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Irak am zweihundertsechsundvierzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Bush verteidigt bei London-Besuch den Irak-Krieg: Freiheit und Demokratie
müssten notfalls mit Gewalt verteidigt werden - Man solle nie
vergessen, wie Europas Einigung erreicht wurde: von alliierten
Befreiungsarmeen und Verteidigungsarmeen der NATO +++
US-Verteidigungsminister Rumsfeld wünscht Hilfe der NATO in Irak
+++ Russland schlägt internationale Konferenz zu Irak vor +++
US-Armee greift erneut vermutete Guerilla-Stellungen im Irak an - Im
Westen von Bagdad acht Iraker getötet +++ Zehn Millionen Dollar
Kopfgeld auf Saddam-Offizier ausgesetzt +++ UNHCR empfiehlt wegen der
instabilen Lage weitere Asylgewährung für Iraker
Do.20.11.03 - US-Präsident George W. Bush sieht die Notwendigkeit des
Irak-Krieges durch die jüngsten Anschläge in Istanbul und
Bagdad bestätigt. Sie seien "Teil einer weltweiten Kampagne von
Terrornetzen", sagte Bush in der zentralen Rede seines viertägigen
Staatsbesuchs in Großbritannien.
"Diese Terroristen würden, wenn sie die Massenvernichtungswaffen
bekämen, die sie wollen, Millionen töten." Deshalb sei es so
wichtig gewesen, den irakischen Diktator Saddam Hussein zu
stürzen. "Das Böse steht klar vor uns", sagte Bush. "Wer dies
nicht wahrhaben will, verstärkt nur die Gefahr." Auch der
britische Premierminister Tony Blair sagte, Saddam Hussein sei "eine
Bedrohung für die Region und die ganze Welt" gewesen.
Bush versicherte, dass die Amerikaner den Irak erst verlassen
würden, wenn dort eine Demokratie aufgebaut worden sei. "Wir sind
nicht in den Irak gekommen, um vor Mörderbanden und
Attentätern zurückzuweichen", betonte er. "Wir haben jetzt
nur zwei Möglichkeiten: unser Wort zu halten oder unser Wort zu
brechen. Die Demokratie im Irak wird sich durchsetzen."
Die Situation für die Iraker verbessere sich zurzeit schneller,
als dies nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland der Fall gewesen
sei. Neue Zeitungen entstünden, Schulen öffneten,
Krankenhäuser funktionierten wieder, und es gebe eine neue
Währung. "Das sind wesentliche Fortschritte", sagte Bush. Vor
einem Jahr hätte sich das noch kaum jemand vorstellen können.
Der Präsident sagte, dass Freiheit und Demokratie notfalls mit
Gewalt verteidigt werden müssten. In manchen europäischen
Hauptstädten wolle man das heute nicht mehr wahrhaben: "Weil
europäische Länder ihre Probleme heute durch Verhandlungen
und Konsens lösen, nehmen sie zuweilen an, dass die ganze Welt
genauso funktioniert. Aber lassen Sie uns nie vergessen, wie Europas
Einigung erreicht wurde: von alliierten Befreiungsarmeen und
Verteidigungsarmeen der NATO."
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat sich derweil für eine
starke Beteiligung der NATO beim Wiederaufbau in Irak ausgesprochen.
"Ich wäre erfreut über eine grössere Rolle der NATO in
Irak", erklärte Rumsfeld am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in
Washington. Dies sei durchaus vorstellbar, allerdings nicht sehr
wahrscheinlich, da das Bündnis bereits die Verantwortung für
das Kommando der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan trage.
Die russische Regierung hat indes eine internationale Konferenz zur
politischen Zukunft Iraks vorgeschlagen, ähnlich dem
Afghanistan-Treffen vor zwei Jahren auf dem Petersberg bei Bonn. Der
Moskauer Aussenminister Igor Iwanow erklärte laut Internet-Seite
des Ministeriums, eine Einigung auf einer solchen Konferenz "wäre
nicht ein Plan eines Landes oder von zwei Ländern", sondern
hätte die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.
Die Zusammenkunft könne der von Königswinter nachgeahmt
werden, die schliesslich zur Einrichtung einer afghanischen
Übergangsregierung führte. Der stellvertretende russische
Botschafter bei den Vereinten Nationen, Gennadi Gatilow, ergänzte,
eine solche Konferenz unter Beteiligung aller irakischer Gruppen solle
"ohne grösseren Verzug" stattfinden. Sie könne innerhalb von
eineinhalb Monaten organisiert werden.
Derweil hat die US-Armee mit Kampfflugzeugen, Panzern und schweren
Waffen ihre Offensive gegen Widerstandskämpfer im Irak
fortgesetzt.
Ein US-Militärsprecher teilte mit, die Angriffe seien Teil der
bereits in den vergangenen zehn Tagen eingeleiteten Operationen "Iron
Hammer" (Eisenhammer) und "Ivy Cyclone" (Efeu-Zyklon), mit denen die
steigende Zahl der Angriffe auf die Besatzungstruppen erwidert werden
solle. Vom US-Flugzeugträger "Enterprise" im Golf stiegen am
Mittwoch den Angaben zufolge Kampfflugzeuge auf, die Bomben nahe der
nordirakischen Stadt Kirkuk abwarfen. Andere Jets hätten Ziele
nahe der nördlich Bagdads gelegenen Stadt Bakuba bombardiert. In
Tikrit, dem Heimatort des gestürzten Präsidenten Saddam
Hussein, griff eine US-Infanteriedivision Ziele mit Granaten, Panzern
und Raketen an.
Auch in Bagdad griff die Armee wie bereits an den Vortagen abends
vermutete Widerstandsnester an. Nach Einbruch der Dunkelheit waren
Explosionen in der Hauptstadt zu hören.
Bei Militäraktionen im Westen von Bagdad haben US-Soldaten acht
Iraker getötet. Die Getöteten hätten die US-Truppen
angegriffen, teilte die US-Armee am Mittwochabend in Ramadi etwa 100
Kilometer westlich der irakischen Hauptstadt mit. Fünf Iraker
seien verletzt worden, einer wurde demnach verhaftet. In einer weiteren
Erklärung teilte die US-Armee mit, in der Region von Ramadi seien
in den vergangenen 24 Stunden sechs Iraker getötet, drei weitere
verletzt sowie 15 gefasst worden.
Aus Kreisen der US-Besatzungsmacht im Irak verlautete, nahe Tikrit sei
das Haus des Saddam-Vertrauten Issat Ibrahim mit Satelliten-gesteuerten
Geschossen dem Erdboden gleichgemacht worden. Unklar blieb, ob Ibrahim
oder andere Personen sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem
Gebäude aufgehalten hatten. Ein Sprecher der US-geführten
Verwaltung im Irak teilte mit, auf Hinweise zu Ibrahims Ergreifung sei
eine Belohnung von zehn Millionen Dollar ausgesetzt worden.
Die US-Armee hat nach eigenen Angaben Erkenntnisse, dass Ibrahim hinter
mehreren Anschlägen auf US-Truppen im Irak steckt. Ibrahim war im
Führungsgremium Revolutionärer Kommandorat die Nummer Zwei
und galt als besonders rücksichtsloser Gefolgsmann Saddams.
Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) hat den
Aufnahmeländern empfohlen, Irakern weiter politisches Asyl zu
gewähren. In einer am Mittwoch in Berlin verbreiteten
Erklärung wurde dazu aufgerufen, bei der Prüfung von
Asylanträgen die Gefahr einer nichtstaatlichen Verfolgung
besonders zu berücksichtigen.
Wegen der instabilen Lage sollten auch abgelehnte irakische
Asylbewerber weder in ihr Heimatland noch in dessen Nachbarländer
abgeschoben werden, hieß es. Die Versorgung mit Wasser und Strom
in Irak sei unzureichend, es gebe hohe Arbeitslosigkeit und
Unterbringungsprobleme, die UN-Aktivitäten seien nach dem
Bombenanschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad drastisch
eingeschränkt worden, und eine weitere Verschlechterung der Lage
sei nicht auszuschließen.
(Quellen: dpa, ap, rtr, afp)
Deutsche Innenminister für 'Rückführung' von
Flüchtlingen nach Afghanistan und in den Irak
Die deutsche Flüchtlingspolitik läßt sich am besten
charakterisieren mit den drei Begriffen: Abwehren, Ausweisen,
Abschieben. Wenn Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) heute und morgen
im feinen Hotel Steigenberger Esplanade in Jena mit seinen Amtskollegen
aus den Bundesländern zur 173. Innenministerkonferenz
zusammentrifft, wird zwar Ronald Schill nicht mehr dabei sein, an der
politischen Linie wird sich aber dadurch nichts ändern. Unter dem
Tagesordnungspunkt "Rückführung ausländischer
Staatsangehöriger" droht eine verschärfte Abschiebungspolitik
in die Kriegsregionen Irak und Afghanistan....
"junge Welt" vom 20.11.03
Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2003/11-20/010.php
http://www.abschiebemaschinerie-stoppen.de
|
BND: Islamisten aus Europa sickern in Irak ein
Irak drohe wie Afghanistan in den achtziger Jahren zu einem
Kristallisationspunkt für islamische Extremisten zu werden
Do.20.11.03 - Auch aus Europa sickern nach Erkenntnissen des
Bundesnachrichtendienstes (BND) extremistische Islamisten in den Irak
ein, um sich an Anschlägen gegen die von den USA geführten
Besatzungstruppen zu beteiligen. Zugleich warnte BND-Präsident
August Hanning vor weiteren Anschlägen in Saudi-Arabien, deren
Ziel das dortige Königshaus sein könne.
"Wir haben Erkenntnisse, dass auch in Deutschland Kämpfer -
extremistische Islamisten - aufgebrochen sind, um im Irak
mitzukämpfen", sagte Hanning am Mittwochabend in den
ARD-Tagesthemen. Der Irak drohe wie Afghanistan in den achtziger Jahren
zu einem Kristallisationspunkt für islamische Extremisten zu
werden. Der BND gehe auch davon aus, dass die Extremisten- Organisation
El Kaida inzwischen eine wichtige Rolle bei den Anschlägen im Irak
und den Angriffen auf die dortigen Besatzungsmächte spielten. Die
Warnungen vor Anschlägen auf das saudiarabische Königshaus
stellten eine neue Dimension dar.
"Wir haben Anhaltspunkte, dass auch in Europa geworben wird für
die Teilnahme an dem Krieg im Irak", sagte Hanning der ARD. Außer
Deutschland als Ausgangsland der Kämpfer nannte er auch
Großbritannien und Bosnien, ein weitgehend moslemischer
ehemaliger Teil Jugoslawiens.
Die "Professionalität der Anschlagsausführung" im Irak, die
hohen Opferzahlen und die Tatsache, dass sich die Attentate gegen
zivile Ziele richteten, ließen darauf schließen, "dass El
Kaida aktiv ist und auch mitwirkt an den Anschlägen", sagte der
deutsche Geheimdienstchef weiter. Der El Kaida unter Führung des
Moslem-Extremisten Osama bin Laden werden auch die Anschläge am
11. September 2001 in den USA zur Last gelegt. Im Irak waren unter
anderen auch der Sitz der Vereinten Nationen (UNO) und des
Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Ziel von
Anschlägen.
Da in der islamischen Welt ein Gefühl der Demütigung durch
den Westen empfunden werde, "fürchten wir, dass wir in Irak eine
ähnliche Situation bekommen wie in Afghanistan unter sowjetischer
Besatzung", sagte Hanning. "Irak könnte ein Kristallationspunkt
werden für islamistische Extremisten." Während der
sowjetischen Besatzung Afghanistans von Ende Dezember 1979 bis Februar
1989 entwickelten sich zahlreiche Widerstandsgruppen im Land, die ihren
Kampf religiös begründeten.
Zur Sicherheitslage in Saudi-Arabien sagte der BND-Chef: "Wir haben
Warnungen auf Anschläge gegen diplomatische Vertretungen, aber
auch gegen Wohngebiete von Ausländern." Zunehmend gebe es aber
auch Warnungen, dass das Königshaus selbst Ziel von
Anschlägen sein könnte. "Das ist in der Tat eine neue
Qualität", sagte Hanning. Bei einem Anschlag auf ein
Ausländer-Wohnviertel in der saudiarabischen Hauptstadt Riad am 8.
November wurden mindestens 17 Menschen getötet. Die USA warnten
anschließend davor, dass die El Kaida das Königshaus des
Landes stürzen wolle. Bin Laden ist in Saudi-Arabien geboren, wo
eine sehr konservative Auslegung des Islams praktiziert wird. Das Land
ist der größte Rohölexporteur der Welt und ein enger
Verbündeter der USA.
(Quelle: rtr)
Bush in London: Krieg sei berechtigtes Mittel zur Abwehr von Aggression
Massive Proteste begleiten Staatsbesuch des US-Präsidenten in
Großbritannien +++ Polizei in London soll mit fünf
Millionen Pfund teuren Einsatz Bushs Sicherheit gewährleisten +++
Umfrage: Nur noch 42 Prozent in USA mit Irak-Politik zufrieden
Do.20.11.03 - US-Präsident George W. Bush hat den Krieg im Irak als berechtigtes
Mittel zur Abwehr von Aggression bezeichnet.
"Die Bevölkerung hat uns die Pflicht auferlegt, sie zu
verteidigen, und diese Pflicht erfordert manchmal die gewaltsame
Bändigung eines gewalttätigen Mannes", sagte Bush am Mittwoch
in London mit Blick auf den gestürzten irakischen Präsidenten
Saddam Hussein. Bushs dreitägiger Staatsbesuch war begleitet von
massiven Protesten von Kriegsgegnern. Zugleich sah sich der Gastgeber,
das britische Königshaus, mit einer erheblichen
Sicherheitslücke in den eigenen Reihen konfrontiert.
"In einigen Fällen ist der massive Einsatz von Gewalt das einzige,
das uns vor einer chaotischen, von Gewalt beherrschten Welt
schützt", sagte Bush. Er fuhr fort, er glaube an internationale
Institutionen wie die Vereinten Nationen (UNO). Allerdings hänge
die Glaubwürdigkeit und Lebensfähigkeit der UNO von der
Bereitschaft ab, Wort zu halten und zu handeln, wenn es nötig sei.
Einzelheiten der geplanten Machtübergabe von der US-geführten
Zivilbehörde im Irak an die Iraker wollte Bush am Donnerstag mit
dem britischen Premierminister Tony Blair besprechen.
Bush äußerte sich auch zum Nahost-Konflikt und rief Israel
auf, die tägliche Erniedrigung der Palästinenser zu beenden.
Israel dürfe endgültigen Friedensgesprächen mit den
Palästinensern nicht vorgreifen, indem es "Mauern und Zäune"
errichte, sagte Bush und verwies auf die Sperranlage, die Israel
derzeit zum Westjordanland hin baut. "Israel sollte den Siedlungsbau
einfrieren und unerlaubte Außenposten (jüdischer Siedlungen)
abbauen." Die Palästinenser rief Bush zu friedlichen Mitteln im
Umgang mit Israel auf. Die arabischen Staaten drängte er, die
israelfeindliche Hetze in ihren Medien und die Finanzierung des
Terrorismus zu beenden.
In US-Regierungskreisen hieß es, nach Bushs Auffassung ruhten
Frieden und Sicherheit in der Welt auf drei Pfeilern: der
internationalen Zusammenarbeit, dem Krieg als letztem Mittel und der
Förderung der Demokratie. Bushs Rede stehe in der Tradition einer
Ansprache des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan. Dieser
hatte 1982 erklärt, die Sowjetunion sei für "den Aschehaufen
der Geschichte" bestimmt.
Bereits nach seiner Ankunft am Dienstagabend hatten zahlreiche Menschen
gegen Bush, den Irak-Krieg sowie die Umweltpolitik und die
Strafzölle der USA für Stahl protestiert. "Keine Nation ist
jemals so verachtet worden wie die USA heute", sagte ein Demonstrant.
Auch für Donnerstag war eine Großdemonstration der
Bush-Gegner angekündigt. Organisatoren rechneten dann mit bis zu
100.000 Demonstranten.
Vor seiner Rede war Bush von Königin Elizabeth II. empfangen
worden. Während die Polizei in London mit einem fünf
Millionen Pfund teuren Einsatz Bushs Sicherheit gewährleisten
sollte, sah sich das britische Königshaus mit einer immensen
Sicherheitslücke in den eigenen Reihen konfrontiert.
Ein Journalist des "Daily Mirror" hatte sich dem Blatt zufolge bereits
vor zwei Monaten als vermeintlicher Butler in den Buckingham Palast
eingeschlichen. Dort habe er auch nach der Ankunft von Bush Zugang zu
dessen Aufenthaltsräumen gehabt. Ein Sprecher des Buckingham
Palastes kündigte eine gründliche Untersuchung an. Die
britische Regierung ließ mitteilen, es habe zu keinem Zeitpunkt
eine Gefahr für Bush bestanden. Die USA bekräftigten ihr
Vertrauen in die von Großbritannien gebotene Sicherheitslage.
Ein neues Umfragetief in den USA begleitet den Staatsbesuch von
US-Präsident George W. Bush in Großbritannien: Nur noch 42
Prozent der US-Bürger sind mit der Irak-Politik Washingtons seit
dem offiziellen Ende der Hauptkampfhandlungen am 1. Mai einverstanden.
Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch in der Zeitung "USA Today"
veröffentlichten Umfrage des Gallup-Instituts. Ende April lag die
Zustimmung noch bei rund 80 Prozent. 55 Prozent der Befragten
missbilligten demnach die US-Politik in Irak.
(Quellen: rtr, afp)
Mehr über die Protestbewegung in London bei telepolis (18.11.03) unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/16107/1.html
Welcome to Chasing Bush - the very first project of the passive
resistance network:
http://www.interwebnet.org/
US-Kongress bewilligt Gelder für die Entwicklung taktischer
Atomwaffen
Die von der US-Regierung gewünschten Mini-Nukes sollen unter der
Erde gelegene Bunker zerstören und auch in konventionellen Kriegen
eingesetzt werden
Am Dienstag hat das US-Repräsentantenhaus mit einer
überwältigenden Mehrheit von 387 gegen 36 Stimmen und
anschließend auch der Senat einstimmig das Haushaltsgesetz
für Energie und Wasserprogramme in Höhe von 27 Milliarden
US-Dollar verabschiedet. Darin enthalten ist ein Betrag in Höhe
von 7,5 Millionen Dollar zur Entwicklung von Atombomben, die dazu
dienen sollen, unter der Erde gelegene Ziele zu zerstören (Robust
Nuclear Earth Penetrator), sowie 6 Millionen für die Entwicklung
von anderen taktischen Nuklearwaffen....
Mehr bei telepolis (19.11.03) unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/16120/1.html
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US-Regierung befürchtet Konfrontation mit Europa
Do.20.11.03 - Die US-Regierung ist laut dem "Handelsblatt" besorgt, dass Frankreich
und Deutschland ein Europa anstreben, das gegen Amerika Position
bezieht. "Europa ist seit Januar polarisiert - zum großen Teil
deshalb, weil sich Bundeskanzler Gerhard Schröder deutlich hinter
Frankreichs Präsidenten Jacques Chirac gestellt hat". Das sagte
ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Administration dem Blatt.
Frankreich, Deutschland und Russland hatten im Sicherheitsrat eine
US-Resolution blockiert, die einen Irak-Krieg legitimiert hätte.
(Quelle: dpa)
Zwischen USA und China droht neuer Handelsstreit
Furcht vor möglicherweise einer stärkeren
protektionistischen Politik der USA zur Förderung der eigenen
Wirtschaft drücken den Dollar auf ein neues Rekordtief zum Euro
+++ Angesichts der Präsidentenwahl im kommenden Jahr sieht sich
die US-Regierung unter wachsendem Druck, heimische Firmen und
Arbeitsplätze zu schützen
Do.20.11.03 - Zwischen den USA und China droht ein neuer Handelsstreit. An den
Finanzmärkten wuchs in der Folge die Sorge, dass ein zunehmendes
gezieltes Abschirmen der US-Wirtschaft auch die wirtschaftliche
Erholung in Europa beeinträchtigen könnte.
Die Regierung in Washington kündigte eine vorübergehende
Beschränkung bestimmter chinesischer Textilimporte an, um die
heimischen Hersteller gegen die verschärfte Konkurrenz aus der
Volksrepublik zu schützen. Die chinesische Führung sprach
daraufhin von einem Verstoß gegen den freien Handel und drohte am
Mittwoch mit einer Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO).
Außerdem verschob die chinesische Regierung die Entsendung einer
Delegation, die in den USA über den Einkauf von Weizen verhandeln
sollte.
Der drohende Handelsstreit sorgte an den Finanzmärkten für
Unruhe. Die Furcht vor einer möglicherweise stärker
protektionistische Politik der USA zur Förderung der eigenen
Wirtschaft drückten den Dollar auf ein neues Rekordtief zum Euro.
In der Euro-Zone wachsen die Sorgen, die Stärke der
Gemeinschaftswährung könnte das Exportgeschäft und damit
die erwartete konjunkturelle Belebung bremsen.
Nach den Plänen der USA dürfen chinesische Textilproduzenten
künftig bei Strickwaren, BHs und Morgenmänteln ihre Einfuhren
in die USA im Vergleich zum Vorjahr um nicht mehr als 7,5 Prozent
erhöhen. Die Regelung bezieht sich nicht auf wichtige Textilwaren
wie Hosen und Hemden und betrifft daher weniger als fünf Prozent
der chinesischen Textilimporte in die USA. Die Quoten sollen
frühestens in drei Monaten in Kraft treten und ein Jahr lang
gelten.
Die chinesische Regierung reagierte verärgert auf die
Ankündigung. Die US-Pläne "verstoßen gegen die
WTO-Prinzipien zu freiem Handel, Transparenz und Nichtdiskriminierung",
kritisierte das Handelsministerium. China behalte sich daher einen Gang
zur WTO vor, der das Land erst 2001 beigetreten ist. Die USA hingegen
verteidigten ihr Vorgehen als vorübergehende Schutzmaßnahme,
die zudem in den Vereinbarungen zum WTO-Beitritt Chinas enthalten
gewesen sei. Mit Hilfe der Importbeschränkungen sollten US-Firmen
lediglich in die Lage versetzt werden, sich innerhalb einer gewissen
Zeit auf Marktstörungen durch steigende Einfuhren aus China
einzustellen, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der
USA, Sean McCormack, in London. Die US-Regierung sehe sich dem freien
Handel verpflichtet.
Angesichts der Präsidentenwahl im kommenden Jahr sieht sich die
US-Regierung unter wachsendem Druck, heimische Firmen und
Arbeitsplätze zu schützen. Allein die US-Textilindustrie hat
nach eigenen Angaben seit Anfang 2001 mehr als 316.000 Stellen
abgebaut. Ein besonderer Dorn im Auge ist der amerikanischen Regierung
die Währungspolitik Chinas. Die USA werfen der
fünftgrößten Handelsnation vor, die Landeswährung
Yuan durch eine enge Bindung an den Dollar künstlich niedrig zu
halten und den chinesischen Exportfirmen somit unfaire
Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Das hohe Handelsbilanzdefizit der
USA mit China, das nach US-Schätzungen in diesem Jahr auf 120
Milliarden Dollar steigen wird, entwickelt sich immer mehr zum
Politikum.
Vor diesem Hintergrund wollte die Volksrepublik in den kommenden Wochen
verschiedene Delegationen in die USA schicken, um über
milliardenschwere Einkäufe zu verhandeln und damit ihr Interesse
an einer Verringerung des US-Handelsdefizits zu demonstrieren. Nun
jedoch verschob China die Entsendung einer Delegation zum Kauf von
US-Weizen auf unbestimmte Zeit, wie ein Sprecher eines
US-Branchenverbandes bestätigte. Das chinesische
Handelsministerium sprach von organisatorischen Gründen. Angaben
zu etwaigen Gegenmaßnahmen zu den US-Importbeschränkungen
wie von chinesischen Textilverbänden gefordert machte es nicht.
Analysten erwarteten indes keinen offenen Handelskrieg zwischen beiden
Ländern. Sie verwiesen auf das Ausmaß der US-chinesischen
Wirtschaftsbeziehungen sowie auf die strategische Bedeutung Chinas
unter anderem im Atomstreit mit Nordkorea.
Die Finanzmärkte reagierten mit deutlichen Kursbewegungen auf die
neuen Handelspläne der USA, die bereits mit ihren
Schutzzöllen auf Stahlimporte international für Ärger
sorgen. So stieg der Euro auf ein neues Rekordhoch zum Dollar, das nach
Reuters-Daten bei 1,1977 Dollar lag. Der schwache Dollar-Kurs belastete
auch die Aktienmärkte in Europa. In Deutschland äußerte
sich Industrie-Präsident Michael Rogowski besorgt über die
Kursentwicklung. Auch Frankreichs Finanzminister Francis Mer sieht
Probleme für die wirtschaftliche Entwicklung, sollte der Euro
für geraume Zeit auf dem aktuellen Kursniveau verharren.
(Quelle: rtr)
US-Behörden decken Devisenbetrug auf
FBI nimmt New Yorker Broker fest - Hintergrund des Skandals ist der Sachverhalt, dass es bei jedem
Geschäft im Devisenhandel Verlierer und Gewinner gibt. Den
Beschuldigen wird vorgeworfen, sich absichtlich zu Lasten ihrer Kunden
auf Verlustgeschäfte eingelassen zu haben und die dabei an anderer
Stelle angefallenen Gewinne mit Komplizen geteilt zu haben.
Do.20.11.03 - Den Justizbehörden in den USA ist offenbar ein Schlag gegen
umfangreiche Betrügereien im Devisenhandel gelungen.
Insgesamt 47 Personen werden des Betrugs und anderer krimineller
Delikte angeklagt, wie das Justizministerium am Mittwoch mitteilte. Der
Gesamtschaden gehe in die Millionen, sagte Staatsanwalt James Comey auf
einer Pressekonferenz in New York. Die Bandbreite der mehr als 1000
Geschädigten reiche vom Kleinanleger bis hin zu großen
Bankhäusern. Am Vorabend hatte es im Zusammenhang mit den
Vorwürfen zahlreiche Festnahmen gegeben. Die US-Bundespolizei FBI
verhaftete Verdächtige im World Financial Center in New York, in
Jersey City (US-Bundesstaat New Jersey) und in Stamford (Connecticut).
Zu den Angeklagten gehören nach Ministeriumsangaben
Beschäftigte der Banken JP Morgan Chase, UBS, Societe Generale,
Dresdner Kleinwort Benson und Israel Discount Bank sowie ein
früheres Mitglied des Devisenausschusses der US-Notenbank (Fed),
drei Rechtsanwälte und leitende Angestellte verschiedener
börsennotierter Unternehmen. Der Devisenausschuss der Fed setzt
sich aus Experten der Finanzindustrie zusammen und gehört formal
nicht zur US-Notenbank. Die Klagen richten sich gegen Einzelpersonen,
nicht gegen die Banken, bei denen diese beschäftigt sind. Sprecher
von UBS und JP Morgan Chase wiesen darauf hin, dass es sich jeweils um
einen einzelnen Mitarbeiter handele, und die Fälle keine
nennenswerten finanziellen Folgen für die Firmen hätten.
20 Angeklagten wird nach Ministeriumsangaben die Teilnahme an
Scheingeschäften an den Devisenmärkten vorgeworfen. Verdeckte
Ermittlungen hätten in nur wenigen Monaten 123 solcher
Scheingeschäfte im Gesamtvolumen von mehr als 650.000 Dollar zu
Tage gefördert. Zusätzlich seien dabei Bestechungsgelder in
Höhe von mehreren Hunderttausend Dollar in bar an
Devisenhändler gezahlt worden.
Die US-Finanzmärkten wurden in den vergangenen Jahren von
zahlreichen Skandalen erschüttert. Vor allem der Bilanzskandal um
den Energiehändler Enron, der vor knapp zwei Jahren in den
Bankrott ging, beeinträchtigte das Vertrauen der Investoren
nachhaltig.
(Quelle: rtr)
US-Stromausfall durch Mängel bei Netzbetreiber verursacht
Kritik an der Privatisierung der Energieversorgung +++ Von dem
Stromausfall im August waren 50 Millionen Menschen betroffen, die
teilweise tagelang vom Netz abgeschnitten blieben
Do.20.11.03 - Der riesige Stromausfall in weiten Teilen Nordamerikas im August ist
einem Zwischenbericht zufolge durch Mängel bei einem Netzbetreiber
verursacht worden.
Der Netzbetreiber FristEnergy Corp habe versäumt, Bäume
entlang dreier Fernleitungen rechtzeitig zurückzuschneiden,
stellten die den Vorfall untersuchenden Ermittler aus den USA und
Kanada am Mittwoch in einem Zwischenbericht fest. Zudem sei weder das
Alarmsystem des in Ohio ansässigen Unternehmens noch seine
technische Ausrüstung ausreichend gewesen, um den sich steigernden
Stromverlust in Griff zu bekommen. Von dem Stromausfall waren 50
Millionen Menschen betroffen, die teilweise tagelang vom Netz
abgeschnitten blieben.
US-Energieminister Spencer Abraham sagte zu dem Bericht: "Der
Stromausfall war weitgehend vermeidbar." "Er wurde dadurch
ausgelöst, dass drei Hochspannungsfernleitungen der FirstEnergy
einen Kurschluss verursachten und ausfielen, als sie mit den
Bäumen in Kontakt kamen, die nahe der Leitungen standen", sagte er
weiter. Er forderte Konsequenzen, "für die Leute, die sich nicht
an die Regeln gehalten haben." Der Stromausfall schürte in den USA
die Kritik an der Privatisierung der Energieversorgung, die eine
mangelhafte Pflege des Netzes und zu geringe Investitionen zur Folge
gehabt habe.
(Quelle: rtr)
Nahost-Konflikt
Sicherheitsrat stützt einstimmig Nahost-Friedensplan +++
Gewalttätige Palästinenser-Gruppen nach Treffen mit
ägyptischen Vermittlern zu Gesprächen bereit +++
Palästinensischer Ministerpräsident Kureia schließt
einseitige Waffenruhe durch Palästinenser aus +++ Urlauberin bei
Anschlag in Israel getötet +++ Israels Außenminister
Schalom: Israel wird Zaunbau trotz US-Bedenken nicht stoppen
Do.20.11.03 - Der UNO-Sicherheitsrat hat am Mittwoch den internationalen
Nahost-Friedensplan mit einer Resolution gestützt. Die so genannte
Road Map soll den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern
beenden und zur Schaffung eines Palästinenser-Staates bis 2005
führen.
Der Sicherheitsrat votierte in New York einstimmig für die von
Russland eingebrachte Resolution. Darin werden die Parteien aufgerufen,
"ihre Verpflichtungen aus der Road Map in Zusammenarbeit mit dem
Quartett zu erfüllen und die Vision von zwei Staaten
durchzusetzen". Das Nahost-Quartett aus der UNO, den USA, der EU und
Russland hatte den Friedensplan ausgearbeitet. Durch die anhaltende
Gewalt zwischen den Konfliktparteien ist er aber praktisch zum Erliegen
gekommen.
Israel hält eine Resolution für unnötig und wünscht
keine Einbeziehung der UNO in den Friedensprozess.
Die USA hatten mit der Unterstützung der Resolution gezögert
und argumentiert, der Zeitpunkt sei nicht geeignet.
Vor der Abstimmung im Sicherheitsrat hatte der russische
Vize-Außenminister Juri Fedotow der Nachrichtenagentur Interfax
zufolge gesagt, die Resolution werde den internationalen
Friedensbemühungen neue Impulse geben und alle Parteien an ihre
Pflichten zur Erfüllung des Friedensplans erinnern.
Der Plan sieht auch die Entwaffnung der radikalen
Palästinenser-Gruppen und den Rückzug der israelischen Armee
aus den Palästinenser-Gebieten vor. Der israelische Siedlungsbau
soll gestoppt werden.
Die großen gewalttätigen Palästinenser-Gruppen haben
sich derweil zu Gesprächen über einen Waffenstillstand mit
Israel bereit erklärt.
Die radikal-islamischen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad sagten
am Mittwoch nach einem Treffen mit ägyptischen Vermittlern in
Gaza-Stadt, dass sie eine Einladung zu Verhandlungen angenommen
hätten. An dem Treffen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo
werde auch die von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat
geführte Fatah teilnehmen. Als vorläufiger Termin wurde der
2. Dezember genannt.
Ein Waffenstillstand gilt als entscheidend dafür, dass der von den
USA, der Europäischen Union (EU), den Vereinten Nationen (UNO) und
Russland vorgelegte Friedensplan vorankommt.
Der neue palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kurei
hat eine einseitige Waffenruhe auf palästinensischer Seite
ausgeschlossen. "Es wird keine unentgeltliche einseitige Waffenruhe
geben, sondern einen gegenseitigen Waffenstillstand zu Bedingungen",
sagte Kureia am Mittwoch nach Gesprächen mit Vertretern von Hamas
und Islamischer Dschihad in Gaza. Das palästinensische Volk sei
"Opfer einer Aggression, die aufhören muss", betonte Kureia. Bei
seinen Gesprächen in Gaza wollte der Regierungschef unter
ägyptischer Beteiligung versuchen, die Vertreter der
radikalislamischen Palästinensergruppen zu einem Waffenstillstand
zu bewegen.
Israel schließt jede Art von formellem Waffenstillstand mit den
gewalttätigen Gruppen aus, hat aber erklärt, es werde seine
Verfolgung deren Anführer aussetzen, sollte die Gewalt nachlassen.
Hamas und Islamischer Dschihad kämpfen für die
Zerstörung Israels.
Beim Angriff eines jordanischen Attentäters auf eine
Urlaubergruppe im israelischen Grenzgebiet ist eine Touristin
getötet worden. Vier weitere Menschen wurden verletzt, als der
Jordanier in der Nähe der südisraelischen Stadt Eilat das
Feuer auf die aus Südamerika stammende Gruppe eröffnete, wie
Krankenhausmitarbeiter mitteilten. Israelische Sicherheitskräfte
erschossen den Angreifer.
Die Urlauberin erlag nach einer Notoperation in der Klinik von
Beerscheba ihren schweren Kopfverletzungen. Der jordanische Lkw-Fahrer
eröffnete am israelisch-jordanischen Grenzübergang Arava in
der Nähe von Eilat das Feuer auf die aus Ecuador kommenden
Touristen, wie eine Regierungssprecherin in Amman mitteilte. Die
jordanische Regierung drückte ihr Bedauern über das Attentat
aus.
Israel wird den Bau der Sperranlage zu den Palästinenser-Gebieten
nach Angaben von Außenminister Silvan Schalom ungeachtet der
US-Bedenken nicht stoppen.
"Die amerikanische Position ist bekannt", kommentierte Schalom am
Mittwoch in Jerusalem die Rede von US-Präsident George W. Bush in
London. Bush hatte Israel kurz zuvor aufgerufen, die tägliche
Erniedrigung der Palästinenser zu beenden. Israel dürfe
endgültigen Friedensgesprächen mit den Palästinensern
nicht vorgreifen, in dem es "Mauern und Zäune" errichte, hatte
Bush erklärt. Stattdessen solle Israel den Siedlungsbau einfrieren
und unerlaubte Außenposten abbauen.
"Wir haben eine klare und eindeutige Entscheidung für diesen Zaun
getroffen, um Extremisten davon abzuhalten, uns anzugreifen", sagte
Schalom einem israelischen Radiosender. "Wir werden alles tun, um
diesen Zaun, der uns vor Eindringlingen schützen wird, zu bauen",
kündigte der Außenminister an.
(Quellen: rtr, afp)
Jüdischer Europakongress fordert von EU-Staaten konkrete
Maßnahmen gegen Antisemitismus
Jeder fünfte Deutsche ist latent antisemitistisch +++
Stellvertretender italienischer Ministerpräsident und Vorsitzender
der Nationalen Allianz, Gianfranco Fini, schließt Abgeordneten
wegen Nazi-Videos aus der Partei aus
Do.20.11.03 - Der Jüdische Europakongress (EJC) hat die Regierungen der
EU-Staaten zu konkreten Maßnahmen gegen antisemitische Tendenzen
aufgefordert. Die am 12. Dezember in Brüssel zusammenkommenden
Staats- und Regierungschefs sollten sich zu wirksamen Aktionen
verpflichten und nicht mit verbalen Erklärungen begnügen,
sagte am Mittwoch in Genf der Präsident der Organisation, Cobi
Benatoff, nach Beratungen mit führenden Vertretern der
jüdischen Gemeinden.
Die Gemeinden sind besorgt, dass die Zahl von Bedrohungen und
Gewaltakten gegen Juden in Europa zunimmt. So wurde erst am vergangenen
Samstag ein Brandanschlag auf eine jüdische Schule in Paris
verübt. "Die Ereignisse der jüngsten Zeit haben für die
jüdischen Bürger in Europa eine unerträgliche Situation
geschaffen", sagte Benatoff. "60 Jahre nach der Shoa sind wir wieder
das Ziel von Angriffen und Brandanschlägen. Antisemitismus
hätte inzwischen ein Teil der Geschichte des alten Europa sein
müssen. Aber leider ist er im heutigen Europa sehr
gegenwärtig und lebendig."
Mehr als jeder fünfte Deutsche ist nach einer Forsa-Umfrage latent
antisemitisch. Der Prozentsatz sei verglichen mit dem Jahr 1998
gestiegen, hieß es. Angesichts dieser wachsenden Vorbehalte gegen
Juden forderte der Präsident des Zentralrats der Juden in
Deutschland, Paul Spiegel, von den Ländern mehr Geld für
Projekte gegen Rechtsextremimus und Antisemitismus. Am Freitag warf die
Unionsfraktion den Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann wegen seiner
als antisemitisch kritisierten Rede zum 3. Oktober hinaus.
Der stellvertretende italienische Ministerpräsident und
Vorsitzende der Nationalen Allianz (AN), Gianfranco Fini, hat am
Mittwoch einen Abgeordneten aus der Partei ausgeschlossen, der ein
Nazi-Video verschickt hat. Fini will in wenigen Tagen Israel besuchen.
Er bemüht sich schon seit Jahren, seine Partei von dem Image zu
befreien, das ihr noch aus ihrer neofaschistischen Vergangenheit
anhaftet.
Der aus der AN geworfene Antonio Serena hatte Abgeordneten ein Video
über den früheren SS-Hauptsturmführer Erich Priebke
geschickt. Dieser hatte am 24. März 1944 in der Nähe von Rom
an der Erschießung von 335 italienischen Zivilpersonen
mitgewirkt. Das Massaker in den Ardeatischen Höhlen war eine der
blutigsten Gräueltaten der deutschen Wehrmacht in Italien. Nach
dem Zweiten Weltkrieg hatte er sich in Argentinien versteckt, 1995
wurde er nach Italien ausgeliefert und 1997 als Kriegsverbrecher zu
lebenslanger Haft verurteilt.
Das Video sei eine Verteidigung Priebkes, es verringere seine Schuld
und auch des Massakers selbst, sagte der Fraktionsführer der AN,
Gianfranco Anedda. "Alles, was mit Antisemitismus und Pronazismus zu
tun hat, gehört nicht in die Alleanza Nazionale", hatte Anedda
schon zuvor erklärt.
(Quellen: info.partisan.net [http://www.info.partisan.net/], ap)
Israel würdigt Widerstand von 20 Ungarn gegen den Holocaust
Sie hatten mehrere hundert Juden vor der Deportation in
NS-Vernichtungslager bewahrt
Do.20.11.03 - Israel hat am Mittwoch 20 Ungarn mit einer Medaille geehrt, die mehrere
hundert Juden vor der Deportation in NS-Vernichtungslager bewahrt
haben. Jedoch konnten nur vier von ihnen die vom Jad-Vaschem-Institut
verliehene Medaille der Gerechten entgegen nehmen. Unter ihnen ist die
94 Jahre alte Klara Zsigom, die ein jüdisches Mädchen aus
Budapest in ihr Dorf nach Nordrumänien schmuggelte. Nach der
Besetzung Ungarns durch deutsche Truppen wurden 600.000 der eine
Million Juden in Lager verschleppt und umgebracht. "Hunderttausende
schauten zu, während Hunderttausende von Landsleuten weggeschickt
wurden", sagte die israelische Botschafterin in Ungarn, Judith Shorer.
"Aber heute geht es um diese Christen, die geholfen haben."
(Quelle: ap)
Gentests bestätigen türkische Herkunft der Attentäter
von Istanbul
Do.20.11.03 - Gen-Analysen haben den Verdacht bestätigt, dass zwei
türkische Staatsbürger die Synagogen-Anschläge in
Istanbul verübt haben. Dies teilte der Gouverneur der Stadt,
Muammer Güler, am Mittwoch mit. Bei den Selbstmordattentätern
handelte es sich um zwei 22 und 29 Jahre alte Männer aus der Stadt
Bingöl im Südosten der Türkei, die als Hochburg
radikaler Islamisten gilt. Bei den Anschlägen waren am Samstag
neben den Attentätern 23 Menschen getötet und 300 verletzt
worden.
Staatsanwalt Mehmet Ergül forderte am Mittwoch eine
Anklageerhebung gegen sechs Personen wegen Beihilfe, wie die
Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Darunter sollen auch zwei
Verwandte der Täter sein. Zwei Helfer, die die Tatfahrzeuge
besorgten, sollen noch vor den Anschlägen nach Dubai geflohen
sein. Der Zeitung "Hürriyet" zufolge vermutet die Polizei, dass
beide der kleinen und in einem El-Kaida-Lager in Afghanistan
gegründeten Organisation Beyyiat el Imam (Loyalität dem Imam)
angehören. Der eine soll ein Schulfreund des 29-jährigen
Attentäters gewesen sein.
Güler erklärte weiter, der Doppelanschlag erinnere stark an
andere Anschläge des Terrornetzwerks El Kaida auf der ganzen Welt.
Die beiden eingesetzten Kleinlaster seien mit Sprengstoff vollgepackt
gewesen. Es gibt zwar Bekennerschreiber im Namen der El Kaida, die
Behörden prüften jedoch noch die Echtheit der
Erklärungen. Zu der Tat bekannte sich ebenfalls die Kampffront des
Großen Islamischen Ostens (IBDA-C); die türkischen
Behörden erklärten jedoch, sie trauten dieser Gruppe keine
derartigen Anschläge zu.
Bingöl, die Heimatstadt der beiden Attentäter, gilt als
Hochburg der radikalen Organisation Hisbollah, die allerdings keine
Verbindung zu der Gruppe gleichen Namens in Libanon unterhält. Ob
die beiden Attentäter irgendetwas mit diesen Gruppen zu tun
hatten, ist noch nicht bekannt.
Die Türkei verfolgt mögliche Verbindungen zwischen
örtlichen radikalen Gruppen und der El Kaida, seit 2001 in
Afghanistan ein Notizbuch in türkischer Sprache mit einer
Anleitung für Selbstmordanschläge gefunden wurde. Güler
kündigte an, die Ermittlungen würden mit internationaler
Hilfe fortgeführt. Beobachter vermuten, dass der Anschlag dazu
führen könnte, dass die Türkei noch näher an den
Westen und die USA heranrückt. Schon jetzt unterhält das
NATO-Land - ungeachtet der Spannungen mit Washington wegen des
Irak-Kriegs - gute Beziehungen zu den USA und auch Israel. Die USA
sehen in der Türkei gern ein Musterbeispiel für eine
islamische Demokratie.
Der führende schiitische Geistliche in Libanon,
Großajatollah Scheich Hussein Fadlallah, verurteilte am Mittwoch
die Anschläge in Istanbul. Sie verstießen gegen die Religion
und die Werte des Islams. Niemand dürfe gegen religiöse
Einrichtungen vorgehen, sagte Fadlallah, der ein scharfer Kritiker der
USA und Israels ist.
(Quelle: ap)
IAEA unterstützt im Iran-Konflikt europäische Haltung
Do.20.11.03 - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) will im Konflikt um
das iranische Atomprogramm offenbar die gemäßigte Haltung
der Europäer aufgreifen, die die neue Offenheit der iranischen
Regierung belohnen wollen. Die Haltung der USA, Iran für
Verschleierung und unkooperatives Verhaltung in der Vergangenheit zu
rügen, stoße nur auf wenig Zustimmung, hieß es am
Mittwoch in diplomatischen Kreisen in Wien.
Die USA hatten gehofft, dass die IAEA auf der Sitzung des
Gouverneursrats am Donnerstag feststellt, dass Iran gegen den
Atomwaffensperrvertrag verstoßen hat. Einer Umfrage unter den
Diplomaten der 35 Mitgliedstaaten zufolge unterstützen vermutlich
nur drei Länder die Haltung Washingtons: Kanada, Australien und
Japan. Die Stimmung unter der Mehrheit der Länder gehe dahin,
einen Resolutionsentwurf Frankreichs, Deutschlands und
Großbritanniens zu unterstützen. Dieser werde auch von
Russland und China mitgetragen. Darin wird auf das zwei Jahrzehnte
weitgehend versteckt gehaltene Atomprogramm kaum erwähnt,
stattdessen wird die Offenheit hervorgehoben, die Iran mit der
Erlaubnis weitgehender Kontrollen gezeigt habe. Gefordert werde, dass
Iran diese Kooperation und Offenheit fortsetze.
Die USA sehen ihre Sorgen hinsichtlich des iranischen
Atomwaffenprogramms noch nicht ausgeräumt, wie Außenminister
Colin Powell am Dienstag in Brüssel noch einmal deutlich gemacht
hat. Teheran scheine in die richtige Richtung zu gehen, indem es
Informationen über sein Atomprogramm offen lege, erklärte er.
«Aber wir können noch nicht zufrieden sein, bis Iran
demonstriert, dass wirklich alle Programme öffentlich gemacht und
gestoppt wurden.» Die US-Regierung wolle absolut sicher gehen,
dass sämtliche iranischen Atomprogramme offen gelegt wurden und
dass Teheran mit der Völkergemeinschaft vollständig
kooperiere.
Laut einem IAEA-Bericht aus der vergangenen Woche hat Iran zahlreiche
geheime Experimente betrieben und hinter dem Rücken der
UN-Behörde Plutonium produziert, was ein eindeutiger Verstoß
gegen den Atomwaffensperrvertrag ist. Zugleich wird Teheran in dem
Bericht für seine jüngste Zusammenarbeit und Offenheit
gelobt. Die IAEA habe keine Beweise gefunden, dass Teheran ein geheimes
Atomwaffenprogramm verfolge, heißt es.
(Quelle: ap)
Gewerkschaften rufen zu Proteststreik in Simbabwe auf
Do.20.11.03 - Nach der Festnahme von nahezu 90 Regimegegnern in Simbabwe haben die
Gewerkschaften für Donnerstag und Freitag zum Streik aufgerufen.
Der Vertreter des am Dienstag verhafteten Gewerkschaftsvorsitzenden
Lovemore Matombo sagte, mit der Arbeitsniederlegung sollten die
Behörden zur Freilassung der Festgenommenen bewegt werden.
Anlass der Verhaftungen war eine geplante Kundgebung gegen die
Wirtschaftspolitik von Präsident Robert Mugabe. Anwälte der
Betroffenen teilten am Mittwoch mit, in den meisten Fällen werde
eine Klage vorbereitet. Matombo werde die Missachtung eines
polizeilichen Verbots zur Last gelegt, sagte der Anwalt Alec Muchedhama.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv
40 Regimegegner in Simbabwe verhaftet
Zu den Festgenommenen gehören der Vorsitzende des Simbabwischen
Gewerkschaftskongresses und der Vorsitzende der Nationalen
Verfassungsversammlung
Mi.19.11.03 - Die Polizei in Simbabwe hat am Dienstag rund 40 Regimegegner verhaftet,
die sich zu einer Kundgebung gegen Präsident Robert Mugabe
versammeln wollten. Die Gewerkschaften hatten die Beschäftigten
für Dienstag dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen und gegen
die Wirtschaftspolitik der Regierung sowie gegen staatliche
Unterdrückung der Gewerkschaftsarbeit zu demonstrieren. Am Montag
hatte die Polizei gewarnt, dass sie Proteste nicht tolerieren werde.
Zu den in der Hauptstadt Harare Festgenommenen gehört auch der
Vorsitzende des Simbabwischen Gewerkschaftskongresses, Lovemore
Matombo, wie der Dachverband mitteilte. Auf Polizeilastwagen
abgeführt wurden außerdem weitere Gewerkschafter, der
Politikwissenschaftler Brian Raftopoulos und der Vorsitzende der
Nationalen Verfassungsversammlung, Lovemore Madhuku. Auch aus den
Städten Bulawayo und Gweru wurden Festnahmen gemeldet.
(Quelle: ap)
Simbabwische Opposition ficht Mugabes Wahl an
Di.04.11.03 - Mehr als anderthalb Jahre nach der Wiederwahl von Präsident Robert
Mugabe hat vor dem Obersten Zivilgericht Simbabwes ein Verfahren mit
Widersprüchen begonnen. Die Opposition legte am Montag dem Gericht
in Harare 200 Seiten mit Vorwürfen der Fälschung,
Manipulation, Einschüchterung von Wählern und der
unrechtmäßigen Zusammensetzung der Wahlkommission vor.
Oppositionsführer Morgan Tsvangirai warf der Regierung vor, ihre
Anhänger hätten Wähler in Hochburgen der Opposition
behindert und "Geisterstimmen" in die Wahlurnen gesteckt.
Oppositionsanwalt Jeremy Gauntlett aus Südafrika sagte, die
Fairness der Wahl sei von Anfang an erstickt worden. Ausländische
Beobachter und Menschenrechtsgruppen hatten die Wahl im März 2002
als äußerst fehlerhaft kritisiert. Dem offiziellen Ergebnis
zufolge gewann Mugabe, der das Land seit der Unabhängigkeit von
1980 regiert, mit 56 Prozent der Stimmen.
(Quelle: ap)
Zunehmende Unterdrückung in Simbabw
Unabhängige Redakteure festgenommen +++ Bürgerrechtler
protestieren gegen Festnahme von 300 Demonstranten +++ Dutzende
Gewerkschafter in Haft +++ 5,5 Millionen Personen auf
Nahrungsmittelhilfe angewiesen +++ Kleinbauern und Anhänger der
Oppositionspartei von Nahrungsmittelverteilungen ausgeschlossen
So.26.10.03 - Einen Tag nach der Aufhebung des Verbotes der einzigen
unabhängigen Tageszeitung Simbabwes sind mindestens 18 Mitarbeiter
des Blattes festgenommen worden. Mehrere Menschen wurden von den
Büroräumen der Zeitung "Daily News" auf ein Polizeirevier
gebracht, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP aus der
Hauptstadt Harare berichtete....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310260.htm#03102606
Simbabwe auf der Verliererseite
...Die Inflation hat die Marke von 430 Prozent überschritten, das
Bruttoinlandprodukt soll 2003 um mindestens 12 Prozent zurückgehen.
Weite Teile der Bevölkerung können inzwischen nur noch Dank
der Verteilung von Nahrungsmitteln durch das
Welternährungsprogramm überleben...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310260.htm#031026_e
|
Südafrika billigt freie Verteilung von Aids-Medikamenten
Regierung hatte es zuvor lange abgelehnt, über das staatliche
Gesundheitswesen Aids-Medikamente zu verteilen +++ In Südafrika
sind 4,7 Millionen Menschen, das sind elf Prozent der Bevölkerung,
HIV-infiziert
Do.20.11.03 - Die südafrikanische Regierung hat am Mittwoch einen Plan zur
freien Verteilung von Aids-Medikamenten gebilligt. Innerhalb von
fünf Jahren sollen die Medikamente allen Bedürftigen zur
Verfügung stehen. Wann mit der Verteilung der Medikamente begonnen
werden soll, wurde nicht gesagt.
Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang schränkte aber ein:
"Ich will keine falschen Hoffnungen wecken." Es sei noch ein weiter
Weg, bis das Ziel erreicht sei. Erst müsse es noch eine
Ausschreibung für die Medikamente geben, die Helfer müssten
ausgebildet und die Verteilzentren, besonders auf dem Land, ausgebaut
werden. Aber die Grundsatzentscheidung sei gefallen, sagte sie. "Es
gibt Hoffnung."
Die Regierung hatte es zuvor lange abgelehnt, über das staatliche
Gesundheitswesen Aids-Medikamente zu verteilen. Dies sei zu teuer und
die Wirkung der Medikamente nicht sicher, hieß es. Diese Haltung
war auch international heftig kritisiert worden. In Südafrika sind
4,7 Millionen Menschen, das sind elf Prozent der Bevölkerung,
HIV-infiziert. Täglich sterben Schätzungen zufolge 600 bis
1.000 Menschen an Komplikationen in Zusammenhang mit Aids. Ziel der
Regierung ist es nun, im ersten Jahr 50.000 Patienten zu erreichen.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv
WHO: Hunderttausende Menschen wegen Geldmangel vom Aids-Tod bedroht
Weltweit 42 Millionen Menschen HIV-infiziert +++ In armen Staaten
erhalten nur fünf Prozent der Aids-Patienten eine antiretrovirale
Behandlung +++ Vergangenes Jahr starben drei Millionen Infizierte +++
Das südliche Afrika ist am schlimmsten betroffen
Sa.08.11.03 - Wegen fehlender Finanzmittel bei der Aids-Bekämpfung ist nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Leben von
Hunderttausenden Menschen bedroht. "Das Geld, das wir bis jetzt
zusammenhaben, reicht nicht aus", sagte WHO-Direktor Paulo Teixeira am
Donnerstag in Genf.
Nach vorläufigen Berechnungen fehlen der WHO in den nächsten
beiden Jahren zweihundert Millionen US-Dollar. Insgesamt würden im
weltweiten Kampf gegen Aids jährlich sieben bis neun Milliarden
US-Dollar benötigt, sagte der WHO-Direktor...
Mehr unter:
http://home.t-online.de/../boa-archiv2/k0311080.htm#03110809
Stichwort: Aids
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310260.htm#031026_r
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EU-Hilfen für afrikanische Friedensmissionen kritisiert
Entwicklungsorganisationen: Friedensschaffende Maßnahmen sollten
nicht mit Geldern finanziert werden, die für Armutsbekämpfung
und Entwicklung bestimmt sind
Do.20.11.03 - Entwicklungsorganisationen haben die Entscheidung der EU, afrikanische
Friedensmissionen mit 250 Millionen Euro aus dem Europäischen
Entwicklungsfonds zu unterstützen, kritisiert. Friedensschaffende
Maßnahmen sollten nicht mit Geldern finanziert werden, die
für Armutsbekämpfung und Entwicklung bestimmt seien,
erklärte der Verband Entwicklungspolitik am Dienstag in Bonn. Der
EU-Ministerrat hatte am Montagabend eine entsprechende
Kommissionsinitiative gebilligt.
Damit reagiere Europa rechtzeitig auf den Aufruf des Gipfeltreffens der
Afrikanischen Union vom vergangenen Juli, erklärte
Entwicklungskommissar Poul Nielson in Brüssel. Die Afrikanische
Union werde auf diese Weise finanziell gestärkt, um ihre
Anstrengungen für dauerhafte Friedenslösungen auf dem
Kontinent umzusetzen. Ohne Frieden und Stabilität könne es
keine Entwicklung in Afrika geben, ergänzte das
Kommissionsmitglied.
Die Gelder, die für Transport und Unterbringung von Soldaten bei
Friedensmissionen, aber nicht für Waffenkäufe vorgesehen
sind, stammen aus dem Europäischen Entwicklungsfonds. Je zur
Hälfte stammen sie einer Kürzung der geplanten
Entwicklungshilfeprogramme für afrikanische Staaten um jeweils 1,5
Prozent sowie aus nicht abgeflossenen Fondsreserven.
Der Entwicklungsverband sieht in der Entscheidung eine Vermengung von
Zielen und Aufgaben, die abzulehnen sei. Angesichts vieler Konflikte
auf dem afrikanischen Kontinent sei die Schaffung einer
Finanzierungsmöglichkeit für dortige Friedensmissionen zu
unterstützen. Aber der EU-Entwicklungsfonds dürfe nicht als
"Steinbruch" genutzt werden für neue EU-Aufgaben im Rahmen einer
verstärkten gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik.
Die Gelder des Entwicklungsfonds sollten für Halbierung der Armut,
bessere Bildung sowie Bekämpfung von Malaria und Aids
unterstützt werden, nicht für militärische Aufgaben,
kritisierte der Verband. Zuvor hatte bereits Entwicklungsministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) dazu aufgeordert, zusätzliche
Gelder für die Unterstützung afrikanischer Friedenstruppen
bereitzustellen.
(Quelle: epd)
EU-Parlament will Stammzellenforschung fördern
Forschung mit embryonalen Stammzellen ist in Deutschland verboten
Do.20.11.03 - Das Europaparlament will die in Deutschland verbotene
Stammzellenforschung mit EU-Mitteln fördern lassen. Die am
Mittwoch in Straßburg mit 300 gegen 210 Stimmen verabschiedete
Vorlage geht noch über die umstrittenen Pläne der
EU-Kommission hinaus. Die Deutsche Bischofskonferenz sprach von einem
"verheerenden Signal für ganz Europa". Der Beschluss ist
allerdings nicht bindend. Die Entscheidung wird von den Mitgliedstaaten
voraussichtlich am 3. Dezember getroffen.
Der als Berichterstatter des EU-Parlaments fungierende CDU-Abgeordnete
Peter Liese erklärte enttäuscht: "Das Parlament hat die
Chance verpasst, der Forschung einen klaren ethischen Rahmen zu geben."
Die Grünen-Abgeordnete Hiltrud Breyer sprach von einem "schwarzen
Tag für die Ethik".
Nach dem Kommissionsvorschlag soll die Forschung an menschlichen
Stammzellen nur gefördert werden, wenn die dafür genutzten
Embryonen bereits vor dem 27. Juni 2002 existierten. Das Parlament
stellte sich gegen diese Einschränkung. Liese meinte, dadurch
werde eine Einigung im Ministerrat noch schwieriger. Er rechne damit,
dass die Kommissionsvorlage von Deutschland, Österreich, Italien
und Portugal blockiert werde.
Wissenschaftler hoffen, mit Hilfe der Stammzellenforschung einmal
Ersatz für kranke Gewebe oder gar Organe herstellen zu
können. Umstritten ist allerdings, ob dafür wirklich Zellen
menschlicher Embryonen genutzt werden müssen, die dabei
getötet werden. Bislang besteht in der EU ein Moratorium für
die Förderung der embryonalen Stammzellenforschung, das zum
Jahresende ausläuft.
Die Bischofskonferenz erklärte in Bonn, mit der Empfehlung zur
Förderung der "verbrauchenden" Embryonenforschung bewerte das
EU-Parlament Forschungsinteressen höher als die Würde und das
Lebensrecht menschlicher Embryonen. Die Forschung mit menschlichen
embryonalen Stammzellen setze die Tötung von menschlichem Leben
voraus.
Die stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Maria Böhmer
warnte in Berlin, eine Verwirklichung des Beschlusses wäre
«der erste Schritt zu einer Kommerzialisierung menschlichen
Lebens». Die Bundesregierung habe die Pflicht, im Ministerrat
für eine Ablehnung des Kommissionsvorschlags einzutreten.
Der europapolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerd
Müller, sieht "eine Zerreißprobe für Europa". Für
Deutschland ergäbe sich bei einer Verwirklichung der
EU-Vorschläge die "schizophrene Situation", dass es sich an der
Finanzierung einer Forschung beteiligen müsste, "die wir selbst
unter Strafe gestellt haben".
Die bayerische Sozialministerin Christa Stewens (CSU) forderte in
München: "Wir müssen den Anfängen wehren und jedem
Vorstoß zur Aushöhlung der Menschenwürde
entgegentreten." Sie hoffe, dass der EU-Ministerrat den Beschluss nicht
übernehme.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv
Justizministerin stellt Konsens bei Embryo-Forschung in Frage
Zypries: Recht auf Leben muss abgewogen werden - Künstlich
befruchtete Eizellen verfügen nicht über Menschenwürde
im Sinne des Grundgesetzes +++ Stellvertretende Vorsitzende der
Unionsfraktion, Maria Böhmer: Damit werden Embryonen "vom Menschen
zu Material"
Do.30.10.03 - Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat knapp anderthalb
Jahre nach der Grundsatzentscheidung des Bundestages zur Forschung mit
Zellen künstlicher erzeugter Embryos den Konsens in Frage gestellt.
Sie frage sich, ob die im so genannten Stammzellgesetz festgelegten
Regeln für die aktuelle Grundlagenforschung noch ausreichend
seien, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Text
für eine Rede, die Zypries am Nachmittag in der Berliner
Humboldt-Universität hielt. Sie verwies darauf, dass das
Stammzellgesetz Möglichkeiten eröffne, die Forscher nutzen
sollten. "Regierung und Gesetzgeber werden dann zu prüfen haben,
ob eine Lockerung des Stammzellgesetzes erforderlich ist", sagte sie...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310300.htm#03103014
Streit um Embryonenforschung in Deutschland
Heftige Kritik an Bundesjustizministerin Zypries' Vorstoß
für Lockerung des Embryonenschutzes mit dem sie einen erst vor
eineinhalb Jahren nach mühsamen Debatten getroffenen
parteiübergreifenden Bundestagsbeschluss in Frage stellt
Fr.31.10.03 - Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat mit ihrem Vorstoß
für eine Lockerung des Embryonenschutzes eine Welle der Kritik
ausgelöst. Vor allem Ärzte, Kirchen und
Behinderten-Organisationen machten dagegen Front. Gleichzeitig
entzweite die Position des Justizministeriums die rot-grüne
Koalition...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310310.htm#03103111
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Serbien: Regierungsbündnis DOS löst sich auf
Do.20.11.03 - Das in Serbien regierende Reformbündnis DOS hat sich laut einer
Erklärung vom Mittwoch aufgelöst. Der Vorsitz der aus 18
Parteien bestehenden Demokratischen Opposition Serbiens sei zu dem
Schluss gekommen, dass mit deren Sieg über den damaligen
jugoslawischen Staatspräsidenten Slobodan Milosevic im Jahr 2000
ein historischer Schritt in Richtung Demokratie und internationale
Integration gelungen sei. Das Bündnis sei nun am Ende seiner
Möglichkeiten und Aufgaben angelangt.
Beobachter erwarten, dass sich DOS vor der Parlamentswahl im Dezember
neu organisieren will. Interne Streitigkeiten und
Korruptionsvorwürfe gegen Spitzenpolitiker haben in jüngster
Zeit dazu geführt, dass das Bündnis in der Wählergunst
an Popularität verloren hat. Einige Parteien hatten das
Bündnis bereits im Lauf der vergangenen drei Jahre verlassen.
Dragoljub Micunovic, der DOS-Kandidat bei der gescheiterten
Präsidentenwahl vom Sonntag, erklärte, die Atmosphäre
bei der letzten Sitzung des Bündnisses am Dienstag sei
«freundlich und sentimental» gewesen. Ungeachtet aller
Kritik bleibe die historische Rolle von DOS bestehen.
DOS wurde 2000 mit dem Ziel des Siegs über Milosevic und dessen
Sozialistischer Partei bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen
gegründet. Ihr Kandidat Vojislav Kostunica erzielte bei der
Präsidentenwahl im September 2000 mehr Stimmen als Milosevic, der
seine Niederlage jedoch nicht anerkennen wollte. Nach Massenprotesten
musste Milosevic die Niederlage im Oktober schließlich
eingestehen. Ein Jahr später lieferte ihn das regierende
Bündnis an das Kriegsverbrechertribunal nach Den Haag aus.
(Quelle: ap)
Deutschland:
SPD-Parteitag in Bochum stützt Schröders Reformkurs
Delegierte sprachen sich für eine höhere Erbschaftsteuer und
für die schrittweise Einführung einer Bürgerversicherung
aus - Auch Beamte und Selbstständige sollen in Rentenversicherung einzahlen
+++ Schlechtes Wahlergebnis von SPD-Generalsekretär Olaf Scholz
sorgt weiter für Spannungen, besonders zwischen Schröder und
seinem eigenem Landesverband Niedersachsen: 'Euch mache ich fertig' soll
Schröder gedroht haben
Do.20.11.03 - Mit der einmütigen Zustimmung zum Reform-Fahrplan hat sich der
SPD-Bundesparteitag klar hinter Kanzler Gerhard Schröder gestellt.
Die Delegierten sprachen sich für eine höhere Erbschaftsteuer
zur Finanzierung von Zukunftsinvestitionen und für die
schrittweise Einführung einer Bürgerversicherung aus.
Unterdessen sorgte das schlechte Wahlergebnis von
SPD-Generalsekretär Olaf Scholz weiter für Spannungen,
besonders zwischen Schröder und seinem eigenem Landesverband
Niedersachsen - "Euch mache ich fertig", soll Schröder gedroht
haben
Schröder sprach nach dem klaren Votum für den
Reform-Leitantrag von einem "erfolgreichen Parteitag". Die Delegierten
müssten jetzt diese Botschaften offensiv in Partei und
Gesellschaft tragen. Der Reformprozess werde weitergehen, auch "wenn
wir es uns nicht immer einfach dabei machen", sagte Schröder mit
Blick auf die zum Teil kritischen Debatten. Erstmals nach Jahren sangen
die Delegierten zum Abschluss wieder die Parteihymne "Wann wir
schreiten Seit an Seit".
Nach Angaben aus SPD-Kreisen machte Schröder führende
Vertreter der niedersächsischen SPD für die Schlappen bei der
Vorstandswahl vom Montag verantwortlich. "Euch mache ich fertig", soll
Schröder laut "Neue Presse" (Hannover) gedroht haben. Der
niedersächsische SPD-Vorsitzende Wolfgang Jüttner wies die
Vorwürfe zurück und empfahl angesichts der Kritik, sich "an
die eigene Nase zu fassen".
Auch der niedersächsische SPD-Fraktionschef Sigmar Gabriel
verwahrte sich gegen Intrigen-Vorwürfe: "Ich habe mich darum
bemüht, die Leute davon zu überzeugen, dass es unfair ist,
Olaf Scholz einen Denkzettel zu geben", sagte er dem Inforadio
Berlin-Brandenburg. In Hamburg entzündete sich unterdessen eine
Debatte über Scholz' Doppelfunktion als Generalsekretär und
SPD-Landeschef: Es gebe in der Partei Stimmen, "die meinen, die
Doppelbelastung ist ein Handicap", sagte der SPD-Spitzenkandidat
für die Bürgerschaftswahl 2005, Thomas Mirow, dem
Fernsehsender Hamburg 1.
In zwei Punkten des Leitantrages konnte sich die Parteispitze in Bochum
nicht durchsetzen. Entgegen dem Votum Schröders plädierten
die Delegierten für die schrittweise Ausweitung der
Rentenversicherung auf alle Erwerbstätigen, also auch
Selbstständige und Freiberufler. Bei der Krankenversicherung will
die SPD auch andere Einkommen aus Vermögen, Vermietung und
Verpachtung einbezogen sehen. Schröder sagte nach der Abstimmung,
über die Ausgestaltung einer Bürgerversicherung werde "noch
zu reden sein".
Bei der Erbschaftssteuer will die SPD mit hohen Freibeträgen
sicherstellen, dass tatsächlich auch nur besonders Reiche belastet
werden. Schröder und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement stellten
sich hinter die Forderung. Clement sagte, für
Firmenübernahmen müsse eine mittelstandsfreundliche Regelung
gefunden werden. Hohe private Vermögen sollen nun «in
angemessener Weise» an der Finanzierung von Zukunftsaufgaben
beteiligt werden. Eine regelmäßige Vermögenssteuer wird
in dem Antrag aber nicht gefordert.
Mit mehr Investitionen in Bildung, Forschung und Innovationen will die
SPD eine neue Wachstumsdynamik in Deutschland auslösen. Binnen
vier Jahren soll die Zahl der Ungelernten eines Jahrganges halbiert,
die Zahl der Studienanfänger dagegen auf 40 Prozent erhöht
werden (bisher: 32 Prozent). Ein "gebührenfreies Erststudium"
bleibt für die SPD weiterhin «unverzichtbar».
Mehr Ganztagsbetreuung, bessere Bildung und familienfreundliche
Arbeitszeiten, aber auch eine gezielte finanzielle
Familienförderung sollen darüber hinaus für eine bessere
Balance zwischen Beruf und Familie sorgen. Die SPD plädiert zudem
für neue und flexiblere Formen der Arbeitszeit, mit so genannten
Arbeitszeitkonten oder Zeitfenstern für Weiterbildung.
Schröder würdigte zum Schluss ausscheidende
Vorstandsmitglieder und hob dabei ausdrücklich die Arbeit des in
Bochum abwesenden Ex-Parteichefs und -Verteidigungsministers Rudolf
Scharping hervor.
CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sagte, der SPD-Parteitag biete
"nur ein Signal: Mit den Botschaften Erbschaftssteuer und
Ausbildungsplatzabgabe zerschlägt der Kanzler die letzten
Hoffnungen auf eine wachstumsorientierte Politik - und dies nur, um
sich selbst über den Parteitag zu retten." Nach
FDP-Einschätzung hat die SPD sich gegen die Marktwirtschaft und
für den Klassenkampf entschieden. "Die SPD geht weiter den Weg in
die Neidgesellschaft", sagte FDP-Chef Guido Westerwelle in Berlin. Die
Wirtschaft kritisierte die Pläne der Sozialdemokraten für
Ausbildungsabgabe und höhere Erbschaftssteuer.
(Quelle: dpa)
Eine neue Kapitalismus-Kritik wäre nötig...
...sagt Oskar Negt in einem taz-Interview vom 20.11.2003. In der SPD
mangelele es an Ideen für eine gerechtere Gesellschaft. Deshalb
gebe es auch keine Opposition gegen Schröder...
Mehr unter:
http://www.taz.de/pt/2003/11/20/a0123.nf/text
Oskar Negt ist emeritierter Professor für Soziologie in Hannover.
Er beschäftigte sich u. a. mit Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik.
Im Wahlkampf 1998 war Negt als Berater von Gerhard Schröder
tätig, mit dem er auch befreundet ist.
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Perfekter magischer Würfel der Ordnung 5 gefunden
Do.20.11.03 - Ein weiteres brennendes Problem der Mathematiker, an dem seit 150
Jahren geknobelt wird, ist jetzt gelöst: Es gibt perfekte magische
Würfel der Ordnung-5.
Wie mathworld [http://mathworld.wolfram.com/news/2003-11-18/magiccube/]
von Wolfram Research mitteilte, konnten der Mathematiker und Lehrer
Walter Trump aus Deutschland und der Mathematiker Christian Boyer aus
Frankreich einen solchen Würfel konstruieren, nachdem Trump nur
zwei Monate zuvor erfolgreich einen perfekten magischen Würfel der
Ordnung 6 präsentiert hatte. Für Ordnung 7 hatte der
englische Missionar A. Frost bereits im Jahre 1866 eine Lösung
(ganz ohne Computer) ausgetüftelt, als er im indischen Nasik
seinen Dienst verrichtete. Dieser Würfel ist seitdem unter "Nasik
Würfel" bekannt. Für die Ordnungen 2,3,4 -- so lässt
sich beweisen --, gibt es keine solchen Würfel, für 5 und 6
war das bislang unbekannt.
Magische Würfel sind die dreidimensionalen Kollegen von magischen
Quadraten. Ein Würfel der Ordnung n lässt sich in jede
Raumrichtung (mit Spalten, Reihen und Säulen) in n Schichten
aufteilen, eine jede mit einem magischen Quadrat, sodass die Summen
über Spalten, Reihen und Säulen alle die gleiche magische
Konstante ergeben: M(n)=1/2n(n3+1). Hinzu kommen beim Würfel die
vier Raumdiagonalen, die sich ebenfalls zur magischen Konstanten M(n)
aufsummieren müssen. Sind bei allen 3n magischen Quadraten des
Würfels auch die Flächendiagonalen gleich M(n), so spricht
man von einem perfekten magischen Würfel. Wie bei magischen
Quadraten auch, darf jede Zahl (beim Würfel von 1 bis n3) nur
einmal dabei auftauchen.
Da mit dieser Entdeckung das Gebiet der magischen Quadrate und
Würfel etwas abgegrast ist, wenden sich die "Kubisten" neuen
Herausforderungen zu, etwa den multimagischen Würfeln [http://members.shaw.ca/hdhcubes/cube_multimagic.htm],
bei den zusätzlich auch die Quadratzahlen der Einträge
und/oder höheren Potenzen magisch sein müssen.
(Quelle: heise-online.de)
Wissenschaftler entwickeln winzigen Roboter-Helikopter
Do.20.11.03 - Japanische Wissenschaftler haben den bislang kleinsten und leichtesten
ferngesteuerten Hubschrauber der Welt vorgestellt. Der "Micro Flying
Robot" wiege nur zehn Gramm, sei 70 Millimeter hoch und könne bei
Naturkatastrophen als "fliegende Kamera" eingesetzt werden, sagte Junji
Ajioka von Unternehmen Seiko Epson am Mittwoch in Tokio. Der Roboter
könne nach Katastrophen in gefährliche Gebiete fliegen und
die Lage untersuchen: "Er funktioniert wie ein Auge", erklärte
Ajioka. So könne das Gerät beispielsweise nach Erdbeben in
eingestürzte Gebäude fliegen und nach Verschütteten
suchen.
Der Prototyp des ferngesteuerten Helikopters ist allerdings noch auf
die Stromversorgung durch ein Kabel angewiesen. Das Unternehmen sucht
nach einem passenden Leichtgewicht-Akku, um den Roboter völlig
frei fliegen lassen zu können. Seiko Epson brauchte drei Jahre zur
Entwicklung des Geräts.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv
US Air Force Projekt: Drohne zur Luftaufklärung mit Nuklearantrieb
Sa.22.02.03 - Bei der US Air Force will man nukleargetriebene unbemannte Flugzeuge
entwickeln, die monatelang ununterbrochen im Einsatz sein könnten
Drohnen sind die Vorboten des neuen Hightech-Krieges, der aus der Ferne
gef&uum;hrt wird. Während man in Israel, eines der führenden Länder in der
Entwicklung von Drohnen, nun auch winzige Überwachungsdrohnen in der Größe
einer Kreditkarte entwickelt, denkt man bei der amerikanischen Air Force über
Drohnen mit Nuklearantrieb nach. (Quelle: tp)
Mehr unter:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/14226/1.html
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?
read=detail&id=145746&tmp=56396
Globale Angriffs- und Zerstörungskapazität:
Das Pentagon wünscht sich eine mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit fliegende Drohne, um ungehindert
schnell überall auf der Erde vom US-Territorium aus Ziele angreifen zu können ..
Mehr bei "telepolis" (02.07.03 ?) unter:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15112/1.html
Militärische Flugroboter erobern den zivilen Luftraum
«Unbemannte, militärische Flugkörper, auch bekannt als
"Drohnen", dringen nun auch in den zivilen Luftraum vor. Als
erstes unbemanntes Flugobjekt erhielt der "Global Hawk" von Northrop
Grumman die Freigabe für den gesamten Zivil- Luftraum der USA.
Darüber hinaus könnte das futuristische Fluggerät auch
bald schon im europäischen Luftraum auftauchen...» (Quelle:
futurezone, 18.08.03)
Mehr unter:
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?
read=detail&am;id=179271&tmp=75092
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