. 2003 wird
die Wirtschaft dem Gutachten zufolge stagnieren. Die Konjunkturforscher
gehen inzwischen von einem Null-Wachstum aus, in ihrem
Frühjahrsgutachten hatten sie für dieses Jahr noch einen
leichten Anstieg von 0,5 Prozent vorausgesagt. Insgesamt sind die
Wirtschaftforschungsinstitute aber pessimistischer als die
Bundesregierung. Minister Clement wird am Donnerstag seine Zahlen
präsentieren. Er geht für dieses Jahr noch von einem
Wirtschaftswachstum von 0,75 Prozent aus, für das kommende Jahr
rechnet Clement mit zwei Prozent.
(Quelle:br-Radionachrichten
)
Wirtschaftswissenschaftler sollten die Finger von
Prognosen lassen, sagt Professor Karl-Heinz Brodbeck. Die Vorhersagen
sind meist falsch, weil das Leben keine Maschine und die Ökonomie
keine exakte Wissenschaft sei. Ergebnisse "wie beim Würfeln"
Mehr in
der heutigen Ausgabe der "tageszeitung" (21.10.03):
http://www.taz.de/pt/2003/10/21/a0074.nf/text
|
«Wir sind unter euch» - Kampagne für
Migrantenrechte
Di.21.10.03 - Mit
einer bundesweiten Kampagne "Wir sind unter euch" will die Gesellschaft
für Legalisierung [www.rechtauflegalisierung.de] politische und
soziale Rechte für Migranten einfordern. Zum Auftakt sei Freitag
eine Stadtrundfahrt in Berlin geplant, bei der die Situation von
illegal in Deutschland lebenden Ausländern sichtbar gemacht werden
soll, teilte die Gesellschaft gestern mit.
Erste Station sei der Ver.di-Bundeskongress, bei dem die
Gewerkschaftsmitgliedschaft illegaler Arbeitskräfte eingefordert
werden soll. Weitere Aktionen während der Bustour seien eine
Kundgebung auf einer Baustelle, ein Ärztebesuch in der
Charité und das "Anstellen an der Ausländerbehörde".
Bei einem Stopp vor der Wohnungsbaugesellschaft Mitte soll
"Lohnprellerei" anprangert werden. Zum Abschluss ist in Kreuzberg eine
Demo gegen Kriminalisierung von Migranten ohne Aufenthaltsstatus
vorgesehen. Die Kampagne soll in den nächsten Monaten in
verschiedenen Städten fortgesetzt werden. Verbände
schätzen die Zahl illegal in Deutschland Lebender auf bis zu 1
Million Menschen.
(Quelle: taz/epd)
In den Hartz-Gesetzen sind weitere Diskriminierungen gegen
Flüchtlinge versteckt
Umfangreiche
Gesetzgebungsvorhaben haben die unangenehmen Nebenwirkungen, daß
darin oft Inhalte versteckt sind, die der öffentlichen
Aufmerksamkeit entgehen. So ist es auch bei den sogenannten
Reformgesetzen, bekannt als HartzIII und IV, die der Deutsche Bundestag
am vergangenen Freitag beschlossen hat. Hier reduzierte sich die
Debatte am Ende darauf, ob die Regierungskoalition im Parlament eine
eigene Mehrheit zustande bringen würde. Unbemerkt blieben dagegen
weithin die negativen Folgen für Flüchtlinge und Migranten.
In der Bundestagsdebatte am Freitag war dazu von den Abgeordneten
nichts zu hören. Ohne die Aufklärungsarbeit von
Flüchtlingsorganisationen wie Pro Asyl [http://www.proasyl.de]
wäre das Problem gar nicht thematisiert worden.
Kernpunkt der neuerlichen Diskriminierungen ist der Ausschluß von
Asylbewerbern und eines Großteils der Geduldeten von dem neu
eingeführten Arbeitslosengeld II. Dieser Begriff bedeutet:
Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe. Wer keinen
Anspruch auf Arbeitslosengeld II hat, wird auch nicht an den
Maßnahmen zur Arbeitsförderung, z.B. Weiterbildungskursen,
beteiligt. Das gilt jetzt auch für Migranten.
Damit ist, wie Pro Asyl zu Recht feststellt, ein "gigantisches
Förderband ins soziale Abseits" installiert. Flüchtlinge, die
ihren Job verlieren, werden auf Sachleistungen nach dem
Asylbewerbergesetz verwiesen. Der bisherige Anspruch auf
Arbeitslosenhilfe entfällt. Damit verbunden ist eine weitreichende
soziale Verschlechterung für die Betroffenen. Denn die Leistungen
nach dem Asylbewerbergesetz liegen etwa 30 Prozent unter dem Niveau der
heutigen Sozialhilfe. Konkret betroffen sind Asylbewerber,
Bürgerkriegsflüchtlinge mit einer Aufenthaltsbefugnis,
Geduldete, vollziehbar Ausreisepflichtige sowie Ehegatten und Kinder der
genannten Personengruppen....
(Quelle: "junge Welt", 21.10.03)
Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2003/10-21/013.php
|
Unions-Politiker für Fußfessel für
Schulschwänzer
Di.21.10.03 -
Innenpolitiker von CDU und CSU haben sich dafür ausgesprochen,
kriminelle Schulschwänzer künftig mit der so genannten
elektronischen Fußfessel zu überwachen. Der brandenburgische
Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) verwies in der
"Bild"-Zeitung darauf, dass bereits jeder dritte Schulschwänzer
Straftaten begehe. Die elektronische Fußfessel könne "eine
vorbeugende wie abschreckende Möglichkeit sein, um die Gesellschaft
vor extrem kriminellen Schulschwänzern zu schützen. Und diese
vor sich selbst", sagte Schönbohm.
Auch der Innenexperte der CSU im Bundestag, Norbert Geis,
unterstützt den Vorschlag: "Wir sollten darüber nachdenken",
sagte er der Zeitung.
(Quelle: afp)
100-Millionen-Euro-Programm für Biotechnologie
Di.21.10.03 - Mit
einem neuen 100-Millionen-Euro-Programm will der Bund kleine und
mittlere Biotechnologieunternehmen fördern. Das kündigte
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) bei den 5.
Biotechnologie-Tagen am Montag in Leipzig an. "Gerade junge Unternehmen
sind hochproduktive Ideenschmieden", sagte sie. Das Programm hat eine
Laufzeit von vier Jahren.
Die Ministerin überreichte darüber hinaus fünf
Nachwuchswissenschaftlern den "BioFuture"-Preis 2003 für die
Erforschung neuer Ansätze in den Biowissenschaften. Den
Preisträgern sollen insgesamt 5,5 Millionen Euro bei der
Gründung eigener Unternehmen oder der Qualifizierung für eine
wissenschaftliche Laufbahn helfen. Seit Start des alljährlichen
Wettbewerbs 1998 wurden bisher 43 Preisträger mit 60 Millionen Euro
unterstützt. Nach Angaben von Bulmahn sind darunter 10 Forscher,
die mit Hilfe der Preisgelder aus dem Ausland nach Deutschland
zurück geholt wurden.
Nach Ministeriumsangaben liegt Deutschland bei den Biotechnologie-
Firmen mit rund 360 Unternehmen zahlenmäßig in Europa an der
Spitze, aber weiterhin deutlich hinter den USA und Kanada. Der Umsatz
deutscher Firmen belief sich dem Biotechnologie-Report 2003 der
Beratungsgesellschaft Ernst & Young zufolge auf rund eine Milliarde
Euro, der Forschungsaufwand auf 1,1 Milliarden Euro.
Die Bundesregierung will nach Bulmahns Worten zusammen mit privaten
Geldgebern in den nächsten fünf Jahren 1,7 Milliarden Euro an
Beteiligungskapital für Gründung und Wachstum von
Technologiefirmen zu mobilisieren. "Die Biotechnologie ist neben der
Informations- und Kommunikationstechnik die Schlüsseltechnologie
des 21. Jahrhunderts", sagte die Ministerin.
(Quelle: dpa)
Weiterer Bericht
zum Thema bei telepolis unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/anw-20.10.03-004/
Kampagne für Genfood
Greenpeace
ist ein brisantes internes Papier des Metro-Konzerns zugespielt worden
Aus der Gesprächsnotiz geht hervor, dass das größte
deutsche Handelsunternehmen gemeinsam mit den Gentechnik-Multis Monsanto
und Bayer eine Kampagne für Gen-Nahrung plant...
Mehr bei telepolis unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/15902/1.html
|
Proteste gegen Videoüberwachung in Weimar
Kameras
erfassen auch Eingang und Bürofenster eines Pressehauses
Di.21.10.03 -
Begleitet von Protesten hat am Montag die Videoüberwachung von
zwei öffentlichen Plätzen in Weimar begonnen. Eine der
schwenkbaren Kameras auf dem Goetheplatz erfasst dabei auch Eingang und
Bürofester der Lokalredaktionen der Zeitungen "Thüringer
Allgemeine" (TA) und "Thüringische Landeszeitung", was bei
TA-Geschäftsführer Wilfried Goosmann «maßlose
Empörung» hervorrief.
Nach Goosmanns Angaben wurde eine Kamera so installiert, dass jeder
Besucher des Pressehauses erkannt und auch Gesichter von Personen in den
Arbeitsräumen identifiziert werden könnten.
Der thüringische Innenminister Andreas Trautvetter (CDU)
verteidigte das auf 18 Monate festgelegte Pilotprojekt als wirksames
Mittel zur Verbrechensbekämpfung. Die Polizei könne jetzt
ihren Einsatz auf dem Goethe- und dem Theaterplatz noch gezielter
steuern und beim Erkennen von Gefahren rascher zur Hilfe kommen. Beide
Plätze hätten sich als besonders kriminalitätsbelastete
Orte erwiesen, betonte Trautvetter in Weimar. So seien auf dem
Goetheplatz mehrfach Touristengruppen von Angehörigen der rechten
Szene angegriffen worden - dies habe zur Folge gehabt, dass
Touristengruppen ihren Besuch vorzeitig abgebrochen hätten. Zudem
sei deswegen ein Imageschaden für die Klassikerstadt entstanden.
Zuvor hatte Ministeriumssprecher Fried Dahmen erklärt, die
Überwachung der beiden Plätze basiere auf "klaren gesetzlichen
Grundlagen, die ganz akribisch eingehalten werden". Das Projekt sei
vorab ausführlich auch unter datenschutzrechtlichen Aspekten
geprüft worden.
PDS und SPD kritisierten die Videoüberwachung im Umfeld der
Lokalredaktionen. Der SPD-Innenexperte Günter Pohl verlangte einen
Bericht der Landesregierung vor dem Landtags-Innenausschuss. Hier
müsse auch geklärt werden, ob eine mögliche Verletzung
der Pressefreiheit vorliege, sagte Pohl.
Der innenpolitische Sprecher der PDS-Fraktion im Thüringer
Landtag, Roland Hahnemann, erklärte, selbst wenn diese
Maßnahme durch das Polizeiaufgabengesetz gedeckt wäre, bleibe
sie "ein Sinnbild für den Verfall der demokratischen und
politischen Kultur. Die Beobachtung einer Zeitung im Zuge der
Überwachung von angeblichen Kriminalitätszentren ist eine
ungeheuerliche Verletzung der Pressefreiheit", betonte Hahnemann. Er
forderte die Thüringer Datenschutzbeauftragte Silvia Liebaug auf,
die Überwachung der Presse zu stoppen.
Liebaug sagte dazu auf Anfrage, sie sei schon frühzeitig über
die Videoüberwachung der beiden Plätze in Weimar informiert
worden. Allerdings sei ihr erst durch die Veröffentlichung der TA
diese Problematik im Zusammenhang mit dem Pressehaus bekannt geworden.
Sie sehe dies als "diskussionswürdig und
klärungsbedürftig" und habe bereits mit dem Innenminister
darüber gesprochen, ob es nicht doch technische Möglichkeiten
gebe, um auszuschließen, dass Personen identifiziert würden,
die das Pressehaus betreten.
Die Videoüberwachung umfasst nach Angaben des Innenministers
fünf Kamera-Systeme, eine digitale Datenübertragung sowie
einen digitalen Beweissicherungsplatz in der Polizeiinspektion Weimar.
Alle Daten, die keine Beweismittel darstellten, würden automatisch
nach 15 Tagen gelöscht. Die Gesamtkosten der Installation beliefen
sich auf rund 125.000 Euro, informierte Trautvetter.
(Quelle: ap)
Rangliste zur Situation der Pressefreiheit weltweit
Reporter
ohne Grenzen hat Journalisten, Wissenschaftler, Juristen und
Menschenrechtsverteidiger mit einem detaillierten Fragenkatalog zur
Situation der Medienfreiheit in ihrem jeweiligen Land befragt und die
alljährliche Rangliste zur Situation der Pressefreiheit weltweit
veröffentlicht:
Ganz oben auf der Liste stehen - wie im Vorjahr - vier europäische
Länder: Finnland, Island, Norwegen und die Niederlande teilen sich
den ersten Rang. Die Medienfreiheit wird in diesen Ländern
gewissenhaft respektiert. Deutschland rangiert auf Platz 8, Italien auf
Platz 53.
Mit Platz 31 für die USA und Platz 45 für Israel schneiden
beide Länder hinsichtlich der Wahrung der Pressefreiheit im eigenen
Land relativ gut ab. Doch wegen Einschränkungen der Pressefreiheit
im Zusammenhang mit den militärischen Einsätzen
außerhalb der Landesgrenzen (Irak bzw. besetzte Gebiete) wurden
beide Länder in einer besonderen Bewertung zusätzlich zu
ihren vorderen Rängen weit nach hinten auf die Plätze 135
(USA) und 146 (Israel) gesetzt. Die Staaten der ehemaligen Sowjetunion
hinken in Sachen Pressefreiheit alarmierend hinterher. Die Situation in
Russland (148.) selbst, in der Ukraine (132.) und in Weißrussland
(151.) ist nach wie vor Besorgnis erregend.
Der Libanon (106.) hat seine "Führungsposition" in der arabischen
Welt in Sachen Pressefreiheit an Kuwait (102.) übergeben. In Saudi
Arabien (156.), Syrien (155.), Libyen (153.) und Oman (152.) unternehmen
die Regierungen alles, um eine unabhängige Presse erst gar nicht
aufkommen zu lassen.
(Quelle: rollberg [http://kantel.server-wg.de/rollberg/archives/002432.html])
Mehr bei
"Reporter ohne Grenzen" unter:
http://www.reporter-ohne-grenzen.de/cont_dateien/indpres.php
|
Die 20 größten Schwachstellen der Sicherheit im
Netz
Di.21.10.03 -
Nach Blaster, Slammer und anderen Computerschädlingen hat das
amerikanische SANS-Institut seine Liste der 20 größten
Schwachstellen für die Sicherheit im Internet neu aufgelegt [http://www.sans.org/top20/].
Die Aufstellung nennt jeweils zehn Problemherde von Windows- und
Unix/Linux-Systemen.
"Obwohl es jedes Jahr tausende von Sicherheitsstörfällen
für diese Betriebssysteme gibt, nutzt die überwältigende
Mehrheit erfolgreicher Attacken eine oder mehrere dieser 20 verwundbaren
Dienste aus", schreiben die Verfasser des 1989 gegründeten
Instituts in Bethesda, Maryland, dessen Abkürzung SANS für
die vier Begriffe SysAdmin (Systemverwaltung), Audit
(Überprüfung), Network (Netz) und Security (Sicherheit)
stehen. Die Liste der Windows-Schwachstellen wird angeführt von den
Internet Information Services (IIS), mit dem sich ein Web-Server
einrichten lässt. Als potenziell problematisch werden aber auch der
Internet Explorer und Outlook genannt. Wichtigste Empfehlung für
vorbeugende Schutzmaßnahmen ist die Installation der jeweils
aktuellen Patches für diese Programme.
Ganz oben in der Liste der Unix-Schwachstellen steht das BIND-Paket,
das dazu dient, Internet-Adressen mit den zugehörigen Zifferncodes
im Domain Name System (DNS) abzugleichen. Als weitere Problemstellen
werden der Web-Server Apache und die Mail-Technik Sendmail
aufgeführt.
(Quelle: ap)
Software-Patente noch nicht vom Tisch
Britischer
Open-Source-Verein warnt vor Revidierung der Parlamentsentscheidung
durch EU-Wettbewerbsminister
Die britische Sektion des Fördervereins für eine Freie
Informationelle Infrastruktur (FFII) hat erneut zu Protesten gegen
vermeintliche EU-Pläne zu Software-Patenten aufgefordert...
Mehr bei futurezone unter:
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?
read=detail&id=194929&tmp=3910
|
mehr Kurznachrichten...
|