Aktuelle Nachrichten
Irak am zweihundertfünfundfünfzigsten Tag nach Kriegsbegin
USA erwägen Wahl von irakischer Übergangsregierung +++
Hillary Clinton fordert in Bagdad Umdenken der USA in Irak-Politik +++
US-Soldat in US-Divisionshauptquartier in Mosul durch Mörser
getötet +++ Hunderte Iraker demonstrieren in Bagdad gegen
Terrorismus: Beklagen insbesondere den Tod von irakischen Zivilpersonen bei
Übergriffen auf US-Soldaten +++ EU-Außenkommissar
Patten: Anhaltende Unruhe in Irak wäre ein Desaster +++ Syrien
verteidigt Kampf der Iraker gegen Besatzungstruppen +++ US-Truppen
nehmen Scheich im Irak fest +++ In der polnischen Besatzungszone im
Irak hat sich die Lage verschlechtert
Sa.29.11.03 - Entgegen ihrer bisherigen Planung schließen die USA eine
Direktwahl zur künftigen irakischen Übergangsregierung nicht
mehr aus. US-Zivilverwalter Paul Bremer steht in Verhandlungen mit
Vertretern der Schiiten, deren geistiges Oberhaupt die von den USA
geplante indirekte Ernennung einer Übergangsregierung abgelehnt
hatte.
Bremer und seine Mitarbeiter verhandelten derzeit unter anderem mit
Vertretern von Großayatollah Ali Sistani "darüber, wie es
weitergehen könnte", sagte Condoleezza Rice in Washington. Ein
hochrangiger Regierungsvertreter sagte der "Washington Post", es werde
um eine Lösung gerungen, wie auf die Forderung Sistanis nach
Wahlen durch das Volk bereits im kommenden Jahr eingegangen werden
könne. Die USA kämen aller Voraussicht nach nicht umhin, den
Forderungen nachzugeben.
Bei seinem Kurzbesuch in Bagdad hatte Bush gegenüber Vertretern
des Regierungsrats bereits seine Bereitschaft signalisiert, die
Pläne seiner Regierung zum Machttransfer wieder zu ändern.
Sicherheitsberaterin Rice wehrte sich nach Bushs Rückkehr gegen
die Einschätzung, wonach die Heimlichkeit der Bush-Reise und die
immensen Sicherheitsvorkehrungen die Instabilität der Lage in Irak
illustrierten. "Der meiste Teil des Landes ist ziemlich stabil", sagte
sie dem TV-Sender ABC.
In der irakischen Hauptstadt stieß Bushs Visite auf
unterschiedliche Reaktionen. Während es die Bewohner der
schiitischen Vorstädte in erster Linie bedauerten, dass der
Präsident aus Furcht vor Anschlägen auf Treffen mit der
irakischen Bevölkerung verzichtete, stieß der Besuch bei der
früheren sunnitischen Elite auf unverhohlene Ablehnung.
Selbst der von den USA eingesetzte Regierungsrat war nicht über
die Visite informiert worden, wie am Freitag bekannt wurde.
Ratsmitglied Mahmud Othman erklärte, Bush habe nicht die Iraker
besucht, sondern lediglich seine Truppen.
Vier Mitglieder des Gremiums trafen den Präsidenten, weil sie zu
dem Abendessen am amerikanischen Erntedankfest eingeladen waren, bei
dem Bush am Donnerstag unverhofft auftauchte. Muwafik el Rubeie sprach
anschließend von einem fruchtbaren Dialog. Bush habe die
Entschlossenheit seines Landes bekräftigt, Irak zu Demokratie und
Wohlstand zu führen. Othman kritisierte jedoch, dass der
US-Präsident nicht offiziell mit Vertretern des irakischen Volkes
zusammengetroffen sei.
Bush hatte bei seiner Ansprache auf dem US-Luftwaffenstützpunkt am
Bagdader Flughafen alle Iraker dazu aufgerufen, ihr "großartiges
Land" auf der Basis der Freiheit und Menschenwürde wieder
aufzubauen. Die US-Truppen würden so lange im Land bleiben, bis
das Ziel erreicht sei.
Nur einen Tag nach Bush besuchte die New Yorker Senatorin Hillary
Clinton Bagdad. Die Frau des früheren US-Präsidenten Bill
Clinton sagte, es sei noch nicht zu spät für eine
stärkere Einbeziehung der Vereinten Nationen beim Wiederaufbau.
"Wir müssen den Prozess internationalisieren. Dafür muss
unsere Regierung ihre Meinung ändern, was ich jedoch nicht sehe."
Die Situation bewertete sie als sehr kompliziert: "Wir haben viele
Gegner, die uns und dem irakischen Volk nur Schlechtes wünschen."
Die Senatorin wurde von ihrem Kollegen Jack Reed aus Rhode Island
begleitet.
Nach den Feiern zum Ende des islamischen Fastenmonats hat die
Intensität der Gefechte zwischen amerikanischen Besatzungssoldaten
und Aufständischen im Irak wieder zugenommen. Nur wenige Stunden
nach dem Blitzbesuch von US-Präsident George W. Bush in Bagdad
starb ein US-Soldat in der nordirakischen Stadt Mosul durch
eine Mörsergranate. Nach Angaben des US-
Militärkommandos in Bagdad wurde das Hauptquartier seiner Armee-
Einheit von Aufständischen beschossen. Bei einem Bombenanschlag
auf einen Militärkonvoi nahe der Stadt Samarra wurde nach Angaben
eines Militärsprechers ein US-Soldat schwer verletzt.
Die US-Streitkräfte nahmen unterdessen einen Scheich fest, der
Anschläge auf US-Truppen organisiert haben soll.
Scheich Taha Kitar, der in seinem Haus in Haswah (Provinz Babylon)
festgenommen wurde, steht im Verdacht, Studenten zu Anschlägen
gegen die US-Truppen aufgestachelt zu haben. Er soll auch
Widerstandszellen finanziert haben, die südlich von Bagdad aktiv
sind. Insgesamt nahmen die US-Soldaten bei Razzien innerhalb von 24
Stunden 17 Verdächtige fest.
Auch der von den Amerikanern am Donnerstag festgenommene ehemalige
Leibwächter von Saddam Hussein, General Chalid Arak Hatimi, soll
laut US-Armee an der Finanzierung und Bewaffnung irakischer
Untergrundkämpfer beteiligt gewesen sein. Angeblich soll er den
Kämpfern auch beim Schmuggel von Waffen aus Syrien in den Irak
behilflich gewesen sein.
In der polnischen Besatzungszone im Irak hat sich die Lage in den
vergangenen Wochen nach Angaben des polnischen Verteidigungsministers
verschlechtert. Außer den Angriffen von Untergrundkämpfern
und Anhängern Saddam Husseins nannte Minister Jerzy Szmajdzinski
am Freitag im Warschauer Sejm auch den wachsenden Einfluss islamischer
Extremisten in der Bevölkerung. Um Selbstmordanschläge zu
verhindern, sei das Gelände um die Militärlager befestigt
worden.
Der arabische Fernsehsender El Dschasira berichtete am Freitag unter
Berufung auf die irakische Polizei von einem tödlichen
Zwischenfall in einem Dorf nahe der rund 60 Kilometer nördlich von
Bagdad gelegenen Stadt Bakuba. US-Soldaten hätten in der Umgebung
eines amerikanischen Militärstützpunktes am Donnerstagabend
zwei Iraker im Alter von 12 und 15 Jahren erschossen, hieß es.
Details wurden nicht bekannt.
In Bagdad protestierten am Freitag hunderte Iraker gegen Terrorismus
und verurteilten dabei den gestürzten Staatschef Saddam Hussein.
Die Veranstaltung war von mehreren irakischen Parteien organisiert
worden, die nicht im Regierungsrat vertreten sind. Die Demonstranten
beklagten insbesondere den Tod von irakischen Zivilpersonen bei
Übergriffen auf US-Soldaten.
Der EU-Außenkommissar Chris Patten hat eindringlich vor einem
instabilen Irak gewarnt. Anhaltende "Unruhe" in Irak wäre ein
"Desaster", sagte Patten der indischen Zeitung "Hindu"
(Samstagsausgabe). Patten wies dabei sowohl auf die Anziehungskraft
eines instabilen Irak auf "Terroristen" hin als auch auf die Konflikte
zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden, die das Land langfristig
destabilisieren könnten. In der EU gebe es daher keine
Meinungsverschiedenheiten darüber, dass in dem
kriegszerstörten Land für Stabilität gesorgt werden
müsse. Patten hält sich derzeit zu Besuch in Indien auf.
Der syrische Ministerpräsident Nadschi el Otari hat derweil den
Kampf der Iraker gegen die Besatzungstruppen verteidigt. Es handele
sich nicht um Terroristen, sondern um eine Befreiungsbewegung, sagte
Otari in einem am Freitag von dem ägyptischen Magazin "El
Mussawar" verbreiteten Interview. Es war sein erstes grösseres
Interview seit seinem Amtsantritt im September.
Otari wies auch die amerikanischen Sanktionsdrohungen gegen sein Land
zurück. Sie würden nichts bewirken, sagte der
Ministerpräsident. Der amerikanische Kongress hatte in der vorigen
Woche US-Präsident George W. Bush ermächtigt, Sanktionen
gegen Syrien zu verhängen. Das US-Aussenministerium zählt das
Land zu jenen Staaten, die Terroristen unterstützen.
(Quellen: afp, ap, dpa)
Infanteriedivision zeigt Versäumnisse der US-Truppen in Irak auf
Interner Bericht: Regierung hatte keinen Plan für Nachkriegszeit
Sa.29.11.03 - Konzeptionslosigkeit und falsche Vorstellungen über den Umgang mit
der irakischen Bevölkerung prägten laut einem internen
Bericht der US-Streitkräfte die ersten Schritte der Besatzer nach
dem Fall Bagdads. Der Bericht der 3. Infanteriedivision, der der
Nachrichtenagentur AP vorliegt, bestätigt in vielen Punkten die
von aussen stehenden Beobachtern erhobene Kritik an der
Nachkriegspolitik der USA.
Als folgenschwerer Fehler erwies sich dem Bericht zufolge die
politische Entscheidung, die US-Truppen zunächst als Befreier
statt als Besatzungsmacht zu präsentieren. Die daraus
resultierende Unsicherheit der US-Kommandeure habe ein entschlossenes
Vorgehen gegen Plünderungen verhindert und den Wiederaufbau
verzögert, was das Vertrauen der Bevölkerung in die
US-Truppen nachhaltig beschädigt habe.
«Zu Beginn hatten es die Leute eilig, mit dem Wiederaufbau zu
beginnen und erwarteten von den US-Truppen Unterstützung. Doch sie
gewannen rasch den Eindruck, dass wir unfähig oder unwillig seien,
etwas zu tun», heisst es in dem Papier. Die 3. Infanteriedivision
hatte den Sturm auf Bagdad angeführt.
Nach internationalem Recht hätten die USA unmittelbar nach dem
Sturz des irakischen Regimes sowohl die Rechte als auch die Pflichten
einer Besatzungsmacht gehabt, betonen die nicht näher
identifizierten Autoren. Die Truppen seien auf diese Situation aber
nicht vorbereitet worden: «Obwohl es nahezu sicher war, dass die
Streitkräfte den Regimewechsel herbeiführen würden, gab
es keinen Plan für die weitere Kontrolle und den Wiederaufbau,
selbst als die Division Bagdad bereits erreicht hatte.» In diesem
Zusammenhang wird die Regierung scharf kritisiert:
«Aussenministerium, Verteidigungsministerium und andere
Regierungsbehörden müssen bei der Planung von
Besatzungsaufgaben besser und schneller arbeiten.»
Ein Sprecher der 3. Infanteriedivision erklärte, der Bericht sei
aus Stellungnahmen zahlreicher Offiziere und Soldaten zusammengetragen
worden. Es handele sich nicht um die endgültige Fassung.
(Quelle: ap)
Hoher US-Geheimdienst-Angehöriger verteidigt Irak-Analysen
Sa.29.11.03 - Obwohl bis heute keine Massenvernichtungswaffen in Irak gefunden
wurden, beharren führende amerikanische
Geheimdienstangehörige auf der Richtigkeit ihrer Analysen vor
Kriegsbeginn. Die Schlüsse seien stimmig gewesen, auch wenn sie
bislang weitgehend nicht belegt worden seien, erklärte Stuart
Cohen, stellvertretender Leiter des Nationalen Geheimdienstrates (NIC)
am Freitag erklärte. Das NIC ist eine Gruppe von ranghohen
Geheimdienstexperten, die den CIA-Chef George Tenet beraten.
In dem Bericht aus dem Oktober 2002, für den Cohen die
Oberaufsicht hatte, hiess es unter anderem, Irak sei im Besitz von
chemischen und biologischen Waffen. Ausserdem ging man davon aus, dass
Saddam Hussein ein Atomwaffenprogramm verfolge, allerdings noch nicht
im Besitz solcher Waffen sei.
«Wir haben jeden Ausdruck, jede Zeile, jeden Satz, jedes Urteil
und jede alternative Sicht in dem 90-seitigen Dokument
überprüft und deren Entstehung vollständig
verfolgt», schrieb Cohen in einem Beitrag für die
«Washington Post» (Freitagausgabe). Eine ausführliche
Stellungnahme Cohens wurde auf der Homepage der CIA am
Freitagnachmittag veröffentlicht.
Cohen stellte klar, dass es sich bei dem Bericht lediglich um eine
Einschätzung des Geheimdienstes gehandelt habe. Darin sei keine
Empfehlung enthalten gewesen, dass die USA in den Krieg gegen Irak
ziehen oder davon Abstand nehmen sollten. Die Erkenntnisse der NIC
dienten für die US-Regierung als Begründung für den
Angriff auf Irak.
(Quelle: ap)
Stellungnahme des stellvertretenden Leiters des
Nationalen Geheimdienstrates, Stuart Cohen::
http://www.cia.gov/cia/public_affairs/
press_release/2003/pr11282003
Noch nie gab es so viele Obdachlose in New York
Rund 39.000 Menschen, fast zur Hälfte Kinder, sind inzwischen in
der Millionenstadt obdachlos +++ Drei Viertel der New Yorker Obdachlosen
sind Familien mit Kindern. Sie sind Opfer einer
harten Sozialpolitik
Sa.29.10.03 - Sie kannten ihn alle, hier in der schäbigen Meeker Avenue, doch
keiner kannte seinen Namen. Mitte fünfzig war er wohl,
weißer Bart, polnischer Akzent. Tagsüber sammelte er leere
Dosen. "Er störte niemanden", sagt ein Anwohner. Nachts schlief
der Mann unter einem Stapel Müll am Straßenrand.
Um kurz vor drei Uhr nachts an diesem trüben Novembertag kam der
Müllwagen vorbei. Ahnungslos hoben die Müllmänner den
Schrottstapel mit der hydraulischen Gabel hoch und schaufelten ihn in
den Bauch des Trucks. Der Mann mit dem weißen Bart wurde von der
Müllpresse zerquetscht.
Es war bereits der dritte gewaltsame Tod eines New Yorker Obdachlosen
in vier Wochen. Zehn Tage zuvor war der 48-jährige Charles Gomez
auf offener Straße von Unbekannten erschossen worden. Und Ende
Oktober war ein Obdachloser, den alle nur Carlos nannten, von zwei
Autos überfahren worden.
Die Todesfälle sind Symptome einer Krankheit, die New York
ausgerechnet zum Einbruch des Winters fest im Griff hält: Fast
39.000 Menschen, fast zur Hälfte Kinder, sind hier inzwischen
obdachlos - mehr als je zuvor in der Geschichte der Millionenstadt. Sie
sind auffälliger denn je in ihrem Kontrast zu den schicken
Auslagen der Luxusläden. Zum Beispiel an der feinen Fifth Avenue.
An der Ecke zur Fifteenth Street kommen jeden Abend ein halbes Dutzend
von ihnen zusammen. Um die Ecke lockt Armani mit einer Reisetasche
für 578 Dollar.
Drei Viertel der New Yorker ohne Dach über dem Kopf sind heute
Familien mit Kindern. Sie sind Opfer einer harten Sozialpolitik. Immer
mehr Mittelklasse-Familien stehen wegen der Spätfolgen der
US-Rezession vor dem Nichts. "Sie kommen mit der Miete in Verzug, und
auf einmal stehen sie auf der Straße", berichtet Mary Brosnahan,
die Direktorin der "Koalition für die Wohnungslosen".
Das lässt sich auch in der "Rescue Mission" beobachten, einem Asyl
nahe der City Hall. Die 100 Betten werden jeden Abend per Los vergeben.
Überall wendet sich das gesellschaftliche Klima gegen die Armen.
Im gesamten Land, berichtet die "Koalition für die Wohnungslosen",
herrsche "eine zunehmend feindliche Haltung gegen Obdachlose".
Übergriffe der Polizei und verschärfte Gesetze machten es
immer schwerer, "auf der Straße zu überleben".
Die Lage wird sich weiter verschlechtern, erwartet das unabhängige
"Center on Budget and Policy Priorities". Und dies trotz der leichten
Entspannung auf dem US-Arbeitsmarkt und des Wirtschaftsaufschwungs.
"Verfehlte Prioritäten des Kongresses und des Präsidenten",
klagt der Direktor des Zentrums Robert Greenstein, "verschlimmern die
Armut."
Schon jetzt verschwinden - und sterben viele namenlos auf der
Straße. Bei einem früheren Müllwagen-Todesfall dauerte
es fast drei Monate, bis das Opfer von Angehörigen identifiziert
wurde. Nach dem freundlichen Mann mit dem weißen Bart von der
Meeker Avenue hat bis heute noch niemand gefragt.
Quelle: epd
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Nahost-Konflikt
Israelisch-palästinensische Gespräche in London ohne Ergebnis
+++ Arafat richtet Appell an Schröder und andere westliche
Politiker +++ Israelische Sperranlagen laut Annan Rechtsverstoß
Sa.29.11.03 - Nach zwei Tagen sind in London israelisch-palästinensische
Gespräche auf informeller Ebene über den Friedensprozess in
Nahost zu Ende gegangen. Beide Seiten beschrieben am Freitagabend die
Atmosphäre als konstruktiv, allerdings habe es keinen Durchbruch
bei der Verständigung über die so genannte US-Strassenkarte
zum Frieden gegeben. Teilnehmer waren unter anderem ein
Sicherheitsberater des palästinensischen Präsidenten Jassir
Arafat und ein Sohn des israelischen Ministerpräsidenten Ariel
Scharon. Israelis und Palästinenser haben den amerikanischen Plan
formell zugestimmt, allerdings hat Israel 14 Vorbehalte angemeldet.
Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat unterdessen an
mehrere Staats- und Regierungschefs westlicher Länder appelliert,
sich für die Wiederbelebung des Friedensprozesses in Nahost
einzusetzen. In einem Schreiben habe Arafat seinen Appell an
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Frankreichs
Staatspräsident Jacques Chirac und den britischen Premierminister
Tony Blair sowie an den spanischen Regierungschef José Maria
Aznar gerichtet, sagte Arafats Berater Nabil Abu Rudeina am Freitag.
Mit dem Bau der Sperranlagen zum Westjordanland verstösst Israel
nach Ansicht von UN-Generalsekretär Kofi Annan gegen
internationales Recht. In einem am Freitag veröffentlichten
Bericht an die Vollversammlung der Vereinten Nationen warf Annan der
Regierung von Ministerpräsident Scharon vor, eine Resolution der
Generalversammlung zu missachten, in der Israel im Oktober zum Abbau
der umstrittenen Sperranlagen aufgefordert wurde.
Annan vertrat ferner die Ansicht, dass der Bau der befestigten
Grenzanlagen langfristig dem Friedensprozess schaden könne. Er
verwies darauf, dass der Grenzzaun weitgehend auf
palästinensischem Grund und Boden errichtet wird. Die
Befestigungsanlage, mit der Israel nach eigener Darstellung das
Einsickern von Terroristen verhindern will, besteht aus Zäunen,
Schutzwällen, Gräben und Mauern. 150 Kilometer von geplanten
600 Kilometern sind bereits vollendet. Israel habe zwar das Recht und
die Pflicht, sich vor Terroranschlägen zu schützen,
dürfe sich damit jedoch nicht in Widerspruch zum Völkerrecht
setzen, erklärte Annan in dem Bericht.
Israel hat ungeachtet der Resolution der Vollversammlung erklärt,
an den Sperranlagen festzuhalten. Die Resolution wurde gegen den Willen
der USA am 21. Oktober mit 144 gegen vier Stimmen verabschiedet. Annan
wurde in der Entschliessung aufgefordert, regelmässig zu
prüfen, ob die Resolution eingehalten werde. Eine ähnliche
Resolution war zuvor im Sicherheitsrat gescheitert. Die
Entschliessungen der Vollversammlung sind im Gegensatz zu denen des
Sicherheitsrates nicht bindend.
Die israelischen Streitkräfte haben am Freitag mehrere Soldaten
vom Dienst suspendiert, nachdem diese im Gazastreifen in eine Menge
geschossen und dabei einen unbewaffneten Palästinenser
getötet hatten. Der Zwischenfall ereignete sich am Vormittag an
einem Sperrzaun nahe der Siedlung Nissanit.
Nach Darstellung der Streitkräfte feuerte eine
Militärpatrouille in eine Gruppe von über 40
Palästinensern, die in die Sperrzone in der Nähe des Zauns
eingedrungen war. Die Soldaten hätten dabei nicht die Regeln zum
Schusswaffengebrauch beachtet, hiess es in der Erklärung. Sie
seien deshalb bis zur Klärung des Vorfalls vom Dienst suspendiert
worden. Die Zahl der betroffenen Soldaten wurde nicht genannt.
Bei dem getöteten Palästinenser handelt es sich nach Angaben
von Mitarbeitern eines palästinensischen Krankenhauses um einen 32
Jahre alten Geheimdienstoffizier. Laut palästinensischen
Augenzeugen näherte sich der Mann dem Sperrzaun, um einen geistig
verwirrten Palästinenser aufzuhalten, der hilflos durch die Gegend
irrte. Nach israelischen Militärangaben war der Getötete
nicht bewaffnet und trug auch keine palästinensische
Militäruniform.
(Quelln: ap, afp)
Israelis und Palästinenser legen am Montag
die 'Genfer Initiative' vor
Dass sie ohne Mandat ihrer Regierung verhandelt haben, sorgt für
Missstimmung ...
Mehr in der "tageszeitung" vom 29.11.03 unter:
http://www.taz.de/pt/2003/11/29/a0095.nf/text
Während die israelische Kritik an der Genfer Initiative vor allem
auf deren Unverbindlichkeit abzielt, ist die Debatte auf
palästinensischer Seite eher eine inhaltliche. Grund ist wohl,
dass deren Delegierte die Verhandlungen in enger Absprache mit Jassir
Arafat geführt haben ...
Mehr in der "tageszeitung" vom 29.11.03 unter:
http://www.taz.de/pt/2003/11/29/a0097.nf/text
Der Genfer Plan:
http://www.taz.de/pt/2003/11/29/a0098.nf/text
Blick ins Archiv
Die Mehrheit der Israelis und Palästinenser befürwortet die
Genfer Initiative zur Lösung des Nahost-Konflikts.
Nach einer
gestern in der israelischen Tageszeitung Haaretz veröffentlichten
Umfrage begrüßen 53 Prozent der befragten 610 Israelis und
56 Prozent der befragten Palästinenser den symbolischen Vertrag,
der am 1. Dezember in Genf vorgestellt werden soll und zwei getrennte
Staaten vorsieht.
Quelle: taz, 25.11.03
Vor kurzem wurde das sogenannte 'Genfer Abkommen' publiziert. Dabei
handelt es sich um einen inoffiziellen Friedensvorschlag, ausgehandelt
von früheren israelischen und palästinensischen Offiziellen
...Im 'Genfer Abkommen' wird zur vollständigen (wechselseitigen)
Anerkennung zwischen Israel und dem (künftigen) neuen
Palästinenserstaat aufgerufen - vollwertige diplomatische
Beziehungen inklusive. Anders als berichtet verlangt das Abkommen von
Palästina aber keineswegs, Israel als "jüdischen Staat"
anzuerkennen. Vielmehr soll jeder Staat den andern als "Heimat
('homelands') des jeweils anderen Volkes" anerkennen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311150.htm#031115kd
Ohne die Idee des Zionismus - die Sammlung aller Juden in
Palästina - wäre der Staat Israel nie gegründet worden.
Heute jedoch steckt die zionistische Doktrin in der Krise: Der Fluss
jüdischer Auswanderer mündet nicht mehr zwangsläufig in
Israel, sondern immer stärker - ausgerechnet - in Deutschland. Die
aus dem Zionismus abgeleitete offensive Politik der Rückgewinnung
von Land steht zudem im Brennpunkt des Nahostkonflikts. Kann Israel es
sich leisten, auf den Zionismus zu verzichten? Kann es sich leisten,
nicht auf ihn zu verzichten?...
Mehr in der "tageszeitung" vom 29.11.03 unter:
http://www.taz.de/pt/2003/11/29/a0264.nf/text
Was ist Zionismus?
http://www.taz.de/pt/2003/11/29/a0251.nf/text
Ohne den Antisemitismus wäre der Zionismus nie entstanden...
...Zwar behauptet die zionistische Legende, die Juden hätten sich
in jeder Generation nach Palästina gesehnt, aber diese Sehnsucht
war auf Gebete beschränkt. Tatsächlich haben die Juden im
Laufe der Jahrhunderte nie die kleinste Anstrengung gemacht, sich in
Palästina zu versammeln.
Ein kleines Beispiel: vor 511 Jahren wurde eine halbe Million Juden aus
Spanien vertrieben. Die meisten von ihnen siedelten sich irgendwo im
muslimisch-osmanischen Raume an, wo sie überall freundlich
aufgenommen wurden. Sie ließen sich in Marokko, Bulgarien,
Griechenland und in Syrien nieder. Nur nach Palästina, einer
entlegenen Provinz des türkischen Reiches, gingen außer ein
paar religiösen Schriftgelehrten kaum einer.
Muslime wenden sich im Gebet nach Mekka, Juden wenden sich im Gebet
nach Jerusalem. Aber mit der zionistischen Idee eines Judenstaates hat
das nichts zu tun.
Der moderne politische Zionismus war eine klare Reaktion auf den
modernen Antisemitismus der nationalen Bewegungen Europas. Es ist kein
Zufall, dass das Wort „Antisemitismus" 1879 in Deutschland geprägt
worden ist – und nur ein paar Jahre später hat Nathan Birnbaum,
ein in Wien geborener Jude, das Wort „Zionismus" geprägt.
Es war die Antwort auf die Herausforderung. Wenn die neuen nationalen
Bewegungen in Europa, so gut wie ausnahmslos, nichts mit den Juden zu
tun haben wollen, dann müssen eben die Juden sich selbst als eine
Nation im europäischen Sinne konstituieren and ihren eigenen Staat
gründen....
Uri Avnery in seiner Rede anläßlich der Verleihung des
Lew-Kopelew Preises
Mehr im ZNet (16.11.03) unter:
http://zmag.de/article/article.php?id=916
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Internet-Dissident in China zu vier Jahren Haft verurteilt
Sa.29.11.03 - Der chinesische Regimekritiker Jiang Lijun ist am Freitag wegen seiner
im Internet verbreiteten politischen Meinung zu vier Jahren Haft
verurteilt worden. Ein Volksgericht in Peking habe den 38-Jährigen
der «Untergrabung der Staatsgewalt» schuldig gesprochen,
berichtete sein Anwalt Mo Shaoping. Der Privatunternehmer war im
November vergangenen Jahres festgenommen worden. Anfang November dieses
Jahres wurde ihm der Prozess gemacht.
In dem Urteil wurde ihm vorgeworfen, in Artikeln im Internet die
Gründung einer Partei für Freiheit und Demokratie
befürwortet zu haben. Der Fall reiht sich in eine ganze Serie von
Prozessen, Verurteilungen und Festnahmen ein, mit denen die
Behörden in Cina Menschen verfolgen, die politische Ansichten im
Internet verbreiten. Menschenrechtsgruppen sind 69 solcher Fälle
bekannt.
Nach Protestaktionen am Tiananmen-Platz in Peking sind zwei Männer
zu zwei beziehungsweise sechs Jahren Haft verurteilt worden. Nach
Angaben des juristischen Internetdienstes Fayuanwang vom Freitag
erhielt ein 49-Jähriger aus der Südprovinz Fujian die
höhere Strafe, weil er im Oktober aus Unzufriedenheit mit der
Regierung Flugblätter aus seinem Auto geworfen und versucht habe,
einen Benzinkanister anzuzünden. Ein 43-jähriger Pekinger
müsse zwei Jahre ins Gefängnis, weil er aus Ärger
über seine zwangsweise Umsiedlung wegen eines Bauprojektes mehr
als zehn Mal vor der Stadtregierung und auf dem Tiananmen-Platz
demonstriert habe.
(Quelle: dpa)
Mehr zum Thema bei heise-online (28.11.03) unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/jk-28.11.03-009/
Verdoppelung der deutschen Investitionen in China erwartet
Sa.29.11.03 - Die Bundesregierung erwartet eine Verdoppelung der deutschen
Investitionen in China innerhalb der kommenden drei Jahre. Für
eine Steigerung von derzeit knapp sieben auf 14 Milliarden Euro gebe es
«gute Aussichten», hieß es am Freitag in Berliner
Regierungskreisen. «Es sind erhebliche Großinvestitionen in
Planung.» Als Beispiele wurden Projekte in den Bereichen
Telekommunikation, Energie und Verkehr genannt.
Am Sonntag bricht Bundeskanzler Gerhard Schröder zu seiner
fünften China-Reise auf, bei der die Wirtschaftsbeziehungen im
Mittelpunkt stehen werden. Neben der Hauptstadt Peking wird der Kanzler
das südchinesische Kanton und Chengdu im Westen des Landes
besuchen. Er wird von Justizministerin Brigitte Zypries,
Verkehrsminister Manfred Stolpe und 38 Unternehmensvertretern begleitet.
Am Donnerstag reist Schröder zu einem Kurzbesuch ins
zentralasiatische Kasachstan weiter. Bei seinen dortigen
Gesprächen wird es ebenfalls vorrangig um Wirtschaftsthemen gehen.
(Quelle: ap)
EU und Indien erörtern Handelsbeziehungen
Sa.29.11.03 - Spitzenvertreter der EU und Indiens sind am Freitag in Neu-Delhi zu
einem Handelsgipfel zusammengekommen. Die schwache Infrastruktur des
Landes und strenge arbeitsrechtliche Regelungen hielten die EU derzeit
von weiteren geschäftlichen Beziehungen zu Indien ab,
erklärte EU-Außenkommissar Chris Patten. Indien führe
nicht schnell genug wirtschaftliche Reformen durch, was
europäische Investoren abschrecke, kritisierte Patten weiter.
In den kommenden vier Jahren werde Indien einen steigenden Bedarf
westlicher Produkte verzeichnen, da die gut verdienende Mittelschicht
um fast ein Viertel wachsen werde, sagte der EU-Kommissar. Der indische
Außenminister Yashwant Sinha betonte, Indien habe immerhin
bereits mehrere Handelsbarrieren gelockert und die meisten Bereiche
für ausländisches Kapital geöffnet.
Enttäuschung äußerten die Gastgeber darüber, dass
der italienische Regierungschef und derzeitige EU-Ratspräsident
Silvio Berlusconi wegen einer Magen-Darm-Erkrankung nicht an dem
Treffen teilnehmen konnte. An seiner Stelle sollte
EU-Kommissionspräsident Romano Prodi gemeinsam mit dem indischen
Regierungschef Atal Bihari Vajpayee am (morgigen) Samstag mehrere
bilaterale Abkommen unterzeichnen.
Der zweitägige Handelsgipfel ist das vierte derartige Treffen seit
2000. Die Europäische Union ist für Indien der wichtigste
Handelspartner. Für die EU liegt der Subkontinent dagegen nur auf
Rang 17, indische Produkte machen nur 1,3 Prozent der EU-Importe aus.
Im vergangenen Jahr belief sich das Handelsvolumen auf 27 Milliarden
Euro, doch soll es bis 2005 auf 35 Milliarden und bis 2008 auf 50
Milliarden Euro erhöht werden. Sinha zeigte sich allerdings
skeptisch, ob diese Ziele eingehalten werden könnten.
Vorgesehen waren bei dem Treffen auch politische Gespräche. Dabei
sollte besonders die Lage in Irak zur Sprache kommen. Auch mit einer
Erörterung der Beziehungen zwischen Indien und Pakistan wurde
gerechnet. Seit Mittwoch ist an der gemeinsamen Grenze, die zu einem
großen Teil durch die umstrittene Region Kaschmir verläuft,
der erste Waffenstillstand seit 14 Jahren in Kraft.
(Quelle: ap)
Ein Toter und mehrere Verletzte bei Studentenprotesten in Haiti
Sa.29.11.03 - Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Studenten und
Sicherheitskräften ist in Haiti am Freitag ein Demonstrant
getötet worden. Mindestens vier weitere wurden nach Angaben der
Protest-Organisatoren verletzt. Der tödliche Schuss fiel bei
Unruhen in der Stadt Gonaives an der Westküste. In der Hauptstadt
Port-au-Prince gingen Einheiten von Präsident Jean-Bertrand
Aristide mit Steinen und Reizgas gegen die Studenten vor.
Die Demonstranten forderten Aristides Rücktritt sowie die
Freilassung von zwei Geschäftsleuten, die vor zwei Wochen bei
einer Oppositionsveranstaltung verhaftet worden waren. Anlass der
jüngsten Proteste war der Jahrestag einer gewaltsamen
Auflösung von Oppositionskundgebungen, bei der haitianische
Soldaten vor 18 Jahren drei Studenten erschossen hatten. Damals
entstand eine Protestbewegung, die zum Sturz des Diktators Jean-Claude
Duvalier führte.
(Quelle: ap)
Georgischer Außenminister tritt zurück
Sa.29.11.03 - Fünf Tage nach dem Umsturz in Georgien ist Außenminister
Irakli Menagarischwili zurückgetreten. Wie ein Sprecher des
Ministeriums am Freitag mitteilte, wird sein Posten übergangsweise
von seinem bisherigen Stellvertreter Merab Antadse eingenommen.
Menagarischwili, Vertrauter des ehemaligen Präsidenten Eduard
Schewardnadse, war seit 1995 Außenminister. Auch die
Präsidentin der Wahlkommission, Nana Dewdariani, trat von ihrem
Posten zurück. Sie war von der Opposition als eine der
Hauptverantwortlichen für die Wahlfälschung nach dem
Urnengang am 2. November ausgemacht worden. Seit dem Rücktritt
Schewardnadses am Sonntag waren bereits sein Staatsminister sowie der
Innen- und der Finanzminister zurückgetreten.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv
Georgien gilt als strategisch wichtiges Transit-Land für die
Öl- und Gas-Versorgung des Westens
Die Lage des Landes ermöglicht es, von den zunehmend wichtigeren
Öl-Feldern im Kaspischen Meer Pipelines zu legen, die weder durch
russisches noch durch iranisches oder armenisches Territorium
führen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311280.htm#031128_1
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EU nimmt Kurs auf Stärkung von Militärstrukturen
EU-Militärstab in Brüssel soll aufgestockt werden und
künftig auch operative Aufgaben übernehmen können.
Zugleich soll eine zurzeit im militärischen NATO-Hauptquartier
SHAPE bestehende EU-Planungszelle permanent eingerichtet werden
Sa.29.11.03 - Nach monatelangen Auseinandersetzungen nimmt die Europäische Union
Kurs auf eine Stärkung der gemeinsamen Militärstrukturen.
Deutschland, Frankreich und Großbritannien einigten sich nach
Angaben von Diplomaten am Rande eines Treffens der
EU-Außenminister am Freitag in Neapel auf ein gemeinsames
Vorgehen. Die Pläne sollten mit den übrigen Ministern bei den
zweitägigen Verhandlungen über die europäische
Verfassung erörtert werden.
Danach soll der bereits bestehende EU-Militärstab in Brüssel
aufgestockt werden und künftig auch operative Aufgaben
übernehmen können. Zugleich soll eine zurzeit im
militärischen NATO-Hauptquartier SHAPE bestehende EU-Planungszelle
permanent eingerichtet werden. Deutschland und Frankreich drängen
seit langem, dass die EU von der NATO unabhängige
militärische Einsätze planen und führen können
muss. Dagegen waren bislang besonders die USA, die eine Schwächung
der NATO befürchten. Auch Großbritannien war mit Verweis auf
die Allianz skeptisch.
Bei SHAPE sollen die militärischen EU-Einsätze geführt
werden, bei denen die Gemeinschaft auf Mittel der NATO
zurückgreift, wie dies zurzeit in Mazedonien der Fall ist. Will
sich die transatlantische Allianz aus einer Krise völlig
heraushalten, die EU aber nicht, sollen diese Einsätze auch von
der Union eigenständig geplant und geführt werden. Dies war
bei einem EU-Einsatz dieses Jahr in Kongo bereits ansatzweise der Fall.
Berlin und Paris wollen sichergehen, dass die Möglichkeit einer so
genannten verstärkten Zusammenarbeit in sicherheitspolitischen
Fragen Niederschlag in der Verfassung findet. Auf ihrem
zweitägigen Treffen wollen die Minister den Weg für eine
Einigung der Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel Mitte Dezember
in Brüssel ebnen.
Der deutsche Ressortchef Joschka Fischer hob erneut die Notwendigkeit
einer Verfassung hervor, um «die Effizienz und
Handlungsfähigkeit einer EU mit 25 und mehr»
sicherzustellen. Nach dem Willen der italienischen
Ratspräsidentschaft sollen die Verhandlungen auf dem EU-Gipfel am
12. und 13. Dezember in Brüssel abgeschlossen werden.
Für die Tagung hatte die italienischen Präsidentschaft einen
ersten Kompromisstext vorgelegt, in dem allerdings die besonders
strittigen institutionellen Fragen ausgeklammert wurden.
Vorschläge über die künftige Größe der
EU-Kommission und den Abstimmungsmodus bei Entscheidungen mit
qualifizierter Mehrheit sind nicht enthalten. Beide Themen sollen aber
am Samstag angesprochen werden.
Ziel des Treffens ist eine Einigung in allen übrigen Fragen, wie
etwa die Einsetzung eines europäischen Außenministers. Die
Ratspräsidentschaft schlägt vor, dass es in der Außen-
und Sicherheitspolitik Entscheidungen mit Zwei-Drittel-Mehrheit geben
soll, wenn ein Vorschlag vom europäischen Außenminister
eingebracht wird. Dies kommt Deutschland entgegen, Großbritannien
hat sich aber dagegen ausgesprochen.
Für Gesprächsstoff sorgte bei den Ministern die umstrittene
Entscheidung der EU-Finanzminister, die Defizitverfahren gegen
Deutschland und Frankreich auszusetzen. Die Niederlande und Polen
erklärten, dies werde Einfluss auf die Verhandlungen nehmen. Der
amtierende EU-Ratsvorsitzende und italienische Außenminister
Franco Frattini sprach sich dagegen aus.
(Quelle: ap)
Biometrische Daten werden künftig in EU-Visa integriert
Außerdem beschlossen die Innenminister der
EU-Mitgliedsländer eine zentrale Grenzschutzagentur
Sa.29.11.03 - Die Innenminister der EU-Mitgliedsländer haben sich
grundsätzlich darauf verständigt, dass künftig
biometrische Daten, neben dem - biometrisch aufgearbeiteten - Foto auch
Fingerabdrücke, in Visa und Aufenthaltstiteln integriert werden.
Die zentrale Grenzschutzagentur soll 2005 die Arbeit aufnehmen
und Koordinierungs- und Managementaufgaben übernehmen. Es sollen
zunächst 27 Mitarbeiter eingestellt werden. Die
Gründungskosten werden mit 15 Mio. Euro, die laufenden Kosten mit
8,8 Mio. Euro, davon 2,3 Mio. für Personal, angegeben. Die Frage
nach dem Sitz der Agentur ist noch offen.
Der Schutz der Grenzen wird weiter Aufgabe der Mitgliedsländer
bleiben. Die Agentur soll aber auf Gemeinschaftsebene die
Zusammenarbeit koordinieren und Forschungsaufgaben übernehmen.
Außerdem kommen ihr Ausbildungs- und Analyseaufgaben zu.
Quelle: futurezone
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?
read=detail&id=201432&tmp=19219
Blick ins Archiv
Chaos Computer Club warnt vor Speicherung biometrischer Daten
Fr.21.11.03 - Der Chaos Computer Club (CCC) warnt davor, biometrische
Merkmale wie Fingerabdrücke oder Analysen einer Speichelprobe
aller europäischen Bürger in einer zentralen Datenbank zu
speichern. "Das Missbrauchspotenzial steht nach Ansicht des CCC in
keinem Verhältnis zum möglichen Zugewinn bei der
Verbrechensbekämpfung", sagte Club-Sprecher Andy
Müller-Maguhn ...
Mehr bei heise-online unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/anw-21.11.03-003/
|
Europaweiter Schlag gegen Islamisten
Sa.29.11.03 - Mit Festnahmen in Hamburg, Mailand und Birmingham sind die
europäischen Sicherheitsbehörden gegen islamistische
Terrorverdächtige vorgegangen. Unter dem Vorwurf der Planung von
Anschlägen auf die US-Truppen in Irak wurde am Freitag ein
Algerier in Hamburg festgenommen. Er soll nach Italien ausgeliefert
werden, weil seine Planungen offenbar gemeinsam mit einer italienischen
Terrorzelle erfolgten. Auch in Mailand und Birmingham gab es
Verhaftungen mutmaßlicher Islamisten.
Das italienische Innenministerium hat nach eigenen Angaben eine Gruppe
von insgesamt fünf islamischen Extremisten im Visier, die an der
Vorbereitung von Anschlägen gegen die US-geführten
Besatzungstruppen beteiligt sein sollen. Neben dem in Hamburg
festgenommenen Abderrazak M. wurden in Mailand zwei weitere Mitglieder
der Gruppe verhaftet, wie das Ministerium mitteilte. Es handele sich um
einen 20-jährigen Marokkaner und einen 33-jährigen Tunesier.
Die beiden übrigen Verdächtigen, ein Iraker und eine
Tunesierin, hätten Italien vermutlich wieder verlassen. Bereits zu
Beginn der Woche sei ein weiterer Tunesier verhaftet worden, der die
anderen fünf mit gefälschten Papieren versorgt habe.
Die britische Anti-Terror-Polizei nahm in Birmingham einen
33-jährigen Terrorverdächtigen fest. Mehrere Gebäude in
der Stadt wurden durchsucht, wie die Behörden am Freitagabend
mitteilten. Bislang seien bei den Razzien in Wohnhäusern sowie
Geschäftsräumen weder Waffen noch Sprengstoff sicher gestellt
worden. Der Mann sei bereits am Donnerstag auf Grundlage von
Anti-Terrorismus-Gesetzten verhaftet worden und werde derzeit auf einer
Wache im Westen des Landes festgehalten, teilte ein Polizeisprecher in
London weiter mit.
Die Aktion stehe in keinem Zusammenhang zu den Festnahmen zweier
weiterer Terrorverdächtiger am Donnerstag. Dabei handelte es sich
um einen 24 Jahre alten Mann aus Gloucester, in dessen Wohnung
Sprengstoff gefunden wurde. Er soll Verbindungen zum Terrornetzwerk El
Kaida haben. Der zweite Festgenommene, ein 39 Jahre alter Mann aus
Manchester, wurde inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt, wie
die Behörden weiter mitteilten.
(Quelle: ap)
USA besorgt über Ausgang der Parlamentswahl in Nordirland
Radikale Parteien sind Gewinner der Wahl
Sa.29.11.03 - Die US-Regierung hat sich am Freitag besorgt über die
Stärkung der radikalen Kräfte bei der Parlamentswahl in
Nordirland geäußert. Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice
appellierte zugleich an die Parteiführer, sich an das
Friedensabkommen vom Karfreitag 1998 zu halten. Rice äußerte
sich in Crawford in Texas, wo Präsident George W. Bush auf seiner
Ranch das Wochenende verbringt.
Aus der Parlamentswahl in Nordirland ist die radikale protestantische
Partei der Demokratischen Unionisten (DUP) als stärkste Partei
hervorgegangen. Auch die katholische Sinn Fein, politischer Arm der
IRA, legte deutlich zu. Dagegen verloren die gemäßigten
Parteien, womit die Rückkehr einer Vier-Parteien-Koalition beider
Konfessionen, die im Oktober vergangenen Jahres suspendiert worden war,
in weiter Ferne scheint.
Die DUP gewann gegenüber der letzten Wahl zehn Sitze hinzu und kam
auf 30 von insgesamt 108 Sitzen im Regionalparlament.
Zweitstärkste Partei wurden trotz eines Verlustes von einem Sitz
die gemäßigteren Ulster Unionisten (UUP) mit 27 Sitzen. Bei
den Katholiken setzten sich ebenfalls die radikalen Kräfte durch.
Sinn Fein erreichte 24 Sitze, sechs mehr als 1998. Die moderate
katholische Sozialdemokratische und Arbeitspartei (SDLP) verlor dagegen
sechs Sitze und kann nur noch 18 Abgeordnete ins Regionalparlament
entsenden. Auf kleinere Parteien fielen neun Sitze.
Der irische Ministerpräsident Bertie Ahern hatte während
eines Treffens mit dem britischen Premierminister Tony Blair am
Nachmittag in Wales erklärt, er erwarte eine Wiederaufnahme der
All-Parteien-Gespräche in Belfast. Das Karfreitagsabkommen von
Nordirland von 1998 sei eine «internationale Vereinbarung»
und nicht offen für weitere Verhandlungen, fügte Ahern hinzu.
(Quelle: ap)
Opfer französischer Atombombenversuche gehen vor Gerich
Zwischen 1960 und 1996 sollen mehr als 80.000 Menschen den
französischen Atomversuchen beigewohnt haben
Sa.29.11.03 - Opfer französischer Atombombenversuche in der Sahara und der
Südsee ziehen vor Gericht. Wegen «fahrlässigen
Totschlags» und «Verletzung der körperlichen
Unversehrtheit» erstatten zwei Verbände Anzeige, wie sie am
Freitag in Paris ankündigten. «Wir erwarten, dass der Staat
seine Verantwortung für die fehlenden Sicherheitsvorkehrungen und
die Verstrahlung der Menschen auf den Versuchsgeländen
anerkennt», sagte Anwalt Jean-Paul Tessonnière der Zeitung
«Le Parisien».
Dem Blatt zufolge wohnten zwischen 1960 und 1996 mehr als 80.000
Menschen den französischen Atomversuchen bei, die zunächst in
der afrikanischen Wüste und später in Polynesien stattfanden.
Exsoldat Gérard Dellac erzählte der Zeitung, seine Einheit
habe in nur zehn Kilometer Entfernung eine oberirdische
Atombombenexplosion im Februar 1960 in der Sahara erlebt. Ein Offizier
habe die Soldaten lediglich aufgefordert, sich umzudrehen, um nicht
geblendet zu werden.
Anschließend seien sie zum Ground Zero geschickt worden, um die
Radioaktivität zu messen. «Die Armee sagte uns, dass keine
Gefahr bestünde», erklärte Dellac den Angaben zufolge.
Sie hätten sich anschließend lediglich gründlich
duschen müssen. Der heute 65 Jahre alte Exsoldat leidet an
Hautkrebs. Er trat dem Verband der Veteranen der Nuklearversuche (AVEN)
bei, der nun klagen will. Die Anzeige richtet sich gegen unbekannt.
Politiker der Grünen und der Kommunisten signalisierten
Unterstützung. «Wie könnten wir vergessen, dass
(Staatspräsident) Jacques Chirac seine Amtszeit 1995 mit der
Wiederaufnahme der Atomversuche auf Muroroa begonnen hat, bevor sie
1996 endgültig eingestellt wurden», sagte die kommunistische
Senatorin Marie-Claude Beaudeu. Sie forderte die Einsetzung einer
interministeriellen Arbeitsgruppe zu dem Thema, wie Chirac dies im Juli
bei einer Reise nach Polynesien angekündigt habe.
(Quelle: ap)
Deutschland
Ausländerbeauftragte nennt Rückführung in den Irak
unverantwortlich
Sa.29.11.03 - Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck, hat
den Beschluss der Innenministerkonferenz zur Rückführung von
Flüchtlingen kritisiert. Es sei «unverantwortlich»,
vom Frühjahr an Kriegsflüchtlinge aus Afghanistan und dem
Irak in ihre Heimat zurückzuschicken. Das sagte Beck der
«Neuen Osnabrücker Zeitung». In beiden Ländern
tobten nach wie vor gewaltsame Auseinandersetzungen. Das Tauziehen um
das Zuwanderungsgesetz entwickelt sich nach Ansicht Becks zu einem
«Trauerspiel».
(Quelle: dpa)
Deutschland betreibt eine restriktivere Politik gegenüber
Einwanderern als Großbritannien und Spanien
Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie, die am
Donnerstag in Göttingen vorgestellt wurde....
Mehr bei "junge Welt" vom 28.11.03:
http://www.jungewelt.de/2003/11-28/012.php
|
Fast fünf Jahre Haft wegen Rüstungsexport nach Irak
Sa.29.11.03 - Im Mannheimer Prozess wegen illegaler Rüstungsgeschäfte mit
Irak hat das Landgericht einen US-Staatsbürger zu vier Jahren und
neun Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es am Freitag
als erwiesen an, dass der Geschäftsmann irakischer Abstammung
unter Umgehung des UN-Embargos Bohrwerkzeuge für ein irakisches
Rüstungsprogramm vermittelte. Die Staatsanwaltschaft hatte
fünf Jahre Haft gefordert.
Der Gericht verurteilte den Angeklagten konkret wegen zweier
Verstöße gegen das deutsche Außenwirtschaftsgesetz.
Der Angeklagte hatte in dem Verfahren seine Unschuld beteuert. Richter
Joachim Plass sagte dagegen: «Wir sind zweifelsfrei von der
Schuld des Angeklagten überzeugt.»
Der Verurteilte war am 25. November 2002 in Bulgarien festgenommen und
im März 2003 nach Deutschland ausgeliefert worden. Die
Untersuchungshaft in Bulgarien soll auf die Haftdauer in Deutschland
angerechnet werden.
Der Amerikaner irakischer Abstammung hatte laut Anklage, zusammen mit
einem bereits verurteilten Ingenieur von April bis September 1999 an
der Ausfuhr von Tiefbohrwerkzeugen nach Irak im Wert von 205.000 Euro
mitgewirkt. Nach Ansicht des Gerichts waren die Werkzeuge zur
Herstellung von Artilleriegeschützrohren geeignet und unter
Umgehung des UN-Embargos von Deutschland über Jordanien nach Irak
geliefert worden.
(Quelle: ap)
Polizei beendet studentische Büro-Besetzung in Berlin
Sa.29.11.03 - Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hat eine rund
zweistündige Besetzung seines Büros durch rund 40
protestierende Studenten von der Polizei beenden lassen. Wie ein
Sprecher Sarrazins mitteilte, verließen acht bis zehn der
Demonstranten das Gebäude nach wiederholter Aufforderung
freiwillig; die übrigen ließen sich von den Beamten
widerstandslos hinaustragen. Ein Studentensprecher nannte die
vorübergehende Besetzung eine "spontane Aktion" gegen die
Pläne des rot-roten Senats, den Landeszuschuss an die Hochschulen
bis 2009 um 75 Millionen Euro kürzen.
Nach Angaben von Sarrazin-Sprecher Matthias Kolbeck waren die Studenten
gegen 13.20 Uhr in das Büro des Senators eingedrungen. "Wir haben
zu verstehen gegeben, dass wir die Besetzung nicht dulden werden",
sagte Kolbeck. Schon im Mai habe es am Sitz des Finanzsenators eine
Besetzung gegeben, in deren Folge damals eine Podiumsdiskussion in der
Humboldt-Universität vereinbart worden sei. Sarrazin habe
seinerzeit klargestellt, dass eine Besetzung keine annehmbare Form des
Protests sei. Deshalb sei klar gewesen, dass sich der Finanzsenator
diesmal nicht auf lange Gespräche einlassen würde. "Das ist
eine Form der Auseinandersetzung, mit der wir nicht leben können",
betonte Kolbeck.
Nach den Worten des Sarrazin-Sprechers müssen die Besetzer nun mit
Strafanträgen wegen Hausfriedensbruchs rechnen. Aus Protest gegen
die geplanten Kürzungen hatten Berliner Studenten an den
vergangenen Tagen bereits vorübergehend das Büro von
Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) und die PDS-Parteizentrale
besetzt.
(Quelle: afp)
DGB sieht Arbeitnehmeranteil am Volkseinkommen sinken
Einkommens-Schere zwischen Arbeitnehmern und Unternehmern wird immer
größer +++ DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer:
Entwicklung der Lohnstückkosten belege, dass Deutschland kein
Arbeitskostenproblem habe
Sa.29.11.03 - Die Einkommens-Schere zwischen Arbeitnehmern und Unternehmern wird laut
DGB immer größer. Zwar legten die Löhne in den letzten
20 Jahren um 124 Prozent zu, gleichzeitig stiegen Gewinn- und
Vermögenseinkommen dank geringerer Steuerbelastung jedoch um 203
Prozent, erklärte Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer am Freitag in
Berlin. Vorstöße, die Tarifautonomie in Frage zu stellen,
wies Putzhammer mit Hinweis auf eine gute internationale
Wettbewerbsposition Deutschlands zurück.
Seit Anfang der 80er Jahre gehe der Anteil der Arbeitnehmer am
Volkseinkommen (Lohnquote) zurück, sagte Putzhammer bei der
Vorlage des Verteilungsberichts 2003. Er kritisierte, dass die
Effektivlöhne mit 2,7 Prozent im Jahresschnitt deutlich weniger
gestiegen seien als die Tariflöhne mit 3,7 Prozent. Als
Gründe nannte Putzhammer unter anderem den massiven Abbau
übertariflicher Leistungen, diverse Öffnungsklauseln sowie
untertarifliche Bezahlung.
Die Entwicklung der Lohnstückkosten belege, dass Deutschland kein
Arbeitskostenproblem habe. Im internationalen Vergleich seien sie seit
Mitte der 90er Jahre unterdurchschnittlich. Die Lohnstückkosten
stiegen 2002 den Angaben zufolge in Deutschland um 0,8 Prozent, in
Belgien dagegen um 3,2 Prozent, in Frankreich um 2,3 und in
Großbritannien um 2,5 Prozent.
Das am Donnerstag vom Wissenschaftlichen Beirat beim
Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte Tarif-Gutachten bezeichnete
Putzhammer als Versuch, «die Tarifautonomie praktisch zu
pulverisieren». In dem Gutachten war im Ergebnis die Abschaffung
der Tarifautonomie empfohlen worden. Putzhammer forderte
demgegenüber eine den jeweiligen Verhältnissen angemessene
Balance zwischen Tarifautonomie und Flexibilität der Betriebe.
«Das schaffen die Tarifparteien ganz alleine, da brauchen sie den
Beirat nicht».
(Quelle: ap)
Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien auf Rekordhöhe
Sa.29.11.03 - In Deutschland werden in diesem Jahr so viele Immobilien
zwangsversteigert wie noch nie. Bei den Amtsgerichten wurden mit 91.700
Versteigerungsterminen 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr festgesetzt.
Diese Zahlen gab die Firma Argetra, die monatlich einen
Versteigerungskalender veröffentlicht, bekannt. Künftig
rechne man allerdings mit einem etwas geringeren Anstieg der
Zwangsversteigerungen. "Von einem Stillstand oder gar Rückgang
kann aber noch keine Rede sein", sagte Geschäftsführer
Winfried Aufterbeck. "Vor allem Gewerbe- und Renditeimmobilien in den
ostdeutschen Bundesländern finden auch beim dritten oder vierten
Zwangsversteigerungstermin keinen Käufer." Anders sieht es bei den
privat genutzten Immobilien aus, die rund zwei Drittel aller
Zwangsversteigerungen ausmachen. Regional ist die Entwicklung sehr
unterschiedlich. So stieg die Zahl der Zwangsversteigerungen in Sachsen
und Thüringen um 17,5 Prozent an, während sie in vielen alten
Bundesländern zurück ging.
(Quelle: taz/dpa)
Grünen-Parteitag spricht sich für neue Vermögensteuer aus
Sa.29.11.03 - Die Grünen fordern eine neue «Millionärsteuer»
für Privatpersonen und ertragsstarke Betriebe. Dies beschloss der
Bundesparteitag am Freitagabend in Dresden mit großer Mehrheit.
Damit gab die Grünen-Spitze der Forderung von Parteilinken um
Hans-Christian Ströbele nach, eine Vermögensteuer auch von
Firmen zu erheben. Allerdings sollen Eingriffe «in die
Substanz» und übermäßige Belastungen kleinerer
und ertragsschwacher Betriebe vermieden werden, heißt es in dem
Leitantrag.
Parteichef Reinhard Bütikofer hatte den Kompromiss mit der
Kritikergruppe um Ströbele ausgehandelt. «Ich möchte,
dass ein geschlossenes Signal von dieser Versammlung ausgeht»,
sagte Bütikofer zur Begründung. «Wir nehmen uns nun
vor, das Thema Steuergerechtigkeit so engagiert anzupacken wie zuvor
die sozialpolitischen Reformen.» Der gemeinsam definierte
Maßstab sei, dass nicht in die Substanz der Betriebe eingegriffen
werde.
Ströbele scheiterte mit einem weiter gehenden Antrag, die
Bundestagsfraktion dazu aufzufordern, bis zur Europawahl im Sommer 2004
einen Gesetzentwurf zur Vermögensteuer vorzulegen. Inhaltlich
unterschied sich der Antrag nicht von dem des Bundesvorstandes, doch
sollte die Fristsetzung eine zügige Umsetzung bewirken.
Ströbele unterstrich: «Ansonsten stehen wir vor dem Problem,
dass wir eine ganze Menge beschließen, aber danach kommt nichts
dabei heraus.»
Parteichefin Angelika Beer hatte in der Eröffnungsrede bereits
versucht, in dem Streit zu schlichten: «Im Ziel von mehr
Steuergerechtigkeit sind wir uns alle einig.» Sie rief dazu auf,
«die breiteren Schultern» an den Lasten des Sozialumbaus
stärker zu beteiligen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin
sagte, es könne nicht sein, dass sich Reiche mit viel Einkommen
künstlich für das Finanzamt arm rechnen. «Und ich sehe
es auch nicht ein, dass BMW und Daimler keine Steuern mehr
zahlen.» Daher sei die Vermögensteuer für Betriebe
richtig.
Das Vermögensteuerkonzept sieht eine einprozentige Abgabe auf
Betriebsvermögen ab einer Million Euro vor. Für Erwachsene
sind Freibeträge von 200.000 Euro und für Kinder von 50.000
Euro vorgesehen. Die Vermögensteuer soll mit der Einkommensteuer
verrechnet werden können. Ströbele relativierte seine
Forderung, dass mit der Vermögensteuer jährlich mindestens 15
Milliarden Euro in die Staatskasse fließen sollten. Es handele
sich lediglich um einen Richtwert.
Der frühere Parteichef Fritz Kuhn warnte, Betriebe in einer
wirtschaftlichen Krise dürften nicht mit der neuen
Vermögensteuer in ihrer Substanz belastet werden. Zwar sollten die
Grünen sich zu mehr Verteilungsgerechtigkeit bekennen, doch sei
dafür ein steuerliches Gesamtkonzept notwendig. Die Finanzexpertin
Christine Scheel warnte davor, kleine und innovative Betriebe zu
behindern.
Der dreitägige Grünen-Parteitag stand im Zeichen der
Europawahl 2004. Noch am Freitagabend wollten die Grünen auch mit
ihrer Debatte über ihr Europaprogramm beginnen und ein gemeinsames
Manifest der europäischen Grünen-Parteien verabschieden. Die
Wahl der Kandidatenliste stand am Samstag auf dem Programm. Mit
Spannung wurde erwartet, ob es Beer gelingen werde, den
gewünschten dritten Platz auf der Liste zu erobern.
(Quelle: ap)
Die Vermögensteuer ist doch nicht viel mehr als ein Feigenblatt
Die Grünen können nur etwas bewegen, wenn die sozialen
Bewegungen sie unterstützen. Das ist derzeit nicht der Fall...
Mehr in der "tageszeitung" vom 28.11.03:
http://www.taz.de/pt/2003/11/28/a0164.nf/text
Jede und jeder hat ein Grundrecht auf menschenwürdige Existenz...
...und zwar als Mensch und nicht erst als Lohnarbeiter, Unternehmer
oder Familienmitglied ...
... schreibt Michael Opielka in der "tageszeitung" vom 29.11.03:
http://www.taz.de/pt/2003/11/29/a0114.nf/text
|
Bundesrat bremst drei weitere Reformprojekte
Sa.29.11.03 - Der Bundesrat hat mit seiner Unionsmehrheit drei weitere Reformprojekte
der rot-grünen Bundesregierung vorläufig gestoppt: die beiden
«Notgesetze» zur Rente und die große
Handwerksnovelle. Auch dafür sollen jetzt die Vermittler von
Bundestag und Bundesrat einen Kompromiss finden. Verbraucherministerin
Renate Künast zog eine Tierhaltungsverordnung zurück, nachdem
auch SPD-regierte Länder den Termin für das Ende der
Käfighaltung (31. Dezember 2006) wieder aushebeln wollten.
Die Vermittler müssen auf Antrag des Bundesrates über
kurzfristige Maßnahmen beraten, mit denen die Beiträge zur
Rentenversicherung im Jahr 2004 bei 19,5 Prozent stabilisiert werden
sollen. Die rot-grüne Koalition hat vorgeschlagen, die zum 1. Juli
2004 anstehende Rentenanpassung auszusetzen. Auch sollen Rentner ab 1.
April 2004 den vollen Pflegeversicherungsbeitrag tragen.
Der Bundesrat bremste mit seiner Unionsmehrheit auch die Abschaffung
des Meisterbriefs in 65 Handwerksberufen zunächst aus. Nach den
Plänen der Koalition soll künftig nur noch in 29
Handwerksberufen als so genannte «gefahrgeneigte Gewerbe»
der Meisterbrief Voraussetzung für die Berufszulassung sein. Dazu
gehören beispielsweise Gerüstbauer und Elektrotechniker.
Im Streit über Legehennen bekräftigte Künast: «Ab
Ende 2006 wird der Käfig in Deutschland verboten.» Die
Länderkammer hatte zuvor diesen Termin in Frage gestellt, indem
sie ein Prüfverfahren für alle serienmäßig
hergestellten Haltungssysteme verlangte. Auch Käfigbatterien
sollten erst zwei Jahre nach der zeitaufwendigen Einführung dieses
«Tierschutz-TÜVs» verboten werden. Die Ministerin
kündigte an, eine neue Verordnung für die Umsetzung mehrerer
europarechtlichen Richtlinien vorlegen zu wollen.
Parkgebühren sind ab 2004 weitgehend Sache der Gemeinden. Sie
können kostenfreies Parken in der ersten halben Stunde zulassen,
unterschiedliche Gebühren pro Zeitintervall verlangen und an
Parkuhren kürzere Intervalle als 30 Minuten vorgeben.
Über die Taxifarbe wollen die Länder selbst entscheiden und
alle möglichen Farben zulassen können. Der Bundesrat sprach
sich in einer Entschließung für eine solche
Öffnungsklausel aus. Bisher ist bundeseinheitlich geregelt, dass
Taxis hell-elfenbein sein müssen.
Darüber hinaus schlug der Bundesrat vor, in einem Modellversuch
den «Führerschein ab 17» zu erproben. Allerdings
dürfen die Jugendlichen bis zu ihrem 18. Geburtstag nur in
Begleitung eines mindestens 30 Jahre alten Führerscheininhabers
auf der Straße fahren.
(Quelle: ap)
Hundt für einvernehmliche Festlegung von
Tarif-Öffnungsklauseln
Sa.29.11.03 - Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände,
Dieter Hundt, favorisiert eine einvernehmliche Festlegung von
Öffnungsklauseln in Tarifverträgen. Hundt sagte der
«Süddeutschen Zeitung» (Samstagausgabe), die Debatte
über gesetzliche Regelungen sei zwar notwendig, «aber mir
ist entschieden lieber, die Tarifpartner machen das selbst». Es
wäre besser, wenn die Tarifparteien Öffnungsklauseln
vereinbarten, die auf die Branchen abgestimmt seien und angemessene
Regelungsmöglichkeiten für die Betriebe böten.
«Der Gesetzgeber kann dann draußen bleiben.»
Hundt appellierte an die Gewerkschaften, ihre Ablehnung aufzugeben. Er
warnte, das Ausbleiben einer Reform der Tarifautonomie, die mehr
Gestaltungsmöglichkeiten für die Betriebe bringe, bedeute
eine weitere Erosion der Tarifbindung in Deutschland. Wer mehr
betriebliche Beweglichkeit blockiere, fördere die Tarifflucht -
also den Austritt von Firmen aus den Arbeitgeberverbänden, die
Flächentarife aushandeln. Damit werde die Tarifautonomie
gefährdet.
Die jetzt anstehenden Tarifverhandlungen müssten genutzt werden,
um in den Tarifverträgen einen größeren
Bewegungsspielraum zu schaffen, forderte Hundt. «Wenn wir das
nicht schaffen, wird der Gesetzgeber handeln.»
(Quelle: ap)
IT-Beschäftigte wollen ihre Arbeitszeit eingrenzen
Sa.29.11.03 - Beschäftigte von IT-Firmen neigen zu dem Wunsch, ihre Arbeitszeit
zu reduzieren und festere Grenzen zwischen Arbeit und Leben zu setzen.
Das hat das Forschungsvorhaben Arbeitsbeziehungen in der IT-Industrie
(ARB-IT2) des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung in
München (ISF) herausgefunden. Zwischenergebnisse des
Forschungsvorhabens wurden am Freitag bei der Tagung "New Economy --
Selbstbestimmung statt Mitbestimmung?" der Hans-Böckler-Stiftung
in Berlin vorgestellt.
Im Rahmen des von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten
Projekts haben Dr. Andreas Boes und Kira Marrs Interviews mit
Entwicklern, Beratern, Führungskräften und
Verwaltungsangestellten aus großen, mittleren und kleinen, meist
betriebsratslosen Unternehmen geführt. Die Ergebnisse stünden
im scharfen Kontrast zu der "gängigen Vorstellung, für diese
modernen Arbeitskräfte sei Mitbestimmung eine Sache von gestern".
Der Krisen- und Schrumpfungsprozess der IT-Unternehmen sei wohl nicht
nur eine Phase, man könne eher von einem neuen Normalzustand
sprechen, der die Kultur dieses Wirtschaftsbereichs auf längere
Sicht prägen könnte.
Diese offene Situation spiegele sich deutlich in den Erfahrungen der
Beschäftigten wider. Durch Kostenkontrolle, Rationalisierung,
Personalabbau und anderes werde die spezifische Kultur der
IT-Unternehmen erschüttert. Werte wie Selbstbestimmung und
Gemeinschaftsgefühl litten unter dieser Entwicklung. Dabei seien
diese Werte der New Economy und der Alternativbewegung den
Beschäftigten in ihrer Arbeit sehr wichtig. Die Befragten
interessierten sich zunehmend an einer Begrenzung der Arbeit und ihrer
Übergriffe auf das Leben und sie suchten nach Möglichkeiten,
ihre Interessen durchzusetzen.
Quelle: heise-online
http://www.heise.de/newsticker/data/anw-28.11.03-006/
Print-Medien beklagen zunehmende Repressalien von Interview-Partnern
Im Gegensatz zu anderen Ländern und anders als bei
Rundfunkinterviews ist es bei deutschen Printmedien üblich,
Interviewtexte den Befragten hinterher zu «Autorisierung»
vorzulegen +++ Medienwissenschaftler: Autorisierung diene vielen
Interviewgebern als Instrument der Disziplinierung und des Missbrauchs,
indem das Interview «zum PR-Vehikel umgefummelt wird
Sa.29.11.03 - Neun große deutsche Tageszeitungen haben am Freitag eine
Protestaktion gegen die nach ihrer Darstellung zunehmende
Drangsalierung von Journalisten durch Interviewpartner gestartet. Die
Zeitungen kritisierten, dass der so genannte Autorisierungsvorbehalt
als Druckmittel missbraucht werde. Den Anstoß gab die Berliner
«Tageszeitung», der nach eigenen Angaben wegen eines
Interviews mit SPD-Generalsekretär Olaf Scholz von der
Parteizentrale gedroht wurde, die Redaktion von sämtlichen
Hintergrundinformationen auszuschließen.
Chefredakteurin Bascha Mika kritisierte, keine journalistische Form sei
in den letzten Jahren so «verludert», wie das Interview und
beklagte «Betrug am Leser». Der Berliner
«Tagesspiegel» berichtete, dass Michel Friedman
kürzlich ein gesamtes Interview gestrichen habe - nicht weil seine
Aussagen unrichtig seien, sondern weil sie ihm «plötzlich
nicht mehr opportun erschienen», wie die Zeitung schreibt.
Laut «taz» hatten Mitarbeiter von Scholz nach einem
Interview während des Bochumer SPD-Parteitages erhebliche
Einwände nicht gegen die Antworten des Generalsekretärs
sondern die ihrer Meinung zu «pfeffrigen» Fragen
vorgebracht. Dem Autor sei nahe gelegt worden, die Druckfassung zu
«entschärfen», sonst werde der
SPD-Generalsekretär die Freigabe verweigern. Als der Redakteur
ankündigte, den Text dann unautorisiert zu veröffentlichen,
habe der Leiter der Parteipressestelle angedroht, die Zeitung
künftig von den so genannten Hintergrundkreisen
auszuschließen, wo Journalisten gewöhnlich vertraulich
informiert werden. Die «Tageszeitung» verzichtete daraufhin
auf eine Veröffentlichung, druckte aber am Freitag den Text mit
geschwärzten Antworten auf der Titelseite ab.
Die Berliner SPD-Zentrale war für eine Stellungnahme zunächst
nicht zu erreichen.
Im Gegensatz zu anderen Ländern und anders als bei
Rundfunkinterviews ist es bei deutschen Printmedien üblich,
Interviewtexte den Befragten hinterher zu «Autorisierung»
vorzulegen. Damit soll eigentlich verhindert werden, dass die
Wiedergabe mündlicher Aussagen in der Schriftform sinnentstellt
wird. Oft werden die Texte jedoch «von ängstlichen
Referenten bis zur Unkenntlichkeit verändert», wie die
«Süddeutschen Zeitung» feststellt. Die Autorisierung
diene vielen Interviewgebern als Instrument der Disziplinierung und des
Missbrauchs, indem das Interview «zum PR-Vehikel umgefummelt
wird», zitiert die Zeitung den Leipziger Medienwissenschaftler
Michael Haller.
Regierungssprecher Bela Anda sagte in Berlin, er sehe die Aktion als
«kritische Überprüfung der gängigen Praxis»
und durchaus als Appell an beide Seiten. Die Autorisierung sollte als
Kontrollmöglichkeit erhalten bleiben. Damit sei man in Deutschland
bisher «gut gefahren».
Unterstützt haben die Initiative neben «taz»,
«Tagesspiegel» und «Süddeutscher» noch die
«Frankfurter Allgemeine Zeitung», «Die Welt»,
«Financial Times Deutschland», «Berliner
Zeitung», «Kölner Stadt-Anzeiger» und
«Frankfurter Rundschau».
(Quelle: ap)
Mehr zum Thema unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/jk-28.11.03-004/
http://www.taz.de/pt/2003/11/28/a0135.nf/text
http://www.taz.de/pt/2003/11/28/a0137.nf/text
100 europäische Museen auf Ausstellungsportal im Internet
Sa.29.11.03 - In einem europäischen Gemeinschaftsprojekt stellen sich 100
europäische Museen aus 14 Ländern in dem Internetportal
Euromuse.net [http://www.euromuse.net]
vor. Es informiert aktuell über große Ausstellungen in ganz
Europa mit ausführlichen Beschreibungen, Öffnungszeiten und
Eintrittspreisen, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am
Freitag mit. Außerdem werden Hintergrundinformationen über
die Museen und ihre Sammlungen angeboten. Die Informationen sind in der
jeweiligen Landessprache und in Englisch verfasst. Alle Informationen
werden direkt von den Museen geliefert und von der National Gallery in
London sowie den Staatlichen Museen zu Berlin bearbeitet und in das
Portal eingespeist.
Das Ausstellungsportal wurde entwickelt von der National Gallery
London, dem Musée du Louvre, Paris, der Réunion des
Musées Nationaux, Paris, dem Kunsthistorischen Museum Wien, dem
Rijksmuseum Amsterdam, dem Statens Museum for Kunst Kopenhagen und den
Staatlichen Museen zu Berlin. Inzwischen engagieren sich weitere
europäische Häuser an der Weiterentwicklung. Eine Erweiterung
der beteiligten Museen besonders auch aus Ländern Osteuropas ist
geplant.
(Quelle: heise-online)
Samstag, 13.12.2003 - 20 Uhr bis 2 Uhr früh
EXPERIMENTELLE MUSIK 2003
Das sechsstündige internationale Festival
der experimentellen Musik
mit
Das PHREN-Ensemble München: Carmen Nagel-Berninger,
Inge Salcher, George Augusta, Michael Steimer,
Michael Kopfermann
Gloria Franck, Yola Krebes, Anna-Maja Spiess
und Cornelius Hirsch, München
Heinz-Klaus Metzger, Berlin
Rainer Riehn, Berlin
Hans Rudolf Zeller, München
Aleks Kolkowski, London
Ignaz Schick, Berlin
Brendan Dougherty, Aaron Meicht, Philadelphia USA
Michael von Biel, Köln
Otfried Rautenbach, Harri Ansorge, Nicolas Young,
Heidelberg / Berlin
Luca Miti, Rom
Albert Mayr, Florenz
Edith Rom, Stephan Wunderlich, München
München, TU-Mensa, Arcisstraße 17
Information:
www.experimentelle-musik.info
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