Aktuelle Nachrichten
Irak am dreihundertvierundünfzigsten Tag nach Kriegsbeginn
US-Juristen sollen im Irak Prozess gegen Saddam vorbereiten +++
Koalitionstruppen wollen sechs Stützpunkte im Irak beibehalten +++
Früherer UN-Waffeninspekteur Blix wirft Blair 'unkritisches
Denken' in Irak-Krise vor
So.07.03.04 - Zur Vorbereitung des Prozesses gegen den früheren irakischen
Staatschef Saddam Hussein schickt das US-Justizministerium einem
Pressebericht zufolge Juristen und Ermittler nach Irak. Auf Anordnung
des Weißen Hauses sollen sie die Akten für das
Gerichtsverfahren vorbereiten, wie die Internetausgabe der Zeitung "New
York Times" am Samstag berichtete. Die Juristen sollen dem Bericht
zufolge der US-Zivilverwaltung in Bagdad unterstellt werden. Die ersten
Mitglieder der insgesamt 50-köpfigen Gruppe sollten noch am
Wochenende nach Irak reisen, sagte ein Vertreter des
US-Justizministeriums der Zeitung.
Die Alliierten im Irak wollen nach der Übergabe der Macht Ende
Juni mindestens sechs Stützpunkte im Land behalten. So soll die
Sicherheit der Bürger beim Übergang der Macht an das Volk
gewährleistet werden. Die Koalitionstruppen hätten aber nicht
vor, längerfistig zu bleiben, sagte ein Sprecher der
US-Zivilverwaltung. Inzwischen steht auch fest, dass die irakische
Übergangsverfassung am Montag unterzeichnet werden soll.
Streitigkeiten mit Vertreter der schiitischen Bevölkerungsmehrheit
sind ausgeräumt.
Die geplante Unterzeichnung der Verfassung war nach zweimaligem
Aufschub am Freitag abermals gestoppt worden, weil die Schiiten
Einwände gegen eine Klausel über die Autonomierechte der
Kurden erhoben. Außerdem wollten sie statt einem Staatsoberhaupt
mit zwei Stellvertretern eine rotierende fünfköpfige
Präsidentschaft durchsetzen.
US-Präsident Bush betonte derweil, nach Jahrzehnte langer Diktatur
hätten die Iraker nun erstmals die Chance, unter dem Schutz eines
Grundrechtekatalogs zu leben.
Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Lastwagens westlich
von Bagdad sind am Samstag der Fahrer getötet sowie drei
US-Soldaten verletzt worden. Die Soldaten hätten am Morgen nahe
einer Brücke rund 80 Kilometer westlich der Hauptstadt das Feuer
auf das ihnen verdächtig erschienene Fahrzeug eröffnet,
teilte ein Sprecher der US-Armee mit. Daraufhin sei der Lastwagen in
eine Betonmauer gefahren und explodiert. Dabei seien auch mehrere
Artilleriegeschosse aus dem Fahrzeug gefallen und detoniert.
Nahe der südirakischen Stadt Amarah wurden sieben britische
Soldaten bei einem Angriff mit Handfeuerwaffen und Granaten verwundet.
Eine Menschenmenge habe den Armeekonvoi umringt, nachdem einer der
mutmaßlichen Angreifer festgenommen worden sei, hieß es aus
Militärkreisen. Die Region um Amarah nördlich von Basra wird
von britischen Truppen kontrolliert.
Der frühere UN-Waffeninspekteur Hans Blix hat dem britischen
Premierminister Tony Blair das Fehlen von "kritischem Denken" in der
Irak-Krise vorgeworfen. Blix sagte der britischen Zeitung "The
Guardian" (Samstagausgabe), er beschuldige Blair nicht, mit schlechten
Absichten gehandelt zu haben. Aber der Premier habe sich vor dem Krieg
zu sehr auf Geheimdienstberichte über das irakische
Waffenpotenzial verlassen.
Während die UN-Waffenexperten unter seiner Leitung in Irak nach
Massenvernichtungswaffen suchten, hätten sich die Regierungen von
Großbritannien und der USA "wie Geisterbeschwörer" benommen,
sagte Blix. Erneut kritisierte er, dass das UN-Team keine Zeit bekommen
hätte, seine Arbeit zu beenden. Die Experten der Vereinten
Nationen hätten eine akkuratere Analyse des fehlerhaften
Geheimdienstmaterials liefern können, mit dem Washington und
London den Krieg begründeten.
"Schrittweise hätten die Regierungen zu dem Schluss kommen
müssen, dass in Irak nichts war", zitierte ihn das Blatt.
"Schrittweise hätten sie herausgefunden, dass die Informationen
der Überläufer nicht stimmten."
Blair steht wegen des Irak-Kriegs in Großbritannien nach wie vor
unter großem Druck. Gleichwohl verteidigte er am Freitag abermals
seine Haltung. Regierungen könnten nicht vorsichtig genug sein,
wenn es um die Bedrohung durch globalen Terrorismus und dessen
Zusammenarbeit mit Staaten oder Organisationen gehe, die
Massenvernichtungswaffen verbreiten.
(Quellen: ap, afp, dpa)
Protestveranstaltungen zum Jahrestag des US-Angriffs
auf Irak am 20.03.04:
http://www.friedenskooperative.de/
Demonstrationszug zum amerikanischen Luftwaffenstandort Ramstein:
http://www.ippnw.de/ramstein/
Blair verteidigt militärische Präventivschläge
So.07.03.04 - Der britische Premierminister Tony Blair hat am Freitag
militärische Präventivschläge verteidigt und zur
Diskussion gestellt, sie im internationalen Recht zu verankern.
Nach derzeitigem Recht könne im Zweifelsfall nichts gegen eine
Herrschaft unternommen werden, die ihr Volk quäle, sagte Blair in
einer Rede in seinem Wahlkreis Sedgefield im Nordosten des Landes. Er
forderte eine Reform der Vereinten Nationen (UNO) mit dem Ziel, dass
die Gemeinschaft fähig sei, "sowohl effektiv zu handeln als auch
zu debattieren".
Damit kehre sich Blair von der UNO - die den von Großbritannien
und den USA geführten Irak-Krieg nicht unterstützt hatte - ab
und schließe sich der Doktrin eines Präventivkrieges von
US-Präsident George W. Bush an, kritisierten Vertreter der
britischen Opposition. Blair steht wegen des Krieges innenpolitisch
stark unter Druck und hat deswegen deutlich an Zustimmung verloren.
"Unter dem derzeit geltenden internationalen Recht ist es gut
möglich, dass ein Regime sein Volk systematisch brutal behandeln
und es unterdrücken kann, und es gibt nichts, was irgendjemand
unternehmen könnte", sagte Blair und fragte: "Dies kann dem Recht
entsprechen, aber sollte es das?"
Die UNO müsse reformiert werden, "so dass ihr Sicherheitsrat die
Realitäten des 21. Jahrhunderts widerspiegelt". "Das bedeutet,
dass die UNO in die Lage versetzt werden muss zu verstehen, dass wir -
konfrontiert mit den Bedrohungen, unter denen wir stehen - alles tun
müssen, um die Werte der Freiheit, der Demokratie, der
Rechtsstaatlichkeit, der religiösen Toleranz und der Gerechtigkeit
für die Unterdrückten zu verbreiten."
Blairs Entscheidung für den Krieg wird derzeit in der
öffentlichen Debatte in Großbritannien erneut stark in Frage
gestellt. Das arabische Land anzugreifen, sei gegen internationales
Recht geschehen, sagen seine Kritiker. Da im Irak bislang keine
Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, halten ihm seine Gegner vor,
das Drohpotenzial des Landes übertrieben zu haben. Auch die
Diskussion darüber, ob Großbritannien während der Zeit
der UNO-Entscheidung die potenziellen Gegner eines Krieges am UNO-Sitz
in New York abhören lassen hat, hat Blair geschadet.
(Quelle: rtr)
Blick ins Archiv:
Bush verteidigt Präventivkrieg und Irak-Invasion
Di.20.01.04 - In einer Rede zur Lage der Nation verteidigte US-Präsident George
W.Bush am Dienstagabend (Ortszeit) vor beiden Häusern des
Kongresses seine Politik des Präventivkrieges und der
Irak-Invasion.
Die Rede findet sich auf der Homepage des Weißen Hauses in der
englischen Orginalfassung:
http://www.whitehouse.gov/news/releases/2004/01/20040120-7.html
Bush (oder Cheney) Doktrin
The National Security Strategy of the United States of America
(Präventivschlags-Stategie) September 2002
http://www.whitehouse.gov/nsc/nss.html
http://www.whitehouse.gov/nsc/nss.pdf
Mehr Berichte zur "Präventivschlag-Doktrin" im boa-Nachrichten-Archiv unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401140.htm#040114zw
Nahost-Konflikt
Neun Tote bei Militäroperation im Gazastreifen +++
Selbstmordanschlag auf Grenzposten zwischen Israel und Gaza +++
Ägyptischer Parlamentspräsident lehnt Einladung aus Israel ab
So.07.03.04 - Israelische Truppen sind in der Nacht zum Sonntag mit Panzern und
unterstützt von Kampfhubschraubern in zwei Flüchtlingslager
im Gazastreifen eingerückt. Dabei kam es zu Feuergefechten, die
mindestens neun Palästinenser das Leben kosteten. Unter den Opfern
befanden sich fünf Extremisten sowie ein 15-jähriger Junge,
wie palästinensische Sicherheitsbeamte und Mediziner mitteilten.
Nach deren Angaben wurden mindestens 40 Palästinenser verwundet,
sechs von ihnen befanden sich in einem kritischen Zustand.
Die israelische Armee erklärte, sie sei ins Flüchtlingslager
Bureidsch eingerückt, um die dortige terroristische Infrastruktur
zu zerstören. Auch im Lager Nusseirat suchten Soldaten nach
mutmasslichen Extremisten. Augenzeugen zufolge wurde sie von
Heckenschützen angegriffen, die sich auf Dächern verschanzt
hatten.
Die Militäroperationen erfolgten, nachdem militante
Palästinenser am Samstag einen Kontrollpunkt zwischen Israel und
dem Gazastreifen angegriffen hatten. Dabei wurden nach
israelischen Angaben mindestens vier Angreifer und zwei weitere
Palästinenser getötet. Opfer auf israelischer Seite habe es
nicht gegeben, hiess es. Die Hamas, der Islamischer Dschihad und die
Al-Aksa-Märtyrerbrigaden mit Verbindungen zur Fatah-Bewegung des
palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat bekannten sich zu
der Tat.
Im Internet bezeichneten sie den Anschlag als «gemeinsame
Operation der Selbstopferung» und kündigten weitere
Anschläge als Rache auf die Tötung von Hamas-Mitgliedern
durch die israelische Luftwaffe an.
Zum Auftakt der Attacke raste ein Wagen auf die israelische Seite des
Grenzübergangs Eres zu und explodierte vor einem
Militärposten. Augenblicke später näherte sich ein als
israelischer Militärjeep getarntes Fahrzeug. Zwei Angreifer
sprangen ab und eröffneten das Feuer auf die Soldaten, wie die
israelischen Streitkräfte mitteilten. Die Soldaten erwiderten die
Attacke und erschossen alle drei Palästinenser. Kurze Zeit
später näherte sich ein drittes Fahrzeug und explodierte vor
dem Kontrollposten. Es war zunächst unklar, ob eine Person in dem
dritten Wagen war, als es in die Luft flog.
Nach Augenzeugenberichten folgten auf die Explosionen heftige
Schusswechsel. Zwei palästinensische Polizisten wurden
getötet - nach israelischer Darstellung durch die Autoexplosion,
nach Darstellung palästinensischer Ärzte erlagen sie
Schusswunden. Neunzehn weitere Polizisten seien durch Kugeln verletzt
worden.
Die neue Attacke bestärkte Befürchtungen, vor einem für
kommendes Jahr geplanten israelischen Truppenabzug aus dem Gazastreifen
könnte die Gewalt dort zunehmen. "Die Palästinenser haben
ihre terroristischen Aktivitäten in jüngster Zeit
verstärkt", sagte der israelische Regierungssprecher Avi Pazner.
"Wir haben es mit konzertierten Aktionen von drei terroristischen
Organisationen zu tun." Weiter sagte er, die israelische Luftwaffe
werde ihre gezielten Schläge gegen Militante Palästinenser
fortsetzen, wenn immer dies möglich sei.
Am Samstagmorgen erschossen israelische Soldaten in einem
Flüchtlingslager im Westjordanland einen 19-jährigen
palästinensischen Polizisten. Die Streitkräfte
erklärten, die Truppen hätten während einer
Routinepatrouille in Tulkarem das Feuer eröffnet, nachdem der Mann
eine Waffe gezogen habe. Augenzeugen sagten dagegen, der Polizist sei
während eines Zusammenstosses zwischen Soldaten und Dutzenden
Steinewerfern getötet worden. Unter den Steinewerfern seien auch
viele Kinder gewesen.
Der ägyptische Parlamentspräsident Ahmed Fathi Sorur hat eine
Einladung zu einer Rede vor den israelischen Abgeordneten
anlässlich des 25. Jahrestags des Friedensabkommens zwischen
beiden Ländern abgelehnt. Dies teilte am Samstag ein israelischer
Parlamentssprecher mit. Sorur habe erklärt, er werde Israel erst
dann besuchen, wenn es einen palästinensischen Staat gebe und
Israel sich aus allen im Sechstagekrieg von 1967 besetzten Gebieten
zurückgezogen habe, sagte Knesset-Sprecher Giora Pordes.
Der israelische Parlamentspräsident Reuven Rivlin hatte Sorur am
Donnerstag zur Sondersitzung des israelischen Parlaments Ende des
Monats eingeladen. Ägypten und Israel unterzeichneten das
Friedensankommen 1979. Es war das erste Israels mit einem arabischen
Staat. 1994 folgte das Friedensabkommen mit Jordanien.
(Quelle: ap)
USA planen angeblich Sanktionen gegen Syrien
So.07.03.04 - Die US-Regierung plant nach Angaben aus dem US-Kongress Sanktionen
gegen Syrien, weil das Land terroristische Gruppen unterstütze und
das Einsickern von Freischärlern in den Irak nicht verhindere.
Ranghohe Regierungsbeamte hätten die republikanische Abgeordnete
Ileana Ros-Lehtinen, die dem Auswärtigen Ausschuss des
Repräsentantenhauses angehört, informiert, eine Entscheidung
stehe unmittelbar bevor, sagte der Sprecher der Abgeordneten am
Freitag. Mehrere, mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, die
Regierung von US-Präsident George W. Bush tendiere zu
Wirtschaftssanktionen statt diplomatischer Sanktionen. Grundlage sei
ein Gesetz, das Bush im Dezember unterzeichnet habe. Die Sanktionen
könnten in der kommenden oder der darauf folgenden Woche bekannt
gegeben werden, hieß es.
Das Gesetz verbietet den Handel mit Gegenständen, die in
Waffenprogrammen Verwendung finden können. Es ermächtigt Bush
darüber hinaus, weitere Sanktionen zu verhängen, darunter
Reisebeschränkungen für syrische Diplomaten und das Verbot
von US-Exporten nach Syrien mit der Ausnahme von Lebensmitteln und
Medikamenten. Das Gesetz erlaubt es Bush auch, keine Sanktionen zu
verhängen. Ein ranghoher Regierungsbeamter sagte aber, es werde
umgesetzt.
Aus den Kreisen verlautete weiter, die geplanten Sanktionen seien ein
Signal an Syrien, terroristische Gruppen des Landes zu verweisen.
Syrien hat erklärt, die Unterstützung für
palästinensische und libanesische Gruppen sei rein politisch.
(Quelle: rtr)
Pakistan: Attentat auf Oppositionspolitiker in Karachi
So.07.03.04 - Ein pakistanischer Oppositionspolitiker ist am Samstag in Karachi einem
Attentat zum Opfer gefallen. Zwei Männer schossen von einem
Motorrad aus auf das Auto von Abdullah Murad, wie die Polizei
mitteilte. Er und sein Fahrer kamen ums Leben. Murad war Mitglied der
oppositionellen Volkspartei der früheren Regierungschefin Benazir
Bhutto und Abgeordneter im Regionalparlament.
In Zusammenhang mit dem Überfall auf eine schiitische
Pilgerprozession am vergangenen Dienstag in Quetta nahm die Polizei
unterdessen acht Verdächtige fest. Bei dem Angriff auf die
Gläubigen wurden 44 Menschen getötet und 160 verletzt. Die
acht Verdächtigen wurden nach Angaben der Polizei am Samstag bei
Razzien in ihren Wohnungen im Stadtteil Saryab verhaftet. Sie sollen
zwei verbotenen sunnitischen Extremistengruppen angehören. Nach
zwei mutmaßlichen Drahtziehern des Überfalls wird noch
gesucht. Die Polizei veröffentlichte Phantombilder der beiden.
Drei Angreifer hatten am Dienstag das Feuer auf die Gläubigen
eröffnet und Handgranaten geworfen. Anschließend mischten
sich Selbstmordattentäter in die Menge und sprengten sich in die
Luft. Die Behörden erklärten, es gebe keine Hinweise auf eine
Verbindung zwischen dem Angriff in Quetta und den Bombenanschlägen
am gleichen Tag in Irak. Beide wurden am schiitischen Festtag Aschura
verübt.
(Quelle: ap)
US-Soldaten töten in Afghanistan neun mutmaßliche
Taliban-Kämpfer
So.07.03.04 - US-Soldaten haben in Afghanistan bei ihrem Einsatz gegen
mutmaßliche Taliban-Kämpfer neun Angreifer erschossen. Bei
einer weiteren Militäroperation im Südosten des Landes seien
14 Verdächtige festgenommen worden.
Das sagte US-Militärsprecher Bryan Hilferty am Samstag vor
Journalisten in der Hauptstadt Kabul. Zudem sei dabei ein umfangreiches
Waffenarsenal sichergestellt worden.
Nach Angaben von Hilferty waren US-geführten Truppen am Freitag in
Orgun in der Provinz Paktika von einer Gruppe von rund 40 Angreifern
attackiert worden. Bei dem anschließenden Gefecht seien neun der
Angreifer getötet worden. Auf Seiten der US-Armee habe es keine
Opfer gegeben.
Einen Tag zuvor waren nach Angaben des US-Sprechers bei einem Einsatz
in der südostafghanischen Provinz Chost 14 Miliz-Kampfer
festgenommen worden. Zudem seien nach Geheimdienstinformationen
zahlreiche Waffen, darunter rund 100 Panzerabwehrraketen, entdeckt
worden.
In Afghanistan sind rund 13 000 US-geführte Koalitionssoldaten
stationiert, die nach Taliban- und El-Kaida-Angehörigen suchen.
Bei Kämpfen und Anschlägen besonders im Südosten und
Osten des Landes wurden seit Jahresbeginn mehr als 100 Menschen
getötet, darunter auch Zivilisten und Mitarbeiter von
Hilfsorganisationen.
(Quelle: dpa)
Fast 50 Tote bei Stammeskämpfen in Somalia
So.07.03.04 - Bei Kämpfen rivalisierender Stämme um Land und Wasserstellen
in Zentralsomalia sind fast 50 Menschen getötet worden, wie ein
Stammesführer am Samstag mitteilte. Die Zusammenstöße
zwischen den Saleemaan und den Duduble begannen am Mittwoch rund um das
Dorf Hiin Gaduud 250 Kilometer nordöstlich von Mogadischu. Am
Freitag seien die Kämpfe eskaliert, die Clans hätten sich mit
Panzerfäusten, Mörsergranaten und auf Pickups montierten
Luftabwehrgeschützen beschossen, berichtete Aadan Ugas, einer der
Dorfältesten. Nach seinen Angaben wurden 47 Menschen getötet
und mehr als 70 verletzt. Bei fast allen Opfern handele es sich um
Kämpfer. Am Samstag sei die Gewalt abgeklungen, hieß es
weiter. Derzeit verhandeln Milizenführer und Stammesvertreter im
benachbarten Kenia über einen Friedensvertrag. Ziel ist die
Installierung einer Zentralregierung für Somalia, das seit dem
Sturz von Diktator Mohamed Siad Barre im Jahr 1991 im Chaos zu
versinken droht.
(Quelle: ap)
IKRK befürchtet Katastrophe für Bevölkerung im Westen
Sudans
So.07.03.04 - Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen im
Westen Sudans haben die Bevölkerung nach Ansicht des
Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in eine katastrophale
Lage gebracht. Die Regierung gewähre Hilfsorganisationen jedoch
kaum Zugang zu den Opfern in der Provinz Darfur, kritisierte der
IKRK-Vertreter am Horn von Afrika, Jacques De Malo, am Samstag vor
Journalisten in Nairobi. Die Vereinten Nationen und Amnesty
International haben den Kämpfern auf beiden Seiten Übergriffe
auf Zivilpersonen vorgeworfen.
In der Provinz Darfur haben sich die Sudanesische Befreiungsarmee (SLA)
sowie die so genannte Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit
vor einem Jahr gegen die Streitkräfte und deren
paramilitärische Anhänger erhoben. Die Kämpfe haben nach
Schätzungen von Hilfsorganisationen schon mehr als 600.000
Menschen in die Flucht getrieben und hunderte das Leben gekostet. Bei
den Rebellen handelt es sich zumeist islamische Afrikaner. Die
Regierung in Khartum stellen dagegen überwiegend islamische Araber.
(Quelle: ap)
Venezuela: Hunderttausende demonstrieren gegen Absage der Volksabstimmung
So.07.03.04 - Hunderttausende Venezolaner haben am Samstag gegen die Entscheidung der
Wahlkommission demonstriert, die Petition für ein
Abwahl-Referendum gegen Präsident Hugo Chavez für
ungültig zu erklären. Die Demonstranten strömten in der
Hauptstadt Caracas in Sternmärschen in das Stadtzentrum. Sie
kündigten, weiter für die Absetzung von Chavez kämpfen
zu wollen.
Die Kundgebung verliefen friedlich. Mitarbeiter von Rettungsdiensten
schätzen die Zahl der Teilnehmer auf eine halbe Million. Bei
mehrtägigen Unruhen nach der Bekanntgabe der Absage der
Volksabstimmung waren in der vergangenen Woche mindestens acht Menschen
getötet worden. In Anspielung darauf hieß es auf dem Plakat
eines Demonstranten: «Ich bin unbewaffnet. Nicht schießen.
Ich bin Venezolaner.»
Die Opposition hatte mehr als drei Millionen Unterschriften für
ein Abwahl-Referendum vorgelegt, die Wahlkommission erkannte aber nur
1,8 Millionen als gültig an. Sie forderte, dass die Echtheit von
einer Million Unterschriften nachgewiesen wird. Wie dies geschehen
könnte, darüber wurde am Samstag noch debattiert. Ihre Hilfe
in dem Verfahren zugesagt haben die Organisation Amerikanischer Staaten
(OAS) und das Carter Zentrum, eine vom ehemaligen US-Präsidenten
Jimmy Carter geleitete Stiftung.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Krise in Venezuela treibt Ölpreise weiter hoch
Sa.06.03.04 - Die zugespitzte politische Lage im Förderland Venezuela und die
bevorstehende Produktionsdrosselung der Opec haben die Ölpreise am
Freitag auf ein Ein-Jahres-Hoch getrieben. In den USA treffen die
Raffinerien bereits Vorbereitungen auf Lieferunterbrechungen aus
Venezuela, obwohl das Land versichert, dass es dazu nicht kommen wird.
Die Regierung in Washington hat sich bereits "extrem besorgt" über
die kräftig anziehenden Benzinpreise geäußert... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403060.htm#04030613
Mehr zum Thema "Venezuela" unter:
http://home/t-online.de/home/boa-archiv3/k0403020.htm#040301_e
http://home.t-online.e/home/boa-archiv3/k0403010.htm#04030105
http://www.jungewelt.de/2004/03-04/005.php
http://www.jungewelt.de/2004/03-05/006.php
Fünf russische Soldaten in Tschetschenien getötet
So.07.03.04 - Bei neuen Gefechten mit Rebellen sind in der russischen
Kaukasusrepublik Tschetschenien vier russische Soldaten und ein
tschetschenischer Polizist getötet worden. Das teilte am Samstag
die von Moskau gestützte Regierung mit. Mindestens 13 Soldaten und
Polizisten seien verletzt worden.
(Quelle: ap)
Bestürzung über Anschläge auf islamische Einrichtungen
in Frankreich
So.07.03.04 - Zwei Anschläge auf islamische Einrichtungen haben in Frankreich
für Bestürzung gesorgt. Am Freitagabend waren eine Moschee in
Annecy sowie ein Gebeetsraum in einem Vorort der
südfranzösischen Hafenstadt bei offenkundig gelegten
Bränden stark beschädigt worden. Mehrere hundert Menschen
versammelten sich am Samstag vor der Moschee. «Das ist kein
Vandalismus, das ist ein geplanter und organisierter Anschlag»,
sagte Kamel Kabtane, der regionaler Vorsitzende des Französischen
Rates für den Muslimischen Glauben.
Der französische Präsident Jacques Chirac verurteilte die
Vorfälle als «abscheuliche Taten» und erklärte
sein Mitgefühl und seine Solidarität mit allen Muslimen in
Frankreich. Die Behörden müssten die Verantwortlichen finden
und ihrer Strafe zuführen.
Der Gebeetsraum in der Vorstadt Seynod wurde bei dem Brand
vollständig zerstört. Der Brand in der Moschee konnte von der
Feuerwehr rasch gelöscht werden, dennoch entstand Sachschaden.
Niemand bekannte sich bis zum Samstag zu den mutmaßlichen
Anschlägen. Die Polizei gab keine Informationen über den
Stand der Ermittlungen.
In den vergangenen Monaten hat die islamische Gemeinschaft in
Frankreich eine zunehmende Islamfeindlichkeit beklagt, die Regierung
ergriff bislang jedoch keine Maßnahmen zum besseren Schutz
islamischer Einrichtungen.
(Quelle: ap)
Deutschland
Rot-Grün droht bei Rentenabstimmung Niederlage
So.07.03.04 - Bei der Abstimmung im Bundestag zum Renten-Nachhaltigkeitsgesetz am
kommenden Donnerstag droht der Bundesregierung laut "Focus"
möglicherweise eine Niederlage. Mindestens sieben SPD-Abgeordnete
wollen mit Nein stimmen, sollte die Regierung weiterhin Korrekturen an
dem Gesetzentwurf ablehnen, berichtet das Magazin. Auf Widerstand
stoße die geplante Kürzung der gesetzlichen Renten.
Das Nettorentenniveau soll von heute rund 53 Prozent auf 43 Prozent vor
Steuern im Jahr 2030 sinken. Viele SPD-Abgeordnete fordern laut "Focus"
eine Untergrenze von 46 Prozent. Ein Sprecherin des Sozialministeriums
sagte, wer eine höhere Zahl festschreiben wolle, der müsse
auch sagen, wie dies bezahlt werde.
Stimmen sieben Abgeordnete dagegen, hätte die Regierungskoalition
keine eigene Mehrheit, schreibt "Focus". Die Sprecherin des
Ministeriums sagte weiter, die Rentenniveauversicherungsklausel solle
den Gesetzgeber zum Handeln zwingen, wenn das Bruttorentenivau bis zum
Jahre 2020 den Wert 46 Prozent und bis zum Jahre 2030 den Wert 43
Prozent unterschreiten sollte. Dies sei eine Untergrenze, die auch bei
verschlechterten wirtschaftlichen Entwicklungen eingehalten werden
soll. Bei einer guten wirtschaftlichen Entwicklung werde das
Renteniveau höher liegen.
SPD-Fraktionschef Franz Müntefering warnte davor, Prozentzahlen
ein zu hohes Gewicht beizumessen. "Die Zahl allein sagt nichts aus.
Wenn man 46 Prozent sagt, dann ist das ja nur eine Relation von 100",
sagte Müntefering der "Süddeutschen Zeitung". Die
entscheidende Frage sei, wie hoch die durchschnittlichen Löhne
seien und der Wohlstand in 20 oder 30 Jahren. Bei einer guten
Wirtschaftslage können 43 Prozent mehr sein als 46 Prozent bei
einer schlechten", sagte Müntefering.
SPD und Grüne hatten sich vor einigen Tagen verständigt, im
Gesetz zur langfristigen Rentenreform ein Mindest-Rentenniveau
festzuschreiben. Bis zum Jahr 2020 soll das Niveau demnach auf nicht
weniger als 46 Prozent und bis 2030 auf 43 Prozent der
steuerbereinigten Nettorente sinken. In der SPD-Fraktion gibt es jedoch
Bestrebungen, das Niveau der Mindestrente dauerhaft bei 46 Prozent
festzuschreiben.
Im Streit um die neue Besteuerung von Renten und privaten
Alterseinkünften hofft die Grünen-Finanzexpertin Christine
Scheel unterdessen auf eine Einigung im Finanzausschuss.
(Quelle: afp)
Arbeitgeber-Chef will Rente erst mit 67
So.07.03.04 - Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt lehnt das vom
Gewerkschaftsflügel der SPD geforderte Mindestrentenniveau von
langfristig 43 Prozent kategorisch ab. Auch der künftige SPD-Chef
Franz Müntefering ist skeptisch.
«Ich warne davor, ein Rentenniveau gesetzlich festzuschreiben,
das später nicht mehr zu finanzieren ist. Damit ist niemand
geholfen», sagte Hundt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in
Berlin. «Teile der SPD wollen jetzt offenbar die Reformrolle
rückwärts.»
Schon der von der Regierung vorgelegte Gesetzentwurf führe bis
2030 «zu einem weiteren deutlichen Beitragssatzanstieg auf 22
Prozent und zu einer Verdoppelung des Bundeszuschuss zur
Rentenversicherung», sagte Hundt. Er forderte deshalb «eine
deutlich weitergehende Rentenreform» mit einer
«schrittweisen Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre und
einer Reform der Hinterbliebenenversorgung». Diese sei in der
derzeitigen Form auf Dauer zu kostspielig.
Mit seiner Kritik an einer Rentenniveau-Sicherung bei 46 Prozent
schloss sich der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände der Position von Bundessozialministerin Ulla
Schmidt (SPD) an. Diese hatte ihre Partei davor gewarnt, die
Mindestsicherung zu hoch anzusetzen, und plädiert langfristig
für ein Sicherungsniveau von nur noch 43 Prozent. Die Lücke
sollen die Beschäftigten durch vermehrte Privatvorsorge
schließen.
(Quelle: dpa)
Union will Tarif- und Arbeitsrecht deutlich verschärfen -
Empörung bei der Arbeitnehmervertretung der CDU, der SPD und den
Gewerkschaften
So.07.03.04 - Zum verstärkten Abbau der Arbeitslosigkeit erwägt die Union
eine radikale Verschärfung des Tarifs- und Arbeitsrechts.
Ein Beschlussentwurf für die Tagung der Parteipräsidien am
(heutigen) Sonntag sieht unter anderem vor, den Kündigungsschutz
für Neueinstellungen für vier Jahre komplett zu streichen.
Eine CDU-Sprecherin bestätigte am Samstag einen entsprechenden
Bericht der «Berliner Zeitung». Die Pläne lösten
bei der Arbeitnehmervertretung der CDU, der SPD und den Gewerkschaften
Empörung aus.
Der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA),
Hermann-Josef Arentz, forderte die Präsidien auf, den Plänen
nicht zuzustimmen: «Der Entwurf missbraucht die miserable
Wirtschaftslage, die von Rot-Grün zu verantworten ist, zu einem
Generalangriff auf Arbeitnehmerrechte.» Die Umsetzung des Papiers
würde nicht zu mehr Beschäftigung führen, sondern
«zu einem Dauerkonflikt» zwischen den Tarifparteien.
«So kriegt man keinen Aufschwung hin, sondern führt das Land
nur noch tiefer in die Krise», sagte Arentz der «Berliner
Zeitung».
Laut Entwurf sollen die fortdauernde Tarifbindung bei Austritt eines
Unternehmens aus dem Arbeitgeberverband sowie die
Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen aufgehoben werden.
Betriebliche Bündnisse für Arbeit sollen weitaus einfacher
möglich sein und das Arbeitsstättenrecht für
Kleinbetriebe aufgehoben werden. Dazu sagte Arentz im ZDF:
«Lohnfestsetzung nach Gutsherrenart lehnen wir ab.». Laut
Unions-Konzept ist für die Ladenöffnungszeiten von Montag bis
Samstag die Aufhebung aller Regelungen vorgesehen.
Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ludwig Stiegler nannte
die Vorschläge einen Angriff auf die Grundfesten der
Arbeitnehmerrechte. Die Union wolle «eine brutale, kalte
Marktgesellschaft».
IG-Metall-Chef Jürgen Peters sprach von einem
«Amoklauf» auf Arbeitnehmerrechte und die soziale
Demokratie in Deutschland. «Die Arbeitnehmer sollen sich nach dem
Willen der Union vollends den Unternehmen unterwerfen», sagte er
der «Welt am Sonntag». Mit der CDU/CSU gehe es für
Arbeitnehmer «zurück ins 19. Jahrhundert».
Nach Ansicht von ver.di-Vize Margret Mönig-Raane führen die
Vorschläge in die Verarmung und zu einem kälteren Klima in
der Gesellschaft. «Die Wähler sollten sich diese Pläne
genau anschauen, damit sie merken, was bei einer CDU/CSU-Regierung auf
sie zukäme», warnte sie. Ein DGB-Sprecher sprach von einer
«Politik des Knüppel aus dem Sack».
CSU-Generalsekretär Markus Söder verteidigte hingegen die
Pläne. Das geltende Recht verhindere Wachstum in Deutschland.
«Sozial ist, was Arbeit schafft», sagt er. Das
Wachstumsprogramm verbessere die Wettbewerbssituation von Unternehmen
und Arbeitnehmern massiv. Nur auf diesem Weg würden in Deutschland
wieder neue Arbeitsplätze entstehen.
(Quellen: dpa, ddp)
Kritik am CDU/CSU-Steuerkonzept aus den eigenen Reihen
So.07.03.04 - Der Steuerbeschluss der Union ist in die parteiinterne Kritik geraten.
Der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates, Kurt Lauk,
bemängelte, das CDU/CSU-Steuerkonzept bringe «nicht den
psychologischen Schub, der für einen Aufschwung so wichtig
ist». Durch die Aufteilung in zwei Reformstufen werde der
große Wurf in zwei kleine zerlegt. Der Spitzensteuersatz bleibe
zu hoch.
Die Finanzexperten der beiden Schwesterparteien hatten sich nach
wochenlanger Diskussion auf einen Kompromiss verständigt. Die
Einigung sieht eine Nettoentlastung von rund zehn Milliarden Euro vor.
Im Streit über den vom CDU-Finanzexperten Friedrich Merz
propagierten Stufentarif und den linear-progressiven Tarifverlauf im
CSU-Modell setzen beide Seiten auf ein schrittweises Vorgehen. Danach
soll der Stufentarif erst in einem zweiten Schritt eingeführt
werden, dafür wird der linear-progressive Tarif weiter abgesenkt
als im CSU-Modell vorgesehen.
(Quelle: ddp)
Das Steuerkonzept der Union
Der CDU-Finanzexperte Friedrich Merz und der bayerische Finanzminister
Kurt Faltlhauser (CSU) haben sich jetzt auf ein gemeinsames
Steuerkonzept der Union verständigt. Danach soll die von der CDU
propagierte radikale Steuerreform erst nach einem Zwischenschritt
verwirklicht werden. Die Kerngedanken des Kompromisses:
I. EINKOMMENSTEUERREFORM:
SCHRITT EINS: Die Union schlägt als Sofortprogramm eine weitere
Steuerentlastung innerhalb des bestehenden Systems vor. Am linear-
progressiven Tarif soll dabei festgehalten werden. Allerdings sollen
der Eingangssteuersatz auf 12 und der Spitzensteuersatz auf 36 Prozent
gesenkt werden. Die rot-grüne Bundesregierung hat bereits
beschlossen, den Eingangssteuersatz vom kommenden Jahr an auf 15 und
den Spitzensteuersatz auf 42 Prozent zu senken. Insgesamt wollen die
Unions-Finanzexperten die Bürger in dieser ersten Stufe um 10,7
Milliarden Euro entlasten. Die Summe soll durch Umschichtungen in den
Haushalten erwirtschaftet werden. Außerdem erhoffen sich Merz und
Faltlhauser Mehreinnahmen durch eine Stimulation der Wirtschaft.
PENDLERPAUSCHALE: Die Pendlerpauschale wird nach den Plänen der
Union auch im Schritt eins geändert. Dabei soll ein Arbeitnehmer-
Pauschbetrag in Höhe von 840 Euro eingeführt werden. Dabei
gehen Merz und Faltlhauser davon aus, dass ein Arbeitnehmer an 220
Tagen 15 Kilometer zu seiner Arbeitsstätte fährt. Es kommt
aber nicht darauf an, ob der Steuerpflichtige diese Strecke auch
wirklich zurücklegt. Für längere Fahrstrecken kann er
zusätzlich bis zu 50 Kilometern weitere 25 Cent pro Kilometer je
Arbeitstag absetzen. Die Kosten für Fahrtstrecken darüber
hinaus würden im Gegensatz zur bestehenden Gesetzeslage nicht mehr
berücksichtigt.
FREIBETRÄGE: Pro Person in seinem Haushalt kann ein
Steuerpflichtiger darüber hinaus einen Freibetrag von 8000 Euro
geltend machen. Das bedeutet, dass eine vierköpfige Familie ein
Einkommen von 24 000 Euro steuerfrei behalten kann.
SONN- UND FEIERTAGSZUSCHLÄGE: Die Steuerfreiheit von Sonn- und
Feiertagszuschlägen soll nach diesem Modell 2010 abgeschafft
werden. Weitere Ausnahmetatbestände sollen ebenfalls schon in der
ersten Stufe gestrichen werden.
EIGENHEIMPAUSCHALE: Die Eigenheimpauschale wird nicht angetastet.
SCHRITT ZWEI: Nach der Übernahme der Regierungsverantwortung soll
umgehend die von Merz ursprünglich vorgeschlagene radikale
Steuerreform innerhalb eines Jahres verwirklicht werden. Nach einem
Wahlsieg im Jahr 2006 wäre ein In-Kraft-Treten für den 1.
Januar 2008 geplant. In der zweiten Stufe ist die Einführung eines
Stufentarifs mit den Ecksteuersätzen von 12 und 36 Prozent
vorgesehen, der die Bürger im Schnitt noch stärker entlasten
soll als Schritt eins.
Auf ein konkretes Entlastungsvolumen haben sich die beiden
Finanzexperten allerdings nicht festgelegt. Auch im Schritt zwei sollen
die Familienfreibeträge und die Pendlerpauschale erhalten bleiben.
Auch die Streichung der Eigenheimpauschale ist nicht vorgesehen. Alle
anderen steuerlichen Vergünstigungen sollen dann aber gestrichen
werden.
II. UNTERNEHMENSTEUERREFORM:
GEWERBESTEUER: Die Gewerbesteuer, die den Kommunen zufließt, soll
abgeschafft werden. Stattdessen sollen die Städte und Gemeinden
eine Pauschale aus der Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer
zugewiesen werden. Diese soll den Namen Kommunalsteuer erhalten.
WAHLRECHT: Kleinere Unternehmen sollen auswählen können, ob
sie sich nach dem Einkommensteuerrecht oder dem
Körperschaftsteuerrecht veranlagen lassen. Außerdem soll das
Steuerrecht hier weiter vereinfacht werden.
KÖRPERSCHAFTSTEUER: Die Körperschaftsteuer soll erhöht
werden. Unter Einbeziehung der Kommunalsteuer soll sie in den
Sätzen der Einkommensteuer angeglichen werden.
Quelle: dpa, 06.03.04
Blick ins Archiv:
Steuerkonzept im Wettstreit
Die Vorschläge von Regierung, Opposition und
Prof. Paul Kirchhof für eine Steuerstrukturreform (Stand: 07.01.04):
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401080.htm#040108_e
|
BA bei Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe skeptisch
So.07.03.04 - Die Spitze der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) hegt
erhebliche Zweifel am Erfolg der geplanten Zusammenlegung von
Arbeitslosen- und Sozialhilfe, dem so genannten Hartz-IV-Gesetz. Das
berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf ein internes Papier des
BA-Vorstandes für den Verwaltungsrat. Danach befindet sich das
Vorhaben derzeit "in einer kritischen Phase", heißt es dem
Bericht zufolge.
Die geplanten Kooperationsmodelle mit den Sozialämtern
stießen auf "große Skepsis seitens der Kommunen" und
bedeuteten für die BA in vielen Fällen einen "erhöhten
Koordinierungsaufwand". Weiter heißt es: "Wenn notwendige
Bedingungen nicht beachtet werden, bestehen Risiken für den
Reformerfolg der BA."
Kritik am so genannten Optionsmodell, auf das sich im vergangenen
Dezember der Vermittlungsauschuss von Bundestag und Bundesrat geeinigt
hat, kommt auch aus dem Verwaltungsrat der Behörde. Das Vorhaben
bedeute für die BA ein "gigantisches Abenteuer", sagte
Arbeitgebervertreter Peter Clever dem "Spiegel". Die stellvertretende
DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer monierte, es bestehe die Gefahr,
dass bei dem Verfahren "am Ende nichts Vernünftiges herauskommen
wird".
Vorgesehen ist im so genannten Hartz-IV-Gesetz, dass im Regelfall die
Bundesagentur für Arbeit und Kommunen gemeinsam in den Job-Centern
der BA die Betreuung der Empfänger von Arbeitslosengeld II
übernehmen. Die Kommunen haben aber auch das Recht, diese Aufgabe
eigenständig zu übernehmen.
Zudem gibt es nach dem "Spiegel"-Bericht Verzögerungen bei der
Entwicklung der Software, mit der Arbeits- und Sozialämter
künftig das neue Arbeitslosengeld II verwalten sollen. So habe der
BA-Vorstand ein erstes so genanntes Fachkonzept des beauftragten
Firmenkonsortiums unter Beteiligung der Frankfurter Telekom-Tochter
T-Systems als unzulänglich zurückgewiesen. Das Konsortium
habe nun acht Wochen Zeit, ein verbessertes Konzept vorzulegen.
(Quelle: afp)
Zahl der Arztbesuche weiter rückläufig
So.07.03.04 - Die Zahl der Arztbesuche in Deutschland ist nach Inkrafttreten der
Gesundheitsreform auch im Februar zurückgegangen. Um drei bis
fünf Prozent sei die Anzahl der Arztkontakte gesunken, sagte ein
Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dem
«Tagesspiegel am Sonntag». Damit setzt sich der Trend vom
Januar fort - damals waren die Arztbesuche um fünf bis acht
Prozent zurückgegangen.
Vor allem die Fachärzte werden nach Erkenntnissen der KBV von den
Patienten gemieden. Hals-Nasen-Ohrenärzte, Orthopäden und
Hautärzte seien überproportional vom Rückgang betroffen,
sagte der Sprecher. Allerdings seien die Zahlen noch Schätzungen.
Mehrere Krankenkassen prüften nun, wegen der Kostenersparnisse die
Beiträge weiter zu senken. «Wir peilen das an», sagte
ein Sprecher der Barmer Ersatzkasse. Die größte deutsche
Kasse hat bereits beschlossen, zum 1. April ihren Beitrag von 14,9 auf
14,7 Prozent zu senken. Auch ein Sprecher der Deutschen
Angestellten-Krankenkasse (DAK) sagte: «Wir können
hoffentlich am Ende des Jahres sagen, dass wir die Beiträge noch
einmal senken werden.» Die DAK hatte zum 1. Januar ihren Satz von
15,2 auf 14,7 Prozent zurückgenommen.
(Quelle: ddp)
Verfassungsrechtler Arnim für Direktwahl des Bundespräsidenten
So.07.03.04 - Der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim plädiert für
eine Direktwahl des Bundespräsidenten. Ein vom Volk legitimierter
Präsident sei unabhängiger von den Parteien und könnte
«materiell mitwirken und Kontrolle ausüben», sagte
Arnim. Er kritisierte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur
ddp zugleich, dass für eine Nominierung für das höchste
Staatsamt die Qualität der Bewerber heute weniger entscheidend sei
als die jeweilige Position der Parteien.
Die Entscheidung über den neuen Bundespräsidenten in der
Bundesversammlung sei zudem nur noch ein «Abnicken»,
fügte Arnim hinzu. «Das ist eigentlich keine Wahl
mehr», sagte er.
Für eine Direktwahl des Bundespräsidenten müssten
Bundestag und Bundesrat zunächst jeweils mit Zwei-Drittel-Mehrheit
einer Verfassungsänderung zustimmen. Die Chancen hierfür
beurteilte Arnim allerdings skeptisch. «Das ist auf absehbare
Zeit nicht machbar. Die politischen Parteien werden sich das Heft,
darüber zu entscheiden, nicht aus der Hand nehmen lassen»,
sagte der Verfassungsrechtler.
Er wünschte sich zugleich einen «mutigeren»
Bundespräsidenten, der die «erheblichen Kompetenzen nach dem
Grundgesetz» ausnutzt. Mit Blick auf das Recht des
Staatsoberhauptes zur Ernennung von Bundesbeamten verwies er darauf,
dass heute viele Ernennungen aus parteipolitischen Gründen
vorgenommen würden. Hier könne ein «vom Volk
legitimierter Bundespräsident Kontrolle ausüben und ein
gewisses Gegengewicht gegen den Vorrang der Parteipolitik
schaffen».
(Quelle: ddp)
Frauen werden in den Nachrichten vernachlässigt
So.07.03.04 - Weniger als 20 Prozent der in den Hauptnachrichten deutscher
Printmedien genannten Personen sind Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt
eine Stichprobenuntersuchung von 13 bundesweiten und großen
regionalen Tageszeitungen, die der Journalistinnenbund im Vorfeld des
Internationalen Frauentages am Montag veröffentlichte. Obwohl
Frauen als Führungs- und Fachkräfte in allen
gesellschaftlichen Bereichen zahlenmäßig zunehmen, stagniert
ihr Anteil in den Hauptnachrichten um die 18-Prozent-Marke. Sie werden
somit nicht angemessen in ihrer Rolle und Verantwortung
berücksichtigt, kritisierte die Organisation. Die Frauen
müssen sich allerdings teilweise an die eigene Nase fassen: Nach
Angaben des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) gibt es mehr Frauen
als Männer unter den Journalisten.
(Quelle: afp)
8. März - Weltfrauentag
Am Montag wird der 93. Internationale Frauentag begangen.
Er geht auf eine Initiative der deutschen Feministin und Sozialistin
Clara Zetkin beim internationalen sozialistischen Kongress im August
1910 in Kopenhagen zurück. In Deutschland war der Frauentag von
Anfang an ein Tag der sozialistischen Frauenorganisationen.
Schon beim ersten Mal, am 19. März 1911, wurde er mit 40
Veranstaltungen und 45.000 Teilnehmern in Berlin begangen. Auch
in Österreich, der Schweiz und Dänemark fand der
Frauentag statt. 1912 kamen Schweden, Frankreich und Holland dazu und
1913 Russland und die Tschechoslowakei. In den USA demonstrierten
vor allem Arbeiterinnen gegen harte Bedingungen und karge Löhne.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 bereitete den Veranstaltungen
zum Frauentag ein vorläufiges Ende. 1917 führte das
Kriegselend zu Unruhen; Arbeiterinnen forderten "Brot und Frieden".
Besondere Bedeutung sollte der Aufmarsch russischer Frauen in St.
Petersburg - nach dem damals in Russland geltenden Kalender am 23.
Februar, nach heute gültiger gregorianischer Zeitrechnung am 8.
März - für den Ausbruch der Revolution erhalten. 1921 wurde
der 8. März auf Beschluss der 2. kommunistischen Frauenkonferenz
in Moskau als internationaler Frauentag festgelegt, wieder auf
Initiative Clara Zetkins.
In Deutschland hatten die Sozialdemokratinnen mit bürgerlichen
Frauenstimmrechtsverbänden im November 1918 das Stimmrecht
für Frauen erstritten. In den 20er Jahren litten die Menschen
unter dem Elend der Weltwirtschaftskrise. In der Zeit des
nationalsozialistischen Regimes war der Frauentag verboten.
In der Nachkriegszeit begingen ihn besonders die kommunistischen
Staaten Europas als Tag der Befreiung der Frauen. Laut der herrschenden
Ideologie der DDR war der Sozialismus und damit die Gleichberechtigung
erreicht. Deshalb war der 8. März als Frauen"kampf"tag nicht mehr
nötig, und er wurde dann zum Frauentag ohne Kampf und ohne
politischen Inhalt.
In Westdeutschland dagegen war das Interesse am Frauentag, der anfangs
im Zeichen von Friedensdemonstrationen stand, verschwindend gering.
Erst in den späten 60er Jahren wurde der 8. März von der
jungen Frauengeneration wiederbelebt. Die Frauenbewegung kämpfte
unter anderem für den straffreien Schwangerschaftsabbruch und die
Einrichtung von Selbsthilfeprojekten. In der DDR fingen Frauen in den
80er Jahren wieder an, sich zusammenzuschließen und gegen die
Verhältnisse zu protestieren.
Die Grundforderungen sind seit den Anfängen erhalten geblieben:
gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Bildungs- und
Ausbildungschancen, soziale Sicherung von Frauen, politische
Gleichberechtigung und Frieden.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Amnesty: Gewalt gegen Frauen nimmt weltweit zu
Sa.06.03.04 - Die Gewalt gegen Frauen nimmt nach Angaben der
Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) weltweit zu.
"Gewalt gegen Frauen ist eine tägliche Realität, in allen
Gesellschaften rund um den Erdball und über die Grenzen von
Wohlstand hinweg", sagte Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von
ai Deutschland. Jede dritte Frau auf der Welt werde mindestens einmal
in ihrem Leben geschlagen, vergewaltigt oder sexuell missbraucht... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403060.htm#04030604
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/16910/1.html
Frauen bei eBay zur Versteigerung angeboten
Sa.06.03.04 - Auf der US-Website des Internet-Auktionshauses eBay werden nach Angaben
einer Menschenrechtsorganisation Frauen aus Südostasien
versteigert. Seit Anfang März würden drei junge
Vietnamesinnen mit Foto für ein Mindestgebot von umgerechnet etwa
4400 Euro auf dem Online-Marktplatz angeboten, erklärte die
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403060.htm#04030605
Laut UN sind Frauen im Berufsleben immer noch benachteiligt
Sa.06.03.04 - Frauen arbeiten weltweit zwar so viel wie nie zuvor, sind bei Gehalt
und Karrierechancen aber immer noch benachteiligt. Der Weg zu
Führungspositionen sei für weibliche Beschäftigte
«langsam, uneben und manchmal entmutigend», heißt es
in einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der
anlässlich des Weltfrauentages am 8. März am Freitag in Genf
vorgestellt wurde.. Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403060.htm#04030606
Frauen in EU verdienen weniger als Männer
Sa.21.02.04 - Frauen verdienen EU-weit immer noch ein Sechstel weniger als
Männer. Das hindere Frauen oft daran, eine Arbeit aufzunehmen,
heißt es in einer Studie von EU-Sozialkommissarin Anna
Diamantopoulou. Sie rief die Mitgliedstaaten zu raschem Handeln auf.
Ansonsten gerate das Ziel in Gefahr, bis 2010 sechs von zehn Frauen in
Lohn und Brot zu bringen... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0402210.htm#04022111
Oxfam-Studie: Ausbeutung von Frauen in globalen Lieferketten
großer Konzerne
Di.10.02.04 - Große Markenfirmen und Verkaufsketten der Bekleidungs- und
Lebensmittelindustrie sind einer neuen Studie der
Entwicklungsorganisation Oxfam International zufolge für die
Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von Millionen von Arbeiterinnen
auf der ganzen Welt verantwortlich.. Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402100.htm#04021006
Europäische Vergleichsstudie: Deutschland hat die
wenigsten Frauen in Führungsposition
Sa.25.10.03 - In Deutschland gibt es nach einer europäischen Vergleichsstudie
die wenigsten Frauen in Führungspositionen. In der obersten Ebene
sind fünf Prozent, im mittleren Management 14 Prozent und im
unteren nur 19 Prozent der Führungskräfte weiblich... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv1/k0310250.htm#03102510
Bisher garantiert chancenlos: Frauen für das höchste Amt
Langsam, mühevoll und beharrlich haben Frauen in Deutschland sich
einen Platz in der Politik erkämpft - aber bei der Vergabe der
Posten von Bundespräsident und Bundeskanzler gingen sie bisher
stets leer aus... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403060.htm#040306_o
|
hans rudolf zeller
tesa-arbeiten + klammerausdrücke
aus den 60-er jahren
freitag 5. märz bis freitag 30. april 2004
b.o.a. - gabelsbergerstrasse 17 - 80333 münchen
öffnung nach vereinbarung: tel.+ fax 089-39 43 66
|
Hans Rudolf Zeller, geboren
1934 in Berlin, Studien in Freiburg und Köln. Seit 1959 Essays,
Rundfunksendungen, Übersetzungen und experimentelle Texte.
Mitarbeiter der Schriftenreihe MUSIK-KONZEPTE und der ZEITSCHRIFT
FÜR EXPERIMENTELLE MUSIK. Editionen:
Dieter Schnebel Denkbare Musik
(1972) und Cage Box (1979).
Xenakis-Ausstellung in Bonn (1974). Veranstaltungsreihe über Musik der anderen Tradition (Bonn
1981), über das Gesamtwerk von Alban Berg (Kalkutta 1985 /
München 1986), über Edgard Varese und Ferruccio Busoni (Sofia
1994). Entwurf einer kinematologischen Literatur in verschiedenen
Dimensionen: Textbänder -operative Texte - Handschriften -
Versuche für Sprechorgane u.a. Blablamata
(1963), kinem kontexte
(1965); kinem X. Seit 1976 Medienkompositionen (Marx-Mill; Schallplattenmusik)
sowie Sprech-Schriften und Stücke für Stimme(n) und
Diascriptor(en) (u.a. DENKFIGUR, DIA-LOG, Essay über
Klänge, ohne abzusetzen, Klavierartikulation). In den 90er Jahren
Vortragsreisen über werkspezifische Mikrotonsysteme und Modelle
der Medienkomposition.
Husserl-Töne für Sprecher und Folienprojektionen.
Arbeiten zum Projekt Schrift - Laut
- Musik mit Videoproduktionen (Scriptophonie).
Siebenteilige Sendereihe: Kriterien
der experimentellen Musik (1999). Mitherausgeber von Musik der anderen Tradition - Mikrotonale Tonwelten (2003).
Sendereihe Zwischen Mythos und
Mathematik - Iannis Xenakis und die experimentelle Musik danach
(2004).
Flashfilme :
Hans Rudolf Zeller - Sprechschriftbild - Statische Zeichnung und
Sprechen:
http://www.uni-ulm.de/uni/intgruppen/muwe/programm/medienkunst/flashfilme/1u2.html
http://www.uni-ulm.de/uni/intgruppen/muwe/programm/medienkunst/flashfilme/la.html