Aktuelle Nachrichten
Irak am dreihunderteinundsiebzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Sheraton-Hotel in Bagdad von Rakete getroffen. Zusammenstöße
bei Protesten gegen Tötung des palästinensischen
Hamas-Führers Jassin. Elf irakische Polizisten bei
Anschlägen in Irak getötet. US-Armee lässt in
Bagdad mehr als 490 Gefangene frei. Russland für internationale
Legitimation bei Machtübergabe in Irak
Mi.24.03.04 - Das Sheraton-Hotel im Zentrum Bagdads ist am frühen Mittwochmorgen
offenbar von einer Rakete getroffen worden. Wie der US-Sender CNN unter
Berufung auf Augenzeugen berichtet, liegen noch keine Erkenntnisse
über Verletzte vor. Der arabische Nachrichtensender El Dschasira
berichtete von einer lauten Explosion, die die irakische Hauptstadt
erschüttert habe. Rauch sei in der Nähe des Hotels
aufgestiegen. Auch hier gab es zunächst keine genauen
Informationen.
In Irak ist es bei einer Protestkundgebung gegen die gezielte
Tötung von Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin zu gewaltsamen
Ausschreitungen gekommen. Demonstranten in der Stadt Ramadi setzten
zwei Polizeiautos in Brand und schleuderten zwei Granaten auf das
Büro des örtlichen Gouverneurs, wie Augenzeugen berichteten.
Irakische Polizisten feuerten Warnschüsse in die Luft, um die
Menge zu zerstreuen. Mindestens zwei Polizisten und drei Demonstranten
wurden verletzt. Zu der Kundgebung hatten muslimische Geistliche
aufgerufen.
Die in Ramadi stationierten US-Soldaten hielten sich im Hintergrund,
wie auf Fernsehaufnahmen zu sehen war. Sie bewachten den
Gouverneurssitz, griffen in die Auseinandersetzungen zwischen Polizei
und Demonstranten aber nicht ein. Am Montagabend hatte das geistliche
Oberhaupt der Schiiten in Irak, Großayatollah Ali el Husseini el
Sistani, den israelischen Luftangriff auf Jassin verurteilt und die
arabische Welt zum Schulterschluss aufgerufen.
Südlich von Bagdad sind am Dienstag neun angehende Polizisten bei
einem Anschlag auf ihr Fahrzeug ums Leben gekommen. Wie die irakische
Polizei mitteilte, eröffneten Bewaffnete auf einer Straße
zwischen Mussajeb und Hillah das Feuer auf den Kleinbus. Ein
US-Militärsprecher bestätigte den Tod der neun
Polizeianwärter. Nach irakischen Angaben wurde ein weiterer
verwundet, der US-Vertreter sprach von zwei Verletzten.
Auch in der nordirakischen Stadt Kirkuk wurden bei einem Anschlag zwei
Polizisten getötet und zwei weitere verletzt. Wie ein
Polizeisprecher erklärte, wurden die Beamten in der Nähe ihrer
Wache aus einem Auto heraus niedergeschossen, als sie gerade ihren
Wagen abstellten. Bei den Getöteten handelt es sich um
Zwillingsbrüder.
Die US-Armee hat nach eigenen Angaben mehr als 490 irakische Gefangene
aus dem Abu-Ghraib-Gefängnis in Bagdad freigelassen. Die
Männer seien festgenommen worden, «weil sie ein potenzielles
Sicherheitsrisiko für die US-Zivilverwaltung oder das irakische
Volk darstellten». Das erklärte ein Armeesprecher in Bagdad,
der die Zahl der bei Sicherheitsaktionen Festgenommenen in Abu Ghraib
auf 5.500 bis 6.000 schätzte. Sie blieben im Durchschnitt drei bis
sechs Monate im Gefängnis. Jeden Tag prüfe ein
Militärausschuss mögliche Entlassungen.
Die russische Regierung forderte unterdessen, die für Anfang Juli
geplante Einsetzung einer irakischen Übergangsregierung müsse
durch einen internationalen Beschluss legitimiert werden. Dies
könne entweder durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrats oder
auf einer eigens dafür einberufenen internationalen Konferenz
geschehen, erklärte Vizeaußenminister Juri Fedotow am
Dienstag laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax.
(Quellen: ap, afp, dpa)
Könnte das Konzept des Friedensjournalismus helfen, Kriege zu
verhindern?
Ist "Friedensjournalismus" Träumerei oder ein neues Berufsbild in
den Medien? Oder sind "wir alle", wie es ein Besucher einer
Podiumsdiskussion zum Thema in Aachen ausdrückte, "auf Krieg
getrimmt" und die Medien reagieren nur auf Kundenwünsche? Der
Journalist und Medienpädagoge Martin Zint kritisierte auf jener
Veranstaltung, dass "Kriegsberichterstattung eine anerkannte Sparte"
sei und Kriegsberichterstatter "ein hohes Renommee" besäßen.
Aber sie berichteten eben nur "gewaltorientiert" und verschlimmerten
Kriege oft noch als Teil der Propaganda. Friedensjournalismus indes
könnte Konflikte womöglich schon im Vorfeld mittels
spezieller Berichterstattung entschärfen.
Zurück geht das Konzept Friedensjournalismus auf den Träger
des alternativen Nobelpreises, Johan Galtung. Der norwegische
Konfliktforscher hat dafür vier Schwerpunkte skizziert. Zum ersten
untersucht diese Art des Journalismus die Vielschichtigkeit der
Konfliktentstehung, Konfliktparteien sowie Lösungsansätze und
macht all dies transparent. Er soll dabei alle Parteien ausgewogen zu
Wort kommen lassen und lässt allen Seiten ihre Menschlichkeit.
Zweitens deckt er Lügen aller Seiten auf. Drittens berichtet er
über die Leiden aller, benennt Übeltäter und schaut auf
das Engagement der "Friedensmacher". Viertens berichtet er schon
früh über entstehende Konflikte und will nach Erkenntnissen
von Konfliktforschung und Mediation vorab zwischen den Parteien
vermitteln, etwa indem fehlende Gesprächsbereitschaft durch die
Medienberichterstattung minimiert wird und erst gar keine Kriege
ausbrechen. Geht das nicht, berichtet er über die Folgen und
später - hoffentlich - vom Wiederaufbau und der Versöhnung.
Leider, so kritisierte Zint vergangenen Donnerstag auf besagter
Podiumsdiskussion in Aachen, sei in den sich ständig
verkleinernden Redaktionen und Agenturen kaum noch Zeit vorhanden
für eine so komplexe Berichterstattung. Er sah indes schon in der
gängigen Wortwahl einen Hinweis, dass in den Medien zwar Interesse
an Krieg und Gewalt, aber nicht an Frieden und Konfliktlösung
herrsche...
Aus: Michael Klarmann - "Wolkenkuckucksheim oder Waffe gegen Krieg?",
telepolis vom 23.03.04:
Mehr unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/konf/17025/1.html
Blick ins Archiv:
Krieg gegen Irak hat begonnen
Do.20.03.03 - US-Präsident: Erste Phase der Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden +++
Knapp zwei Stunden nach Ablauf des Ultimatums an Saddam Hussein: Luftangriffe auf Bagdad +++
USA und Großbritannien haben 280.000 Mann in der Golfregion zusammengezogen +++
Bush: Krieg könne länger dauern und schwieriger werden als manche vorhersagten... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303200.htm#news
Zweiter Kriegstag in Irak
Fr.21.03.03 - US-Streitkräfte starten Bodenoffensive +++ Mit ihrem Militärschlag
gegen Irak setzen die USA erstmals ihre neue Strategie des Präventivschlages um +++
Der Krieg hatte am Donnerstag um 3.33 Uhr MEZ begonnen und löste in aller Welt
Betroffenheit, Wut und Entsetzen aus +++ Weltweit demonstrierten schätzungsweise 1 Million
Menschen gegen den Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303210.htm#news
Dritter Kriegstag in Irak
Sa.22.03.03 - 20:00 Uhr - Massive Luftoffensive gegen Irak hat begonnen -
Bagdad unter Dauerbeschuss +++ Die US-Streitkräfte haben die Angriffe
auf die irakische Hauptstadt mit unverminderter Härte fortgesetzt. Nachdem bereits
den ganzen Tag über geschossen wurde, begann nach kurzer Pause am Abend
eine neue Angriffswelle. Es waren wieder zahlreiche Einschläge und Explosionen zu
hören. Angaben über Opfer, Schäden und Ziele liegen noch nicht vor. ..
Die alliierten Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bisher keine
Massenvernichtungswaffen im Irak entdeckt... Erneut weltweit Proteste gegen Irak-Krieg ...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303220.htm#news
Vierter Kriegstag in Irak
Luftangriffe auf Bagdad gehen weiter +++ 500 Marschflugkörper,
Raketen und Bomben an einem Tag +++ Verlässliche Angaben über Opfer liegen nicht
vor +++ Suche nach Massenvernichtungswaffen bisher erfolglos +++
US-Bodentruppen haben angeblich den halben Weg nach Bagdad geschafft +++
Massive multimediale Propagandakampagne, um das irakische Militär zur
Aufgabe zu bewegen... US-Präsident berät mit Kriegskabinett - Amerikaner werden
auf einen längeren Krieg eingestimmt... Max-Planck-Direktor Rüdiger Wolfrum
sieht im Vorgehen der USA einen Bruch des Völkerrechts... Weltweit protestieren wieder
Hunderttausende gegen Irak-Krieg ... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303230.htm#news
Fünfter Kriegstag in Irak
Mo.24.03.03 - Weiter schwere Luftangriffe auf Bagdad +++ Ein Bombenhagel aus
Tieffliegern hat die Einwohner von Bagdad die ganze Nacht zum Montag über in Angst
und Schrecken versetzt +++ Wohngebäude in Trümmern +++ Alliierte setzen Vormarsch auf Bagdad fort +++
Unerwartet heftiger Widerstand der irakischen Armee +++ Erste US-Soldaten in irakischer Gefangenschaft +++
Bush verlangt humane Behandlung von Kriegsgefangenen +++ Durchhalterede von Saddam Hussein +++
Millionen Menschen protestieren gegen Irak-Krieg +++ US-Veteranen bei Anti-Kriegs-Kundegebung in Washington +++
Australische Kriegsgegner wollten Parlament stürmen +++ Immer mehr Kritik an Kriegsberichterstattung... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303240.htm#news
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... Mehr unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
Ein Jahr Bomben auf Bagdad: Sind die USA gescheitert?
Längst beherrscht der Katzenjammer die Bush-Krieger, die sich
ihres Sieges nicht wirklich erfreuen können, weil die Probleme
größer denn je zuvor sind ...
Analysen, Berichte und Interviews zum Thema unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403200.htm#040320_a
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Schwere Kämpfe an afghanischer Grenze
Kabul zeigt sich zu Entwaffnung von Milizen entschlossen. Spanien will
nach Irak-Abzug Truppen in Afghanistan aufstocken
Mi.24.03.04 - Bei den bislang schwersten Kämpfen zwischen pakistanischen Truppen
und mutmaßlichen El-Kaida-Kämpfern sind in den
pakistanischen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan in den
vergangenen Tagen mindestens 45 Soldaten getötet oder als vermisst
gemeldet worden. Allein am Montag und Dienstag seien insgesamt
mindestens elf pakistanische Soldaten bei Angriffen getötet
worden, sagten pakistanische Sicherheitskräfte.
Westlichen Diplomaten zufolge könnte die Zahl der getöteten
pakistanischen Soldaten seit Beginn der Militäroffensive vor einer
Woche bei insgesamt 60 bis 100 liegen. Unklar ist bisher, ob die
Angreifer zu den islamischen Extremisten gehörten, die sich seit
Donnerstag in zwei Ortschaften südlich von Wana verschanzen und
von der pakistanischen Armee eingekesselt sind. Es soll sich
überwiegend um Tschetschenen und Usbeken handeln.
Rund um die eingekesselten Orte bei Wana hingegen fiel nach Angaben
Sultans in den vergangenen zwei Tagen "kein Schuss". In einem Umkreis
von 60 Kilometern werde ein Waffenstillstand eingehalten, um die
Anführer des Yargulkhel-Clans dazu gebracht werden, verschanzte
Kämpfer sowie 14 als Geiseln genommene pakistanische Soldaten zu
übergeben. Eine Verhandlungsdelegation aus 20 Stammesältesten
hält sich dazu seit Montag in der Gegend auf.
Etwa tausend Menschen protestierten indes mit einer
Straßenblockade zehn Kilometer südwestlich von Peschawar
gegen die Militäraktion. Auf Plakaten waren anti-amerikanische
Sprüche wie "Nieder mit Amerika" und "Die USA sind die
größten Terroristen der Welt" zu lesen. Ein bei der
Demonstration anwesender Stammesführer warnte vor einem Aufstand,
sollte die Regierung in Islamabad ihren Einsatz in der Stammesregion
nicht beenden. Auch an anderen Orten wurde demonstriert.
Die schwer bewaffneten Paschtunen-Stämme im Grenzgebiet zu
Afghanistan haben jahrhundertelang nahezu unabhängig von
staatlichem Einfluss gelebt und sympathisieren mit dem Terrornetzwerk
El Kaida und den radikalislamischen Taliban. Den pakistanischen
Soldaten werfen sie vor, Häuser zerstört und Zivilisten
getötet zu haben.
Nach den blutigen Kämpfen in der westafghanischen Stadt Herat
verstärkt die Regierung in Kabul ihre Bemühungen um eine
Entwaffnung regionaler Milizen. Die Ausschreitungen am Wochenende
hätten die Entschlossenheit der Regierung bekräftigt, Truppen
rivalisierender Kriegsherren vor den für Juni geplanten Wahlen zu
entwaffnen, erklärte ein Sprecher von Präsident Hamid Karsai
am Dienstag.
Plänen des Verteidigungsministeriums zufolge sollen vor den Wahlen
die schweren Waffen aller Milizenführer sichergestellt werden.
Bislang erstreckte sich das Entwaffnungsprogramm jedoch noch nicht auf
die Kämpfer im Westen des Landes.
Die Zahl der Toten bei den Gefechten in Herat bezifferte
Präsidentensprecher Dschaued Ludin am Dienstag auf höchstens
50. Zuvor war von bis zu 100 Toten berichtet worden. Die Kämpfe
zwischen Truppen des Gouverneurs Ismail Khan und eines
Milizenführers entzündeten sich an der Ermordung von
Luftfahrtminister Mirwais Sadik, dem Sohn Khans.
Der designierte spanische Ministerpräsident José Luis
Rodríguez Zapatero will einem Pressebericht zufolge die
Militärpräsenz seines Landes in Afghanistan ausweiten. Wie
die Madrider Zeitung "El Pais" berichtete, will der Sozialdemokrat
damit seine Entschlossenheit im Anti-Terror-Kampf unter Beweis stellen,
nachdem er den Abzug der 1300 spanischen Soldaten aus Irak in Aussicht
gestellt hatte.
Derzeit sind 125 spanische Soldaten als Teil der Internationalen
Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) in dem Land am Hindukusch
stationiert. Im Gegensatz zum Irak-Einsatz wird die unter NATO-Kommando
stehende ISAF-Mission von der UNO unterstützt. Um wie viele
Soldaten Zapatero die spanischen Truppen in Afghanistan aufstocken
will, berichtete "El Pais" nicht.
Nach seinem überraschenden Wahlsieg am 14. März hatte
Zapatero angekündigt, er werrde die spanischen Truppen aus Irak
abzuziehen, falls sie nach ihrem am 30. Juni auslaufenden Mandat nicht
der UNO unterstellt würden. Der scheidende Ministerpräsident
José María Aznar von der rechtsgerichteten Volkspartei
(PP) nannte diese Entscheidung einen "schweren Fehler", von dem "der
Terrorismus profitieren" werde.
Aznar hatte im Irak-Krieg eng an der Seite der USA und
Großbritanniens gestanden und entgegen dem Willen der Mehrheit
der Spanier Truppen nach Irak geschickt. Viele Wähler sahen die
Anschläge von Madrid vor knapp zwei Wochen als Quittung für
diese Politik an.
(Quellen: ap, afp)
USA kannten El-Kaida-Gefahr lange vor dem 11.September
Terror-Kommission legt Versäumnisse von Clinton und Bush offen -
US-Regierung verwahrt sich gegen Vorwürfe des früheren
Anti-Terror-Koordinators Richard Clarke
Mi.24.03.04 - Schon Jahre vor den Anschlägen vom 11. September 2001 lagen den
US-Behörden offenbar Hinweise auf terroristische Aktivitäten
Osama bin Ladens vor. Zu diesem Ergebnis kommt die Kommission zur
Untersuchung der Terroranschläge. In einem am Dienstag
veröffentlichten Zwischenbericht werden Versäumnisse der
Regierungen von US-Präsident George W. Bush und seines
Vorgängers Bill Clinton deutlich. Bush erklärte, er wäre
schon früher gegen El Kaida vorgegangen, wenn er von den
Anschlagsplänen gewusst hätte.
CIA-Chef George Tenet habe ihn regelmäßig über die
terroristische Bedrohung informiert, sagte Bush. «Wenn meine
Regierung irgendeine Information gehabt hätte, dass Terroristen
New York am 11. September angreifen wollen, dann hätten wir
gehandelt», sagte Bush. Es war seine erste direkte Reaktion auf
Vorwürfe, die der frühere Antiterror-Koordinator der
Regierung, Richard Clarke, erhoben hat. Clarke will bereits im Januar
2001 auf die wachsende Bedrohung durch das Terrornetzwerk El Kaida und
dessen Verbündete, die Taliban, hingewiesen haben.
Clarke habe darauf gedrungen, der mit den Taliban verfeindeten
afghanischen Nordallianz militärische Unterstützung zukommen
zu lassen, heißt es in dem Kommissionsbericht.
Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice habe dies jedoch abgelehnt.
Clarke selbst schrieb in einem am Montag veröffentlichten Buch,
auf ihn habe die Absage gewirkt, als ob Rice noch nie von El Kaida
gehört hätte. Die Kommission will Clarke, der noch von
Clinton eingestellt worden war, am Mittwoch hören.
Die Regierung Clinton hatte Bin Laden dem Kommissionsbericht zufolge
schon 1995 als wichtigen Finanzier terroristischer Aktivitäten
identifiziert. In den folgenden Jahren scheiterten jedoch
sämtliche Versuche, den El-Kaida-Chef ausliefern zu lassen oder
ihn in einem anderen Land vor Gericht zu bringen. Erst 10. September
2001, einen Tag vor den Anschlägen, einigten sich
Regierungsvertreter darauf, das Taliban-Regime zu stürzen, wenn
ein letzter diplomatischer Vorstoß ohne Ergebnis bleiben sollte.
Die frühere Außenministerin Madeleine Albright sagte der
Kommission am Dienstag, die Regierung Clinton habe alles getan,
«was wir konnten, alles was uns auf Grund des damals
verfügbaren Wissens einfiel, um unser Volk zu schützen und El
Kaida zu besiegen». Albrights Nachfolger, US-Außenminister
Colin Powell, erklärte, Bush und sein gesamtes Team seien sich
darüber im Klaren gewesen, dass dem Kampf gegen den Terrorismus
höchste Priorität eingeräumt werden müsse. Die
Anschläge am 11. September hätten vermutlich auch dann nicht
verhindert werden können, wenn die USA bereits zuvor gegen El
Kaida vorgegangen wären. Die Regierung habe fälschlicherweise
geglaubt, die Hauptgefahr der militanten Moslem-Organisation sei gegen
Ziele im Ausland gerichtet.
Bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das
Verteidigungsministerium bei Washington, für die die El Kaida des
Moslem-Extremisten Osama bin Laden verantwortlich gemacht wird, wurden
rund 3000 Menschen getötet.
Kommissionsmitglied Lee Hamilton betonte am Dienstag in einem
Fernsehinterview, für ein Urteil über die Arbeit der beiden
Regierungen sei es noch zu früh. Detailliert wird in dem Bericht
aber das Scheitern der Bemühungen der Clinton-Regierung
nachgezeichnet, Bin Laden das Handwerk zu legen: Ein
Auslieferungsersuchen an Sudan wurde demnach 1995 auf Eis gelegt, weil
für eine Anklage in den USA nicht genug Material vorlag. Ein Jahr
später siedelte der El-Kaida-Chef ungehindert nach Afghanistan um.
Das Enthüllungsbuch des früheren Antiterror-Koordinators der
US-Regierung, Richard Clarke, ist ein Bestseller. Nach Angaben des
Verlags war die 300.000 Exemplare umfassende Erstauflage des am Montag
veröffentlichten Buchs «Against All Enemies» bereits
am Dienstag vergriffen. 100.000 weitere Exemplare seien bestellt.
«Es gab eine phänomenale Publizität. In jeder Talk-Show
und in jeder Nachrichtensendung wurde darüber gesprochen»,
erklärte Bob Wietrak von Barnes & Noble Inc.
(Quellen: ap, rtr)
Nahost-Konflikt
Israelische Panzer rücken in Flüchtlingslager ein. Israel
verteidigt gezielte Tötung von Hamas-Gründer Jassin vor
Weltsicherheitsrat. Bush: Israel hat Recht auf Selbstverteidigung.
Rantisi zum neuen Hamas-Führer ernannt. Zwei Palästinenser
bei Hubschrauberangriff im Südlibanon getötet
Mi.24.03.04 - Israelische Panzer sind in der Nacht zu Mittwoch nach
Augenzeugenberichten in das palästinensische Flüchtlingslager
Chan Junis im Gaza-Streifen eingerückt.
Planierraupen hätten Häuser abgerissen, von denen aus eine
jüdische Siedlung zu überblicken sei, hieß es. Nach der
gezielten Tötung des Führers der militanten
Palästinenser-Organisation Hamas, Scheich Ahmed Jassin, sagte
US-Präsident George W. Bush, Israel habe das Recht auf
Selbstverteidigung. Die Regierung solle aber "die Konsequenzen
bedenken". Israel hat allen Anführern palästinensischer
Extremisten-Gruppen mit weiteren Angriffen gedroht. Im Sicherheitsrat
der Vereinten Nationen warf der Botschafter Israels der UN Heuchelei
bei der Verurteilung der Tötung Jassins vor.
Augenzeugen in Chan Junis berichteten, rund 60 Familien seien aus ihren
Wohnungen geflohen, nachdem die israelischen Streitkräfte
Deckungsfeuer abgegeben hätten. Berichte über Opfer gab es
nicht. Unterstützt von Kampfhubschraubern seien etwa zehn Panzer
100 Meter in das Flüchtlingslager vorgerückt. In israelischen
Militärkreisen hieß es, die Armee räume Gebiete, von
denen aus Armeestellungen oder Siedlungen beschossen werden
könnten.
Bei einem Angriff israelischer Kampfhubschrauber im Südlibanon
sind am späten Dienstagabend zwei Palästinenser getötet
worden. Es handelte sich nach Medienberichten um eine Terrorzelle.
US-Präsident Bush sagte, "Israel hat das Recht, sich gegen Terror
zu verteidigen, und wenn es das tut, hoffe ich, es denkt an die
Konsequenzen." Er wolle in der nächsten Woche eine US-Delegation
nach Israel entsenden, "wenn es die Umstände erlauben", um die
Aussichten für die Wiederbelebung des Friedensprozesses zu
erkunden.
Israels Verteidigungsminister Schaul Mofas sagte, Israel werde weiter
gegen die Hamas und andere Extremisten-Organisationen sowie deren
Führer vorgehen. Dies werde den Israelis mehr Sicherheit bringen.
Die Hamas hat unterdessen Abdel Asis Rantisi zu ihrem neuen Führer
bestimmt. Dieser drohte mit weiteren Anschlägen auf Israel.
«Wir sind vereint in den Schützengräben des
Widerstands», sagte Rantisi der Nachrichtenagentur AP. «Wir
werden nicht aufgeben, wir werden uns niemals dem israelischen Terror
geschlagen geben.»
Rantisis Wahl wurde von einem Hamas-Sprecher über Lautsprecher in
einem Fußballstadion in Gaza-Stadt bekannt gegeben, in dem sich
tausende Anhänger der militanten Organisation versammelt hatten.
Rantisi wurde auch zum Leiter des politischen Büros der Hamas
ernannt - ein Amt, das bisher der in Syrien ansässige Chaled
Maschaal innehatte.
Hamas-Gründer Jassin hatte kurz vor seinem Tod die Arabische Liga
aufgefordert, alles zu tun, um den Kampf gegen Israel zu
unterstützen. "Palästina ist ein arabisches und moslemisches
Land, das von zionistischen Juden mit Waffengewalt besetzt wurde und
nur durch Waffengewalt wieder zurückgewonnen werden kann", schrieb
Jassin in einem Brief, der Reuters vorlag. Jassin verlangte auch
Unterstützung für den Widerstand gegen das US-Militär im
Irak. "Dem Irak und seinem Volk zu helfen ist Hilfe für die
palästinensische Sache und für das palästinensische
Volk."
In New York beriet der UN-Sicherheitsrat über die Lage nach der
Tötung Jassins. Dabei konnten sich die arabischen Länder und
die USA nicht auf eine israel-kritische Resolution einigen. Israels
Botschafter Dan Gillerman nannte Jassin am Dienstagabend (Ortszeit)
einen «Paten des Terrorismus» und warf der UN Heuchelei
vor. Nicht eine einzige Resolution habe der Sicherheitsrat
verabschiedet, wenn es darum gegangen sei "die Massaker an unseren
unschuldigen Zivilisten" zu verurteilen. Allein Jassin sei direkt oder
indirekt für 425 Angriffe verantwortlich, bei denen in den
vergangenen dreieinhalb Jahren 377 Israelis getötet und mehr als
2000 Israelis verletzt worden seien.
Die Palästinenser betrachten die Tötung Jassins als
Kriegsverbrechen. Der palästinensische Botschafter Nasser el Kidwa
kündigte an, die Verbündeten seines Volkes würden
für den (heutigen) Mittwoch ein Votum über eine Resolution
ansetzen, in dem die Tötung verurteilt werde. Es galt als sehr
wahrscheinlich, dass die USA einen solchen Resolutionsentwurf mit ihrem
Veto blockieren werden.
Algerien, das einzige arabische Mitglied des Sicherheitsrats, hatte
zuvor einen Textentwurf zurückgezogen, mit dem der Angriff
missbilligt werden sollte, nachdem die USA darauf bestanden, dass die
Erklärung eine Verurteilung der Terroranschläge der Hamas
beinhalten müsse. Der algerische UN-Botschafter Abdullah Baali
hatte erklärt, eine Entscheidung, ob der Entwurf eingebracht
werde, solle am (heutigen) Mittwoch fallen.
(Quellen: rtr, ap, dpa)
Amnesty: EU muss China zu Moratorium bei Todesstrafe drängen
Mi.24.03.04 - Amnesty international hat von der Europäischen Union mehr Druck
auf China verlangt, um ein sofortiges Moratorium bei der Todesstrafe zu
erreichen. Bei der zurzeit in Genf laufenden Tagung der
UN-Menschenrechtskommission müsse die EU eine entsprechende
Resolution einbringen, forderte Dick Oosting, Leiter des EU-Büros
der Menschenrechtsorganisation am Montag in Brüssel. Er
kritisierte, dass bisherige Versicherungen der Europäer, im Dialog
mit China Menschenrechtsfragen anzusprechen, wenig konkrete Ergebnisse
geliefert hätten.
In der Volksrepublik China werden nach einem neuen amnesty-Bericht mehr
Menschen hingerichtet als in allen anderen Staaten der Welt, in denen
die Todesstrafe noch gilt. Ein chinesischer Abgeordneter hatte
kürzlich die Zahl der Hinrichtungen auf 10.000 jährlich
geschätzt. Die hohe Zahl von Hinrichtungen sei Folge eines
Strafrechtssystems, das von internationalen Standards zur Todesstrafe
stark abweiche.
Ein großer Teil der "schweren" Verbrechen, die mit dem Tode
bestraft werden, seien gewaltlose Taten. Die Definition von Straftaten
sei in China häufig sehr weit gefasst, um die Todesstrafe auf
größere Kategorien von Straftätern anwenden zu
können, hieß es weiter.
Häufig würden die Todesstrafen in der Volksrepublik sofort
vollstreckt, kritisierte amnesty. Die Rechte von Einzelnen, die zum
Tode verurteilt wurden, würden auf allen Ebenen der Strafverfahren
verletzt. So würden Geständnisse, die unter Folter abgelegt
wurden, gegen die Angeklagten verwendet. Weit verbreitet seien zudem
mobile Hinrichtungsstätten, bei denen es sich um umgerüstete
Busse handele.
(Quelle: epd)
Exekution auf Rädern
Tausende Todesurteile werden jährlich in China vollstreckt. Diese
Praxis soll effizienter werden. Durch Exekutionsmobile - vom Typ
Fiat-Iveco oder vom Typ "Heiliger Weg" - wird schneller Vollzug mit
weniger Personal gewährleistet und die anschließende
Organentnahme hygienischer gestaltet...
Mehr in der "tageszeitung" vom 22.03.04:
http://www.taz.de/pt/2004/03/22/a0187.nf/text
Blick ins Archiv:
Kalifornien: Schwarzenegger lehnt Gnadengesuch von Todeskandidaten ab
So.01.02.04 - Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat das Gnadengesuch
eines Todeskandidaten abgelehnt. In einer Erklärung
Schwarzeneggers vom Freitag (Ortszeit) hieß es, das Verbrechen
des 45-jährigen vierfachen Mörders Kevin Cooper sei "kein
Fall für Gnade". Die Beweislast gegen Cooper sei
überwältigend, und weder seine religiöse Bekehrung noch
sein soziales Engagement änderten etwas an seiner Schuld. Cooper
soll am 10. Februar hingerichtet werden. (Quelle: afp)
US-Gericht: Massenbegnadigung von Todeshäftlingen in Illinois
rechtens
Mo.26.01.04 - Der Oberste Gerichtshof von Illinois hat die "Massenbegnadigung" aller
Todeshäftlinge des US-Bundesstaates vor einem Jahr für
rechtens befunden. Mit dem Urteil vom Freitag (Ortszeit) wies das
Gericht in Springfield Rundfunkberichten zufolge die Klage der
Justizministerin des Bundesstaates ab, der damals amtierende Gouverneur
George Ryan habe seine Autorität überschritten. Der
Republikaner Ryan hatte im Januar 2003 kurz vor dem Ende seiner
Amtsperiode alle 167 Todeshäftlinge von Illinois begnadigt... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401260.htm#04012601
Gouverneur von Illinois begnadigt alle Todeskandidaten.
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0301140.htm#03011218
Todesstrafe in den USA: 'Eine Kette von Fehlern im Rechtssystem'
http://home.t-online.de(home/boa-archiv2/k0401240.htm#04012404
Amnesty fordert ein Ende der Hinrichtungen von Jugendlichen
http://home.t-online.de(home/boa-archiv2/k0401240.htm#04012405
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Kosovo-Krise
Rugova fordert unabhängiges Kosovo 'ohne Kompromisse'. Kostunica
bemüht sich um Annäherung an Europa
Mi.24.03.04 - Der albanischstämmige Präsident des Kosovo, Ibrahim Rugova,
hat eine Unabhängigkeit "ohne Kompromisse" der serbischen Provinz
gefordert. Nach den blutigen Zusammenstößen zwischen
Albanern und Serben in der vergangenen Woche sei "klar", dass die
Unabhängigkeit von Serbien "lebenswichtig" für das Kosovo und
seine albanischen Bewohner sei, sagte Rugova der italienischen Zeitung
"Corriere della Sera".
Auf die Frage, ob ein Teil des nördlichen Kosovo an Serbien gehen
könnte, um den Weg zur Unabhängigkeit zu erleichtern, sagte
Rugova, die Grenzen seien "unantastbar". Ein Kompromiss sei nicht
möglich. In der Stadt Kosovska Mitrovica im Norden des Kosovo
leben neben Albanern noch viele Serben. Dort hatten die Unruhen in der
vergangenen Woche begonnnen.
Die "Ereignisse der vergangenen Tage" hätten einen "Schatten" auf
die Kosovo-Albaner geworfen, räumte Rugova ein. Er glaube aber
nicht, dass die jüngste Gewalt den Weg zur Unabhängigkeit
gefährde.
Nach der neuen Gewaltwelle im Kosovo bemüht sich Serbien um eine
weitere Annäherung an Europa. Aus historischen Gründen und
wegen der geographischen Nähe sei «Europa unser Weg und
unser Ziel», erklärte der serbische Ministerpräsident
Vojislav Kostunica am Dienstag in Brüssel. Er sagte zudem eine
weitere Zusammenarbeit mit dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zu.
Diese werde jedoch in einer Weise erfolgen, «die unsere
Institutionen in Serbien nicht destabilisiert», sagte Kostunica.
EU-Kommissionspräsident Romano Prodi wies erneut auf ein
Entgegenkommen gegenüber dem Gericht als wesentliche Voraussetzung
für jede weitere Entwicklung hin. Serbien strebt ein
Handelsabkommen mit der EU und einen Beitritt in das NATO-Programm
«Partnerschaft für den Frieden» an.
Sowohl die EU als auch die NATO machen einen Ausbau der Verbindungen
mit Serbien-Montenegro von einer Mithilfe der Regierung bei der
Auslieferung mutmaßlicher Kriegsverbrecher abhängig.
Kostunicas Minderheitsregierung ist auf die Unterstützung der
Sozialisten des ehemaligen Präsidenten Slobodan Milosevic
angewiesen, die eine Zusammenarbeit mit dem Haager Gericht ablehnen.
Milosevic selbst ist in Den Haag angeklagt. Nach den Ausschreitungen im
Kosovo vergangene Woche, bei denen 28 Menschen ums Leben kamen, hatte
Kostunica die NATO heftig kritisiert.
Unterdessen sind bei einem Angriff auf ein Fahrzeug der UN-Polizei im
Kosovo mindestens zwei Menschen getötet worden. Mindestens ein
bewaffneter Mann habe am Dienstagabend im Norden der unter
UN-Verwaltung stehenden Provinz von Serbien-Montenegro das Feuer auf
das Fahrzeug mit zwei UN-Polizisten, einem örtlichen Polizisten
und einem Übersetzer eröffnet, sagte ein Sprecher der
Vereinten Nationen der Nachrichtenagentur AFP in der Hauptstadt
Pristina. Der örtliche Polizeichef Serement Ahmeti sagte im
lokalen Fernsehen, bei dem Angriff in Podujevo seien "ein
internationaler und ein lokaler Polizist" getötet worden. Der
Übersetzer habe schwere Verletzungen erlitten.
(Quellen: ap, afp)
Fünf Jahre nach den Nato-Bomben
Nato- und UNO-Verantwortliche können es kaum beschönigen:
Trotz internationaler Verwaltung kommt die Kosovo-Region nicht zur
Ruhe...
Mehr in der "tageszeitung" vom 24.03.04:
http://www.taz.de/pt/2004/03/24/a0191.nf/text
http://www.taz.de/pt/2004/03/24/a0190.nf/text
Blick ins Archiv:
NATO-Generalsekretär: Albanische Extremisten organisierten Gewalt...
Di.23.03.04 - ... Nach Ansicht von NATO-Generalsekreträr Jaap de Hoop Scheffer sind
die blutigen Unruhen im Kosovo von albanischen Extremisten organisiert
worden. "Das, was in der vergangenen Woche geschehen ist, von
extremistischen Teilen der albanischen Bevölkerung inszeniert und
organisiert, ist nicht hinnehmbar", sagte De Hoop Scheffer am
Montagabend nach einem Treffen mit dem Chef der UN-Mission in Kosovo
(UNMIK), Harri Holkeri, und kosovoalbanischen Politikern in Pristina... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#04032312
Mehr Berichte und Analysen zum Kosovo-Konflikt unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#040323_b
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Zehntausende bosnische Serben fordern vorgezogene Neuwahlen
Mi.24.03.04 - In der bosnischen Serbenrepublik haben mehr als 20.000 Anhänger
der Opposition für vorgezogene Neuwahlen demonstriert. Die
Kundgebungsteilnehmer in der Hauptstadt Banja Luka beschuldigten die
nationalistische Regierungskoalition der Korruption, wie ein Reporter
der Nachrichtenagentur AFP am Montag berichtete. Auf Plakaten
hieß es: "Ihr habt Restaurants, wir haben Mülleimer" oder
"Legt Eure Parlamentsmandate nieder, Ihr habt das Volk ausgehungert".
Ein Führer der oppositionellen Sozialdemokraten, die zu der
Kundgebung aufgerufen hatten, warf der Regierung vor, die Armut in der
Bevölkerung des bosnischen Teilstaates verstärkt statt
vermindert zu haben. Zahlreiche Sicherheitskräfte bewachten die
friedliche Demonstration.
(Quelle: afp)
Mazedonischer Premier stellt offiziellen Antrag auf EU-Aufnahme
Mi.24.03.04 - Der mazedonische Ministerpräsident Branko Crvenkovski hat am
Montagabend in Dublin offiziell einen Antrag auf Aufnahme seines Landes
in die Europäische Union gestellt. Ursprünglich war die
entsprechende Zeremonie für den 26. Februar geplant. Sie war im
letzten Augenblick verschoben worden, nachdem am Morgen desselben Tages
Präsident Boris Trajkovski bei einem Flugzeugunglück in
Südbosnien ums Leben gekommen war. Der Aufnahmeantrag sei noch von
Trajkovski unterschrieben, sagte der irische Regierungschef Bertie
Ahern, dessen Land zur Zeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat.
Ahern würdigte Trajkovski als einen auf Ausgleich und
Versöhnung bedachten Staatsmann. Crvenkovski sagte, der Weg bis
zur Aufnahme der früheren jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien
werde "lang und schwierig" sein. Es gebe aber keine Alternative.
(Quelle: afp)
Deutschland
Mehrzahl kranker NS-Opfer wird nicht entschädigt
Mi.24.03.04 - Die große Mehrheit der in Konzentrationslagern oder bei der
Zwangsarbeit gesundheitlich geschädigten NS-Opfer wird keine
Entschädigungszahlungen erhalten. Allein die für NS-Opfer mit
Personenschäden zuständige Internationale Organisation
für Migration (IOM) hat 39.800 der 41.000 eingegangenen
Anträge wegen Geldmangels ablehnen müssen, wie der Direktor
des IOM-Entschädigungsprogrammes, Norbert Wühler, am Dienstag
in Oranienburg bei Berlin sagte. Darunter seien viele Antragsteller mit
schweren und dauerhaften Gesundheitsschäden gewesen.
Die in der Bundesstiftung «Erinnerung, Verantwortung und
Zukunft» für diesen Personenkreis vorgesehenen 25,5
Millionen Euro hätten jedoch nicht ausgereicht, erklärte
Wühler. Deshalb entschieden die IOM, die jüdische Claims
Conference und die Partnerorganisationen in Osteuropa, nur die Opfer
pseudomedizinischer Versuche von «NS-Ärzten» sowie
damals von ihren Eltern getrennte und in Zwangsarbeiter-Kinderheimen
eingewiesene Personen zu berücksichtigen.
Der IOM zufolge haben alle Organisationen zusammen Zahlungen in etwa
6.800 solcher Fälle genehmigt. Fast alle diese Betroffenen haben
die Einmalzahlung über 4.240 Euro mittlerweile erhalten. Die
Gesamtzahl der Anträge wollte die Bundesstiftung allerdings nicht
nennen. Sie sei nicht aussagekräftig, weil teilweise Anträge
doppelt oder falsch gestellt wurden, hieß es.
Die Beschränkung des Opferkreises auf die so genannte Kategorie I
sei «eine sehr schwere Entscheidung gewesen», sagte
Wühler. Ansonsten hätte das Geld jedoch nur für minimale
Zahlungen gereicht. «Das wäre dann nicht einmal eine
symbolische Geste gewesen», sagte eine IOM-Sprecherin. Es gebe
auch kaum Hoffnung, dass die Summe im Entschädigungsfonds
aufgestockt werde. Viele der Betroffenen, die eine Zahlung erhalten
haben, könnten das Geld jedoch gut gebrauchen, erklärte
Wühler. «Die Menschen sind froh, dass sich nach 60 Jahren
überhaupt noch jemand an ihr Leiden erinnert.»
Allein die IOM hat 733 Anträge von Opfern medizinischer Versuche
bewilligt. Zahlungen erhalten darüber hinaus 165 Personen, die als
Kind von ihren Eltern getrennt und in ein Zwangsarbeiter-Kinderheim
eingewiesen wurden und 73 Eltern, deren Kinder in einem solchen Heim
verstorben sind. Zudem werden im Laufe des Jahres etwa 150 Nachkommen
von mittlerweile verstorbenen Opfern entschädigt. In Deutschland
erhalten 137 Menschen einen Scheck von der IOM. Die Mehrzahl der
ermittelten Opfer ist osteuropäischer Herkunft und lebt heute in
Frankreich, Slowenien und den Vereinigten Staaten.
(Quelle: ap)
Mehr unter:
http://www.compensation-for-forced-labour.org/
Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft":
http://www.stiftung-evz.de/
Jüdische Claims Conference:
http://www.claimscon.org/
Streit um die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland
Kritik an DIHK-Präsident hält an. Schröder ruft
Verbandspräsidenten zur Zurückhaltung auf
Mi.24.03.04 - Die Kritik am Präsidenten des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, hält an. Anlass ist seine
Äußerung zur Produktionsverlagerung ins Ausland. IG BAU-Chef
Klaus Wiesehügel sagte der «Berliner Zeitung», die
Empfehlung sei verantwortungslos und legitimiere
Arbeitsplatzvernichtung. Ähnlich äußerten sich IG
Metall-Chef Jürgen Peters und ver.di-Vizechefin Margret
Mönig-Raane. Auch SPD-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse
und CSU-Generalsekretär Markus Söder reagierten
verärgert.
Im Streit um die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland hat
derweil Bundeskanzler Gerhard Schröder die Spitzen der
Wirtschaftsverbände zur Mäßigung aufgerufen. «Ich
finde, Verbandspräsidenten sollten zurückhaltend sein»,
sagte Schröder am Dienstag in der ZDF-Sendung «Was
nun...?» zu Äußerungen von DIHK-Präsident Ludwig
Georg Braun, die als Aufruf zur Abwanderung ins Ausland interpretiert
worden waren.
Möglicherweise sei die Äußerung Brauns missverstanden
worden, räumte der Kanzler ein. Sein Eindruck sei, dass der
DIHK-Präsident inzwischen für eine Klarstellung gesorgt habe.
Wenn es sich um eine Strategie und kein Missverständnis gehandelt
hätte, dann würde er dabei bleiben, dass das «nicht
viel mit Patriotismus zu tun» habe.
Die Diskussion war durch eine Äußerung Brauns in einem
Zeitungsinterview ausgelöst worden. Darin hatte er Unternehmen
geraten, nicht auf eine bessere Politik zu warten, sondern jetzt selbst
zu handeln und beispielsweise die Chancen der EU-Osterweiterung zu
nutzen.
(Quellen: dpa, ap)
Blick ins Archiv:
DIHK-Chef rät zur Verlagerung der Produktion ins Ausland
Mo.22.03.04 - Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages
(DIHK), Ludwig Georg Braun, hat den Unternehmen in Deutschland geraten,
verstärkt Chancen einer Produktionsverlagerung ins Ausland zu
nutzen. "Ich empfehle den Unternehmen, nicht auf eine bessere Politik zu
warten, sondern jetzt selbst zu handeln und die Chancen zu nutzen, die
zum Beispiel in der Osterweiterung liegen", sagte Braun der Zeitung
"Der Tagesspiegel" (Montagausgabe) einer Vorabmeldung zufolge...
Die IT-Branche in den Industrieländern wird in den nächsten
Jahren die Produktion von Software-Bestandteilen und Dienstleistungen
verstärkt in Billiglohnländer verlagern. Dies werde auch
zulasten der Arbeitsplätze in Deutschland gehen, sagte Jörg
Menno Harms, Vizepräsident des Branchenverbands Bitkom, ...
auf der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover...Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#04032215
Experten: Verlagerung von Arbeitsplätzen kaum vermeidbar
Mi.24.03.04 - Durch die Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zugeschriebene
Kritik an DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun hat die
Auseinandersetzung um die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins
Ausland an Schärfe gewonnen. Nach Ansicht von Experten sind
Produktionsverlagerungen aber kaum zu vermeiden und werden die Stellung
von deutschen Unternehmen im internationalen Wettbewerb langfristig
eher stärken.
Die Verlagerung ins Ausland werde nicht aufzuhalten sein,
erklärten Wirtschaftsexperten am Dienstag. Dies führe
zunächst zwar zum Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland.
Die Firmen stünden anschließend durch ihr Auslandsengagement
aber oft besser da als zuvor und könnten sogar zusätzliche
Stellen im Inland schaffen. Von der EU-Osterweiterung Anfang Mai werde
keine Abwanderungswelle erwartet, da vor allem Großunternehmen in
diesen Ländern schon präsent seien.
Die von dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages (DIHK) Braun ausgesprochene Empfehlung
interpretieren Volkswirte als Warnung an die Bundesregierung, den
eingeschlagenen Reformkurs nicht zu verlassen. Braun hatte
erklärt: "Ich empfehle den Unternehmen, nicht auf eine bessere
Politik zu warten, sondern jetzt selbst zu handeln und die Chancen zu
nutzen, die zum Beispiel in der Osterweiterung liegen." Schröder
hatte dies nach Angaben von Regierungssprecher Bela Anda als
unpatriotischen Akt bezeichnet. Die Zeitung "Die Welt" berichtete
allerdings vorab, Schröder habe sich bei Braun telefonisch von den
ihm zugeschriebenen Äußerungen distanziert.
"Das ist ein Phänomen, das weltweit in vollem Gang ist", sagt der
Leiter des Hamburger HWWA-Instituts, Thomas Straubhaar, mit Blick auf
Produktionsverlagerungen. Seiner Ansicht nach muss Deutschland im
Wettbewerb mit Niedriglohnstandorten einfache und lohnintensive
Tätigkeiten ins Ausland abgeben und sich stärker auf
Zukunftsfelder wie Gen- und Biotechnologie verlagern. Sonst könne
der Beschäftigungsabbau in traditionellen Bereichen nicht
aufgefangen werden. "Es ist besser der Welle voranzuschwimmen, als von
der Welle überrollt zu werden", rät Straubhaar.
Den Vorwurf von Bundeskanzler Schröder, Verlagerung von
Arbeitsplätzen sei unpatriotisch, bezeichnet Straubhaar als
unzeitgemäß. "Wir leben in einem Zeitalter globaler
Märkte. Wer hier mit nationalen Argumenten versucht, Entwicklungen
zu hemmen oder sogar als unpatriotisch abzuqualifiziert, begeht einen
Fehler." DIHK-Präsident Braun habe ein Signal setzen wollen, dass
weitere Reformen in Deutschland nötig seien.
Nach Angaben von Gesamtmetall erwägt fast jeder dritte Betrieb der
Metall- und Elektroindustrie (M+E), Teile der Produktion ins Ausland zu
verlagern. Dies werde zu stark als Gefahr gewertet. "Das ist aber nur
eine Seite der Medaille, denn die Verlagerungen ermöglichen den
Unternehmen auch eine Mischkalkulation, die in der Summe die meisten
der 3,5 Millionen M+E-Arbeitsplätze in Deutschland sicherer
macht", sagt Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser.
Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung
in Karlsruhe weist zudem auf einen Gegentrend hin. So hätten
zwischen 1999 und 2001 zwar 21 Prozent der verarbeitenden
Gewerbebetriebe Produktionsteile ins Ausland verlagert. Im
langjährigen Vergleich sei dieser Anteil aber kleiner geworden,
während der Anteil der Rückkehrer mit sieben Prozent stabil
sei. "So einfach ist die Rechnung also nicht", sagt Institutssprecher
Steffen Kinkel. Als Grund für einen Stellenaufbau im Inland
führt er positive Rückkopplungseffekte an. Die könnten
dadurch entstehen, dass ein Unternehmen im Ausland neue Märkte
erschließe und sich die Auftragslage dadurch im Inland
verbessere. Es gebe auch Fälle, in denen sich Erwartungen an
Kostensenkungen nicht erfüllt hätten und Firmen die
Produktion deshalb zurück verlagerten.
Auch in der Informationstechnikbranche gibt es Verlagerungen von
Arbeitsplätzen ins Ausland. Dabei gehe es in erster Linie um
standardisierte und lohnintensive Tätigkeiten, bei denen es nicht
darauf ankomme, in welchem Land sie ausgeführt würden, sagt
ein Sprecher des Branchenverbandes Bitkom. Den in der Branche
registrierten Arbeitsplatzabbau führt Bitkom eher auf die schwache
Konjunktur als auf Verlagerungen zurück. Neue Arbeitsplätze
seien in den vergangenen Jahren zum Beispiel im Internet und im
Mobilfunk entstanden.
(Quelle: rtr)
Mehr Berichte zur Produktions-Verlagerung in Billiglohnländer:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#040322xc
Streit um Hanauer Atomfabrik 'längst nicht entschieden' - Erler:
Zweifel an Exportfähigkeit der Atom-Fabrik Hanau wachsen
Mi.24.03.04 - Im Streit um den Export der Hanauer Atomfabrik nach China ist noch
keine Entscheidung gefallen. «Das ist längst nicht
entschieden», sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder am
Dienstag in der ZDF-Sendung «Was nun...?».
Außenminister Joschka Fischer benötige noch Zeit zur
Prüfung des von Siemens geplanten Exportgeschäfts. «Die
Zeit wird er bekommen.»
Die Regierung in Peking bekräftigte ihr Interesse an einem Kauf
der Plutoniumanlage. Es gebe «anfängliche
Gespräche» zwischen Unternehmen beider Länder,
hieß es in einer knappen Erklärung des chinesischen
Außenministeriums. China sei an einem Fortgang der Verhandlungen
interessiert. Bei den Grünen gibt es heftigen Widerstand gegen das
Exportgeschäft.
Die SPD sieht unterdessen die Chancen für den in der
rot-grünen Koalition umstrittenen Export der Hanauer Atomfabrik
nach China schwinden.
Für den Fall einer Ausfuhr müsse es eine internationale
Kontrolle geben und eine völkerrechtlich verbindliche Zusicherung
von China, dass eine militärische Nutzung nicht in Frage komme,
sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gernot Erler am
Mittwoch in der ARD. "Die Hürden sind sehr hoch. Und deswegen habe
ich heute mehr Zweifel. dass es zu einer Genehmigung kommt, als noch im
Dezember letzten Jahres." Auf die Frage, ob er glaube, dass eher
für oder gegen einen Export entschieden wird, sagte Erler: "Ich
glaube, dass mehr Schwierigkeiten da sind, als am Anfang sichtbar
waren."
Sollte es keine Ausfuhr geben, wäre damit einer der heftigsten
Konflikte in der Koalition entschärft, der auch das
Verhältnis von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und
Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) belastet hatte.
Inzwischen sei klar, dass die "Dual Use"-Verordnung der
Europäischen Union bei einem Export der Siemens-Anlagebeachtet
werden müsse, da eine militärische und eine
nicht-militärische Verwendung der Anlage potenziell möglich
sei, sagte Erler. "Und hier gibt es ziemlich enge und harte
Vorschriften. Zum Beispiel müsste Siemens eigentlich den Nachweis
über die zivile Endnutzung führen über diese Anlage, und
das ist gar nicht so einfach." Die Bundesregierung müsse nochmals
abwägen, ob ein Export im Sinne Deutschlands und im Sinne der
Nichtweiterverbreitung von Fachwissen für Nukleartechnologie sei.
Ein Klärungsgespräch mit dem Justizministerium sei verschoben
worden.
Schröder hatte China einen Export der nie in Betrieb gegangenen
Anlage im Dezember bei seinem Besuch in dem Land in Aussicht gestellt.
Die Koalition vereinbarte, einen Export nur dann zu genehmigen, wenn
die militärische Nutzung ausgeschlossen sei. Bei der Produktion
bestimmter Brennelemente fällt Plutonium an, das für den Bau
von Atomwaffen genutzt werden könnte. Zunächst hatte die
Regierung erklärt, es gebe offenbar keine Gründe, die
beantragte Ausfuhrgenehmigung zu verweigern. Zuletzt hatte sie dagegen
betont, die Frage werde in aller Gründlichkeit und ohne Zeitdruck
geprüft.
(Quellen: rtr)
Blick ins Archiv:
'Hanau selber kaufen' sammelte bereits 250.000 Euro
Do.04.03.04 - Die Initiative «Hanau selber kaufen», die sich gegen den
umstrittenen Export der Siemens-Brennelementefabrik nach China richtet,
hat nach eigenen Angaben innerhalb weniger Tage 250.000 Euro gesammelt.
Die Protestaktion mit dem Ziel, die Atomanlage selber zu erwerben, um
deren Export zu verhindern, habe eine «überwältigende
Resonanz» erfahren, sagte eine Sprecherin der Initiative am
Mittwoch in Berlin... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403040.htm#04030414
Für eine Exportgenehmigung der Hanauer Plutoniumfabrik nach China
gibt es nach Ansicht von Juristen keinen Ermessensspielraum...
Mehr bei "telepolis" (18.12.03) unter:
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/16342/1.html
http://www.greenpeace.org/multimedia/download/1/
368548/0/Expertise_zu_MOX.pdf
Wissenschaftler warnen vor Verkauf der Atomfabrik nach China
Mi.10.12.03 - Militärischen Nutzung der Hanauer Plutonium-Anlage könne
nicht ausgeschlossen werden +++ Bundesbürger mehrheitlich gegen
Export der Brennelemente-Fabrik nach China... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0312220.htm#031222ub
Kontroverse um Emissionshandel
Schröder will notfalls selbst CO2-Streit entscheiden. Trittin:
'Ökologische Innovationen und Beschäftigung passen zusammen'.
DIW kritisiert Clements Bedenken beim Emissionshandel. Stromkonzern
EnBW droht mit Atomstromimport aus Frankreich
Mi.24.03.04 - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat angekündigt, in den
Streit zwischen Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und
Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) um den Emissionshandel
einzugreifen, falls sich beide Minister nicht einigen können.
"Es ist dann irgendwann natürlich Aufgabe des Kabinettschefs, wenn
die sich nicht einigen können, zu sagen, wie die Einigung aussehen
soll", sagte Schröder am Dienstag im ZDF. Er setze aber darauf,
dass beide Minister sich auf ein Konzept einigen. Er wünsche sich,
dass bis zum 31. März, wie von der EU verlangt, eine Einigung
stehe. Es gehe aber Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Trittin und
Clement waren am Montagabend erstmals seit der Eskalation ihres Streits
zu Gesprächen über den Emissionshandel zusammengekommen, ohne
sich zu verständigen.
Schröder zeigte in der Aufzeichnung der ZDF-Sendung "Was nun, Herr
Schröder?" Verständnis für die Auseinandersetzung
zwischen Trittin und Clement. "Und da werden wir einen ganz
vernünftigen, wirtschaftlich vernünftigen, aber auch den
Umweltinteressen dienenden Ausgleich finden", erklärte er. Auch
Clement hatte bereits eine Kanzlerentscheidung ins Gespräche
gebracht und dessen Richtlinienkompetenz betont. Nach einem
Vorab-Bericht der "Leipziger Volkszeitung" will sich Schröder am
Mittwoch mit Trittin und Schröder treffen. Dies sei von nicht
namentlich genannter zuständiger Regierungsseite bestätigt
worden, schreibt die Zeitung.
Sein Treffen mit Trittin am Montag habe noch keine Lösung
gebracht, sagte Clement. Es wäre wünschenswert, aber nicht
zwingend, den von der EU gesetzten Termin 31. März für eine
Umsetzung des Emissionshandels einzuhalten. Trittin äußerte
sich optimistisch, dass eine Einigung bis zur von der EU-Kommission
gesetzten Frist erreicht werde. Die Umweltkommissarin der
Europäischen Union (EU), Margot Wallström, sagte dem
"Handelblatt" nach Vorab-Bericht, die Mitgliedsstaaten müssten die
gesetzten Fristen einhalten. Unter Berufung auf Kommissionskreise
schreibt die Zeitung, bei Untätigkeit drohe den jeweiligen Staaten
ein Mahnverfahren.
Clement hatte vorigen Mittwoch einen vom Kanzleramt vermittelten
Kompromiss platzen lassen. Trittin schrieb ihm daraufhin, dass eine
Einigung auf Basis von Clements Forderungen ausgeschlossen sei. Der
Emissionshandel, der EU-weit zum 1. Januar 2005 startet, soll den
Abgas-Ausstoß in Industrie und Energiewirtschaft senken. Die
Unternehmen dürfen nur noch eine bestimmte Menge an Kohlendioxid
(CO2) ausstoßen. Wenn sie die Menge überschreiten,
müssen sie Verschmutzungsrechte zukaufen. Wenn sie darunter
liegen, können sie ihre Zertifikate an andere Unternehmen
verkaufen. Clement will die anfangs zugeteilte Menge an Abgasrechten
höher ansetzen als Trittin und begründet dies mit einer zu
hohen Belastung für die Wirtschaft.
"Ich bin kein Klimakiller, allerdings möchte ich auch nicht der
Killer der deutschen Industrie werden", sagte Clement. Er warnte davor,
dass Deutschland zu Lasten der Industrie seine internationale
Vorreiterrolle bei der Schadstoffreduzierung zu einem Alleingang
entwickle. Vielmehr müsse eine auch für die Industrie
verträgliche Lösung gefunden werden. Mit dem Emissionshandel
trete nach der Ökosteuer, dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK) ein viertes Instrument
in der Umwelt- und Energiepolitik hinzu. Sie alle erhöhten die
Energiepreise. Einen Zeitungsbericht über mögliche
Rücktrittsabsichten wies Clement als "krauses Zeug" zurück.
Trittin widersprach Clement und sagte: "Der Emissionshandel entlastet
die deutsche Wirtschaft." Bei einer Windenergietagung sagte er: "Wir
wollen, dass Deutschland seine Vorreiterrolle im Klimaschutz ausbaut."
Dabei dürfe man nicht das eine Instrument gegen das andere
ausspielen. "Es bedarf all dieser Instrumente."
Trittin weist den Vorwurf des Bundesverbands der Deutschen Industrie
(BDI) zurück, durch seine Haltung im Streit um den Emissionshandel
vernichte er Arbeitsplätze im Umweltbereich. Bei den erneuerbaren
Energien hätten sich in den letzten vier Jahren die Umsatzzahlen
teilweise verfünffacht, sagte Trittin am Dienstagabend im
ARD-Fernsehen. Dabei habe es einen «gewaltigen Aufwuchs von
Arbeitsplätzen» gegeben. Trittin betonte: «Das zeigt,
dass ökologische Vernunft, ökologische Innovationen und
Investitionen, Wachstum und Beschäftigung bestens
zusammengehen.»
Der Umweltressortchef verteidigte erneut seine Position im Streit mit
seinem Kabinettskollegen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) um
den Handel mit Emissionsrechten. Dieser Handel führe dazu,
«dass Klimaschutz da stattfindet, wo er am billigsten ist».
Zudem gewinne die Wirtschaft dadurch einen echten Wettbewerbsvorteil,
der zu mehr Investitionen führe. Diesen Handel habe der BDI selbst
noch vor fünf Jahren gefordert.
Laut Trittin bezahlt der deutsche Steuerzahler in diesem Jahr 5,6
Milliarden Euro an Subventionen, damit die Wirtschaft ihre
Verpflichtungen beim Klimaschutz erfüllt. Dabei habe man
«sehr wohl im Auge», dass diejenigen, die beim Klimaschutz
etwas leisten, bei den Kosten entlastet werden. Er versehe daher die
Klagen über neue Belastungen der Wirtschaft durch den Klimaschutz
nicht.
Die Bedenken von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) gegen die
Einführung des Emissionshandels stoßen auch bei
Wirtschaftsexperten auf Unverständnis. «Ohne Emissionshandel
müsste die Ökosteuer erhöht werden», sagte
Hans-Joachim Ziesing vom Deutschen Institut für
Wirtschaftsforschung (DIW) der «Berliner Zeitung»
(Mittwochausgabe). Andernfalls könne das Kyoto-Ziel zur Senkung
des Außstoßes von Kohlendioxid «nur schwer»
erreicht werden.
Clement hatte erwogen, nach der Einführung des Emissionshandels
die Ökosteuer auf den Prüfstand zu stellen. Für Ziesing
ist dies kein hilfreicher Vorschlag: «Die beiden Fragen
miteinander zu verbinden, macht keinen Sinn», sagte er.
«Auf den Verkehr und auf die privaten Haushalte hat der
Emissionshandel ohnehin keinen Einfluss.» Selbst Unternehmen mit
hohem Energieverbrauch würden durch die Einführung des
Emissionshandels nicht doppelt belastet: «Für diese
Unternehmen gibt es bei der Ökosteuer auch heute schon zahlreiche
Vergünstigungen», sagte Ziesing. Außerdem würden
viele Unternehmen vom Emissionshandel auch profitierten. «Wer
modernisiert und dann seine Emissionsrechte verkauft, gewinnt.»
Der Energiekonzern EnBW droht derweil mit dem Kauf großer Mengen
von Atomstrom aus dem Ausland, sollten sich Bundesumweltminister
Jürgen Trittin (Grüne) mit seinen Plänen zum Handel mit
Emissionsrechten durchsetzen. In einem Positionspapier des
viertgrößten deutschen Stromkonzerns, das der
«Berliner Zeitung» (Mittwochausgabe) vorliegt, heißt
es: «Im Extremfall entstünde für EnBW der Zwang, die
Substitution für stillzulegende Kernkraftwerke durch Bezüge
von Kernenergiestrom, zum Beispiel aus Frankreich,
auszugleichen». Am EnBW-Konzern ist Frankreichs Atomstromriese
EdF beteiligt.
(Quellen: rtr, ddp)
Streitpunkte beim Emissionshandel
Der europaweite Handel mit Luftverschmutzungsrechten soll zum 1. Januar
2005 starten. Ziel ist es, die Entstehung des klimaschädlichen
Kohlendioxids dort zu vermindern, wo dies am wirtschaftlichsten ist.
Wer den Ausstoß kostengünstig vermeiden kann, bekommt eine
Art Verschmutzungsgutschrift und kann dieses Zertifikat anderen
Unternehmen verkaufen. Der nationale Zuteilungsplan für diese
Zertifikate muss bis 31. März nach Brüssel gemeldet werden,
damit Deutschland bei der Verteilung in der EU nicht ins Hintertreffen
gerät.
Der Streit in Deutschland geht vor allem um die Erstausstattung der
Unternehmen mit kostenlosen Zertifikaten. Den «Deckel»
für die Emissionen gibt das Klimaschutz-Protokoll von Kyoto vor:
Deutschland will den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 um 21
Prozent unter den Wert von 1990 bringen. Umweltminister Jürgen
Trittin erklärte, jedes Unternehmen befürchte derzeit, sein
Wettbewerber werde besser mit Zertifikaten ausgestattet als es selbst.
«Hinter den Kulissen tobt ein erbitterter Kampf der einzelnen
Branchen, ihre Interessen durchzusetzen», heißt es in der
Zeitschrift «Neue Energie». Allein die großen
Energieversorger E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW - mit einem
Gesamtausstoß von rund 250 Millionen Tonnen immerhin für
rund die Hälfte der deutschen Treibhausgas-Emissionen
verantwortlich - verträten grundverschiedene Positionen. RWE und
Vattenfall wollten ihre Kohlekraftwerke am Markt halten, E.ON
würde dank der Tochter Ruhrgas an einem Ausbau von Gaskraftwerken
gut verdienen.
Auch Stahlindustrie und Atomwirtschaft sehen sich beim geplanten
Emissionshandel benachteiligt. Doch der schärfste Protest kommt
von der Kohlelobby aus Nordrhein-Westfalen, dem Stammland von
Wirtschaftsminister Wolfgang Clement. Dabei geht es vor allem um
Ausstattung mit Zertifikaten bei der Modernisierung.
Nach Trittins Vorschlag sollen die Zertifikate für alte Anlagen in
vollem Umfang auf neue Anlagen übertragen werden können,
unabhängig vom Brennstoff. Neueinsteiger auf dem deutschen Markt,
die keine alten Anlagen stilllegen können (richtig), sollen
für ein neues Kraftwerk nur so viel Zertifikate wie für ein
modernes Gas- und Dampfkraftwerk erhalten. Für ein Kohlekraftwerk
müssten sie also Zertifikate zukaufen. Nordrhein-Westfalen sieht
darin eine klare Bevorzugung von Gaskraftwerken. Trittin hielt dagegen,
dass Erdgas besteuert werde, Kohle aber nicht.
Die Industrie fordert für Neuanlagen so viele Zertifikate wie eben
nötig sind und verweist auf die Konkurrenz aus dem EU-Ausland.
Doch das Umweltministerium kritisiert, damit gäbe es keinen Anreiz
mehr, in die effizienteste Technik zu investieren. In «Neue
Energie» heißt es: «Zur Fraktion der Bewahrer
zählt einmal mehr Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, der Ende
Januar bekannte: 'Wir wollen keine strukturellen Veränderungen des
Energiemixes durch den Emissionshandel.'
Blick ins Archiv:
Streit um den Emissionshandel - BASF droht mit Investitions- verzicht in
Deutschland
Mo.22.03.04 - Der Chemiekonzern BASF droht im Streit um den Emissionshandel mit einem
Verzicht auf Investitionen in Deutschland.
"Das ist Ideologie, die unserer Wettbewerbsposition erheblich schaden
wird", sagte BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht in einem
Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung" mit Blick auf
die Position von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne).
Setze sich Trittin durch, bedeute dies, dass sich BASF "jede
Investition in Deutschland genau überlegen" werde.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#04032216
Streit um Emissionsrechtehandel geht weiter - Clement lässt
Kompromiss platzen - Trittin gibt Industrie Schuld am Streit um
Emissionshandel
Do.18.03.04 - Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat einen von
Staatssekretären vorbereiteten Kompromiss zum geplanten Handel mit
Klimaschutz-Zertifikaten gestoppt und so Koalitionskrach mit den
Grünen riskiert... Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sieht die
Gründe für den Streit mit Bundeswirtschaftsminister Wolfgang
Clement (SPD) um den Emissionshandel zur Verringerung
umweltschädlicher Abgase in der Haltung der Industrie... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403180.htm#04031817
Mehr zum Thema "Emissionshandel, Klimaschutz etc." unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403130.htm#040313_i
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Globale CO2-Werte auf Höchststand
Mi.24.03.04 - Forscher der amerikanischen Regierung haben bestätigt, dass die
Kohlendioxid-Werte in der Erdatmosphäre auf ein Rekordniveau
angestiegen sind. Die soeben im Wissenschaftsmagazin New Scientist [http://www.newscientist.com]
veröffentlichten Daten der US National Oceanic and Atmospheric
Administration NOAA [http://www.cmdl.noaa.gov]
bestätigten, dass die CO2-Werte 2003 auf 376 ppm (Teilchen pro
Million) gestiegen sind.
Die gesammelten Daten stammen unter anderem vom NOAA-Observatorium in
Hawaii, das sich am Vulkan Mauna Loa befindet. Die CO2-Werte sind
demnach von 2002 auf 2003 um 2,5 ppm gestiegen. Die Forscher
erklären, dass es sich zwar nicht um die größte
jährliche Steigerungsrate handelt, meinen jedoch eine
kontinuierliche Steigerung seit 2001 um jeweils 2,5 ppm zu sehen. Im
Vergleich dazu sind die Werte in den vergangenen Dekaden jährlich
um etwa 1,5 ppm gestiegen.
"Das große Bild zeigt nur, dass die CO2-Werte eben permanent nach
oben gehen", so der NOAA-Experte Russell Schnell. Experten vermuten,
dass die wirtschaftliche Entwicklung in China und Indien und die
Zunahme der Verbrennung von fossilen Brennstoffen mit dem Anstieg der
CO2-Werte in Korrelation steht. Die ersten Messungen in den 50-er
Jahren ergaben einen durchschnittlichen CO2-Wert von 315 ppm.
Für Klimaforscher jenseits des "Großen Teiches" sind die
veröffentlichten Daten keine großen Neuheiten: "Seit 1990
steigen die Treibhausgas-Werte in der Atmosphäre stetig an. Wir
haben uns nichts anderes erwartet", so David Viner, Klimaexperte der
University of East Anglia in Großbritannien http://www.cru.uea.ac.uk
. Der Wissenschaftler sieht weitreichende Folgen für die
Entwicklung des Klimas auf der Erde. Auswirkungen seien bereits jetzt
zu spüren.
Kritisch äußerte sich Brian Hoskins, Wissenschaftler der UK
Royal Commission on Environmental Pollution http://www.rcep.org.uk
. Aus der Steigerungsrate den Schluss zu ziehen, dass die CO2-Werte am
stärksten gestiegen sind, sei unrichtig. "Wir wissen wieviel CO2
wir produziert haben und das hat sich seit dem vergangenen Jahr nicht
geändert", beschwichtigt der Experte. Dass die CO2-Werte sich
leicht auf- und abbewegen sei nichts Neues. "Die globale Erwärmung
kann aber selbst an einem Anstieg der Kohlendioxid-Menge in der
Atmosphäre schuld sein", meint etwa der Forscher Charles Keeling
vom Scripps Institution of Oceanography in San Diego. Nach Angaben der
Forscher des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC
könnten die Konzentrationen von Kohlendioxid bei ungebremster
Kontinuität im Jahre 2100 zwischen 650 und 970 ppm betragen. Das
würde sich in einer Erwärmung der Erde um sechs Grad seit
1990 auswirken.
(Quelle: pte)
Blick ins Archiv:
Forscher warnen vor neuem Massensterben von Tier- und Pflanzenarten
Fr.19.03.04 - Die Welt steht womöglich am Beginn ihres sechsten großen
Massensterbens. Diesen Schluss ziehen zwei britische Forschergruppen
aus der Analyse umfassender Datensammlungen über den Rückgang
der Tier- und Pflanzenarten in Großbritannien... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403190.htm#04031917