Aktuelle Nachrichten
Irak am zweihundertzweiundvierzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Bush bittet Öffentlichkeit im Irak-Konflikt um
Geduld +++ US-Zivilverwaltung in Irak und Regierungsrat einigen sich
offiziell: Übergangsregierung soll am 30.Juni 2004 die volle
politische Verantwortung übernehmen +++ Rumsfeld: Keine Pläne
für US-Truppenabzug nach Machtübergabe an Irak +++
Bundesregierung schließt Einsatz deutscher Soldaten im Irak aus
+++ Wegen Misshandlung angeklagte US-Soldaten verweigern Aussage
So.16.11.03 - Wenige Tage vor seinem Besuch in Großbritannien hat
US-Präsident George W. Bush die Öffentlichkeit um Geduld im
Irak-Konflikt gebeten. "Wir denken nicht, dass es Jahre und Jahre
dauern wird", sagte Bush in einem BBC-Interview, das bereits am
vergangenen Mittwoch aufgezeichnet und am Sonntag gesendet werden
sollte. Das irakische Volk sei durchaus in der Lage, das eigene Land zu
regieren. "Wir glauben, dass die Demokratie in Irak Fuß fassen
wird, und dass ein freies und demokratisches Irak dabei helfen wird,
den Nahen Osten zu verändern."
Der britische Premierminister Tony Blair erklärte am Sonntag in
einem Beitrag für die Zeitung "News of the World", es gebe keinen
besseren Zeitpunkt für den Besuch Bushs als jetzt. Er respektiere
die Ansichten der Teilnehmer an der geplanten Großdemonstration
gegen Bush am Donnerstag in London. Diese sollten aber nicht in die
Vergangenheit, sondern in die Zukunft schauen. Jetzt werde dem
irakischen Volk die Chance für eine bessere, wohlhabendere und
friedliche Zukunft gegeben. Bush und seine Frau Laura treffen auf
Einladung von Königin Elizabeth am Dienstag zu einem
viertägigen Besuch in London ein.
Die US-Zivilverwaltung hat sich unterdessen mit dem Regierungsrat in
Bagdad offiziell auf die Modalitäten des beschleunigten
Machttransfers an die Iraker geeinigt. Die provisorische
Zivilverwaltung (CPA) solle zum 30. Juni 2004 aufgelöst werden,
heißt es in dem Abkommen, das der Nachrichtenagentur AFP am
Samstag in Bagdad vorlag. Dann werde eine irakische
Übergangsregierung die volle politische Verantwortung
übernehmen. Die Regierung solle von einer
Übergangsversammlung eingesetzt werden, die spätestens am 31.
Mai 2004 gewählt werden solle, heißt es in dem Text weiter.
Zuvor sollten bilaterale Verträge zur Sicherheit in Irak
abgeschlossen werden, die das "Statut der Koalitionstruppen in Irak
definieren" sollten.
Die schnellere Machtübergabe sei ein wichtiger Schritt zur
Entwicklung Iraks als demokratisches Land, sagte US-Präsident
George W. Bush in Washington. Weiterhin sei sie notwendig, um den
Frieden Iraks mit seinen Nachbarstaaten zu sichern. Bislang hatten die
USA die Machtübergabe vom In-Kraft-Treten einer Verfassung und von
Wahlen abhängig gemacht.
Auch der britische Premierminister Tony Blair begrüßte den
beschleunigten Machttransfer. Der Regierungsrat wollte den
Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über den neuen Zeitplan
informieren. Die UN haben den 15. Dezember als entsprechende Frist
vorgesehen.
Die USA werden nach den Worten von Verteidigungsminister Donald
Rumsfeld auch nach der geplanten Installierung einer
Übergangsregierung im Irak im kommenden Juni nicht mit dem
Truppenabzug aus dem Golfstaat beginnen. "Es gibt keine
Veränderung der Sicherheitslage", sagte Rumsfeld am Sonntag vor
einem Besuch bei US-Soldaten im japanischen Okinawa.
Beim Absturz zweier Hubschrauber in der nordirakischen Stadt Mossul
kamen unterdessen zwölf alliierte Soldaten ums Leben. Neun weitere
wurden verletzt, wie die Streitkräfte mitteilten. Über die
Ursache der Abstürze lagen zunächst keine Angaben vor. Ein
Augenzeuge berichtete, die Helikopter seien in der Luft
zusammengestoßen, einer davon sei dann auf das Dach eines
Wohnhauses gestürzt.
In Japan brach ein zehnköpfiges Erkundungsteam der
Streitkräfte nach Irak auf, um die Sicherheitslage zu prüfen.
Der japanische Verteidigungsminister Shigeru Ishiba erklärte,
Tokio hoffe, so bald wie möglich über eine Entsendung von
Soldaten entscheiden zu können. Die geplante Abstimmung war nach
dem Anschlag in Nassirijah vertagt worden.
Die Bundesregierung bleibt nach Angaben eines Sprechers bei ihrer
grundsätzlichen Absage an einen militärischen Einsatz
deutscher Soldaten in Irak. Bundeskanzler Gerhard Schröder habe
dem EU-Chefdiplomaten Javier Solana bei einem Treffen am Mittwoch in
Berlin "unmissverständlich deutlich gemacht", dass es keinen
militärischen Beitrag Deutschlands in Irak geben werde. In der
südkoreanischen Hauptstadt Seoul protestierten rund 1.500
Demonstranten gegen die Pläne ihrer Regierung, Truppen nach Irak
zu entsenden.
Der australische Verteidigungsminister Robert Hill räumte
unterdessen ein, möglicherweise habe die Koalition das
Ausmaß des Widerstands im Nachkriegs-Irak unterschätzt.
Australien werde sich davon jedoch nicht abschrecken lassen und seine
Soldaten nicht aus Irak abziehen, sagte Hill laut einer Meldung der
australischen Nachrichtenagentur AAP.
In einem Prozess um Misshandlung irakischer Kriegsgefangener haben die
drei angeklagten US-Soldaten eine Aussage verweigert. Die Soldaten
sollen nun im Januar einzeln vor ein Kriegsgericht gestellt werden, wie
ein Militärsprecher in Kuwait mitteilte. Die Angehörigen des
320. Bataillons der Militärpolizei sollen Iraker während
eines Gefangenentransports derart brutal geschlagen und getreten haben,
dass es zu Knochenbrüchen kam. Bei früheren Anhörungen
hatten sie erklärt, sie hätten nur aus Notwehr gehandelt. Das
Verfahren gegen eine vierte Beschuldigte wurde fallen gelassen, nachdem
sie ihre Entlassung durch die Streitkräfte akzeptiert hatte.
(Quellen: afp, rtr, ap)
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«Sie hielten uns wie Schafe»
Wer sich in den amerikanischen Gefangenenlagern in Irak quer stellt,
muss nach Darstellung kürzlich entlassener Häftlinge mit
harten Repressionen rechnen. Die Gefangenen stundenlang gefesselt in
der Sonne liegen zu lassen oder die Kürzung von
Lebensmittelrationen seien mögliche Strafmassnahmen der
US-Truppen. Nach ihrer Freilassung erheben einige Häftlinge
schwere Vorwürfe gegen US-Wärter, die sich teilweise auch mit
Berichten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International decken...
(Quelle: ap, 05.11.03)
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311060.htm#031106_a
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USA: Keine Beweise für verbotene Waffen Iraks in Syrien
So.16.11.03 - Die USA verfügen nach den Worten von Sicherheitsberaterin
Condoleezza Rice über keine Beweise dafür, dass irakische
Massenvernichtungswaffen ins Nachbarland Syrien geschafft wurden.
Sie habe zwar wie jeder entsprechende Berichte gesehen, sagte Rice am
Freitag dem Sender WTVT-TV in Florida. Beweise gebe es bislang jedoch
keine. Derzeit gehen US-Waffeninspektoren im Irak Berichten nach, dass
verbotene Waffen oder waffentaugliche Substanzen aus dem Irak nach
Syrien, in den Iran oder Jordanien gebracht wurden. Die USA hatten den
Krieg gegen den Irak damit begründet, dass das Land über
verbotene Massenvernichtungswaffen verfüge. Bislang wurden solche
Waffen nicht gefunden.
Die US-Regierung wirft Syrien vor, nichts gegen Extremisten zu
unternehmen, die über seine Grenze in den Irak gelangten. Das Land
steht auf einer Liste von Staaten, denen die USA die Unterstützung
von Terrorismus vorwerfen. Außerdem strebt Syrien nach US-Angaben
den Besitz von Massenvernichtungswaffen an.
(Quelle: rtr)
UN-Experten: Anschläge mit Massenvernichtungswaffen nur eine Frage
der Zeit
So.16.11.03 - Die Terrororganisation El Kaida strebt nach Ansicht von UN-Experten
weiter nach biologischen oder chemischen Waffen. Dass dies bislang bei
Anschlägen nicht eingesetzt wurden, liege nur an den technischen
Schwierigkeiten, die mit diesen Waffen verbunden seien, heißt es
in einem vertraulichen Bericht eines UN-Expertengremiums, der der
Nachrichtenagentur AP vorliegt. Die Sanktionen gegen El Kaida und die
Taliban hätten bislang nicht verhindert, dass beide Gruppen weiter
an Waffen und Geld kämen.
"Die Gefahr, dass El Kaida in den Besitz von Massenvernichtungswaffen
gelangt und diese einsetzt, wächst", erklären die fünf
Experten. "El Kaida denkt zweifellos weiter über den Einsatz
chemischer oder biologischer Waffen bei Terroraktionen nach. Wann wird
dies geschehen? Das weiß niemand. Es ist nur eine Frage der Zeit,
bis die Terroristen glauben, dass sie bereit sind", heißt es
weiter. Es ist der zweite Bericht der Expertengruppe, die im Januar vom
Sicherheitsrat zur Kontrolle der Umsetzung der Sanktionen gegen El
Kaida und Taliban eingesetzt wurde.
Mit Sorge werde auch ein möglicher Einsatz einer so genannten
"schmutzigen Bombe" beobachtet. Dabei handelt es sich um einen mit
radioaktiven Substanzen versetzten normalen Sprengsatz, der in seinen
Auswirkungen fast denen einer Atombombe ähnele. Das solche
Massenvernichtungswaffen noch nicht eingesetzt wurden, liege nur an
ihrer Komplexität, erklären die Experten. Deshalb entwickele
El Kaida auch herkömmliche Bomben weiter, damit sie nicht entdeckt
werden könnten.
Die Sanktionen gegen El Kaida und Taliban hätten den Nachschub
für beide Organisationen bislang nicht unterbinden können,
heißt es in dem Bericht. Zum beiden hätten die Gruppen Wege
gefunden, die Sanktionen zu umgehen, zum anderen würden sie in
vielen Staaten nicht entschieden umgesetzt. Viele Staaten scheuten
sich, öffentlich zuzugeben, dass sie El-Kaida-Verdächtige
festgenommen hätten, aus Angst, dann als besonders gefährdet
abgestempelt zu werden.
Die Ideologie der El Kaida verbreite sich besonders unter jungen
Muslimen auf der ganzen Welt, heißt es. In Irak stoße sie
auf besonders fruchtbaren Boden. Dies berge auch Gefahren für die
internationale Sicherheit in der Zukunft.
(Quelle: ap)
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Experten: Radioaktives Material für schmutzige Bombe in USA leicht
zu beschaffen
Terroristen könnten atomar strahlende Stoffe ganz legal erwerben
Do.13.11.03 - Terroristen könnten in den USA ohne große Probleme
radioaktives Material für eine so genannte schmutzige Bombe
beschaffen. Zu diesem alarmierenden Schluss kommt eine Untersuchung des
staatlichen Forschungsinstituts Los Alamos Laboratory in Kalifornien,
das zum US-Energieministerium gehört. Dem Untersuchungsbericht
zufolge sind in den vergangenen fünf Jahren in 1.300 Fällen
radioaktive Materialien verloren gegangen, gestohlen oder an
ungeschützten Orten deponiert worden...
Mehr unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv2/k0311130.htm#03111302
UNO: Finanzquellen der El Kaida nicht trockengelegt
Sa.15.11.03 - Die internationalen Bemühungen zur Trockenlegung der Finanzquellen
des Terrornetzwerks El Kaida werden laut UNO durch ungenügende
Kooperation, eine uneinheitliche Gesetzeslage und mangelnde politische
Entschlossenheit gebremst. "El Kaida, die Taliban und Anhänger des
Netzwerks sind noch immer in der Lage, beträchtliche Summen zu
erlangen, anzufordern, zu sammeln, zu überweisen und zu
verteilen", zitiert die Londoner "Financial Times" aus dem UN-Bericht.
Ohne eine weitergehende Resolution, die die Staaten zu entsprechenden
Maßnahmen verpflichte, drohe die UNO an den Rand gedrängt zu
werden...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311150.htm#03111501
El Kaida angeblich weitgehend zerschlagen
Statt dessen sollen sich verschiedene Gruppen gebildet haben, die ihre
Aktionen nur manchmal koordinierten oder auch alleine agierten
Di.11.11.03 - Die Terrororganisation El Kaida von Osama bin Laden ist nach Ansicht
einer britischen Sicherheitsfirma weitgehend zerschlagen worden. Die
Gefahr von Anschlägen durch muslimische Extremisten bleibe aber
hoch, zumal sie jetzt weit schwieriger zu erfassen sind...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311110.htm#03111103
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Nahost-Konflikt
Israelische Soldaten erschosssen zwei Palästinenser im
Gazastreifen und einen palästinensischen Jugendlichen im Norden
des Westjordanlandes
So.16.11.03 - In einem Flüchtlingslager im Gazastreifen haben israelische
Soldaten am Sonntagmorgen zwei Palästinenser erschossen. Die
Truppen hatten nach Militärangaben den Befehl, einen als
Waffenschmuggler bekannten Mann zu verhaften, und umstellten dessen
Haus in Rafah. Ihrer Aufforderung, das Haus zu verlassen, folgten aber
seine Frau und die Kinder. Danach begann Augenzeugen zufolge eine
Schiesserei. Dabei setzten die Israelis auch zwei Kampfhubschrauber
ein, die das Haus mit Raketen beschossen. Zwei Bewohner wurden nach
Angaben von Klinikmitarbeitern getötet, unter ihnen ein
55-jähriger Mann. Der als Waffenschmuggler gesuchte
Palästinenser wurde nach Militärangaben verhaftet und wegen
einer Verletzung an der Hand in ein israelisches Krankenhaus gebracht.
Zum Abschluss des Militäreinsatzes zerstörten die Truppen das
Haus.
Israelische Soldaten haben am Samstag Krankenhausangaben zufolge einen
palästinensischen Jugendlichen im Norden des Westjordanlandes
erschossen. Der 14-Jährige sei von einer Kugel tödlich in die
Brust getroffen worden, als die Soldaten in Beit Furik nahe Nablus das
Feuer auf Steine werfende Demonstranten eröffneten, berichteten
Augenzeugen. Die Soldaten seien in einem Geländewagen auf
Patrouille gewesen. Ein Sprecher der israelischen Armee wollte sich
zunächst nicht zu den Berichten äußern.
(Quelle: afp)
Mindestens 20 Tote bei zwei Anschlägen auf Synagogen in Istanbul
Etwa 300 Menschen verletzt ++ Offenbar Selbstmordattentate +++ Israel
bittet internationale Gemeinschaft um Hilfe +++ Israelische und
türkische Experten ermitteln +++ Arabische
Liga: Israel hat Verantwortung für Anschläge in Istanbul +++
Israels Außenminister Schalom macht "anti-israelische Trends" in
Europa indirekt für die Attentate verantwortlich
So.16.11.03 - Bei zwei verheerenden Terroranschlägen auf Synagogen in der
türkischen Millionenstadt Istanbul sind am Samstag nach
offiziellen Angaben mindestens 20 Menschen getötet worden. Etwa
300 Menschen wurden durch die Explosion der beiden Autobomben verletzt.
Einige Verletzte schwebten am Abend noch in Lebensgefahr.
Die türkischen Sicherheitsbehörden vermuten, dass beide
Anschläge von ein- und derselben Terrorgruppe verübt wurden,
wie Innenminister Abdulkadir Aksu sagte. Nach seinen Angaben hat sich
bislang keine Organisation zu den Anschlägen bekannt.
Die beiden Autobomben waren am Morgen gegen 8.30 Uhr (MEZ) fast
zeitgleich vor der Neve-Schalom-Synagoge im europäischen
Stadtbezirk Beyoglu sowie in der Nähe der Synagoge im benachbarten
Bezirk Sisli explodiert. Durch die mächtigen Detonationen wurden
ganze Straßenzüge in ein Trümmerfeld verwandelt. An
einzelnen Stellen brach nach dem Bersten von Gasleitungen Feuer aus.
Die Verletzten wurden in 23 verschiedene Krankenhäuser gebracht.
Der Großrabbiner von Istanbul, Isak Haleva, der sich mit dem
Vorsitzenden der türkisch-jüdischen Gemeinde in der Synagoge
von Sisli aufhielt, wurde leicht verletzt.
Vor der Neve-Schalom-Synagoge, dem geistigen Zentrum der 25 000 in
Istanbul lebenden Juden, riss die Explosion einen zwei Meter tiefen
Krater. Aufzeichnungen der Überwachungskamera zeigten, dass ein
rotes Auto vor dem Gebäude geparkt worden war und später mit
gewaltiger Detonation explodierte. In der Synagoge, deren
Außenfassade schwer beschädigt wurde, fand zum Zeitpunkt der
Explosion eine Bar Mizwa-Feier statt - eine Einführung von Jungen
in die jüdische Glaubensgemeinschaft. Nach türkischen
Medienberichten hielten sich etwa 300 Gläubige in dem Gebäude
auf. Das Gotteshaus war zuletzt am 6. September 1986 Ziel eines
schweren Anschlags, bei dem 22 jüdische Gläubige und zwei
Arabisch sprechende Attentäter getötet worden waren.
Die Synagoge in Sisli stürzte durch die heftige Detonation
teilweise ein. Da die Autobombe in einer Seitenstraße
explodierte, wurde nicht ausgeschlossen, dass sich dort ein
Selbstmordattentäter vorzeitig mit dem Wagen in die Luft gesprengt
haben könnte. Durch die Explosion starb auch ein zur Bewachung der
Synagoge abgestellter türkischer Polizist.
In einem anonymen Anruf bei der türkischen Nachrichtenagentur
Anadolu bekannte sich eine militante islamistische Gruppe, "Front der
Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten (IBDA/C)",
zu den beiden Anschlägen. Die Bomben seien gegen "die
Unterdrückung der Moslems" gerichtet. Türkische
Nachrichtensender berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise,
dass die Attentäter in Beziehung zum Terrornetzwerk El Kaida von
Osama bin Laden stehen könnten.
Der türkische islamisch-konservative Ministerpräsident Recep
Tayyip Erdogan sprach von einem "Terrorakt gegen die Menschlichkeit".
Die Attacken erinnerten daran, "dass unser Feind im Kampf gegen den
Terror ohne Rücksicht, ohne religiösen Glauben ist"
hieß es in einer Erklärung von US-Präsident George W.
Bush. Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach dem türkischen
Volk sein "tiefstes Mitgefühl" aus. Der französische
Staatschef Jacques Chirac bezeichnete die Anschläge als "Akt der
Barbarei". Papst Johannes Paul II. rief zur Mobilisierung "für den
Frieden und gegen den Terrorismus" auf.
Nach den schweren Bombenanschlägen auf jüdische Ziele in
Istanbul hat der israelische Außenminister Silvan Schalom die
internationale Gemeinschaft um Unterstützung gebeten. "Die
Kräfte des Bösen" müssten gemeinsam bekämpft
werden, sagte Schalom am Samstag im Militärrundfunk. Schalom
machte "anti-israelische Trends" in Europa indirekt für den
Anschlag verantwortlich. Die Art und Weise, wie Israel in Europa als
jüdischer Staat porträtiert werde, erzeuge "verbalen Terror",
der zu physischem Terror führe.
Wer hinter den Anschlägen steckt, blieb zunächst unklar.
Israel sprach von "kriminellen Terroranschlägen". Die
türkische Regierung machte Täter mit Verbindungen zu
internationalen Gruppen wie die El Kaida des Moslem-Extremisten Osama
bin Laden verantwortlich. Innenminister Abdülkadir Aksu zog ein
bei der Nachrichtenagentur Anatolien eingegangenes Bekenntnis der
moslemischen Extremistengruppe IBDA/C in Zweifel. Diese Gruppe
verfüge vermutlich nicht über die Mittel für eine solche
Tat.
Nach Angaben des türkischen Innenministers Aksu werden als Urheber
alle denkbar möglichen Terrororganisationen in die Ermittlungen
einbezogen. Zu dem Bekenneranruf der IBDA/C wollte er sich nicht
äußern. Aksu meinte, dass eine Organisation in der
Türkei allein wohl kaum dazu im Stande gewesen sein könnte.
Auch Außenminister Abdullah Gül sagte, die
Terroranschläge wiesen "offensichtlich eine internationale
Verbindung" auf.
Die radikal-islamische IBDA/C, die seit längerem nicht mehr in
Erscheinung getreten war, operiert nach Angaben türkischer
Terrorismusexperten in unabhängigen Gruppen ohne hierarchische
Führung. Der Anführer der Gruppe, Salih Mirzabeyoglu, wurde
Ende 1998 gefasst.
Türkische und israelische Sicherheitsexperten haben am Sonntag
ihre Untersuchung der Tatorte fortgesetzt.
Gerichtsmediziner aus Israel suchten in der Nacht in einer der
Synagogen nach Körperteilen von Opfern. An den Ermittlungen sind
nach Angaben aus Sicherheitskreisen auch Mitarbeiter des israelischen
Geheimdienstes Mossad beteiligt.
Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, hat eine
Verbindung zwischen den Anschlägen auf zwei Synagogen in Istanbul
und der Politik der israelischen Regierung hergestellt. "Die
Verantwortung für all dies kommt der israelischen Politik zu, die
das Recht und das internationale System missachtet", sagte Mussa am
Samstag in Kairo. Es werde "viele Unfälle geben, solange die
Verantwortlichen nicht erkennen, dass die israelische Politik
gefährlich ist und dass es gefährlich ist, sie zu
unterstützen." Die Anwendung von Gewalt gegen Zivilisten nannte
Mussa "inakzeptabel".
(Quellen: dpa, rtr, afp)
Kurdische Organisation schwört Separatismus ab
So.16.11.03 - Wenige Tage nach ihrem Beschluss zur Selbstauflösung hat die
Nachfolgeorganisation der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK),
KADEK, dem Separatismus abgeschworen. Zugleich rief der ehemalige
Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans (KADEK) in einer
Erklärung unter dem neuen Namen Kongress für Demokratie und
Freiheit in Kurdistan (KONGRA-GEL) die türkische Regierung zum
Dialog auf. Die Erklärung wurde in einem Lager an der
irakisch-iranischen Grenze verteilt.
Ziel sei nicht "Spaltung oder Separation" der kurdischen und
türkischen Bevölkerung, sondern eine "moderne und
demokratische Union, die die Einheit des Staates respektiert",
heißt es in der Erklärung weiter. Chef der neuen
Organsiation ist der 42-jährige Zubeyir Aybar.
Die PKK hatte 15 Jahre lang Krieg gegen den türkischen Staat
für die kurdische Unabhängigkeit geführt, in dessen
Verlauf 36.000 Menschen getötet wurden. Nach der Verhaftung ihres
Anführers Abdullah Öcalan stoppte die PKK 1999 den
bewaffneten Kampf. Ihre Kämpfer zogen sich in die Kurdenregion im
Norden Iraks zurück, wo sich heute rund 5000 von ihnen aufhalten.
Die KADEK hatte im April vergangenen Jahres die Nachfolge der PKK
angetreten, wurde von Ankara und auch von den USA aber nach wie vor als
terroristische Vereinigung angesehen.
(Quelle: afp)
Hilfsplan für Bolivien auf Lateinamerika-Gipfel erwartet
So.16.11.03 - Spanien, Portugal und die Staaten Lateinamerikas haben sich am Samstag
um gemeinsame Finanzhilfen für Bolivien sowie um Strategien gegen
Armut und die wachsenden Auslandsschulden der mittel- und
südamerikanischen Länder bemüht. Zum Abschluss des
zweitägigen Lateinamerika-Gipfels (13. Iberoamerika-Gipfel)
im bolivianischen Santa Cruz wurden Handelsgarantien der 21
teilnehmenden Staaten und möglicherweise ein Moratorium für
die Schulden der bolivianischen Regierung bei ihren Nachbarländern
erwartet.
Mit Blick auf die geplante Amerikanische Freihandelszone (FTAA)
erklärte der mexikanische Präsident Vicente Fox, er und die
Staatschefs von Argentinien, Brasilien und Chile stünden zwar
hinter einer Ausweitung des regionalen Handels. Jede Vereinbarung
müsse aber die wirtschaftlichen und sozialen Bedürfnisse der
kleineren und ärmeren lateinamerikanischen Länder
berücksichtigen. Die großen Staaten dürften den
gemeinsamen Markt nicht als Möglichkeit zum Geschäftemachen
ansehen, betonte Fox.
Mit einem alternativen Gipfeltreffen protestierten mehrere tausend
bolivianische Studenten, Arbeiter und Gewerkschaftsführer gegen
den geplanten gemeinsamen Markt. In einer 13 Punkte umfassenden
Erklärung forderten sie am Freitagabend mehr Rücksichtnahme
auf die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung.
(Quelle: ap)
...Wichtigstes Ergebnis des Gipfels ist weniger das
Schlußdokument, das zwar das Armutsproblem Lateinamerikas
treffend beschreibt, dennoch konkrete Maßnahmen zu dessen
Überwindung schuldig bleibt, sondern vielmehr die Vereinbarungen
zwischen einzelnen lateinamerikanischen Staaten. So unterzeichneten
Mexiko und Uruguay ein Freihandelsabkommen.
Dabei handelt es sich um
das erste vergleichbare Abkommen zwischen einem Staat des Gemeinsamen
Marktes des Südens (MERCOSUR) und Mexiko, das einer
Freihandelszone mit den USA angehört.
Die Präsidenten Argentiniens, Brasiliens, Chiles und Mexikos,
Néstor Kirchner, Luiz Inácio »Lula« da Silva,
Ricardo Lagos und Vicente Fox, vereinbarten, der von der USA
vorangetriebene gesamtamerikanische Freihandelszone ALCA mit
»demselben Konzept« zu begegnen. Nach den Worten des
argentinischen Kanzlers, Rafael Bielsa, wollen die vier Länder
einen »eisernen Block« bilden, um in den Verhandlungen mit
den USA mehr Gewicht zu haben.
Aus "junge Welt" vom 17.11.03:
http://www.jungewelt.de/2003/11-17/006.php
Zehntausende Globalisierungskritiker zur ALCA-Konferenz in Miami
erwartet
Die Stadt Miami im US-Bundesstaat Florida bereitet sich auf eine
unruhige Woche vor. Vom 19. bis 21. November findet dort eine
Ministerkonferenz statt, auf der Delegationen aus 34 Staaten des
Kontinents über die gesamtamerikanische Freihandelszone ALCA
verhandelt werden. Zur gleichen Zeit werden 35 000
Globalisierungskritiker aus allen Teilen Amerikas vor Ort sein, so
zumindest die Erwartung der »Kontinentalen Kampagne« gegen
die ALCA. Seit Monaten mobilisiert dieses Netzwerk in fast allen
Ländern Amerikas gegen die Miami-Konferenz, die als entscheidende
Weichenstellung für die von den USA vorangetriebenen
Freihandelspläne auf dem Kontinent gilt...
Mehr in "junge Welt" vom 17.11.03:
http://www.jungewelt.de/2003/11-17/007.php
Blick ins Archiv
Lateinamerika-Gipfel im bolivianischen Santa Cruz
Annan ruft zu Schuldenerlass für Lateinamerika auf +++ Boliviens
Staatschef Carlos Mesa bezeichnet Krise in seinem Land als Ausdruck
gemeinsamer Probleme aller lateinamerikanischen Staaten
Sa.15.11.03 - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat zur Eröffnung des
Lateinamerika-Gipfels zu Hilfe und Schuldenerlass für die mittel-
und südamerikanischen Staaten aufgerufen. Die Region brauche
nachhaltige Aufmerksamkeit, sagte Annan am Freitag im bolivianischen
Santa Cruz. Ziel der zweitägigen Konferenz, an der Staats- und
Regierungsvertreter aus 21 Ländern teilnehmen, sollte vor allem
die die Entwicklung effektiver Maßnahmen gegen die
wirtschaftliche und politische Instabilität in Lateinamerika sein.
Weiter wurde erwartet, dass die teilnehmenden Staaten - Spanien,
Portugal und die Länder Lateinamerikas - in einer
Abschlusserklärung der neuen bolivianischen Regierung unter
Präsident Carlos Mesa ihre Unterstützung aussprechen und ein
Hilfsprogramm für das Land erarbeiten. Mesa hatte nach
wochenlangen Protesten und dem Rücktritt von Gonzalo Sanchez de
Lozada Mitte Oktober die Amtsgeschäfte übernommen.
Der neue bolivianische Staatschef hat die Krise in seinem Land als
Ausdruck gemeinsamer Probleme aller lateinamerikanischen Staaten
bezeichnet. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311150.htm#03111506
Mehr zum Thema Bolivien unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311150.htm#031115_b
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Srilankische Präsidentin zu Zugeständnissen im Machtkampf
bereit
So.16.11.03 - In dem seit fast zwei Wochen andauernden Machtkampf in der
srilankischen Regierung hat sich Präsidentin Chandrika Kumaratunga
zu Zugeständnissen bereit erklärt. Sie sei bereit, die
Kontrolle über das Verteidigungsministerium mit
Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe zu teilen, erklärte
Kumaratungas Chefberater Mano Tittawella am Samstag. Am Vortag hatte
Norwegen seine Bemühungen um Vermittlung zwischen der Regierung
und den tamilischen Rebellen in Sri Lanka bis auf weiteres ausgesetzt.
Der Präsidentin sei sehr viel daran gelegen, dass der
Friedensprozess fortgesetzt werde, sagte Tittawella. Kumaratunga werde
dazu Anfang kommender Woche mit Wickremesinghe zu Beratungen
zusammenkommen. Der Regierungschef reagierte zunächst nicht auf
das Angebot der Präsidentin.
Unterdessen wurden die internationalen Forderungen nach einem Ende der
innenpolitischen Krise in Colombo lauter. Die USA zeigten sich
enttäuscht über die Aussetzung der Friedensbemühungen
und riefen Kumaratunga und Wickremesinghe auf, ihre Rivalität
beizulegen. "Wir fordern die Präsidentin und den
Ministerpräsidenten zur Zusammenarbeit auf, um den Friedensprozess
zu stärken und die demokratischen Institutionen Sri Lankas zu
schützen", sagte Außenamtssprecher Adam Ereli in Washington.
Auch eine tamilische Partei in Wickremesinghes Koalitionsregierung rief
Kumaratunga auf, die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Die
Präsidentin habe die Pflicht, "sicherzustellen, dass die
Waffenstillstandsvereinbarung aufrechterhalten wird", hieß es in
einer Erklärung der Tamilischen Nationalallianz. Die Waffenruhe
zwischen den Regierungstruppen und tamilischen Separatisten hatte
Norwegen im Februar 2002 herbeigeführt. Die danach begonnenen
Friedensverhandlungen stecken seit April dieses Jahres in der Sackgasse.
Kumaratunga wirft der Regierung vor, den Befreiungstigern von Tamil
Eelam (LTTE) zu weit reichende Zugeständnisse gemacht zu haben.
Auch lehnt sie die geplante Bildung einer Übergangsregierung in
der tamilischen Region im Nordosten der Insel Ceylon ab.
(Quelle: ap)
Georgien ist ein Pulverfaß
Präsident der georgischen Teilrepublik Adscharien: Kommt es in
Georgien zu einem Umsturz oder zu einem Bürgerkrieg, wird es im
gesamten Kaukasus keinen Frieden geben +++ USA rufen Georgier zu
'friedlichem Dialog' auf
So.16.11.03 - Der offene Machtkampf zwischen Georgiens Präsident Eduard
Schewardnadse und der Opposition in Folge der umstrittenen
Parlamentswahlen hat am Samstag weiter für Spannungen gesorgt. In
der Hauptstadt Tiflis standen weiterhin starke Polizeikräfte in
Bereitschaft, um Ausschreitungen oppositioneller Demonstranten zu
unterbinden.
Schewardnadse telefonierte am Samstag erneut mit seinem russischen
Amtskollegen Wladimir Putin, um die Lage zu erörtern. Beide hatten
erst am Vorabend, als rund 20 000 Demonstranten in Tiflis den
Rücktritt Schewardnadses forderten, miteinander gesprochen.
Der Präsident der georgischen Teilrepublik Adscharien, Aslan
Abaschidse, bezeichnete unterdessen die Lage im Land als "absolut
unvorhersehbar". Er warnte vor einem gewaltsamen Staatsstreich in
Georgien. "Sollte es in Georgien zu einem Umsturz oder zu einem
Bürgerkrieg kommen, wird es im gesamten Kaukasus keinen Frieden
geben", sagte er in Moskau. "Und wenn der Präsident (Georgiens)
gestürzt wird, wird sich dieses Szenario in anderen Ländern
der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) wiederholen."
Schewardnadse hatte schon am Vortag vor einer Eskalation der Gewalt im
Lande gewarnt und seine Gesprächsbereitschaft mit der Opposition
erklärt. Gleichzeitig lehnte der 75-Jährige den geforderten
Rücktritt kategorisch ab.
Die Opposition gibt ihm die Schuld für die von der Wahlleitung
eingeräumten Fälschungen bei der Parlamentswahl am 2.
November. Bisher liegen lediglich Teilergebnisse der Abstimmung vor.
Demnach führt Schewardnadses Wahlblock Für ein neues
Georgien, gefolgt von mehreren Oppositionsparteien. Die Wahlleitung
kann sich gemäß der Verfassung mit dem offiziellen
Endergebnis bis zum 20. November Zeit lassen.
Angesichts der anhaltenden Massenproteste in Georgien haben die USA zu
einer friedlichen Lösung des Konflikts zwischen Regierung und
Opposition aufgerufen. Alle Parteien sollten "einen friedlichen Dialog"
führen, der das Gesetz und die Wünsche des Volks respektiere,
erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Die USA
drängten auf eine "schnelle Lösung" der Wahlsituation. Das
noch immer ausstehende Endergebnis der Stimmenauszählung zur
Parlamentswahl von Anfang November sollte bekannt geben werden,
fügte der Sprecher hinzu.
(Quellen: dpa, afp)
Europäisches Sozialforum
Mehrere zehntausend Menschen demonstrieren zum Abschluss des
Sozialforums in Paris - Veranstalter sprechen von 100.000
Demonstrationsteilnehmern
So.16.11.03 - Zum Abschluss des Zweiten Europäischen Sozialforums (ESF) haben
sich mehrere zehntausend Demonstranten in Paris versammelt. Unter dem
Motto "Für ein Europa der sozialen Rechte in einer Welt ohne
Krieg" zogen die Kundgebungsteilnehmer am Nachmittag durch den Ostteil
der Stadt. Gegen Ende der Demonstration wurde eine Gruppe von
Sozialisten von vermummten Anarchisten mit Flaschen und Bechern
beworfen. Der Ordnungsdienst der Sozialisten schritt ein, um das
Handgemenge zu beenden. An dem Sozialforum mit seinen zahlreichen
Konferenzen und Seminaren, das am Mittwoch begonnen hatte, beteiligten
sich nach Angaben der Veranstalter rund 50.000 Teilnehmer.
Unter den Teilnehmern der Pariser Schlusskundgebung waren Anhänger
des globalisierungskritischen Bündnisses Attac, Vertreter von
Gewerkschaften und von linksgerichteten Parteien in der Mehrheit. Das
beherrschende Symbol waren Fahnen in Regenbogenfarben mit der
Aufschrift "Frieden". Einzelne Gruppen forderten die Stationierung von
Blauhelmtruppen in den Palästinensergebieten. An der Demonstration
beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter 100.000 Menschen, nach
Einschätzung von Journalisten mehrere zehntausend.
Das Erste Europäische Sozialforum hatte im Jahr 2002 in Florenz
stattgefunden. Die ursprünglich aus dem brasilianischen Porto
Alegre stammenden Sozialforen verstehen sich als Gegenstück zu den
Gipfeltreffen der Politiker.
(Quelle: afp)
SPD darf keine 'Bannmeile' zu Parteitags-Treffen einrichten
So.16.11.03 - Die SPD darf für ihre Präsidiumssitzung vor dem
Bundesparteitag in Bochum keine 'Bannmeile' für Demonstranten
ziehen. Das hat nach Angaben der Bochumer Polizei das
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschieden. Damit könne beim
Tagungsort im Bochumer Stadtpark morgen auch demonstriert werden. Ab 10
Uhr trifft sich dort das SPD-Präsidium zur Vorbereitung des
Bundesparteitages. Mit einer Menschenkette wollen verschiedene Gruppen
auf dem Gelände gegen die Politik der SPD protestieren.
(Quelle: dpa)
Blick ins Archiv
Bochumer Parteitag soll SPD Schub nach vorn geben
Sa.15.11.03 - Die SPD erhofft sich vom Bochumer Parteitag in der kommenden Woche
einen kräftigen Schub nach vorn. Generalsekretär Olaf Scholz
sprach am Freitag in Berlin von einem Aufbruchsignal. Am Ende des
Reformprozesses wolle die SPD aufzeigen, wie es mit dem Land
weitergehen solle...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311150.htm#03111516
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Bundesumweltminister Trittin setzt sich für Vermögensteuer ein
So.16.11.03 - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat sich für
die Einführung einer Vermögensteuer ausgesprochen.
"Wir können nicht weiter zusehen, dass große Vermögen
faktisch keinen Beitrag zu den Sozialreformen leisten", sagte Trittin
am Samstag auf dem Landesparteitag der niedersächsischen
Grünen in Oldenburg. Er schloss sich damit dem Vorschlag des
stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Christian
Ströbele, an, Vermögen ab 500.000 Euro mit einem Steuersatz
von einem Prozent zu belegen. "Dieser Vorschlag hat es nicht verdient,
totgeprüft zu werden", sagte Trittin. Das Aufkommen der Steuer sei
für die angespannten Länderhaushalte "ein Segen". Trittin
mahnte auch eine Reform der Erbschaftssteuer an. Es gebe keinen Grund,
vererbtes Grundvermögen nur mit einem Bruchteil des Satzes bei
Geldvermögen zu besteuern.
Führende Finanzpolitiker der Grünen wie Christine Scheel und
Fritz Kuhn plädieren ebenfalls für eine Mindestbesteuerung
von vermögenden Bürgern und Unternehmen, die auf den
Überlegungen Ströbeles über eine neue Form der
Vermögenssteuer basiert. Danach soll eine Vermögenssteuer von
einem Prozent auf den Wert aller Vermögenswerte - Immobilien,
Aktien, Barvermögen - erhoben werden, der mit der Einkommenssteuer
auf Erträge auf diesen Vermögenswerten verrechnet werden kann.
(Quelle: rtr)
CSU plant offenbar massive Einschnitte bei Frührentnern
So.16.11.03 - Die CSU erwägt offenbar, Beschäftigten den vorzeitigen
Ruhestand mit massiven Einschnitten bei den Renten zu erschweren.
Für jedes Jahr, das sie vor dem 65. Lebensjahr in Ruhestand
gingen, sollten sie stufenweise bis zu fünf Prozent weniger Geld
bekommen, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus" am Samstag unter
Berufung auf das CSU-Konzept zur Sanierung der Rentensysteme, das am
Montag in München vorgestellt werden soll. CSU-Chef Edmund Stoiber
verteidigte seinen Vorschlag, Eltern bei den Rentenbeiträgen zu
entlasten.
"Unsere Probleme liegen doch auch darin, dass wir zu wenig Kinder
haben", sagte Stoiber in der ZDF-Sendung "halb 12 - Eser und
Gäste". Diejenigen, die eine doppelte Leistung erbrächten,
nämlich Kinder erzögen und Beiträge zahlten,
müssten stärker entlastet werden. Finanziert werden
müsse das von den Kinderlosen. Stoiber bezeichnete das als eine
"Frage der Gerechtigkeit".
Bisher beträgt der Abschlag laut "Focus" 3,6 Prozent für
jedes Jahr, das Beschäftigte vor dem 65. Lebensjahr in Rente
gehen. Mit dem höheren Abschlag will die CSU erreichen, dass der
Trend zum vorzeitigen Ruhestand gebremst wird. Wer 45 Jahre
versicherungspflichtig gearbeitet hat, solle allerdings auch nach den
Vorstellungen der CSU schon mit 63 Jahren die volle Rente erhalten.
Mütter sollten sich für jedes Kind bis zu zehn
Versicherungsjahre anrechnen lassen und dadurch ebenfalls vor dem 65.
Lebensjahr eine abschlagsfreie Rente beziehen können, heißt
es in dem Bericht.
Der geplante Kinderbonus solle ab dem 1. Januar 2005 gewährt
werden. Dann müssten Eltern bis zum 12. Lebensjahr ihrer Kinder
für jeden ihrer Sprösslinge monatlich 50 Euro weniger in die
Rentenkasse zahlen. Die Ausfälle von 5,6 Milliarden Euro sollten
Kinderlose durch höhere Rentenbeiträge erbringen, die
zunächst um knapp 0,2 Prozent, später um bis zu 2,7 Prozent
ansteigen sollten.
Auch die von der CSU angeregte Kinderrente müssten nach diesem
Konzept Beitragszahler ohne Nachwuchs finanzieren, wie das
Nachrichtenmagazin weiter berichtete. Deren Hinterbliebenenrenten
sollten bis zum Jahr 2035 in kleinen Schritten zurückgeführt
werden. Mit der Kinderrente sollten auch Senioren für jeden
Nachkommen einen monatlichen Rentenzuschlag von 100 Euro erhalten. Da
dies jedoch erst für Kinder gelten solle, die ab dem 1. Januar
2005 geboren werden, dürfte diese Maßnahme erst in rund 30
Jahren greifen.
Langfristig will die CSU laut "Focus" den gesetzlichen Rentenbeitrag
zwischen 19,5 und 20 Prozent einfrieren, um der jungen Generation
Planungssicherheit und mehr finanziellen Spielraum für die private
Altersvorsorge zu geben. Die Renten dürften dadurch bis zum Jahr
2030 drastisch von heute 48,3 auf durchschnittlich nur noch 36,5
Prozent des Bruttoeinkommens sinken.
Darüber hinaus plant die CSU nach einem Bericht der
"Süddeutschen Zeitung" keinen Systemwechsel in der gesetzlichen
Krankenversicherung. Wie der CSU-Sozialexperte Horst Seehofer dem Blatt
sagte, will man an der Aufteilung zwischen gesetzlichen Kassen und
privaten Versicherungen festhalten. "Wir wollen im System bleiben und
die Folgen der Gesundheitsreform abwarten", sagte er. Das Modell einer
einheitlichen Kopfpauschale von 200 Euro, wie es die CDU bevorzuge,
lehne man ab.
(Quelle: ap)
Arbeitgeber drohen IG Metall mit Arbeitsplatzabbau
Mehrheit der Deutschen hält IG-Metall-Tarifforderung für
überzogen
So.16.11.03 - Im Tarifstreit der Metallindustrie haben die bayerischen Arbeitgeber
mit dem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen gedroht. Sollte die IG
Metall ihre Forderung von rund vier Prozent mehr Geld durchsetzen,
würden im Freistaat noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen,
sagte der Präsident der bayerischen Metall- und Elektroindustrie,
Randolf Rodenstock, der "Welt am Sonntag". Bereits die letzten
Abschlüsse seien zu hoch gewesen: "Das haben die Betriebe nicht
ausgehalten." 2002 seien in Bayern rund 14.000 Arbeitsplätze
verloren gegangen, in diesem Jahr würden es vielleicht 20.000 sein.
Eine Lohnerhöhung über der Produktivitätssteigerung
fördere die Arbeitslosigkeit, betonte Rodenstock. Richtig für
den Arbeitsmarkt wäre aber, über mehrere Jahres unter der
gesamtwirtschaftlichen Produktivitätssteigerung zu bleiben. Wenn
auch das Wirtschaftswachstum über zwei Prozent liege, dann
könnten Arbeitsplätze geschaffen werden. Rodenstock forderte
zugleich Arbeitszeit-Korridore von 35 bis 40 Stunden pro Woche.
Auch eine deutliche Mehrheit der Deutschen hält die
voraussichtliche IG-Metall-Tarifforderung für überzogen. Nach
einer NFO-Infratest-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Der
Spiegel" finden rund 60 Prozent der Bundesbürger die Empfehlung
des IG-Metall-Vorstandes unangemessen. Nur gut ein Drittel hält
sie für richtig. Selbst 54 Prozent der SPD-Anhänger sind mit
der Forderung nicht einverstanden.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv
IG Metall empfiehlt Lohnforderung von bis zu vier Prozent
Arbeitgeber halten maximal 1,4 Prozent für realistisch +++
Konjunkturexperte lobt IG Metall
Di.11.11.03 - Die IG Metall wird in der anstehenden Tarifrunde voraussichtlich
Einkommenserhöhungen um bis zu 4,0 Prozent für die 3,5
Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie fordern.
Der Vorstand der Industriegewerkschaft empfahl den Tarifbezirken am
Montag, eine Forderung in dieser Höhe für eine Laufzeit von
zwölf Monaten aufzustellen. IG-Metall-Chef Jürgen Peters
sagte im Anschluss an eine Vorstandssitzung in Frankfurt, die
Forderungsempfehlung sei mit Augenmaß formuliert und solle die zu
erwartende Konjunkturerholung unterstützen. "Die Talfahrt scheint
zu Ende, die Konjunkturampel steht nicht mehr auf rot, sondern auf
gelb", sagte der IG-Metall-Chef. Die IG Metall wolle mit dazu
beitragen, dass sie im kommenden Jahr auf grün gestellt werden
könne.
Einer Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu
40 Stunden erteilte Peters eine strikte Abfuhr....
...Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung
(RWI) hat derweil die IG Metall für ihre geplante Tarifforderung
von bis zu vier Prozent gelobt. Die Gewerkschaft sei realistischer...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311110.htm#03111120
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Unmut in osthessicher CDU über Hohmann-Ausschluss
Landrat: Hohmann kein Antisemit - 'Er tut mir menschlich unendlich
leid' - Medienberichterstattung sei 'infam'
So.16.11.03 - In der osthessischen CDU herrscht Unmut über den Umgang der
Berliner Parteiführung mit dem umstrittenen Bundestagsabgeordneten
Martin Hohmann aus Neuhof. Auf dem Bezirksparteitag der Union in Fulda
sagte Landrat Fritz Kramer am Samstag, die als judenfeindlich
kritisierte Rede Hohmanns sei ein schwerer Fehler gewesen. Doch
dürfe ein Mann nicht auf eine Rede reduziert werden. Aus seiner
Sicht sei Hohmann kein Antisemit und hätte die Chance erhalten
müssen, das Vertrauen der Unionsfraktion zurückzugewinnen.
Hohmann war wegen einer als judenfeindlich kritisierten Rede am Freitag
aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ausgeschlossen worden. Sein
Parteiausschluss soll folgen.
"Ich fühle mit ihm und er tut mir menschlich unendlich leid",
sagte Kramer. Gleichzeitig nannte er die Medienberichterstattung
"infam", die Neuhof, Fulda und die Region in die rechte Ecke stelle.
Weiter bemängelte Kramer, dass die Berliner Parteispitze nicht die
Meinung und den Rat der Osthessen eingeholt habe, "obwohl hier seit
Jahren die besten CDU-Ergebnisse eingefahren werden". Der
66-jährige Kramer schied nach 30-jährigem Vorsitz des
Bezirksverbandes am Samstag aus dem Amt. Hohmann selbst blieb dem
Parteitag fern.
In der Aussprache verurteilte ein 73-jähriger von der
Senioren-Union aus Eiterfeld (Kreis Fulda) den Rauswurf und warf der
Hessen-CDU vor, sie lasse "Hohmann im Regen stehen". Ein Delegierter
aus Herbstein im Vogelsbergkreis sagte, sein Stadtverband werde eine
Resolution an den hessischen Parteivorstand richten, wonach Hohmann
nicht aus der CDU ausgeschlossen werden solle.
Der Wiesbadener Gast und CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Franz
Josef Jung, verteidigte den Fraktionsausschluss. Hohmann habe in der
Bundestagsfraktion "die klare und eindeutige Distanzierung nicht
durchgehalten". Nach dem Parteitag erklärte Jung auf Anfrage, es
gebe noch Verständnisprobleme und Vermittlungsbedarf bei
Parteimitgliedern und Wählern. Um eine "Legendenbildung" um
Hohmann in der CDU zu verhindern, müsse sich die Landespartei "im
einen oder anderen Punkt" noch deutlicher erklären. Hohmann habe
in der Fraktion Dinge relativiert und an Inhalten festgehalten, was
nicht akzeptiert werden konnte. Der Bezirksparteitag und die Reaktionen
vieler Christdemokraten in der Region zeigten, welche emotionale
Bindung an Hohmann vorhanden sei. Jung erklärte aber
wörtlich: "Martin Hohmann hat sich selbst den Stuhl vor die
Tür gestellt."
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv
Unionsfraktion wirft Hohmann raus
Überraschender Widerstand gegen Ausschluss des wegen seiner
antisemitischen Äußerungen umstrittenen
CDU-Bundestagsabgeordneten +++ Erster Ausschluss in der Geschichte der
Unions-Fraktion +++ Merkel: CDU-Basis weiß zu wenig über
Hohmanns 'Theoriegebäude'
Sa.15.11.03 - Die Führung der Unions-Fraktion hat bei der Abstimmung über
den Ausschluss des CDU-Abgeordneten Martin Hohmann wegen
antisemitischer Äußerungen unerwartet viele Gegenstimmen
hinnehmen müssen. Bundespräsident Johannes Rau lobte die
Entscheidung der Fraktion.
Zwar kam am Freitag in Berlin mit 195 Ja-Stimmen die notwendige
Zwei-Drittel-Mehrheit für den Verweis Hohmanns aus der Fraktion zu
Stande. 28 Abgeordnete stimmten aber gegen den Ausschluss, 16
enthielten sich, vier Stimmen waren ungültig....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311150.htm#03111511
Weitere Informationen zur Hohmann-Affäre unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311150.htm#031114_k
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700 Neonazis marschieren vor Soldatenfriedhof
Brandenburger Oberverwaltungsgericht hatte am Freitag ein vom
Polizeipräsidium Frankfurt an der Oder erlassenes Verbot der
Nazi-Demonstration aufgehoben
So.16.11.03 - Etwa 700 Neonazis sind am Samstag vor dem größten deutschen
Soldatenfriedhof im brandenburgischen Halbe aufmarschiert. Unter dem
Motto "Ruhm und Ehre den deutschen Frontsoldaten" hielten sie der
Polizei zufolge anlässlich des (morgigen) Volkstrauertages eine
einstündige Kundgebung ab und zogen durch den Ort. Etwa 350
Demonstranten protestierten gegen den Aufzug der Rechtsradikalen. Die
Polizei war mit etwa 1.200 Beamten vor Ort, zu Auseinandersetzungen kam
es nicht.
Allerdings mussten die Polizisten mehrmals einschreiten, weil Neonazis
gegen Auflagen der Versammlungsbehörde verstießen. So trugen
sie Transparente und T-Shirts mit teilweise verdeckten "SS"-Runen und
dem Slogan "Nationaler Widerstand", die von den Beamten eingezogen
wurden. Außerdem beschlagnahmte die Polizei Springerstiefel mit
Stahlkappen, die nach Angaben eines Sprechers als gefährlicher
Gegenstand gelten.
Das Brandenburger Oberverwaltungsgericht hatte am Freitag ein vom
Polizeipräsidium Frankfurt an der Oder erlassenes Verbot der
Nazi-Demonstration aufgehoben. Von der Aktion sei keine unmittelbare
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu
erwarten, urteilten die Richter. Deshalb sei das Recht auf
Versammlungsfreiheit nicht einzuschränken. Allerdings hatte das
Gericht das Verbot der Polizei bestätigt, wonach die
Rechtsextremisten keine Fackeln und Trommeln mitführen und den
Friedhof selbst nicht betreten durften.
Der Waldfriedhof in Halbe südlich von Berlin gilt als
größte Grabstätte für deutsche Soldaten aus dem
Zweiten Weltkrieg. Hier liegen zwischen 26.000 und 28.000 Tote, die bei
der Kesselschlacht von Halbe im April 1945 gefallen waren.
(Quelle: ap)
Studenten halten Erhängten für moderne Kunst
So.16.11.03 - In Budapest haben Studenten und Bauarbeiter einen Erhängten
für eine künstlerische Skulptur gehalten und deshalb erst mit
eintägiger Verspätung die Polizei gerufen.
Die Arbeiter und Studenten hätten den Selbstmörder in einem
Gartenhaus der Budapester Universität der Künste entdeckt,
das nach fünfjähriger Schließung erstmals wieder
für Renovierungsarbeiten betreten worden sei, berichteten
ungarische Medien am Freitag unter Berufung auf die Polizei. Der
Erhängte sei bereits seit mindestens einem Jahr tot gewesen. Den
Studenten und Arbeitern sei erst nach längerem Betrachten des
Leichnams klar geworden, dass es sich nicht um Kunst handle. Das
Gelände der Kunsthochschule ist mit Skulpturen übersät.
(Quelle: rtr)
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