Aktuelle Nachrichten
Irak am dreihundertundzwanzigsten Tag nach Kriegsbeginn
56 Tote und annähernd 200 Verletzte bei Selbstmordanschlägen
auf Hauptquartiere zweier Kurdenparteien in kurdischem Nordirak
- Kurden schwören Kampf gegen Terrorismus +++ Bush will
unabhängige Kommission zur Untersuchung von Geheimdienst-Fehlern
vor dem Irak-Krieg einberufen +++ Baradei: Sanktionen und Inspektionen
der Vereinten Nationen haben Irak zur Einstellung seiner Programme zu
Massenvernichtungswaffen bewegt +++ Blair gerät bei Irak-Waffenfrage
zunehmend unter Druck +++ Opposition in Japan boykottiert
Haushaltssitzung zu Irak
Mo.02.02.04 - Bei zwei Selbstmordattentaten auf die Hauptquartiere zweier
Kurdenparteien sind in der nordirakischen Stadt Erbil 56 Menschen
getötet worden. Das sagte ein US-Militärsprecher in Bagdad.
Annähernd 200 weitere Menschen seien verletzt worden. Unter den
Todesopfern seien der Vizepremier der Kurdenregion von Erbil und
zahlreiche weitere kurdische Funktionäre. Urheber der
Selbstmordanschläge könnten US-Angaben zufolge die Gruppe
Ansar el Islam, El Kaida oder eine andere Islamistengruppe sein.
Die Zentralen der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) von Massud
Barsani und der Vertreter der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) von
Dschalal Talabani waren wegen des moslemischen Opferfestes zum
Zeitpunkt des Anschlags von zahlreichen Menschen besucht. Nach Angaben
von Augenzeugen zündeten die Attentäter im Abstand von
fünf Minuten ihre Sprengstoffgürtel. Dem kurdischen Fernsehen
zufolge waren die zwei Attentäter als muslimische Geistliche
gekleidet, so dass sie unter den Teilnehmern an den Feierlichkeiten zum
islamischen Opferfest keinen Verdacht erregten.
Unter den Opfern waren nach kurdischen Angaben auch der Gouverneur von
Erbil, Akram Mintik, sowie sein Stellvertreter und dessen beide
Söhne. Ferner seien der stellvertretende Regierungschef Sami Abdul
Rahman sowie mehrere Minister der kurdischen Verwaltung getötet
worden. Diese Politiker gehörten alle der KDP an, die damit einen
besonders schweren Schlag erlitt. Die PUK verlor eigenen Angaben
zufolge ihren Militärkommandeur. Die Parteiführer - Dschalal
Talabani von der PUK und Massud Barsani von der KDP - waren zum
Zeitpunkt der Anschläge nicht in Erbil.
Zahlreiche Opfer hätten lebensgefährliche Verletzungen
erlitten, sagte ein kurdischer Minister.
Ein PUK-Sprecher machte "Terroristen" für diese "Tragödie"
verantwortlich. Bislang galt der kurdische Norden als relativ ruhig und
stabil. In den vergangenen Wochen hatten sich Barsani und Talabani
für einen föderalen Staat ausgesprochen, der die Position der
Kurden stärken würde.
Nach den beiden verheerenden Selbstmordanschlägen haben die
kurdischen Parteien ihre Entschlossenheit zum gemeinsamen Kampf gegen
den Terrorismus bekundet. Der US-Zivilverwalter Paul Bremer sagte den
örtlichen Behörden seine Hilfe bei der Suche nach den
Verantwortlichen zu.
Der kurdische Schriftsteller Nasar Chailani äusserte die Hoffnung,
dass die häufig zerstrittenen kurdischen Parteien nunmehr enger
zusammenarbeiten würden. Ein Sprecher des von den USA eingesetzten
irakischen Übergangsrats, Jehia Chatib, bekräftige die
Entschlossenheit des Regierungsgremiums, jetzt erst recht ein
demokratisches Land aufzubauen. Die kurdische Verwaltung in Erbil
arbeitet eng mit der amerikanischen Besatzungsmacht zusammen.
Bei einem Angriff auf eine US-Militärbasis nördlich von
Bagdad ist am Sonntag ein Soldat getötet worden. Zwölf
weitere seien bei dem Raketenangriff auf den Stützpunkt in Balad
verletzt worden, teilte ein Militärsprecher am Sonntag mit. Gegen
Mittag seien sieben Raketen auf die Basis etwa 75 Kilometer im Norden
der Hauptstadt abgefeuert worden. Amerikanische Kampfhubschrauber
beschossen den Angaben zufolge daraufhin die Angreifer. Zwölf
Männer und vier Frauen seien festgenommen worden.
Bei einem Granatenanschlag auf ein von Palästinensern bewohntes
Viertel in Bagdad wurden nach Angaben eines Gemeindesprechers am
Samstagabend vier Palästinenser und ein Iraker getötet. 14
weitere Menschen seien verletzt worden. Über die Urheber des
Angriffs im nördlichen Baladijat-Viertel wurde zunächst
nichts bekannt. Hunderte Palästinenser trugen die Toten am Sonntag
zu Grabe.
Bei der Explosion eines Munitionsdepots südlich von Bagdad wurden
mindestens fünf Iraker getötet. Die Explosion wurde nach
polnischen Angaben in der Nacht zum Sonntag durch irakische
Eindringlinge ausgelöst. Einem Fernsehbericht zufolge werden aus
dem Bunker häufig Munition für Kleinwaffen,
Mörsergranaten und Raketen gestohlen.
Vize-Pentagonchef Wolfowitz traf am Sonntagmorgen aus Deutschland
kommend in der irakischen Hauptstadt ein. Ein US-Militärsprecher
wollte sein Besuchsprogramm aus Sicherheitsgründen nicht bekannt
geben.
Der britische Premierminister Tony Blair gerät derweil zunehmend
unter Druck, sich zu einer möglichen Fehleinschätzung bei der
Existenz angeblicher irakischer Massenvernichtungswaffen zu
äußern. Nach einem Bericht der Londoner Zeitung "Independent
on Sunday" befürchtet Blair, in der umstrittenen Frage der Waffen
von der US-Regierung "im Stich gelassen" zu werden.
US-Präsident George W. Bush könnte sich nach dem Bericht
schon in Kürze entscheiden, Fehler bei den
Geheimdienstinformationen zuzugeben und eine Untersuchungskommission
einzusetzen. «Es gibt Anzeichen einer abweichenden Strategie aus
Washington. Das ist ein echtes Problem für Blair», wurde ein
nicht genannter Vertrauter des Premierministers in der Zeitung zitiert.
Der US-Vorwahlkampf spiele bei den jüngsten Äußerungen
und Andeutungen aus Washington in der Waffenfrage eine Rolle, schrieb
der "Independent on Sunday."
Der frühere britische Außenminister, Robin Cook, forderte
Blair am Sonntag auf, bei den Massenvernichtungswaffen die
"Realität nicht länger zu verneinen". Es sei "unwürdig
und peinlich" für die Regierung, ein Versagen der Geheimdienste
nicht einzugestehen. Die Mehrheit der britischen Bevölkerung wisse
schon lange, dass die Regierung bei den Waffen "falsch gelegen" habe.
Der Vorsitzende der britischen Konservativen, Michael Howard,
kündigte am Sonntag an, er wolle im Unterhaus einen Antrag zur
Einsetzung eines unabhängigen Untersuchungsausschusses über
die Massenvernichtungswaffen einbringen. "Es ist von höchster
Wichtigkeit, dass wir herausfinden, was bei den
Geheimdienstinformationen falsch gelaufen ist", sagte Howard dem
"Sunday Telegraph".
Auch die oppositionellen Liberaldemokraten sowie verschiedene
Friedensorganisationen, haben eine Untersuchung gefordert.
Die US-Regierung erwägt laut "Washington Post" vom Samstag die
Einsetzung eines unabhängigen Untersuchungsausschusses über
die Irak- Berichte der US-Geheimdienste. Bush hatte den Irak-Krieg vor
allem mit der angeblichen Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak
unter Saddam Hussein begründet.
Noch in dieser Woche wolle Bush die Schaffung eines Ausschusses bekannt
geben, der sich mit den Erkenntnissen über irakische
Massenvernichtungswaffen sowie mit der Verbreitung solcher Waffen
befasse, sagte ein hochrangiger Vertreter des Weißen Hauses.
Der Kommission würden sowohl Vertreter der Republikaner als auch
der Demokraten angehören. Bush sei der Ansicht, Amerika brauche
eine unabhängige und gewissenhafte Untersuchung der "komplexen
globalen nachrichtendienstlichen Herausforderungen, denen wir heute
gegenüberstehen". Bush hatte eine unabhängige Untersuchung zum
mutmaßlichen Versagen der US-Geheimdienste bezüglich der
Erkenntnisse über irakische Waffen bislang abgelehnt.
Der Direktor der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA),
Mohamed el Baradei, sagte derweil, eine Kombination aus Sanktionen und
Inspektionen der Vereinten Nationen habe Irak vor dem Krieg zur
Einstellung seiner Programme zu Massenvernichtungswaffen bewegt.
"Ich glaube, die Sanktionen haben gewirkt, und noch wichtiger, die
Inspektionen haben gewirkt", sagte IAEA-Chef Baradei in einem am
Sonntag veröffentlichten Interview mit dem US-Nachrichtenmagazin
"Newsweek". Vor dem Irak-Krieg habe die Regierung in Bagdad "zumindest
in meinem Bereich" mit den Inspektoren nach besten Möglichkeiten
zusammengearbeitet, auch wenn es dann "zu spät" gewesen sei.
Letztlich müsse die IAEA nach Irak zurückkehren, weil nur sie
als "unparteiische" Behörde die Glaubwürdigkeit habe, den
etwaigen Bestand eines irakischen Atomprogramms zu
überprüfen, sagte Baradei weiter. In dem Land gebe es immer
noch viele Fachleute mit atomarem Know-how. Eine abschließende
Überprüfung könne mehrere Jahre dauern.
Der Leiter der US-Waffeninspektoren in Irak, David Kay, war vor gut
einer Woche mit dem Hinweis zurückgetreten, in Irak habe es vor
dem jüngsten Krieg keine Massenvernichtungswaffen gegeben und das
Land habe in den 90er Jahren auch keine großen
Produktionsprogramme aufgelegt. Dies war die Hauptbegründung
für den US-geführten Krieg gewesen. Kay forderte zudem eine
unabhängige Untersuchung der mutmaßlichen
Geheimdienst-Pannen.
Aus Protest gegen den umstrittenen Einsatz von japanischen Soldaten in
Irak haben Oppositionspolitiker eine Sitzung des Haushaltsausschusses
im Oberhaus boykottiert. Das Gremium hätte am heutigen Montag
über einen Zusatzhaushalt für die Irak-Mission beraten
sollen. Die Sitzung kam jedoch wegen zu geringer Anwesenheit
schliesslich nicht zu Stande. Am Samstag hatte die Opposition im
Unterhaus bereits eine Abstimmung über einen Gesetzeszusatz
für die Mission boykottiert. Japan will etwa 1.000 Soldaten nach
Irak entsenden, die zum Teil schon vor Ort eingetroffen sind. Sie
sollen dort nicht an Kampfeinsätzen teilnehmen, sondern
humanitäre Aufbauhilfe leisten. Die Opposition lehnt den Einsatz
nicht zuletzt wegen der prekären Sicherheitslage in Irak ab.
(Quellen: afp, ap, dpa)
Iraks Kurdenparteien haben viele Feinde
In Erbil herrscht nach dem Blutbad am islamischen Opferfest blankes
Entsetzen. Doch wirklich überraschend ist es nicht, dass es
Kräfte im Irak gibt, die den Funktionären der Kurdenparteien
nach dem Leben trachten. Seit Monaten schon sind die Parteigebäude
in Erbil, Suleimanija und Kirkuk mit Sicherheitssperren gegen
Autobomben befestigt.
Denn die Kurdische Demokratische Partei (KDP) von Massud Barsani und
die Patriotische Union Kurdistans (PUK) von Dschalal Talabani haben im
Irak viele Feinde. Da sind zum einen die Gegner der von beiden Parteien
geforderten Föderalismusidee. Deren Umsetzung würde letztlich
eine Verfestigung der Autonomiestrukturen in dem von PUK und KDP
kontrollierten Gebiet im Norden unter Einbeziehung der Ölstadt
Kirkuk bedeuten. Auch die konservativen Schiitenparteien, die in den
ersten Wochen nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein im
provisorischen Regierungsrat noch eng mit den Kurden kooperierten, sind
auf Talabani und Barsani derzeit nicht gut zu sprechen.
Denn beide Parteichefs lehnen die von Großajatollah Ali el
Sistani geforderten landesweiten Wahlen noch in diesem Jahr ab, da
diese ihre Föderalismuspläne zerschlagen könnten. Denn
sollten die Schiiten, die 60 Prozent der irakischen Bevölkerung
ausmachen, den religiösen Parteien ihre Stimme geben, würde
diese Mehrheit auf die Einheit des Landes pochen und das
Föderalismusprojekt verhindern.
Doch noch schwerer wiegt nach der Suche nach den möglichen
Hintermänner des Anschlags vom Sonntag die Tatsache, dass die
beiden Kurdenparteien treuer zur amerikanischen Besatzungsmacht stehen
als irgendeine andere politische Gruppierung im Irak. Dies macht sie
sowohl für die Anhänger des entmachteten Saddam-Regimes als
auch für die islamischen Fundamentalisten zu Verrätern und
damit zu Anschlagszielen.
Schon direkt nach dem Sturz von Saddam Hussein, der die Kurden einst
blutig verfolgt hatte, war im Norden der Ruf nach einem eigenen
Kurdenstaat laut geworden. Da dies gegen den Willen der türkischen
Nachbarn und der US-Besatzungsmacht aber politisch nicht durchsetzbar
war, forderte die Führung stattdessen weitgehende Autonomie in
einem Föderalstaat.
Nach dem Blutbad vom Sonntag könnten separatistische Ideen bei
irakischen Kurden allerdings noch mehr Anhänger finden. Denn
bestätigt fühlen werden sich durch die Gewalt vor allem
diejenigen Kurden, die immer schon der Meinung waren, dass aus Bagdad
ohnehin nur Schlechtes kommt und die glauben, «die Berge sind die
einzigen Freunde der Kurden».
Quelle: dpa, 01.02.04
Blick ins Archiv
Kurden fühlen sich von den USA im Stich gelassen
Die Kurden in Irak fühlen sich allein gelassen. Vor dem Krieg habe
die Regierung in Washington ihnen Autonomie in einem
föderalistischen Staat zugesichert - und jetzt sei von den Zusagen
nicht mehr viel übrig geblieben, beklagen kurdische Politiker.
Unzufriedenheit und Angst werden weiter angeschürt von den
aktuellen Gesprächen im Weißen Haus, bei denen der
türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die
territoriale Integrität Iraks fordert und kurdischer Autonomie
eine Absage erteilt...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401290.htm#040129_d
|
Blair hat den BBC bei Berichterstattung über den Irak-Krieg
offenbar sytematisch unter Druck gesetzt
Mo.02.02.04 - Der zurückgetretene Generaldirektor der BBC, Greg Dyke, macht dem
britischen Premierminister Tony Blair schwere Vorwürfe. Dyke sagte
der «Sunday Times», Blair habe den Sender bei der
Berichterstattung über den Irak-Krieg «systematisch unter
Druck gesetzt und eingeschüchtert».
Laut Dyke schrieb Blair schon am Tag nach Kriegsausbruch
persönlich einen Brief, in dem die Berichterstattung der Rundfunk-
und Fernsehanstalt kritisiert wurde. Dyke antwortete darauf: «Sie
wollen, verständlicherweise, dass über Ihre Sicht der Welt
berichtet wird. Aber wir haben in der Gesellschaft eine andere Rolle.
Es ist unsere Rolle, in dieser Situation zu versuchen, ein ausgewogenes
Bild zu vermitteln», schrieb Dyke in einem Brief an Blair vom 21.
März 2003.
Dyke war am Donnerstag zurückgetreten, nachdem die BBC im
Untersuchungsbericht von Lordrichter Brian Hutton zur Affäre um
den Selbstmord des Irak-Waffenexperten David Kelly scharf angegriffen
worden war. Ein BBC-Bericht, wonach die Regierung Blair die Bedrohung
durch die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein
«aufgebauscht» habe, wurde von Hutton als «fehlerhaft
und unbegründet» verworfen.
(Quelle: dpa)
Saudi-Arabien: 244 muslimische Pilger bei Hadsch zu Tode getrampelt
Mo.02.02.04 - Mindestens 244 muslimische Pilger sind am Sonntag bei einer Massenpanik
während der alljährlichen Hadsch zu Tode getrampelt worden.
Hunderte weitere Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt. Die
Tragödie ereignete sich während der rituellen Steinigung des
Teufels. Es war der schwerste Zwischenfall während der
traditionellen Pilgerfahrt seit 1997, als 340 Menschen bei einem Brand
in einem überfüllten Zeltlager in Mina zu Tode kamen.
Schauplatz der Massenpanik war eine Brücke. Nach Angaben der
Behörden stürzten einige der Pilger, andere versuchten
daraufhin der nachdrückenden Masse zu entfliehen und fielen im
Gedränge ebenfalls hin und wurden von anderen Pilgern zu Tode
getrampelt oder erdrückt. Wie Hadsch-Minister Ijad Madani
mitteilte, dauerte die Panik knapp eine halbe Stunde. Sieben der
Schwerverletzten schwebten noch in Lebensgefahr. «Es wurde alles
getan, um einen solchen Vorfall zu verhindern, aber das ist Gottes
Wille», sagte Madani. «Die Vorsicht ist nicht stärker
als das Schicksal.»
Die Steinigung des Teufels gilt als gefährlichstes Ritual für
die Pilger, die Steine und Schuhe auf mehrere Säulen werfen und
sie verfluchen. Sie bringen damit ihre tiefe Verachtung für den
Teufel zum Ausdruck. Dabei kommt es immer wieder Massenpaniken wie am
Sonntag. Im vergangenen Jahr waren während der Zeremonie 14
Gläubige ums Leben gekommen, 2001 waren es 35 und 1998 sogar 180.
Madani erklärte, bei den meisten Opfern handele es sich um
Bürger Saudi-Arabiens, die eigentlich keine Genehmigung zur
Teilnahme an der Hadsch gehabt hätten. Um die Pilgerfahrt
überhaupt kontrollieren zu können, hat Saudi-Arabien Quoten
für jedes Land festgelegt, wie viele Pilger es schicken darf. Sie
müssen auch alle registriert werden.
(Quelle: ap)
Zum gegenwärtigen Opferfest sind derzeit fast zwei Millionen
Muslime aus aller Welt in Saudi-Arabien. Sie besuchen ein Land, das vor
der Zerreißprobe steht - zwischen Liberalisierung, Extremismus
und der Treue zur Tradition...
Mehr in der "tageszeitung" vom 02.02.04:
http://www.taz.de/pt/2004/02/02/a0216.nf/text
|
El-Kaida-Sprecher droht mit neuem 11. September
Mo.02.02.04 - Der angebliche Sprecher des Terrornetzwerks El Kaida in Europa hat mit
neuen Anschlägen vom Ausmaß des 11. September gedroht. Es
sei "sehr wahrscheinlich", dass es neue Anschläge in Europa, den
Vereinigten Staaten oder Indonesien gebe, sagte Imam Omar Bakri der
italienischen Zeitung "La Repubblica" am Sonntag. "Die Moslems in der
ganzen Welt warten auf die gute Nachricht", sagte der moslemische
Geistliche in London in einem Telefoninterview. Auch Italien sei ein
mögliches Ziel, da die Regierung in Rom die USA bei der Besatzung
Iraks unterstütze. Nach Angaben der Zeitung gilt Bakri als
"offizieller Sprecher" von Extremistenführer Osama bin Laden in
Europa.
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt
Israelische Armee tötet vier Palästinenser im Gazastreifen
+++ Israel droht mit Tötung von Hamas-Führer Jassin +++
Bericht über Misshandlung von Palästinensern an
Grenzübergang +++ Rückendeckung für Israel im Streit um
Sperranlage: Angeblich 33 Länder gegen Anrufung von Haager Gericht
- Darunter seien neben den USA auch Deutschland,
Frankreich, Großbritannien und Russland
Mo.02.02.04 - Die israelische Armee hat am Montag bei einem neuen Vorstoß in
die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens vier Palästinenser
getötet. Die bewaffneten Männer seien erschossen worden, als
sie sich gegen die Festnahme eines Führers der militanten
Organisation Islamischer Dschihad wehrten, berichtet der israelische
Rundfunk. Auch ein Soldat sei verletzt.
Bei dem Schusswechsel starb auch der lokale Anführer des
Islamischen Dschihad, dem eine Beteiligung an mehreren Anschlägen
vorgeworfen wurde. Rafah liegt unmittelbar am Grenzstreifen zu
Ägypten. Die Armee sucht dort regelmäßig nach Tunneln,
die Schmugglerbanden für den Transport von Waffen nutzen. Zudem
werden an der Grenze palästinensische Häuser mit Bulldozern
planiert, um mehr Kontrolle über das Gebiet zu haben.
Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hat am Sonntag mit
der gezielten Tötung der Anführer von Hamas und Islamischem
Dschihad gedroht. Er reagierte damit auf Äusserungen von
Hamas-Führer Scheich Ahmed Jassin nach dem Gefangenenaustausch
Israels mit der libanesischen Hisbollah-Miliz, seine Organisation wolle
nun auch israelische Soldaten entführen, um Häftlinge
freizupressen. Israel werde Häftlinge nur unter Druck freilassen,
sagte Jassin am Freitag.
«Die Erklärungen Jassins unterstreichen geradezu die
Notwendigkeit, gegen die Führer von Hamas und dem Islamischen
Dschihad vorzugehen», sagte Mofas nach Angaben eines Teilnehmers
in der wöchentlichen Kabinettssitzung. Israel hat wiederholt
führende Mitglieder der militanten palästinensischen
Organisationen mit gezielten Angriffen getötet. Jassin selbst ist
im September im Gazastreifen nur knapp einem israelischen Luftangriff
entgangen.
In den letzten Monaten hat Israel die gezielten Tötungsaktionen
jedoch stark reduziert. Ein Grund dafür ist offenbar, dass die
militanten palästinensischen Organisationen darauf immer wieder
mit Selbstmordanschlägen in Israel antworteten. Erst im Januar zog
der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Sejev Boim
Äusserungen zurück, in denen er sich für die gezielte
Tötung Jassins ausgesprochen hatte.
Die israelische Armee hat nach einem Zeitungsbericht eine Einheit der
Militärpolizei wegen Misshandlung von Palästinensern
aufgelöst. Die Tageszeitung «Haaretz» berichtete am
Sonntag, die am Kontrollpunkt Kalandia stationierte Einheit habe
Palästinenser belästigt, ihre Abfertigung verzögert und
Gegenstände wie CD-Spieler, Zigaretten und Nahrungsmittel
beschlagnahmt. Kalandia ist der wichtigste Übergang an der Grenze
vom nördlichen Westjordanland zu Israel, zwischen Ramallah und
Jerusalem gelegen.
Von Palästinensern und Menschenrechtsgruppen liegen Dutzende
Beschwerden über Vorgänge an dem Kontrollpunkt vor. Die
israelische Armee äusserte sich zunächst nicht zu dem
Bericht. Nach israelischer Sichtweise sind derartige Kontrollstellen
nötig, um potenzielle Selbstmordattentäter an der Einreise in
den jüdischen Staat zu hindern. Die Palästinenser halten die
Massnahmen für eine Kollektivstrafe, die zum Niedergang der
Wirtschaft geführt und hunderttausende Menschen ins Elend
gestürzt habe.
Dem Zeitungsbericht zufolge wurde die Polizeieinheit eigens für
die Arbeit an dem Kontrollposten eingerichtet, habe sich aber als
Fehlschlag erwiesen. Im Verhör hätten einige
Militärpolizisten die Vorwürfe gestanden. Der zuständige
Kommandeur, Generalmajor Mosche Kaplinski, habe den Befehl zur
Auflösung der Einheit gegeben. Ihre Mitglieder sollen anderen
Einheiten zugeteilt werden. Zum Einsatz an dem Kontrollpunkt werde eine
neue Polizeieinheit gebildet, berichtete «Haaretz».
Israel hat im Streit um die Anrufung des Internationalen Gerichtshofs
wegen des Sperrwalls zum Westjordanland eine breite Rückendeckung
bekommen. Wie das israelische Außenministerium mitteilte, lehnen
33 Staaten die Anrufung des Haager Tribunals ab. Darunter seien neben
den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland.
"Diese Staaten glauben, dass der Haager Gerichtshof nicht befugt ist,
sich zu äußern, da der Sicherheitszaun ein politisches Thema
ist", sagte ein Mitarbeiter von Außenminister Silvan Schalom. Zu
den Gegnern einer Einschaltung des Haager Tribunals zählen nach
der von Israel veröffentlichten Länderliste die meisten
EU-Staaten. US-Außenamtssprecher Richard Boucher nannte eine
rechtliche Prüfung der umstrittenen Anlage "unangebracht".
Die Ablehnung der USA und der EU an der Einschaltung des Tribunals
erfolgt ungeachtet ihrer Kritik an dem Bauwerk selbst. Sowohl
Washington als auch Brüssel kritisieren unter anderem die
Linienführung. Der teilweise fertiggestellte Sperrwall reicht
stellenweise erheblich in palästinensisches Gebiet hinein.
Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat
kritisierte die ablehnende Haltung wichtiger Vermittlerstaaten. "Die
USA, Großbritannien und Deutschland verlangen von den
Palästinensern, nicht auf Gewalt zurückzugreifen, aber wenn
die Palästinenser diplomatische Wege nutzen, verschließen
sie uns die Tür", kritisierte Erakat. J
Die palästinensische Führung hatte vor wenigen Tagen ein
Memorandum veröffentlicht, in dem sie die Zuständigkeit des
Gerichtshofs anerkannte und den Sperrwall als "Apartheidsmauer"
bezeichnete. Am Freitag reichte die israelische Regierung eine
Stellungnahme bei dem Tribunal ein, in der sie den Bau des
"Sicherheitszauns" mit dem Schutz vor palästinensischen
Attentätern verteidigte.
Die UN-Vollversammlung hatte Anfang Dezember den Internationalen
Gerichtshof angerufen, die Rechtmäßigkeit der Anlage zu
überprüfen und sich zu deren möglichen Konsequenzen zu
äußern. Bei der Abstimmung über den von den
Palästinensern eingebrachten Antrag hatten die USA dagegen
gestimmt; die EU-Staaten hatten sich enthalten.
(Quellen: afp, ap, dpa)
Acht Menschen bei Anschlag in Afghanistan getötet
Mo.02.02.04 - Bei einem Anschlag auf einen Regierungsbeamten in Afghanistan sind acht
Menschen getötet worden. Der Landminenanschlag in der zentralen
Provinz Urusgan am Samstagabend habe dem neu ernannten Bezirksvorsteher
Chalifa Sadat gegolten, teilte Provinzgouverneur Dschan Mohammed Chan
mit.
Unter den Toten seien neben Sadat auch dessen Frau, seine drei
Söhne sowie zwei seiner Brüder. Ob lokale Kriegsherren oder
Talibankämpfer hinter dem Anschlag steckten, sei noch unklar.
(Quelle: afp)
Pakistanischer Atomchef Khan 'gesteht' Weitergabe von Nuklearwaffen-Technologie
Khan hatte Pakistan den Weg zu einer eigenen Atombombe geöffnet
und gilt seit längerem als mögliche Quelle von
Nukleartechnologie für Staaten, die heimlich nach Atomwaffen
streben
Mo.02.02.04 - Im Rahmen einer Untersuchung des Verkaufs atomarer Technologie an den
Iran und Libyen hat die pakistanische Regierung am Samstag ihren
wissenschaftlichen Berater Abdul Qadeer Khan entlassen. Khan gilt als
der Konstrukteur der pakistanischen Atombombe und steht in dem
Verdacht, an der Weitergabe der Technologie beteiligt gewesen zu sein.
In einer Erklärung der Regierung hieß es, Khan fülle
das Amt des besonderen Beraters von Präsident Pervez Musharraf
für das strategische Programm des Landes nicht mehr aus. "Ja, wir
haben ihn von seinem Posten entfernt", sagte ein Regierungsvertreter,
der ungenannt bleiben wollte. Die Entscheidung fiel mit einem Treffen
des Nationalen Kommandos (NCA) zusammen, das aus Vertretern des
Militärs, der Politik und der Wissenschaft besteht und unter
Musharrafs Vorsitz das Nuklearprogramm des Landes kontrolliert.
Das NCA bekräftigte eine Erklärung Musharrafs, nach der jede
illegale Weitergabe von Atomtechnologie von skrupellosen
Wissenschaftlern ohne Rücksprache mit den offiziellen Stellen
geschehen sei. "Die Regierung verurteilt und distanziert sich
kategorisch von individuellen Indiskretionen in der Vergangenheit",
hieß es in einer Stellungnahme des Gremiums. Pakistan
erfülle in aller Strenge die internationalen Vereinbarungen zur
Nicht-Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen.
Khan und mehrere seiner Kollegen sind im Rahmen einer Untersuchung der
Regierung seit mehreren Wochen befragt worden. Die Internationale
Atomenergiebehörde (IAEA) der Vereinten Nationen (UNO) hatte zuvor
aus Libyen und Iran Informationen übermittelt, nach denen die
Länder aus Pakistan wissenschaftliches und technisches Know-how
für ihr Atomprogramm bezogen haben sollen. In Expertenkreisen gilt
Khan bereits seit längerem als mögliche Quelle für
Atomtechnologie für Staaten, die heimlich nach Nuklearwaffen
streben. Westliche Diplomaten sagen, pakistanische Wissenschaftler
hätten Nukleartechnologie möglicherweise auch an Nordkorea
verkauft.
Der Iran und Nordkorea gehören nach Einschätzung der USA zu
einer "Achse des Bösen" und bedrohen mit ihrem Streben nach
Atomwaffen den Frieden auf der Welt. Libyen hat kürzlich
überraschend eingelenkt und sich bereit erklärt, sein
Atomprogramm zu beenden und offen zu legen. Auch der Iran hat eine
engere Zusammenarbeit mit der UNO-Atombehörde angekündigt.
Pakistan gehört in dem von den USA ausgerufenen "Krieg gegen den
Terror" zu den Verbündeten der USA.
Der 1935 in Indien geborene Khan ist wegen des Baus der Atombombe in
Pakistan und in weiten Teilen der islamischen Welt hoch angesehen. Er
soll die Pläne für die Anreicherung von
atomwaffenfähigem Uran nach seinem Studium in Europa gestohlen und
damit Pakistan den Weg zu einer eigenen Nuklearwaffe geöffnet
haben. Pakistan begründet seine atomare Aufrüstung mit der
Bedrohung durch das Nachbarland Indien, das ebenfalls über die
Atombombe verfügt.
(Quelle: rtr)
Blick ins Archiv:
Mehrere pakistanische Atomwissenschaftler verhaftet
Mo.19.01.04 - Pakistanische Behörden haben im Rahmen von Ermittlungen wegen
einer möglichen Weitergabe von Informationen an Iran, Nordkorea
und Libyen bis zu sieben Atomwissenschaftler festgenommen... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401190.htm#04011904
IAEA-Chef Baradei warnt vor Gefahr eines Atomkriegs
Auml;ußerst beunruhigt' über wachsenden atomaren
Schwarzmarkt. Internationale Exportkontrollen hätten in den
letzten Jahren völlig versagt... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401250.htm#04012501
Experten: Atomwaffen werden durch den Irakkrieg nur noch begehrter
http://www.taz.de/pt/2003/04/28/a0136.nf/text
Radioaktives Material für schmutzige Bombe in USA leicht
zu beschaffen
Terroristen könnten atomar strahlende Stoffe ganz legal erwerben. Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311130.htm#03111302
Atombehörde IAEA: USA halten sich nicht an Atomwaffen-Sperrvertrag
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312020.htm#03120sn
US-Militärs und Rüstungslobby erwägen Einsatz von
Nuklearwaffen - Aufrüstung mit Mini-Nukes
http://www.jungewelt.de/2003/08-11/005.php
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/15407/1.html
Russland besorgt über US-Pläne zur Entwicklung neuer
Atomwaffen
Generalstabschef der russischen Streitkräfte: Moskau müsse
seine Nuklearstrategie überdenken. Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0311270.htm#03112701
Mehr als 100 iranische Abgeordnete legen Mandat nieder
Mo.02.02.04 - Die innenpolitische Krise in Iran um den Ausschluss von hunderten
Kandidaten von der Parlamentswahl verschärft sich. Mehr als 100
Abgeordnete traten am Sonntag aus Protest gegen die Entscheidung des
konservativen Wächterrats zurück. Die 117 reformorientierten
Parlamentarier erklärten, unter den gegebenen Umständen
könnten sie an der Wahl am 20. Februar nicht teilnehmen.
Zunächst hatten 109 Abgeordnete ihr Mandat niedergelegt,
später unterzeichneten acht weitere ein entsprechendes Schreiben
an Parlamentspräsident Mahdi Karrubi. Damit haben mehr als ein
Drittel aller Abgeordneten ihr Amt aufgegeben. Karrubi erklärte,
das Parlament werde kommende Woche über die Wirksamkeit der
Rücktritte entscheiden.
Der Bruder von Präsident Mohammed Chatami und Vorsitzende der
grössten Reformpartei, Mohammad Resa Chatami, warf dem
Wächterrat vor, den Streit in eine Sackgasse manövriert zu
haben. Selbst wenn die abgelehnten Kandidaten noch zugelassen
würden, sei es zu spät für einen echten Wahlkampf. Dies
sei das Ende der iranischen Reformbewegung, kritisierte Chatami, der
ebenfalls als Bewerber ausgeschlossen wurde.
Eine Wahl angesichts der vom Wächterrat vorgegebenen Bedingungen
sei Verrat an den Rechten und Idealen des Staates, sagte der
Abgeordnete Radschab Ali Masruie. Die Abstimmung sei
«rechtswidrig und für die Bevölkerung nicht
zumutbar».
Der Wächterrat hatte am Freitag von den rund 3.600
ursprünglich abgelehnten Reformpolitikern zwar 1.160 doch zur Wahl
zugelassen. Von den insgesamt 8.200 Bewerbern sind aber immer noch gut
2.400 ausgeschlossen, darunter auch 80 Kandidaten, die zurzeit ein
Abgeordnetenmandat innehaben.
Präsident Chatami deutete am Samstag an, die Wahl in drei Wochen
möglicherweise abzusagen. «Meine Regierung wird nur Wahlen
abhalten, die im Geiste des Wettbewerbs und frei verlaufen. Das
Parlament muss die Ansichten der Mehrheit repräsentieren und alle
politischen Strömungen einschliessen», wurde Chatami von der
amtlichen Nachrichtenagentur IRNA zitiert. Innenminister Abdolwahed
Musawi Lari sagte, «wir betrachten diese Wahl nicht als
legitim.»
Eine ausserordentliche Kabinettssitzung zu der innenpolitischen Krise
sagte Chatami anschliessend wegen gesundheitlicher Probleme ab. Chatami
werde wegen schwerer Rückenschmerzen ärztlich behandelt,
erklärte ein Mitarbeiter.
Karrubi sagte, er sei im Zuge neuer Bemühungen für eine
Lösung des Streits gemeinsam mit Chatami bereits mit dem obersten
geistlichen Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei,
zusammengetroffen. Chamenei setzt die Mitglieder des Wächterrats
persönlich ein und kann ihre Entscheidungen aufheben.
Vergangene Woche hatten bereits die Gouverneure aller iranischen
Provinzen eine Durchführung der Wahl «unter den gegebenen
Umständen» ausgeschlossen. Mehrere Minister und
Vizepräsidenten reichten aus Protest gegen den
Kandidaten-Ausschluss ihren Rücktritt ein, den Chatami jedoch
nicht annahm.
(Quelle: ap)
Zehntausende fordern in Haiti erneut Rücktritt Aristides
Mo.02.02.04 - Zehntausende Demonstranten haben am Sonntag in Haiti erneut gegen
Präsident Jean-Bertrand Aristide demonstriert. Bei ihrer
Protestaktion in der Hauptstadt Port-au-Prince forderten die
Demonstranten den Rücktritt des Staatschefs. Aristide
kündigte unterdessen an, die Einschränkung des
Demonstrationsrechts zu überprüfen. Seit Dienstag erlaubt die
Polizei Proteste nur noch auf einem bestimmten Platz in der Stadt.
"Jeder hat das Recht zu demonstrieren, solange er das Gesetz achtet und
bei der Organisation der Demonstrationen mit der Polizei
zusammenarbeitet", sagte der Präsident.
(Quelle: afp)
WHO: Vogelgrippevirus eventuell von Mensch zu Mensch übertragen
Mo.02.02.04 - Erstmals seit dem jüngsten Ausbruch der Vogelgrippe in Asien
könnte der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge das Virus von
Mensch zu Mensch übertragen worden sein.
Bislang sind seit dem Ausbruch der Krankheit nur Fälle bekannt,
bei denen der Erreger von Tieren auf den Menschen übergesprungen
war. Die UNO-Organisation berichtete am Sonntag nun von einem Fall in
Vietnam, wo zwei Schwestern an dem Vogelgrippe starben, die
möglicherweise von ihrem Bruder angesteckt worden waren. Die
beiden Frauen im Alter von 23 und 30 Jahren waren am 23. Januar
gestorben, nachdem ihr Bruder zuvor einer Atemwegserkrankung erlegen
war. Allerdings seien keine Untersuchungen an dem Toten vorgenommen
worden. Daher könne der Übertragungsweg noch nicht eindeutig
bestimmt werden.
"Die WHO betrachtet diese begrenzte Übertragung von Mensch zu
Mensch - zwischen dem Bruder und den Schwestern - als eine
mögliche Erklärung", teilte die UNO-Behörde mit. Die
Vogelgrippe grassiert in zehn Staaten Asiens, darunter auch in China.
In Vietnam sind nunmehr insgesamt acht Menschen an der Krankheit
gestorben, in Thailand wurden zwei Todesfälle gemeldet. Als
Ansteckungsrisiko gilt der Kontakt mit kranken Vögeln oder
geschlachtetem Geflügel. Experten warnen aber bereits seit
längerem davor, dass es zu einer gefährlichen Mutation des
Virus kommen könne, wenn Vogelgrippe-Viren in einem Patienten auf
Viren der Grippe beim Menschen treffen.
Die WHO teilte mit, bei dem Fall der beiden an Vogelgrippe verstorbenen
Schwestern fehle jeder Hinweis auf einen Kontakt mit erkranktem
Geflügel. Allerdings könne ein solcher Kontakt auch nicht
ausgeschlossen werden. Die WHO stellte daher klar, dass sie keinen
Nachweis für eine "effiziente Übertragung" des
Vogelgrippevirus H5N1 von Mensch zu Mensch in Vietnam oder anderswo
habe.
Die begrenzte Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch war
allerdings bei einem früheren Ausbruch der Vogelgrippe 1997 in
Hongkong nachgewiesen worden. Diese Übertragung habe sich aber
nicht zu einer signifikanten Bedrohung für die Allgemeinheit
entwickelt, teilte die WHO mit.
(Quelle: rtr)
EU-Abgeordneter kritisiert hohe Gehälter der EU-Beamten
EU-Verwaltung kostet Steuerzahler angeblich fast fünf
Milliarden Euro im Jahr
Mo.02.02.04 - Nach dem Scheitern ihrer Diätenerhöhung machen EU-
Abgeordnete gegen die üppigen Gehälter der EU-Beamten mobil.
Die Überbezahlung der Beamten in Brüssel müsse endlich
beendet werden, sagte der CSU-Europa-Abgeordnete Markus Ferber der
«Bild am Sonntag». Grund für die Empörung ist die
Tatsache, dass Dutzende Spitzenbeamte der EU deutlich höhere
Gehälter beziehen als beispielsweise Bundeskanzler Gerhard
Schröder. Wie es hieß, kostet die EU-Verwaltung den
Steuerzahler inzwischen fast fünf Milliarden Euro im Jahr.
(Quelle: dpa)
Blick ins Archiv:
EU-Abgeordnete müssen auf Diäten-Erhöhung warten
Di.27.01.04 - Die geplante kräftige Erhöhung der Diäten für bald
732 Abgeordnete des Europäischen Parlaments ist in weite Ferne
gerückt. Eine entsprechende Vorlage fand am Montag in Brüssel
nicht die erforderliche Mehrheit der EU-Außenminister.
Deutschland, Österreich, Frankreich und Schweden stimmten dagegen.
Damit ist das Thema für diese Legislaturperiode vom Tisch.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401270.htm#04012714
EU-Abgeordneten-Diäten sollen offenbar deutlicher steigen als
bekannt
So.11.01.04 - Die Diäten der Europaabgeordneten sollen offenbar deutlicher
steigen als bislang bekannt. «Bild am Sonntag» und
«Spiegel» berichteten am Samstag übereinstimmend, die
Bezüge der EU-Parlamentarier würden schon ab Sommer auf 9.053
Euro erhöht. Zuvor sei nur eine Anhebung auf rund 8.500 Euro ab
2006 vorgesehen gewesen, hieß es. Laut «Bild am
Sonntag» entspräche dies einem Anstieg um rund 30 Prozent
für die 99 deutschen Europaabgeordneten, die bislang die
Diäten der nationalen Parlamente, in Deutschland monatlich 7.009
Euro, bezögen...
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401110.htm#04011115
Frankreich: Juppé-Richterin beklagt Wanzen und Drohbriefe
Richterin Pierce hatte den Strafprozess gegen Ex-Regierungschef
Juppé geleitet. In dem Gerichtsverfahren wurde ein
Korruptionssystem offen gelegt, bei dem Mitarbeiter der damaligen
Chirac-Partei RPR durch Baufirmen oder direkt aus der Pariser
Stadtkasse bezahlt wurden
Mo.02.02.04 - Über massiven Druck und Durchsuchungen ihrer Büros hat sich
die Richterin im Prozess gegen den Chef der französischen
Regierungspartei UMP, Alain Juppé, beklagt. "Unsere Büros
wurden in den vergangenen Monaten regelmäßig 'besucht', auch
unsere Computer durchforstet. Wir gehen auch davon aus, dass unsere
dienstlichen und privaten Telefone abgehört wurden", sagte
Richterin Catherine Pierce dem "Parisien". Ex-Regierungschef
Juppé, enger Vertrauter von Staatschef Jacques Chirac, war am
Freitag wegen illegaler Parteienfinanzierung zu 18 Monaten Haft auf
Bewährung verurteilt worden.
Justizminister Dominique Perben teilte mit, der Staatsanwalt von
Nanterre werde umgehend Ermittlungen aufnehmen. Keine dieser
Informationen sei dem Ministerium während des Prozesses zur
Kenntnis gebracht worden. Der betroffene Staatsanwalt bestätigte,
dass Richterin Pierce einen Drohbrief erhalten habe. Auch wegen eines
Einbruchs in die Büros von Pierce werde ermittelt. Die Richterin
hatte schon vor der Urteilsverkündung am Freitag erklärt,
angesichts der Unsicherheit sei die Entscheidung des Gerichts nicht in
die Dienstcomputer, sondern in Laptops eingegeben worden. "Wir wissen
nicht, wer dahinter steckt, aber wir haben festgestellt, dass viele
Leute wissen wollten, wie unser Urteil ausfallen würde."
Die Verhandlung gegen Juppé hatte ein Korruptionssystem offen
gelegt, bei dem Mitarbeiter der damaligen Chirac-Partei RPR durch
Baufirmen oder direkt aus der Pariser Stadtkasse bezahlt wurden.
Juppé bestritt jede Verantwortung. Das Strafgericht Nanterre sah
es aber als erwiesen an, dass er sich der "illegalen Einflussnahme"
schuldig gemacht hatte. Als Rathaus-Finanzchef und
RPR-Generalsekretär duldete er demnach Schein-Arbeitsverträge
zu Lasten der Stadtkasse, die in Wirklichkeit der Partei zu Gute kamen.
Präsident Chirac, der in der fraglichen Zeit RPR-Chef und Pariser
Bürgermeister war, ist wegen seines Staatsamtes immun, die
Affäre betrifft aber eine von ihm gegründete Partei. Viele
bislang verurteilte Politiker waren seine engsten Mitarbeiter.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
18 Monate Haft auf Bewährung für französischen
Ex-Premier Juppé
Sa.31.01.04 - Der frühere französische Premierminister Alain Juppé
ist wegen «illegaler Vorteilsnahme» zu 18 Monaten Haft auf
Bewährung verurteilt worden. Das Urteil fällte ein
Strafgericht am Freitag in Nanterre. Mit dieser Strafe für den
amtierenden Bürgermeister von Bordeaux ist der Verlust des
passiven Wahlrechts verbunden... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401310.htm#04013110
Schlagabtausch zwischen SPD und Grünen zu Reformen geht weiter
Mo.02.02.04 - Der verbale Schlagabtausch zwischen SPD und Grünen über das
Tempo bei Reformen hält an.
"Derjenige, der das Steuerrad in der Hand hat, der muss natürlich
dann auch Kurs halten. Wenn wir uns darauf verständigen, dass wir
jetzt Kurs halten, dann ist ja gut", sagte die
Grünen-Fraktionschefin Krista Sager am Montag im ZDF. "Dann werden
wir ja gemeinsam die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, auch auf den
Weg bringen."
Am Sonntag hatte SPD-Fraktionschef Franz Müntefering im ZDF
gesagt, die Grünen hätten erklärt, Motor bei den
Reformen sein zu wollen. "Da sage ich o.k. Hauptsache wir behalten das
Steuerrad in der Hand." Müntefering hatte in dem Interview auch
gesagt, er sei auf Bundesaußenminister Joschka Fischer
(Grüne) derzeit nicht gut zu sprechen, weil die Grünen sehr
wohl wüssten, dass SPD und Grüne zusammen in dieser
Legislaturperiode noch Reformen angehen wollten und würden. "Und
da macht es keinen Sinn, dass sie sich in einer solchen Vielzahl am
Wochenende melden."
Müntefering hatte auf Äußerungen von Fischer reagiert,
der gesagt hatte, man dürfe sich bei den Reformen "kein Hin und
Her erlauben". Am Reformkurs müsse festgehalten werden. Zuvor
hatte SPD-Generalsekretär Olaf Scholz erklärt, es gebe in
nächster Zeit keine Notwendigkeit für weitere Sozialreformen.
"Wir sind bei allen Reformschritten des letzten Jahres so weit
gegangen, dass wir der Meinung sind, wir haben das Notwendige getan",
hatte Scholz gesagt. Nach den Sozialreformen müssten nun andere
Felder angegangen werden, etwa Forschung, Bildung und Entwicklung.
In der vergangenen Woche hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder
(SPD) die Reform der Pflegeversicherung vorerst gestoppt und dies auch
damit begründet, dass die Menschen im Reformprozess nicht
überfordert werden dürften. Kritiker hatten das Veto aber
auch auf schlechte Umfragewerte des Kanzlers und der SPD
zurückgeführt.
Sager sagte am Montag zu weiteren Reformen, es sei abgesprochen, noch
2004 die Eckpunkte für die Pflegeversicherung festzulegen. Auch
bei der Rente werde es eine langfristige Reform geben. "Da wird das
Tempo nicht herausgenommen."
(Quelle: rtr)
Vergaberechtler: Maut muss neu ausgeschrieben werden
Das Angebot des Betreiberkonsortiums Toll Collect für einen
Maut-Start 2005 ist nach Auffassung des Vergaberechts-Experten
Hans-Peter Schwintowski rechtlich nicht haltbar
Mo.02.02.04 - Sollte der Bund Kernpunkte der neuen Toll-Collect-Vorschläge
akzeptieren, hätten Klagen gegen die Vergabe des Auftrags gute
Chancen.
"Das muss neu ausgeschrieben werden, ganz klar", sagte Schwintowski der
Nachrichtenagentur Reuters. "Wir müssen meiner Meinung nach neu
anfangen. Nach meiner Sicht ist das absolut zwingend." Als
problematisch nannte er zum einen die vom Konsortium um DaimlerChrysler
und Deutsche Telekomverlangte Haftungsbeschränkung. Sie soll dem
Vorschlag zufolge bei 500 Millionen Euro liegen, nachdem sie bislang
unbeschränkt war. Für Banken ist die Haftung bei der Vergabe
von Krediten und deren Konditionen eine entscheidende Größe.
Zudem hätte eine zweijährige Verschiebung auch Wettbewerbern
die Chance gegeben, bis dahin eine ähnliche Technik zu entwickeln.
"Das sind zwei gravierenden Vertragsänderungen", sagte der
Experte. "Wenn ich die Karten neu mische, müssen alle wieder an
einen Tisch."
Eine neue Ausschreibung des Milliarden-Auftrages zur Erfassung der
Lkw-Maut würde voraussichtlich Verzögerungen von Jahren und
weitere gerichtliche Auseinandersetzungen bedeuten. Das
Bundesverkehrsministerium hatte unter Berufung auf eigene Juristen
erklärt, Veränderungen am Vertrag seien möglich, wenn
sich Vergünstigungen und zusätzliche Lasten die Waage hielten.
Schwintowski, Wirtschaftsjurist und Professor an der Berliner
Humboldt-Universität, ließ dieses Argument nicht gelten:
"Wenn ich dann auch an einer anderen Stellschraube drehe, mag das
für die beteiligten Parteien gerecht sein. Wir wissen aber nicht,
was ein Wettbewerber angeboten hätte." Diese Verhandlungen seien
zudem nicht im Sinne des Vergaberechts: "Das läuft jetzt zwischen
den Parteien, aber nicht im Markt."
Vergaberechtsexperten sehen allerdings eine Hürde für
mögliche Klagen in dem hohen Streitwert. Da der Vertrag einen Wert
von rund sieben Milliarden Euro hat, richten sich auch Streitigkeiten
vor Gericht nach dieser Summe. Dies gilt für Anwalts- und
Gerichtskosten. Bisher gebe es zudem keine Präzedenzfälle bei
Klagen gegen eine erfolgte Vergabeentscheidung, räumte
Schwintowski ein.
Es sei allerdings denkbar, dass ausgeschiedene Bewerber wie die Fela
aus der Schweiz in das Maut-Konsortium aufgenommen würden und im
Gegenzug auf eine Klage verzichteten, sagte der Experte. Solche
Lösungen habe es schon in vergleichbaren Fällen gegeben.
(Quelle: rtr)
Blick ins Archiv:
Bauindustrie sieht 70.000 Arbeitsplätze durch Maut-Ausfälle
gefährdet
Fr.30.01.04 - 70.000 Arbeitsplätze sind aus Sicht der Bauindustrie durch die
Einnahmeausfälle bei der Lkw-Maut in Gefahr. Diese Zahl nannte der
Hauptgeschäftsführer des Bauindustrie-Verbandes, Michael
Knipper, am Donnerstag in Berlin. Der Maut-Betreiber Toll Collect
müsse für die Ausfälle gerade stehen. Auch
Verkehrsminister Manfred Stolpe warnte vor der Verzögerung
wichtiger Projekte. Der Grünen-Abgeordnete Albert Schmidt forderte
den Minister auf, die neuen Pläne des Konsortiums sehr kritisch zu
prüfen... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401300.htm#04013022
Maut-Einführung auf 2005 verschoben
Do.29.01.04 - Einnahmeausfall für den Bund von rund 2,2 Milliarden im Jahr 2004
+++ Verkehrsminister Stolpe und Finanzminister Eichel
müssen nun sehen, wie sie den Einnahmeausfall
haushaltsmäßig verbuchen, ohne sämtliche
Verkehrsinvestitionen zum Stillstand und damit die Bauindustrie an den
Rand des Ruins zu bringen
+++ Auch bei Toll Collect bislang Verluste in dreistelliger
Millionenhöhe durch die Mautpannen... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401290.htm#04012922
PDS mit Zimmer und Wagenknecht im Europawahlkampf
Für die PDS geht es um den Wiedereinzug ins Europaparlament
Mo.02.02.04 - Die PDS zieht mit Ex-Parteichefin Gabi Zimmer und der Parteilinken
Sahra Wagenknecht in den Europawahlkampf. Bei einer Kampfkandidatur um
Platz drei setzte sich Zimmer auf dem Europa-Parteitag in Berlin gegen
die Wortführerin der Kommunistischen Plattform durch. Wagenknecht
trat für Platz fünf erneut an und behauptete sich gegen
mehrere Gegenkandidatinnen.
Zur Spitzenkandidatin wählten die Delegierten die
EU-Parlamentarierin Sylvia-Yvonne Kaufmann, auf Platz zwei wurde der
EU-Abgeordnete Helmut Markov gewählt. Bei beiden gab es keine
Gegenkandidaten. Nur die ersten sechs Plätze gelten als
aussichtsreich.
Für die PDS geht es um den Wiedereinzug ins Europaparlament. Bei
der Wahl 1999 hatte die Partei 5,8 Prozent erreicht und ist seitdem mit
sechs Abgeordneten im Straßburger Parlament vertreten. Der
PDS-Wahlkampfmanager und Europaabgeordnete André Brie kam nur
auf den sechsten Listenplatz, der Tübinger Friedensaktivist Tobias
Pflüger auf Platz vier.
Die Delegierten beschlossen auf dem Parteitag außerdem ihr
Europaprogramm. Darin fordern die Sozialisten, das europäische
Sozialstaatsmodell "auch in Zeiten des Globalisierungswettlaufs" zu
erhalten. Die Partei wendet sich außerdem gegen die "neoliberale
Politik der Deregulierung" und "den Vorrang der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit".
Stattdessen sollten Binnennachfrage und regionale
Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden. Die PDS drängt
auf eine Revison der Defizitkriterien und des Stabilitätspaktes.
Sparen und Kürzungen bei Sozialhaushalten erzeugten
Nachfrageverluste und trieben die Wirtschaft in eine
"Abwärtsspirale".
(Quelle: afp)
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