Aktuelle Nachrichten
Irak am zweihundertneunundachzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Britische Streitkräfte werden auch Ende 2004 im Irak sein. Großbritanniens
Verteidigungsminister Hoon räumt Zustrom von Terroristen nach Irak
als Folge des Kriegs ein +++ Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen
verfeindeter Volksgruppen in Kirkuk erneut zwei Menschen getötet
+++ Acht Tote bei Anschlag auf Silvesterparty in Bagdad +++ Irakische
Polizei will zivile Einrichtungen besser schützen +++ UNO
überweist 2,6 Milliarden Dollar für Irak-Wiederaufbau-Fonds
Fr.02.01.04 - Der britische Verteidigungsminister Hoon hat eingeräumt, dass als
Folge des Irak-Kriegs Terroristen nach Irak eingeströmt seien, um
das Land nach dem Sturz von Präsident Saddam Hussein zu
destabilisieren. Langfristig würden die positiven Auswirkungen der
Entmachtung Saddam Husseins jedoch diese kurzfristigen Probleme
aufwiegen, sagte Hoon am Donnerstag in einem BBC-Radiointerview. Zur
Dauer der Stationierung britischer Truppen in Irak sagte der Minister,
die Soldaten würden wohl auch noch am Ende dieses Jahres dort
sein, um für Sicherheit zu sorgen.
Dann seien die Soldaten nicht mehr als Besatzungsmacht im Einsatz,
sondern um den Irakern bei Sicherheitsaufgaben zu helfen, sagte
Hoon Spekulationen über die Anzahl der dann noch in Irak
stationierten britischen Soldaten lehnte er ab. Aber deren Aufgabe
werde sich verändert haben, sagte Hoon. "Statt eine
Besatzungsmacht zu sein, werden wir an der Seite einer
Übergangsregierung stehen, und wir unterstützen diese
Regierung, so hoffen wir, auf dem Weg zur Demokratie", sagte Hoon.
In der nordirakischen Stadt Kirkuk sind den gewaltsamen
Auseinandersetzungen verfeindeter Volksgruppen erneut zwei Menschen zum
Opfer gefallen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden zwei
Kurden durch Messerstiche getötet. Ihre Leichname wurden im
Zentrum der Ölstadt entdeckt. Am Vortag waren bei einer
Demonstration von arabischen Sunniten und Turkmenen, die sich gegen die
kurdischen Autonomieforderungen richtete, drei Demonstranten von
kurdischen Kämpfern getötet worden. Am Donnerstag waren im
Zentrum der Stadt mehrfach Schüsse zu hören. Seit der
Entmachtung Saddam Husseins im April traten die Rivalitäten
zwischen Kurden, Arabern und Turkmenen in der strategisch wichtigen
Millionenstadt offen zutage.
Ein blutiger Autobombenanschlag hat in der Neujahrsnacht das Bagdader
Stadtviertel Karrada erschüttert. Mindestens acht Menschen kamen
nach offiziellen Angaben bei dem Anschlag auf ein gut besuchtes
Restaurant ums Leben, das am Mittwochabend zur Silvesterparty mit
Live-Musik und Bauchtanz eingeladen hatte. Etwa 35 Personen wurden
verletzt.
Neben dem Restaurant "Nabil" riss die Wucht der Explosion einen Krater
in die Straße. Autos gingen in Flammen auf. Retter zogen
Überlebende aus dem Eckhaus. Ein Sprecher der US-Streitkräfte
sprach von einem 225-Kilogramm-Sprengsatz. Nach der Explosion waren
Schüsse zu hören; über dem Gelände flogen
US-Militärhubschrauber.
Unter den Verletzten waren Krankenhausangaben zufolge auch mehrere
Ausländer. Die "Los Angeles Times" teilte mit, drei ihrer Reporter
und fünf irakische Mitarbeiter seien vor dem Restaurant verletzt
worden.
Die irakische Polizei will derweil den Schutz ziviler Einrichtungen
verbessern. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um Regierungsgebäude
und Krankenhäuser würden verschärft, sagte der
Polizeichef von Bagdad und stellvertretende irakische Innenminister
Ahmed Kadhem am Donnerstag.
Zum Jahreswechsel explodierten in Bagdad noch vor zwei weiteren
Restaurants Bomben, mehrere Gäste wurden dabei verwundet. Nach
Einschätzung eines US-Offiziers wenden sich irakische Rebellen
nach der Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen für die
Koalitionstruppen und für irakische Polizeiwachen zunehmend
zivilen Zielen zu.
Die Vereinten Nationen haben unterdessen 2,6 Milliarden Dollar (gut
zwei Milliarden Euro) an den von den US-geführten
Besatzungsmächten geführten Irak-Wiederaufbau-Fonds
überwiesen. Dies teilte ein UN-Vertreter am Donnerstag in New York
mit. Der Fonds ist aus dem im November beendeten "Öl für
Lebensmittel"-Programm für Irak hervorgegangen. Die
Milliardenüberweisung der UNO an den Fonds zum Jahresende 2003 war
die vierte und bislang größte. Eine Milliarde Dollar war am
24. Mai überwiesen worden, zwei Tage nach dem Beschluss des
UN-Sicherheitsrates zur Beendigung des "Öl für
Lebensmittel"-Programms. Jeweils eine weitere Milliarde Dollar wurde im
Oktober und November überwiesen.
(Quellen: afp, dpa, ap)
Powell legt Grundlinien der US-Außenpolitik dar
Anti-Terror-Kampf hat für die USA weiter oberste
Priorität
Fr.02.01.04 - US-Außenminister Colin Powell hat in der "New York Times" die
Grundlinien der US-Außenpolitik für 2004 dargelegt. Demnach
rangiert der Anti-Terror-Kampf weiterhin ganz oben auf der Liste der zu
bewältigenden Aufgaben. Im El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden
sieht Powell nach wie vor "eine große Gefahr". Dessen Mitglieder
seien jedoch zunehmend auf der Flucht, in Schlupfwinkeln, im
Gefängnis oder tot. In Irak wollen die USA dem Außenminister
zufolge eine Botschaft einrichten, sobald die dortige
US-Zivilverwaltung gemäß dem Übergangsplan am 30. Juni
zu Ende gehe.
Mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und der UNO
gehe es im Irak wie auch in Afghanistan um die Wiederherstellung der
eigenen Souveränität.
Als Teil des Nahost-Quartetts werden sich die USA zusammen mit den
Vereinten Nationen, der Europäischen Union und Russland um eine
friedliche Beilegung des Konflikts zwischen Israelis und
Palästiensern bemühen, schreibt Powell. Ziel sei die
Schaffung eines "freien Palästinas an der Seite eines sicheren und
demokratischen jüdischen Staats in Israel".
Auch Nordkoreas "gefährliches Atomprogramm" bleibe weiter ein
Problem, das Washington gemeinsam mit China, Japan, Russland und
Südkorea angehen werde, ohne sich von Pjöngjang drohen oder
erpressen zu lassen. Die USA stünden zum iranischen Volk "und
anderen unter unterdrückerischen Regimen lebenden Völkern",
wirkten für ein "freies Kuba" und seien entschlossen, bei
Friedenslösungen in Sudan, Liberia, Nordirland und anderswo
mitzuwirken.
(Quelle: afp)
Anti-Terror-Kampf: Strengere Sicherheitsvorkehrungen
in den USA
Fingerabdrücke und Fotos von visumspflichtigen Einreisenden
+++ Brasilien unterwirft US-Bürger zur "Vergeltung"
denselben erkennungsdienstlichen Maßnahmen
Fr.02.01.04 - Die USA erfassen ab Montag von allen visumspflichtigen
Einreisenden Fingerabdrücke und Fotos. Später soll das United
States Visitor and Immigrant Status Indicator Technology, kurz US-VISIT
getaufte System auch bei der Ausreise zur Anwendung kommen.
Einreisende müssen linken und rechten Zeigefinger von einem
Fingerabdruckscanner erfassen und sich fotografieren lassen. Das System
gleicht die Daten dann mit einer Liste gesuchter Personen ab. Dazu
sollen noch im Jahr 2004 in den Abflugbereichen der Flughäfen
sowie an den Seehäfen Selbstbedienungsterminals installiert
werden, an denen Abreisende sich wiederum mit Fingerabdruck und Foto
identifizieren müssen. Wer dies versäumt, muss bei der
nächsten USA-Reise mit Schwierigkeiten rechnen.
Am 26. Oktober 2004 steht eine weitere Verschärfung der
Einreisebestimmungen bevor. Um in den Genuss des Visa Waiver Program zu
kommen, also ohne spezielles Visum durch einfaches Ausfüllen eines
Formulars in die USA einreisen zu können, müssen Reisende ab
diesem Zeitpunkt einen maschinenlesbaren Pass mit biometrischen
Merkmalen vorlegen. Die EU hat sich bereits im Juni 2003 darauf
geeinigt, so schnell wie möglich biometrische Merkmale in
Reisedokumente aufzunehmen. Im Oktober hatte sich auch
Bundesinnenminister Otto Schily für den Einsatz biometrischer
Verfahren bei Grenzkontrollen ausgesprochen.
Die strengeren Sicherheitsvorkehrungen der US-Behörden im
Antiterrorkampf haben in Brasilien eine erste
"Vergeltungsmaßnahme" ausgelöst. Gestern wurden
US-Bürger bei der Einreise fotografiert und mussten sich die
Fingerabdrücke nehmen lassen. Von der Maßnahme waren rund
230 US-Touristen betroffen, die auf dem internationalen Flughafen in
Sao Paulo gelandet waren. Ein brasilianischer Richter hatte dies
angeordnet, nachdem er den US-Sicherheitsbehörden für
entsprechende erkennungsdienstliche Maßnahmen Nazi-Methoden
vorgeworfen hatte.
An den großen Flug- und Seehäfen der USA sollen von Montag
an Reisende, die ein Visum zur Einreise in die USA benötigen,
fotografiert und ihnen die Fingerabdrücke abgenommen werden. Dies
gilt nicht für Bürger von 27 zumeist europäischen
Staaten, die zur Einreise kein Visum brauchen. "Ich halte diese
Maßnahme für absolut brutal, eine Bedrohung der
Menschenrechte, eine Verletzung der menschlichen Würde,
ausländerfeindlich und vergleichbar mit den schlimmsten
Gräueln der Nazis", schrieb der brasilianische Bundesrichter
Julier Sebastiao da Silva in seinem am Dienstag veröffentlichten
Beschluss, US-Bürger denselben erkennungsdienstlichen
Maßnahmen zu unterwerfen. Beim brasilianischen
Außenministerium und der US-Botschaft in Brasilien war niemand
für eine Stellungnahme erreichbar.
Eine Polizeisprecherin am Flughafen von Sao Paulo bestätigte, dass
damit begonnen worden sei, die Anordnung des Richters umzusetzen. Ein
Sprecher der brasilianischen Bundespolizei sagte, die Anordnung
könne von einem übergeordneten Gericht aufgehoben werden,
wenn dies zu der Einschätzung gelange, dass der Richter seine
Befugnisse überschritten habe.
(Quellen: dpa, ap, info.partisan.net [http://www.info.partisan.net/])
US-Kampfjets eskortieren BA- und Air-France-Flieger
Fr.02.01.04 - Im Zuge der verschärften Sicherheitsmaßnahmen gegen
mögliche Terroranschläge haben US-Kampfflugzeuge in den
vergangenen Tagen einige Passagiermaschinen der Fluggesellschaften
British Airways (BA) und Air France eskortiert. Wie die "Washington
Post" unter Berufung auf Vertreter der Luftfahrtbehörde
berichtete, hatten mindestens zwei Air-France-Maschinen mit Ziel Los
Angeles am Dienstag und Mittwoch vor ihrer Landung Begleitschutz. Eine
BA-Maschine wurde Medienberichten zufolge ebenfalls von F16-Bombern
eskortiert und nach der Landung von der US-Bundespolizei FBI durchsucht.
FBI-Beamte durchsuchten den Berichten zufolge die aus London kommende
BA-Maschine mit 247 Passagieren und 17 Besatzungsmitgliedern am
Silvesterabend auf dem internationalen Flughafen von Washington. Die
Maschine mit der Flugnummer 223 sei nach ihrer Landung um kurz nach
19.00 Uhr (01.00 Uhr MEZ) einige hundert Meter vom Hauptterminal des
Dulles International Airport festgehalten worden, berichtete der
US-Fernsehsender Fox News. Die FBI-Beamten befragten die Passagiere und
durchsuchten das Gepäck. Erst fünf Stunden nach der Landung
hätten die Fluggäste die Maschine verlassen dürfen,
berichtete die "Washington Post".
Eine FBI-Sprecherin sagte der "Washington Post", an Bord der
BA-Maschine aus London habe es Leute gegeben, "mit denen die
Behörden sich gerne unterhalten wollten". Eine Festnahme gab es
nicht. Ein Sprecher von British Airways sagte, bei der Durchsuchung
habe es sich um eine Routinekontrolle gehandelt.
Vertreter von US-Sicherheitsbehörden wollten die Eskortierung
durch US-Kampfflugzeuge auf Anfrage nicht bestätigen. Die "New
York Times" berichtete, eine Maschine aus Mexiko sei in der vergangenen
Woche von den US-Behörden auf halber Strecke zum Umkehren
gezwungen worden. Als Grund hätten die US-Behörden angegeben,
die Passagiere seien in Mexiko nicht ausreichend kontrolliert worden.
Nach der Rückkehr nach Mexiko seien Kontrollen vorgenommen worden;
anschließend sei die Maschine erneut in die USA geflogen.
(Quelle: afp)
Weitgehend unbemerkt hat US-Präsident Bush weitere
Überwachungsmöglichkeiten für das FBI eingeführt
Husseins Gefangennahme sorgte für mediale Ablenkung, Bush
unterzeichnete an jenem Samstag schnell und politisch geschickt eine
erhebliche Erweiterung des Patriot-Gesetzes
Der unter Vermeidung von großer Aufmerksamkeit mit der
Unterschrift von Bush in Kraft getretene Intelligence Authorization Act
regelt die finanzielle Ausstattung der Geheimdienste, aber auch von
anderen "Aktivitäten im Krieg gegen Terroristen auf globaler
Ebene". Mit dem Gesetz werden die Befugnisse des Präsidenten und
die Geheimhaltung über Geheimdienstaktivitäten erweitert und
Geheimdienstarbeiter der CIA und der NSA, die Schusswaffen tragen
dürfen und in Ausübung ihres Berufs Gewalt ausüben, vor
Haftung geschützt. Die CIA wird beauftragt, alle Behörden und
Ministerien, die mit geheimen Informationen im Rahmen der nationalen
Sicherheit zu tun haben, zu überprüfen, um "geheimdienstliche
Quellen und Methoden vor unautorisierter Veröffentlichung zu
schützen". Geheim bleibt allerdings auch schon der Haushalt
für die Geheimdienste. Der US-Präsident sichert sich
allerdings das Recht auf der Grundlage der Verfassung, Informationen
geheim zu halten, die "auswärtigen Beziehungen, die nationale
Sicherheit, den Entscheidungsprozess der Exekutive oder die Leistung
der verfassungsmäßigen Aufgaben der Exekutive
beeinträchtigen können"....
Mehr bei telepolis (02.01.04):
Mehr unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/special/auf/16426/1.html
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Afghanistan: Tiefer Riss durch die Loja Dschirga
Fr.02.01.04 - Nach mehr als zweiwöchigen Beratungen zieht sich ein tiefer Riss
durch die Verfassungsversammlung in Afghanistan. Etwa 200 der 502
Delegierten boykottierten am Donnerstag den Beginn der Abstimmungen
über Einzelfragen wie die Autonomie von Regionen oder die Rolle
der Frau in der afghanischen Gesellschaft. Die Fortsetzung der
Beratungen wurde daraufhin auf Samstag vertagt, um die Suche nach einem
Kompromiss zu ermöglichen.
Ein Parteigänger von Ministerpräsident Hamid Karsai rief die
Delegierten der Loja Dschirga (Große Ratsversammlung) auf, an der
Abstimmung teilzunehmen, wurde von diesen aber niedergeschrien. Ein
tadschikischer Delegierter aus Herat, Mahsa Toyie, warf der Regierung
vor, sie wolle kleineren Minderheiten ein ungerechtes System
aufzwingen. Mit Blick auf die Paschtunen um Karsai sagte er:
«Diese Verfassung ist nicht nur für einen Stamm, sondern
für das ganze Land.» Hingegen warf der paschtunische
Delegierte Aschmat Ghani den Oppositionellen vor, die ethnischen
Probleme als Vorwand für andere Interessen zu benutzen.
Schließlich gebe es zahlreiche Familienbeziehungen zwischen
Paschtunen, Usbeken, Hasara und anderen Volksgruppen.
Mehr als ein Drittel der Delegierten blieb auf ihren Plätzen,
anstatt sich vor den mit den Nationalfarben Schwarz, Grün und Rot
verzierten Abstimmungskästen anzustellen. Regierungsbeamte haben
erklärt, dass ein Abstimmungsergebnis bereits bei einfacher
Mehrheit gültig sei. Allerdings bemühte sich das Lager
Karsais intensiv darum, den Eindruck einer Spaltung der Loja Dschirga
zu vermeiden.
Der Verfassungsentwurf sieht ein starkes Präsidialsystem nach
amerikanischem Vorbild vor. Die am 14. Dezember aufgenommenen
Beratungen sind Teil des Demokratisierungsprozesses im Anschluss an den
Sturz des Taliban-Regimes durch die US-Streitkräfte und
oppositionelle Milizen. Dieser Prozess begann im Dezember 2001 mit der
Afghanistan-Konferenz der Vereinten Nationen auf dem Petersberg bei
Bonn und soll in diesem Jahr mit Parlamentswahlen und der Bildung einer
dauerhaften Regierung seinen Abschluss finden.
In den Provinzen ist der Einfluss der Zentralgewalt allerdings immer
noch weit schwächer als in Kabul und Umgebung.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Irischer EU-Vorsitz will sich für Nahost und Afrika einsetzen +++
Tausende Palästinenser demonstrieren für Arafat
Fr.02.01.04 - Die irische Regierung hat den Einsatz für die Menschenrechte und
die Bemühungen zur Lösung des Nahost-Konflikts in den
Mittelpunkt ihrer EU-Ratspräsidentschaft gestellt. Irland werde
sich für eine gerechte und dauerhafte Zwei-Staaten-Lösung im
Nahen Osten einsetzen, erklärte der irische Premierminister Bertie
Ahern zur Übernahme des EU-Vorsitzes von Italien zum
Jahreswechsel. Ein weiterer Schwerpunkt werde Afrika sein angesichts
von über einem Dutzend Konflikten und 291 Millionen Menschen, die
unter der Armutsgrenze lebten. Zusammen mit den afrikanischen Partnern
müssten sinnvolle Lösungen für diese Probleme gefunden
werden. "Es ist einfach keine Option für uns, (Afrika) den
Rücken zu kehren", betonte Ahern. Er kündigte zudem die
Verabschiedung von EU-Richtlinien zur Wahrung der Menschenrechte an.
Am 39. Gründungstag der Fatah-Bewegung haben rund 3000
Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen für den
unter Hausarrest stehenden Palästinenserpräsidenten Jassir
Arafat demonstriert. Wie ein AFP-Korrespondent am Donnerstag
berichtete, demonstrierten in Beit Hanun im Gazastreifen rund 2000
Anhänger und schwenkten palästinensische Fahnen und Fotos des
Präsidenten. Ähnliche Demonstrationszüge mit mehreren
hundert Teilnehmern gab es in Hebron und Bethlehem im Süden des
Westjordanlandes.
(Quelle: afp)
Künstler des Volkes - Nachruf auf den palästinensischen Maler
und Poeten Burhan Karkutli
Er war ein Romantiker der Seele, ein Poet des Widerstands, ein Maler
der Revolution und ein Künstler des Volkes. Noch heute hängen
seine Grafiken und Karikaturen in jedem palästinensischen
Flüchtlingslager. Ihre Botschaft ist ebenso plakativ wie
eingängig, eine Mischung aus Leidenschaft, Anklage, Ermutigung und
dem Ruf nach Gerechtigkeit. "Die Revolution", so Burhan Karkutli, "ist
die Liebe zum Land, zur Freiheit, zur Gerechtigkeit."...
Mehr in der "tageszeitung" vom 02.01.04:
http://www.taz.de/pt/2004/01/02/a0150.nf/text
Karkutli, der am zweiten Weihnachtstag im Alter von 71 Jahren starb,
wird heute in Bonn beigesetzt.
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Breaking the Ice: Israelisch-palästinensische Friedens-Expedition
unterwegs zur Antarktis
Fr.02.01.04 - Ein Expeditionsteam aus Israelis und Palästinensern ist am
Donnerstag von Chile aus in die Antarktis aufgebrochen. Am Südpol
will die achtköpfige Gruppe einen 2.000 Meter hohen Berg
erklimmen, der noch nie von Menschen bestiegen wurde. Die Mission mit
Namen «Breaking the Ice», zu deutsch «Das Eis
brechen», soll zeigen, dass Israelis und Palästinenser trotz
schwieriger Bedingungen zusammenarbeiten können. Sie wird vom
früheren israelischen Ministerpräsidenten Schimon Peres und
dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat
unterstützt.
«Ich glaube, wir bieten ein sehr gutes Beispiel dafür, wie
verschiedene Menschen zusammen leben und arbeiten können»,
sagte der in Deutschland lebende Expeditionsleiter, Heskel Nathanial,
vor der Abfahrt im südchilenischen Puerto Williams. Neben
Nathanial nehmen noch drei weitere Israelis und vier Palästinenser
an der Expedition teil. Zwei der palästinensischen Teilnehmer
haben mehrere Jahre in israelischen Gefängnissen verbracht, weil
sie israelische Soldaten angegriffen oder sich an Anschlägen
beteiligt haben sollen.
Die sechs Männer und zwei Frauen brachen am Donnerstag in zwei
kleinen Yachten auf, die voraussichtlich neun Tage unterwegs sein
werden. Mit der Bergbesteigung soll die Expedition 35 Tage dauern.
Organisiert wurde sie von der Organisation Extreme Peace Missions, zu
den Sponsoren zählt unter anderem das von
Friedensnobelpreisträger Peres gegründete israelische
Friedenszentrum Peres Center for Peace.
(Quelle: ap)
Bush nennt Bedingungen für Verbesserung der Beziehungen zu Iran
Fr.02.01.04 - US-Präsident George W. Bush hat eine Verbesserung der Beziehungen
zu Iran von politischen Zugeständnissen Teherans abhängig
gemacht. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag machte Bush deutlich,
dass er bei aller Unterstützung für die iranischen
Erdbebenopfer an seiner Kritik an Teheran festhält. Die iranische
Regierung müsse inhaftierte Mitglieder des Terrornetzwerks El
Kaida ausliefern, ihr Atomprogramm aufgeben und das Land
demokratisieren, forderte Bush.
Wie die «Washington Post» indes berichtete, wollen die USA
eine hochrangige humanitäre Delegation nach Iran schicken. Dieser
Delegation solle auch ein Mitglied der Familie Bush angehören,
meldete die Zeitung in einem am Donnerstagabend im Internet
veröffentlichten Artikel. Es wäre das erste Mal seit der
Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979, dass Vertreter Washingtons
offiziell Iran besuchen. Iran habe auf den Vorschlag noch nicht
reagiert, berichtete die «Washington Post» unter Berufung
auf US-Regierungskreise.
Bush begrüßte, dass Teheran die amerikanische Hilfe für
das Erdbebengebiet akzeptiert hat. «Wir zeigen den Iranern, dass
das amerikanische Volk Anteil nimmt, dass wir großes Mitleid
für menschliches Leid haben,» sagte Bush im
südtexanischen Falfurrias, wo er am Neujahrstag jagen war. Er
betonte, die USA unterstützten die Demokratiebewegung in Iran:
«Die iranische Regierung muss auf die Stimmen derer hören,
die sich nach Freiheit sehnen.»
Vor zwei Jahren hatte Bush Iran zusammen mit Irak und Nordkorea als
«Achse des Bösen» bezeichnet. In den vergangenen Tagen
gab es jedoch Anzeichen für eine Entspannung der Beziehungen. So
lockerten die USA am Mittwoch ihre Ausfuhrbestimmungen für Iran.
Die Familie eines bei dem Erdbeben verunglückten amerikanischen
Touristen hofft derweil auf eine Entspannung der Beziehungen zwischen
den USA und Iran. Die Iraner hätten sich sehr bemüht, ihren
Bruder zu retten, sagte Tam Dell'Oro, die Schwester des Verstorbenen,
an Donnerstag. «Wenn sein Tod irgendeinen Sinn hatte, dann
hoffentlich den, dass die Amerikaner das Mitgefühl der Iraner
besser verstehen lernen.»
Das Opfer, Tobb Dell'Oro, war mit seiner Verlobten Adele Freedman in
Iran im Urlaub. Freedman überlebte das Erdbeben schwer verletzt.
Zum Verhängnis wurde dem Pärchen der spontane Entschluss,
statt in einem vorab gebuchten Hotel etwas außerhalb von Bam in
einer traditionellen Herberge direkt in der Altstadt zu
übernachten. Der Altbau brach bei dem Erdbeben am zweiten
Weihnachtstag zusammen, das moderne Hotel blieb nahezu unversehrt. Die
dort untergebrachte iranische Reiseführerin organisierte sofort
einen Rettungstrupp für das amerikanische Pärchen, so dass
zunächst beide lebend aus den Trümmern gezogen werden
konnten. Der 41-jährige Dell'Oro starb aber auf dem Weg zum
Krankenhaus.
(Quelle: ap)
Deutscher Frachter mit Atom-Lieferung auf dem Weg nach Libyen gestoppt
Fr.02.01.04 - Die US-Regierung hat einen Einsatz auf einem deutschen Frachter zur
Beschlagnahme von Uran-Anreicherungskomponenten bestätigt, die
für Libyen bestimmt waren. Nach Geheimdienstinformationen
über Teile von Uran-Zentrifugen sei das Schiff Anfang Oktober
umgeleitet worden, sagte der Sprecher des US-Außenamtes, Adam
Ereli. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern wurde der Frachter von
internationalen Gewässern nach Italien umgeleitet, wo er von den
Behörden durchsucht worden sei. Dabei seien mehrere tausend
Zentrifugen-Teile beschlagnahmt worden.
US-Regierungsvertreter bestätigten britische und
US-Zeitungsberichte, nach denen der Frachter "BBC China" Anfang Oktober
gestellt und nach Italien umgeleitet wurde. Britische und
US-Geheimdienste hätten im September entdeckt, dass das Schiff mit
Teilen für Uran-Zentrifugen von einem Hafen eines Golfstaates
Richtung Libyen auslaufen würde. Die deutschen Behörden seien
darüber unterrichtet worden und hätten ihrerseits den
Schiffseigner informiert.
Der Eigner habe daraufhin den Kapitän des Frachters zum
Kurswechsel nach Italien aufgefordert. Ein Schiff der US-Marine habe
die "BBC China" durch das Mittelmeer nach Italien begleitet. Dort seien
die Komponenten zur Anreicherung von Uran beschlagnahmt worden. Der
Frachter gehört den US-Angaben zufolge der deutschen Firma BBC
Chartering and Logistic GmbH.
Ereli wollte keine Angaben darüber machen, ob die Beschlagnahme
zum überraschenden Verzicht Libyens auf Massenvernichtungswaffen
beigetragen hat. Ein ranghoher US-Regierungsvertreter sagte der
Nachrichtenagentur AFP, der Einsatz habe die Geheimverhandlungen
zwischen Libyen, den USA und Großbritannien über eine
Aufgabe des libyschen ABC-Programms beschleunigt: "Das hatte zweifellos
einen Einfluss. Sie wussten, dass wir sie auf dem Kieker haben."
(Quelle: afp)
US-Delegation darf Atomanlage Nordkoreas besuchen
Fr.02.01.04 - Nordkorea ist nach einem US-Zeitungsbericht bereit, vor den geplanten
Atomgesprächen ein US-Expertenteam durch seine Atomanlage in
Yongbyon zu führen.
Wie "USA Today" in ihrer Freitagausgabe berichtete, stimmte die
US-Regierung von Präsident George W. Bush dem für den 6. bis
10. Januar geplanten Besuch zu. Es wäre der erste Besuch eines
ausländischen Teams in der Anlage seit der Ausweisung
Internationaler Atominspektoren im Jahr 2002. In der Anlage von
Yongbyon könnte Nordkorea für ein halbes Dutzend Atombomben
Nuklearbrennstoff zu Plutonium aufgearbeitet haben, berichtete die
Zeitung unter Berufung auf Mitglieder der Experten-Delegation.
Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte zu dem Bericht, die
USA bereiteten sich weiter auf die geplanten
Sechs-Parteien-Gespräche mit Nordkorea vor. Er sei nicht bereit,
über Einzelheiten der US-Diplomatie zu sprechen. An den
Atomverhandlungen sollen auch China, Japan, Südkorea und Russland
teilnehmen. Mit der Einladung an die US-Delegation könnte
Nordkorea dem Zeitungsbericht zufolge zu beweisen versuchen, dass es
über Atomwaffen verfügt, und damit seine Verhandlungsposition
stärken.
2002 hatte die nordkoreanische Führung nach US-Angaben
eingeräumt, ein geheimes Programm zur Uran-Anreicherung zu
verfolgen. Dadurch sei ein Abkommen über ein Atommoratorium von
1994 gebrochen worden. In der Folge stoppte die US-Regierung seine in
dem Abkommen vorgesehenen Erdöllieferungen an Nordkorea. Die
Führung in Pjöngjang ihrerseits verwies die internationalen
Atominspektoren des Landes und nahm den Betrieb in Yongbyon wieder auf.
(Quelle: rtr)
Zehntausende demonstrieren in Hongkong für Demokratie
Fr.02.01.04 - Zehntausende Chinesen haben am Neujahrstag in Hongkong für mehr
Demokratie demonstriert.
"Wir wollen die volle Demokratie - das Recht, unseren eigenen
Regierungschef und alle Mitglieder des Legislativen Rates zu
wählen", sagte der Sprecher der Organisatoren, Richard Tsoi. Deren
Angaben zufolge hatten sich den Protesten rund 100.000 Menschen
angeschlossen, darunter ganze Familien. Gegen Abend löste sich die
Demonstration friedlich auf. Die Polizei machte keine Angaben zur
Teilnehmerzahl. Bei einer ähnlichen Demonstration im Juli waren
eine halbe Million Menschen auf die Straße gegangen.
Nach der Rückgabe der früheren britischen Kolonie Hongkong an
China 1997 hatte die kommunistische Regierung in Peking der Stadt einen
hohen Grad an Autonomie zugesichert. Dem von China eingesetzt
Regierungschef Tung Chee Hwa wird von Kritikern vorgeworfen, nur
schleppend die in der Verfassung vorgesehenen Schritte hin zu mehr
Demokratie durchzusetzen. Erst am Samstag hatte Tung 102 Abgeordnete
von Bezirksraten direkt ernennt und damit Forderungen nach mehr
Mitbestimmung eine Absage erteilt. Umfragen zufolge ist die Zustimmung
zu seiner Regierungspolitik auf einem historischen Tiefstand.
(Quelle: rtr)
Zapatisten in Mexiko feiern 10. Jahrestag ihres Aufstands
Fr.02.01.04 - Die zapatistischen Rebellen in Mexiko haben am Neujahrstag den zehnten
Jahrestag ihres Aufstands gegen die Regierung gefeiert. Bei einer
Veranstaltung in Oventic, 30 Kilometer nördlich der Stadt San
Cristobal de las Casas, sagte ein Führer der Zapatistischen
Befreiungsarmee (EZLN): «Heute haben wird uns versammelt, um an
den zapatistischen Aufstand zu erinnern, das wichtigste Datum in
unserer Geschichte als Indianer.»
Am 1. Januar 1994 übernahmen Kämpfer der EZLN für
mehrere Tage die Rathäuser in San Cristobal und Ortschaften der
Umgebung. Bei Kämpfen mit Regierungstruppen kamen mindestens 57
Menschen ums Leben, ehe ein Waffenstillstand geschlossen wurde. Einen
Friedensvertrag machen die Zapatisten abhängig von einer in der
Verfassung verankerten Zusicherung einer Autonomie für die
mexikanischen Indianer.
Ein Auslöser des Aufstands 1994 war die Einrichtung der
Nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA), die mit Beginn dieses
Jahres konkrete Gestalt annahm: Am Neujahrstag wurden die Zölle
auf 80 Agrarprodukte der USA abgeschafft. Mexikanische Bauern
befürchten, dass sie ohne den Schutz der Zölle mit der
Konkurrenz aus den USA nicht mehr mithalten können. Zeitgleich mit
dem Aufstand in Mexiko erlebten indianische Bewegungen in weiteren
Ländern Lateinamerikas einen Aufschwung.
Der Zapatistenführer, der sich Daniel nannte und dessen Gesicht
vermummt war, rief bei der Veranstaltung in Oventic zur Fortsetzung des
Kampfes auf gegen «den gemeinsamen Feind, die Projekte und
Pläne der Neoliberalen». Die Erinnerung an den zehnten
Jahrestag des Aufstandes verlief relativ still. Am neunten Jahrestag
marschierten noch 15.000 Anhänger der Zapatisten nach San
Cristobal de las Casas und forderten von der Regierung mehr Rechte
für die Indianer.
(Quelle: ap)
«Das Feuer und das Wort»
20 Jahre Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung,
zehn Jahre Aufstand
Die "junge Welt" beschreibt in ihrer Ausgabe vom 02.01.04 die Rebellion
der zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN):
http://www.jungewelt.de/2004/01-02/004.php
Mehr zum Thema unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312300.htm#03123008
http://www.taz.de/pt/2003/12/29/a0141.nf/text
http://www.taz.de/pt/2003/12/29/a0139.nf/text
http://www.taz.de/pt/2003/12/29/a0138.nf/text
http://www.taz.de/pt/2003/12/29/a0146.nf/text
Blick ins Archiv
Zapatisten kritsieren ihre Fans
Sa.26.07.03 - "Subcomandante Marcos", der Führer der Zapatistenrebellen im
mexikanischen Bundesstaat Chiapas, ist seiner Sympathisantengemeinde
überdrüssig. "Marcos" kritisierte am Donnerstag, einige
Gruppen würden die Indianer wie "Aschenputtel" behandeln. Der
Guerilla-Sprecher kündigte an, die Lager, in denen sich
Zapatistenfreunde aufhalten, im August aufzulösen. Die Zapatisten
fordern eine Verbesserung der Lage der Indianer.
"Marcos" warf Nichtregierungsorganisationen vor, dass sie die Indios
paternalistisch behandelten. Weiter kritisierte er: "In den Lagern
stapeln sich die Computer, die nicht funktionieren, die Medikamente,
deren Verfallsdatum überschritten ist, extravagante
Kleidungsstücke, die wir nicht tragen, und einzelne Schuhe, zu
denen jeweils der zweite fehlt. Es ist, als ob die Leute sagten: ,Diese
Armen, die werden schon alles gebrauchen können.'"
(Quelle: dpa)
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Ausschreitungen zum Unabhängigkeits-Jubiläum in Haiti
Fr.02.01.04 - In Haiti ist es während der Feiern zum 200. Jahrestag der
Unabhängigkeit zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Gegnern
und Anhängern der Regierung gekommen. Die Polizei ging in der
Hauptstadt Port-au-Prince mit Tränengas gegen tausende
Demonstranten vor, die den Rücktritt von Präsident
Jean-Bertrand Aristide forderten, und gab Warnschüsse ab.
Mindestens zwei Regierungsgegner wurden angeschossen. Bei
Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und Anhängern
Aristides wurden sechs weitere Personen verletzt.
Die etwa 5.000 Regierungsgegner standen vor dem Nationalpalast mehr als
15.000 Anhänger Aristides gegenüber. Einige waren mit
Plastikrohren und Brandsätzen bewaffnet. Demonstranten bauten
Straßenbarrikaden aus Reifen und zündeten sie an, vereinzelt
waren Schüsse zu hören. Bereits in den vergangenen
dreieinhalb Monaten war es immer wieder zu Protestaktionen gegen den
Präsidenten gekommen, bei denen 41 Menschen ums Leben kamen.
Der frühere Priester Aristide wurde 1990 der erste frei
gewählte Präsident des Landes und galt als
Hoffnungsträger für Demokratie. Ein Jahr später wurde er
in einem Militärputsch gestürzt und 1994 mit amerikanischer
Hilfe wieder eingesetzt. 1996 trat er ab, da ihm nur eine Amtszeit
gestattet war, wurde aber im Jahr 2000 wiedergewählt. Angesichts
der schlechten Wirtschaftslage des Karibikstaats und
Korruptionsvorwürfen gegen die Regierung haben sich jedoch viele
seiner früheren Anhängern von ihm abgewandt.
In einer Rede in Gonaives im Westen Haitis, wo die Haitianer am 1l.
Januar 1804 ihre Unabhängigkeit von Frankreich erklärten,
versprach Aristide seinen Landsleuten eine bessere Zukunft. Er nannte
21 Ziele, die bis 2015 umgesetzt werden sollen, darunter die
Eindämmung von Aids und die Verringerung der Armut. Aristides
Amtszeit läuft 2006 aus.
Eine Gruppe von Häftlingen nutzte das Chaos während der
Jubiläumsfeierlichkeiten, um aus dem Gefängnis von
Port-au-Prince auszubrechen. Wie viele Gefangene entkamen, war unklar,
drei wurden jedoch sofort wieder gefasst.
(Quelle: ap)
Weltweit kräftiger Anstieg der Ölpreise im Jahr 2003
Fr.02.01.04 - Instabilität in großen Ölförderländern wie
Irak, Venezuela und Nigeria haben im abgelaufenen Jahr die
Ölpreise weltweit kräftig steigen lassen.
Der Preis für die in Europa maßgebende Ölsorte Brent
stieg 2003 um 14 Prozent. Ihr durchschnittlicher Preis erreichte dabei
den zweithöchsten Stand in den letzten zwei Jahrzehnten. Der Preis
der US-Ölsorte kletterte im abgelaufenen Jahr mit 31 Dollar je
Barrel (Barrel = 159 Liter) sogar auf den höchsten Stand seit mehr
als 20 Jahren.
"Das Jahr (2003) war gekennzeichnet durch Instabilität, und
Instabilität ist immer mit Preisanstieg verbunden", sagte ein
Branchenanalyst.
Der Ölpreis war 2003 Analysten zufolge vor allem durch den
Irak-Krieg nach oben getrieben worden. In den westlichen
Ölimportländern sei befürchtet worden, dass der Krieg
zum Abbruch der Öllieferungen aus der gesamten Region führen
könnte.
Der hohe Ölpreis spiegelt auch die zeitweiligen Lieferungsprobleme
der Staaten Venezuela und Nigeria wider. In beiden Ländern hatten
Streiks die Ölproduktion für längere Zeit lahm gelegt.
Branchenanalysten erwarten den Ölpreis auch in diesem Jahr auf
einem hohen Niveau. Die Organisation Erdöl exportierender
Länder (OPEC), die etwa 40 Prozent des weltweiten Ölhandels
kontrolliert, signalisierte bereits eine Drosselung der
Öl-Fördermenge im laufenden Jahr. Die Opec-Ölminister
könnten auf ihrem Treffen am 10. Februar eine Senkung der
Förderquoten beschließen, wenn die Nachfrage nachlasse,
hatte es geheißen. Die Opec-Fördergrenze liegt derzeit bei
24,5 Millionen Barrel je Tag.
Branchenanalysten sind auch besorgt, dass der Wiederaufbau der
irakischen Ölwirtschaft langsamer vorangeht als geplant. Vor dem
Krieg lag Iraks Produktionskapazität bei 3,5 Millionen Barrel je
Tag.
Am letzten Handelstag des abgelaufenen Jahres kostete ein Barrel
Öl der Sorte Brent 30,17 Dollar. Für die US-Ölsorte
wurde zuletzt 32,52 Dollar je Barrel gezahlt.
(Quelle: rtr)
Recht auf Kriegsdienstverweigerung gilt jetzt auch in Russland
Fr.02.01.04 - Russland hat als eines der letzten Länder Europas das Recht auf
Kriegsdienstverweigerung eingeführt und damit unter anderem die
Zwangsrekrutierung für Tschetschenien erschwert. Das von den
Militärs über Jahre hinausgezögerte Gesetz trat heute in
Kraft. Experten rechnen mit deutlich niedrigeren Verweigerungsquoten
als in Westeuropa, denn der Ersatzdienst dauert mit 3,5 Jahren fast
doppelt so lang wie der Wehrdienst. Bislang entzogen sich viele
Jugendliche durch Bestechungsgelder dem Militär
(Quelle: dpa)
Irischer EU-Vorsitz will an Verfassung arbeiten
Fr.02.01.04 - Zum Auftakt seiner EU-Ratspräsidentschaft hat der irische
Premierminister Bertie Ahern bekräftigt, auf dem Weg zur
europäischen Verfassung vorankommen zu wollen. In einem
BBC-Interview lehnte er zugleich Pläne für ein Kerneuropa
erneut ab. Außerdem erklärte Ahern, seine Regierung wolle
den Einsatz für Menschenrechte und Bemühungen zur Lösung
des Nahostkonflikts in den Mittelpunkt stellen. In einer Zeremonie am
Schloss von Dublin übernahm Ahern den EU-Vorsitz von Italien mit
den Worten, Irland wolle Europa "mit Ehrgeiz, Demut und
Entschlossenheit" dienen.
Das Programm für die Präsidentschaft sei "anspruchsvoll und
komplex", sagte Ahern in einer kurzen Rede. Irland wolle jedoch zeigen,
dass es "so erfolgreich wie jedes andere Land" sein könne, obwohl
es klein sei. Für das Land ist es die sechste
EU-Ratspräsidentschaft. Bis zum Juni wird Irland Gastgeber sein
für mehr als hundert internationale Treffen und Gipfel. Am 1. Mai
soll der Beitritt der zehn neuen Mitgliedstaaten mit einer feierlichen
Zeremonie in Dublin besiebelt werden. Bei der im Frühjahr
beginnenden Debatte um die Verteilung der Finanzlasten innerhalb der EU
wird Dublin vermitteln müssen.
Die Idee vom "Europa der zwei Geschwindigkeiten" schaffe
"Ungleichheiten und Meinungsverschiedenheiten, die für die
Europäer sicher nicht gut sind", sagte Ahern in dem BBC-Interview.
Irland gehöre selbst zu den kleineren EU-Staaten, die mit einem
solchen System an den Rand gedrängt würden. Bei neuen
Verhandlungen über die EU-Verfassung wolle er zunächst
sicherstellen, dass die bereits erzielten Kompromisse von Dauer seien.
Zuvor hatte Ahern erklärt, er halte es für
"unwahrscheinlich", dass eine Einigung in der Verfassungsfrage bis zum
Ende seiner Ratspräsidentschaft im Juni gelingen werde.
Mitte Dezember war der EU-Verfassungsgipfel in Brüssel
gescheitert. Frühestens im März soll über die Verfassung
erneut verhandelt werden.
Die Europäische Union strebt Ahern zufolge "eine maßgebliche
Rolle auf der Weltbühne" an. Die transatlantischen Beziehungen
stünden dabei im Mittelpunkt. Mit Blick auf Irak sprach sich Ahern
für gemeinsame Anstrengungen aus, um Frieden und Stabilität
zu schaffen. Im Hinblick auf die Probleme Afrikas sagte er: "Es ist
einfach keine Option für uns, (Afrika) den Rücken zu kehren."
(Quelle: afp)
Frankreich lädt erstmals Kanzler zu 'D-Day'-Feiern ein
Fr.02.01.04 - Als erster deutscher Regierungschef soll Bundeskanzler Gerhard
Schröder im Juni an den Feiern zum 60. Jahrestag der Landung
alliierter Truppen in der Normandie 1944, dem so genannten "D-Day",
teilnehmen.
Die Einladung durch Frankreichs Präsident Jacques Chirac ist eine
weitere Geste der Versöhnung zwischen den beiden Staaten. Vor zehn
Jahren hatte Frankreich noch auf eine Teilnahme des damaligen
Bundeskanzlers Helmut Kohl verzichtet und damit Verstimmungen zwischen
den beiden Ländern ausgelöst.
"Herr Chirac hat den Kanzler vor Weihnachten eingeladen", sagte ein
deutscher Regierungssprecher am Donnerstag. Schröder habe die
Einladung sofort angenommen. "Er freut sich sehr darüber,
eingeladen zu sein", fügte er hinzu.
Die französische Regierung bestätigte die Einladung. Alle
Teilnehmer der Feiern seien bereits darüber informiert worden,
sagte eine Sprecherin. Zu dem Jahrestag werden unter anderem Vertreter
von rund 15 Nationen erwartet, die die Invasion 1944 unterstützt
hatten. Unter der Führung der USA, Großbritanniens und
Kanadas hatten Tausende von Soldaten ihr Leben gelassen, als die
Alliierten das von den deutschen Nationalsozialisten besetzte
Frankreich angriffen und damit den Sturz Adolf Hitlers knapp ein Jahr
später beschleunigten.
Schröder ist der erste Bundeskanzler, der zu jung ist, um sich an
den Zweiten Weltkrieg zu erinnern. Der Politiker feiert zwei Monate vor
dem Jahrestag seinen 60. Geburtstag.
(Quelle: rtr)
Silvester-Krawalle in französischen Städten
Fr.02.01.04 - Trotz eines massiven Polizeieinsatzes sind mehr als 300 Autos in der
Silvesternacht in französischen Städten in Brand gesteckt
worden. Die Brandstiftung konzentrierte sich nach Angaben der
Polizei auf die sozial benachteiligten Vorstädte von Paris, wo
mehr als 120 Fahrzeuge in Flammen aufgingen. Mehrere hundert Personen
wurden vorläufig festgenommen. In Paris kam es zudem zu Krawallen,
als Jugendliche Steine auf Polizisten warfen. An der Prachtavenue der
Champs-Élysées wurden Fensterscheiben eingeschlagen.
(Quelle: info.partisan.net [http://www.info.partisan.net/])
Silvester in Karlsruhe: Polizei löst verbotene Hausbesetzer-Demo
auf
Fr.02.01.04 - Mit einem Einsatz von rund 200 Beamten hat die Karlsruher Polizei am
Silvesterabend eine verbotene Demonstration der örtlichen
Hausbesetzer-Szene, der sogenannten „Ex-Steffi" aufgelöst.
Obwohl der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg als letzte
Instanz das Demonstrationsverbot der Stadt Karlsruhe bestätigt
hatte, formierten sich am Abend rund 150 Demonstranten am Kronenplatz
zu einem Zug durch die Innenstadt, eine zweite Gruppe von etwa
einhundert Menschen wollte über die Kaiserstraße
marschieren.
Beide Versammlungen wurden von der Karlsruher Polizeibehörde
formell als „aufgelöst" erklärt und die Teilnehmer in
Gewahrsam genommen. In der Praxis bedeutete dies: sie wurden von der
Polizei zurück in die derzeitige Unterkunft der „Ex-Steffi" in der
Schwarzwaldstraße begleitet. Gegen drei Verantwortliche der
„Ex-Steffi" wurde nach Polizeiangaben ein Verfahren eingelitet, weil
sie eine verbotene Versammlung durchgeführt hätten. Ermittelt
werde auch gegen Demonstrationsteilnehmer, die aus der Menschenmenge
Feuerwerkskörper und Leuchtkugeln abgeschossen hätten.
Verletzt wurde niemand.
(Quelle: info.partisan.net [http://www.info.partisan.net/])
Experten-Kritik an Regierungsplänen zur Pflegeversicherung
Fr.02.01.04 - Der ehemalige Staatssekretär im Bundessozialministerium, Karl
Jung, hat Überlegungen der Regierung zur Reform der
Pflegeversicherung als «Unfug» kritisiert. Er wandte sich
in der «tageszeitung» gegen Pläne, die
Versicherungs-Leistungen für die Heimpflege bei leichteren
Fällen deutlich zu kürzen. Die Regierung will so den Anreiz
für die Pflege zu Hause erhöhen. Die Leistungen etwa in der
Pflegestufe I um mehr als die Hälfte zu kürzen, werde viele
Menschen in die Sozialhilfe treiben, so Jung.
(Quelle: dpa)
Mehr in der "tageszeitung" vom 02.01.03:
http://www.taz.de/pt/2004/01/02/a0067.nf/text
Nach der Reform ist vor der Reform. Nun ist die Pflegeversicherung dran
Sie fährt seit Jahren Defizite ein. Immer mehr
Pflegebedürftige müssen Sozialhilfe beantragen, obwohl genau
das einst verhindert werden sollte. Die bisherigen Pläne von
Rot-Grün allerdings schaffen da wenig Abhilfe ...
Mehr in der "tageszeitung" vom 02.01.04:
http://www.taz.de/pt/2004/01/02/a0129.nf/text
Die Pflegeversicherung ist das jüngste soziale Sicherungssystem in
Deutschland. Zwanzig Jahre lang wurde an ihr herumberaten, bis sie 1994
nach einem politischen Kraftakt verabschiedet wurde. "Vater" der
Pflegeversicherung war Sozialminister Norbert Blüm (CDU). 1,7
Prozent vom Bruttolohn zahlen Versicherte in die Pflegekasse ein. Zur
Besänftigung der Arbeitgeber wurde der freie Buß- und Bettag
geopfert.
Gegenwärtig werden ungefähr zwei Millionen Menschen für
rund 17 Milliarden Euro im Jahr kassengepflegt. Kommt ein Pflegedienst
nach Haus, spricht man von ambulanter Pflege. Hier gibt es für
Pflegestufe I 384 Euro im Monat, für Pflegestufe II 921 Euro,
für Pflegestufe III 1.432 Euro. Die Pflege im Heim heißt
stationäre Pflege, hier zahlt die Pflegeversicherung 1.023, 1.279
oder 1.432 Euro. Mit der anstehenden Reform sollen ab 2005 die
Pflegesätze auf 500, 1.000 und 1.500 Euro vereinheitlicht werden.
Mit der ab etwa 2007 geplanten "Dynamisierung" werden diese Sätze
dann jährlich leicht ansteigen.
(Quelle: taz)
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Gewalt gegen Alte bleibt oft unentdeckt
Kriminalexperte: Vernachlässigung in Alten- und Pflegeheimen wird
so gut wie nie strafrechtlich geahndet +++ Ausmaß von
Misshandlungen und Vernachlässigung alter Menschen innerhalb von
Familien kaum zu erfassen
Fr.02.01.04 - Die Misshandlung alter und pflegebedürftiger Menschen bleibt nach
Einschätzung von Kriminalexperten oft unentdeckt. Besonders
Fälle von Vernachlässigung in Heimen würden so gut wie
nie strafrechtlich geahndet, sagte der Kriminologe und Psychologe
Thomas Görgen der Nachrichtenagentur AP. Oft scheitere die
Aufklärung an der schwierigen Beweisführung. «Kann das
Gericht die mangelnde Betreuung nicht konkret einem oder mehreren
Tätern zuordnen, muss das Verfahren eingestellt werden»,
sagte der Wissenschaftler.
Auch müsse nachgewiesen sein, dass eine bestimmte pflegerische
oder psycho-soziale Vernachlässigung ursächlich für den
Schaden des Opfers gewesen sei. Auch das sei bei den meist mehrfach
erkrankten und hoch betagten Menschen schwer möglich, sagte der am
Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in Hannover
arbeitende Forscher.
Mit Strafgesetzen allein lässt sich das Problem von Gewalt in
Alten- und Pflegeheimen aus Görgens Sicht nicht lösen.
Dringend müsse die personelle Ausstattung verbessert werden,
qualitativ wie quantitativ, verlangte er: «Darum wird man nicht
herumkommen, wenn man die Zustände in der stationären
Altenpflege wirklich nachhaltig verbessern will.»
Unter Verweis auf die damit verbundenen Mehrkosten kommen aus
Görgens Sicht alternativ auch weniger aufwendige Maßnahmen
in Betracht, wie etwa gewaltpräventive Trainingsprogramme für
Pflegekräfte. «Dort lernen die Teilnehmer zum Beispiel in
Rollenspielen, sich zu entspannen, sich zu kontrollieren und mit alten
Menschen erfolgreich zu kommunizieren - alles mit dem Ziel, die
Eskalation von Gewalt zu verhindern.»
Wünschenswert wäre aus Görgens Sicht eine
größere Transparenz der Pflegeeinrichtungen, und zwar sowohl
nach innen wie auch nach außen. So sollten Bewohner und
Angehörige möglichst in Entscheidungen der Heimleitung
einbezogen werden und Mitbestimmungsrechte erhalten.
«Förderlich zur Verbesserung der Lebensqualität und zur
Entlastung der Pflegekräfte wären auch Kontakte und
Besuchsprogramme in Kooperation mit Kirchengemeinden, Schulen oder auch
Hundebesitzern, die ihre Tiere mitbringen», schlug Görgen
vor.
Ein spezielles Problem in Heimen sei die Ruhigstellung von Bewohnern
mit Hilfe von Medikamenten, sagte Görgen. Studien lieferten
Hinweise, dass Pflegekräfte zwar vor der Benutzung von Bettgurten
oder -gittern zurückschreckten, aber ruhig stellende Medikamente
vergleichsweise leichtfertig einsetzten. In der Praxis verschreibe der
Arzt solche Medikamente nach Rücksprache mit dem Pflegepersonal,
was diesen Kräften großen Einfluss bei der Dosierung der
Mittel verschaffe.
Das Ausmaß von Misshandlungen und Vernachlässigung alter
Menschen innerhalb von Familien lässt sich laut Görgen kaum
erfassen, schon weil es im Bereich der häuslichen Pflege an
Kontrollinstitutionen wie der Heimaufsicht fehle. Zudem sei der oder
die Gewalt Ausübende oft die einzige Bezugsperson, «so dass
das Opfer nur unter Schwierigkeiten Kontakt zur Außenwelt
aufnehmen kann und sich überdies ein Gefühl des
Ausgeliefertseins und der Alternativlosigkeit einstellt».
Misshandlungen in der Familie haben nach Görgens Erfahrungen ihre
Ursache oft in der Überlastung oder Unkenntnis der
Angehörigen. Bei der Verhütung und dem rechtzeitigen Erkennen
seien vor allem Ärzte und ambulante Pflegedienste gefordert:
«Diese Gruppen müssen für das Thema Gewalt gegen Alte
gezielt sensibilisiert werden».
(Quelle: ap)
Schmidt hält Angst vor Altersarmut für unbegründet
Fr.02.01.04 - Sozialministerin Ulla Schmidt hat die Bundesbürger aufgerufen,
sich über ihre Rentenansprüche zu informieren und notfalls
mehr fürs Alter zu sparen. Angst vor Altersarmut durch die
anstehende Rentenreform sei aber unbegründet. «Wir sind
versorgungsbezogen gesehen kein armes Land», sagte sie der
Nachrichtenagentur AP. Verbände und Oppositionspolitiker machten
an Neujahr Front gegen die höheren Krankenkassenbeiträge auf
Zusatzrenten.
Schmidt verteidigte jedoch die Neuregelung. Sie sei «keine
Bestrafung», sondern eine Gleichstellung aller
Versorgungsbezüge, sagte die SPD-Politikerin der
«Bild»-Zeitung zufolge. Sie verwies darauf, dass schon
lange auf monatlich ausgezahlte Renten, Pensionen und
Direktversicherungen bis zur Beitragsbemessungsgrenze
Krankenkassenbeiträge erhoben werden.
Bislang war, wie Schmidts Sprecherin Ilona Klug erklärte, etwa der
halbe Krankenkassen-Beitragssatz fällig. Ab jetzt ist es bis zur
Beitragsbemessungsgrenze (2004: 3.487,50 Euro/Monat) der volle Satz
(durchschnittlich 14,3 Prozent). Dies gilt nicht nur für
monatliche Auszahlungen, sondern auch für Einmalzahlungen, die so
behandelt werden, als flösse das Geld über den Zeitraum von
zehn Jahren. Außerdem sollen Rentner ab April den vollen statt
bisher den halben Beitrag zur Pflegeversicherung zahlen.
Schmidt nannte die Belastung unumgänglich zur Erhaltung der
solidarischen Krankenversicherung. «Rentner müssen ebenso
wie Arbeitnehmer ihren Teil beitragen», sagte sie
«Bild». Arbeitgeber und Gewerkschaften lehnten dagegen
ebenso wie der Sozialverband VdK die volle Beitragspflicht scharf ab
und fürchteten um die Attraktivität der betrieblichen
Altersversorgung.
Einerseits sollten die Bürger verstärkt fürs Alter
vorsorgen, andererseits würden Betriebsrenten systematisch
unattraktiv gemacht, kritisierte DGB-Vize Ursula Engelen-Kefer der
«Berliner Zeitung» zufolge. Niemandem sei zu vermitteln,
warum für die Betriebsrente während des Arbeitslebens
Sozialbeiträge gezahlt werden sollten und im Alter noch einmal.
Die Arbeitgeberverbände BDA betonten die Notwendigkeit, angesichts
der Senkung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung
die Bedingungen für private und betriebliche Vorsorge zu
verbessern. Mit der Neuregelung werde jedoch das genaue Gegenteil
erreicht.
VdK-Präsident Walter Hirrlinger forderte, die
«Ungerechtigkeit» so schnell wie möglich zu
korrigieren. «Ministerin Schmidt weiß noch gar nicht, was
sie da angerichtet hat», sagte Hirrlinger dem «Hamburger
Abendblatt» (Freitagausgabe) zufolge. 20 Millionen Rentner seien
verunsichert, sagte Hirrlinger und kündigte mit Hinweis auf die
zahlreichen anstehenden Wahlen ein «heißes Jahr 2004»
an.
«Es passt nicht zusammen, die Menschen erst zu mehr privater
Vorsorge aufzufordern und sie dann anschließend zu
bestrafen», sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende
Jürgen Rüttgers laut «Bild». CDU-Familienexpertin
Katherina Reiche bezeichnete die Art der Neuregelung als «fast
nicht zumutbar». Die Leute müssten eine Chance haben, sich
darauf einzustellen.
(Quelle: ap)
Belastungen durch Gesundheitsreform offenbar größer
Fr.02.01.04 - Für Patienten werden die Belastungen durch die Gesundheitsreform
offenbar größer als bisher bekannt. Die Ärzte wollten
künftig die Beratung zu Leistungen, die die Kassen nicht mehr
erstatten dürften, privat in Rechnung stellen, berichtete der
"Stern". Dies gelte zum Beispiel für die Verordnung von Brillen
oder die Verschreibung von Potenzpillen wie Viagra.
Die Augenärzte argumentieren dem Bericht zufolge, wenn die Kassen
keine Brillengläser mehr bezahlen dürften, seien auch die
entsprechenden Vorarbeiten keine Kassenleistung mehr. Diese seien dann
eine so genannte individuelle Gesundheitsleistung (IgEL), die privat
abgerechnet werde. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer
der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler,
bestätigte dem Magazin den neuen Kurs: "Die Brillenbestimmung ist
eine IGeL-Leistung." Nach Angaben des Berufsverbandes der
Augenärzte solle eine private Brillenverordnung ab sofort rund 25
Euro kosten.
Ähnlich soll künftig bei der Beratung zu Arzneimitteln
vorgegangen werden. Wer ein Potenzmittel wie Viagra wolle, müsse
künftig nicht nur die Pillen privat bezahlen, sondern auch das
Gespräch beim Urologen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung
prüft laut "Stern", sogar die Beratung zu allen frei
verkäuflichen Medikamenten kostenpflichtig zu machen, die ab
sofort nicht mehr zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden
dürfen. Damit könnten künftig auch
Beratungsgespräche zu Schmerz- oder Magenmitteln privat in
Rechnung gestellt werden.
(Quelle: afp)
Schlechte Noten für Reformen bei Handel und Unternehmern
Fr.02.01.04 - Die Reformen der Bundesregierung zur Belebung der Konjunktur und zum
Abbau der Massenarbeitslosigkeit greifen nach Angaben von Unternehmern
und Managern kaum.
Nach einer Umfrage unter 20.000 Unternehmen, die der Deutsche
Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Donnerstag
veröffentlichte, gehen von den Hartz I und Hartz II genannten
Reformen keine positiven Impulse für den Arbeitsmarkt aus. Fast
zwei Drittel der Unternehmen hätten angegeben, 2004 kein einziges
der neu eingeführten zentralen Hartz-Instrumente zur Einstellung
von Personal nutzen zu wollen, hieß es weiter. Nach einer Umfrage
unter Managern in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und
Italien im Auftrag des "Handelsblatts" reichen die
wirtschaftspolitischen Reformen der Bundesregierung nicht aus, um das
Vertrauen der in- und ausländischen Unternehmen in den Standort
Deutschland wieder herzustellen.
Nur neun Prozent der Betriebe wollten 2004 die Dienste der Personal
Service Agenturen (PSA) in Anspruch nehmen, hieß es in der
DIHK-Umfrage. Das Hartz I-Konzept mit der Einführung der PSA wurde
Anfang 2003 umgesetzt. Damit sollen Arbeitslose über Leiharbeit in
neue Beschäftigung gebracht werden. Hartz II betrifft die
Neuregelung der so genannten Mini-Jobs bis 800 Euro und die Schaffung
der Ich-AGs. Die von dem DIHK befragten Unternehmer kritisierten auch
das Programm "Kapital für Arbeit". Nur sechs Prozent der Befragten
seien bereit, diese Förderleistung zu nutzen, hieß es. Mit
dem Programm sollten Tausende neuer Arbeitsplätze geschaffen
werden. Gefördert wird die Einstellung Arbeitsloser oder
geringfügig Beschäftigter bei mittelständischen
Unternehmen.
Weiter heißt es, in der Umfrage würde die
Vermittlungsqualität der Arbeitsämter als gerade noch
zufriedenstellend bewertet. Arbeitsämter müssten deshalb
künftig stärker auf die Belange der Unternehmen eingehen,
forderte der DIHK. Schlechte Noten gibt es auch für den Kompromiss
bei den Arbeitsmarkt-Reformen. Von diesen Veränderungen seien
keine großen Beschäftigungsimpulse zu erwarten, heißt
es. Im Dezember hatten sich Bundesregierung und Opposition unter
anderem darauf verständigt, Arbeitslosen- und Sozialhilfe
zusammenzulegen, die Zumutbarkeit von Arbeit zu verschärfen und
den Bezug von Arbeitslosengeld zu verkürzen.
In der Umfrage des "Handelsblatts" bekommt Deutschland bei einer
Notenskala zwischen 1 und 5 eine 3,4 für die
Wettbewerbsfähigkeit und rangiert damit auf dem letzten Platz.
Bessere Beurteilungen bekamen unter anderem Großbritannien (2,9),
Frankreich (3,1) und Italien (3,2). Trotz der Konjunkturerholung
wollten sich die deutschen Manager 2004 mit Investitionen und
Neueinstellungen deutlich stärker zurückhalten, als ihre
Kollegen in den anderen drei EU-Ländern, berichtete die Zeitung
vorab. Allerdings erwarteten die deutschen Manager in diesem Jahr ein
Umsatzplus von 4,8 Prozent. Außerdem gingen 61 Prozent von einer
besseren Ertragslage aus.
(Quelle: rtr)
IG-Metall-Vize Huber will einfache Arbeit billiger machen
Fr.02.01.04 - Der zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, will mit einer
Erhöhung der Mehrwertsteuer «einfache Arbeit
kostengünstiger» machen. Zur Entlastung von Sozialabgaben
sollten «die ersten 200 oder 250 Euro» von den
Sozialversicherungsbeiträgen befreit werden, «ohne dass der
Schutz leidet», sagte Huber laut einem am Donnerstag
veröffentlichten Bericht der Zeitschrift «Stern». Die
boomende Schwarzarbeit zeige, dass «es einen Markt dafür
gibt». Zur Finanzierung schlug Huber demnach eine Erhöhung
der Mehrwertsteuer vor.
Diese müsse «im Zuge der europäischen Harmonisierung
sowieso erhöht werden, denn sie ist außer in Luxemburg und
Spanien in keinem EU-Land so niedrig wie bei uns», argumentierte
der Gewerkschafter.
Zum Thema Arbeitszeitverkürzung sagte Huber, diese werde zwar auch
künftig ihre Berechtigung haben, vor allem für
Beschäftigte mit «hoch verdichteten Jobs in der
Produktion». Eine generelle Arbeitszeitverkürzung sei aber
keine Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft. Deshalb müsse
man «andere Formen der Solidarität» finden. Es sei
nicht gerecht, dass Produktionsarbeiter, die zum Teil von ihrem 15.
Lebensjahr an in der Fabrik stünden und eine kürzere
Lebenserwartung als der Rest der Bevölkerung hätten, im
gleichen Alter in Rente gingen wie alle anderen. «Ein
Renteneintritt nach einer bestimmten Anzahl von Beitragsjahren
wäre viel gerechter,» erklärte Huber.
(Quelle: ap)
Geht es nach IG-Metall-Vize Berthold Huber, soll der Anpassungskurs der
deutschen Gewerkschaftsspitzen an den neoliberalen Mainstream im neuen
Jahr beschleunigt fortgesetzt werden...
schreibt die "junge Welt" in ihrer Ausgabe vom 02.01.04:
http://www.jungewelt.de/2004/01-02/003.php
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Beamtenbund-Vorsitzender: Faule Beamte sollen heruntergestuft werden können
Fr.02.01.04 - Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Peter Heesen, hat
sich für eine Bezahlung von Beamten nach Leistung ausgesprochen.
«Wir brauchen eine leistungsgerechte Bezahlung», sagte der
Gewerkschafts-Chef der «Berliner Zeitung» (Freitagausgabe).
Das erhöhe den Anreiz und die Motivation. Eine leistungsgerechte
Bezahlung bedeute aber auch: «Wer dauerhaft selbst verschuldet
schlechte Leistungen bringt, muss heruntergestuft werden»,
betonte Heesen.
«Wir brauchen mehr Eingriffsmöglichkeiten bei faulen
Beamten», erklärte Heesen. Dies sei nicht nur unkollegial.
«Wir haben zu aller erst gute Leistungen für den Bürger
zu erbringen», sagte der dbb-Vorsitzende.
Heesen wandte sich gegen Forderungen nach Abschaffung des
Berufsbeamtentums. Er verwies darauf, dass der Staat höhere
Ausgaben hätte, wenn er die Stelle eines Beamten durch einen
Angestellten ersetzen würde. «Dies kann der Staat nicht
finanzieren», sagte Heesen. Das gleiche gelte für die
Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Renten- und
Krankenversicherung. «Die Finanzminister würden einen Horror
kriegen», sagte Heesen.
(Quelle: ap)
Leo Kirch will Schadenersatz von Rolf Breuer
Der gescheiterte Medienunternehmer will rund sechs Milliarden Euro
einfordern +++ Kirch-Insolvenzverwalter verlangt von mehreren Politikern
Auskunft zu Kirch-Honoraren
Fr.02.01.04 - Nach seinem Etappensieg im Rechtsstreit mit der Deutschen Bank
will der gescheiterte Medienunternehmer Leo Kirch mit einem
Revisionsantrag jetzt auch Anspruch auf Schadenersatz vom früheren
Bank-Chef Rolf Breuer einklagen. Der Antrag sei beim Bundesgerichtshof
eingereicht worden, erfuhr die Nachrichten-Agentur dpa aus
Kirch-Kreisen.
Eine Schuld Breuers sei eindeutig erwiesen. Nach der geltenden
Rechtslage müsse bei einem Verstoß gegen die
Verschwiegenheitspflicht nicht nur die Deutsche Bank als Organ haften,
sondern auch Breuer persönlich. Die Deutsche Bank lehnte einen
Kommentar ab.
Der Streit dreht sich um Aussagen Breuers über die
Kreditwürdigkeit der KirchGruppe, die nach Einschätzung der
Kirch-Seite den Zusammenbruch des Medienimperiums eingeleitet hatten.
Das Oberlandesgericht (OLG) München sprach Kirch Mitte Dezember in
zweiter Instanz grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz von der
Deutschen Bank zu. Ein Anspruch gegen Breuer selbst wurde abgewiesen.
Seine Verschwiegenheitspflicht habe sich nur aus seinem Dienstvertrag
mit der Deutschen Bank ergeben, hieß es in dem Urteil.
Das OLG ließ einen Revisionsantrag der Deutschen Bank zum Urteil
gegen sie nicht zu. Gegen diese Entscheidung könnte das
Kreditinstitut noch Beschwerde einlegen. Gegen die Abweisung der Klage
gegen Breuer war dagegen nach Angaben der Kirch-Seite ein
Revisionsantrag möglich.
Beide Seiten stellen sich in jedem Fall auf einen langen und
komplizierten Rechtsstreit ein. Denn in weiteren Verfahren muss
geklärt werden, ob Kirch durch die Äußerungen Breuers
tatsächlich ein nachweisbarer Schaden entstanden ist und auf
welche Höhe sich dieser dann beläuft. Leo Kirch will rund
sechs Milliarden Euro einfordern. Breuer hatte Anfang 2002 in einem
Fernseh-Interview in den USA gesagt: «Was alles man darüber
lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit
ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar
Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.»
Unterdessen will dem «Stern» zufolge
Kirch-Insolvenzverwalter Michael Jaffé Auskunft von mehreren
früheren Unions-Ministern der Regierung Helmut Kohl (CDU)
über ihre Beratertätigkeit für den Medienunternehmer Leo
Kirch. Mehrere Politiker hätten einen dreiseitigen Fragenkatalog
von dem Verwalter erhalten, schreibt das Magazin in seiner neuen
Ausgabe. Darunter seien die Ex-Postminister Christian Schwarz-Schilling
(CDU) und Wolfgang Bötsch (CSU) sowie der einstige
Verteidigungsminister Rupert Scholz (CDU).
Jaffé verlange Aufklärung über die
Kirch-Beraterhonorare, die die Politiker nach ihrem Ausscheiden aus der
schwarz-gelben Regierungskoalition erhielten. Wie der
«Stern» weiter berichtet, soll Kohl und dem früheren
Finanzminister Theo Waigel (CSU) das Schreiben in den nächsten
Tagen zugestellt werden. Sie sollen jeweils rund 600 000 Mark im Jahr
erhalten haben.
(Quelle: dpa)
US-Sonde sammelt 'Sternenstaub' eines Kometen
Fr.02.01.04 - Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt steht eine Sonde unmittelbar
davor, den «Sternenstaub» eines Kometen einzusammeln und
zur Erde zurückzubringen. Am heutigen Freitag erreicht die
NASA-Sonde «Stardust» nach fünfjähriger Reise den
Kometen Wild-2. In nur 300 Kilometer Entfernung wird die Sonde an den
Kometen vorbeifliegen und ihn dabei auch mit deutscher Technik
untersuchen.
Mit an Bord ist ein Staubanalysator (CIDA) des Raumfahrtunternehmens
von Hoerner & Sulger GmbH in Schwetzingen. Es kann den Kometenstaub
bereits im Vorbeiflug untersuchen.
Doch die eigentliche Aufgabe der Sonde ist es, mit einem Staubsammler
von der Größe eines Tennisschlägers winzige Partikel im
Umfeld des Kometen einzufangen. Der Kollektor ist mit einem
schwammähnlichem Material beschichtet, in dem sich der Staub der
Kometenwolke verfängt. Die Wissenschaftler hoffen, dass etwa 20
Gramm Kleinstpartikel im Vorbeiflug an dem Kollektor kleben bleiben.
Der «Sternenstaub» wird dann in eine Kapsel transferiert
und soll mit der Sonde zur Erde zurückkehren.
Bis der erste unberührte Kometenstaub dann auf der Erde eintrifft,
müssen sich die Wissenschaftler allerdings noch «ein
wenig» gedulden. Erst im Januar 2006 soll die Sonde wieder die
Erde erreichen. Der Sternenstaub wird dann in einer Fallschirm-Kapsel
über einem Militärgelände im US-Staat Utah abgeworfen.
Die Partikel aus dem fernen All sollen den Wissenschaftlern bei der
Frage nach den Ursprüngen unseres Sonnensystems helfen.
(Quelle: dpa)
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http://stardust.jpl.nasa.gov/
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