Aktuelle Nachrichten
Irak am zweihundertneununddreißigsten Tag nach Kriegsbeginn
Verheerendes Attentat auf Stützpunkt italienischer
Militärpolizisten im Südirak:
17 Italiener und acht Iraker getötet +++
Alliierte bekräftigen nach Anschlag Irak-Politik +++
Ministerpräsident Berlusconi: Wir lassen uns nicht
einschüchtern - Italienische Truppen bleiben in Irak
+++ Japan sendet nach jüngstem Anschlag vorerst keine
Truppen nach Irak +++ USA wollen politische Reformen in Irak
beschleunigen
Do.13.11.03 - Eine Autobombe ist am Mittwoch in einem Stützpunkt italienischer
Militärpolizisten im Südirak explodiert und hat mindestens 25
Menschen getötet. Unter den Opfern sind nach offiziellen Angaben
17 Italiener und acht Iraker. Es sind die ersten Italiener, die bei dem
Irak-Einsatz getötet wurden.
Bei dem Attentat handelte es sich vermutlich um einen
Selbstmordanschlag. Mindestens 20 Italiener und 80 Iraker wurden
verletzt. Die italienischen Polizisten und Soldaten stehen unter dem
Kommando der britischen Streitkräfte im Irak.
Für den Anschlag in Nassirijah wurde offenbar ein Personenwagen
als Bombe präpariert. Ein Lastwagen sei in den Eingang der
Polizei-Zentrale gerast, dicht gefolgt von einem PKW, der dann
explodiert sei, sagte eine Sprecherin des britischen Militärs. Die
Explosion riss riesige Staub- und Rauchschwaden in die Luft und
ließ noch Hunderte Meter entfernt Fensterscheiben bersten.
Zahlreiche Häuser in der Nähe der Polizei-Zentrale wurden
stark beschädigt. "Die Vorderseite meines Hauses ist
zerstört", sagte ein Anwohner. "Es war eine riesige Explosion. Wir
sind alle schockiert", fügte er hinzu. Dutzende verletzte Iraker
wurden in Krankenhäuser gebracht.
Seit dem von den USA am 1. Mai ausgerufenen Ende der
Hauptkampfhandlungen sind die Besatzungssoldaten fast täglich Ziel
von Angriffen gewesen. Außerdem wurden Anschläge auf
Einrichtungen der UNO und des Roten Kreuz verübt.
Auch nach dem verheerenden Selbstmordanschlag auf das italienische
Hauptquartier in der südirakischen Stadt Nasirija wollen die
verbündeten Regierungen in Rom, London und Washington an ihrer
Irak-Politik festhalten.
Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi betonte am
Mittwoch, Italien werde sich durch den Anschlag nicht
einschüchtern lassen. US- Präsident George W. Bush dankte ihm
für seine Standfestigkeit. Der britische Premierminister Tony
Blair bekräftigte, ein Rückzug der Koalitionstruppen
wäre "das Schlimmste, das wir tun könnten".
Italiens Regierung erklärte, vermutlich steckten Anhänger des
gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein hinter dem
Anschlag. Verteidigungsminister Antonio Martino sagte vor dem Senat in
Rom, Hinweise am Tatort und Geheimdienst-Informationen deuteten darauf
hin, dass der Anschlag von Saddam-Anhängern gemeinsam mit
arabischen Extremisten geplant und ausgeführt worden sei.
Ministerpräsident Silvio Berlusconi kündigte an, ungeachtet
des Anschlags die italienischen Truppen im Irak zu belassen. Im
Südirak sind etwa 2300 italienische Polizisten und Soldaten im
Einsatz. "Keine Einschüchterung wird uns von unserer Bereitschaft
abbringen, dem Land beim Wiederaufbau zu helfen, damit es mit einer
eigenen Regierung wieder Sicherheit und Freiheit schafft", sagte
Berlusconi. Vertreter der Opposition forderten dagegen einen Abzug der
Polizisten und Soldaten aus dem Irak.
Wie Papst Johannes Paul II. verurteilten US-Präsident Bush,
Bundeskanzler Gerhard Schröder, UN-Generalsekretär Kofi Annan
und die EU-Kommission den Anschlag in Nasirija und sprachen den
Angehörigen der getöteten Soldaten ihr Beileid aus.
Die US-Regierung, durch die ständigen Angriffe im Irak auch
innenpolitisch unter Druck, sucht unterdessen nach Wegen für eine
beschleunigte Machtübergabe an die Iraker. Dazu reiste auch
US-Zivilverwalter Bremer nach Washington, wo er mit Präsident
George W. Bush und ranghohen Regierungsmitgliedern zusammentraf. Kritik
an dem aus Vertretern Iraks zusammengestellten Regierenden Rat wies
Bremer zurück. Es sei nicht fair, dem Rat Versagen vorzuwerfen,
sagte er. Wie in Washington verlautete, sieht eine Option vor, in vier
bis sechs Monaten Wahlen im Irak abzuhalten, um eine Gruppe von
Repräsentanten zu bestimmen, die eine neue Verfassung ausarbeiten.
Ein solches Grundgesetz wird von den USA als Voraussetzung für den
Übergang zur Demokratie betrachtet. Zudem hoffen die USA, dass die
Angriffe von Freischärlern nach einer Verringerung ihrer
Präsenz im Irak und einer schnelleren Machtübergabe an die
Iraker abflauen.
Japan gab derweil bekannt, dass es wegen der prekären
Sicherheitslage vorerst keine Soldaten nach Irak entsendet. Die
derzeitige Lage erlaube es derzeit "leider" nicht, Truppen zu schicken,
erklärte Regierungssprecher Yasuo Fukuda. Wenn die Situation es
zulasse, könnten die Soldaten aber "jederzeit" nach Irak gehen.
Ein im Juli in Kraft getretenes Gesetz zur Hilfe beim Wiederaufbau
Iraks untersagt der japanischen Regierung, Soldaten in Kampfgebiete zu
schicken. Regierungschef Junichiro Koizumi betonte, sein Land bleibe
dem Wiederaufbau des kriegszerstörten Irak verpflichtet. "Wir
können uns nicht vom Terrorismus einschüchtern lassen", sagte
er.
Deutschland hat drei Bundeswehrsoldaten in Zivil an die deutsche
Botschaft in Bagdad geschickt, um dort für den Notfall die Rettung
von Personal vorzubereiten. Die Mission sei zunächst auf eine
Woche befristet und diene der "internen Beratung", sagte eine
Sprecherin des Auswärtigen Amts. Die Lage in Bagdad erfordere
"bestimmte Sicherheitsmaßnahmen". Ein Sprecher des
Innenministeriums bestätigte, dass auch Beamte des
Bundesgrenzschutzes (BGS) in der irakischen Hauptstadt sind. Angaben
über ihre Zahl oder die Art der Aufgaben machte er nicht.
(Quellen: rtr, dpa, afp, ap)
Wir werden im Anti-Terrorkrieg siegen - das ist das Mantra, das
US-Präsident George W. Bush immer wieder beschwört. Doch die
Gewalt im Irak explodiert - mehr als 40 getötete US-Soldaten in
zehn Tagen und der jüngste tödliche Anschlag auf die
Italiener in Nasirija am Mittwoch zeigen das
Auch schwere Terroranschläge wie kürzlich in Saudi-Arabien
hören nicht auf. US-Kommentatoren fragen immer offener:
Stochern die Amerikaner im Nebel und halten sie sich an
Durchhalteparolen fest? Wie sieht die Zukunftsstrategie aus?
Der US-Befehlshaber im Irak, Ricardo Sanchez, spricht inzwischen
Klartext: Krieg nennt er die immer dreisteren Attacken, für die
die USA Saddam-Anhänger und ausländische Kämpfer
verantwortlich machen. In Washington zirkuliert ein
Verschlusssache-Bericht des Geheimdienstes CIA, wonach in nächster
Zeit mit noch mehr Anschlägen zu rechnen sei. Noch vor kurzem
meinte Präsident Bush, die wachsende Zahl von Anschlägen
zeige, dass die Reste des Saddam-Regimes angesichts ihrer
bevorstehenden Vernichtung einfach immer verzweifelter würden.
Inzwischen räumt er selbst ein, dass die Aufgaben schwierig sind.
«Wir werden die Aufgabe in Afghanistan und im Irak zu Ende
führen», betonte Bush jetzt erneut. «Die Demokratie
wird in den beiden Ländern siegen.» Gleichzeitig wirft er
den Medien vor, Fortschritte zu ignorieren und sich nur auf negative
Schlagzeilen zu stürzen. Die Amerikaner erführen oft nicht
die Wahrheit, weil die Fakten durch einen Medien-«Filter»
liefen.
Kritiker sprechen der Regierung eine klare Strategie ab. «Die
Tatsache, dass das Nachkriegs-Schlamassel zu einem Sumpf werden
könnte, ist nicht eine Schicksalsfrage, sondern das Ergebnis
schwacher Planung und von Wunschdenken», schrieb Autor David
Rieff nach einer Reise in den Irak. Neokonservative Kräfte um Bush
hätten sich in ihrer Überzeugung, als Befreier gefeiert zu
werden, verrannt und Chaos-Warnungen leichtfertig in den Wind
geschlagen.
«Ein Präsident ohne Plan», schrieb Kommentator William
Raspberry in der «Washington Post.» «Auf den gut
geplanten und durchgeführten Krieg folgte ein ungeplantes Stochern
im Nebel, um die Dinge zurecht zu rücken... Das Problem ist jetzt,
wie wir da rauskommen, bevor das bedauerliche und tödliche
Schlamassel zur vollen Katastrophe wird.»
Michael Ignatieff, Harvard-Professor für Menschenrechte, schrieb,
Intellektuelle und «moralische Autoritäten» sähen
in der Intervention im Irak ein «imperiales Abenteuer,
gerechtfertigt im Namen von Freiheit und Demokratie, aber aus niederen
Motiven heraus ausgeführt: Öl, Macht, Rache, politische
Vorteile zu Hause und ruchlose Pläne im Ausland.» Ignatieff
wirft der US-Regierung vor, einzig eine Machtbasis im Nahen Osten
schaffen zu wollen.
Bush rechtfertigt den Einsatz im Nahen Osten dagegen mit dem
notwendigen Schutz vor Terroristen. Gleichzeitig will er eine
Befreiungs- und Demokratiewelle im gesamten Nahen Osten in Gang setzen.
Und im Irak sei die Strategie völlig klar, betont die nationale
Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. «Wir gehen durch eine
schwierige Phase, aber wir haben eine klare Sicherheitsstrategie, und
die wird funktionieren.» So sollen immer mehr Sicherheitsaufgaben
an die Iraker übertragen werden.
Beim Tauziehen um die jüngste Irak-Resolution im Sicherheitsrat
stemmte sich die US-Regierung noch vor vier Wochen heftig gegen die
Forderung nach schneller Machtübergabe an die Iraker. Inzwischen
gilt die «Irakisierung» aber als Patentrezept. «Die
Iraker werden einen immer größeren Teil der Verantwortung
und der Risiken für den Schutz ihres eigenen Landes selber
tragen», kündigte Bush an. Die Zahl der US-Truppen soll
spätestens im nächsten Jahr verringert werden. Nun soll auch
Bremer auf ziviler Seite Dampf machen, damit ein Ende des US-Einsatzes
absehbar wird.
(Quelle: dpa, 12.11.03)
Eine ausführliche britische Studie über eingebettete
Journalisten im Irak-Krieg kommt zum Schluss, dass sie zwar relativ
objektiv, aber beschönigend gearbeitet haben, während vor
allem Fernsehsender sich als unkritisches Sprachrohr der Militärs
erwiesen...
Mehr bei telepolis (13.11.03) unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/special/med/16065/1.html
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Experten: Radioaktives Material für schmutzige Bombe in USA leicht
zu beschaffen
Terroristen könnten atomar strahlende Stoffe ganz legal erwerben
Do.13.11.03 - Terroristen könnten in den USA ohne große Probleme
radioaktives Material für eine so genannte schmutzige Bombe
beschaffen. Zu diesem alarmierenden Schluss kommt eine Untersuchung des
staatlichen Forschungsinstituts Los Alamos Laboratory in Kalifornien,
das zum US-Energieministerium gehört. Dem Untersuchungsbericht
zufolge sind in den vergangenen fünf Jahren in 1.300 Fällen
radioaktive Materialien verloren gegangen, gestohlen oder an
ungeschützten Orten deponiert worden.
Die Gefahr, dass in den USA eine schmutzige Bombe entwickelt werde,
"scheint sehr bedeutsam, und es herrscht kein Mangel an radioaktiven
Materialien dafür", schlussfolgern die Experten. Schmutzige Bomben
bestehen aus vergleichsweise schwach strahlendem Material, das zum
Beispiel aus radioaktiven Abfällen in der Medizin herrühren
kann. Ihre Strahlung verursacht nach Angaben von Experten selten
sofortige Todesfälle, kann aber ein ganzes Stadtviertel verseuchen
und damit zu Langzeitfolgen wie Krebs führen.
Eine Sprecherin der Regulierungsbehörde für Nuklearanlagen
(NRC) sagte der Nachrichtenagentur AP, in den meisten der berichteten
1.300 Fälle seien die verschwundenen Materialien wieder
sichergestellt worden. "Diejenigen, die noch immer verschwunden sind,
würden selbst in ihrer Gesamtheit keine hoch radioaktive Strahlung
abgeben", sagte Sprecherin Beth Hayden. "Es handelt sich nur um schwach
radioaktive Quellen."
Dass das Material überhaupt verschwinden konnte, führen die
Experten des Los Alamos Laboratory auf unzureichende
Sicherheitsbestimmungen für Lagerung und Transport zurück.
"Radioaktive Quellen gibt es schon länger als die Angst vor
Terrorismus. Viele sind gar nicht oder im besten Fall nach allgemeinen
industriellen Sicherheitsstandards geschützt", heißt es in
ihrem Bericht. Insbesondere der Umgang mit radioaktiven Stoffen in
Krankenhäusern wird als lax kritisiert.
Nach Angaben der Regulierungsbehörde wird derzeit erstmals ein
vollständiges Inventar darüber erstellt, wer in den USA wie
viel radioaktives Material besitzt. Zwar ist für die Nutzung
solcher Stoffe eine Lizenz der Behörde erforderlich. Wie viele
Strahlungsquellen ein Lizenznehmer erwirbt, wird nach einer
Untersuchung des Obersten Rechnungshofs der USA aber nicht erfasst.
Zudem könnten Terroristen nach dem Bericht des Rechnungshofs auch
ganz legal radioaktives Material erwerben. Die Regulierungsbehörde
erteile für die Nutzung nur schwach strahlender Stoffe
nämlich Lizenzen, ohne die antragstellende Einrichtung in
Augenschein zu nehmen. "Es kann bis zu zwölf Monate dauern, bis
die NRC eine Ortsbesichtigung durchführt", teilte der Rechnungshof
kürzlich dem Senat mit.
Unzureichend ist offenbar auch der Umgang mit strahlenden Altlasten
geregelt: Viele Universitäten hätten versucht, für
Experimente verwendete Plutonium-Proben an die Regierung
zurückzugeben, berichtet der Rechnungshof. Dies habe das
Energieministerium aber aus Mangel an geeigneten Lagerstätten
abgelehnt.
(Quelle: ap)
Afghanistan laut UN-Delegation in kritischer Phase
Terroristische Aktivitäten bedrohen noch immer die Sicherheit im
Land - Anhaltenden Kämpfe zwischen verfeindeten Kriegsherren und
die Drogenkriminalität gefährden Friedensprozess
Do.13.11.03 - Afghanistan befindet sich nach Ansicht einer UN-Delegation in der
bislang kritischsten Phase seit Beginn des Friedensprozesses. Zwei
Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes bedrohten noch immer
terroristische Aktivitäten die Sicherheit im Land, sagte der
Delegationsleiter und deutsche UN-Botschafter Gunter Pleuger am
Dienstag vor dem Weltsicherheitsrat. Auch die anhaltenden Kämpfe
zwischen verfeindeten Kriegsherren und die Drogenkriminalität
seien Gefahren für den Friedensprozess.
Die Delegation habe deutlich gesehen, wie der Mangel an Sicherheit -
die "Herrschaft der Waffe" - den gesamten afghanischen Friedensprozess
beeinflusst habe, sagte Pleuger. Zugleich verwies er auf Fortschritte
in vielen Bereichen: die Einführung einer neuen
Landeswährung, die Wiedereröffnung von Schulen,
Straßenbauprojekte sowie die Ausarbeitung eines
Verfassungsentwurfs. Die UN hofften, dass bereits drei bis vier Monate
nach der für Juni angesetzten Präsidentenwahl auch
Parlamentswahlen abgehalten werden könnten.
In Politik und Wirtschaft habe die Delegation erfreuliche Entwicklungen
festgestellt, sagte der amerikanische UN-Botschafter John Negroponte,
der die Reise Anfang des Monats ebenfalls begleitete. "Aber die
Sicherheitslage bleibt problematisch." Pleuger erklärte:
"Große Herausforderungen liegen noch vor uns, und es bleibt viel
zu tun, wenn der Friedensprozess unumkehrbar werden soll."
Die andauernden Anschläge mutmaßlicher Anhänger der
Taliban, der El Kaida oder des Kriegsherrn Gulbuddin Hekmatjar seien
eine große Bedrohung für die afghanische Polizei, die
Streitkräfte und für internationale Hilfsorganisationen. Die
UN-Delegation war im Norden Afghanistans mit zwei einflussreichen
Kriegsherren zusammengetroffen, dem usbekischen General Abdul Raschid
Dostum und seinem tadschikischen Rivalen General Atta Mohammed. Pleuger
äußerte sich zufrieden darüber, dass beide
anschließend vor der Presse ihre Loyalität gegenüber
der Zentralregierung in Kabul bekundet hätten.
Die Reise war die erste einer Delegation des UN-Sicherheitsrats nach
Afghanistan. Ziel war es, die Unterstützung der internationalen
Gemeinschaft für die Übergangsregierung von Präsident
Hamid Karsai zu bekräftigen. Neben Pleuger und Negroponte nahmen
daran die UN-Botschafter Großbritanniens, Frankreichs, Mexikos,
Spaniens und Bulgariens teil.
Aus Afghanistan werden zunehmend Drogen ins Ausland geschmuggelt. Im
Nachbarland Tadschikistan, eines der Hauptdurchgangsländer in
Richtung Europa, seien in den ersten zehn Monaten des Jahres 2003 mehr
als 8,4 Tonnen Rauschgift aus Afghanistan sichergestellt worden, teilte
die Drogenbekämpfungsbehörde am Dienstag in der Hauptstadt
Duschanbe mit. Die Behörde stufte 5,2 Tonnen davon als harte
Drogen ein. Im gesamten vergangenen Jahr seien lediglich 6,7 Tonnen
sichergestellt worden.
(Quellen: ap, afp)
Nahost-Konflikt
Palästinensischer Ministerpräsident Korei ruft zu Waffenruhe
mit Israel auf +++ Israel will neuer palästinensischer Regierung
Bewährungsfrist geben +++ Netanjahus Neffe wegen
Wehrdienstverweigerung vor Militärgericht
Do.13.11.03 - Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei hat zu
einer Beendigung der Gewalt und zu einer internationalen Konferenz zur
Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses aufgerufen. Das
Palästinenser-Parlament billigte auf seiner Sitzung am Mittwoch
das Kabinett Koreis.
Palästinenser-Präsident Jassir Arafat bekräftigte zum
Auftakt der Debatte das Recht Israels, in Sicherheit neben einem
künftigen Palästinenser-Staat zu existieren. Auch Arafat
forderte ein Ende der Gewalt im Nahost-Konflikt. Israel wies die
Bemerkung Arafats allerdings als unaufrichtig zurück.
Korei sagte vor dem Legislativrat, dem palästinensischen
Parlament, das "Chaos", das von Gegnern der Verständigung mit
Israel und von den Vorstößen der israelischen
Besatzungstruppen ausgelöst werde, müsse ein Ende haben. Der
Weg dazu sei eine beiderseits geltende Waffenruhe. Korei steht unter
dem Druck Israels und der USA, entschlossen gegen radikale
Palästinenser- Gruppen vorzugehen, die für die
Zerstörung Israels kämpfen. Im Machtkampf um die Kontrolle
der Sicherheitskräfte hat er sich aber nicht gegen Arafat
durchsetzen können.
Korei kündigte an, bis zum Juni 2004 Präsidentschafts-,
Parlaments- sowie Kommunalwahlen abhalten zu wollen. Die bisher
einzigen Wahlen in den Palästinenser-Gebieten hatten 1996
stattgefunden. Das Mandat der Abgeordneten und von Präsident
Arafat endete bereits 1999, doch wurden die Mandate durch umstrittene
Entscheidungen Arafats wiederholt verlängert. Die Festigung der
Demokratie in den Palästinenser-Gebieten gilt als eine
Hauptforderung der USA für die Umsetzung eines
Nahost-Friedensplans, der zur Schaffung eines
Palästinenser-Staates führen soll.
Für Ministerpräsident Korei und die von ihm vorgelegte
Kabinettsliste stimmten in Ramallah 48 Abgeordnete, gegen das von
Arafat-Anhängern dominierte Kabinett sprachen sich 13 Abgeordnete
aus. Es gab fünf Enthaltungen. Mit der noch für Mittwoch
erwarteten Vereidigung des Kabinetts Korei durch Arafat endet eine
Phase politischer Unsicherheit nach dem Rücktritt des liberalen,
aber glücklosen Regierungschefs Mahmud Abbas im September. Abbas
hatte ebenfalls mit Arafat um die Kontrolle der Sicherheitskräfte
gestritten.
Arafat hatte zum Auftakt der Debatte das Recht Israels unterstrichen,
in Sicherheit und Frieden neben dem künftigen
Palästinenserstaat zu leben. Zugleich hatte er Israel jedoch
vorgeworfen, zur Bekämpfung des seit über drei Jahren
andauernden Palästinenser-Aufstands einen "kriminellen Krieg" zu
führen. "Für uns ist die Zeit gekommen, aus dieser Spirale
heraus zu kommen, aus diesem zerstörerischen Krieg, der weder Euch
noch uns Sicherheit bringt", sagte Arafat.
Der israelische Regierungsberater Dore Gold wies Arafats Bemerkung
umgehend zurück: "Man kann nicht einen Olivenzweig in der einen
und eine tickende Bombe in der anderen halten", sagte Gold. Israel hat
Arafat wiederholt vorgeworfen, eine treibende Kraft der gegen Israel
gerichteten Gewalt der Palästinenser zu sein. Seit Monaten wird
Arafat deshalb politisch von Israel isoliert. In der eigenen
Bevölkerung genießt der 74-Jährige nach wie vor hohes
Ansehen. Ein Wahlsieg Arafats bei einer erneuten Kandidatur zur
Präsidentschaft gilt als sicher. Dass es bislang nicht zu Wahlen
kam, begründeten die Palästinenser mit der Anwesenheit
israelischen Militärs und anhaltenden Blockadepraktiken Israels
begründet.
Trotz starker Bedenken will Israel dem neuen palästinensischen
Kabinett eine Chance geben. Der israelische Ministerpräsident
Ariel Scharon werde schon bald mit seinem palästinensischen
Kollegen Ahmed Kureia zusammentreffen, sagte ein Berater Scharons am
Mittwoch.
Israel will die neue Regierung an ihrem Erfolg bei der Verhinderung
weiterer Anschläge messen. Entscheidend sei, dass Kureia dem
"Terrorismus" ein Ende setze, sagte ein Sprecher Scharons am Mittwoch.
"Wir sind bereit, Ahmed Kureia eine Bewährungsfrist zu geben, und
werden ihn nach den Ergebnissen beurteilen." Außenminister Silvan
Schalom erklärte: "Wenn die neue palästinensische Regierung
sich ernsthaft um Frieden bemüht und Maßnahmen zur
Zerschlagung der terroristischen Infrastruktur unternimmt, wird sie in
Israel einen echten Partner finden."
Im Gazastreifen wurde am Mittwoch ein Mitglied des Islamischen Dschihad
nach einem Angriff auf israelische Soldaten erschossen, wie die
Streitkräfte mitteilten. Ein 15-jähriger Palästinenser,
der am Samstag bei einem Zusammenstoß mit Soldaten verwundet
worden war, erlag am Mittwoch seinen Verletzungen.
Ein Neffe des israelischen Finanzministers Benjamin Netanjahu, der den
Wehrdienst verweigert, hat einen juristischen Teilerfolg errungen. Ein
Militärtribunal in Jaffa befand Jonatan Ben Artzi zwar der
Befehlsverweigerung für schuldig, schenkte aber seinen Angaben
Glauben, aus Gewissensgründen gehandelt zu haben. Ein Ausschuss
der Streitkräfte hatte zuvor erklärt, Ben Artzi habe den
Militärdienst verweigert, um sein Studium fortsetzen zu
können.
Dieser Einschätzung widersprach das Militärgericht am
Mittwoch und verwies den Fall zurück an den Ausschuss. Ben Artzi,
der 16 Monate im Gefängnis verbracht hat, bezeichnete das Urteil
als teilweisen Sieg. "Sie glauben mir, dass ich ein Pazifist bin",
sagte er der Nachrichtenagentur AP.
Netanjahu war von 1996 bis 1999 israelischer Ministerpräsident. Er
vertritt eine harte Linie gegenüber den Palästinensern.
(Quellen: ap, rtr)
Griechischer Komponist Theodorakis äußert sich anti-semitisch
Juden als 'Wurzel des Bösen' bezeichnet +++ Israel beschwert
sich bei griechischer Regierung
Do.13.11.03 - Israel hat bei der griechischen Regierung Beschwerde über den
Komponisten Mikis Theodorakis eingelegt, der in einer Rede Juden als
"Wurzel des Bösen" bezeichnet hat. Das verlautete am Mittwoch aus
Diplomatenkreisen in Athen. Die israelische Botschaft habe auf die
"Schwere" der Äußerungen von Theodorakis hingewiesen, der
1964 mit der Filmmusik zu "Zorbas" international bekannt wurde.
Theodorakis hatte am 4. November bei einer Pressekonferenz
erklärt: "Wir sind zwei Staaten ohne Brüder in der Welt, wir
und die Juden, aber sie haben Fanatismus und Kraft. Heute können
wir sagen, dass dieser kleine Staat die Wurzel des Bösen ist,
nicht des Guten, was heißt, dass zu viel Selbstherrlichkeit und
zu viel Starrsinn böse sind." Der Komponist stellte seinerzeit vor
Journalisten ein Buch vor.
Laut einem Bericht der griechischen Tageszeitung
«Apogevmatini» sagte Theodorakis weiter, wegen ihrer
reichen Geschichte seien die Griechen - anders als die Juden - nicht
aggressiv geworden. Er wurde mit den Worten zitiert: "Sie hatten nur
Abraham und Jakob, Schatten. Wir hatten den großen Perikles
hier." An der Buchpräsentation nahmen mehrere ranghohe Vertreter
der griechischen Regierung teil, darunter Kultusminister Evangelos
Venizelos und Bildungsminister Petros Efthimiou.
Der Zentralausschuss jüdischer Gemeinden in Griechenland
erklärte, Theodorakis' Aussagen erinnerten an "die Ideen des
dunklen Mittelalters und an die von Nazi-Deutschland gebrauchten
Parolen" und verbreiteten Fanatismus und Rassismus. Das israelische
Außenministerium verurteilte Theodorakis' Äußerungen
als anti-semitisch und drückte Bedauern aus, "dass solche
Bemerkungen von einer Person seines Ranges gemacht wurden".
Theodorakis machte bereits in der Vergangenheit mehrfach mit
drastischen Aussagen Schlagzeilen, zumeist mit Kritik an den USA. Nach
Beginn des Irak-Kriegs hatte er Amerikaner als "ekelhafte, grausame und
feige Mörder" beschrieben.
(Quelle: ap)
Regierungskrise in Kolumbien nach Rücktrittswelle
Do.13.11.03 - Drei Ministerrücktritte binnen einer Woche haben die Regierung von
Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe in die schwerste Krise
seit ihrem Amtsantritt vor 15 Monaten gestürzt. Nach den Chefs der
Schlüsselressorts Inneres und Verteidigung gab auch
Umweltministerin Cecilia Rodríguez ihren Amtsverzicht bekannt.
Uribe habe das Gesuch akzeptiert, teilte sein Büro in
Bogotá mit. Wenige Stunden später nahm auch Polizeichef
Teodoro Campo wegen einer Korruptionsaffäre seinen Hut.
Nach dem gescheiterten Korruptions-Referendum Ende Oktober ist Uribe
nach den Minister-Rücktritten trotz seiner anhaltenden
Popularität politisch zusätzlich geschwächt. Der
konservative Hardliner war im August vergangenen Jahres vor allem mit
dem Versprechen angetreten, mit harter Hand gegen linksgerichtete
Guerillagruppen vorzugehen. Dabei spielte die am Sonntag
zurückgetretene Verteidigungsministerin Marta Lucía
Ramírez ebenso eine Schlüsselrolle wie Ex-Innen- und
Justizminister Fernando Londoño, der vergangenen Donnerstag das
Handtuch geworfen hatte. Dessen Rücktritt hatte in Kolumbien ein
regelrechtes politisches Erdbeben ausgelöst, indem er kritisierte,
dass der Präsident nicht mehr über die notwendige
Unterstützung der Konservativen im Parlament verfüge.
Als neuen Innenminister ernannte Uribe den Unternehmer Sabas Pretelt,
der zuletzt vor 23 Jahren ein öffentliches Amt bekleidet hatte.
Neuer Verteidigungsminister wurde der politisch völlig unerfahrene
Chef eines Versicherungsunternehmens, Jorge Alberto Uribe
Echavarría. Dieser kündigte für kommende Woche einen
personellen Austausch an der Spitze der Armee an und versprach ein
entschlossenes Vorgehen gegen Korruption und Misswirtschaft im
Polizeiapparat.
Der zurückgetrene nationale Polizeidirektor Campo hatte vor
einigen Tagen einen groß angelegten Treibstoffdiebstahl bei
seiner Behörde in den vergangenen zwei Jahren einstanden. Zudem
soll die Polizei in der zweitgrößten Stadt Medellín
öffentliche Gelder in Luxus-Restaurants sowie für den Kauf
von Schmuck und Antiquitäten veruntreut haben. Neben Campo nahm
auch der Polizeichef von Medellín, Leonardo Gallego, seinen Hut.
Er verfügt über umfangreiche Erfahrung im Kampf gegen
Drogenhandel.
(Quelle: afp)
Erneut Anschlag auf Schulbus mit Indio-Kindern in Brasilien
Do.13.11.03 - In Brasilien ist erneut ein Anschlag auf einen Schulbus für
Indio-Kinder verübt worden. Wie lokale Medien berichteten, wurde
das Fahrzeug von mehreren schwer bewaffneten Männern im
nordöstlichen Bundesstaat Bahia unter anderem mit Schüssen
schwer beschädigt. Der Busfahrer sei mit dem Tode bedroht worden,
falls er weiterhin Kinder des Stammes Pataxo befördern sollte,
hieß es. Ob es bei dem Überfall Opfer gab, ist unklar. Erst
Ende Oktober hatten Unbekannte auf einen Schulbus einen Brandanschlag
verübt.
(Quelle: dpa)
Urteil gegen Internet-Nutzer in China: Drei Jahre Haft
Do.13.11.03 - Ein chinesischer Geschäftsmann, der politische Ansichten im
Internet verbreitet hatte, ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden.
Ein Gericht in Shijiazhuang südwestlich von Peking befand den
35-jährigen Cai Lujun der "Anstiftung zur Untergrabung der
Staatsgewalt" für schuldig, wie das Informationszentrum für
Demokratie und Menschenrechte aus Hongkong berichtete.
Der Chef einer privaten Handelsfirma hatte vier Artikel über die
Lage der Bauern, den Schaden durch das gegenwärtige Machtmonopol
in China, einen Zeitplan für den Weg zur Demokratie sowie den
Aufbau und die Verwaltung des Landes ins Internet gestellt. Mehrere
andere Internet-Nutzer, die ähnlich politische Gedanken verbreitet
haben, sitzen derzeit in Haft und warten auf ihren Prozess. Vier
Sozialreformer waren zuvor zu acht bis zehn Jahren Haft verurteilt
worden, nachdem sie das Internet für ihre Kritik genutzt und
ferner eine Diskussionsgruppe gegründet hatten
(Quelle: dpa)
Europa:
Rüstungsagentur vergibt Drei-Milliarden-Euro-Auftrag
Do.13.11.03 - Die europäische Rüstungsagentur OCCAR hat nach eigenen
Angaben einen Auftrag für die Beschaffung von Boden-Luft-Raketen
in Höhe von drei Milliarden Euro an europäische Firmen
vergeben.
Die Raketen seien für die Armeen von Großbritannien,
Frankreich und Italien bestimmt, teilte die in Bonn ansässige
OCCAR am Mittwochabend mit. Das Konsortium EUROSAM habe den Auftrag
erhalten, mit dem die französischen und italienischen
Streitkräfte mit Luftabwehrraketen-Systemen ausgerüstet
werden sollen sowie die Marinen von Frankreich, Italien und
Großbritannien mit Luftabwehrwaffen. Das finanzielle Engagement
der an dem Rüstungsprogramm Beteiligten belaufe sich auf drei
Milliarden Euro, hieß es in einem Statement OCCARs.
Zu EUROSAM zählen die französische Gruppe Thales und das
Joint Venture MBDA, dem BAE Systems, die italienische Finmeccanica und
EADS angehören
(Quelle: rtr)
Wirbel nach Prodis Aufruf an italienische Linke
Der EU-Kommissionspräsident gilt als Widersacher des italienischen
Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi
Do.13.11.03 - Ein Aufruf von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi an die
italienische Linke zur Geschlossenheit sorgt zunehmend für Wirbel.
Abgeordnete des Europäischen Parlaments kritisierten das Vorgehen
Prodis am Mittwoch in Brüssel scharf und legten dem
Kommissionspräsidenten sogar den Rücktritt nahe. "Herr Prodi
muss sich (...) entscheiden, ob er sein Amt fortführen will oder
zurück in die italienische Innenpolitik gehen möchte",
erklärte der deutsche CDU-Abgeordnete Hartmut Nassauer.
Prodis Appell an die italienische Linke, bei der anstehenden Europawahl
im Juni nächsten Jahres geschlossen aufzutreten, ist Bestandteil
eines Begleitschreibens zu einem Manifest des
Kommissionspräsidenten über die Zukunft Europas. Von dem
55-seitigen Dokument wurden 20.000 Exemplare in Italien verteilt.
Zurzeit existiert das Manifest "Europa: Der Traum, die Alternativen" nur
in Italienisch.
Der Kommissionspräsident gilt schon lange als Widersacher des
italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Es wird damit
gerechnet, dass Prodi bei der Parlamentswahl 2006 als Spitzenkandidat
eines Mitte-links-Bündnisses gegen Berlusconi antreten wird. Seine
Amtszeit als EU-Kommissionspräsident läuft noch bis November
nächsten Jahres. Von 1996 bis 1998 war Prodi bereits Regierungschef
eines Mitte-links-Bündnisses in Rom.
Verschärft wird der Konkurrenzkampf der beiden Widersacher zurzeit
dadurch, dass Italien die EU-Ratspräsidentschaft hält und der
EU-Kommissionspräsident nach den Regeln der Gemeinschaft dazu
angehalten ist, mit dem Ratsvorsitz zusammenzuarbeiten. Bei gemeinsamen
Auftritten als Vertreter der EU sind sich Prodi und Berlusconi bislang
aber demonstrativ aus dem Weg gegangen.
Prodis Sprecher Gerassimos Thomas spielte den Aufruf herunter. Dieser
sei nicht Bestandteil des Dokuments, sondern lediglich Inhalt des
Begleitschreibens. Bei dem Manifest handele es sich um einen Beitrag des
Kommissionspräsidenten zur Debatte über die Zukunft Europas,
sagte Thomas und fügte hinzu, Prodi habe nicht die Absicht, sein
Amt vorzeitig aufzugeben und in die italienische Innenpolitik
zurückzukehren.
Nassauer, Vorsitzender der deutschen CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament,
sprach von einer "schwerwiegenden Verantwortungslosigkeit". Prodi
dürfe seine Position nicht für den innenpolitischen
Schlagabtausch mit Berlusconi instrumentalisieren. Der
Kommissionspräsident verletze dadurch nicht nur das Gebot der
Neutralität, "sondern beschädigt auch das Ansehen und die
Handlungsfähigkeit der Kommission". Und darauf komme es jetzt
besonders an, da die EU im Begriff sei, sich eine neuen Verfassung zu
geben. Auch der CSU-Abgeordnete Markus Ferber nannte Prodis Aufruf
"völlig inakzeptabel".
(Quelle: ap)
'Le Monde': Gedankenspiele über 'deutsch-französischen Bund'
Do.13.11.03 - In Berlin und Paris wird nach einem Bericht der Zeitung "Le Monde"
über das Projekt eines weit reichenden deutsch-französischen
Bundes nachgedacht. In beiden Hauptstädten gebe es sogar
Gedankenspiele über eine "Zusammenlegung" von Außenpolitik,
Verteidigung, Bildung sowie der Wirtschafts- und Sozialpolitik, schrieb
das Pariser Blatt in seiner Donnerstagausgabe, verwies aber zugleich
auf zahllose Hindernisse.
Außenminister Dominique de Villepin habe Anfang November in einem
kleinen Kreis die Vorteile einer "französisch-deutschen Union"
unterstrichen. Bereits jetzt seien die Beziehungen so eng wie nie
zuvor. Eine weitere Annäherung sei unabdingbar, sagte Villepin
nach Angaben der Zeitung. "Le Monde" zufolge wollen Berlin und Paris
mit diesem Projekt Druck auf die laufende Regierungskonferenz zur
EU-Verfassung machen.
Premierminister Jean-Pierre Raffarin erklärte demnach, wenn das
Europa der 25 scheitere, bleibe für Frankreich nur "die Initiative
einer deutsch-französischen Annäherung". Die Zeit sei reif,
weiter voranzuschreiten. Er könne sich gut vorstellen, dass in
Brüssel eines Tages ein deutscher Kommissar Frankreich
repräsentiere.
"Le Monde" schrieb, Frankreich nehme mit einem Jahrzehnt
Verspätung die von dem früheren CDU-Abgeordneten Karl Lamers
eingebrachte Idee eines Kerneuropas auf. Der französische
EU-Kommissar Pascal Lamy sagte dem Blatt, ein
deutsch-französischer Bund sei eine "mobilisierende Utopie, aber
man darf sich keine Illusionen machen. Die öffentlichen Meinungen
sind dazu nicht bereit."
(Quelle: ap)
Tiefgreifende Kontorverse überschattet 'Europäisches
Sozialforum'
Organisatoren sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, zu einem der
Diskussionsforen einen antisemitischen Islamfundamentalisten eingeladen
zu haben
Do.13.11.03 - Eine tiefgreifende Kontorverse überschattet das 'Europäische
Sozialforum', das am Mittwoch in Paris begonnen hat. Die Organisatoren
des Anti-Globalisierungs-Happenings - des zweiten nach der Premiere in
Florenz vor Jahresfrist - sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, zu einem
der 55 Diskussionsforen einen antisemitischen Islamfundamentalisten
eingeladen zu haben. Gemeint ist der Islamwissenschafter Tariq
Ramadan.
Der in Genf lehrende Ramadan unterstellte einigen französischen
Intellektuellen, sie nähmen Positionen für den Irakkrieg und
für Israel einzig wegen ihrer jüdischen Herkunft ein. Damit
verträten sie eine ethnische Gemeinschaft und nicht
universell-humanistische Prinzipien. Große Zeitungen wie Le Monde
lehnten die Publikation von Ramadans Streitschrift ab. Umso eifriger
zirkulierte sie darauf via Internet, unter anderem auf der Homepage des
Sozialforums.
Der Philosoph André Glucksmann bezichtigte den Autor der
"antisemitischen Obsession", Bernard-Henri Lévy warf ihm vor, er
nähre "das gute alte Thema des jüdischen Komplotts". Der
Islamexperte korrigierte sich darauf in Le Monde, nicht nur
jüdische, sondern auch muslimische Denker schlössen sich in
ihr "intellektuelles, ethnisches oder religiöses Getto" ein.
Seinen scharfen Ton behielt er bei. Lévy konterte in der
gleichen Zeitung in einem nicht minder heftigen Ton. Ramadan pflege
eine doppelte Sprache, indem er sich offen und tolerant gebe,
gleichzeitig aber fundamentalistischen Kreisen nahe stehe und etwa
selbst für getrennte Schwimmbäder und die Bewilligung
islamischer Kopftücher an den Schulen eintrete.
Auch der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë, der das
Forum finanziell subventioniert, forderte die Ausladung Ramadans. Das
Sozialforum lehnt dies aber ab, da sein Text "kommunitaristisch, nicht
antisemitisch" sei. Er sei zwar "schlecht", aber auch die Vorwürfe
zielten daneben. "Es ist eine Kampagne zur Destabilisierung des
Europäischen Sozialforums - wie vor einem Jahr in Florenz, als man
Horden von Schlägern und Hooligans ankündigte", meint etwa
der französische Grüne Noël Mamère.
Die Pariser Politiker, Medien und Intellektuellen begrüßen
allerdings fast ausnahmslos die antikapitalistische Stoßrichtung
des Forums, dessen Hauptthema - nach dem Irakkrieg vor Jahresfrist -
diesmal soziale Fragen sind. Glucksmann oder Lévy, die den
US-Militärschlag gegen Saddam Hussein 2002 mehr oder weniger klar
begrüßt hatten, unterstellen der Antiglobalisierungsbewegung
aber weiterhin generell, "neue" Antisemiten zu beherbergen, wie es
früher die extreme Rechte getan habe.
(Quelle: info.partisan.net [http://www.info.partisan.net/])
Europäisches Sozialforum in Paris:
http://www.fse-esf.org
http://www.attac.de/esf2003/
Deutschland:
Hohmann will sich mit geplantem Ausschluss nicht abfinden
Der wegen einer antisemitischen Rede umstrittene
CDU-Bundestagsabgeordnete bat seine Fraktion angeblich um 'Verzeihung'.
Dass er nach seiner Rede als Antisemit dastehe, treffe ihn, aber auch
seine Familie tief +++ CDU-Vorsitzende Angela Merkel bei der
Parteibasis um Verständnis für den Ausschluss-Antrag gegen
Hohmann +++ Erste kritische Unions-Stimmen zu Hohmann-Ausschluss +++
Umfrage: Bevölkerung in Ausschlussfrage gespalten
Do.13.11.03 - Der unter Antisemitismus-Verdacht stehende hessische
CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann hat sich mit dem angedrohten
Fraktions- und Parteiausschluss noch nicht abgefunden. Er bat seine
Fraktionskollegen nach Medienberichten vom Mittwoch um "Verzeihung" und
darum, den Antrag auf Fraktionsausschluss wegen seiner als
antisemitisch kritisierten Rede zum 3. Oktober zurückzunehmen.
Die Union rechnet nach der Einleitung des Ausschlussverfahrens selbst
nicht mehr mit einem freiwilligen Mandatsverzicht des Politikers.
Sollte sich Hohmann bis Freitag nicht zu diesem Schritt
entschließen, wird über seinen Fraktionsausschluss
abgestimmt. Für den Ausschluss müssen zwei Drittel der 248
CDU/CSU-Parlamentarier votieren. Die Unionsführung ist ungeachtet
kritischer Stimmen an dem Vorgehen von einer breiten Mehrheit für
den Antrag überzeugt.
Laut "Focus Online" - Internetangebot des Münchner Magazins -
wandte sich Hohmann per E-Mail an die Fraktionskollegen. "Ich
möchte alles tun, damit die von mir hervorgerufenen Verletzungen
geheilt werden, und bitte nochmals um Verzeihung", schrieb er demnach.
Dass er nach seiner Rede als Antisemit dastehe, treffe ihn, aber auch
seine Familie tief.
Die "Fuldaer Zeitung" berief sich auf die ihr schriftlich vorliegende
Erklärung Hohmanns vor der CDU/CSU-Fraktion vom Dienstag. Er sei
"davon ausgegangen, dass mit der seit dem 1. November strikt
eingehaltenen Schweigeauflage und den jeweils gesteigerten
Distanzierungen und Entschuldigungen ein gangbarer Weg gefunden war",
zitiert das Blatt den Politiker. Zum "Tätervolk"- Zusammenhang in
seinem Redetext erklärte er: "Der Kernsatz der Rede lautet: 'Weder
die Deutschen noch die Juden sind ein Tätervolk'."
Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel warb in einem Brief an die
Parteibasis um Verständnis für den Ausschluss-Antrag gegen
Hohmann. In dem von der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Schreiben
heißt es unter anderem, die Union dürfe nicht zulassen,
"dass durch gedankliche Konstruktionen, wie denen von Herrn Hohmann,
die Grenze unserer Ziele und Grundsätze überschritten wird".
Diese Grenze sei erreicht, "wenn man sich zu Deutschland nur durch
Negativvergleiche mit anderen Menschen, Gruppen und Religionen bekennen
kann".
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber distanzierte
sich am Mittwoch vom CSU-Bundestagsabgeordneten Norbert Geis, der als
erstes Mitglied der Fraktion öffentlich Unmut über den
beabsichtigten Rauswurf Hohmanns geäußert hatte. Stoibers
Kritik richtete sich gegen Einlassungen von Geis, der die
Maßnahmen gegen Hohmann für einen "menschlichen Fehler"
hält. Geis bezeichnete Merkel als "Getriebene", die reagiert habe,
weil sich die Lage zugespitzt habe.
Skeptisch über einen freiwilligen Mandats-Verzicht Hohmanns
äußerte sich der Parlamentarische
Unions-Geschäftsführer Volker Kauder (CDU). Es gebe zwar
Hinweise, dass Hohmann sich das überlege, "aber wir haben da keine
Signale", sagte Kauder im ZDF.
Kauder, räumte im ZDF ein, dass vielen in der Unionsfraktion die
Entscheidung zum Ausschluss schwer fallen werde, weil Hohmann ein
"menschlich netter Kerl" sei. Er sei sich aber sicher, dass "fast alle
zustimmen werden". Viele an der Basis seien jetzt irritiert und "manche
auch sauer".
Unterdessen wurde bekannt, dass der Recklinghauser CDU-Ratsherr Hans
Knoblauch im Schaufenster der CDU Recklinghausen ein Schild mit den
Worten "Man darf in Deutschland nicht mehr die Wahrheit sagen" mitsamt
der umstrittenen Rede Hohmanns zum 3. Oktober ausgehängt hatte.
Der CDU-Kreisverbandschef und Landtagsabgeordnete Lothar Hegemann
kündigte nach Angaben eines Fraktionssprechers an, Knoblauch
müsse nunmehr mit einem Parteiausschlussverfahren rechnen.
Knoblauch ist auch Mitarbeiter des Recklinghauser
CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Marschewski, dem Vorsitzenden der
Gruppe der Vertriebenen und Flüchtlinge der Unionsfraktion.
Wie am Mittwochabend auch bekannt wurde, hat Hohmann bei der
Elite-Einheit "Kommando Spezialkräfte" (KSK) eine Wehrübung
absolviert, als diese noch vom inzwischen entlassenen General Reinhard
Günzel geführt wurde. Das Verteidigungsministerium
bestätigte einen entsprechenden Bericht der
"Kölnischen/Bonner Rundschau". Danach durfte der Reserveoffizier
Hohmann 2001 bei der geheim operierenden Spezial-Truppe üben.
Günzel war Anfang voriger Woche von Verteidigungsminister Peter
Struck (SPD) in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden, weil er die
Rede Hohmanns zum 3. Oktober in einem Schreiben an den Abgeordneten
gelobt hatte.
Einer vom "stern" veröffentlichten Forsa-Umfrage zufolge sind 41
Prozent der Deutschen für und 41 Prozent gegen einen
Parteiausschluss Hohmanns. 18 Prozent der 1006 Befragten hatten den
Angaben zufolge keine Meinung. Den Fraktionsausschluss befürworten
43 Prozent, während 38 Prozent ihn ablehnen.
(Quellen: ap, rtr, dpa)
Wachsende Zustimmung zu rechtsextremen Einstellungen in Thüringen
Do.13.11.03 - In Thüringen wächst die Zustimmung zu rechtsextremistischen
Einstellungen. Nach einer Umfrage der Erfurter Landesregierung
sympathisieren fast 23 Prozent der 1.000 wahlberechtigten Befragten mit
rechtsextremistischen Positionen. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk
weiter berichtete, stieg dieser Anteil gegenüber der letzten
Erhebung vor einem Jahr um zwei Prozentpunkte an.
So hätten fast 56 Prozent der Befragten gemeint, dass Deutschland
«durch Ausländer in einem gefährlichen Maß
überfremdet» sei. Die Ergebnisse sollen am Freitag im
Erfurter Landtag vorgestellt werden.
(Quelle: ap)
Zwölf Neonazis zu Bewährungsstrafen verurteilt
Do.13.11.03 - Das Landgericht Dresden hat zwölf Rechtsextremisten wegen der
Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, schweren
Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung zu
Bewährungsstrafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren
verurteilt. Die dritte Strafkammer sah es als erwiesen an, dass die
Angeklagten im Alter zwischen 22 und 26 Jahren Mitglieder der
verbotenen rechtsextremistischen Organisation «Skinhead
Sächsische Schweiz» (SSS) waren. Auch Staatsanwaltschaft und
Verteidigung hatten Bewährungsstrafen gefordert.
Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Jürgen Schär sind mit dem
Urteil rund 60 Verfahren gegen Mitglieder der «SSS»
abgeschlossen. Ein Teil sei auf der Ebene von Amtsgerichten verhandelt
oder aber gegen Auflagen eingestellt worden. Die Mehrzahl der
Beschuldigten habe heute eine Wende zum normalen Leben vollzogen,
betonte Schär. Es gebe aber auch noch Überzeugungstäter,
die nicht daran denken würden, dass ein Vereinsverbot existiere.
Der Vorsitzende Richter Tom Maciejewski sprach in seiner
Urteilsbegründung davon, dass die Taten schon sehr lange,
teilweise bis zu fünf Jahre zurücklägen und die
Angeklagten heute sozial integriert seien. Es habe sich bei dem Prozess
um kein politisches Verfahren gehandelt. Es sei vielmehr um die
Verfolgung von massiven Straftaten gegen politisch anders Denkende
gegangen. Grundlage der Urteile seien die Geständnisse der
Angeklagten gewesen.
Die Tatsache, dass vor dem Urteil Absprachen getroffen wurden, habe zur
Verkürzung des Verfahrens erheblich beigetragen, betonte
Maciejewski. Das Gericht hatte Bewährungsstrafen im Gegenzug
dafür ausgesprochen, dass die Angeklagten die ihnen zur Last
gelegten Vorwürfe eingeräumt hatten. Keinen Zweifel
ließ Maciejewski daran, dass es sich bei der «SSS» um
eine kriminelle Vereinigung handele: Sie hatte sich zum Ziel gesetzt,
die Sächsische Schweiz von linksgerichteten Jugendlichen und
Ausländern «zu befreien».
So hatten die Angeklagten, die zum größten Teil aus Pirna
stammen, den Angaben zufolge im Jahr 1998 eine Gruppe Jugendlicher
überfallen, die am Elbufer der Stadt ein Grillfest veranstalteten.
Dabei seien die Opfer von den Tatverdächtigen mit Schlägen
und Fußtritten ins Gesicht verletzt worden. Im gleichen Jahr
wurde in der Nähe des Kurortes Gohrisch eine andere Gruppe von
Jugendlichen angegriffen, die auf dem Wege zu einer Discothek war, wie
Oberstaatsanwalt Schär sagte. Die Angeklagten seien dabei zum Teil
maskiert gewesen und hätten Baseballschläger und abgerissene
Zaunlatten bei sich gehabt.
Die «SSS» organisierte den Angaben zufolge auch
Skinheadkonzerte und legte eine Liste mit 50 Personen an, die als
linksorientiert galten oder Ausländer waren; auf der Liste stand
auch ein PDS-Landtagsabgeordneter. Aufgabe der «SSS» war es
demnach zudem, ihre Mitglieder im Schusswaffengebrauch zu trainieren.
Außerdem habe sie mehrere Hefte mit ausländerfeindlichen und
rassistischen Parolen verbreitet.
Vor sechs Monaten hatte das Landgericht Dresden bereits die ersten
fünf Mitglieder der «SSS» zu Bewährungsstrafen
zwischen anderthalb und zwei Jahren verurteilt. Auch sie mussten sich
wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Körperverletzung und
schweren Landfriedensbruchs verantworten.
(Quelle: ap)
Baden-Württemberg:
Kopftuch nein - christliches Kreuz und jüdische Kippa ja
Do.13.11.03 - Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom September hat
Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland ein Gesetzentwurf zum
Kopftuchverbot auf den Weg gebracht. Die Nachrichtenagentur AFP dokumentiert die
Kernsätze der Regelung, die ausdrücklich das Tragen von
christlichen und jüdischen Symbolen an staatlichen Schulen erlaubt:
"Lehrkräfte an öffentlichen Schulen (...) dürfen in der
Schule keine politischen, religiösen, weltanschaulichen oder
ähnliche äußeren Bekundungen abgeben, die geeignet
sind, die Neutralität des Landes gegenüber Schülern und
Eltern oder den politischen, religiösen oder weltanschaulichen
Schulfrieden zu gefährden oder zu stören. Insbesondere ist
ein äußeres Verhalten unzulässig, welches bei
Schülern oder Eltern den Eindruck hervorrufen kann, dass eine
Lehrkraft gegen Menschenwürde, Gleichberechtigung (...) oder die
freiheitlich-demokratische Grundordnung auftritt. Die Darstellung
christlicher und abendländischer Bildungs- und Kulturwerte oder
Traditionen entspricht dem Erziehungsauftrag (...) der Landesverfassung
und widerspricht nicht dem Verhaltensgebot nach Satz 1."
In der Begründung zu dem Gesetz heißt es, aufgrund der
Regelung sei das Tragen eines Kopftuchs unzulässig, weil zumindest
ein Teil seiner Befürworter damit "eine mindere Stellung der Frau
(...) als auch eine fundamentalistische, kämpferische
Stellungnahme für ein theokratisches Staatswesen" verbindet.
Demgegenüber dürften Lehrer christliche und jüdische
Symbole wegen der in der Landesverfassung verankerten "christlichen und
abendländischen Erziehungswerte" weiterhin tragen.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv
Friedensnobelpreisträgerin Ebadi spricht sich gegen Kopftuchverbot aus
Alle Dinge könne "man nutzen oder ausnutzen". Es seien "die
Gedanken des Menschen, die zählen".
So.09.11.03 - Die iranische Rechtsanwältin und diesjährige
Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi hat sich gegen ein
Kopftuchverbot für Musliminnen in Deutschland ausgesprochen. In
einem am Samstag veröffentlichten Interview des
Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hob Ebadi die individuelle Freiheit
hervor. "Wenn eine Frau ein Kopftuch tragen möchte, dann muss man
ihr das zubilligen", wird sie zitiert. Dagegen bekräftigte die
baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan im "Focus"
ihre Ansicht, dass das Kopftuch ein politisches Symbol sei.
Ebadi erklärte dem "Spiegel" zufolge: "Alle Dinge kann man nutzen
oder ausnutzen. Es sind die Gedanken des Menschen, die zählen."...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311090.htm#03110915
Hintergrundinformationen zum Kopftuch-Streit unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311090.htm#031109a9
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Wirtschaftsweise sagen Ende der Konjunkturkrise voraus
Hoffnungen auf Konjunkturbesserung stehen allerdings erhebliche
Risiken entgegen, insbesondere die weltpolitische Lage, das hohe
Handelsdefizit der USA und die Entwicklung des Eurokurses zum US-Dollar
+++ Trendwende am Arbeitsmarkt auch 2004 nicht in Sicht. +++
Wissenschaftler bewerten rot-grüne Reformbemühungen positiv -
Jedoch scharfe Kritik am 'steuerpolitischen Chaos'
das Konsumenten und Wirtschaft verunsichere und 'Gift für einen
robusten Aufschwung aus eigener Kraft' sei. Radikale Reform des Systems
mit niedrigen Steuersätzen und weniger Schlupflöchern sei
nötig
Do.13.11.03 - Nach drei Jahren hart am Rande der Rezession steht Deutschland nach
Einschätzung der fünf Wirtschaftsweisen vor einem verhaltenen
Konjunkturaufschwung. Eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist trotz kleiner
Lichtblicke aber auch 2004 nicht in Sicht. Das geht aus dem
Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen hervor, das sie am Mittwoch
Bundeskanzler Gerhard Schröder überreichten.
Nach Null-Wachstum in diesem Jahr erwarten die Wissenschaftler für
2004 ein Konjunkturplus von 1,5 Prozent. Wird die Steuerreform
vorgezogen, halten sie 1,7 Prozent für möglich. Den
Hoffnungen auf eine Konjunkturbesserung stehen allerdings erhebliche
Risiken entgegen, insbesondere die weltpolitische Lage, das hohe
Handelsdefizit der USA und die Entwicklung des Eurokurses zum US-Dollar.
Die durchschnittliche Arbeitslosenzahl wird dem Gutachten zufolge zwar
im Vergleich zu 2003 um 20.000 auf 4,4 Millionen steigen. In der
zweiten Hälfte kommenden Jahres sei jedoch mit einem Zuwachs des
Stellenangebots zu rechnen, hieß es. Die Sachverständigen
sind damit deutlich pessimistischer als die Bundesregierung, die von
4,36 Millionen ausgeht.
Trotz teils scharfer Kritik im Detail beurteilten die Wissenschaftler
die rot-grünen Reformbemühungen positiv. "Die noch vor
Jahresfrist richtungslose Politik hat in den vergangenen Monaten
insbesondere mit Blick auf den Arbeitsmarkt ein
Maßnahmenbündel auf den Weg gebracht, das mehr ist als nur
ein erster Schritt in die richtige Richtung." In ihrem Gutachten 2002
hatten die Fachleute das Vorgehen der Regierung als konjunkturfeindlich
und "Kurieren an Symptomen" gegeißelt.
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der
gesamtwirtschaftlichen Lage - so der offizielle Name der
Wirtschaftsweisen - ging allerdings mit Finanzminister Hans Eichel
scharf ins Gericht. Das "steuerpolitische Chaos" verunsichere
Konsumenten und Wirtschaft und sei "Gift für einen robusten
Aufschwung aus eigener Kraft". Die Steuerpolitik habe wegen "ihrer
Sprunghaftigkeit erheblich an Glaubwürdigkeit
eingebüßt". Eichels Sparkurs sei richtig, aber mit "zu
vielen Fragezeichen versehen".
Nach Darstellung des Rates ist die Bundesrepublik "immer noch ein
Hochsteuerland". Die tatsächliche Steuerlast von Wirtschaft und
Bürgern sei in keinem anderen europäischen Staat höher
als in Deutschland. Darunter leide die Attraktivität des
Wirtschaftsstandorts. Nötig sei eine radikale Reform des Systems
mit niedrigen Steuersätzen und weniger Schlupflöchern.
Der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Wolfgang Wiegard,
erklärte, nach dem Vorschlag des Rates würde es künftig
nur noch zwei Einkommensarten geben: umfassend definierte
Kapitaleinkommen und ebenso umfassend definierte Arbeitseinkommen, die
unterschiedlich besteuert würden. Die Kapitaleinkommen aller Art
sollten mit etwa 30 Prozent, maximal 35 Prozent besteuert werden.
Arbeitseinkommen sollten progressiv mit einem Spitzensteuersatz von
maximal 35 oder 36 Prozent besteuert werden. "Alles zusammen genommen
sind wir der Auffassung, dass das eine attraktive Steuerreformoption
ist", versicherte Wiegard.
Unter Kapitaleinkommen werden nach Wiegards Worten in dem Vorschlag
Gewinne, Dividenden, Zinsen, Einkünfte aus Mieten und Pachten und
Veräußerungserlöse gefasst. Zu den Arbeitseinkommen
sollen neben Einkünften aus unselbstständiger Arbeit
Pensionen, Renten, aber auch Unternehmerlöhne in
Personengesellschaften zählen. Die Körperschaftssteuer solle
bestehen bleiben, und zwar mit einem Satz entsprechend dem
Kapitaleinkommen von 30 Prozent. Dividenden und
Veräußerungsgewinne sollten aber auf dieser Ebene keiner
weiteren Besteuerung unterworfen werden.
Die Experten bestätigten Eichels Erwartung, dass das Vorziehen der
Steuerreformstufe 2005 auf 2004 der Konjunktur helfe. Mehr als 0,2
Prozentpunkte Wachstum seien aber nicht drin, weil Bürger und
Unternehmen das Projekt weitgehend selbst bezahlten. Von den fast 16
Milliarden Euro Entlastung blieben letztendlich vier Milliarden Euro
übrig. Der Impuls für den Binnenmarkt und betriebliche
Investitionen sei deshalb bescheiden. Erforderlich sei eine rasche
Einigung zwischen Regierung und Opposition über die
Steuersenkungen, um Klarheit zu schaffen.
Die Euro-Stabilitätskriterien wird Deutschland - wie schon 2002
und 2003 - auch kommendes Jahr nicht schaffen. Die Neuverschuldung
werde klar über den im Maastricht-Vertrag erlaubten 3,0 Prozent
liegen.
(Quellen: ap, rtr)
Blick ins Archiv
Wirtschaftswissenschaftler sollten die Finger von Prognosen lassen,
sagt Professor Karl-Heinz Brodbeck. Die Vorhersagen sind meist falsch,
weil das Leben keine Maschine und die Ökonomie keine exakte
Wissenschaft sei. Ergebnisse "wie beim Würfeln"...
Mehr in der "tageszeitung" vom 21.10.03:
http://www.taz.de/pt/2003/10/21/a0074.nf/text
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Opposition nennt Bedingungen für Steuerreform
Union und FDP wollen tarifliche Öffnungsklauseln und Lockerung des
Kündigungsschutzes
Do.13.11.03 - Union und FDP haben für ihre Zustimmung zu Steuererleichterungen
eine grundlegenden Modernisierung des Arbeitsmarktes zur Bedingung
gemacht. Die verkrusteten Strukturen auf dem Arbeitsmarkt seien der
entscheidende Hemmschuh in Deutschland, sagte der CSU-Vorsitzende
Edmund Stoiber am Mittwoch in Berlin nach dem Strategiegipfel. Das
Vorziehen der letzten Steuerreformstufe sei im Prinzip eine gute Sache,
müsse aber solide finanziert werden.
Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel nannte die Reformschritte der Agenda
2010 nicht ausreichend. Es sei gemeinsames Interesse der Opposition,
Deutschland wieder auf den Wachstumspfad zu führen.
Merkel forderte in den anstehenden Verhandlungen im
Vermittlungsausschuss mehr Bewegung von der Regierungskoalition. "Wir
gehen konstruktiv mit klaren Vorstellungen im Sinne der Bürger in
die Verhandlungen", sagte Merkel. Sie machte tarifliche
Öffnungsklauseln und eine Lockerung des Kündigungsschutzes
zur Bedingung für mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Die
Opposition lege in den Verhandlungen besonderen Wert darauf, dass mehr
Leistungsanreize für eine Arbeitsaufnahme geschaffen würden.
Es gehe vor allem um wirkliche Strukturreformen für den ersten
Arbeitsmarkt, betonte Merkel.
Stoiber sagte, Deutschland sei ein Sanierungsfall. Wer das ignoriere,
sei offenbar nicht zu wirklichen Reformen bereit. Eine Steuerreform
mache nur Sinn, wenn sie mit einer Modernisierung des Arbeitsmarktes
verbunden werde.
FDP-Chef Guido Westerwelle kritisierte die Subventionen im
Steinkohlebergbau. Das sei eine "fundamentale Fehlentscheidung" der
Bundesregierung. Es sei ein Skandal, dass die Regierung in den
nächsten Jahren 16 Milliarden Euro für Steinkohle ausgeben
wolle und gleichzeitig bei Bildung und Forschung gespart werde. Die
Gelder dürften nicht für die Steinkohle im Boden vergraben
werden.
(Quelle: ap)
Druckindustrie fordert 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich
Do.13.11.03 - Die Arbeitgeber der deutschen Druckindustrie gehen mit der Forderung
nach Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden ohne
Lohnausgleich in die am heutigen Donnerstag beginnenden
Manteltarifverhandlungen.
"Wir wollen, dass die Betriebsparteien regelmäßige
wöchentliche Arbeitszeiten bis zu 40 Stunden bei gleichem Lohn
vereinbaren können", sagte Thomas Mayer,
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien
(bvdm) am Mittwoch in Frankfurt. Zur Verbesserung der
Arbeitsproduktivität solle zudem der Samstag als normaler
Arbeitstag in die Regelarbeitszeit einbezogen werden. Bislang sei
Samstagarbeit nur zur Produktion von bestimmten Zeitungen oder durch
freiwillige Betriebsvereinbarungen möglich. Zudem fordern die
Arbeitgeber die Abschaffung von zusätzlichen
Freizeitansprüchen wie Freischichten, Altersfreizeit oder
Zusatzurlaub im Tiefdruck. Zuschläge für Samstags-,
Sonntags-, Nacht- und Feiertagsarbeit sollten reduziert werden.
Weihnachts- und Urlaubsgeld sollen nach den Vorstellungen der
Arbeitgeber erfolgsabhängig ausgestaltet werden können.
Betriebsspezifisch sollten Weihnachts- und/oder Urlaubsgeld über
eine freiwillige Betriebsvereinbarung sogar ganz entfallen können.
Derzeit erhalten die Drucker 95 Prozent des monatlichen Tariflohnes als
Weihnachtsgeld und ein Urlaubsgeld von etwa 70 Prozent eines
Monatsverdienstes.
Der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke kritisierte, der
Unternehmerverband wolle die Wirtschaftskrise nutzen, um für die
Beschäftigten Einkommenskürzungen im zweistelligen
Prozentbereich durchzusetzen.
Die Manteltarifverhandlungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft
Verdi und den Druck-Arbeitgebern beginnen am Donnerstag.
Änderungen des Vertrages können frühestens zum 1. April
2005 in Kraft treten.
(Quelle: rtr)
DJV sieht jede zehnte Redakteursstelle in Gefahr
Do.13.11.03 - Der Deutsche Journalistenverband hat den Zeitungsverlegern vorgeworfen,
in der laufenden Tarifrunde für Redakteure einen groß
angelegten Arbeitsplatzabbau anzustreben. Die von den Verlegern
geforderte Rückkehr zur 40-Stunden-Woche werde bundesweit jeden
zehnten Redakteursplatz kosten, sagte der neue DJV-Vorsitzende Michael
Konken am Mittwoch in Wiesbaden. Bundesweit gibt es nach Angaben des
Verbandes rund 14.000 fest angestellte Zeitungsredakteure. Die
wöchentliche Arbeitszeit liegt derzeit bei 36,5 Stunden.
DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff sagte, es sei absehbar,
dass ab Januar in den Redaktionen gestreikt werde, sollte es nicht doch
noch zu einer Einigung kommen. Der Journalistenverband habe in den
Tarifverhandlungen seine Bereitschaft deutlich gemacht, durch
befristete Abstriche an Urlaubs- und Weihnachtsgeld den
Zeitungsverlagen über die Krise zu helfen. Was der Bundesverband
Deutscher Zeitungsverleger dagegen anstrebe, seien nachhaltige
Verschlechterungen für die Redakteure unabhängig von der
Dauer der Krise.
Eine Verlängerung der Arbeitszeit komme nur in Frage bei Verzicht
der Verleger auf betriebsbedingte Kündigungen, sagte Engeroff. Die
Bereitschaft zu einem Arbeitskampf sei in den Betrieben inzwischen sehr
hoch: "Die Kollegen begreifen, dass es ans Eingemachte geht." Die
Tarifverhandlungen über die Gehälter der Zeitungsredakteure
werden am 24. November in Frankfurt am Main fortgesetzt.
(Quelle: ap)
Wirtschaft drosselt Lehrstellenangebot im Oktober erneut
Do.13.11.03 - Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt bleibt angespannt. Im Oktober haben
Betriebe und Verwaltungen 211 000 Lehrstellen angeboten. Das waren 14,5
Prozent weniger als im Vergleichsmonat 2002. Wie die Monatsauswertung
der Bundesanstalt für Arbeit zeigt, gab es bei den Bewerbern
dagegen einen leichten Anstieg - allerdings nur im Westen. Der Oktober
war der erste Monat des neuen Lehrstellen-Vermittlungsverfahrens
für den kommenden Schulabgängerjahrgang 2004.
(Quelle: dpa)
15.000 Studenten demonstrierten in Hannover gegen Kürzungen
Do.13.11.03 - Rund 15.000 Studenten haben am Mittwoch in der Innenstadt von Hannover
gegen die Sparbeschlüsse der niedersächsischen
Landesregierung im Hochschulbereich protestiert. Wissenschaftsminister
Lutz Stratmann hatte angekündigt, rund 40 Millionen Euro im
Hochschuletat 2004 zu streichen. Mit Trillerpfeifen, Trommeln und
Transparenten wie "Deutsche Politik ist haarsträubend" oder
einfach "Dagegen" protestierten die Studenten auch gegen die
angekündigte Schließung der Fachhochschulen in Nienburg und
Buxtehude.
DGB-Landesvorsitzender Hartmut Tölle betonte, gut ausgestaltete
Hochschulen seien für Niedersachsen ein wichtiger Standortvorteil
für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. "Die Landesregierung
darf Haushaltslöcher nicht mit Bildungslücken
schließen", forderte die Landesvorsitzende der Grünen,
Brigitte Pothmer, auf der Kundgebung. Durch die drastischen
Einsparvorgaben würden dringend notwendige Reformen an den
Hochschulen verhindert.
(Quelle: ap)
ARD will notfalls vor Verfassungsgericht gegen Sparpläne klagen
Do.13.11.03 - Die ARD will notfalls vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die von
einigen Landesregierungen angeregten drastischen Sparpläne klagen.
"Es geht um ein hohes Gut, um den Rundfunk in Deutschland. Dafür
gehe ich auch nach Karlsruhe", sagte ARD-Vizechef Fritz Pleitgen der
"Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Zugleich verteidigte
er die von den Öffentlich-Rechtlichen angemeldete
Gebührenerhöhung um jährlich rund 800 Millionen Euro.
Zeitungen und Telefon würden auch teurer, sagte Pleitgen. "Es geht
um einen Inflationsausgleich, wir haben eine äußerst
behutsame Bedarfsanmeldung vorgelegt."
Die Regierungschefs aus Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern hatten
ein Sparprogramm für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
vorgeschlagen. Danach sollten unter anderem 16 Hörfunkprogramme
eingestellt und die TV-Sender Arte und 3Sat zusammengelegt werden. Bei
einer Umsetzung der Vorschläge müssten ARD, ZDF und
Deutschlandradio nach Medienberichten 1.200 ihrer 26.000 Planstellen in
den nächsten vier Jahren ersatzlos streichen.
Hintergrund des Vorstoßes ist die Debatte um die Erhöhung
der Rundfunkgebühr. Die unabhängige Gebührenkommission
(KEF) hatte eine Erhöhung der Gebühr um 1,07 Euro zum Januar
2005 vorgeschlagen. Stoiber, Steinbrück und Milbradt wollen die
Gebühr dagegen einfrieren.
(Quelle: ap)
Umfrage: Deutsche durch tägliche Informationsflut gestresst
Do.13.11.03 - Mehr als zwei Drittel der Deutschen fühlen sich durch die
tägliche Nachrichtenflut per Handy, E-Mail und Fernsehen
gestresst. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage im Auftrag
des Magazins "Maxi" unter 1362 Frauen und Männern zwischen 20 und
42 Jahren. Darin geben 71 Prozent der Frauen und 65 Prozent der
Männer an, sich oft gestresst zu fühlen. Nur sechs Prozent
der Frauen und drei Prozent der Männer fühlen sich trotz
psychischer Belastungen wohl.
Um dem Stress zu entkommen wünschen sich laut der Umfrage ein
Drittel der Befragten ausgedehnte Reisen, ein Viertel braucht mehr Zeit
für sich selbst, den Partner oder die Familie. 63 Prozent der
Frauen und 60 Prozent der Männer sehen sich jedoch finanziell zur
Veränderung nicht in der Lage. Das Hamburger Markt- und
Trendforschungsinstitut "Ears and Eyes" hat die Umfrage im Auftrag von
"Maxi" vorgenommen.
(Quelle: dpa)
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