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+++ So.21.12.03, 12:45        zum Nachrichten-Archiv Nachrichten-Archiv         aktuelle Nachrichten Aktuelle Nachrichten

Irak am zweihundertsiebenundsiebzigsten Tag nach Kriegsbeginn

USA signalisiert erneut Bereitschaft für Prozess gegen Saddam Hussein in Irak +++ Zunehmende Selbstjustiz gegen Saddam-Anhänger +++ US-Soldaten töten irrtümlich drei irakische Polizisten +++ Aznar besucht überraschend spanische Truppen in Irak +++ Offenbar Tonband-Botschaft von Bin Ladens Vize

So.21.12.03 - Die US-Regierung hat erneut ihre Bereitschaft angedeutet, den früheren Machthaber Saddam Hussein von einem irakischen Gericht aburteilen zu lassen. "Das irakische Volk hat das Recht, Saddam Hussein für seine Verbrechen, vor allem seine Morde, Vergewaltigungen, Folter und den Einsatz chemischer Waffen zu richten", sagte US-Zivilverwalter Paul Bremer.

"Die irakische Regierung wird volle Souveränität genießen. Wie jede Regierung, wird sie die Gerichte und das Justizsystem beaufsichtigen", versprach Bremer. Auch bei einer möglichen Einstufung als Kriegsgefangener werde Saddam Husseins der irakischen Justiz überstellt. Der Prozessbeginn hänge von der Einsetzung des irakischen Sondertribunals ab, sagte der Chef der US-Zivilverwaltung in Irak weiter. Das vom irakischen Regierungsrat angekündigte Gericht werde vermutlich in einigen Monaten seine Arbeit aufnehmen.

Dem Gericht werden laut Bremer fünf Richter angehören, darunter möglicherweise auch ausländische Juristen. Zuvor hatte bereits US-Präsident George W. Bush seine Bereitschaft bekundet, Saddam Hussein der irakischen Justiz zu übergeben. Bush sprach sich gleichzeitig für die "höchste Strafe" für den Ex-Machthaber aus, was als Zustimmung für ein Todesurteil gewertet wurde.

Spaniens Regierungschef José María Aznar stattete den spanischen Truppen in Irak einen Blitzbesuch ab.

Aznar sagte zu dem Besuch in Diwanija 160 Kilometer südlich von Bagdad, er habe damit seine Unterstützung für seine in Irak stationierten Landsleute ausdrücken wollen. Die Koalitionsstreitkräfte kämpften für "eine gerechte Sache, für Freiheit, Demokratie und die Anerkennung internationaler Gesetzgebung", hob der konservative Regierungschef hervor.

Begleitet wurde Aznar von einer 17-köpfigen Delegation, darunter auch Verteidigungsminister Federico Trillo. Spanien unterstützt die USA mit rund 1300 Soldaten. Auch die 128 in Irak stationierten portugiesischen Nationalgardisten erhielten Besuch aus der Heimat: Innenminister Antonio Figueiredo Lopes brach zu einem Kurzbesuch in Richtung Nassirijah auf, wie die Nachrichtenagentur Lusa meldete.

Die gewaltsamen Zusammenstöße in Irak gingen unterdessen weiter: Nach Angaben eines irakischen Polizeioffiziers töteten US-Soldaten an einer Straßenkontrolle in Salman Pak 90 Kilometer südlich von Kirkuk drei irakische Polizisten, die sie irrtümlicherweise für Guerillakämpfer gehalten hatten.

Der vor gut einer Woche aufgespürte irakische Ex-Machthaber Saddam Hussein ist einem britischen Pressebericht zufolge nicht von US-Soldaten, sondern von kurdischen Kämpfern gefangen genommen worden. Mitglieder des irakischen Dschabur-Stammes hätten Saddam Hussein an die Patriotische Union Kurdistans (PUK) verraten, weil sein ältester Sohn Udai eine Frau aus dem Stamm vergewaltigt haben soll, berichtete die Zeitung "Sunday Express" unter Berufung auf einen Offizier des britischen Militärgeheimdienstes. Ein PUK-Anführer habe der US-Armee daraufhin die Übergabe des Ex-Präsidenten angeboten und im Gegenzug eine gewichtigere politische Rolle der Organisation in den Kurdengebieten verlangt.

Die Selbstjustiz gegen frühere Anhänger des gefassten irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein hat nach US- Medienberichten deutlich zugenommen. Laut "Washington Post" sind insgesamt 50 Saddam-Loyalisten in den vergangenen Wochen von Unbekannten getötet worden. Als Täter werden vor allem Schiiten vermutet, die unter Saddam Hussein besonders zu leiden gehabt hatten.

Eine vom arabischen Fernsehsender El Dschasira ausgestrahlte Tonbandbotschaft stammt nach Einschätzung des amerikanischen Geheimdienstes CIA höchstwahrscheinlich vom Stellvertreter Osama bin Ladens, Ajman el Sawahri. Das teilte ein CIA-Sprecher am Samstag in Washington mit. In der am Freitag veröffentlichten zehnminütigen Botschaft drohte eine Stimme damit, dass El-Kaida-Kämpfer weiterhin Jagd auf Amerikaner und ihre Verbündeten machen würden, auch in den USA selbst.

Der Sprecher erklärte, der Aufstand in Irak gehe von "heiligen Kriegern" aus, nicht hauptsächlich von Anhängern des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein. "Zwei Jahre nach (dem Gefecht zwischen El-Kaida-Kämpfern und US-Truppen im afghanischen) Tora Bora ist das amerikanische Blutvergießen in Irak größer geworden, und die Amerikaner sind nicht mehr in der Lage, sich zu verteidigen", hieß es auf dem Band.

Der Nachrichtensprecher von El Dschasira zitierte den Redner mit den Worten, die «Abtrünnigen», die den Amerikanern Militärstützpunkte und Unterstützung zur Tötung von Muslimen angeboten hätten, sollten sich auf den Tag der Abrechnung vorbereiten, denn die Amerikaner würden irgendwann fliehen.

Nach Überzeugung des ägyptischen Anwalts Montasser el Sajat, der Anfang der 80er Jahre drei Jahre mit El Sawahri im Gefängnis verbrachte, handelt es sich bei dem Sprecher unzweifelhaft um den El-Kaida-Vize. In der Botschaft erwähnt war der Besuch von US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz in Bagdad Ende Oktober, nicht aber die Festnahme Saddam Husseins vom vergangenen Wochenende. Nach Angaben des Senders ging das Tonband am Freitag per Post ein.

(Quellen: dpa, afp, ap)


 

 

Krieg und Internet: Propaganda, Infowar, Medien, Mailinglisten und Weblogs

Kriege sind Ausnahmezustände. Nicht nur für die direkt beteiligten Soldaten, die immer auch mitbetroffene und getroffene Zivilbevölkerung oder die politischen Entscheider. Sondern auch für die Medien. "Authentische" Informationen sind gefragt, geliefert von möglichst neutralen Beobachtern der Lage vor Ort. Sie gelten als "Heiliger Gral" der Kriegsberichterstattung. Die traditionellen Medien können diesem Anspruch aufgrund von strukturellen, personellen und redaktionellen Problemen aber kaum gerecht werden.

Häufig wird ihnen glattes Versagen aus jeder Richtung vorgeworfen: Sie könnten ihre "Wachhund-Funktion" als "vierte Gewalt" nicht erfüllen, würden im "Nebel des Krieges" blind oder sich als willige Propagandawerkzeuge von allen Seiten einspannen lassen. Als Hoffnungsträger tritt seit dem Kosovo-Krieg das Internet auf den Plan, als virtueller Raum, der mehr und kritischen Akteuren zu einer Stimme verhilft und die Missstände der "alten" Medien lindert. Doch bietet das weltweite Informations- und Kommunikationsnetz mit seinen Mailinglisten, Diskussionsforen und Weblogs tatsächlich einen Ausweg aus der Propaganda? Oder spiegelt es sie nur doppelt und dreifach?...

Mehr bei telepolis (21.12.03) unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/special/med/16349/1.html

 


 


 

Nahost-Konflikt

Palästinenser wegen angeblicher Kollaboration getötet +++ Israel nimmt 16 Palästinenser im Westjordanland fest +++ Solana warnt Israel vor Alleingang im Nahost-Konflikt +++ Scharon notfalls auch zu Neuwahlen bereit

So.21.12.03 - Unter dem Vorwurf der Kollaboration mit Israel ist ein Palästinenser von seinen Landsleuten erschossen worden. Der 23-jährige Ijad Taim wurde in Kalkilija im Westjordanland aus nächster Nähe mit einem Schuss in den Kopf getötet, wie palästinensische Rettungsdienste mitteilten. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Extremistische Gruppen in den besetzten Gebieten haben schon häufig Palästinenser, die sie der Kollaboration mit Israel bezichtigen, regelrecht hingerichtet.

Die israelische Armee hat bei mehreren Razzien im Westjordanland nach eigenen Angaben 16 gesuchte Palästinenser festgenommen. Die Militäraktionen in fünf Dörfern nördlich von Ramallah dauerten bis zum Samstagmorgen, wie aus Kreisen der Streitkräfte verlautete. Außerdem rückten die Truppen ins Flüchtlingslager Balata bei Nablus ein und zogen auf der Suche nach mutmaßlichen Extremisten von Haus zu Haus.

Die Soldaten setzten während der Razzia Tränengas und Gummigeschosse gegen eine Gruppe von Steinewerfern ein. Augenzeugen zufolge wurden fünf Personen leicht verletzt und mehrere weitere festgenommen. Ein Militärvertreter sagte, die Soldaten seien auch mit Brandbomben angegriffen worden. Sie hätten daraufhin das Feuer eröffnet und einen der Angreifer am Bein verletzt.

Angaben von Augenzeugen, wonach die Truppen Tränengas in einer Mädchenschule in dem Flüchtlingslager versprühten, wurden von den Streitkräften dementiert. Die Armee bezeichnete die Razzia als Routineoperation.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon ist nach Medieninformationen zu Neuwahlen bereit, sollten die rechtsgerichteten Siedler-Parteien wegen seiner Palästinenserpolitik die Koalition verlassen. Wie das israelische Fernsehen berichtete, will Scharon ein Scheitern seiner Koalition in Kauf nehmen, wenn die ultrarechten Parteien die von ihm angekündigte Verlegung von Siedlungen entlang einer neuen Sicherheitslinie nicht mittragen sollten.

Mit seinen am Donnerstag angekündigten Plänen, gegenüber den Palästinensern notfalls einseitige Maßnahmen zu ergreifen und einige jüdische Siedlungen räumen zu lassen, war Scharon bei der militanten Siedlerbewegung auf scharfe Kritik gestoßen. Die kommenden Parlaments

Der Koordinator der EU-Außenpolitik, Javier Solana, hat sich gegen den  israelischen Plan zur einseitigen Trennung von den Palästinensern ausgesprochen.

"Es gibt keine unilaterale Lösung dieses Konflikts", sagte Solana nach einem Treffen mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Freitag in New York. Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon in diese Richtung seien nicht hilfreich. Solana betonte die Bedeutung des Road Map genannten Nahost-Friedensplans, der von den USA, der Europäischen Union (EU), den Vereinten Nationen (UNO) und Russland unterstützt wird. Er erwarte ein neues Treffen dieses Quartetts im kommenden Monat, sagte Solana ohne Einzelheiten zu nennen.

Die Umsetzung des Road Map ist wegen der anhaltenden Gewalt im Nahen Osten faktisch zum Stillstand gekommen.

(Quellen: ap, afp, rtr)
 


 

Afghanistan: Loja Dschirga tendiert zu starker Stellung des Präsidenten

So.21.12.03 - Bei den Beratungen der Loja Dschirga in Afghanistan zeichnet sich offenbar eine Zustimmung zu einer starken Position des Präsidenten in der Verfassung ab. Wie der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, am Samstag nach einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai mitteilte, steht nach den ersten Abstimmungen eine Mehrheit der 500 Delegierten hinter einem entsprechenden Regierungssystem. Karsai wertete die erste Sitzungswoche der Ratsversammlung als Erfolg.

Die Beratungen machten gute Fortschritte, sagte Karsai. «Hoffentlich werden sie noch vor Ende des Jahres fertig. Falls nicht, lassen wir der Loja Dschirga so viel Zeit, wie sie braucht.»

In den vergangenen Tagen waren unter den Delegierten hitzige Debatten über die Rolle des Islams und den Einfluss der mächtigen regionalen Kriegsherren ausgebrochen. Karsai erklärte, 60 der 160 Artikel in dem Verfassungsentwurf seien bereits von mehreren Arbeitsgruppen abgesegnet worden. Am Samstag nahmen die zehn Gruppen Beratungen über 30 weitere Artikel auf, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete.

Der Verfassungsentwurf sieht eine demokratische islamische Republik mit einem starken Präsidenten vor. Zunächst laut gewordene Forderungen nach größerer regionaler Autonomie verliefen dagegen im Sande, sagte Khalilzad in Kabul.

Spekulationen, wegen der anhaltenden Gewalt könne die für Juni angesetzte Parlamentswahl nicht termingerecht durchgeführt werden, wies Khalilzad zurück. Es sei noch zu früh, um über eine Absage der Abstimmung zu entscheiden, sagte der Botschafter. Die Vereinten Nationen hatten erklärt, in einigen Regionen hinke die Volkszählung, Voraussetzung für die Parlamentswahl, dem Zeitplan deutlich hinterher.

Ein Anschlag auf die Loja Dschirga, wie vielfach vorher befürchtet worden war, gab es bislang nicht, wie Karsai hervorhob. «Wir haben Terroranschläge befürchtet, aber sie sind gescheitert», sagte der Präsident. In der Nacht zu Dienstag waren in der Nähe des Flughafens, zehn Kilometer vom Tagungsort entfernt, drei Raketen eingeschlagen.

(Quelle: ap)
 


 

Drei Millionen Nordkoreaner vom Hunger bedroht

Mangels Spenden droht die Einstellung von Nahrungsmittellieferungen des UN-Welternährungsprogramms

So.21.12.03 - Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen muss seine Nahrungsmittellieferungen an drei Millionen Nordkoreaner mangels Spenden voraussichtlich bald einstellen.

Die Geberländer hätten nicht ausreichend Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt, um alle 6,5 Millionen Bedürftigen in Nordkorea zu versorgen, sagte der Leiter des Welternährungsprogramms, James Morris, in Peking.

China dagegen wird nach seiner Ansicht bald keine Unterstützung mehr benötigen: Die Lieferungen in die ärmsten Regionen sollen 2005 eingestellt werden.

Durch die Versorgungsengpässe in Nordkorea sind nach Morris' Angaben die Erfolge im Kampf gegen Mangelerscheinungen bei Kindern ernsthaft bedroht. Schon im Januar müssten die Hilfslieferungen halbiert werden. Für Ende Januar habe Russland zusätzliche Nahrungsmittel versprochen, aber auch diese würden nur für wenige Wochen reichen.

Politische Auseinandersetzungen mit den Nachbarstaaten und den USA erschwerten es, Spenden für Nordkorea aufzubringen. Allein die Nahrungsmittelhilfen aus den USA seien im vergangenen Jahr von 155.000 auf 40.000 Tonnen zurückgegangen, sagte Morris. Washington und Pjöngjang liegen seit Oktober vergangenen Jahres über das nordkoreanische Atomprogramm im Streit. Japan stellte seine Unterstützung vor zwei Jahren komplett ein.

Das kommunistische Nordkorea erhält seit Mitte der 90er Jahre Nahrungsmittelhilfen. Damals brach die planwirtschaftlich organisierte Landwirtschaft nach mehreren Naturkatastrophen und dem Wegfall von Zuschüssen, die früher aus der Sowjetunion kamen, völlig zusammenbrach.

(Quelle: ap)
 


 

Bush plädiert für Status quo im Taiwan-Konflikt

So.21.12.03 - US-Präsident George Bush hat sich nach Pekinger Darstellung im Konflikt zwischen China und Taiwan gegen jede einseitige Veränderung des gegenwärtigen Zustands ausgesprochen. In einem Telefongespräch mit dem chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao sagte Bush am Samstagabend nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, jüngste Äußerungen und Handlungen des taiwanischen Präsidenten deuteten darauf hin, dass er zu Entscheidungen bereit sein könnte, die den Status quo einseitig verändern würden. Dies werde von den USA abgelehnt.

Damit spielte Bush darauf an, dass der taiwanische Präsident Chen Shui-bian kürzlich eine Volksabstimmung zur Frage der chinesischen Raketenstationierung in der Nähe von Taiwan unterstützt hat. China fürchtet, dass eine solche Abstimmung schließlich zu einem Referendum über die förmliche Unabhängigkeit Taiwans führen könnte. Taiwan hat sich im Bürgerkrieg 1949 von China abgespalten und sich der kommunistischen Ordnung in Peking widersetzt. Bei der Anerkennung Chinas im Jahr 1979 haben die USA ihre diplomatischen Beziehungen zu Taiwan zwar offiziell beendet, die Regierung in Taipeh aber weiter unterstützt und mit Waffen beliefert.

Hu wurde von Xinhua mit der Erklärung zitiert, dass seine Regierung eine Unabhängigkeit Taiwans in keiner Weise akzeptieren könne. Peking strebe eine Wiedervereinigung mit friedlichen Mitteln an. Die beiden Präsidenten sprachen Xinhua zufolge auch über den jüngsten USA-Besuch von Ministerpräsident Wen Jiabao, über den Konflikt um das Atomprogramm Nordkoreas und über die Situation in Irak.

(Quelle: ap)
 


 

49 Tote bei Wirbelsturm in Indien

So.21.12.03 - Bei einem tropischen Wirbelsturm in Südindien sind mindestens 49 Menschen getötet worden. Mehr als 8000 Menschen wurden obdachlos. Gestern hatten die Behörden noch von 18 Toten gesprochen. Der Sturm war über die Küste des Bundesstaats Andhra Pradesh hinweg gefegt. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern zerstörte er tausende von Häusern und entwurzelten zahlreiche Bäume. Große Anbauflächen mit Tabak, Bananen und Reis wurden verwüstet.

(Quelle: dpa)
 


 

Philippinen: Bis zu hundert Tote bei Unwettern

So.21.12.03 - Bei schweren Überschwemmungen auf den Philippinen sind nach Behördenangaben möglicherweise bis zu hundert Menschen getötet worden. 13 Menschen seien nach schweren Regenfällen auf der zentral gelegenen Insel Leyte bereits tot geborgen worden, teilte ein Amtsvertreter der Provinz Süd-Leyte mit. Mindestens 83 weitere Menschen würden noch vermisst. Den Angaben zufolge gingen auf der Insel schwere Regenfälle nieder, die eine Reihe von Erdrutschen auslösten.

(Quelle: afp)
 


 

Tausende Arbeitslose in Argentinien fordern Jobs

So.21.12.03 - Am zweiten Jahrestag der blutigen Proteste gegen die Regierung in Argentinien haben tausende Arbeitslose bei einer Demonstration in Buenos Aires neue Jobs gefordert. Sie schwenkten Fahnen und schlugen auf Trommeln, um auf ihre missliche Lage infolge der schweren Wirtschaftskrise des lateinamerikanischen Landes aufmerksam zu machen. Auf dem Höhepunkt dieser Krise vor zwei Jahren, am 20. Dezember 2001, wurde der seinerzeitige Präsident Fernando de la Rua zum Rücktritt gezwungen. Bei Unruhen an jenem Tag und den Tagen zuvor kamen 27 Menschen ums Leben. Mehrere Präsidenten nach De la Rua blieben nur für kurze Zeit im Amt, bevor Nestor Kirchner im Mai dieses Jahres ins höchste Staatsamt gewählt wurde. Die Wirtschaft hat sich in den letzten Monaten leicht erholt, doch stagniert die Arbeitslosigkeit bei 14,3 Prozent.

(Quelle: dpa)
 


 

Zypern: Erdogan erhöht Druck auf Denktasch

So.21.12.03 - Die türkische Regierung hat den nordzyprischen Volksgruppenführer Rauf Denktasch aufgefordert, sich für eine Lösung des Konflikts um die seit fast 30 Jahren geteilte Mittelmeerinsel einzusetzen. Denktasch solle seine eigene Einstellung überprüfen und über seine Berater nachdenken, sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan laut einem Bericht der Zeitung «Hürriyet» vom Samstag. Der UN-Friedensplan liege auf einer Linie mit der Zypern-Politik Ankaras.

Personen, die gegen einen EU-Beitritt der Türkei seien, sollten keine Schlüsselpositionen innehaben, forderte Erdogans Stellvertreter Mehmet Ali Sahin vor Journalisten. Die Regierung in Ankara ist laut Berichten mit den radikalen Ansichten von Denktaschs Berater Mumtaz Soysal unzufrieden.

Die EU hatte die Türkei gewarnt, eine anhaltende Teilung der Insel sei ein ernsthaftes Hindernis bei den Beitrittsbemühungen des Landes. Der EU-Beitritt Zyperns im Mai wird sich nur auf den Süden und nicht auf den türkischen Norden der Insel auswirken, solange diese weiterhin geteilt ist.

Denktasch bekräftigte am Freitag, er lehne den Friedensplan der Vereinten Nationen ab. Der Plan könnte zu einer Vorherrschaft von griechischen Zyprioten führen, hatte Denktasch wiederholt erklärt.

(Quelle: ap)
 


 

Rom: Sprengstoffdepot der Roten Brigaden entdeckt

So.21.12.03 - In einem Keller in der Nähe des Hauptbahnhofs von Rom hat die Polizei ein Sprengstoffdepot der linksterroristischen Roten Brigaden entdeckt. In dem Versteck befanden sich rund 100 Kilogramm Sprengstoff, Zünder, Computerdisketten und Dokumente der Roten Brigaden, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Samstagabend meldete. Die Polizei vermutet, dass das Versteck in der Nähe des Bahnhofs Roma Termini von Mitgliedern der Roten Brigaden genutzt wurde, die inzwischen in Haft sind. Die Polizei hat ihre Fahndung im Herbst verstärkt und im Oktober neun Personen verhaftet. Die Roten Brigaden verübten in den 70er und 80er Jahren zahlreiche Terroranschläge. Zuletzt bekannten sie sich zur Ermordung der beiden Regierungsberater Massimo d'Antona im Jahr 1999 und Marco Biagi im vergangenen Jahr.

(Quelle: ap)
 


 

Deutsche Regierung stellt sich offenbar auf Scheitern der EU-Verfassung ein

So.21.12.03 - Die Bundesregierung hat einem Zeitungsbericht zufolge nur noch wenig Hoffnung, dass sich die EU-Staaten 2004 auf eine gemeinsame Verfassung einigen. Parallel zu den Einigungsbemühungen sollten deshalb Vorbereitungen für ein Misslingen getroffen werden, zitierte die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» nicht näher genannte Regierungskreise. Die Diskussion über Kerneuropa sei «keine rein taktische Debatte» mit dem Ziel, den Druck zur Einigung zu erhöhen, hieß es demnach weiter in den Kreisen.

Im Idealfall hoffe die Regierung zwar, beim nächsten Europäischen Rat im März 2004 ein Datum festzulegen, bis zu dem ein endgültiger Beschluss herbeigeführt werden muss. Die Entscheidung über die Verfassung könne aber nicht endlos aufgeschoben werden. Für den Fall eines endgültigen Scheiterns müsse man in der Lage sein, «konzeptionelle» Antworten zu geben, zitierte die Zeitung aus den Kreisen.

(Quelle: )
 


 

Bundesregierung und Union für weitere Steuerreform

So.21.12.03 - Bundesregierung und Union haben sich am Samstag beide für eine radikale Steuervereinfachung in Deutschland ausgesprochen. CSU-Chef Edmund Stoiber nannte den Vorschlag von Unionsfraktionsvize Friedrich Merz dafür einen «großen Wurf». Bundeskanzler Gerhard Schröder zeigte sich gesprächsbereit und forderte die Union auf, konkrete Vorschläge auch für den Abbau von Steuervergünstigungen vorzulegen. Merz reagierte grundsätzlich positiv, verlangte aber vom Kanzler, selbst aktiv zu werden.

Stoiber erklärte der «Welt am Sonntag», nach den Grundsätzen des Finanzwissenschaftlers Paul Kirchhof und den Eckpunkten von Merz sollte sich die Union Anfang des Jahres auf ein gemeinsames, durchgerechnetes Steuerkonzept verständigen. Der einzelne Bürger habe derzeit kaum eine Chance, das deutsche Steuersystem zu verstehen. «Das werden wir radikal ändern», betonte Stoiber.

Schröder sagte der «Bild am Sonntag», Finanzminister Hans Eichel sei gesprächsbereit, und «ich bin es auch». Wenn das Merz-Konzept ernst gemeint sei, «dann sollen sich CDU und CSU einigen, sagen, welche Subventionen sie streichen wollen und kommen». Der Kanzler zeigte sich skeptisch, dass die Union mit ihrem Beschluss, fast alle Steuervergünstigungen radikal abzubauen, tatsächlich Ernst machen will. «Ich habe es doch gerade erst erlebt, wie die Union im Vermittlungsausschuss für fast alle Steuervergünstigungen gekämpft hat, die wir streichen wollten», wurde er zitiert.

Merz sagte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung», nun liege es am Kanzler, aktiv zu werden. «Das Konzept der CDU liegt auf dem Tisch und ist weit über die Grenzen der Partei hinaus auf Zustimmung gestoßen», erklärte er.

Laut Stoiber soll das Merz-Konzept noch vor der Sommerpause dem Bundestag vorgelegt werden. Das Konzept, das im Dezember vom CDU-Parteitag gebilligt wurde, sieht bei der Einkommensteuer nur drei Sätze von 12, 24 und 36 Prozent vor. Der CSU-Chef forderte dafür aber eine solide Finanzierung. «Nach unseren Berechnungen besteht bei dem Merz-Modell noch eine Finanzierungslücke von 24 Milliarden Euro. Die muss geschlossen werden.»

Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser sagte, die CSU werde ihr Steuerkonzept Anfang Januar vorstellen. Die Unterschiede zum Merz-Modell, ein linearer Steuertarif und ein höherer Spitzensteuersatz, seien nicht entscheidend, betonte er. Wichtig seien dagegen die Progression, die Trennung von Einkommen- und Körperschaftssteuer, die Vereinfachung sowie die Finanzierbarkeit. Er sei zuversichtlich, dass er sich mit Merz einigen werde, «und dann wird man sehen, ob die Regierung zu handeln bereit ist», sagte Faltlhauser. Merz sagte im Nachrichtensender N24, er rechne nicht damit, dass sich die die Vorstellungen der CSU gravierend von seinem Konzept unterscheiden werden.

Auch der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt plädierte für eine große Steuerreform. Dies werde allerdings nicht einfach werden, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandradio. «Das Steuersystem wird etwas grober, weil pauschaliert wird. Man kann dann nicht mehr die Kilometer zum Arbeitsort und die Eigenheimzulage in irgendeiner Form absetzen.» Milbradt erklärte, auch Freibeträge für Behinderte seien dann nicht mehr möglich und müssten durch Unterstützungen ersetzt werden.

(Quelle: ap)


 

 

Blick ins Archiv


Kirchhof-Modell für Steuervereinfachungen vorgelegt

Nur noch ein Steuersatz

Fr.14.11.03 - Im Wettstreit um das künftige Steuersystem liegt jetzt das mit Abstand einfachste und radikalste Modell vor. Der renommierte Steuerexperte und Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof hat nach dreijähriger Arbeit am Donnerstag in Berlin ein neues Einkommen- und Unternehmensteuerrecht vorgelegt.

Der komplett ausformulierte Gesetzestext kommt mit nur neun Seiten aus und sieht im Kern einen einzigen Steuersatz von 25 Prozent auf jede Form von Einkommen vor. Sämtliche Ausnahmen und Privilegien werden dagegen abgeschafft...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311140.htm#03111420


 

Merz erhält für seine Steuerreform-Vorschläge Zuspruch von den Grünen

Steuerkonzept von Merz sieht Senkung des Eingangssteuersatzes auf 12 Prozent vor. Die weiteren Steuerstufen sollen bei 24 Prozent und 36 Prozent liegen. Im Gegenzug sollen Steuervergünstigungen radikal gestrichen werden +++ SPD-Fraktionschef Joachim Poß nennt Merz-Modell Mogelpackung +++ Kanzler Schröder schlägt  Steuer-Gipfel zwischen Regierung und Opposition vor -  Die Vorsitzenden von CDU und CSU reagieren reserviert

Sa.01.11.03 - Mit seinen Vorschlägen für eine radikale Steuerreform hat Unions-Fraktionsvize Friedrich Merz überraschend viel Unterstützung aus den Reihen der Grünen erhalten.

Die Haushaltssprecherin im Bundestag, Antje Hermenau, sagte im MDR: "Das ist ein Versuch, der uns nicht so gut gelungen ist." Auch die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel begrüßte die Vorschläge unter Einschränkungen. Gutverdiener könnten Steuer-Schlupflöcher besser nutzen, deshalb sei ein einfaches System in der Tendenz auch gerechter, sagte sie der "Neuen Presse" (Freitag).

SPD-Fraktionschef Joachim Poß kritisiert degegen das Steuerreform-Konzept von Merz als Mogelpackung. Der Entwurf sei weder radikal einfacher noch besser als das heutige System, erklärte der stellvertretende Poß am Freitag in Berlin. Familien würden schlechter gestellt, Spitzenverdiener profitierten davon. Wegen der unseriösen Gegenfinanzierung sei es für Bund, Länder und Kommunen nicht zu verkraften....

...Nach dem Steuerkonzept von Merz soll allen Bürgern, aber auch bereits Kindern ein einheitlicher Grundfreibetrag von 8000 Euro gewährt werden. Der Eingangssteuersatz soll auf 12 Prozent gesenkt werden, die weiteren Steuerstufen sollen bei 24 Prozent und 36 Prozent liegen..

Im Gegenzug sieht das Merz-Konzepteine eine radikale Streichung von Steuervergünstigungen vor. Pendlerpauschale, steuerfreie Abgeordnetenbezüge, Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge, Abfindungen, Übergangsgelder, Streikgelder, Trinkgelder sollten wegfallen, heißt es in dem Konzept. Spenden an Parteien und gemeinnützige Einrichtungen sollen weiter von der Steuer abgesetzt werden können.

Auf Kapitaleinkünfte - sofern es sich nicht um Dividendenzahlungen handelt - soll nach dem Merz-Vorschlag ein pauschaler Steuerabschlag von 24 Prozent als Vorauszahlung erhoben werden. Letztlich orientiert sich die Besteuerung am individuellen Steuersatz. Private wie betriebliche Veräußerungsgewinne will Merz künftig umfassend besteuern. Allerdings gelte das nicht für Transaktionen, die der Privatsphäre zugeordnet sind, wie den Verkauf einer selbst genutzten Wohnung. Kapitalgesellschaften sollen nach dem Merz-Vorschlag auf ihre Gewinne einheitlich 36 Prozent Steuern zahlen. Weil die Gewerbesteuer entfällt, sinkt die Belastung der Firmen. Veräußerungsgewinne auf dieser Ebene sollen mit 18 Prozent besteuert werden. Die Verlustverrechnung bei Unternehmen will Merz nach wie vor unbeschränkt zulassen...

Mehr unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv2/k0311010.htm#03110116


 

Steuerfahndung online: Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe

Mi.17.12.03 - Internet-Fahndern der NRW-Finanzverwaltungen sind mehrere hundert Online-Schwarzhändler ins Netz gegangen. Dabei seien hinterzogene Steuern in zweistelliger Millionenhöhe eingetrieben worden, teilten am Mittwoch die Finanzverwaltungen in Essen, Düsseldorf und Wuppertal mit. Seit knapp sieben Monaten durchkämmen an diesen Standorten Sonderkommissionen bundesweit die Internet-Seiten von Auktionshäusern und Erotikanbietern, um steuerpflichtige Nebenerwerbsquellen auszutrocknen.

Bei den Internet-Auktionen gebe es angebliche Privatanbieter, die in Wirklichkeit gewerblich handelten und so gewaltige Summen an Gewerbe- oder Umsatzsteuer hinterzögen, sagte Martin Fliedner von der Düsseldorfer Finanzverwaltung. Seit vergangenen Mai steht den Online-Fahndern ein neu entwickeltes Computer-Programm zur Seite. "X-SPIDER durchkämmt das Netz nach so genannten Powersellern, also Verkäufern, die häufig Neuwaren anbieten und viele Geschäfte abwickeln", erläuterte Fliedner.

Einen weiteren entscheidenden Hinweis lieferten die Kunden, erklärte eine Essener Finanzbeamtin: "Je mehr Bewertungen ein Anbieter bei den Auktionshäusern aufweist, desto verdächtiger wird er." So verkaufen Juweliere Teile ihres Schmucks online, Mechaniker bieten im Nebenerwerb Autoersatzteile an. Die meisten Steuerhinterzieher tummeln sich nach Angaben der Finanzbehörde aber im Internet bei Erotik, Klingeltönen und 0190er-Nummern.

(Quelle: heise.online/dpa)


 

Steuerflucht

Unternehmen kassieren Subventionen und gehen ins Ausland

Insgesamt zahlt der Staat jährlich 25 Milliarden Euro Subventionen an deutsche Unternehmen - und das ist mehr, als im Jahr für die gesamte Sozialhilfe ausgegeben wird. Über Florida-Rolf empörten sich die Deutschen. Kennen Sie aber Infineon-Uli? ...

Mehr bei "Monitor" - Magazin in der ARD (Sendetermin war am 09.10.03):
http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=533&sid=103


 

Regierung plant keine schärferen Maßnahmen gegen Steuerflucht

Steuer-Gewerkschaft: Der Bundesrepublik gehen jährlich etwa fünf Milliarden Euro Steuereinnahmen verloren, weil deutsche Unternehmer und Prominente ihren Wohnsitz im Ausland haben

Sa.01.11.03 - Die Bundesregierung plant keine schärfere Maßnahmen gegen Steuerflucht. Sie reagierte am Freitag mit größter Zurückhaltung auf die Forderung des Grünen-Vorsitzenden Reinhard Bütikofer, im Ausland lebende Bundesbürger nach deutschem Recht zu besteuern. "Es gibt aktuell keine Aktivitäten und Planungen in diese Richtung", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Ihm seien keine Schätzungen bekannt, was der Staat einnehmen würde, wenn Bütikofers Vorschlag umgesetzt werde.

Nach Berechnungen der Steuer-Gewerkschaft gehen der Bundesrepublik jährlich etwa fünf Milliarden Euro Steuereinnahmen verloren, weil deutsche Unternehmer und Prominente ihren Wohnsitz im Ausland haben...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311010.htm#03110117

 


 


 

Pharmafirmen unterlaufen offenbar Gesundheitsreform

So.21.12.03 - Durch Umwandlung rezeptfreier Medikamente in verschreibungspflichtige Präparate versuchen Pharmafirmen nach Darstellung des «Spiegels» die mit der Gesundheitsreform verbundenen Sparbeschlüsse zu unterlaufen. Die Hersteller hätten seit Sommer rund 1000 Anträge auf Neuzulassung bekannter Arzneien beim zuständigen Bundesinstitut gestellt - mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Echte Innovationen seien kaum unter den Anträgen, wohl aber Altpräparate mit neuer Wirkstoffkombination.

Verschreibungspflichtige Medikamente sind nach den neuen Richtlinien durchweg teurer als frei verkäufliche: Deren Preise bilden sich künftig im Wettbewerb und sie werfen für die Apotheken meist nur geringe Provision ab. Die Patienten müssen diese Mittel aus eigener Tasche bezahlen. Der «Spiegel» nennt als Beispiel das rezeptfreie Hustenmittel Gelomyrtol, das Ärzte derzeit noch verschreiben können, künftig aber nicht mehr. Um ein Antibiotikum ergänzt und unter dem Namen Tetra-Gelomyrtol gebe es schon eine rezeptpflichtige Variante. In Fachzeitschriften werbe der Hersteller für «die erstattungsfähige Alternative».

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte, man wisse zwar von «Gegenstrategien der Pharmaindustrie». Die Zahl der Zulassungsanträge beim Bundesinstitut liege aber «im ganz normalen Rahmen». Dieses prüfe sehr genau, ob ein neues Präparat «wirkungsvoll und sinnvoll ist». So einfach wie dargestellt erfolge die Umwandlung nicht. Ärzte seien bei ihren Verschreibungen zur Wirtschaftlichkeit verpflichtet. Das Ministerium gehe davon aus, dass die Krankenkassen darauf besonders achten.

(Quelle: dpa)
 


 

Abwanderung von Einfach-Jobs laut Schröder nicht aufzuhalten

So.21.12.03 - Die Abwanderung von einfachen Tätigkeiten aus Deutschland in Billiglohnländer ist nach den Worten von Kanzler Gerhard Schröder unabwendbar. Gegen die niedrigen Löhne in China oder in der Ukraine «können wir nicht konkurrieren - da haben wir keine Chance», sagte Schröder der «Bild am Sonntag». Er bezeichnete es als nicht sinnvoll, sich dagegen aufzulehnen. Gleichzeitig attackierte er prominente deutsche Steuerflüchtlinge. Er bekräftigte: «Solche Leute verhalten sich unpatriotisch. Mit denen sei kein Staat zu machen.

(Quelle: dpa)

Mehr zum Thema Steuerflüchtlinge unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312220.htm#031222rq


 

 

Arbeitskraft des Menschen ohne Zukunft

... Nachdem ... deutsche Unternehmen ihre Produktionsstätten zunehmend ins Ausland verlagern, wird seit neuem China beschuldigt, den Deutschen die Arbeitsplätze in der Industrieproduktion zu stehlen. Wahr ist, dass in Deutschland während der letzten sieben Jahre acht Prozent der gesamten Fabrikjobs wegfielen. Gleichzeitig boomt Chinas Fertigungsindustrie. Lässt sich daraus eine simple Gleichung ableiten? Nein.

Zwar produziert und exportiert China einen wesentlich höheren Prozentsatz an Industriegütern, doch laut einer neuen Studie von Alliance Capital Management werden dort die Stellen in der industriellen Fertigung noch rascher abgebaut als in irgend einem anderen Land. Zwischen 1995 und 2001 gingen in Chinas Fabriken mehr als fünfzehn Millionen Arbeitsplätze verloren. Dies entspricht 15 Prozent der gesamten chinesischen Arbeiterschaft in diesem Sektor.

Doch nicht genug der schlechten Nachrichten. Die gleiche Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in den zwanzig größten Volkswirtschaften der Welt zwischen 1995 und 2002 etwa 31 Millionen Fabrikjobs eliminiert wurden. Die Beschäftigung in der industriellen Fertigung nahm während der letzten sieben Jahre jährlich ab, und zwar in jeder Region der Welt. Dieser Stellenabbau fällt in eine Zeit, in der die Industrieproduktion weltweit um über 30 Prozent gestiegen ist. Die Arbeitsplätze in der Produktion gingen indes um elf Prozent zurück.

Hält dieser Trend an – und er wird sich wahrscheinlich noch beschleunigen – so werden die derzeit 164 Millionen Fabrikjobs in der Produktion bis 2040 auf ein paar Millionen zusammenschrumpfen. Damit wäre das Zeitalter der weltweiten industriellen Massenbeschäftigung zu Ende.

Im Dienstleistungssektor und bei den Schreibtischjobs findet ein ähnlicher Stellenabbau statt, seit intelligente Technologien immer öfter Arbeitskräfte ersetzen. Bei Banken und Versicherungen, im Groß- und im Einzelhandel werden überall smarte Technologien eingeführt und machen Hilfspersonal überflüssig. Marktbeobachter erwarten während der nächsten vier Jahrzehnte einen ähnlichen Stellenschwund wie bei den Fabrikjobs, nachdem Unternehmen, ja ganze Industrien und die Weltwirtschaft sich global vernetzen.

Warum verschwinden so viele Arbeitsplätze? Dramatische Produktivitätszuwächse ermöglichen es Unternehmen, mit erheblich weniger Mitarbeitern immer mehr Güter zu produzieren und Dienstleistungen zu erbringen. Dass durch Technologievorteile und Produktivitätszuwachs zwar Jobs vernichtet werden, dafür aber genauso viele neu entstehen – diese frühere Logik hat ausgedient. Die Vereinigten Staaten erleben derzeit den steilsten Produktivitätsanstieg seit 1950. Im letzten Quartal nahm die Produktivität des Landes um schwindelerregende 9,4 Prozent zu, allein die Arbeitslosigkeit bleibt hoch.

Die Produktivität galt immer als Motor für Beschäftigung und Wohlstand. Wirtschaftsexperten argumentierten lange so: Eine hohe Produktivität ermöglicht es Firmen, mehr Güter und Dienstleistungen zu niedrigeren Preisen anzubieten. Durch diese günstigeren Angebote werde die Nachfrage stimuliert und Arbeitskräfte müssten neu eingestellt werden, um die gestiegene Nachfrage befriedigen zu können. Dies sei ein Kreislauf, der durch eine stetig wachsende Produktivität in Gang gehalten werde.

Die Crux ist, dass dieser lange für unumstößlich gehaltene Grundsatz kapitalistischer Wirtschaftstheorie nicht länger zu gelten scheint. Trotz rasch zunehmender Produktivität nimmt auch die Zahl der entlassenen Arbeiter in den USA und in der übrigen Welt weiter zu. Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht über die Produktivität in Amerikas hundert größten Unternehmen produzieren heute neun Arbeiter die gleiche Menge wie zehn Arbeiter im März 2001. Richard D. Rippe, leitender Wirtschaftsberater bei Prudential Securities, zieht daraus das Fazit: „Wir können heute das Output steigern, ohne dafür das Personal nennenswert aufzustocken.“

Die enorme Bedeutung dieses Wandels lässt sich am besten anhand eines einzelnen Industriezweiges begreifen. Die Stahlindustrie in den Vereinigten Staaten von Amerika ist typisch für den aktuellen Prozess. Während der vergangenen zwanzig Jahre stieg die Stahlproduktion in den USA von jährlich 75 Millionen Tonnen auf 102 Millionen Tonnen. Im gleichen Zeitraum, also von 1982 bis 2002, ging die Zahl der Stahlarbeiter von 289 000 auf 74 000 zurück. „Selbst wenn der prozentuale Anteil des Produktionsvolumens am Bruttoinlandsprodukt unverändert bleibt, werden wir wegen des Produktivitätszuwachses wohl trotzdem weiterhin Jobs verlieren“, erklärt Donald Grimes, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität von Michigan. Professor Grimes bedauert, dass diese Entwicklung kaum aufzuhalten sein wird: „Es ist wie der Kampf gegen heftigen Gegenwind.“

Hier liegt der Hase im Pfeffer: Woher soll wohl in Zukunft die Verbraucher-Nachfrage kommen, wenn die menschliche Arbeitskraft zunehmend ersetzbar wird? Wenn immer mehr Beschäftigte entlassen werden, weil die drastischen Produktivitätszuwächse allein durch effektivere und Lohnkosten sparende Technologien sowie verbesserte Methoden der Arbeitsorganisation zu erzielen sind? Wer soll all die neuen Produkte kaufen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die bei steigender Produktivität verfügbar werden? Wir sind gezwungen, uns hier einem Widerspruch zu stellen, der in der Natur unserer Marktwirtschaft liegt. Er bestand von Anfang an, gerät jedoch erst jetzt zu einem unvereinbaren Gegensatz.

Die kapitalistische Marktwirtschaft baut zum Teil auf der Logik auf, zugunsten möglichst hoher Gewinnspannen seien die Produktionskosten einschließlich der Lohnkosten niedrig zu halten. Es wird ständig nach Wegen gesucht, durch noch billigere und effizientere Technologien Lohnkosten zu drücken oder menschliche Arbeitskraft gänzlich überflüssig zu machen. Die neuen intelligenten Technologien können heute weitgehend menschliche Arbeitskraft – sowohl körperliche wie auch geistige – ersetzen. Die Zunahme der Produktivität durch die Einführung dieser Technologien hat jedoch ihren Preis: Immer mehr Arbeiter werden in Teilzeit-Jobs abgedrängt oder entlassen. Eine schrumpfende Arbeiterschaft bedeutet jedoch geringeres Einkommen, reduzierten Konsum und eine stagnierende Wirtschaft. Dies ist die neue strukturelle Realität, die Regierung, Unternehmensführer und viele Wirtschaftsexperten nur widerwillig zur Kenntnis nehmen.

Aus: Jeremy Rifkin - "Arbeitskraft des Menschen ohne Zukunft", Süddeutsche Zeitung vom 23.12.03

Jeremy Rifkin, 58, US-Wirtschaftswissenschaftler und Gesellschaftskritiker, ist Autor des Buches „Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft“.


 

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Experten sehen Trend zur Arbeitsplatzverlagerung nach Osteuropa

Jedes vierte Industrieunternehmen plant einen solchen Schritt

So.14.12.03 - Nach Banken und Versicherungen folgen immer mehr Branchen dem Trend zur Auslagerung von Produktion, Verwaltung oder Logistik nach Osteuropa. In den kommenden Jahren würden Konzerne, aber auch Mittelständler zunehmend in Niedriglohnländer wie Tschechien, Polen oder Litauen investieren, sagte Outsourcing-Experte Mathias Weber vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) der Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Berlin. Einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge plant bereits jedes vierte Industrieunternehmen einen solchen Schritt....

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http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312140.htm#03121415


 

Siemens zieht im Zuge der EU-Osterweiterung  im großen Stil Jobs nach Osteuropa ab

Sa.13.12.03 - Siemens wird im Zuge der EU-Osterweiterung in großem Stil Arbeitsplätze nach Osteuropa verlagern. In einigen Jahren könne etwa ein Drittel der Software-Entwicklung von Siemens an Niedriglohnstandorten geleistet werden, sagte Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer der "Financial Times Deutschland".

Dabei gehe es einerseits darum, von dem erwarteten starken Marktwachstum in Osteuropa zu profitieren. Andererseits müsse der Konzern auch die Kostenvorteile und das Potenzial hoch qualifizierter Software-Ingenieure in der Region nutzen...

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http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312130.htm#03121317

 


 


 

Arbeitsplatzabbau im Einzelhandel geht weiter

So.21.12.03 - Im deutschen Einzelhandel sind in diesem Jahr rund 30.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Hauptgründe waren der rückläufige Konsum und der verschärfte Preiskampf, wie der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, am Samstag im Deutschlandradio erklärte. Diese Entwicklung werde 2004 zwar verlangsamt, nicht aber gestoppt. Er rechne mit einem weiteren Abbau von etwa 20.000 Arbeitsplätzen.

Der Verbandssprecher kritisierte den verschärften Wettbewerb über Rabattaktionen. Diese hätten mögliche Gewinne völlig verhagelt. Pellengahr sprach von einer Besorgnis erregenden Entwicklung und forderte die Fachgeschäfte auf, gegen die niedrigen Preise anzugehen: «Die Handelsunternehmen müssen sich profilieren. Sie müssen von ihren Kunden auch als Marke wahrgenommen werden.»

Es müsse einen Mehrwert haben, eine Ware im bestimmten Geschäft gekauft zu haben. Die Geschäfte müssten sich in ihren Sortimenten von anderen Anbietern abgrenzen und dürften nicht in der Masse untergehen. «Denn sonst gibt es nur den Preis - und da haben vor allem die kleineren Geschäfte das Nachsehen», sagte Pellengahr. Häufig werde übersehen, dass die auf den ersten Blick teureren Fachgeschäfte zusätzliche Leistungen böten wie beispielsweise Service und Beratung.

(Quelle: ap)
 


 

Thierse beklagt 'obszöne' Gehaltssteigerungen bei Managern

So.21.12.03 - Als «obszönen Vorgang» in den aktuellen Krisenzeiten hat Bundestagspräsident Wolfgang Thierse die jüngsten Erhöhungen der Millionengehälter von Spitzenmanagern bezeichnet. In diesen Zeiten verlangten die Bosse, dass Arbeitnehmer flexibler sein und in wirtschaftlichen Krisenzeiten auf Lohnzuwachs verzichten müssten. «Zugleich aber erhöhen sich die Vorstände erneut ihre ohnehin gigantischen Gehälter», sagte der SPD-Politiker der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

Der Parlamentspräsident bezog sich dabei auf Zahlen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, wonach die Vorstände der DAX-Unternehmen 2002 im Durchschnitt rund 1,25 Millionen Euro in bar an Jahresgehalt verdienten und damit etwa 7,4 Prozent mehr als im Jahr davor.

«Das ist ein obszöner Vorgang: An einem Ende verlangt man unvermeidliche Einbußen, am anderen steigen die ohnehin schon irrsinnigen Gehälter der Vorstandsmitglieder deutscher Unternehmen noch weiter», sagte Thierse. «Reformbereitschaft und Verzichtkultur» müsse jedoch in den oberen Etagen beginnen, wenn das Land schnell gesunden solle. «Die wirtschaftliche Elite hat noch nicht begriffen, dass sie nur dann wirkliche Elite ist, wenn sie selbst so handelt wie sie es von anderen verlangt.»

(Quelle: ap)


 

 

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Die Gehälter der Vorstände von Dax-Firmen sind im Jahr 2002 trotz Konjunkturkrise weiter gestiegen

DSW-Studie: Spitzenreiter DaimlerChrysler erhöhte Vergütungen um 130 Prozent

Laut einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) verdiente ein Vorstand im Schnitt  1,25 Millionen Euro pro Jahr. Dies seien 90 000 Euro pro Kopf mehr als im Vorjahr.

In der Vorstandsetage von DaimlerChrysler wird dabei mit Abstand am meisten verdient. Der Autokonzern zahlte 2002 durchschnittlich 3,7 Millionen Euro an seine Spitzenkräfte. Verglichen mit den Zahlungen vom Vorjahr sei das ein Plus von mehr als 130 Prozent, sagte DSW-Geschäftsführerin Jella Benner-Heinacher. DaimlerChrysler befinde sich mit diesen Gehältern genauso wie die mit 2,5 Millionen Euro an zweiter Stelle rangierende Deutsche Bank auf „internationalem Niveau". Die DSW untersuchte in der Studie die Vorstandsbezüge der 30 Dax-Mitglieder.

Den Berechnungen zufolge wurde in den Vorstandsetagen der 30 Dax-Unternehmen im Geschäftsjahr 2002 pro Kopf durchschnittlich 1,25 Millionen Euro verdient. Das sei gegenüber dem Jahr zuvor eine Steigerung zwischen sieben und acht Prozent.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 16.12.03


 

Nettolohn schrumpft

Mi.01.10.03 - Den Beschäftigten bleibt wegen steigender Sozialabgaben immer weniger von ihrem Gehalt. Zwar erhöhten sich von Oktober 1995 bis 2001 sowohl Brutto- als auch Nettolöhne. Zugleich sank aber der Anteil des Nettomonatsverdiensts am Bruttogehalt im Westen von 65,1 Prozent auf 64,7 Prozent, teilte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, gestern mit...

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Siemens-Chef für Samstagsarbeit ohne Zuschlag

Mi.17.09.03 - Der Chef des Elektronikkonzerns Siemens, Heinrich von Pierer, hat sich für die Wiedereinführung des Samstages als zuschlagfreien Werktag ausgesprochen. "Die Leute gehen doch eigentlich gern zur Arbeit, das ist doch kein Frondienst", begründete von Pierer den Vorstoß in einem Interview mit der «Bild»-Zeitung (Mittwochausgabe). Er warf den Gewerkschaften vor, bei der Arbeitszeitregelung eine zu starre Haltung einzunehmen.

(Quelle: ap)


 

Neuer Bosch-Chef fordert Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnsteigerung

Do.25.09.03 - Eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche in der Metallbranche hat der neue Chef des Bosch-Konzerns, Franz Fehrenbach, gefordert. Die Arbeitszeitverlängerung von derzeit 35 auf 40 Stunden dürfe zudem nicht mit Lohnsteigerungen verbunden sein, sagte er den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagausgabe). Die 35-Stunden-Woche habe sich als "Irrweg erwiesen, den wir schnell korrigieren müssen", zitierte das Blatt den Spitzenmanager.

Nach den Worten Fehrenbachs ist es unrealistisch, das Lohnniveau nennenswert drücken zu wollen. Spielraum gebe es aber bei der Arbeitszeit, die im internationalen Vergleich in Deutschland sehr kurz sei. Daher sollten die Beschäftigten "für das, was sie bekommen, mehr arbeiten. Fünf Stunden mehr in der Woche sind zur Sicherung der Beschäftigung keine unangemessene Zumutung", zitierte das Blatt den neuen Bosch-Chef.

(Quelle: ap)
 


 


 

Warnung vor Orkanböen über Deutschland

So.21.12.03 - Der Deutsche Wetterdienst hat vor schweren Orkanböen in einigen Teilen Deutschlands gewarnt. Am Morgen werde der Wind kräftig zunehmen und an der Nordseeküste Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometer in der Stunde erreichen, so die Meteorologen . In Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz können die orkanartigen Windböen im Laufe des Tages fast ebensolche Geschwindigkeiten erreichen. Auch für Teile Ostdeutschlands gab es Unwetterwarnungen.

(Quelle: dpa)
 


 

Internet: Neue Wurm-Variante von Sober.B entdeckt

So.21.12.03 - Eine dritte Sober-Variante verbreitet sich derzeit schnell im Internet. Wie seine Vorgänger Sober und Sober.b verschickt sich der Wurm Sober.c von infizierten Windows-Rechnern per E-Mail an weitere Adressen. Wesentliche technische Neuerungen bringt er nicht mit, dafür sind die Nachrichtentexte umso geschickter formuliert. Beispielsweise gibt eine Nachricht vor, von der Kripo Düsseldorf zu sein. Darin wird behauptet, dass gegen den Empfänger der Mail ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werde, da er illegal Filme und MP3-Dateien aus dem Internet herunterlade. Als Attachment ist eine Datei mit dem angeblichen Namen Akte.zip beigefügt, die natürlich den Wurm enthält. Andere Varianten warnen vor einem neuen Dialer und einem Trojaner, der sich dem Rechner des Empfängers befände.

Öffnet man die Dateianhänge *.bat, *.pif und *.exe infiziert der Wurm den Rechner. Diesmal kopiert er sich sogar dreimal auf das System, zwei der Dateinamen erzeugt Sober.c pseudo-zufällig. Auf befallenen System startet sich der Wurm in zwei Instanzen, die sich gegenseitig versuchen zu schützen, in dem sie unter anderem den Datei-Zugriff blockieren.

Die Betreffzeilen und Texte von Sober.c variieren sehr stark, allerdings ist auch er wieder bilingual: Er verschickt sich sowohl mit deutschen, als auch englischen Texten. Welche Sprache Sober.c verwendet, hängt von Domain-Suffix, also .de, at, ch, des Adressaten ab. Eine vollständige Liste der möglichen englischen und deutschen Betreffzeilen, sowie der Namen der Datenanhänge ist bei Bitdefender zu finden.

Einige Hersteller von Antivirensoftware haben schon reagiert und neue Signaturen zum Erkennen des Wurms, sowie Tools zu seiner Entfernung bereit gestellt. Dazu gehören insbesondere Kaspersky, Bitdefender und F-Prot. NAI und Symantec bieten bisher noch keine Beschreibung und Signaturen auf ihren Seiten an. Bereits die Signaturen zum Erkennen von Sober.b lassen bei beiden derzeit auf sich warten. Erst ab Weihnachten sollen diese zur Verfügung stehen.

(Quelle: heise.online)


 

 

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IT-Experten: Virenscanner bieten keinen Schutz mehr

Do.23.10.03 - Im August hat nicht nur die Rekordhitze ganz Deutschland ins Schwitzen gebracht, sondern auch eine Reihe von neuartigen Computerviren, die unzählige Firmennetzwerke und Privat-PCs lahm legten. Glaubt man den auf der Branchenmesse "Systems" versammelten IT-Sicherheitsexperten, ist dies womöglich nur eine Vorahnung dessen, was die nächsten Jahre bringen könnten. Denn die rasante Verbreitung neuer Anwendungen wie Musik-Tauschbörsen und Instant-Messaging öffnet noch raffinierteren Schädlingen Tür und Tor und lässt klassische Antivirenprogramme alt aussehen....

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310230.htm#03102321

 


 


 

Medienmacht: Murdoch übernimmt größten US-Anbieter von Satellitenfernsehen

So.21.12.03 - Der Medienmogul Rupert Murdoch steigt beim größten amerikanischen Anbieter von Satellitenfernsehen ein. Die US-Bundesbehörde für Kommunikation (FCC) genehmigte die Übernahme von DirecTV durch Murdochs Firma News Corp. am Freitag mit einer Reihe von Auflagen. Damit trat die Behörde Bedenken entgegen, dass News Corp. die Programme ihrer Sendergruppe Fox nur noch via Satellit und nicht mehr über Kabel verbreiten könnte, um Fernsehzuschauer zum Umsteigen auf DirecTV zu bewegen. Es handelt sich um ein Bezahlfernseh-Angebot.

Die FCC verbat News Corp. allerdings nicht ausdrücklich, seine Programme nur noch über DirecTV anzubieten. Die Firma wurde lediglich zu einem Schiedsgerichtsverfahren verpflichtet, um eine Einigung mit Kabelnetzbetreibern und anderen Satellitenfernseh-Anbietern herbeizuführen. Weiterhin erhielt NewsCorp. die Auflage, bei der Zuteilung der Satellitenkanäle von DirecTV seine eigenen Programme und Programme anderer Sender gleich zu behandeln. DirecTV bietet bislang elf Millionen Abonnenten verschiedene Programmpakete an, für die eine Monatsgebühr von mindestens 39 Dollar (31 Euro) zu entrichten ist.

Die Entscheidung der Kommission fiel mit drei zu zwei Stimmen denkbar knapp. Während die republikanische Mehrheit sich für den Zusammenschluss aussprach, stimmten die beiden demokratischen Ausschussmitglieder dagegen. Der republikanische Vorsitzende der FCC, Michael Powell, bezeichnete die Fusion als Sieg für die Fernsehzuschauer, weil sie den Wettbewerb stärke. Dies werde «den Druck erhöhen, die Angebote zu verbessern und die Preise für Kabel- wie Satellitenfernsehzuschauer zu senken.»

Der Demokrat Michael Copps erklärte dagegen, die Fusion werde den Wettbewerb schwächen. «Wo ist die Logik - wieso ist es im öffentlichen Interesse, mehr und mehr Medienmacht auf immer weniger Mitspieler zu konzentrieren?» fragte Copps.

Den im April veröffentlichten Fusionsplänen zufolge wird News Corp. über seine Tochterfirma Fox Entertainment 34 Prozent der Anteile des Unternehmens Hughes Electronics übernehmen, zu dem DirecTV gehört. News Corp. erhielte dadurch die Mehrheitsbeteiligung an DirecTV und würde gleichzeitig größter Anteilseigner von Hughes Electronics. Hughes gehört bislang zum Konzern General Motors, soll für die Fusion aber in ein eigenständiges Unternehmen umgewandelt werden, wobei 20 Prozent der Anteile bei Mitarbeiter-Fonds von General Motors verbleiben.

(Quelle: ap)

Mehr bei "futurezone" (20.12.03) unter:
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?
read=detail&id=205074&tmp=32093

 


 

Europäische Mars-Sonde koppelt erfolgreich Landegerät aus

Das Landegerät Beagle 2 wird voraussichtlich in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag auf dem Mars  niedergehen.Der rote Planet bietet die erdähnlichsten Bedingungen in unserem Sonnensystem ist zur Zeit der Erde so nah wie seit 17.000 Jahren nicht mehr. Das europäische Mars-Projekt ist  mit 300 Millionen Euro veranschlagt

So.21.12.03 - Nach einer sechsmonatigen Reise durchs All über mehr als 50 Millionen Kilometer hat die europäische Sonde Mars-Express am Freitag erfolgreich das Landegerät Beagle 2 abgekoppelt, das in der Weihnachtsnacht auf dem roten Planeten auftreffen soll.

"Die Abkoppelung ist erfolgreich abgeschlossen", sagte Flugdirektor Michael McKay strahlend in Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt, ehe die Wissenschaftler mit Sekt anstießen. Die Forscher hatten die Abkoppelung zeitverzögert über Funk verfolgt. Ein Funk-Signal vom Mars an die Erde ist mehr als acht Minuten unterwegs. Das Manöver war eine der kritischen Phasen der ersten eigenen Mars-Erkundung durch die europäische Raumfahrtbehörde ESA.

Während die Mars-Sonde weiter auf einer Umlaufbahn um den Nachbarplaneten der Erde kreisen und im Laufe der nächsten Monate dessen Oberfläche kartieren soll, wird das Landegerät Beagle 2 voraussichtlich in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag in einer Ebene nahe dem Marsäquator niedergehen. Weil das Gebiet früher möglicherweise von einem See bedeckt war, versprechen sich die Wissenschaftler hier die besten Chancen, Spuren von Wasservorkommen und damit einer Grundlage für Leben auf dem roten Planeten zu entdecken. Erosionsspuren auf der Mars-Oberfläche deuten daraufhin, dass es auf dem Planeten tatsächlich einmal Wasser gab. Auch wurde bei früheren Mars-Erkundungen Eis entdeckt.

Der Mars ist zur Zeit der Erde so nah wie seit 17.000 Jahren nicht mehr. Dies war der Hauptgrund für die ESA, die 300 Millionen Euro teure Marsexpedition in diesem Jahr loszuschicken. Der Mars, der nur etwa halb so groß ist wie die Erde, bietet die erdähnlichsten Bedingungen in unserem Sonnensystem. Zwar kann es nachts unter minus 100 Grad Celsius kalt werden, an einem sonnigen Sommertag kann die Temperatur jedoch bis auf 27 Grad Celsius steigen. Sollte es also irgendwo neben Eis auch Wasser geben, dann wären die Voraussetzungen für die Entwicklung von Leben nach Einschätzung von Forschern nicht schlecht.

Einige Wissenschaftler vermuten, dass es auf dem Mars auch heute noch größere Wasservorkommen gibt - allerdings tief unter der Oberfläche verborgen. Beagle 2, das nach dem Forschungsschiff des Begründers der Evolutionstheorie, Charles Darwin, benannt ist, soll zunächst ein Panoramabild seiner Umgebung aufnehmen und zusammen mit den aktuellen Wetterdaten zur Erde funken. Funktionieren alle Instrumente, stehen dann geologische Untersuchungen der Umgebung an. Unter anderem soll Beagle 2 Bodenproben aus bis zu einem Meter Tiefe nehmen und analysieren. Die Messungen sind auf 180 Marstage angelegt, das ist ungefähr ein halbes Erdenjahr.

Ergänzt werden die Beagle-Daten durch die Messungen von Mars-Express aus einer stark elliptischen Umlaufbahn. Dabei geht es nicht nur um die Erstellung eines Marsatlasses. Ein spezielles Radar-Gerät soll den Boden mehrere Kilometer tief durchdringen und neben geologischen Erkenntnissen auch Informationen über unterirdische Wasservorkommen liefern.

Voraussetzung für ein Gelingen der Messungen direkt auf der Marsoberfläche ist allerdings, dass Beagle 2 sicher landet. In der Weihnachtsnacht wird das 65 Kilogramm schwere Landegerät mit einer Geschwindigkeit von 1600 Kilometern pro Stunde auf die Marsoberfläche zurasen, ehe es von Fallschirmen abgebremst wird und schließlich von Airbags geschützt auf dem Planeten aufprallt.

Der Mars war immer wieder das Ziel von Raumsonden. Erfolg hatten indes nur wenige. Zuletzt verlor Japan Anfang Dezember sein Raumfahrzeug Nozomi, ehe dieses sein Ziel erreichen konnte. Die letzte erfolgreiche Mars-Erkundung gelang den US-Amerikanern 1996 mit dem Roboter Pathfinder, der die gleiche Landetechnik hatte wie Beagle 2. Im Laufe des Januars sollen zwei weitere Sonden der US-Raumfahrtbehörde NASA auf dem Mars landen. Im Unterschied zum europäischen Mars-Projekt, das insgesamt mit 300 Millionen Euro veranschlagt ist, kosten allein die beiden US-Sonden ohne Transport und Entwicklung zusammen rund 500 Millionen Euro.

(Quelle: rtr)
 
 
 
 

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