Aktuelle Nachrichten
Irak am dreihundertundsiebzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Schiitenführer Sistani in Irak will UN-Expertenteam nicht
empfangen. Wieder Tote bei Anschlägen in Irak. Bei Demonstrationen
in Basra 13 britische Soldaten verletzt
Di.23.03.04 - Das Oberhaupt der irakischen Schiiten, Großayatollah Ali el
Sistani, will die UN-Mission in Irak boykottieren, sollten die
Vereinten Nationen die Anfang März verabschiedete
Übergangsverfassung anerkennen. Er wolle weder an Treffen noch an
Beratungen mit Vertretern der UNO teilnehmen, solange diese nicht
erklärt habe, dass "die Verfassung für die (irakische)
Nationalversammlung nicht bindend" sei, hieß es in einem am
Montag veröffentlichten Brief Sistanis an den
UN-Sonderbeauftragten für Irak, Lakhdar Brahimi. Darüber
hinaus dürfe die Verfassung auch in keiner Resolution des
UN-Sicherheitsrates erwähnt werden.
Zwei finnische Geschäftsleute sind am Montag in der irakischen
Hauptstadt Bagdad erschossen worden. Die beiden Männer hätten
einer Delegation angehört, die sich um neue Wirtschaftskontakte zu
Irak bemüht habe, erklärte das Außenministerium in
Helsinki. Ein Augenzeuge sagte, der Wagen der Männer sei in einem
Tunnel im Westen der Stadt angegriffen worden. Ihr irakischer Fahrer
blieb unverletzt.
Der finnische Außenminister Erkki Tuomioja sprach den
Angehörigen der Getöteten im Namen der Regierung sein
Mitgefühl aus. Er sei schockiert über diesen grausamen Mord,
erklärte Tuomioja. Die Ereignisse zeigten, wie weit der Weg zu
einer Verbesserung der Sicherheit noch sei. Die finnische
Handelsministerin Paula Lahtomka sagte, der Vorfall werde das
Engagement des Landes in Irak nicht stoppen. Aus Behördenkreisen
verlautete, die finnische Delegation wolle ihre Reise abbrechen und
Irak so schnell wie möglich verlassen.
Bei der Explosion einer Autobombe vor einem
US-Luftwaffenstützpunkt nahe der irakischen Stadt Balad wurden am
Montag zwei irakische Zivilpersonen getötet. Weitere 25 wurden
verletzt, wie ein Sprecher des irakischen Zivilverteidigungskorps
erklärte. Die US-Streitkräfte im nahe gelegenen Tikrit
erklärten, bei dem Angreifer habe es sich möglicherweise um
einen Selbstmordattentäter gehandelt. Er sei getötet worden.
Ein Anschlag auf eine US-Militärpatrouille in Bagdad kostete einen
amerikanischen Soldaten und einen irakischen Dolmetscher das Leben.
Drei Soldaten wurden verletzt, wie die US-Streitkräfte am Montag
erklärten. Der Anschlag mit einem Sprengsatz sei am Sonntag in Abu
Ghraib im Westen der irakischen Hauptstadt verübt worden.
Bei einem bewaffneten Angriff in der nordirakischen Stadt Kirkuk sind
am Dienstagmorgen zwei Polizisten getötet worden. Wie ein
Polizeioffizier mitteilte, befanden sich die beiden Brüder an einem
Kontrollposten im Zentrum der im Kurdengebiet gelegenen Stadt, als vier
Männer sie aus einem vorbeifahrenden Auto beschossen. Zwei weitere
Polizisten wurden schwer verletzt. Irakische Polizisten werden
häufig angegriffen, weil sie Mitgliedern des bewaffneten
Widerstands als Kollaborateure der US-geführten Besatzungstruppen
gelten.
In Basra setzten britische Soldaten am Montag Tränengas gegen etwa
500 arbeitslose Iraker ein, die die Truppen mit Steinen und Granaten
bewarfen. Die Iraker seien verärgert, weil sie keine
Arbeitsplätze bei der örtlichen Polizei erhalten hätten,
sagte ein Gewährsmann. Sechs Iraker und drei Soldaten seien
verletzt worden.
Bei Zusammenstößen mit irakischen Demonstranten sind in der
südirakischen Stadt Basra 13 britische Soldaten verletzt worden.
Laut Verteidigungsministerium in London trugen neun der Männer
Verletzungen durch eine Granatenexplosion davon. Die etwa 500 Iraker
sollen dagegen protestiert haben, dass sie bei den örtlichen
Zollbehörden keine Arbeit bekamen. Die britischen Soldaten
hätten Tränengas eingesetzt. Ihre Verletzungen seien nicht
lebensbedrohlich. Die arbeitslosen Iraker hatten die Truppen mit
Steinen und Brandbomben beworfen
Der Präsident des irakischen Verwaltungsrats, Mohammed Bahr El
Ullum, brach am Montag zu Gesprächen mit der japanischen Regierung
in Tokio auf. Darin soll es nach offiziellen Angaben um japanische
Unterstützung für den Wiederaufbau Iraks gehen. Bahr el Ullum
wird von drei weiteren Mitgliedern des Verwaltungsrats begleitet. Die
Delegation soll anschließend nach China und Tunesien weiterreisen.
(Quellen: dpa, afp, ap)
Blick ins Archiv:
Krieg gegen Irak hat begonnen
Do.20.03.03 - US-Präsident: Erste Phase der Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden +++
Knapp zwei Stunden nach Ablauf des Ultimatums an Saddam Hussein: Luftangriffe auf Bagdad +++
USA und Großbritannien haben 280.000 Mann in der Golfregion zusammengezogen +++
Bush: Krieg könne länger dauern und schwieriger werden als manche vorhersagten... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303200.htm#news
Zweiter Kriegstag in Irak
Fr.21.03.03 - US-Streitkräfte starten Bodenoffensive +++ Mit ihrem Militärschlag
gegen Irak setzen die USA erstmals ihre neue Strategie des Präventivschlages um +++
Der Krieg hatte am Donnerstag um 3.33 Uhr MEZ begonnen und löste in aller Welt
Betroffenheit, Wut und Entsetzen aus +++ Weltweit demonstrierten schätzungsweise 1 Million
Menschen gegen den Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303210.htm#news
Dritter Kriegstag in Irak
Sa.22.03.03 - 20:00 Uhr - Massive Luftoffensive gegen Irak hat begonnen -
Bagdad unter Dauerbeschuss +++ Die US-Streitkräfte haben die Angriffe
auf die irakische Hauptstadt mit unverminderter Härte fortgesetzt. Nachdem bereits
den ganzen Tag über geschossen wurde, begann nach kurzer Pause am Abend
eine neue Angriffswelle. Es waren wieder zahlreiche Einschläge und Explosionen zu
hören. Angaben über Opfer, Schäden und Ziele liegen noch nicht vor. ..
Die alliierten Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bisher keine
Massenvernichtungswaffen im Irak entdeckt... Erneut weltweit Proteste gegen Irak-Krieg ...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303220.htm#news
Vierter Kriegstag in Irak
Luftangriffe auf Bagdad gehen weiter +++ 500 Marschflugkörper,
Raketen und Bomben an einem Tag +++ Verlässliche Angaben über Opfer liegen nicht
vor +++ Suche nach Massenvernichtungswaffen bisher erfolglos +++
US-Bodentruppen haben angeblich den halben Weg nach Bagdad geschafft +++
Massive multimediale Propagandakampagne, um das irakische Militär zur
Aufgabe zu bewegen... US-Präsident berät mit Kriegskabinett - Amerikaner werden
auf einen längeren Krieg eingestimmt... Max-Planck-Direktor Rüdiger Wolfrum
sieht im Vorgehen der USA einen Bruch des Völkerrechts... Weltweit protestieren wieder
Hunderttausende gegen Irak-Krieg ... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303230.htm#news
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... Mehr unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
Ein Jahr Bomben auf Bagdad: Sind die USA gescheitert?
Längst beherrscht der Katzenjammer die Bush-Krieger, die sich
ihres Sieges nicht wirklich erfreuen können, weil die Probleme
größer denn je zuvor sind ...
Analysen, Berichte und Interviews zum Thema unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403200.htm#040320_a
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Kabul stationiert Soldaten im Krisengebiet von Herat -
Struck will Bundeswehr nicht aus Afghanistan abziehen
Di.23.03.04 - Einen Tag nach der Ermordung von Luftfahrtminister Mirwais Sadik hat
die afghanische Regierung am Montag rund 600 Soldaten in der Stadt
Herat stationiert. Soldaten des dortigen Gouverneurs hatten zuvor nach
eigenen Angaben die Kontrolle über die westafghanische Stadt
wieder hergestellt. Bei den Kämpfen am Sonntag sollen bis zu 100
Menschen getötet worden sein. Verteidigungsminister Mohammed Fahim
und Innenminister Ali Ahmad Dschalali trafen am Montagmorgen zur
Aufklärung der Hintergründe in Herat ein.
Sadik war der Sohn des Gouverneurs von Herat, Ismail Khan, der seit dem
Sturz der Taliban 2001 eine große Privatarmee unterhält. Er
ist bereits das dritte Regierungsmitglied, das seit Amtsantritt von
Präsident Hamid Karsai ermordet wurde. Der Kommandeur einer mit
Khan rivalisierenden Miliz, Sahir Naib Sada, der sich zur Ermordung
Sadiks bekannte, war am Montag nach Polizeiangaben verschwunden. Khans
Truppen hätten 150 seiner Kämpfer gefangen genommen, weitere
500 hätten sich ergeben.
Die Kämpfe in Herat spielten sich nach Angaben des
Auswärtigen Amtes in der unmittelbaren Umgebung der erst im
Dezember eingerichteten Außenstelle der deutschen Botschaft
statt. Die acht deutschen Diplomaten hätten auf dem Gelände
des US-geführten Wiederaufbauteams Schutz gefunden. Die
Sicherheitslage werde aufmerksam beobachtet. Das Auswärtige Amt
stehe in ständiger Verbindung mit seinen Mitarbeitern dort, sagte
eine Sprecherin. Auch italienische Diplomaten fanden Schutz auf der
US-Basis.
Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe sitzen nach Angaben der
Organisation in Herat fest. Man erwäge, das Personal um
Projektkoordinator Stephan Titze abzuziehen, teilten die Johanniter in
Berlin mit.
Die Bundeswehr wird sich nach den Worten von Verteidigungsminister
Peter Struck trotz der zugespitzten Lage nicht aus Afghanistan
zurückziehen. Die Garnison werde sogar verstärkt, sagte
Struck am Sonntagabend in der ARD-Sendung «Sabine
Christiansen». Ein Abzug der Bundeswehr würde nach seiner
Einschätzung ein Scheitern der Bemühungen des Westens
bedeuten. Das wäre eine schwere politische und geistige
Niederlage, fügte der SPD-Politiker hinzu.
In Afghanistan sind derzeit insgesamt etwa 1.800 deutsche Soldaten
stationiert. Hinzu kommen rund 200 Soldaten, die den Einsatz aus
Usbekistan unterstützen. Ein Sprecher des Vereidigungsministeriums
sagte, mit der von Struck angesprochenen Verstärkung sei der
Einsatz in der nordafghanischen Stadt Kundus gemeint, wo bislang 200
Bundeswehrangehörige sind. Das dortige Kontingent wird derzeit
erweitert.
Der Afghanistan-Berichterstatter des Europäischen Parlaments, der
PDS-Abgeordnete André Brie, forderte angesichts der Kämpfe
eine konsequente Entwaffnung der Milizen. Die Abrüstung der
Privatarmeen sei ein wesentliches Element des Aufbaus und der
Stärkung staatlicher Strukturen in Afghanistan, erklärte der
Europaparlamentarier in Dublin. Vor dem Hintergrund der derzeitigen
parallelen Offensiven von pakistanischen und US-Truppen in der
Grenzregion von Afghanistan und Pakistan rief Brie die EU zur
Verstärkung ihres Engagements in dem Land auf.
(Quelle: ap)
Mindestens zwölf pakistanische Soldaten bei Überfall
getötet
Di.23.03.04 - Bei einem Überfall auf einen pakistanischen Armeekonvoi sind
mindestens zwölf Soldaten getötet und 15 weitere verwundet
worden. Wie ein Militärsprecher am Dienstag weiter mitteilte,
sollten die Soldaten die Offensive gegen El-Kaida-Kämpfer im
Grenzgebiet zu Afghanistan verstärken. Wer hinter dem Angriff
steckte, war zunächst nicht bekannt.
(Quelle: ap)
Ex-Regierungsberater: Der 11. September hätte verhindert werden
können - US-Vizepräsident spielt
Versäumnis-Vorwürfe herunter
Di.23.03.04 - Die Bush-Administration habe nicht nur die Hinweise der Geheimdienste
auf einen bevorstehenden großen Anschlag so lange ignoriert bis
es zu spät war, sondern danach auch darauf gedrängt dass eine
Verbindung zum Irak konstruiert werde, sagte Richard Clarke in einem
CBS-Interview. Clark war Terrorismus-Koordinator des Weißen Haus
unter allen Präsidenten seit Ronald Reagan.
Richard Clarke: "Rumsfeld sagte dass wir den Irak bombardieren
müssen. Und wir alle sagten ... Nein, Nein. Al-Kaida ist in
Afghanistan. Wir müssen Afghanistan bombardieren. Und Rumsfeld
antwortete dass es keine guten Ziele in Afghanistan gäbe. Und dass
es eine Menge guter Ziele im Irak gäbe. Ich antwortete, 'Nun, es
gibt eine Menge guter Ziele an vielen Orten, aber Irak hat nichts damit
zu tun.' Anfangs dachte ich, als er sagte 'Es gibt nicht genug Ziele in
Afghanistan', ich dachte er würde scherzen."
Anschließend bekamen Clarke und die Sicherheitsdienste den
Auftrag, die Verbindung zwischen dem 11. September und Irak zu
überprüfen. Da sie nichts fanden, schrieben sie genau das in
ihren Bericht, der kam von Bushs Sicherheitsberatern zurück -
"falsche Antwort"... Mehr unter:
http://www.aaronsw.com/weblog/001190
US-Vizepräsident Richard Cheney hat derweil die harte Kritik von Richard
Clarke heruntergespielt. Clarke sei in wichtige Entscheidungen der
Regierung nicht eingebunden gewesen, sagte Cheney am Montag in einem
Radiointerview mit dem konservativen US-Journalisten Rush Limbaugh. Der
frühere Berater von US-Präsident George W. Bush sei bei
vielen Dingen nicht auf dem Laufenden gewesen. So habe seine Regierung
drei Wochen nach Amtsantritt im Januar 2001 mit dem pakistanischen
Präsidenten Pervez Musharraf einen Angriff auf die afghanischen
Taliban erörtert, um deren Unterstützung für das
Terrornetzwerk El Kaida zu beenden.
(Quellen: rollberg, afp)
Nahost-Konflikt
Fünf Palästinenser sterben bei Protesten nach Tötung von
Hamas-Gründer Jassin. Palästinenser fordern Sicherheitsrat
zu Verurteilung Israels auf. US-Sicherheitsberaterin Rice: USA wussten
nichts von geplantem Angriff auf Jassin. Weltweite Kritik an
Liquidierung des Hamas-Führers. Israel will an gezielten
Tötungen von Extremisten festhalten. Israelische Panzer in
nördlichen Gazastreifen eingerückt
Di.23.03.04 - Nach der gezielten Tötung des Hamas-Gründers Scheich Ahmed
Jassin durch Israel ist es zu Ausschreitungen gekommen. Bei
Zusammenstößen bewaffneter Palästinenser mit
israelischen Sicherheitskräften wurden in den besetzten Gebieten
mindestens fünf Palästinenser getötet.
Israelische Kampfhubschrauber hatten am Montagmorgen den gelähmten
Jassin in Gaza-Stadt mit Raketen beschossen und zusammen mit sieben
weiteren Menschen getötet. Jassin war der spirituelle
Anführer der radikalen Hamas-Bewegung, die für die
Zerstörung Israels kämpft und zahlreiche
Selbstmordanschläge in Israel verübt hat.
Israels Außenminister Silwan Schalom unterrichtete in Washington
seinen Kollegen Colin Powell, US-Vizepräsident Dick Cheney und die
Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice über das
israelische Vorgehen. Die US-Regierung sei an der Entscheidung
über den Militärschlag nicht beteiligt gewesen, sagte
Schalom. Auch Rice betonte, die US-Regierung sei nicht vorab informiert
worden.
Die Palästinenser haben unterdessen den UN-Sicherheitsrat
aufgefordert, den israelischen Luftangriff auf Hamas-Gründer
Jassin offiziell zu verurteilen. Die Tat und die Praxis gezielter
Tötungen würden international missbilligt, sagte der
palästinensische Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York,
Nasser El Kidwa. «Der Sicherheitsrat sollte seiner Verantwortung
nachkommen und diese internationale Verurteilung auf breiter Basis
widerspiegeln», sagte El Kidwa.
Zuvor hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan den Angriff auf Jassin
kritisiert und Israel aufgefordert, die gezielten Tötungen
palästinensischer Extremisten einzustellen. Eine Resolution des
Sicherheitsrates könnte nur mit Billigung der USA verabschiedet
werden, die als ständiges Mitglied des Gremiums ein Veto-Recht
haben. Washington hielt sich am Montag jedoch mit einer Beurteilung des
israelischen Vorgehens zurück. Das Weisse Haus erklärte
lediglich, man sei «zutiefst beunruhigt».
Die gezielte Tötung des Hamas-Gründers ist derweil weltweit
auf scharfe Kritik gestoßen. Die EU-Außenminister
verurteilten am Montag das Vorgehen Israels, Bundeskanzler Gerhard
Schröder schloss sich dem an. Bundesaußenminister Joschka
Fischer äußerte sich besorgt über die Zukunft des
Nahost-Friedensprozesses.
Die EU-Außenminister erklärten in Brüssel, die so
genannten außergesetzlichen Tötungen «stehen nicht nur
internationalem Recht entgegen, sie unterlaufen auch das Prinzip des
Rechtsstaats, der im Kampf gegen den Terrorismus ein
Schlüsselelement ist». Schröder sagte, die Minister
hätten «eine angemessene Bewertung abgegeben», als sie
die Tötung des Scheichs als nicht akzeptabel bezeichnet
hätten. Ihre Erklärung sei «inhaltlich
angemessen», sagte der Kanzler.
«Wir sind vor allen Dingen besorgt über die Konsequenzen und
die möglichen Konsequenzen», sagte Fischer in Brüssel.
Beide Seiten müssten begreifen, dass eine Lösung des
Konflikts nur mit Verhandlungen gefunden werden könne. Der heutige
Tag habe dies aber «nicht leichter gemacht», sagte Fischer.
«Terror und Gewalt wird nur zu weiteren Opfern führen.»
Die EU-Außenminister betonten, die EU habe wiederholt die
terroristischen Anschläge der Hamas verurteilt. Die Gemeinschaft
erkenne das Recht Israels an, seine Bürger vor dem Terrorismus zu
schützen. Allerdings sollte Israel dabei internationales Recht
einhalten. «Israel ist zu außergesetzlichen Tötungen
nicht berechtigt.» Von beiden Seiten forderten die
EU-Außenminister ebenso wie die USA Zurückhaltung.
Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana erklärte: «Diese
Art von Aktionen trägt nicht zum Dialog und Frieden in der Region
bei.» Der Vorfall sei eine «schlechte Nachricht für
den Friedensprozess». Der britische Außenminister Jack
Straw sagte, ein solches Vorgehen werde nicht dazu führen, dass
Israel seine Ziele erreiche. Ein Sprecher des britischen
Premierministers Tony Blair sprach von einem Rückschlag für
die Friedenshoffnungen. Der französische Außenminister
Dominique de Villepin sagte: «Ein solches Vorgehen nährt die
Spirale der Gewalt.»
Die US-Regierung hat sich "tief beunruhigt" über die Tötung
Jassins durch Israel gezeigt. Der Sprecher des Präsidialamtes
Scott McClellan vermied jedoch im Gegensatz zur Europäischen Union
(EU) und UN-Generalsekretär Kofi Annan eine eindeutige
Verurteilung der israelischen Aktion. Zugleich bekräftigte
McClellan am Montag, Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung gegen
Terror-Gruppen.
McClellan mahnte zur Ruhe in der Nahost-Region. Von der
Palästinenser-Regierung forderte er, alles zu tun, um den radikalen
Palästinenser-Organisationen entgegenzutreten und sie zu
zerschlagen. Die Konfliktparteien sollten alle Aktionen vermeiden, die
eine Wiederherstellung der Ruhe erschwerten. Der Sprecher des
Außenministeriums Richard Boucher sagte: "Dieses Ereignis
verschärft die Spannungen und hilft nicht, wieder zu Fortschritten
in Richtung Frieden zu kommen."
Der Vatikan erklärte, ein dauerhafter Frieden könne niemals
durch eine Demonstration der Stärke erreicht werden. Der Heilige
Stuhl schließe sich daher der internationalen Gemeinschaft in der
Missbilligung dieses Gewaltakts an, sagte Sprecher Joaquin
Navarro-Valls. Auch Russland äußerte sich besorgt über
eine mögliche Eskalation der Gewalt.
Vertreter der Vereinten Nationen, der USA, Russlands und der EU wollten
am Montagabend zu Krisengesprächen zusammenkommen. Nach Angaben
des ägyptischen Außenministeriums war ein Treffen des
Nahost-Quartetts in der US-Botschaft in Kairo geplant.
Aus Protest gegen die Tötung Jassins sagte Ägypten einen
Besuch von Abgeordneten in Israel ab, wie das staatliche
ägyptische Fernsehen berichtete. Die Delegation sollte am Dienstag
zu Feiern des vor 25 Jahren unterzeichneten Camp-David-Abkommens nach
Jerusalem reisen. Präsident Husni Mubarak nannte den Angriff auf
Jassin «bedauerlich und feige». Kritisch
äußerten sich auch Libanon, Jordanien und Kuwait. In
verschiedenen arabischen Staaten protestierten zehntausende Menschen
gegen den Angriff.
Das geistliche Oberhaupt der Schiiten in Irak, Großayatollah Ali
el Husseini el Sistani, hat den tödlichen israelischen
Angriff Scheich Ahmed Jassin verurteilt und zu einem
Schulterschluss der arabischen Welt aufgerufen. "Die zionistische
Besatzungsmacht hat ein hässliches Verbrechen am
palästinensischen Volk begangen", erklärte Sistani in einer
schriftlichen Stellungnahme, die sein Büro in Nadschaf am Montag
herausgab.
"Wir fordern die Söhne der arabischen und islamischen Nationen auf
zusammenzuhalten, sich zu vereinigen und hart an der Befreiung des
besetzten Landes und der Wiederherstellung des Rechts zu arbeiten",
hieß es in Sistanis Erklärung weiter. Jassin bezeichnete der
Großayatollah als Helden des palästinensischen Volkes und
als Märtyrer.
Ähnlich äußerte sich in Syrien der politische
Führer der Hamas, Chaled Maschaal. Jassins Tod werde zu "mehr
Einheit und mehr Widerstand" führen. "Wir werden eine neue Phase
des Aufstands und des Widerstands einleiten", sagte Maschaal. "Dann
wird (der israelische Ministerpräsident Ariel) Scharon erkennen,
wie töricht es war, dieses Verbrechen zu begehen".
Auf einer islamistischen Internet-Site wurde ein angeblich von einer
El-Kaida-Gruppe stammender Brief veröffentlicht, in dem Vergeltung
für den Tod Jassins angekündigt wird.
Die Website El Ansar veröffentlichte eine Erklärung, die
angeblich von der El-Kaida-nahen Gruppe Abu-Hafs-el-Masri-Brigade
stammt. Diese Gruppe hat sich zu den Anschlägen in Madrid bekannt,
bei denen mehr als 200 Menschen getötet wurden. "Wir sagen den
Palästinensern, dass das Blut von Scheich Ahmed Jassin nicht
umsonst geflossen ist", hieß es in der Erklärung, "und wir
rufen alle Legionen der Abu-Hafs-el-Masri-Brigade auf, ihn zu
rächen, indem sie den Tyrannen dieser Zeit, Amerika, und seine
Verbündeten angreifen." Ob die Erklärung echt ist, war
zunächst nicht zu klären.
Israel will auch nach der international scharf kritisierten Tötung
des geistlichen Hamas-Führers Jassin an der Politik der
"Liquidierung" von Extremisten festhalten und nach Möglichkeit die
gesamte Führung der Untergrundorganisation Hamas töten, wie
am Dienstag aus Sicherheitskreisen verlautete. Diese Entscheidung habe
das israelische Kabinett in der vergangenen Woche als Reaktion auf die
Selbstmordanschläge vom 14. März in der Hafenstadt Aschdod im
Geheimen getroffen, verlautete weiter. Nach der Tötung von
Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin am Montag habe
Verteidigungsminister Schaul Mofas fünf Stunden lang mit den
Leitern der verschiedenen Sicherheitsdienste konferiert. Dabei sei die
Kabinettsentscheidung bestätigt worden. Israel werde nicht auf den
nächsten Hamas-Anschlag warten, sondern zuschlagen, sobald sich
eine Möglichkeit biete, hieß es. Bei den Anschlägen von
Aschdod wurden zehn Israelis getötet. Nach Angabe des israelischen
Armeerundfunks bezeichnete Verteidigungsminister Mofas die
radikalislamische Hamas-Organisation als "strategischen Feind Israels,
der als solcher "zerstört" werden müsse.
Israel stellt sich nach der Tötung Jassins auf Wochen der
höchsten Alarmbereitschaft ein. Nach Medienberichten wurden die
Polizeikräfte landesweit weiter verstärkt. Aus
Sicherheitskreisen verlautete, man erwarte eine Welle schwerer
Racheanschläge.
Israelische Panzer sind am späten Montagabend in den
nördlichen Gazastreifen eingerückt. Sie sollen nach
israelischen Militärangaben weitere Raketenangriffe unterbinden,
nachdem israelische Orte und jüdische Siedlungen im Gazastreifen
beschossen worden waren. Augenzeugen berichteten von mindestens sechs
Panzern. Die Panzer seien rund 200 Meter vor der Ortschaft Beit Hanun
in Stellung gebracht worden.
(Quelle: ap, rtr, dpa, afp)
Israels Botschafter Stein sieht sein Land wegen Jassin-Attentat zu
Unrecht am Pranger
Di.23.03.04 - Der israelische Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, sieht Israel
wegen der Tötung von Jassin von der internationalen Gemeinschaft zu
Unrecht an den Pranger gestellt. "Ich verstehe die überzogenen
Reaktionen nicht. Keiner hat je reagiert, wenn Scheich Ahmed Jassin in
die Kameras gesagt hat, welch großer Erfolg die
Selbstmordattentate sind, die Israelis in den Tod reißen", sagte
Stein der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe). Sein Land
sei Opfer einer Doppelmoral. "Für den Westen ist es legitim, Bin
Laden zu töten, aber Israel soll vorsichtig und
rücksichtsvoll sein." Er sei "sehr traurig darüber, dass
unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden".
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt drückt US-Börsen tief ins Minus
Di.23.03.04 - Die Furcht vor einer weiteren Eskalation des Nahost-Konflikts hat am
Montag an der Wall Street eine Verkaufswelle ausgelöst und damit
die US-Aktienmärkte zum Wochenstart deutlich ins Minus
gedrückt.
Die Indizes der Standardwerte sackten um mehr als ein Prozent ab, wobei
der Dow-Jones sich stark der psychologisch wichtigen Marke von 10.000
Zählern näherte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq
verlor mehr als 1,5 Prozent.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 1,2
Prozent niedriger mit rund 10.064 Punkten. Der breiter gefasste
S&P-Index gab um 1,29 Prozent auf etwa 1095 Zähler nach. Der
Index der Technologiebörse Nasdaq verlor sogar 1,57 Prozent auf
rund 1909 Punkte. Dow Jones und Nasdaq fielen damit auf ihr niedrigstes
Niveau seit Mitte Dezember.
Wie bereits die europäischen Aktienmärkte stand auch die Wall
Street unter dem Eindruck der gespannten Lage im Nahen Osten.
(Quelle: rtr)
Nahost-Experte befürchtet palästinensischen Terror in Europa
Direktor des Deutschen Orient-Institutes in Hamburg sieht
Friedenschancen in Nahost derzeit bei Null
Di.23.03.04 - Nach dem tödlichen Luftangriff auf Hamas-Gründer Scheich
Ahmed Jassin befürchtet Orient-Experte Udo Steinbach eine
Ausweitung des Nahostkonfliktes auf Europa. «Die
Palästinenser und Hamas werden natürlich nach jeder
Möglichkeit suchen, Selbstmord-Attentate fortzusetzen»,
sagte der Direktor des Deutschen Orient-Institutes in Hamburg der
Münchner Tageszeitung «tz» (Dienstagausgabe). Der Hass
nicht nur auf die Israelis, sondern auch auf den Westen in der gesamten
Region werde größer werden.
Damit wachse auch die Gefahr, «dass ein islamistisch
begründeter Terror, so wie in Madrid begonnen, nach Europa
hinüber getragen wird», sagte Steinbach weiter. Er sprach
von einem Anschlag, der «völkerrechtswidrig, so wie es die
israelische Besatzung ist». Die Tötung von Scheich Jassin
sei nur der letzte Akt eines Dramas, das sich unter dem Aspekt der
präventiven Tötungen seit langem abspiele.
Die Friedenschancen in Nahost sieht Steinbach «angesichts des
Hasses, der Eskalation von Gewalt in den letzten Jahren» derzeit
bei Null. Zudem sei zu befürchten, dass die Auseinandersetzungen
innerhalb der Palästinenser heftiger werden. «Jassin war
zwar auch jemand, der dem Terror gegen Israel das Wort geredet hat, der
aber doch immer respektiert hat, dass Arafat trotz all seiner
Machtlosigkeit und bei all der Problematik der Figur der Führer
der palästinensischen Sache war.» Jetzt stehe zu
befürchten, dass Ultraradikale in der Hamas und in der
islamistischen Bewegung sich an die Spitze setzten.
Den USA warf Steinbach vor, dass sie «nicht mit hinreichender
Deutlichkeit und Klarheit gegenüber dem aufgestanden sind, was die
Israelis in der Vergangenheit an völkerrechtswidrigen Akten getan
haben. Ob das die Tötungen waren oder der Mauerbau. Die
US-Regierung hat alles geschluckt. Die israelische Regierung geht davon
aus, dass sie auch diese Tat schlucken werden. Und die ersten
Reaktionen aus USA waren mehr als lauwarm.
(Quelle: ap)
Taiwans Präsident stimmt erneuter Stimmenauszählung zu
Di.23.03.04 - Im Streit um den knappen Ausgang der Präsidentenwahl in Taiwan
will der wiedergewählter Präsident Chen Shui-bian nun doch
eine erneute Auszählung der am vergangenen Samstag abgegebenen
Stimmzettel zulassen.
Am heutigen Dienstag sprach er sich für eine Änderung des
Wahlrechts aus, die eine zweite Stimmenauszählung vorsieht, wenn
der Abstand zwischen den führenden Kandidaten weniger als einen
Prozentpunkt beträgt. Sollte der Gesetzentwurf vom Parlament
angenommen werden, könnte die neuerliche Auszählung bereits
am Donnerstag stattfinden.
Zugleich forderte Chen Oppositionschef und Wahlverlierer Lien Chan auf,
das Ergebnis der zweiten Auszählung dann auch wirklich
anzuerkennen. Außerdem sollten die seit Tagen von der Opposition
vor dem Präsidentenpalast in Taipeh veranstalteten Proteste
aufhören.
Lien war Chen bei der Wahl um nur 29 000 Stimmen oder 0,24
Prozentpunkte unterlegen. Er wirft Chen Wahlmanipulation vor und will
die Präsidentenwahl für ungültig erklären lassen.
Am Montag hatte das Oberste Gericht des Landes eine entsprechende Klage
angenommen und eine Entscheidung binnen sechs Monaten angekündigt.
(Quelle: dpa)
Annan lässt Putschgerüchte in Äquatorial-Guinea
prüfen
Di.23.03.04 - UN-Generalsekretär Kofi Annan will einen Sondergesandten nach
Äquatorial-Guinea schicken, um Berichten über einen
Umsturzversuch in dem ölreichen westafrikanischen Land
nachzugehen. Das teilte UN-Sprecher Fred Eckhard am Montag in New York
mit. Annan sei über die Lage in der ehemaligen spanischen Kolonie
besorgt. Die Behörden des Landes werfen einem in Spanien
ansässigen Rebellenführer, Severo Moto, vor, einer
Söldnertruppe 1,8 Millionen Dollar und Ölförderrechte
für den Sturz der Regierung von Präsident Teodoro Obiang
Ngeuma geboten zu haben. Ein Flugzeug mit einer Gruppe von 70
Verschwörern sei am 8. März in Simbabwe aufgehalten worden;
den Söldnern solle in einem Hochsicherheitsgefängnis 25
Kilometer nördlich von Harare der Prozess gemacht werden. Die
Männer haben erklärt, sie seien Sicherheitskräfte auf
dem Weg zu einem Bergwerk im Osten Kongos.
Eine weitere Gruppe von 14 mutmaßlichen Söldnern wurde in
Äquatorial-Guinea festgenommen, meldete eine südafrikanische
Zeitung. Darunter soll sich auch ein Deutscher befinden, der nach
offiziellen Angaben inzwischen an Malaria gestorben sein soll.
(Quelle: ap)
Nigeria will Aristide für 'einige Wochen' aufnehmen
Di.23.03.04 - Nigeria hat sich zur zeitweiligen Aufnahme des entmachteten
haitianischen Präsidenten Jean Bertrand Aristide bereit
erklärt. Ein Sprecher von Staatschef Olusegun Obasanjo
erklärte am Montag, Aristide dürfe sich "einige Wochen" in
dem westafrikanischen Land aufhalten. Damit werde einer Bitte der
Gemeinschaft der Karibischen Staatenentsprochen. Nigeria habe vor
seiner Entscheidung mehrere afrikanische Staaten, die Afrikanische
Union und die US-Regierung konsultiert. Der Sprecher machte keine
Angaben dazu, wann Aristide nach Nigeria einreisen könnte.
(Quelle: afp)
Peruanische Regierung löst Geheimdienst auf
Di.23.03.04 - Als Konsequenz aus Verstrickungen in das Korruptionsnetz des
früheren Präsidenten Albert Fujimori hat die peruanische
Regierung den Geheimdienst aufgelöst. Regierungschef Carlos
Ferrero begründete diesen Schritt in Lima mit dem Rücktritt
des Chefs des Nationalen Geheimdienst-Rates (CNI), Ricardo Arbocco,
wegen Kontakten zum früheren Geheimdienstchef unter Fujimori,
Vladimiro Montesinos.
Arbocco trat Ferrero zufolge nach nur 48 Stunden im Amt zurück, um
"Schaden von der Regierung von Präsident Alejandro Toledo
abzuwenden". Daraufhin habe die Regierung beschlossen, den Dienst
aufzulösen und sein Hauptquartier im Süden der Hauptstadt zu
schließen.
Die Aufgaben des Dienstes würden dem Geheimdienst der Armee und
der Polizei übertragen, sagte Ferrero. Arbocco war bereits der
siebte Geheimdienstchef seit dem Amtsantritt Toledos vor knapp drei
Jahren. Bereits mehrere von Arboccos Amtsvorgängern hatten
Kontakte zum Umfeld Montesinos'. Die Regierung Toledo ist seit Monaten
in Skandale verstrickt. Dabei geht es vor allem um
Korruptionsvorwürfe und Geheimgespräche mit dem Umfeld des
berüchtigten Ex-Geheimdienstchefs. Die Regierung soll angeboten
haben, auf einen gegen Montesinos laufenden Bestechungsprozess Einfluss
zu nehmen.
Montesinos war der wichtigste Vertraute Fujimoris. Er stand im
Mittelpunkt eines Bestechungsskandals, über den Fujimori im Jahr
2000 stürzte. Montesinos wurde nach monatelanger internationaler
Fahndung im Juni 2001 in Venezuela gefasst. Die berüchtigte
einstige rechte Hand von Ex-Präsident Fujimori steht derzeit wegen
Waffenschmuggels an die kolumbianische Guerilla in Peru vor Gericht.
(Quelle: afp)
NATO-Generalsekretär: Albanische Extremisten organisierten Gewalt -
EU: Unruhen im Kosovo ein 'ernster Rückschlag'
Di.23.03.04 - Die Zusammenstöße der vergangenen Woche im Kosovo zwischen
Serben und Albanern stellen nach Feststellung der EU-Regierungen einen
"ernsten Rückschlag" für die Provinz dar. Vorrang habe nun
die Vermeidung von neuer Gewalt und Verlust weiterer Leben, die
Beruhigung der Lage und die Wahrung der regionalen Stabilität,
hieß es in einer in Brüssel von den EU-Außenministern
angenommenen Erklärung.
Alle Führer und insbesondere die Führung der Albaner im
Kosovo sollten ihre Verantwortung wahrnehmen und durch ihre Taten und
Erklärungen sicherstellen, dass Bedrohungen und Gewalt ein Ende
hätten. Die Verantwortlichen für die Gewalttaten müssten
vor Gericht gebracht werden. Extremistische Kräfte hätten
keine Rolle bei der Entscheidung über die Zukunft des Kosovos zu
spielen.
Dem Leiter der UN-Verwaltung im Kosovo (UNMIK), Harri Holkeri,
versicherten die Minister die volle Unterstützung der EU bei der
Aufgabe, die Umsetzung der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats
sicherzustellen. Die EU bekräftigte dabei ihre Zusage, sich
für "ein sicheres, demokratisches, wohlhabendes und
multi-ethnisches Kosovo mit seinem Platz in Europa" einzusetzen.
Nach Ansicht von NATO-Generalsekreträr Jaap de Hoop Scheffer sind
die blutigen Unruhen im Kosovo von albanischen Extremisten organisiert
worden. "Das, was in der vergangenen Woche geschehen ist, von
extremistischen Teilen der albanischen Bevölkerung inszeniert und
organisiert, ist nicht hinnehmbar", sagte De Hoop Scheffer am
Montagabend nach einem Treffen mit dem Chef der UN-Mission in Kosovo
(UNMIK), Harri Holkeri, und kosovoalbanischen Politikern in Pristina.
Von "ethnischer Säuberung" wollte De Hoop Scheffer anders als der
NATO-Oberbefehlshaber für Osteuropa, Admiral Gregory Johnson, nicht
sprechen. Der NATO-Generalsekreträr forderte die albanische
Führung auf, die antiserbische Gewalt geschlossen zu verurteilen.
Scheffer beklagt einen Vertrauensverlust zwischen albanischer und
serbischer Bevölkerung. Der Tod von 28 Menschen in Angriffen meist
auf die serbische Minderheit habe in wenigen Stunden vieles von dem
zerstört, was in den fünf Jahren nach dem NATO-Krieg an
Vertrauen aufgebaut worden sei, sagte Scheffer am Montagabend in
Pristina. Wie zuvor UN-Verwalter Harri Holkeri kritisierte er, das von
albanischen Mitgliedern der Regierung Kosovos keine Verurteilung der
Gewalt gegen Serben ausgesprochen worden sei.
Scheffer sagte, die Allianz werde hart dafür arbeiten, Vertrauen
wieder herzustellen. Holkeri sagte zuvor bei der Besichtigung
eines in der vergangenen Woche verwüsteten Wohnviertels in
Pristina: «Kosovo ist ein Test für die Menschheit und wir
werden diese Schlacht gewinnen.
(Quellen: ap, afp)
163 Menschen wegen Teilnahme an antiserbischen Unruhen festgenommen -
Serben verlangen Militärverwaltung im Kosovo
Di.23.03.04 - Die Polizei der Vereinten Nationen (UNO) hat nach den Unruhen in der
südserbischen Provinz Kosovo 163 Menschen festgenommen. Ihnen
werde illegaler Waffenbesitz und Brandstiftung vorgeworfen, sagte eine
Sprecherin der UN-Polizei am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Zur
ethnischen Herkunft der Festgenommenen äußerten sich weder
die UNO noch die KFOR-Truppen der NATO. Die Zahl der Verhafteten
könne sich in den kommenden Tagen noch ändern, sagte die
Sprecherin. Bei Zusammenstößen zwischen Serben und Albanern
in der Unruheprovinz Kosovo waren vergangene Woche mindestens 28
Menschen getötet und mehr als 600 verletzt worden.
Nach den Unruhen in der abtrünnigen südserbischen Provinz
Kosovo hat Serbien die Einführung der Militärverwaltung
verlangt. Dies sei die einzige Lösung für die augenblickliche
Situation, sagte der Kosovo-Beauftragte der serbischen Regierung,
Nebojsa Covic. Nur mit einer Militärverwaltung könnten die
paramilitärischen Strukturen aufgelöst werden. Die
UN-Verwaltung sei mit ihrem Ziel gescheitert, das friedliche
Zusammenleben der albanischen Mehrheit und der serbischen Minderheit zu
ermöglichen.
(Quellen: afp, ap)
Bilanz von UNO-Verwaltung und NATO-Kommando im Kosovo
... Fünf Jahre nach Beginn des NATO-Krieges gegen Jugoslawien ist das
Kosovo weitgehend ethnisch rein. Unter den Augen von zunächst
über 40 000, zur Zeit etwa 20 000 KFOR-Besatzungssoldaten wurden
Serben, Roma und andere Nicht-Albaner vertrieben. Die Zahl der
Verjagten gab das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge im
Frühjahr 2004 mit 230 000 an, die Regierung in Belgrad geht von
mindestens 350 000 aus. Zwischen 70 000 und 120 000 Angehörige von
Minderheiten harren in der Provinz aus. Die serbische
Restbevölkerung lebt vor allem im Nordteil von Mitrovica sowie in
von der NATO geschützten Ghettos und Enklaven.
"In den letzten vier Jahren sind trotz des Protektorats 2500 Serben und
andere Nicht-Albaner ums Leben gekommen", klagte der serbische
Ministerpräsident Zoran Zivkovic, ein durchaus NATO-freundlicher
Politiker, beim Staatsbesuch in Berlin Ende November 2003. Dieser
"death-toll" ist pro Kopf der Bevölkerung fast so hoch wie in den
Palästinensergebieten sei Beginn der zweiten Intifada im Herbst
2000....
Mehr bei telepolis (22.03.04) unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/17020/1.html
Blick ins Archiv:
Belgrad will nach Unruhen im Kosovo engeres Verhältnis zur Nato
Mo.22.03.04 - Nach den neu aufgeflammten Unruhen im Kosovo bemüht sich die
Regierung von Serbien-Montenegro um engere Beziehungen zur NATO. Der
oberste Verteidigungsrat in Belgrad sprach sich am Wochenende für
den sofortigen Beitritt zum NATO-Programm «Partnerschaft für
den Frieden» aus. Dies wäre ein Beitrag zur Lösung der
Krise im Kosovo und zur Stabilisierung der Lage auf dem Balkan,
erklärte das Gremium. Das mehrheitlich von Albanern bewohnte
Kosovo gehört zu Serbien, steht aber seit der militärischen
Intervention der NATO von 1999 unter internationaler Verwaltung... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#04032208
Mehr zum Kosovo-Konflikt unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#040322_c
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Zypern-Gespräche werden mit Griechenland und Türkei
fortgesetzt
Di.23.03.04 - Die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung des seit 30 Jahren
geteilten Zyperns sollen am Mittwoch unter Beteiligung Griechenlands
und der Türkei fortgesetzt werden.
Vertreter der griechischen und der türkischen Zyprer hatten am
Montag ihre Gespräche erfolglos eingestellt. Sie hatten seit dem
19. Februar fast täglich beraten, um sich auf einen von den
Vereinten Nationen (UN) vorgelegten Friedensplan zu einigen, bevor
Zypern am 1. Mai Mitglied der Europäischen Union (EU) wird.
Bislang zeigte sich jedoch keine Seite in den noch offenen
Hauptstreitpunkten kompromissbereit.
Die Teilnahme von Griechenland und der Türkei könnte den
Verhandlungen, die am Luzerner See in der Schweiz stattfinden sollen,
einen neuen Impuls geben, hieß es in EU-Kreisen. Der
türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan und sein
griechischer Kollege Kostas Karamanlis sollen am 28. März zu den
Verhandlungen stoßen.
Der von den UN vorgelegte Plan für eine Machtverteilung in Zypern
soll am 20. April den Zyprern in einem Referendum zur Entscheidung
vorgelegt werden. Sollten in den Verhandlungen bei Luzern die
strittigen Probleme nicht gelöst werden, hat
UN-Generalsekretär Kofi Annan das Mandat, den Friedensplan fertig
zu stellen. Offen sind unter anderem noch territoriale Fragen und
Eigentumsansprüche.
Sollte eine der beiden Volksgruppen in dem Referendum den UN-Plan
ablehnen, wird nur die vor allem von griechischen Zyprern bewohnte
Republik Zypern der EU beitreten. Den nur von der Türkei
anerkannten Staat im Norden Zyperns würde das in eine noch tiefere
Isolation führen. Außerdem könnte es die
Bemühungen der Türkei erschweren, der EU beizutreten.
Die Teilung Zyperns geht auf die türkische Invasion im Nordteil im
Jahr 1974 zurück. Dem vorausgegangen war ein Putsch der
griechischen Zyprer, die von der damals in Griechenland herrschenden
Militärjunta unterstützt wurden.
(Quelle: rtr)
Einigung auf EU-Verfassung bis zum Juni-Gipfel möglich
Di.23.03.04 - Die Europäische Union (EU) könnte sich nach Einschätzung
der irischen Ratspräsidentschaft und Frankreichs bis Mitte Juni
auf eine europäische Verfassung einigen. Im Dezember war eine
Einigung vor allem wegen der Einwände Spaniens und Polens gegen
die geplante Stimmverteilung gescheitert.
"Es gibt zunehmende Unterstützung für das Ziel, bis zum
Juni-Gipfel (der EU in Brüssel) zu einem Abschluss zu kommen",
sagte der irische Ministerpräsident Bertie Ahern nach
Gesprächen mit dem französischen Präsidenten Jacques
Chirac am Montag in Paris. "Wir werden mit unseren Kollegen weiter
daran arbeiten, diesen Abschluss zu erreichen." Auch Chirac sagte: "Wir
denken heute, dass es möglich ist, bis zu diesem Datum eine
Einigung zu erreichen."
Polen und Spanien hatten im Dezember auf das im Vertrag von Nizza
festgelegte Abstimmsystem beharrt, das ihnen jeweils fast so viele
Stimmen wie dem doppelt so großen Deutschland gibt. Jüngst
war aus beiden Ländern Kompromissbereitschaft im Verfassungsstreit
signalisiert worden. Vor allem der bevorstehende Regierungswechsel in
Spanien hat Bewegung in die Debatte gebracht. In Polen sagte
Ministerpräsident Leszek Miller: "Wenn es eine
Kompromisslösung gibt, wird Polen sie ernsthaft prüfen."
Der Verfassungsentwurf sieht vor, die meisten Entscheidungen mit der
Mehrheit von Staaten zu treffen, die 60 Prozent der EU-Bevölkerung
repräsentieren. Spanien und Polen sahen sich dadurch
benachteiligt. Die irische Ratspräsidentschaft diskutiert nun, die
Zahl der Mitgliedstaaten und der von ihnen vertretenen Bevölkerung
auf einheitlich 55 Prozent festzusetzen. Damit würde das Gewicht
kleiner Staaten wachsen. Zugleich würde vermieden, dass die
großen Länder Deutschland, Frankreich und
Großbritannien gemeinsam über eine Sperrminorität
verfügen.
(Quelle: rtr)
Vorschlag des EU-Konvents für eine europäische Verfassung:
http://european-convention.eu.int/DraftTreaty.asp?lang=DE
EU wird Microsoft angeblich mit Rekord-Bußgeld belegen
Di.23.03.04 - Im Kartellstreit mit dem US-Konzern Microsoft haben die EU-Mitglieder
am Montag nach Angaben aus einem EU-Staat einen Vorschlag für ein
Rekordbußgeld von 497 Millionen Euro gegen den Softwarekonzern
gebilligt. Die EU wirft Microsoft Missbrauch seiner marktbeherrschenden
Stellung bei Betriebssystemen für Personal Computer (PC) vor.
Sofern die EU-Kommission die Strafe am Mittwoch wie erwartet
unterstütze, werde diese noch höher ausfallen, als die 462
Millionen Euro gegen den Schweizer Pharmakonzern Hoffman-La Roche als
Führer eines Vitaminkartells im Jahr 2001, hieß es.
Microsoft-Anwalt Horacio Gutierrez kritisierte das Bußgeld als
ungerechtfertigt. Der Konzern bekräftigte zugleich, die
Kartellentscheidung der EU juristisch anzufechten. Analysten zeigten
sich kaum gerührt, da die Strafe nur etwas mehr als ein Prozent
des auf etwa 53 Milliarden Dollar geschätzten Bargeld- Bestandes
des Konzerns ausmacht.
"Es sind 497 Millionen Euro", hieß es in den Kreisen. Die
Kommission werde von Microsoft zudem verlangen, künftig eine
zweite Version des weit verbreiteten Windows-Betriebssystems
anzubieten, die nicht mit dem Media Player von Microsoft
ausgerüstet ist. Der Media Player ist eine Software, die Musik und
Videos auf dem Computer abspielt. Die EU-Kommission hält die
Verknüpfung dieses Programms mit Windows für
wettbewerbsschädlich, weil Microsoft damit konkurrierende Software
für audiovisuelle Anwendungen aus dem Markt dränge. Als
zweite zentrale Forderung verlangt die Kommission von Microsoft,
konkurrierenden Server-Herstellern gegen eine angemessene
Lizenzgebühr mehr Patentinformationen zu Windows zur
Verfügung zu stellen.
"Wir glauben, es ist einmalig und unangemessen, dass die Kommission ein
Bußgeld gegen die US-Aktivitäten eines Unternehmens
verhängt, nachdem diese bereits mit der US-Regierung geregelt und
die in Frage stehende Handlungsweise sowohl vom US-Justizministerium
als auch von US-Gerichten genehmigt wurden", sagte der
Microsoft-Anwalt. In den USA hatte sich das Justizministerium in einem
anderen Kartellfall mit dem Unternehmen auf einen Vergleich geeinigt.
Microsoft-Sprecher Tom Brookes sagte, beide Seiten hätten
monatelang versucht, eine Einigung zu erreichen. Die Tatsache, dass die
Kommission einen Handel mit Microsoft abgelehnt habe, zum Teil, um
einen juristischen Präzedenzfall zu schaffen, zeige, dass es zuvor
keinen derartigen Fall gegeben habe. Das bedeute, dass ein solches
Verhalten in der Vergangenheit nicht als wettbewerbswidrig eingestuft
worden sei.
"Das ist ein Strafzettel für Microsoft", sagte Thomas Vinje von
Clifford Chance. Neil Macehiter, Analyst bei der in London
ansässigen Ovum fügte hinzu, selbst eine Strafe von drei
Milliarden Dollar wäre für Microsoft nicht "aufregend und
würde sicher nicht die Bank sprengen".
Die absolute Höchstgrenze eines Bußgeldes der EU
beträgt zehn Prozent eines Jahresumsatzes. Bei Microsoft
wären das 3,43 Milliarden Dollar. Angesichts des Berechnungsmodus'
der EU wird die Höchstgrenze jedoch kaum erreicht.
(Quelle: rtr)
Umweltgruppen warnen EU vor Import von Gen-Reis
Di.23.03.04 - Umweltverbände fordern die EU-Mitgliedsstaaten auf, keine
Importgenehmigung für gentechnisch veränderten Reis zu
erteilen. Der Aufruf zum Stopp des Gen-Reis wird jetzt laut, da der
Einspruch nur noch bis kommenden Sonntag eingebracht werden kann.
Hintergrund ist der Antrag von Bayer CropScience auf eine
europäische Zulassung für genmanipulierten Reis. Die in Frage
kommende Reissorte ist gegen das von Bayer hergestellte Herbizid
Glufosinat resistent, berichtet die Coordination gegen BAYER-Gefahren.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren und Friends of the Earth Europe
befürchten, dass das weltweit wichtigste Grundnahrungsmittel mit
dem Patent in die Hände multinationaler Unternehmen fällt.
Nach Ansicht der Umweltgruppen hätte dies gefährliche Folgen
für die Entwicklungsländer und würde langfristig die
weltweite Ernährungssicherheit gefährden. Für rund 2,5
Mrd. Menschen ist Reis das Hauptnahrungsmittel.
Die Umweltverbände geben darüber hinaus zu bedenken, dass
bisher keine Langzeitstudien zu möglichen Gesundheitsgefahren
für Verbraucher durchgeführt wurden. Die von Bayer
durchgeführten Fütterungsstudien an Hühnern wurden von
britischen Behörden als lediglich "begrenzt aussagefähig"
bezeichnet. Untersuchungen an Schweinen ergaben eine veränderte
Gewichtszunahme bei Fütterung mit Gen-Reis. Im Antrag von Bayer
CropScience befindet sich keine Abschätzung der Risiken für
die fünf EU-Staaten, in denen Reis angebaut wird. "Ungeachtet
aller Risiken versucht der Bayer-Konzern, die grüne Gentechnik im
Markt durchzusetzen. Auch haben sich die Ankündigungen der
Konzerne, mittels Gentechnik das Welthunger-Problem zu lösen, als
bloße Produkteinführungskampagnen erwiesen", erklärt
Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren.
(Quelle: pte)
Coordination gegen BAYER-Gefahren:
http://www.CBGnetwork.de
Friends of the Earth Europe
http://www.foe.org
Blick ins Archiv:
Umweltschützer warnen vor Folgen des Gentechnikgesetzes
Di.16.03.04 - Umweltschutzorganisationen fordern striktere Vorschriften für den
Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland. Der
Deutsche Naturschutzring (DNR) und der Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND) verlangten am Montag entsprechende
Änderungen am rot-grünen Entwurf zur Novellierung des
Gentechnikgesetzes. Der vorliegende Gesetzentwurf des
Verbraucherschutzministeriums verkenne das
«Sicherheitsbedürfnis von Verbrauchern, Landwirten und
Natur», kritisierte DNR-Präsident Hubert Weinzierl... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403160.htm#04031624
Erlaubnis für Aussaat von Gen-Mais
Do.26.02.04 - Deutsche Landwirte dürfen in diesem Jahr 25,5 Tonnen gentechnisch
veränderten Mais aussäen. Das Bundessortenamt hat nach
eigenen Angaben den Anbau von sechs verschiedenen Sorten genehmigt... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0402260.htm#04022615
Mehr Berichte zum Thema "gentechnisch veränderte Planzen" unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0402260.htm#040226dk
Vier Haftbefehle wegen Anschlägen von Madrid
Di.23.03.04 - Knapp zwei Wochen nach den Anschlägen von Madrid haben sich die
Hinweise auf die möglichen Urheber weiter verdichtet. Der
zuständige Ermittlungsrichter Juan del Olmo erließ in der
Nacht zum Dienstag wegen des Verdachts der Beteiligung an den
Attentaten Haftbefehl gegen einen Spanier und drei weitere Marokkaner.
Der Spanier José Emilio Suárez Trashorras wird nach
Angaben aus Justizkreisen verdächtigt, den Sprengstoff für
die Anschläge vom 11. März besorgt zu haben und soll seine
Beteiligung gestanden haben.
Nach einem spanischen Zeitungsbericht besorgte Suárez Trashorras
den Drahtziehern der Anschläge den dafür verwendeten
Sprengstoff gegen 7000 Euro und eine Portion Haschisch. Er steht den
Angaben zufolge auch unter dem Verdacht, an der Ermordung von 190
Menschen, dem versuchten Mord in 1430 Fällen und der
Zerstörung von vier Nahverkehrszügen beteiligt gewesen zu
sein. Der ehemalige Bergbauarbeiter aus der nordspanischen Region
Asturien habe seine Beteiligung an den Anschlägen gestanden,
hieß es aus Justizkreisen in Madrid weiter.
Der 34-jährige Marokkaner Abderrahim Zbakh wird ebenfalls der
direkten Beteiligung an den Anschlägen verdächtigt. Dem
38-jährigen Mohamed el Hadid Chedadi und dem 33 Jahre alten
Abdelwahid Berrak werde Mitgliedschaft in einer terroristischen
Vereinigung vorgeworfen. "ABC" zufolge geht die Polizei davon aus, dass
die drei Marokkaner direkt am Bau der Bomben und deren Deponierung in
vier Nahverkehrszügen beteiligt waren.
Damit befinden sich insgesamt neun Verdächtige in
Untersuchungshaft. Nach den spanischen Anti-Terrorgesetzen können
Verdächtige bis zu zwei Mal zwei Jahre ohne formelle Anklage
festgehalten werden. Am Wochenende wurden im Madrider Stadtteil
Lavapiés und im Vorort Getafe nach Angaben aus Ermittlerkreisen
insgesamt vier weitere Verdächtige festgenommen. Sie sollen heute
oder am Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Bei den
Anschlägen am 11. März wurden mindestens 202 Menschen
getötet und mehr als 1800 weitere verletzt.
Der scheidende spanische Ministerpräsident José
María Aznar verteidigte das Krisenmanagement seiner Regierung
nach den Anschlägen. Seine Regierung habe "von Beginn an und zu
jeder Zeit die Wahrheit gesagt", sagte er in einem Fernsehinterview.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
Spanien setzt Armee zum Anti-Terror-Schutz im Inland ein
Do.18.03.04 - Polizei konzentriert Fahndung nach den Attentätern von Madrid auf
eine Gruppe von 20 Marokkanern, die Verbindung zur El Kaida haben
sollen. El Kaida erklärt angeblich Waffenstillstand in Spanien.
Aznar wegen Medienmanipulation in Bedrängnis... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403180.htm#04031811
Putschgerüchte in Spanien
Die spanische Regierung wollte angeblich den Ausnahmezustand
verhängen, um die Wahlen verschieben zu können und einem
Machtverlust zu entgehen... Mehr bei telepolis (17.03.04) unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/16987/1.html
Bombenserie von Madrid - Sechs mutmaßliche Attentäter
identifiziert
Mi.17.03.04 - Algerier soll schon vor Monaten Blutbad in Madrid angedroht haben -
Spanische Behörden lieferten BKA falsche Informationen -
Aznar drängte zu Berichten über ETA-Täterschaft... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403170.htm#04031708
Europa gedenkt der Toten des Terroranschlags von Madrid
Di.16.03.04 - In ganz Europa ist am Mittag mit drei Schweigeminuten der 200
Todesopfer und fast 1500 Verletzten der Anschläge von Madrid
gedacht worden... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403160.htm#04031614
Mehr Berichte zum Anschlag in Madrid unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403160.htm#040316xx
Deutschland
Gewerkschafter kritisieren Entwurf für Ausbildungsplatzabgabe
Di.23.03.04 - Der Entwurf des Bundesbildungsministeriums für eine
Ausbildungsabgabe ist auf Kritik von Gewerkschaften gestoßen, in
deren Branchen die Lehrstellen-Zahl bereits tariflich geregelt ist.
IG BCE und IG BAU warfen Ministerin Edelgard Bulmahn (SPD) im
«Handelsblatt» vor, sie verstoße damit gegen die
Zusage, diese Branchen von der Abgabe auszunehmen. Die Dienstleistungs-
Gewerkschaft ver.di und die IG Metall hatten die Pläne dagegen am
Montag begrüßt.
Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG
BCE), Hubertus Schmoldt, sagte dem Blatt: «Wir erwarten, dass die
Zusage von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Fraktionschef Franz
Müntefering eingehalten wird, tariflichen Lösungen Vorrang zu
geben.» Michael Knoche von der IG BAU warnte davor, das
Ausbildungssystem in der Bauwirtschaft mit der Abgabe zu konterkarieren.
Laut «Handelsblatt» zahlen die Unternehmen in der
Bauwirtschaft eine Ausbildungsumlage von derzeit 1,6 Prozent der
Bruttolohnsumme, aus der ausbildende Betriebe Zuschüsse erhalten
und die überbetriebliche Ausbildung finanziert wird. Die
Chemie-Tarifparteien haben sich nach dem Bericht verpflichtet, die Zahl
der Lehrstellen bis 2007 um 6,8 Prozent zu erhöhen. Der
Tarifvertrag sehe jedoch weder eine feste Ausbildungsquote vor, noch
sei er allgemein verbindlich für Unternehmen, die nicht im
Arbeitgeberverband sind.
Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Nicolette
Kressl, räumte Nachbesserungsbedarf beim Entwurf zur
Ausbildungsabgabe ein. So seien die Ausnahmen für
Tarifverträge zur Ausbildung in einzelnen Branchen noch
«sehr restriktiv. Hier werden wir beraten müssen, wie wir
Branchenlösungen etwa der IG Bau oder der IG BCE
berücksichtigen können», sagte Kressl der
«Financial Times Deutschland».
Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Chemie
(BAVC), Hans Paul Frey, drohte damit, den Ausbildungstarifvertrag der
Chemiebranche aufzukündigen, falls das Gesetz keinen Vorrang
für Branchenlösungen enthalte. «Unter diesen
Bedingungen können wir diesen Tarifvertrag einstampfen. Damit
lässt sich kein Unternehmer mehr überzeugen.»
Der erste Formulierungsvorschlag des Bildungsministeriums für die
Lehrstellenumlage erntete schon am Montag viel Kritik. Einen Tag nach
seiner Wahl zum SPD-Chef trat Franz Müntefering jedoch allen
Zweiflern entgegen. Die Ausbildungsabgabe komme, stellte er klar. Die
Union kritisiert das Projekt als «bürokratisches
Ungeheuer».
Nach internen Berechnungen im Bundesbildungsministerium würde die
Abgabe für einen nichtausbildenden Betrieb mit 10
Beschäftigten 1682 Euro im Jahr ausmachen, für ein
Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern und 10 Auszubildenden knapp 145 000
Euro. Dabei sind 20 000 fehlende Ausbildungsplätze unterstellt.
(Quelle: dpa)
IG Metall: Über 10.000 Stellen bei Siemens gefährdet
Di.23.03.04 - Die IG Metall befürchtet die Verlagerung von mehr als 10.000
Stellen bei Siemens ins Ausland. Damit wären weitaus mehr
inländische Arbeitsplätze des Münchner
Technologiekonzerns bedroht als bislang bekannt.
"Nach Einschätzung der IG Metall sind bei Siemens über 10.000
Arbeitsplätze in Fertigung und Entwicklung in Deutschland akut
gefährdet", erklärte Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer
am Montag und bestätigte damit Reuters-Informationen. Es gehe
nicht nur um die angedrohte Verlagerung von rund 2000 Stellen an den
Standorten Bocholt und Kamp-Lintfort der Mobilfunksparte (ICM).
Vielmehr gebe es ähnliche Konzepte für die Netzwerksparte
(ICN), die Verkehrstechnik (TS), die Automatisierungssparte (A&D)
sowie den Bereich Energieübertragung (PTD). "Wir kommentieren das
nicht", sagte eine Konzernsprecherin.
Neugebauer berief sich bei seinen Aussagen auf Planungen der
Unternehmensbereiche, die in den letzten Wochen den Betriebsräten
vorgelegt worden seien. Diese stünden auch im Zentrum des für
den 31. März angesetzten Treffens des Wirtschaftsausschusses.
"Erstmals sind in großem Umfang qualifizierte Tätigkeiten in
der Entwicklung und in der Konzernverwaltung betroffen, die bislang als
relativ sicher galten", resümierte Neugebauer. Als
Standortalternativen seien unter anderem Osteuropa, China und Indien im
Gespräch.
"Wir gehen davon aus, Siemens meint die Sache ernst", hieß es am
Montag in den Gewerkschaftskreisen. "Von Pierer will eine zweite
Tarifrunde aufmachen." Konzernchef Heinrich von Pierer hatte den Mitte
Februar getroffenen Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie
mehrfach als zu hoch und die Arbeitszeitregelungen in Deutschland als
zu unflexibel kritisiert.
Darüber hinaus erklärt Siemens seit längerem, dass sich
der Aufbau von Beschäftigung künftig primär im Ausland
vollziehen wird, wo der Konzern knapp 80 Prozent seiner Umsätze
erwirtschaftet und 60 Prozent seiner Mitarbeiter beschäftigt.
Der Münchner Technologiekonzern mit etwa 170.000 Arbeitnehmern in
Deutschland hatte vor gut einer Woche erklärt, die Kosten an den
Standorten Bocholt und Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen
müssten deutlich sinken, um international wettbewerbsfähig zu
sein. Andernfalls drohe der Verlust von rund 2000 der insgesamt 4500
Stellen. In den Werken werden Handys und schnurlose Festnetztelefone
gefertigt. Die Netzwerksparte ICN hatte Anfang Februar bereits den
Wegfall von 500 bis 600 Stellen in Baden-Württemberg
angekündigt. Die Arbeitsplätze werden den Angaben zufolge
möglicherweise nach China verlagert.
Die Siemens-Aktie verlor bis zum Nachmittag mit dem deutlich
schwächeren Deutschen Aktienindex(Dax) 2,8 Prozent auf 57,44 Euro.
(Quelle: rtr)
Blick ins Archiv:
DIHK-Chef rät zur Verlagerung der Produktion ins Ausland
Mo.22.03.04 - Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages
(DIHK), Ludwig Georg Braun, hat den Unternehmen in Deutschland geraten,
verstärkt Chancen einer Produktionsverlagerung ins Ausland zu
nutzen. "Ich empfehle den Unternehmen, nicht auf eine bessere Politik zu
warten, sondern jetzt selbst zu handeln und die Chancen zu nutzen, die
zum Beispiel in der Osterweiterung liegen", sagte Braun der Zeitung
"Der Tagesspiegel" (Montagausgabe) einer Vorabmeldung zufolge...
Die IT-Branche in den Industrieländern wird in den nächsten
Jahren die Produktion von Software-Bestandteilen und Dienstleistungen
verstärkt in Billiglohnländer verlagern. Dies werde auch
zulasten der Arbeitsplätze in Deutschland gehen, sagte Jörg
Menno Harms, Vizepräsident des Branchenverbands Bitkom, ...
auf der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover...Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#04032215
Mehr Berichte zur Produktions-Verlagerung in Billiglohnländer:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#040322xc
Ver.di-Studie: Minijobs vernichten Vollzeitstellen
Di.23.03.04 - Geringfügig bezahlte Minijobs haben nach Angaben der
Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hunderttausende vollwertige
Arbeitsplätze im Einzelhandel ersetzt. Das belege ein von der
Gewerkschaft in Auftrag gegebener Branchenreport. Demnach sank die Zahl
der Vollzeitstellen und der sozialversicherten Teilzeitjobs im
Einzelhandel binnen eines Jahres um 227.000, während die Zahl der
Minijobs bis 2003 um 176.000 auf 835.000 stieg. Der
Einzelhandelsverband HDE warf Verdi dagegen Dramatisierung vor.
Verdi-Vorstand Franziska Wiethold kritisierte, hunderttausenden Frauen
werde durch die Ausweitung der Minijobs die Möglichkeit genommen,
"sich ein Existenz sicherndes Einkommen und eine soziale Absicherung
für die Rente zu erarbeiten". Sie forderte die Politik auf, die
gesetzliche Ausweitung der Minijobs sofort rückgängig zu
machen.
Der HDE-Sozialexperte Bernd Uhlmann hielt dagegen, "in der Dramatik wie
von Verdi dargestellt, besteht das Problem nicht". Er verwies darauf,
dass zum April vergangenen Jahres die Lohngrenze für Minijobs von
325 Euro auf 400 Euro angehoben worden war. Dadurch seien zahlreiche
Jobs quasi automatisch zu Minijobs geworden. Nach Angaben des HDE macht
dieser Effekt allein fast ein Viertel der Minijobzunahme aus.
Verdi kritisierte aber auch den Arbeitsplatzabbau des Einzelhandels
insgesamt. 2003 seien in einem Maß Stellen gestrichen worden, das
weit über den Umsatzrückgang hinausgehe. Der HDE räumte
einen "beträchtlichen" Verlust von Arbeitsplätzen ein,
verwies zu Begründung aber auf die schlechte Konjunktur.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
Minijobs drücken Verdienstanstieg von Arbeitnehmern - Zahl
der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse auf
7,5 Millionen gestiegen
Sa.06.03.04 - Der Anstieg von Arbeitnehmer-Verdiensten in Deutschland ist im
vergangenen Jahr deutlich hinter den tariflichen Gehaltssteigerungen
zurück geblieben. Der effektive Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer stieg lediglich
um 1,3 Prozent auf 26.700 Euro, wie das Statistische Bundesamt am
Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die Tarifverdienste dagegen legten um
2,5 Prozent zu. Die Statistiker führten die hohe Differenz vor
allem auf die deutlich gestiegene Zahl geringfügig
Beschäftigter nach den Minijob-Gesetzesänderungen
zurück... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403060.htm#04030618
60 Prozent mehr Gehalt für Deutsche-Bank-Chef Ackermann
Mi.10.03.04 - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat im vergangenen Jahr fast 60
Prozent mehr verdient als 2002... Seine Bezüge stiegen 2003 auf 11 Millionen Euro... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403100.htm#040310_h
Neue Berechnung reduziert künftige Rentenanpassungen
Di.23.03.04 - Die Rentner müssen sich nach der Nullrunde 2004 offenbar
künftig auf deutlch geringere Zuwächse ihrer
Altersbezüge einstellen als bisher bekannt. Wie das
Nachrichtenmagazin «Focus» schreibt, orientiert sich die
Rentenanpassung nicht mehr ausschließlich an der Entwicklung der
Arbeitnehmergehälter, sondern auch an den Mini-Jobs. Da
Lohnsteigerungen bei diesen auf 400 Euro gedeckelten
Beschäftigungen viel seltener seien, drücke die neue
Berechnungsmethode die jährliche Rentenerhöhung. 2005
könnte demnach die Anpassung allein durch diesen Effekt um ein
Drittel niedriger ausfallen.
(Quelle: ddp)