Aktuelle Nachrichten
Irak am zweihundertdreiundneunzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Britische Soldaten bleiben laut Außenminister Straw noch mehrere
Jahre in Irak +++ Verwaltungsrat: Einigung auf föderales System in
Irak wahrscheinlich +++ Schuldenerlass für Irak als Thema des
G-7-Treffens +++ USA überprüfen Liste der zulässigen
Staaten für Irak-Aufträge +++ Irakisches Ratsmitglied
verurteilt Vorgehen der US-Truppen +++ US-Soldaten der Misshandlung
von Irakern für schuldig befunden +++ NATO-Generalsekretär
schließt stärkeres Irak-Engagament nicht aus
Di.06.01.04 - Die in Irak stationierten britischen Soldaten werden nach
Einschätzung von Außenminister Jack Straw noch für
mehrere Jahre im Land bleiben. Wann die Truppen abgezogen werden
könnten, sei derzeit nicht absehbar, sagte Straw am Montag dem
britischen Rundfunksender BBC. "Ich kann nicht sagen, ob es 2006, 2007
sein wird."
Die britischen Truppen spielten eine wesentliche Rolle für die
Sicherheit und Stabilität in Irak, erklärte Straw. Im Falle
eines plötzlichen Abzugs drohe ein Sicherheitsvakuum. In der
südirakischen Stadt Basra und Umgebung sind zurzeit rund 10.000
britische Soldaten stationiert.
Unterdessen zeichnet sich bei den Beratungen über die Zukunft
Iraks ein Konsens für ein föderales System ab. Das teilten
Mitglieder des von den USA eingesetzte Verwaltungsrats nach Beratungen
in Bagdad mit. Über eine Autonomie für die kurdischen
Provinzen im Norden des Landes solle aber erst eine Verfassungsgebende
Versammlung im kommenden Jahr entscheiden. Für die
Übergangsverfassung, die bis Ende 2005 gelten soll, habe sich der
Rat auf das Prinzip des Föderalismus geeinigt.
Der Status der kurdischen Provinzen bleibe vorerst unverändert,
sagte das kurdische Verwaltungsratsmitglied Dara Nur el Din am Montag.
Ein Sprecher des US-Außenministeriums, Adam Ereli, erklärte
in Washington, es sei Sache des irakischen Volkes zu entscheiden, ob
die kurdischen Regionen halbautonom bleiben. "Wir haben immer die
politische Einheit und territoriale Integrität Iraks
unterstützt", sagte Ereli. "Die Kurden sind Mitglieder des
Regierungsrates und haben selbst ein Bekenntnis zu einem vereinten Irak
abgelegt."
Der Schuldenerlass für Irak dürfte eines der wichtigsten
Themen beim Treffen der Finanzminister der sieben führenden
Industriestaaten (G-7) im Februar in Florida sein. Die Minister aus den
USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und
Japan kommen am 6. und 7. Februar zu Gesprächen in Boca Raton
zusammen.
Welche Themen auf der Agenda stehen, wollte das US-Finanzministerium
nicht mitteilen. Beobachter gingen aber davon aus, dass die irakische
Schuldenlast, die auf mehr als 120 Milliarden Dollar geschätzt
wird, sicher zur Sprache kommt. Den 19 Mitgliedern des Pariser Clubs
der Gläubigerstaaten schuldet Irak rund 40 Milliarden Dollar. Die
USA dringen auf einen Schuldenerlass, um den wirtschaftlichen
Wiederaufbau des Landes zu erleichtern. Daneben werden beim G-7-Treffen
voraussichtlich die Dollar-Schwäche und das Vorgehen gegen
Finanzquellen von Terroristen besprochen.
Die USA überprüfen ihre Liste der Staaten, deren Firmen sich
an der Ausschreibung für milliardenschwere Aufträge für
den Wiederaufbau des Irak beteiligen dürfen. Bislang sind Gegner
des Irak-Kriegs wie Deutschland und Frankreich ausgeschlossen.
Wie das US-Verteidigungsministerium am Montag auf ihrer Website bekannt
gab, bleibt die Liste der zulässigen 63 Staaten zunächst in
Kraft. "Die Liste wird jedoch weiter überprüft und kann
überarbeitet werden", hieß es.
Aus Diplomatenkreisen in Washington verlautete, die harte Haltung der
US-Regierung zu der Ausschreibung habe sich nach dem Europa-Besuch des
US-Gesandten James Baker aufgeweicht. Dabei hatten mehrere Staaten
zugesagt, wie von den USA verlangt einen Teil der irakischen Schulden
von insgesamt 120 Milliarden Dollar (etwa 94 Milliarden Euro) zu
erlassen. Die US-Regierung hat jede Änderung ihrer Haltung
verneint.
Die erste Runde der Ausschreibungen könnte nach Angaben aus
US-Kreisen diese Woche beginnen und Bauaufträge im Umfang von rund
fünf Milliarden Dollar umfassen. In einem zweiten Schritt
würden dann Aufträge außerhalb des Bausektors im Umfang
von sechs Milliarden Dollar ausgeschrieben. Alle Ausschreibungen werden
auf einer speziellen Website der US-Regierung zum Wiederaufbau im Irak
veröffentlicht. Der US-Kongress hat 18,6 Milliarden Dollar an
Aufbauhilfen genehmigt. Eine weitere zweistellige Milliardensumme soll
aus internationalen Hilfstöpfen in den Irak fließen.
US-Truppen haben derweil bei mehreren Razzien gegen irakische Rebellen
insgesamt 46 Verdächtige festgenommen. Bei einer
Militäraktion nördlich von Bagdad seien allein 22
mutmaßliche Anhänger des gestürzten Machthabers Saddam
Hussein gefasst worden, teilte die US-Armee am heutigen Dienstag mit.
20 weitere Verdächtige seien in der westlich der Hauptstadt
gelegenen Provinz El Anbar festgenommen worden, die als
Widerstandshochburg gegen die US-Truppen gilt. An der Grenze zu Syrien
durchsuchten Soldaten den Angaben zufolge mehrere Lager
ausländischer Kämpfer und nahmen dabei vier Menschen fest.
Einer der Verdächtigen habe auf einer Fahndungsliste der Armee
gestanden, hieß es weiter.
Ein Mitglied des irakischen Regierungsrats hat das Vorgehen der
US-Soldaten bei ihren Razzien im Irak scharf kritisiert. Tausende
würden an verschiedenen Orten im ganzen Land gefangen gehalten,
sagte Mohsen Abdelhamid dem Fernsehsender El Dschasira. Abdelhamid
vertritt die sunnitische Islamische Partei im provisorischen Rat. "Wir
hören Berichte über Folter, wir hören, dass aus den
Häusern Geld und Gold gestohlen wurde und dass die Frauen
draußen in der Kälte stehen müssen", fügte er
hinzu.
Drei US-Soldaten sind der Misshandlung irakischer Kriegsgefangener
für schuldig befunden und aus der Armee entlassen worden. Zwei
Soldaten hätten am 12. Mai im Gefangenenlager Camp Buca in Irak
auf Anweisung eines weiblichen Stabsfeldwebels einen Gefangenen zu
Boden geschlagen und getreten, sagte eine US-Armeesprecherin am Montag.
Einer der Soldaten habe zudem einen Gefangenen an dessen Armen
über den Boden gezogen und dabei zugelassen, dass er von anderen
Soldaten getreten werde. Ein weiterer irakischer Gefangener sei mit dem
Gesicht nach unten zu Boden geworfen worden; Soldaten hätten auf
dessen verletzten Arm eingetreten.
Zwei britische Soldaten in Irak wurden unterdessen bei einem
Verkehrsunfall getötet und mehrere US-Soldaten bei zwei Angriffen
verletzt.
Bei den ums Leben gekommen Soldaten handelte es sich um einen Major und
einen Feldwebel, wie das Verteidigungsministerium in London am Montag
mitteilte. Die beiden Männer seien bereits am Donnerstag in Bagdad
verunglückt. Nähere Einzelheiten des Verkehrsunfalls wurden
nicht mitgeteilt. Die Zahl der seit Beginn des Golfkriegs in Irak ums
Leben gekommenen Briten stieg damit auf 54.
Westlich von Bagdad explodierte eine Bombe in der Nähe eines
US-Konvois, wie die US-Streitkräfte am Montag bekannt gaben. Dabei
seien am Sonntag drei Soldaten verletzt worden. Ein weiterer US-Soldat
sei angeschossen worden, als eine Fußpatrouille nordwestlich der
irakischen Hauptstadt angegriffen wurde.
Die japanische Regierung bekräftigte, an ihrem geplanten
humanitären Einsatz in Irak festhalten zu wollen. Die Mission sei
zwar nicht ohne Risiko, sagte Ministerpräsident Junichiro Koizumi
am Montag in Japan. Japan sei aber verpflichtet, die internationale
Gemeinschaft beim Wiederaufbau Iraks zu unterstützen. Insgesamt
sollen 1.000 japanische Soldaten in Irak stationiert werden, die vor
allem beim Wiederaufbau der Wasserversorgung im Süden des Landes
helfen sollen.
Der neue NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer schließt
ein stärkeres Engagement der Allianz im Irak nicht aus. Der
Schwerpunkt ihrer Aufgaben liege für die NATO aber in Afghanistan,
wo sie das Kommando über die internationalen Truppen hat. Das
sagte de Hoop Scheffer bei seinem Amtsantritt in Brüssel. Als
seine wesentliche Aufgabe bezeichnete der Nachfolger des Schotten
George Robertson die Pflege des transatlantischen Verhältnisses.
(Quellen: rtr, afp, dpa, ap)
Lässt sich geschichtlich etwas Ironischeres vorstellen, als
ein James Baker, der sich wie der personifizierte Bono für die
Schulden des Irak einsetzt? Das Volk des Irak "sollte nicht belastet
werden mit den Schulden eines brutalen Regimes, dem es wichtiger war,
seine Fonds in den Bau von Palästen und Folterkammern zu stecken
und das irakische Volk zu drangsalieren", so Scott McClellan, Sprecher
des Weißen Hauses.
Nichts dagegen einzuwenden. Aber als ich von Mr. Bakers "nobler
Mission" (George Bush), hörte, musste ich sofort an jene wenig
berichtete Story von Anfang des Monats denken. Am 4. Dezember
veröffentlichte 'The Miami Herald' Auszüge aus einem vom
US-Außenministerium freigegebenen Dokument. Es handelt sich um
Auszüge aus einer Abschrift über ein Treffen zwischen dem
damaligen US-Außenminister Henry Kissinger (unter Präsident
Gerald Ford) und dem Außenminister der argentinischen
Militärdiktatur, Marineadmiral Cesar Augusto Guzzetti, am 7.
Oktober 1976. Dieses Treffen fand auf dem Höhepunkt des
schmutzigen Kriegs in Argentinien statt - einer Kampagne zur
Eliminierung der sogenannten marxistischen Bedrohung in Argentinien.
Während dieser Kampagne wurden nicht nur bewaffnete Guerilleros
systematisch gefoltert und getötet sondern auch
Gewerkschaftsführer, Studentenaktivisten sowie deren
Angehörige und Sympathisanten. Als die Diktatur schließlich
endete, waren rund 30 000 Menschen "verschwunden". Zum Zeitpunkt jenes
Kissinger-Guzzetti-Treffens im Waldorf-Astoria in New York war die
argentinische Linke größtenteils schon eliminiert. Berichte
über Leichen, angeschwemmt an die Ufer des Rio de la Plata,
führten zu Dringlichkeitsappellen, man müsse
Wirtschaftssanktionen gegen die Junta verhängen. Das Transkript
des Kissinger-Guzzetti-Treffens legt offen, Washington wusste nicht nur
über die Verschwundenen Bescheid, es stand der Sache sogar positiv
gegenüber. Mr. Guzzetti berichtet Kissinger von "sehr guten
Resultaten in den letzten vier Monaten. Die Terroristenorganisationen
wurden demontiert". Man kommt auf den internationalen Aufschrei zu
sprechen, und Kissinger stellt fest: "Sehen Sie, unsere grundlegende
Haltung ist die, wir wollen, dass Sie erfolgreich sind. Ich habe die
altmodische Einstellung, dass man Freunde unterstützen sollte. Was
in den Vereinigten Staaten nicht verstanden wird, Sie befinden sich in
einem Bürgerkrieg. Wir lesen über Menschenrechtsprobleme aber
nicht über den Kontext. Je schneller Sie Erfolg haben, desto
besser".
Das Folgende ist im Hinblick auf die kürzliche Baker-Mission
relevant
Mr. Kissinger wechselt rasch das Thema und kommt auf Anleihen zu
sprechen. Er ermutigt Guzzetti, soviel Auslandshilfe wie
irgendmöglich zu beantragen - und zwar schnell, bevor, die
argentinischen "Menschenrechtsprobleme" die Hände der US-Regierung
fesselten. Der Minister wird von Kissinger instruiert: "Bringen Sie das
voran mit Ihren Export-Import-Bankanträgen. Wir wollen, dass Ihr
Wirtschaftsprogramm Erfolg hat und werden unser Bestes tun, Ihnen zu
helfen". Laut Weltbank-Schätzung flossen circa $10 Milliarden der
Gelder, die sich die Generäle pumpten, in
Militärgeschäfte. Sie wurden dazu verwendet, jene
Gefängnislager einzurichten, in denen tausende verschwanden bzw.
dazu, Hardware für den Falklandkrieg einzukaufen. Oder das Geld
floss auf Schweizer Nummernkonten. Die Summen können nicht mehr
ermittelt werden, da die Generäle bei ihrem Abgang sämtliche
Akten, die sich auf die Kredite bezogen, vernichtet haben. Aber wir
wissen: Während der Zeit der Diktatur entstand in Argentinien eine
Auslandsschulden-Blase - von $7,7 Milliarden im Jahr 1975 ging es bis
1982 rauf auf $46 Milliarden. Seither ist das Land in einer
eskalierenden Krise gefangen. Argentinien hat sich Milliarden geborgt,
um die Zinsen der ursprünglichen, illegalen Schulden bezahlen zu
können. Die Schulden liegen heute wenig höher als die Summe,
die der Irak seinen ausländischen Kreditgebern schuldet: $141
Milliarden. Die Kissinger-Abschrift ist der Beweis, die USA
unterstützten die mörderische Kampagne der (argentinischen)
Generäle wissentlich, sowohl finanziell als auch in politischer
Hinsicht auf höchster Ebene. Und trotz der unleugbaren
Komplizen-Rolle, die sie in der argentinischen Tragödie spielten,
lehnen die USA konsequent jeden Versuch ab, die Schulden des Landes
(Argentinien) zu canceln.
Der Fall Argentinien ist keine Ausnahme. Seit Jahrzehnten nutzen
US-Regierungen ihre Macht im Internationalen Währungsfonds und in
der Weltbank zur Blockierung von Kampagnen, die den Erlass der Schulden
Südafrikas - angehäuft in der Apartheidszeit - erreichen
wollen bzw. der Schulden der Philippinen, angehäuft unter der
Kleptokratie des Ferdinand Marcos, der Schulden Haitis zuzeiten des
brutalen und korrupten Duvalier-Regimes oder der Schulden, die sich
während der langen Militärdiktatur Brasiliens spiralartig in
die Höhe schraubten: von $5,7 Milliarden im Jahr 1964 auf $104
Milliarden 1985. Die Liste ist lang. Die Haltung der USA: Ein
Schuldenerlass würde einen gefährlichen Präzendenzfall
schaffen (und natürlich hätte Washington kein Druckmittel
mehr, investorenfreundliche Wirtschaftsreformen durchzudrücken).
Weshalb also zeigt sich Mr. Bush plötzlich so von seiner besorgten
Seite? "Die Zukunft des irakischen Volks sollte nicht durch die enorme
Schuldenlast verpfändet werden". Ganz einfach, dem "Wiederaufbau"
würden Summen entzogen - Geld, das genausogut an Halliburton,
Bechtel, Exxon und Boeing fließen könnte. .. Diese Firmen
kaufen nicht nur einen schuldenfreien Irak, sie werden zudem nicht mit
europäischen Konzern-Rivalen in Wettbewerb um die Verträge
treten müssen....
Aus: Naomi Klein - "Nicht Neokonservatismus - simple Raffgier",
ZNet 21.12.2003:
http://www.zmag.de/artikel.php?id=967
http://www.zmag.org/content/showarticle.cfm?
SectionID=13&ItemID=4731
Naomi Klein ist Autorin von: 'No Logo' und 'Fences and Windows'
(Deutsch: 'Über Zäune und Mauern')
Was abgeht in den USA? - Ganz einfach: Die Wirtschaft macht uns fertig.
Ich fürchte, der Krieg im Irak berührt nur die Familien der
Soldaten, die dort stationiert sind und den Tod jeden Tag erleben. Aber
die Wirtschaft berührt jeden von uns. Wir arbeiten hier alle (oder
wir arbeiten nicht) unter einer Art Angstglocke.
Selbstverständlich gibt es hier keine Demokratie am Arbeitsplatz.
Nur die Angst hält uns alle an der Arbeit - die Angst davor, keine
Beschäftigung, kein Dach mehr über dem Kopf zu haben
Der Krieg ist weit weg, außer für die Familien der Soldaten.
Wir reden nicht darüber. Aber ich habe nicht den Eindruck, als ob
es starke Unterstützung für den Krieg gäbe. Allen ist
klar, dass er nicht gut läuft, aber, so leid es mir tut,
Amerikaner rühren sich grundsätzlich nur, wenn Amerikaner
sterben. Irgendwie hat uns der Rassismus, der im Fundament dieses
Landes steckt, und sein Ausbau zum Imperialismus seit 1898
dermaßen vergiftet, dass tausend tote Afghanis und Irakis einfach
gar nichts bedeuten, während ein einziger toter Amerikaner oder
zwei am Tag uns schwer beunruhigen. Die Regierung ist besorgt, die
Medien dürfen die Leichname und die Verwundeten nicht
fotographieren, die zu Tausenden zurück nach Hause kommen. Nicht
mal die Familien der toten Soldaten dürfen dabei sein, wenn ein
Leichnam wieder in den Vereinigten Staaten ankommt.
Aber mir ist so, als hätte die fehlende Unterstützung
für diesen Krieg auch mit der Wirtschaft zu tun. Seit fast
dreißig Jahren ist jetzt der Lebensstandard der amerikanischen
Arbeiter gesunken. In den achtziger Jahren rollte der Angriff auf die
Gewerkschaften. In den Neunzigern wurden die Jobs weiter
ausgedünnt. Inzwischen ist Walmart mit über einer Million
Beschäftigten der größte Arbeitgeber in den Vereinigten
Staaten, und jeder weiß: Das sind Elendsjobs, leben kann man von
ihnen eigentlich nicht. Dann haben wir bei den Enron-Skandalen
zugeschaut, den Halliburton- und Bechtel-Verträgen im Irak, bei
Managern, die Hunderte Millionen Dollar dafür kassieren, dass sie
Firmen schließen, dass sie Arbeiterinnen und Arbeiter entlassen.
Mir scheint, die Arbeiter in Amerika beurteilen die Gründe
für diesen Krieg mindestens sarkastisch, wenn sie sich nicht sogar
Sorgen über seine Folgen machen. Ich glaube, es gibt einen
unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem, was wir als Arbeiterklasse
über die letzten zwanzig Jahre hinweg erlebt haben, und dem
Ausmaß unserer Bereitschaft, an den Krieg zu glauben....
Aus: "Angst bei der Arbeit - Angst am Werk - Zur Situation
US-amerikanischer ArbeiterInnen" , Wildcat Nr. 68, Januar 2004,
S. 40 - 42:
Mehr unter:
http://www.wildcat-www.de/wildcat/68/w68fear.htm
Seit der Amtsübernahme von US-Präsident
George W. Bush gingen in den USA 2,8 Millionen Jobs verloren (Quelle: ap)
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CIA hält neues Bin-Laden-Tonband für authentisch
Di.06.01.04 - Großbritannien und die USA halten die neue Tonbandaufnahme
für authentisch, in der angeblich Terroristenführer Osama bin
Laden zu neuen Anschlägen gegen die USA und ihre Verbündeten
aufruft. Eine Analyse des Bandes habe ergeben, dass die Stimme auf dem
Band "wahrscheinlich" dem El-Kaida-Anführer gehöre, sagte ein
Vertreter des US-Geheimdienstes CIA in Washington. Der britische
Außenminister Jack Straw sagte dem BBC-Rundfunk, London gehe
davon aus, dass es sich um Bin Laden handele.
Es gebe zwar noch keine Bestätigung; seiner Einschätzung nach
handele es sich dabei aber um eine "sichere Annahme", sagte Straw.
"Soviel wir wissen, ist Osama bin Laden noch am Leben", betonte der
britische Chefdiplomat. Auch seine El-Kaida-Organisation gebe es ohne
Zweifel noch immer.
Der katarische Fernsehsender El Dschasira hatte am Sonntag eine Bin
Laden zugeschriebene Aufnahme ausgestrahlt, in dem dieser Bezug auf die
Festnahme des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein
am 13. Dezember sowie auf die Genfer Nahost-Friedensinitiative nimmt.
Über das Schicksal des El-Kaida-Führers ist nichts bekannt.
Im Zuge ihres Kampfes gegen den Terrorismus hatten die USA Bin Laden
zum meistgesuchten Mann der Welt erklärt. Er soll im November 2001
den massiven US-Luftangriffen bei Tora Bora in Afghanistan entkommen
sein. Über seinen derzeitigen Aufenthalt liegen keine gesicherten
Informationen vor.
(Quelle: afp)
Weltweiter Terror als möglicher Stolperstein für Bush
Die spektakuläre Festnahme von Saddam Hussein vor drei Wochen und
Anzeichen eines wirtschaftlichen Aufschwunges geben US-Präsident
George W. Bush derzeit starken Aufwind - zehn Monate vor der
Präsidentschaftswahl im November sieht er sich aber zugleich
zahlreichen politischen Herausforderungen gegenüber. Zwar geht es
mit der Wirtschaft aufwärts, aber es mangelt drastisch an
Arbeitsplätzen. Zwar ist der gestürzte irakische Staatschef
gefasst, aber der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom
11. September 2001, El-Kaida-Chef Osama bin Laden, ist noch immer auf
freiem Fuß.
Beobachter sind sich einig, dass sich Bush innenpolitisch in erster
Linie um die Schaffung neuer Jobs kümmern muss - 2,8 Millionen
gingen seit seiner Amtsübernahme verloren. Außenpolitisch
stehen demnach Terrorbekämpfung und Irak ganz oben auf der Liste:
Sollten Fortschritte in Irak ausbleiben, könnte Bush das in Fragen
der nationalen Sicherheit am meisten schaden, sagt der emeritierte
Professor Charles Jones von der Universität in Wisconsin-Madison.
Weitere Probleme stehen zur Lösung an: Mehr als 400 US-Soldaten
sind in Irak bisher ums Leben gekommen; noch ist unklar, wo und wie
Saddam Hussein vor Gericht gestellt werden soll; die Regierung in
Washington bemüht sich bei zahlreichen Ländern um einen
Schuldenerlass für das lange Jahre von einem diktatorischen Regime
geschwächte Land, dem im Juni die politische
Souveränität wiedergegeben werden soll.
Und das ist noch nicht alles: Die Aussichten auf weitere Fortschritte
bei den Friedensverhandlungen im Nahen Osten sind weitgehend
düster. Obwohl Afghanistan inzwischen einer neuen Verfassung
zugestimmt hat, drohen ehemalige Taliban-Kämpfer und Milizen
privater Kriegsherren die für dieses Jahr vorgesehene Wahl zu
torpedieren. Welchen finanziellen Schaden der erste BSE-Fall in den USA
mit sich bringt, ist noch nicht absehbar. Zwar hat die Regierung
Bedenken von Verbrauchern zu zerstreuen versucht, dennoch haben mehr
als 30 Staaten einen Importstopp für amerikanisches Rindfleisch
verhängt.
Zum größten Stolperstein für eine Wiederwahl Bushs
könnte jedoch ein möglicher neuer Terroranschlag innerhalb
der USA werden, sagt James Steinberg, stellvertretender nationaler
Sicherheitsberater unter Präsident Bill Clinton. Ein erneuter
Anschlag könnte dem Präsidenten empfindlich schaden, wenn er
auf den Irak-Krieg, eine Lücke bei der Inneren Sicherheit oder
fehlende Fortschritte im Kampf gegen den Terror zurückgeführt
werden sollte. Ein möglicher Einsatz von Massenvernichtungswaffen
ist auch nach Ansicht des außenpolitischen Experten James
Phillips von der Heritage-Stiftung dominierendes Thema. Das
Terrornetzwerk El Kaida könne biologische oder chemische Waffen
oder sogar eine so genannte schmutzige Bombe benutzen, sagt Phillips.
An zweiter Stelle sieht der Wissenschaftler Steinberg eine nukleare
Krise ausgelöst von Nordkorea. Sollte die Regierung in
Pjöngjang einen Atomtest durchführen, sei Washington
gezwungen, «zu entscheiden, ob wir Nordkorea als Atommacht
akzeptieren oder ob wir da etwas unternehmen müssen».
Zunächst wird Bush Ende Januar allerdings seine dritte Rede zur
Lage der Nation halten. Insider spekulieren, dass er dabei ein neues,
umfangreiches Raumfahrtprogramm ankündigen könnte. Bereits
seit Sommer ist das Weiße Haus Fragen nach weiteren Mond- oder
Mars-Missionen beharrlich ausgewichen.
Quelle: ap, 05.01.04
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Afghanistan: Protest gegen neue Verfassung
Di.06.01.04 - Nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung für Afghanistan
durch die Große Ratsversammlung haben einzelne Delegierte Protest
geäußert. Abgesandte, die sich für ein stärkeres
Parlament zur Kontrolle des Präsidenten eingesetzt hatten,
beklagten am Montag, dass ihre Meinung übergangen worden sei. Der
Sprecher von Präsident Hamid Karsai, Jawed Ludin, schloss
nachträgliche Änderungen an dem am Sonntag von der Loja
Dschirga verabschiedeten Verfassungstext jedoch aus. Die neue
Verfassung sieht ein System ähnlich dem der USA vor, bei dem der
Präsident mit weit reichenden Vollmachten ausgestattet ist. Die
Bundesregierung hat die neue Verfassung bereits als Grundlage für
Demokratie, Wiederaufbau und nationale Versöhnung gewürdigt.
(Quelle: dpa/taz)
Nahost-Konflikt
Scharon verteidigt Trennungsplan für Palästinenser-Gebiete
+++ Kureia gibt Hoffnung auf neue Friedensgespräche auf +++
Ägypten bemüht sich erneut um Frieden in Nahost
Di.06.01.04 - Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hat seinen Trennungsplan
für die Palästinenser-Gebiete gegen Kritik aus dem rechten
Lager seiner Likud-Partei verteidigt. "Der Trennungsplan ist der beste
Plan für die Sicherheit (Israels)", sagte Scharon am Montag auf
einem Kongress des Zentralkomitees der Likud-Partei in Tel Aviv.
Scharon hatte angekündigt, dass die Palästinenser-Gebiete
völlig von Israel getrennt werden sollten, wenn der als "Road Map"
bekannt gewordene internationale Friedensplan scheitern sollte. Seine
Kritiker vom extrem rechten Rand der Likud-Partei werfen ihm vor, damit
Teile des den Juden angeblich zustehenden Landes wegzugeben. Vertreter
der Siedler lehnen Scharons Pläne ab, einige Siedlungen im
Westjordanland aufzugeben. Auch die Siedler müssten die
israelischen Gesetze und die Sicherheitskräfte respektieren, sagte
Scharon dazu.
Das 3000 Mitglieder umfassende Zentralkomitee ist eine Bastion des
rechten Parteiflügels. Zu den Vorschlägen für die
Debatte des Kongresses gehört ein Beschluss, jeden
Likud-Abgeordneten auszuschließen, der für einen
Palästinenser- Staat stimmen sollte. Die Palästinenser
sollten zudem in einen Staat abgeschoben werden, der im Norden
Jordaniens geschaffen werden sollte. "Einige davon sind völlig
idiotisch", sagte Bildungsminister Limor Liwnat zu den Vorschlägen.
Der Friedensfahrplan von USA, EU, UNO und Russland sieht unter anderem
die Gründung eines Palästinenserstaates bis 2005 vor.
Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia hat
derweil die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche
mit dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon aufgegeben. Die
Bemühungen, ein Treffen zu organisieren, seien eingestellt worden,
sagte Kureia am Montag. "Ich glaube nicht, dass ein Gipfeltreffen in
dieser Situation massgebliche Ergebnisse bringt", erklärte der
Ministerpräsident.
Auch am Montag wurde die Gewalt fortgesetzt: Israelische
Streitkräfte erschossen in Nablus einen 17-jährigen
Palästinenser, der Müll sammelte. Nach israelischen Angaben
hatte er eine Brandbombe auf Soldaten geworfen.
Der palästinensische Aussenminister Nabil Schaath forderte die EU
auf, sich im Nahen Osten stärker zu engagieren. Auf die USA
könne nicht verzichtet werden, sagte Schaath nach einem Treffen
mit seinem französischen Kollegen Dominique de Villepin. Im Jahr
der US-Präsidentschaftswahl habe die EU jedoch die Gelegenheit und
Aufgabe, eine aktivere Rolle zu übernehmen.
Mehrere Dutzend palästinensische Hilfsorganisationen lehnen
finanzielle Unterstützung aus den USA ab. Washington hatte von
Organisationen weltweit eine schriftliche Erklärung gefordert,
keine terroristischen Gruppierungen zu unterstützen. "Die meisten
palästinensischen Gruppen als Terrororganisationen einzustufen ist
inakzeptabel", erklärte die Dachorganisation NGO. Unter anderem
die Hamas betreibt Sozialprogramme, diese ist aber zugleich für
die meisten der mehr als 100 Selbstmordanschläge verantwortlich,
die in den vergangenen drei Jahren gegen Israelis verübt wurden.
Das US-Büro für Internationale Entwicklung hat die
Palästinenser in den vergangenen zehn Jahren mit rund 1,3
Milliarden Dollar unterstützt.
Ägyptens Geheimdienstchef Omar Suleiman reist am heutigen Dienstag
nach Ramallah, um neue Verhandlungen über einen
palästinensischen Waffenstillstand im Konflikt mit Israel
vorzubereiten. Geplant ist auch ein Treffen mit
Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Ägypten versucht
seit längerem, dem Nahost-Friedensprozess wieder Leben
einzuhauchen.
In der vergangenen Woche war der Berater von Präsident Husni
Mubarak in Ramallah. Eine erste Verhandlungsrunde Anfang Dezember in
Kairo, an der zwölf Palästinensergruppen teilgenommen hatten,
war gescheitert.
(Quellen: rtr, ap, afp)
Frauen in Gaza protestieren gegen französisches Kopftuch-Verbot
Di.06.01.04 - Dutzende verschleierte Frauen sind am Montag in der Stadt Gaza aus
Protest gegen das geplante Verbot islamischer Kopftücher an den
öffentlichen Schulen in Frankreich auf die Straße gegangen.
Die Frauen, die einem Demonstrationsaufruf des Islamischen Dschihad
folgten, versammelten sich vor dem französischen Kulturzentrum und
übergaben dort einen an Staatspräsidenten Jacques Chirac
gerichteten Brief. In dem Schreiben in französischer Sprache wird
das Staatsoberhaupt aufgefordert, die Entscheidung für das
Kopftuchverbot zurückzunehmen. Das Tragen des Kopftuchs sei eine
"göttliche Pflicht", es nicht zu tragen, eine "Sünde". Das
"rassistische" Kopftuchverbot widerspreche dem Prinzip der
Religionsfreiheit und der kulturellen Vielfalt.
Auch in der jordanischen Hauptstadt Amman demonstrierten rund 60
verschleierte Studentinnen gegen das geplante Kopftuchverbot in
Frankreich. "Frankreich will den Krieg gegen den Islam", hieß es
unter anderem auf Spruchbändern in der Kundgebung vor der
französischen Botschaft.
Chirac hatte die Regierung Mitte Dezember beauftragt, bis zum Beginn
des kommenden Schuljahres im September 2004 eine gesetzliche
Neuregelung zur weltanschaulichen Neutralität des Staates in Kraft
zu setzen. Demnach sollen "offensichtlich zur Schau getragene" Symbole
wie große christliche Kreuze, islamische Kopftücher und
jüdische Kippas verboten werden. Einen entsprechenden
Gesetzentwurf will die französische Regierung noch diese Woche
vorlegen.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv
Kopftuchverbot in Frankreich
Kritiker befürchten,
dass das von Staatspräsident Chirac angekündigte
Kopftuch-Gesetz zu kurz greift und das Problem nicht an der Wurzel
packt +++ Sorge bei französischen Muslimen +++ Nobelpreisträgerin
Ebadi kritisiert Chiracs Kopftuch-Entscheidung
Fr.19.12.03 - Seit 1989 war das islamische Kopftuch in den Schulen ein Streitthema in
Frankreich - jetzt hat Staatspräsident Jacques Chirac entschieden,
deutlich sichtbare religiöse Zeichen und Kleidungsstücke in
öffentlichen Schulen gesetzlich zu verbieten. In den Beifall
für die nach monatelanger Debatte allseits erwarteten
Ankündigung und sein leidenschaftliches Plädoyer für die
laizistische Republik mischen sich aber auch kritische Töne...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312190.htm#03121910
Frankreich: Religiöse Symbole werden aus Schulen
verbannt
Do.18.12.03 - In Frankreichs öffentlichen Schulen sollen ab dem nächsten
Schuljahr auch die Schüler keine auffälligen religiösen
Symbole wie moslemische Kopftücher, große Kreuze und
jüdische Kippas mehr tragen dürfen. Das kündigte
Präsident Jacques Chirac in seiner mit Spannung erwarteten
Grundsatzrede zum Verhältnis von Staat und Glaubensgemeinschaften
im Pariser Elysée-Palast an...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312180.htm#03121814
Frankreich grenzt Muslime ökonomisch und sozial aus. Anstatt
Regeln über Kopftücher aufzustellen, sollte Chirac sich mit
der Hoffnungslosigkeit in den Vorstädten befassen ...
... meint Marwan Bishara in der "tageszeitung" vom 03.01.04:
http://www.taz.de/pt/2004/01/03/a0157.nf/text
Marwan Bishara ist Publizist und Dozent an der American University in
Paris. Unter anderem ist er Autor von "Palestine Israel: Peace or
Apartheid. Prospects for Resolving the Conflict", ZED Press, London
2001
Mehr Berichte und Hintergrundinformationen zur Kopftuch-Debatte:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312180.htm#031218_i
|
Israel schließt mit Türkei 'Wasser-gegen-Waffen'-Vertrag ab
Di.06.01.04 - Israel hat mit der Türkei laut einem Zeitungsbericht einen Vertrag
zur langfristigen Lieferung von Wasser aus Anatolien abgeschlossen. Im
Gegenzug werde Israel das NATO-Land mit Panzern und
Luftwaffentechnologie ausstatten, berichtete die britische Tageszeitung
"Guardian" in ihrer Dienstagsausgabe. Dies sehe ein Abkommen vor, das
Israels Regierungschef Ariel Scharon und der türkische
Energieminister Zeki Cakan am Montag in Jerusalem unterzeichnet
hätten. Die Türkei wird demnach eine Flotte von Riesentankern
aufstellen, mit denen über einen Zeitraum von 20 Jahren
jährlich 50 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Fluss Manavgat
über das Mittelmeer nach Israel transportiert werden sollen.
(Quelle: afp)
US-Präsident Bush hält Sanktionen gegen Libyen aufrecht
Di.06.01.04 - US-Präsident George W. Bush hat es erneut abgelehnt, die
Sanktionen gegen Libyen aufzuheben. Libyens Ankündigung, auf
Massenvernichtungswaffen verzichten zu wollen, sei «wichtig und
willkommen», erklärte Bush am Montag. Es müssten aber
konkrete Schritte folgen. Deshalb bleibe die 1986 von Präsident
Ronald Reagan verfügte Erklärung des nationalen Notstands in
Kraft, mit der libysche Vermögenswerte in den USA gesperrt wurden.
Die Deklaration muss jährlich erneuert werden.
Die Krise zwischen den USA und Libyen sei nicht völlig
gelöst, «auch wenn es einige positive Entwicklungen gegeben
hat», hieß es in der schriftlichen Stellungnahme des
US-Präsidenten. Bush verwies auf Bedenken hinsichtlich der Haltung
Libyens zum Terrorismus sowie der Menschenrechtssituation in dem
nordafrikanischen Land.
Der libysche Ministerpräsident Schukri Ghanim hatte die
US-Regierung vergangene Woche aufgefordert, als Gegenleistung für
die Zulassung internationaler Inspektionen Sanktionen gegen Libyen bis
Mitte Mai aufzuheben. Andernfalls werde Libyen die Angehörigen der
Opfer des Lockerbie-Anschlags von 1988 nicht weiter entschädigen.
Ende Dezember hatten Experten der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) erstmals Atomanlagen in Libyen
besichtigt.
Washington hatte 1986 nach einem Anschlag auf die Berliner Discothek
«La Belle», bei dem auch zwei US-Soldaten getötet
worden waren, einen totalen Wirtschaftsboykott gegen Libyen
verhängt. Wenige Tage nach dem Attentat, dessen Drahtzieher Libyen
war, hatten US- Flugzeuge die libyschen Städte Tripolis und
Bengasi bombardiert.
(Quellen: ap, dpa)
Syrien behält sich angeblich Recht auf Massenvernichtungswaffen vor
Di.06.01.04 - Syrien hat sich einem Zeitungsbericht zufolge das Recht auf die
Entwicklung und den Erwerb von Massenvernichtungswaffen vorbehalten.
Sein Land sei teilweise besetzt und von Zeit zu Zeit Opfer
"israelischer Aggressionen", sagte der syrische Präsident Baschar
el Assad der britischen Tageszeitung "The Daily Telegraph"
(Dienstagausgabe) mit Blick auf die ursprünglich zu Syrien
gehörenden Golanhöhen, die Israel seit dem Sechstage-Krieg
1967 besetzt hält. Angesichts dieser Bedrohung sei es
"natürlich, dass wir uns verteidigen", bekräftigte Assad. Zur
Beschaffung von ABC-Waffen sagte er weiter: "Es ist nicht schwierig,
die meisten dieser Waffen irgendwo in der Welt zu bekommen, und sie
können jederzeit erworben werden."
(Quelle: afp)
Nordkorea will Atomwaffen-Entwicklung abbrechen
Di.06.01.04 - Nordkorea hat sich überraschend zum Verzicht auf die Entwicklung
von Atomwaffen bereit erklärt. Wie die amtliche nordkoreanische
Nachrichtenagentur KCNA meldete, will Pjöngjang die Produktion und
den Test von Atomwaffen einstellen. Als Teil seiner "mutigen"
Zugeständnisse gegenüber den USA kündigte das Land zudem
an, seine zivilen Nuklearanlagen einzufrieren. Die Maßnahmen
seien die erste Phase einer "Paketlösung" im Streit um das
nordkoreanische Atomprogramm, berichtete KCNA.
Im Gegenzug verlangte Pjöngjang laut Agentur konkrete
Gegenleistungen von den USA. Washington müsse "gleichzeitig" zu
den Zugeständnissen Pjöngjangs seine Sanktionen aufheben und
Nordkorea von der Liste der Länder streichen, die den Terrorismus
unterstützen. Zudem werde von den USA die Wiederaufnahme ihrer
Treibstofflieferungen erwartet. Das Einlenken Nordkoreas kommt
unerwartet: Bislang hatte es von den USA einen Nichtangriffspakt als
Voraussetzung für die Aufgabe seines Atomprogramms verlangt.
Auch in Südkorea lagen offenbar zunächst keine Informationen
über das nordkoreanische Angebot vor. Wie Außenminister Yoon
Young-Kwan vor Journalisten erklärte, hofft die Regierung in Seoul
auf eine Neuauflage der Sechser-Gespräche zur Beilegung der
Atomkrise noch in der ersten Jahreshälfte. Erste Gespräche
der USA, von Nord- und Südkorea, China, Japan und Russland waren
im August 2003 in Peking ergebnislos verlaufen.
Die USA werfen Pjöngjang die Entwicklung von Atomwaffen vor. Die
Krise zwischen beiden Ländern brach offen aus, als die Regierung
in Pjöngjang einen Atomreaktor in Yongbyon Ende 2002 wieder in
Betrieb nahm, obwohl sie ihn 1994 gemäß einer Vereinbarung
mit den USA geschlossen hatte. Gleichzeitig wies Nordkorea die mit der
Überwachung der Anlage beauftragten Inspekteure der
Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus.
(Quelle: afp)
Südasien-Gipfel beendet
Di.06.01.04 - Nach einer deutlichen Annäherung der verfeindeten Atommächte
Indien und Pakistan ist am Dienstag in der pakistanischen Hauptstadt
Islamabad der Südasien-Gipfel beendet worden. Staats- und
Regierungschefs der sieben Mitgliedstaaten der Südasiatischen
Vereinigung für Regionale Zusammenarbeit (SAARC) unterzeichneten
zum Abschluss des Treffens ein Freihandelsabkommen, das 2006 in Kraft
treten soll. Sie verabschiedeten außerdem ein Zusatzprotokoll zur
Terrorismusbekämpfung und eine gemeinsame Erklärung.
«Die SAARC symbolisiert die Hoffnung unserer Völker auf
Frieden und Fortschritt», sagte Pakistans Ministerpräsident
Mir Zafarullah Khan Jamali. Am Rande des Südasien-Gipfels hatten
sich am Montag der indische Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee
und der pakistanische Präsident Pervez Musharraf erstmals seit
zweieinhalb Jahren zu einem Gespräch getroffen. Das Treffen wurde
als Meilenstein im Friedensprozess der Nachbarländer gewertet. Der
SAARC gehören Pakistan, Indien, Sri Lanka, Bangladesch, Nepal,
Bhutan und die Malediven an.
(Quelle: dpa)
China will staatseigene Banken in Aktiengesellschaften umwandeln
Di.06.01.04 - China will zwei der größten staatseigenen Banken des Landes
in Aktiengesellschaften umwandeln. Wie am heutigen Dienstag bekannt
wurde, plant die Regierung, dafür 45 Milliarden Dollar aus
Währungsreserven zu investieren. Bei den beiden Banken handelt es
sich einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge um
die Bank of China und die China Construction Bank. Der Schritt ist Teil
einer geplanten Reform, in deren Zuge die Staatsbanken modernisiert
werden sollen.
(Quelle: ap)
Offenbar Durchbruch bei Friedensgesprächen in Sudan
Di.06.01.04 - Regierung und Rebellen in Sudan haben nach eigenen Angaben einen
Durchbruch bei den Friedensverhandlungen in dem Bürgerkriegsland
erzielt. In der bis zum Schluss strittigen Frage der Aufteilung der
Staatseinnahmen sei ein Konsens erzielt worden, sagte ein Sprecher der
südsudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) im kenianischen
Naivasha. Steuern und andere Staatseinnahmen, die nicht aus dem
Ölgeschäft stammten, sollten künftig "50 zu 50"
aufgeteilt werden. Vize-Präsident Osman Ali Taha und
SPLA-Rebellenführer John Garang sollen am Mittwoch die
Vereinbarung unterzeichnen.
Zuvor war bereits Übereinstimmung im Hinblick auf das
Verhältnis zwischen Staat und Religion, auf die Abhaltung eines
Unabhängigkeitsreferendums in Süd-Sudan und in Hinblick auf
Sicherheits- und Militärfragen erzielt worden.
Die Rebellen des christlich-animistisch geprägten Süd-Sudan
kämpfen bereits seit zwei Jahrzehnten gegen die moslemische
Zentralregierung. In dem Konflikt kamen bislang etwa 1,5 Millionen
Menschen ums Leben. Etwa vier Millionen Menschen wurden durch die
Kämpfe vertrieben. Die Friedensgespräche zur Beilegung des
fast 20 Jahre andauernden Bürgerkriegs hatten am 12. August im
kenianischen Machakos begonnen.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv
Welternährungsprogramm: Eine Million Menschen im West-Sudan bedroht
Sa.20.12.03 - Die bewaffneten Auseinandersetzungen im Westen des Sudan bedrohen nach
Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) das Leben von einer
Million Menschen. Seit Februar seien bei den Kämpfen zwischen
Regierungssoldaten und Rebellen 46 von 62 Dörfern in der
Darfur-Region niedergebrannt worden ...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312200.htm#03122005
Darfurs Krieg gefährdet Sudans Frieden
Im Westen des Landes eskaliert der bewaffnete Konflikt. Wenn er nicht
gelöst wird, rückt auch ein umfassender Friedensvertrag in
weite Ferne. Die Regierung in Khartum beschuldigt Islamisten und das
Nachbarland Eritrea der Destabilisierung ...
Mehr in der "tageszeitung" vom 23.12.03:
http://www.taz.de/pt/2003/12/23/a0140.nf/text
Sudans Krieg verändert sein Gesicht
Die Regierung in Khartum und die südsudanesische Rebellenbewegung
SPLA stehen kurz vor einem Friedensvertrag, der einen 20-jährigen
Krieg mit 2 Millionen Toten beenden soll. Aber längst haben neue
Konflikte den Platz der alten eingenommen..
Mehr in der "tageszeitung" vom 20.12.03:
http://www.taz.de/pt/2003/12/20/a0118.nf/text
Deutsche Staatsministerin befürwortet Bundeswehreinsatz
in Sudan
Di.30.12.03 - Deutsche Soldaten und zivile Fachleute sollen einem Zeitungsbericht
zufolge bereits bald an einer UN-Friedensmission in Sudan teilnehmen.
Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller,
sagte der «Berliner Zeitung» (Dienstagausgabe): «Ich
werde mich dafür einsetzen, dass wir uns in irgendeiner Form daran
beteiligen, wenn die UN ein entsprechendes Mandat
beschließen.» Wahrscheinlich würden in erster Linie
zivile Fachleute eingesetzt, wurde die Grünen-Politikerin zitiert.
Es solle aber geprüft werden, inwieweit Deutschland «im
kleinen Rahmen auch am militärischen Teil» der Mission
mitwirken könne.
(Quelle: ap)
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Serie von Briefbombenanschlägen auf EU-Politiker
reißt nicht ab
Drei EU-Parlamentarier Ziel von Briefbombenserie. Sonderkommission soll
die Anschläge untersuchen
Di.06.01.04 - Der deutsche EU-Parlamentarier Hans-Gert Pöttering und zwei
weitere Abgeordnete des Europaparlaments sind am Montag Ziel der
mysteriösen Briefbombenserie gegen europäische Politiker
geworden. Im Brüsseler Büro Pötterings und im Büro
des Briten Gary Titley in Manchester gingen im Abstand weniger Stunden
zwei präparierte Briefe in Flammen auf. Verletzt wurde dabei
niemand. Eine dritte Briefbombe, die an den konservativen spanischen
Abgeordneten Jose Ignacio Salafranca adressiert war, wurde im
Europaparlament rechtzeitig abgefangen.
Der CDU-Politiker Pöttering, der Fraktionsvorsitzender der
Europäischen Volkspartei (EVP) ist, hielt sich zum Zeitpunkt des
Vorfalls nicht in Brüssel auf. Eine Praktikantin öffnete das
Paket, das dabei in Flammen aufging. Am Abend reiste Pöttering
nach Brüssel, wo er sich äußerst besorgt zeigte:
«Wir müssen die Angelegenheit sehr ernst nehmen, weil wir
nicht wissen, ob es einen terroristischen Hintergrund gibt»,
sagte er dem ZDF. Möglicherheise handele es sich auch um einen
makaberen Scherz.
Das an den sozialistischen EU-Abgeordneten Titley adressierte Paket
verpuffte ebenfalls bei der Öffnung durch einen Mitarbeiter, wie
eine Sprecherin des Europaparlaments am Abend mitteilte. Dabei sei
geringer Schaden entstanden.
Mit den drei Briefbomben vom Montag erhöhte sich die Zahl der
versuchten Anschläge auf führende Repräsentanten und
Institutionen der Europäischen Union binnen zwei Wochen auf
sieben. Die jüngsten Pakete waren - wie die übrigen zuvor -
am 22. Dezember in Bologna in Italien aufgegeben worden. Frühere
Adressaten waren EU-Kommissionspräsident Romano Prodi, der Chef
der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, sowie die
Büros von Europol und Eurojust in Den Haag.
In zwei Fällen bekannte sich eine Organisation namens Vereinigung
Informeller Anarchisten zum Versand der Briefbomben. Die Polizei
vermutet, dass es sich in allen Fällen um diese Täter
handelt. Wie im Fall des Anschlags auf Prodi in dessen Privathaus in
Bologna am 27. Dezember enthielt das Pöttering zugesandte
Päckchen nach Angaben von EVP-Mitarbeitern ein Buch. Die
Postsendung an den spanischen Abgeordneten Salafranca sei identisch
gewesen, sagte ein Sprecher des EU-Parlamentspräsidenten Pat Cox.
Obwohl die Sicherheitsvorkehrungen für die EU-Institutionen nach
Beginn der Bombenserie erhöht wurden, äußerten
Pöttering und sein CDU-Parteikollege Elmar Bok Kritik an den
getroffenen Maßnahmen. Pöttering forderte in dem
«Bild»-Interview die Überprüfung der gesamten
Post an alle Europa-Abgeordneten. Bisher sei nur die Post an
Kommissionspräsident Prodi überprüft worden,
bemängelte der EVP-Fraktionsvorsitzende.
Parlamentspräsident Cox kündigte eine Verschärfung der
Sicherheitsvorkehrungen insbesondere bei der Kontrolle von
Postsendungen an. In einer am Abend veröffentlichten
Erklärung verurteilte er zugleich die Anschläge als
«kriminelle Verschwörung gegen die Demokratie». Er
rief alle 626 EU-Parlamentarier, deren Familien und Mitarbeiter zu
erhöhter Wachsamkeit auf.
Eine gemeinsame europäische Sonderkommission (Task Force) soll
derweil die Hintergründe der jüngsten Briefbombenserie gegen
europäische Politiker und Institutionen untersuchen. Das
beschlossen Anti-Terror-Experten am Montag auf einer Konferenz in Rom.
Italien wird in den nächsten zwei Monaten die Leitung der
Kommission übernehmen, wie das italienische Innenministerium
mitteilte.
An der Konferenz in Rom nahmen Sicherheitsexperten aus Italien,
Deutschland, Spanien, Frankreich, Griechenland und den Niederlanden
sowie Vertreter von Europol teil.
(Quelle: ap)
Seit Oktober sollen italienischen Behörden zufolge rund 70 Brief-
oder Paketbomben von "Anarchisten" versendet worden sein. Seit einigen
Tagen wird diese "Attentatsserie" auch in deutschen Medien
thematisiert. Der Stil der Anschläge erinnert stark an die
"Strategie der Spannung" in den 70er Jahren. Damals wurden in Italien
zahlreiche Anschläge von Rechten verübt, die linken und
anarchistischen Gruppen in die Schuhe geschoben wurden...
Mehr unter:
http://at.indymedia.org/feature/display/35922/index.php
|
Euro mit 1,2712 Dollar auf neuem Rekordhoch
Di.06.01.04 - Der Euro ist im späten Handel in Asien auf ein neues Rekordhoch
zum Dollar geklettert. In Tokio wurde die europäische
Gemeinschaftswährung am Dienstag nach Angaben von Händlern
mit 1,2712 Dollar gehandelt.
Sie übertraf damit, ihr erst am Vortag erzieltes Hoch von 1,2697
Dollar. Der Dollar leidet unter einem großen
US-Leistungsbilanzdefizit und der Aussicht auf weiterhin niedrige
Zinsen.
(Quelle: rtr)
Jüdischer Weltkongress wirft EU-Kommission
Antisemitismus vor
EU-Kommission weist Antisemitismus-Vorwurf zurück
Di.06.01.04 - In scharfer Form haben der Jüdische Weltkongress und der European
Jewish Congress der Europäischen Kommission Antisemitismus
vorgeworfen. In einem Beitrag für die "Financial Times"
(Montagsausgabe) schreiben die beiden Präsidenten Edgar M.
Bronfman und Cobi Benatoff, die Kommission habe durch Untätigkeit
sowie «durch direkte Schritte gegen Juden» den
Antisemitismus in Europa gefördert. Die Autoren bezogen sich mit
ihrer Kritik auf eine jüngst erstellte Umfrage und eine bislang
unveröffentlichte Antisemitismus-Studie.
Die EU-Kommission hat die Antisemitismus-Vorwürfe jüdischer
Verbände zurückgewiesen und Konsequenzen angedroht. Man sei
schockiert über die Vorwürfe, sagte ein Sprecher von
Kommissionspräsident Romano Prodi der «Financial Times
Deutschland». Die Kritik sei nicht nachvollziehbar, hieß es
von der EU.
(Quellen: afp, dpa)
Blick ins Archiv
Forscher: Nahostkonflikt hat Antisemitismus in Europa angeheizt
Studie sieht zunehmenden Antisemitismus auch in Deutschland
Do.04.12.03 - In Europa hat der Antisemitismus im vergangenen Jahr deutlich
zugenommen, was zum großen Teil auf den Konflikt im Nahen Osten
zurückgeht. Dies geht aus der bislang unter Verschluss gehaltenen
Studie für die "Europäische Beobachtungsstelle für
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" (EUMC) hervor. Gewalt und
Vorurteile gingen zunehmend auch von arabischen Einwanderern aus,
heißt es in der am Mittwoch im Internet veröffentlichten
Untersuchung.
Juden und jüdische Einrichtungen würden in Deutschland und
anderen europäischen Staaten vor dem Hintergrund des
Nahost-Konflikts auch von jungen Muslimen und radikal-islamischen
Gruppen angegriffen.
Neben dem dänischen Sender TV2 und der Kopenhagener Zeitung
«Politiken» hatten der grüne Europa-Abgeordnete Daniel
Cohn-Bendit sowie der Dachverband jüdischer Organisationen in
Frankreich (Crif) die Studie in das Internet gestellt.
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312040.htm#03120409
Zurückgehaltene Antisemitismus-Studie der EU im Internet:
http://www.crif.org/index.php?menu=5&dossier=33&
id_doss=2014
http://www.partisan.net/infopartisan/document/antisemitismusstudie.pdf
http://www.cohn-bendit.de/de/standpunkte/index.html
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EU setzt Vorbereitung zu Antisemitismusseminar aus
Mi.07.01.04 - Nach den Vorwürfen jüdischer Verbände gegen die
EU-Kommission hat die Brüsseler Behörde die Vorbereitungen
für ein gemeinsames Antisemitismus-Seminar ausgesetzt.
EU-Kommissionspräsident Romano Prodi äußerte sich in
einem Brief an den Jüdischen Weltkongress (WJC) und den European
Jewish Congress (EJC) "überrascht und schockiert" über deren
Anschuldigungen.
Der EU-Kommission war vorgeworfen worden, sie mache sich sowohl aktiv
als auch passiv der Förderung des Antisemitismus in Europa
schuldig.
Prodis Sprecher wies die "völlig ungerechtfertigten" Vorwürfe
von WJC und EJC scharf zurück. Es werde daher erwogen, das
für Februar geplante Antisemitismus-Seminar abzusagen, sagte er
der "Financial Times Deutschland". Es sei "noch nicht sicher", ob die
Konferenz stattfinden werde. Prodis Sprecher betonte, die Kommission
habe niemals die Veröffentlichung einer europäischen
Antisemitismus-Studie verboten. Sie versuche auch nicht, die
öffentliche Meinung zu beeinflussen. Es sei fraglich, "ob der
Antisemitismus in Europa wachse".
(Quelle: afp)
Deutsche Rechtsextremisten gründeten Firma im Kosovo>
Di.06.01.04 - Führende Rechtsextremisten aus Sachsen-Anhalt engagieren sich
wirtschaftlich im Kosovo. Der bisherige NPD-Landeschef Frank Kerkhoff
und ein früherer Waffenhändler aus Merseburg bieten nach
Angaben des Verfassungsschutzes unter dem Namen «Albacon»
ihre Dienste auf dem Balkan an. Einen entsprechenden Bericht der in
Halle erscheinenden «Mitteldeutschen Zeitung»
bestätigte am Montag in Magdeburg der stellvertretende Leiter des
Verfassungsschutzes in Sachsen-Anhalt, Jürgen Schmökel.
Die Firma, die von Gjakova im Kosovo und Magdeburg aus arbeite, biete
auch Dienstleistungen auf dem Waffensektor an, deklariert um den
«Bereich Jagd». Kerkhoff ist nach Angaben der Zeitung ein
enger politischer Weggefährte des früheren RAF-Terroristen
und späteren NPD-Anwalts Horst Mahler. Der Verfassungsschutz
beobachte diese Entwicklungen und mögliche Rückverbindungen
nach Deutschland «äußerst aufmerksam». Für
das Ausland sei er als Inlandsdienst aber nicht zuständig.
(Quelle: ap)
Größter Beschäftigungsrückgang in Deutschland seit
zehn Jahren
Die meisten Arbeitsplätze gingen in Industrie und Bau verloren
Di.06.01.04 - Im abgelaufenen Jahr sind in Deutschland so viele
Arbeitsplätze verloren gegangen wie seit zehn Jahren nicht mehr.
Im Jahresdurchschnitt 2003 gingen rund 38,3 Millionen Menschen einer
Erwerbstätigkeit nach, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag
in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. Das
waren 392.000 Personen oder ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Bereits 2002 war die Erwerbstätigkeit erstmals seit 1997 gesunken.
Einen stärkeren Rückgang der Arbeitsplätze gab es
zuletzt 1993, als die Beschäftigung um 1,4 Prozent oder 513.000
gesunken war.
Arbeitnehmer waren im Gegensatz zu Selbstständigen besonders
häufig von dem Rückgang der Beschäftigung betroffen. Die
meisten Arbeitsplätze gingen in Industrie und Bau verloren.
Erstmals seit der Wiedervereinigung ging jedoch auch die Zahl der
Beschäftigten im Dienstleistungssektor zurück.
(Quelle: rtr)
Commerzbank will keine Betriebsrente mehr zahlen
Ausgenommen ist die Betriebsrente des Vorstandes +++ Financial Times
Deutschland: Die Bank macht sich 'hübsch für eine anstehende
Fusion'
Di.06.01.04 - Die Commerzbank kündigt mehreren Medienberichten zufolge ihren
rund 26.000 Beschäftigten die Betriebsrenten. Davon erhoffe sich
die Bank Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr,
berichten unter anderem das "Handelsblatt" und die "Financial Times
Deutschland" in ihren Dienstagausgaben.
Mit Wirkung zum 31. Dezember 2004 würden alle Betriebsrenten
für Mitarbeiter und leitende Angestellte gekündigt, schreibt
das Handelsblatt unter Berufung auf ein Schreiben der Commerzbank.
Ausgenommen sei die Betriebsrente des Vorstandes. Die Commerzbank sei
die erste deutsche Großbank, die zu dieser Maßnahme greife.
Die Bank habe zur Begründung dieses Schritts auf die schwierige
wirtschaftliche Lage verwiesen.
Unter Berufung auf Frankfurter Bankenkreise schreibt die Financial
Times Deutschland, dass die Kündigung jedoch anders interpretiert
worden sei: Die Bank mache sich "hübsch für eine anstehende
Fusion", zitierte das Blatt einen Frankfurter Banker. Bei
Übernahmeinteressenten aus dem Ausland gelten die unsicheren
Pensionsrückstellungen deutscher Unternehmen oft als Hindernis.
Der Bankenexperte Wolfgang Gerke äußerte die Erwartung, dass
auch andere Kreditinstitute dem Beispiel der Commerzbank folgen
könnten. Wegen schlechter Ertragslage würden auch andere
deutsche Banken "ihre Mitarbeiter nicht ungeschoren lassen", sagte
Gerke im ZDF. Hinzu kämen Arbeitsplatzverluste durch Fusionen und
die Schließung von Filialen. Die Kündigung der
Betriebsrenten durch die Commerzbank sei für die Mitarbeiter "eine
ganz bittere Pille. Es wird hart für die Mitarbeiter".
(Quelle: )
RWE übertrifft 2003 die selbst gesteckten Ziele
Di.06.01.04 - Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE hat dank der
Neuerwerbungen im Kerngeschäft den Betriebsgewinn 2003 um
mindestens 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert und damit
die eigenen Erwartungen leicht übertroffen.
Im Kerngeschäft fiel die Steigerung mit 20 Prozent noch
größer aus, wie die Essener RWE am Dienstag als erstes
Dax-Unternehmen in einem Überblick über das abgelaufene
Geschäftsjahr mitteilte.
(Quelle: rtr)
Nach Rekorddefizit wächst der kommunale Schuldenberg 2004 weiter an
Di.06.01.04 - Nach einem Rekorddefizit von zehn Milliarden Euro im vergangenen Jahr
müssen die Kommunen auch 2004 Schulden in Milliardenhöhe
machen. Für weitere Steuerentlastungen gebe es keine
Spielräume, betonte der Präsident des Deutschen Städte-
und Gemeindebundes, Christian Schramm, am Montag in Berlin. «Nach
wie vor befinden sich die Städte und Gemeinden in der schwersten
Finanzkrise seit Gründung der Bundesrepublik.» Daran
ändere auch nichts der Reformkompromiss zwischen Regierung und
Opposition, der den Kommunen jährlich 2,3 Milliarden Euro bringe.
Der Gesamtverschuldung der Kommunen beträgt inzwischen 90
Milliarden Euro, wie der Oberbürgermeister von Bautzen weiter
erklärte. Kommunalen Einnahmen von 141,45 Milliarden Euro standen
Ausgaben von 151,25 Milliarden Euro entgegen. Nach ersten
Schätzungen der Organisation wird das Defizit dieses Jahr zwar
weniger als zehn Milliarden Euro betragen. «Sicher ist aber, dass
wir - wie Bund und Länder - auch 2004 nicht ohne Schulden
auskommen werden», sagte Geschäftsführer Gerd
Landsberg. Ein exakter Betrag könne noch nicht genannt werden.
Der Städte- und Gemeindebund schloss sich den Forderungen nach
einer großen Steuerreform an. «Wichtiger als 20 Euro mehr
im Monat» sei für die Bürger, dass Schulen und
Straßen in gutem Zustand seien und die Polizei gut
ausgerüstet sei, sagte Schramm. Den Steuerzahlern müsse klar
gemacht werden, dass Entlastungen von 20 oder 25 Milliarden Euro - wie
von der Union erwogen - nicht bezahlbar seien, ohne dass auf Leistungen
der öffentlichen Hand verzichten werden müsse.
Bei den Steuereinnahmen mussten die Kommunen 2003 das dritte Jahr in
Folge Einbrüche verkraften. Schramm beklagte auch den weiterhin
dramatischen Rückgang der kommunalen Investitionen. 2003 lagen sie
bei 23 Milliarden Euro - noch 1992 waren es 33 Milliarden Euro.
«Die katastrophalen Folgen mangelnder Investitionen sind an
verrotteten Schulden, Straßen, Wegen und Plätzen
täglich sichtbar.» Der jüngst vereinbarte höhere
Anteil der Kommunen an der Gewerbesteuer sei gut. «Unsere
Probleme sind damit jedoch nicht gelöst. Wir brauchen eine
Gemeindefinanzreform, die diesen Namen wirklich verdient.»
«In den kommenden Jahren stehen die Kommunen vor einem weiteren
brisanten Problem», berichtete Landsberg. Die Eingliederungshilfe
für Behinderte führe zu einer regelrechten Kostenexplosion.
Die Kosten von derzeit ungefähr zehn Milliarden Euro würden
sich in den nächsten zehn bis 15 Jahren verdoppeln. «Das
können die Kommunen nicht schultern.»
Der Spitzenverband forderte, die den Kommunen ab 2005 versprochene
Entlastung von jährlich 2,5 Milliarden Euro durch die
Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe auch wirklich zukommen
zu lassen. Die Städte und Gemeinden erwarteten verbindliche
Absprachen zwischen Bund und Ländern. Der Bund werde das
Versprechen einlösen, erklärte das Berliner Finanzministerium.
Die den Kommunen eingeräumte Möglichkeit, die Betreuung der
Langzeitarbeitslosen freiwillig zu übernehmen, werden nach Worten
Landsbergs nur wenige Städte und Gemeinden nutzen. «Eine
Breitenwirkung halte ich für ausgeschlossen.»
(Quelle: ap)
Einzelhandel mit großem Umsatzminus zum Jahresende 2003
Volkswirte: Deutsche knausern mit ihren Konsumausgaben weiter extrem
Di.06.01.04 - Die deutschen Einzelhändler mussten im November erneut einen
Umsatzeinbruch hinnehmen. Der Dezember fiel nach Einschätzung des
Branchenverbands HDE besser aus, dürfte aber ebenfalls ein
Umsatzminus beschert haben.
Unter Herausrechnung der Inflation (real) und saisonaler Einflüsse
verbuchte die Branche im November zum Vormonat ein Umsatzminus von 1,8
Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Damit
lagen die Umsätze real 4,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. "Der
Dezember wird besser ausfallen. Es wird auch einen Rückgang geben,
aber nicht so dramatisch wie im November", sagte HDE-Sprecher Hubertus
Pellengahr.
Volkswirte werteten die Daten als Beleg dafür, dass die Deutschen
mit ihren Konsumausgaben weiter extrem knausern. "Die auf Anfang 2004
vorgezogenen Steuersenkungen werden die Wende nicht bringen",
dämpften die Experten der Commerzbank die Hoffnung auf baldige
Besserung. Der HDE bekräftigte seine Prognose für das
Branchenwachstum in 2004: "Wir bleiben weiter in der Spanne 0,5 bis ein
Prozent", sagte der HDE-Sprecher. "Das ist nichts Berauschendes."
Auch im Großhandel lagen die Umsätze im November real 2,3
Prozent unter Vorjahresniveau. "Die deutsche Binnenwirtschaft kam auch
am Ende des vergangenen Jahres nicht mehr in Fahrt", erklärte
Großhandelsverbands-Präsident Anton Börner. In den
ersten elf Monaten lag der Umsatz der Branche aber noch um 0,1 Prozent
über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Trotz der im Reformkompromiss für 2004 beschlossenen
zusätzlichen Steuerentlastung dürften die Verbraucher nach
Einschätzung von Experten bei ihren Einkäufen weiter sparsam
bleiben. Da die Politik es nicht geschafft habe, entscheidende Reformen
einzuleiten und Subventionen und Steuern kräftig zu senken,
verwundere es nicht, dass die Menschen ihre Erwartungen an ihr
zukünftiges Einkommen zurückschraubten, erklärte
Jörg Krämer von Invesco Asset Management. "Wir erwarten daher
für 2004 nur eine Stagnation der Einzelhandelsumsätze."
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) bezeichnete die
November-Daten als "Katastrophenzahlen" und äußerte sich
auch für 2004 nur verhalten optimistisch: "Der Druck auf die
Preise bleibt erhalten. Die Unternehmen werden aus ihren Erfahrungen
mit Rabattaktionen lernen und dieses Instrument hoffentlich im
laufenden Jahr nur vorsichtig einsetzen", sagte HDE-Sprecher
Pellengahr. Das Weihnachtsgeschäft sei drei bis vier Prozent unter
dem Vorjahresniveau geblieben. Der Branchenverband BAG hatte zuletzt
sogar von einem Minus von bis zu fünf Prozent gesprochen.
Verbraucher-Umfragen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)
hatten jüngst gezeigt, dass die Deutschen zum Jahresschluss 2003
wieder skeptischer in die Zukunft geblickt hatten. Angesichts der
Talfahrt der Einzelhandelsumsätze gehen die Volkswirte der
Commerzbank davon aus, dass die privaten Konsumausgaben im vierten
Quartal 2003 etwas gesunken sind. Insgesamt erwarten Ökonomen
aber, dass die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal wieder etwas
stärker gewachsen ist.
Bei den Einzelhandelsdaten wiesen die Statistiker darauf hin, dass der
November 2003 einen Verkaufstag weniger hatte als der November 2002. In
den ersten elf Monaten des Jahres machten die Einzelhändler den
Angaben zufolge real 1,2 Prozent weniger Umsatz als als ein Jahr zuvor.
Nach Daten der Bundesbank - die auch Kfz-Verkäufe und Umsätze
an Tankstellen einschließen - setzte der Einzelhandel im November
real 1,1 Prozent weniger als im Oktober und 1,6 Prozent weniger als vor
einem Jahr um.
Unter den Einzelhandelsbranchen waren im November die
Versandhändler von besonders drastischen
Umsatzrückgängen betroffen: Real verkauften sie fast elf
Prozent weniger als im November 2002. Die Geschäfte mit Textilien,
Bekleidung und Schuhe setzten real 8,5 Prozent weniger ab.
(Quelle: rtr)
SPD-Pläne für Elite-Uni stoßen auf breite Ablehnung
Lob kommt von den Arbeitgebern
Di.06.01.04 - Die SPD-Führung stößt mit ihren Plänen zur
Gründung von Elite-Universitäten auf breiten Widerstand.
Bildungspolitiker aus SPD, Grünen und CDU bezweifelten in der
«Berliner Zeitung», dass mit Einrichtungen nach dem Vorbild
der US-Kaderschmieden Harvard oder Stanford die Bildungsmisere
überwunden werden könne. «Durch Elitenförderung
löst man kein Breitenproblem», sagte Vorstandsmitglied
Hermann Scheer dem Blatt (Dienstagausgabe). Die SPD-Führung
berät die Pläne auf ihrer Klausurtagung in Weimar am
(heutigen) Dienstag.
Auch Juso-Chef Niels Annen bezeichnete die Idee als falsch: «Eine
Elite-Hochschule ist nicht das, was ich mir unter einem politischen
Schwerpunkt vorstelle.» Die Gründung einer einzigen
Spitzen-Universität sei kein sozialdemokratischer Ansatz. Ebenso
bleibt der grüne Koalitionspartner skeptisch: «Es ist naiv
zu glauben, man könne mit einer Elite-Uni alle Probleme unseres
Bildungssystems auf einen Schlag beseitigen», sagte
Grünen-Fraktionsvize Reinhard Loske dem Blatt. Grünen-Chef
Reinhard Bütikofer betonte dem Vorabbericht zufolge, man
dürfe die Bildungsdiskussion nicht auf Elite-Universitäten
verengen.
Auch Unionspolitiker meldeten Zweifel an. Der stellvertretende
CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers sagte der Zeitung, es gebe in
Deutschland bereits Elite-Universitäten, etwa in Aachen,
München und Bremen. Eine Antwort auf die Probleme der
Überbelegung und Unterfinanzierung der Unis sei damit nicht
gefunden. Ablehnung äußerte auch die bildungspolitische
Sprecherin der Union, Katherina Reiche. Sie nannte die Pläne
«reine Hochstapelei,» die von der Wirklichkeit der
rot-grünen Hochschulpolitik meilenweit entfernt sei. Der
thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sagte der
«Thüringer Allgemeinen» (Dienstagausgabe), wann immer
sich Sozialdemokraten mit Bildungspolitik beschäftigten, gehe es
schief, wie die Pisa-Studie gezeigt habe.
Lob kam hingegen von den Arbeitgebern. «Das deutsche
Hochschulsystem braucht Elite-Universitäten», erklärte
die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA). Deutsche
Hochschulen seien im Durchschnitt gut, aber es fehlten so genannte
Leuchttürme. Um frei von haushalts- und dienstrechtlichen
Zwängen zu sein, empfehle es sich aber, Hochschulen als
privatrechtliche Stiftungen zu organisieren.
Zustimmung äußerte auch die hessische Kultusministerin Karin
Wolff. Die SPD begreife, dass sich eine Gesellschaft
gleichermaßen Starken und Schwachen widmen müsse, sagte die
CDU-Politikerin dem «Kölner Stadt-Anzeiger»
(Dienstagausgabe). Die nordrhein-westfälische
Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft (SPD) unterstützte den
Vorschlag ebenso, mahnte aber in der «Rheinischen Post»
(Dienstausgabe), es dürfe nicht zu einer Einschränkung der
Hochschulförderung kommen.
Nach Berechnungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wären
bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr nötig, um einen Teil der
deutschen Hochschulen auf internationales Spitzenniveau zu bringen.
Nötig wäre die Gründung von Graduiertenschulen an sechs
bis zehn Universitäten, an denen jeweils etwa 200 Wissenschaftler
nach Abschluss ihrer Diplomarbeit weiter forschen könnten, sagte
DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker der «Financial Times
Deutschland» (Dienstagausgabe).
(Quelle: ap)
Neue Beweise: Dunkle Energie regiert das All
Der Nachweis der Existenz dunkler Energie im Kosmos wurde einerseits
als wissenschaftlicher Durchbruch des vergangenen Jahres gefeiert,
andererseits im Dezember erneut grundsätzlich bezweifelt. Jetzt
legt ein internationales Forscherduo erneut Beweise dafür vor,
dass dunkle Energie das All regiert.
Dunkle Energie ist die rätselhafte Kraft, die dafür sorgt,
dass das Universum sich ausdehnt. Ursprünglich war sie als so
genannte kosmologische Konstante das ausgleichende mathematische
Element, eine Art "Rechentrick" in der Relativitätstheorie, das
mit dem griechischen Buchstaben Lambda bezeichnet wurde. Selbst
verunsichert, soll Einstein sie später seine "größte
Eselei meines Lebens" genannt haben. Seit den 90er Jahren ist sie unter
dem neuen Namen dunkle Energie wieder in aller Munde.
Eigentlich dürfte sich das All nur noch ganz langsam oder gar
nicht mehr ausdehnen. Aber es sieht sehr danach aus, dass die Galaxien
immer schnell auseinander driften. Also muss es irgendetwas geben, dass
sich im großen Maßstab der Gravitation entgegen stellt,
eine Art Antigravitationskraft. Das ist die dunkle Energie...
Quelle: telepolis vom 06.01.04
Mehr unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/special/raum/16456/1.html
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