Aktuelle Nachrichten
Irak am dreihundertzweiundsiebzigsten Tag nach Kriegsbeginn
Sicherheitsrat stimmt Entsendung von UN-Teams in den Irak zu. Vier
irakische Ministerien werden ab April selbständig.
US-Zivilverwalter Paul Bremer: Spätestens bis zum 15.
Oktober 2005 sollen die Iraker über die endgültige Verfassung
ihres Landes entscheiden. USA richten neues irakisches
Verteidigungsministerium ein. Anhaltender Widerstand gegen die
Besatzungstruppen. Zahl der Selbstmorde von US-Soldaten in Irak
deutlich gestiegen. US-Botschafter in Australien schaltet sich in innenpolitische Debatte
um die Beteiligung des Landes am Irak-Krieg ein -
Oppositionsführer hatte sich für einen Rückzug der
australischen Soldaten aus Irak ausgesprochen
Do.25.03.04 - Zwei Expertenteams der Vereinten Nationen werden «in
Kürze» in den Irak reisen. Sie sollen dort bei der
Bestimmung einer Übergangsregierung und der Organisation direkter
Wahlen helfen. Der UN-Sicherheitsrat stimmte zu und forderte
«alle Parteien im Irak» auf, mit den Experten
zusammenzuarbeiten. Ihr Abflugtermin wird aus Sicherheitsgründen
geheim gehalten. Die UN waren vom provisorischen Regierungsrat und dem
amerikanischen Zivilverwalter Paul Bremer in getrennten Schreiben um
Hilfe gebeten worden.
Spätestens bis zum 15. Oktober nächsten Jahres sollen die
Iraker über die endgültige Verfassung ihres Landes
entscheiden. Das kündigte US-Zivilverwalter Paul Bremer in Bagdad
an. Gleichzeitig verteidigte er die kürzlich vom Regierungsrat
verabschiedete Übergangsverfassung. Bremer rief die Iraker auf,
die Idee eines föderativen Staates als Chance und nicht als Gefahr
zu sehen, die zu einer Zersplitterung des Landes führen
könnte.
Vier Ministerien der irakischen Übergangsregierung werden Anfang
April in die Selbstständigkeit entlassen. Die Ressorts für
Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung und Bau stünden vom 1. April
an nicht mehr unter Aufsicht der US-Zivilverwaltung, sagte
Bauministerin Nesrin el Barwari am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.
Damit werde die schrittweise Übergabe der Souveränität
an die Iraker vorangetrieben. Die vier Ministerien seien
ausgewählt worden, weil sie die meisten Projekte ausgearbeitet
hätten.
US-Zivilverwalter Bremer hat für die kommenden Tage die
Einrichtung eines neuen irakischen Verteidigungsministeriums
ankündigt. Die USA hatten das alte Ministerium nach dem Sturz von
Iraks Präsident Saddam Hussein aufgelöst.
Bremer kündigte am Mittwoch zudem die Gründung eines
nationalen Sicherheitskomitees an. Beide Einrichtungen sollten die
Iraker vor Angriffen aus dem Ausland schützen, sagte er. "Die
Sicherheit des Irak ist die erste Sorge der irakischen Bürger -
das hören wir jeden Tag - und die oberste Priorität der
Koalition", sagte Bremer zu Beginn der letzten 100 Tage vor der
geplanten Machtübergabe an die Iraker am 30. Juni.
Im Mai hatte Bremer die 400.000 Mann starken Streitkräfte und
Sicherheitsdienste des Irak ebenso wie die Ministerien für
Verteidigung und Information aufgelöst. Einige führende
Iraker haben kritisiert, die Entlassung zahlreicher entwurzelter und
bewaffneter Männer hätten die Sicherheitsprobleme
verschärft.
Im Irak kommt es fast täglich zu Anschlägen auf die
US-geführten Besatzungstruppen und irakischen
Sicherheitskräfte. Aufständische griffen in der Nacht zum
Mittwoch das Hauptquartier der Koalitionstruppen und das Sheraton-Hotel
in Bagdad an. Ein Mitarbeiter der US-Streitkräfte wurde verletzt,
ansonsten richtete das Geschoss auf den Koalitionssitz keine
größeren Schäden an. Die Rakete auf das Hotel schlug an
einem Sims in einem oberen Stockwerk ein, Opfer gab es laut
US-Militärberichten nicht.
Westlich der Hauptstadt, in Falludscha, griffen Aufständische eine
amerikanische Militärpatrouille an. Bei anschließenden
Gefechten wurden nach Krankenhausangaben drei Zivilpersonen
getötet und drei verletzt. Die US-Streitkräfte berichteten
von zwei verletzten Soldaten.
Die Explosion im Osten Bagdads kostete einen dreijährigen Jungen,
seine Großmutter und einen weiteren Verwandten das Leben. Sechs
Personen wurden verletzt. Das Auto sei offenbar auf eine Mine gefahren,
erklärte die Familie.
In der Provinz Babil wurde der Polizeichef des Bezirkes Dschalf el
Sakhr erschossen. Er sei auf dem Weg zur Arbeit gewesen, teilte ein
Polizeisprecher mit.
In Irak gibt es deutlich mehr Selbstmorde von US-Soldaten als in allen
anderen Stationierungsorten auf der Welt, wie am Mittwoch in Washington
bekannt gegeben wurde. Von einer Krise könne aber keine Rede sein,
erklärte Psychiater, die die Situation der Soldaten in Irak und in
Kuwait untersucht hatten.
Nach Angaben der US-Armee gab es im vergangenen Jahr in Irak und Kuwait
mindestens 24 Selbstmorde von Soldaten. Die Zahl könnte aber noch
steigen, da einige Todesfälle noch ungeklärt sind. Die
Selbstmordrate liegt damit bei 17,3 auf 100.000 Soldaten. Insgesamt lag
sie 2003 in der US-Armee bei 12,8, von 1995 bis 2002 lag sie bei 11,9,
wie aus Kreisen der Streitkräfte verlautete. In der gesamten
US-Bevölkerung lag die Selbstmordrate 2001 nach Angaben der
Gesundheitsbehörde CDC bei 10,7, in der Gruppe der 18- bis
34-Jährigen, in der auch die meisten US-Soldaten sind, lag sie bei
21,5 je 100.000.
Als Gründe für die Selbstmorde der Soldaten wurden
finanzielle und Probleme mit dem Gesetz sowie gescheiterte Beziehungen
genannt.
Der irakische Außenminister Hoschjar Sebari rief bei einem Besuch
in Kopenhagen die Mitglieder der von den USA geführten
Irak-Koalition auf, ihre Soldaten noch nicht abzuziehen. Die
multinationale Truppe werde weiter gebraucht im Kampf gegen
extremistische und terroristische Kräfte, die den
Demokratisierungsprozess unterlaufen wollten, betonte Sebari.
«Jetzt ist die wichtige Zeit», sagte er. «Jetzt ist
die Zeit für stärkeres internationales Engagement und
Solidarität.»
Das Kopenhagener Parlament kam am Mittwoch zu einer Anhörung
über die Beteiligung Dänemarks am Golfkrieg zusammen.
Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen bekräftigte, seine
Regierung habe den Einmarsch unterstützt, weil Saddam Hussein eine
Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen verweigert habe.
Dänemark hat rund 400 Soldaten in Südirak stationiert.
Der US-Botschafter in Australien hat sich derweil in die innenpolitische
Debatte um die Beteiligung des Landes am Irak-Krieg eingeschaltet,
nachdem sich Oppositionsführer Mark Latham für einen
Rückzug der australischen Soldaten aus Irak ausgesprochen hatte.
Tom Scheiffer erklärte am Donnerstag, er hoffe, dass Latham in
dieser Hinsicht seine Meinung noch ändern werde. Es wäre das
falsche Signal an Terroristen, wenn diese glauben könnten, dass
sie mit Anschlägen wie denen in Madrid etwas erreichten
könnten. «Ich befürchte, dass wäre nur eine
Einlandung zu weiteren politisch motivierten Anschlägen»,
sagte Scheiffer.
Latham erklärte, wenn er Ministerpräsident werden sollte,
werde er die Soldaten aus Irak abzuziehen. Australiens Verpflichtungen
endeten mit der Übergabe der Regierungsgewalt am 30. Juni an die
Iraker. Er warf Ministerpräsident John Howard vor, keine
Pläne zum Rückzug der australischen Soldaten zu haben.
Auslöser der Debatte ist die Entwicklung in Spanien. Dort hatte
die sozialistische Opposition nach den Anschlägen vom 11.
März überraschend die konservative Volkspartei bei Wahlen
geschlagen und angekündigt, die Truppen aus Irak abzuziehen.
Spanien gehörte wie Australien zu den Verbündeten der USA im
Krieg gegen Irak.
(Quellen: ap, dpa, rtr)
Iraks nächster Schock - Schocktherapie
Die Bush-Administration - gestützt auf ein paar handverlesene
Irakis - puscht den Irak in Richtung einer noch radikaleren Form der
Schocktherapie, vergleicht man sie mit der im ehemaligen Sowjetkosmos
... Als die Berliner Mauer fiel, begann in den osteuropäischen
Ländern und der ehemaligen Sowjetunion ein Transitionsprozess hin
zur Marktwirtschaft. Wie man das am besten bewerkstelligt, darüber
wurde heftig diskutiert. Eine Möglichkeit war die Schocktherapie -
schnelle Privatisierung staatlicher Vermögenswerte und abrupte
Liberalisierung von Handel, Kapitalfluss und Preisgestaltung. Die
Alternative war eine langatmigere Liberalisierung des Marktes, die es
parallel erlaubte, das Recht zu installieren. Heute herrscht
allgemeiner Konsens darüber, dass die Schocktherapie gescheitert
ist - zumindest auf der Ebene der mikroökonomischen Reformen. Die
Länder, die sich für den langsameren Weg zur Privatisierung
bzw. beim Wiederaufbau institutioneller Infrastruktur entschlossen
(Ungarn, Polen und Slowenien), kamen mit dem Transitionsprozess
deutlich besser zurecht als diejenigen, die ins kalte Wasser der
Laissez-Fair-Ökonomie sprangen. In Schocktherapie-Ländern
gingen die Einkommen massiv zurück, die Armut schnellte hoch.
Sozialindikatoren, wie etwa Lebenserwartung, spiegelten die
äußerst schlechten Bruttoinlandsprodukt-Werte. Mehr als ein
Jahrzehnt nach Beginn des Transitionsprozesses können in vielen
postkommunistischen Ländern die Einkommen nicht einmal mehr an das
Niveau von vor Beginn der Transition heranreichen. Noch schlimmer, die
Chancen für eine stabile Demokratie und eine Herrschaft des Rechts
stehen in den meisten Schocktherapie-Ländern äußerst
schlecht.
Diese Bilanz zeigt, man sollte es sich zweimal überlegen, bevor
man erneut zum Mittel der Schocktherapie greift. Aber die
Bush-Administration - gestützt auf ein paar handverlesene Irakis -
puscht den Irak in Richtung einer noch radikaleren Form der
Schocktherapie, vergleicht man sie mit der im ehemaligen Sowjetkosmos.
Die Schocktherapie-Befürworter behaupten, das Scheitern der
Schocktherapie hänge nicht mit deren exzessivem Tempo zusammen -
zuviel Schock, zuwenig Therapie - vielmehr mit zuwenig Schock. Die
Irakis sollten sich folglich auf eine noch brutalere Dosis gefasst
machen. ...
Aus: Joseph E. Stiglitz - "Iraks nächster Schock -
Schocktherapie", Project Syndicate / ZNet 17.03.2004
Mehr unter:
http://www.zmag.de/artikel.php?
id=1041&PHPSESSID=41a0d33f9acafc014d776bea61a8e3cf
http://www.zmag.org/content/showarticle.cfm?
SectionID=15&ItemID=5164
Joseph E. Stiglitz ist Professor für Wirtschaft an der Columbia
Universität und Träger des Ökonomie-Nobelpreises.
Stiglitz war Vizepräsident und Chefvolkswirt der Weltbank und
unter Präsident Clinton Chairman des 'Council of Economic
Advisers'. Sein aktuelles Buch heißt: 'Die Roaring Nineties'
Blick ins Archiv:
Krieg gegen Irak hat begonnen
Do.20.03.03 - US-Präsident: Erste Phase der Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden +++
Knapp zwei Stunden nach Ablauf des Ultimatums an Saddam Hussein: Luftangriffe auf Bagdad +++
USA und Großbritannien haben 280.000 Mann in der Golfregion zusammengezogen +++
Bush: Krieg könne länger dauern und schwieriger werden als manche vorhersagten... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303200.htm#news
Zweiter Kriegstag in Irak
Fr.21.03.03 - US-Streitkräfte starten Bodenoffensive +++ Mit ihrem Militärschlag
gegen Irak setzen die USA erstmals ihre neue Strategie des Präventivschlages um +++
Der Krieg hatte am Donnerstag um 3.33 Uhr MEZ begonnen und löste in aller Welt
Betroffenheit, Wut und Entsetzen aus +++ Weltweit demonstrierten schätzungsweise 1 Million
Menschen gegen den Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303210.htm#news
Dritter Kriegstag in Irak
Sa.22.03.03 - 20:00 Uhr - Massive Luftoffensive gegen Irak hat begonnen -
Bagdad unter Dauerbeschuss +++ Die US-Streitkräfte haben die Angriffe
auf die irakische Hauptstadt mit unverminderter Härte fortgesetzt. Nachdem bereits
den ganzen Tag über geschossen wurde, begann nach kurzer Pause am Abend
eine neue Angriffswelle. Es waren wieder zahlreiche Einschläge und Explosionen zu
hören. Angaben über Opfer, Schäden und Ziele liegen noch nicht vor. ..
Die alliierten Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bisher keine
Massenvernichtungswaffen im Irak entdeckt... Erneut weltweit Proteste gegen Irak-Krieg ...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303220.htm#news
Vierter Kriegstag in Irak
Luftangriffe auf Bagdad gehen weiter +++ 500 Marschflugkörper,
Raketen und Bomben an einem Tag +++ Verlässliche Angaben über Opfer liegen nicht
vor +++ Suche nach Massenvernichtungswaffen bisher erfolglos +++
US-Bodentruppen haben angeblich den halben Weg nach Bagdad geschafft +++
Massive multimediale Propagandakampagne, um das irakische Militär zur
Aufgabe zu bewegen... US-Präsident berät mit Kriegskabinett - Amerikaner werden
auf einen längeren Krieg eingestimmt... Max-Planck-Direktor Rüdiger Wolfrum
sieht im Vorgehen der USA einen Bruch des Völkerrechts... Weltweit protestieren wieder
Hunderttausende gegen Irak-Krieg ... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303230.htm#news
Fünfter Kriegstag in Irak
Mo.24.03.03 - Weiter schwere Luftangriffe auf Bagdad +++ Ein Bombenhagel aus
Tieffliegern hat die Einwohner von Bagdad die ganze Nacht zum Montag über in Angst
und Schrecken versetzt +++ Wohngebäude in Trümmern +++ Alliierte setzen Vormarsch auf Bagdad fort +++
Unerwartet heftiger Widerstand der irakischen Armee +++ Erste US-Soldaten in irakischer Gefangenschaft +++
Bush verlangt humane Behandlung von Kriegsgefangenen +++ Durchhalterede von Saddam Hussein +++
Millionen Menschen protestieren gegen Irak-Krieg +++ US-Veteranen bei Anti-Kriegs-Kundegebung in Washington +++
Australische Kriegsgegner wollten Parlament stürmen +++ Immer mehr Kritik an Kriegsberichterstattung... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303240.htm#news
Sechster Kriegstag in Irak
Di.25.03.03 - Alliierte bombardieren Bagdad die sechste Nacht in Folge +++
Amerikanische und britische Truppen nähern sich Bagdad +++
Iraks Führung bestreitet Vorrücken der Alliierten +++
Widerstand der Iraker zäher als erwartet +++ TV-Bilder gefangener GIs schocken USA +++
Hilfsorganisationen warnen vor humanit¨rer Katastrophe +++ Britische
Bevölkerung wird auf langen Krieg eingestimmt +++ Irak-Krieg wird für
London weit teurer als geplant +++ Arabische Liga fordert Ende des Irak-Krieges +++
Deutschland : Wieder Zehntausende gegen Krieg auf der Straße... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303250.htm#news
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... Mehr unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
Ein Jahr Bomben auf Bagdad: Sind die USA gescheitert?
Längst beherrscht der Katzenjammer die Bush-Krieger, die sich
ihres Sieges nicht wirklich erfreuen können, weil die Probleme
größer denn je zuvor sind ...
Analysen, Berichte und Interviews zum Thema unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403200.htm#040320_a
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USA dringen auf Resolution gegen Massenvernichtungswaffen
Do.25.03.04 - Die USA haben im Sicherheitsrat der Vereinten eine Resolution gegen den
internationalen Schwarzmarkt für Massenvernichtungswaffen
vorgeschlagen. Damit sollen die Kontrollen auf «nichtstaatliche
Akteure» wie Forscher ausgeweitet werden, die bislang bei
Kontrollen von Regierungseinrichtungen im Rahmen bestehender Abkommen
nicht erfasst werden. Das sei eine große Lücke in den
internationalen Regelungen, die schnellsten geschlossen werden
müsse, erklärte am Mittwoch der amerikanische UN-Botschafter
John Negroponte.
Hintergrund sind Untersuchungen der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) zum illegalen Nuklearhandel. Der
pakistanische Atomforscher Abdul Qadeer Khan hatte im Februar
eingeräumt, dass er Atomtechnologie an Iran, Libyen und Nordkorea
weitergegeben hat. Dem jetzt vorgelegten Resolutionsentwurf waren
monatelange Verhandlungen zwischen den fünf ständigen
Ratsmitgliedern USA, China, Russland, Frankreich und
Großbritannien vorausgegangen.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Greenpeace: Bush soll in den USA Massenvernichtungswaffen beseitigen
Fr.19.03.04 - Anlässlich des ersten Jahrestages des Irak-Krieges hat die
Umweltschutzorganisation Greenpeace zur weltweiten Abrüstung von
Massenvernichtungswaffen aufgerufen. Bei einer Demonstration am
Donnerstag vor der amerikanischen Botschaft in Berlin wiesen die
Aktivisten darauf hin, dass in den USA insgesamt 10.000
Atomsprengköpfe lagerten. US-Präsident George W. Bush solle
mit der Beseitigung von Massenvernichtungswaffen dort beginnen, wo sie
tatsächlich zu finden seien: in den USA selbst, erklärten die
Umweltschützer.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403230.htm#040319_a
US-Geheimdienst: Hätten mehr gegen Anschläge am 11.9. tun
können
Do.25.03.04 - Der US-Geheimdienst CIA hätte seinem Chef George Tenet zufolge
mehr unternehmen können, um die Anschläge vom 11. September
2001 abzuwehren.
"Wir haben nicht alle Daten, die wir hatten, richtig
zusammengeführt", sagte er am Mittwoch vor einer
Untersuchungskommission in Washington. Der frühere
Regierungsberater für Terrorabwehr, Richard Clarke, sagte,
Präsident George W. Bush habe den Kampf gegen den Terrorismus
zunächst nicht für ein dringendes Problem gehalten. Am
zweiten Tag der öffentlichen Anhörung wurde auch bekannt,
dass Clarke noch am 4. September 2001 vor einem Terroranschlag mit
mehreren Hundert US-Toten gewarnt hatte.
"Vermutlich hatten wir auch eine Menge Daten, von denen wir nichts
wussten und die uns eine Chance gegeben hätten, wenn jeder sie
gekannt hätte", sagte Tenet vor der Kommission. "Vielleicht
hätten wir eine Chance gehabt. Ich kann Ihnen so oder so keine
Vorhersagen machen." Er wies Kritik zurück, der US-Geheimdienst
habe sich risikoscheu verhalten. "Wir haben nicht das Geheimnis
gestohlen, das uns den Plan verraten hätte, wir haben nicht die
richtigen Leute angeheuert oder die Daten technisch erfasst, trotz
groß angelegter Versuche", sagte er.
Ein Bericht der Kommission stellte fest, dass sich in den Jahren von
1998 bis 1999 vier mal die Gelegenheit geboten hatte, den El-Kaida-Chef
Osama bin Laden zu töten. Bei einer dieser Gelegenheiten
hätte sich Bin Laden in der Nähe einer Jagdhütte in
Afghanistan aufgehalten, die aber auch von hochrangigen Mitgliedern der
Regierung der Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) besucht worden sei.
Bei einem Angriff "hätte man die Hälfte der
Königsfamilie der VAE auslöschen können", hielt Tenet
dagegen. "Ich bin sicher, das haben alle bei ihren Überlegungen
berücksichtigt."
Eines der zehn Kommissionsmitglieder, der ehemalige demokratische
Senator Bob Kerrey, zeigte sich frustriert über das Ausbleiben von
Angriffen auf Bin Laden. "In den Unterlagen finde ich keine Bitte um
zusätzliche Militäreinsätze", sagte er. Auch einen
vertraulichen Plan der Regierung zu dem Vorgehen gegen El Kaida
kritisierte er. "Ich bin heute Morgen über diesen Plan
unterrichtet worden. Ich würde sagen, es ist gut für die
Regierung, dass er unter Verschluss bleibt, denn es steht da kaum etwas
drin", sagte Kerrey.
Clarke hatte bereits 15 Stunden lang hinter geschlossenen Türen
ausgesagt. Am Dienstag bestätigte er, die Nationale
Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice in einem Brief vor
Anschlägen gewarnt zu haben. Sie solle sich den Tag nach einem
Terrorangriff vorstellen, wenn Hunderte Amerikaner tot seien und die
Regierung sich fragen müsse, was sie hätte anders machen
können. "Ich glaube, dass die Regierung Bush den Terrorismus in
den ersten acht Monaten für eine wichtige Frage hielt, aber nicht
für eine dringende Frage", sagte Clarke. Clarke hatte unter vier
US-Präsidenten gedient.
Die Untersuchungskommission setzt sich aus fünf Demokraten und
fünf Republikaner zusammen und soll Ende Juli ihre Ergebnisse
vorstellen. Diese könnten vor der Präsidentenwahl im November
große Bedeutung für Bushs Chancen auf eine Wiederwahl haben.
Bush hat die Bekämpfung des Terrorismus in den Mittelpunkt seines
Wahlkampfes gestellt. Am Dienstag wies er die Vorwürfe Clarkes
zurück, die von El Kaida ausgehende Gefahr zunächst
unterschätzt zu haben. Clarke hatte der Bush-Regierung
vorgeworfen, sie habe sich nach den Anschlägen darauf
konzentriert, die Attentate mit dem Irak in Verbindung zu bringen.
Bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das
Verteidigungsministerium bei Washington, für die die El Kaida
verantwortlich gemacht wird, starben etwa 3000 Menschen.
(Quelle: rtr)
Blick ins Archiv:
USA kannten El-Kaida-Gefahr lange vor dem 11.September
Mi.24.03.04 - Terror-Kommission legt Versäumnisse von Clinton und Bush offen...
Schon Jahre vor den Anschlägen vom 11. September 2001 lagen den
US-Behörden offenbar Hinweise auf terroristische Aktivitäten
Osama bin Ladens vor... US-Regierung verwahrt sich gegen Vorwürfe des früheren
Anti-Terror-Koordinators Richard Clarke... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403240.htm#04032402
War Zone Amerika: Verheerender Terrorangriff auf die USA
Di.11.09.01 - Ein beispielloser Terroranschlag auf das World Trade Center
in New York und das Pentagon in Washington, hat in aller Welt Entsetzen und
die Angst vor einem globalen Krieg ausgelöst.... Berichte und Hintergrund- Informationen unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-muenchen/n0109120.htm#0109120
11. September 2001: Das Völkerrecht und der Krieg gegen
den Terror»
Nach den Angriffen auf das World Trade Center und das Pentagon
begann unter Juristen eine neue Debatte. Dürfen "Schurkenstaaten",
die Terroristen schützen, angegriffen werden? Verhindert das
Völkerrecht den Kampf gegen den Terror? Hierbei wurde viel
juristische Fantasie freigesetzt... Mehr in einem Beitrag von Michael Bothe in der
"tageszeitung" vom 11.09.03:
http://www.taz.de/pt/2003/09/11/a0148.nf/text
Bothe ist Professor für öffentliches Recht an der Johann
Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Leiter der
Forschungsgruppe Internationale Organisationen bei der Hessischen
Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung.
FDP-Rechtsexperte: Menschenrechte müssen auch für
Guantanamo-Häftlinge gelten
Do.25.03.04 - Der FDP-Rechtsexperte Rainer Funke fordert von den USA die
Gewährung grundlegender Menschenrechte auch für die mehr als
600 auf Guantanamo Bay Inhaftierten. Es könne nicht angehen, dass
den im Anti-Terror-Kampf Gefangenengenommen seit zwei Jahren solche
Rechte verweigert werden, sagte Funke der Nachrichtenagentur ddp in
Berlin. «Wenn die USA die Einhaltung von Menschenrechten in
anderen Ländern einfordern, dann muss dies anders herum auch
für die Vereinigten Staaten gelten.»
Die Begründung der USA, bei den Gefangenen handele es sich um
«ungesetzliche Kämpfer», hält Funke für
nicht zulässig. Im Völkerrecht gebe es keinen solchen
Begriff, sagte er. Zudem hätten die Vereinigten Staaten die Genfer
Konvention unterschrieben und müssten sich daran messen lassen.
In der Genfer Konvention ist der Schutz von Verwundeten, Kranken und
Kriegsgefangenen sowie Zivilpersonen festgelegt. Jeder, der gegen diese
Abkommen verstößt, begeht eine Völkerrechtsverletzung.
Der Schutz gefangener Soldaten wird vor allem im dritten Abkommen
geregelt. Sie stehen demnach unter dem Gewahrsam des feindlichen
Landes, das alles dafür tun muss, um den Soldaten trotz ihrer
Gefangenschaft ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
Funke wies ferner die US-Darstellung zurück, für die
Guantanamo-Häftlinge gelte kein amerikanisches Recht, da sie
außerhalb des US-Hoheitsgebietes inhaftiert seien. Bei der
US-Basis auf Kuba komme es nicht auf das Territorium an, sondern wer
die Herrschaft ausübe, betonte der FDP-Politiker. «Dies sind
eindeutig die USA.» Daraus ergäben sich eindeutige Pflichten.
Der FDP-Rechtsexperte forderte die Bundesregierung auf, sich für
die Menschenrechte der Guantanamo-Häftlinge einzusetzen. Bei der
Frühjahrssitzung der Menschenrechtskommission in Genf müsse
Deutschland darauf dringen, das Thema «Behandlung
irregulärer Kämpfer» auf die Tagesordnung zu setzen, da
auch für die gefährlichsten Terroristen grundlegende Rechte
gelten.
(Quelle: ddp)
Blick ins Archiv:
USA lassen 26 weitere Guantánamo-Gefangene frei
Di.16.03.04 - Die USA wollen 26 weitere Häftlinge aus dem Gefangenenlager
Guantánamo freigelassen. Die 23 Afghanen und drei Pakistaner
würden in ihre Heimatländer ausgeflogen, teilte das
US-Verteidigungsministerium am Montag mit.Weitere Einzelheiten sollten
erst nach ihrer Ankunft bekannt gegeben werden.
In den vergangenen Monaten wurden bereits rund 100 Häftlinge
freigelassen oder an ihre Heimatstaaten überstellt, erst
vergangene Woche kehrten fünf Briten nach Hause zurück. Auf
dem US-Marinestützpunkt werden etwa 650 Terrorverdächtige aus
rund 40 Ländern festgehalten. Menschenrechtsgruppen haben ihre
Haftbedingungen wiederholt heftig kritisiert. (Quellen: ap, afp)
Nach Freilassung britischer Guantanamo-Häftlinge steigt Druck auf
USA
Fr.12.03.04 - Nachdem die britischen Behörden fünf zurückgekehrte
Häftlinge aus Guantanamo ohne Auflagen auf freien Fuß
gesetzt haben, steigt der Druck auf Washington, weitere Ausländer
aus dem umstrittenen Militärgefängnis zu entlassen.
Menschenrechtsgruppen und Angehörige der rund 660 Insassen
forderten bei den Vereinten Nationen eine Auflösung des Lagers auf
Kuba. «Guantanamo bedeutet die totale Verweigerung der
Menschenrechte», sagte der britische Schauspieler und
Mitgründer der Guantanamo Human Rights Comission, Corin Redgrave,
am Mittwochabend... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403120.htm#04031201
Mehr zum Thema "Guantanamo" unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403110.htm#040311_a
China setzt den Menschenrechtsdialog mit den USA aus
Do.25.03.04 - China hat den Menschenrechtsdialog mit den USA ausgesetzt und den
US-Botschafter einbestellt. Das Land reagiere damit auf die
Ankündigung der USA, eine UN-Resolution über die Verletzung
der Menschenrechte in China einzubringen, erklärte
Außenamtssprecher Kong Quan am Dienstag vor Journalisten. Er warf
der US-amerikanischen Regierung vor, die "Anti-China-Resolution"
für innenpolitische Ziele zu missbrauchen.
Die US-Regierung hatte am Montag erklärt, sie werde eine
Resolution in der gegenwärtig in Genf tagenden
UN-Menschenrechtskommission einbringen. Darin verurteilten die USA
Menschenrechtsverletzungen wie Folter, die Inhaftierung von
Internet-Dissidenten und die schlechte Behandlung von Aids-Kranken.
Kong warf den USA vor, sich mit der Resolution in die internen
Angelegenheiten Chinas einmischen. Das sei "eine Schande für das
heilige Streben nach Menschenrechten". China habe große
Fortschritte beim Schutz von Menschenrechten gemacht und reformiere
gerade das Justizsystem, so der Sprecher.
(Quelle: epd)
Blick ins Archiv:
Amnesty: EU muss China zu Moratorium bei Todesstrafe drängen
Mi.24.03.04 - Amnesty international hat von der Europäischen Union mehr Druck
auf China verlangt, um ein sofortiges Moratorium bei der Todesstrafe zu
erreichen. Bei der zurzeit in Genf laufenden Tagung der
UN-Menschenrechtskommission müsse die EU eine entsprechende
Resolution einbringen, forderte Dick Oosting, Leiter des EU-Büros
der Menschenrechtsorganisation am Montag in Brüssel... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403240.htm#04032404
Exekution auf Rädern
Tausende Todesurteile werden jährlich in China vollstreckt. Diese
Praxis soll effizienter werden. Durch Exekutionsmobile - vom Typ
Fiat-Iveco oder vom Typ "Heiliger Weg" - wird schneller Vollzug mit
weniger Personal gewährleistet und die anschließende
Organentnahme hygienischer gestaltet... Mehr in der "tageszeitung" vom 22.03.04:
http://www.taz.de/pt/2004/03/22/a0187.nf/text
Nahost-Konflikt
Israelische Armee rückt erneut in südlichen Gazastreifen ein.
Tausende im Nahen Osten protestieren gegen Tötung Jassins. Hamas
kündigt Tötung von Scharon an und droht zum Abschluss der
Trauer für Jassin mit 'Erdbeben'. Israel sagt neuer
Hamas-Führung den Kampf an. UN-Menschenrechtskommission verurteilt
Liquidierung von Scheich Jassin. Arafat. Israelis fassen
geistig behinderten 14-jährigen Palästinenser mit
Bombengürtel. Arafat verurteilt jegliche Gewalt gegen Zivilisten
Do.25.03.04 - Die israelische Armee ist in der Nacht zu Donnerstag erneut in den
Gazastreifen eingerückt. Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden
sei ein Konvoi gepanzerter Fahrzeuge in die Stadt Chan Junis im
südlichen Gazastreifen eingedrungen, teilten palästinensische
und israelische Stellen am frühen Morgen übereinstimmend mit.
Zwei Planierraupen seien dabei von zwölf Panzern begleitet worden,
die das Feuer eröffnet hätten, sagten palästinensische
Sicherheitsbeamte. Verletzte habe es nicht gegeben. Ein israelischer
Armeesprecher teilte mit, die Aktion solle Angriffe von
Palästinensern gegen benachbarte jüdische Siedlungen
verhindern.
Mit einem leeren Rollstuhl an der Spitze der Kundgebung haben am
Mittwoch rund 7.000 Menschen in der libanesischen Hauptstadt Beirut
gegen die Tötung des palästinensischen Hamas-Führers
Scheich Ahmed Jassin durch Israel protestiert. «Scheich Jassin
war körperlich gelähmt, seine Wille war es nicht»,
erklärte das libanesische Hamas-Mitglied Mohammed Nassal. Sein Tod
werde den Kampf gegen die israelische Besatzung nur beflügeln.
Hamas-Gründer Jassin war am Montag beim Verlassen einer Moschee
bei einem gezielten israelischen Luftangriff getötet worden.
Der Hamas-Vertreter in Libanon, Osama Hamdan, sagte der
Nachrichtenagentur Associated Press (AP), jetzt gehe es nicht nur um
Vergeltung für den Tod von Scheich Jassin, sondern darum, die Welt
von der «kriminellen und terroristischen Bande namens
israelischer Regierung und ihrer Spitze Scharon» zu befreien. Mit
einem Anschlag auf den israelischen Ministerpräsidenten Ariel
Scharon hatte auch der politische Hamas-Führer Chaled Maschaal
gedroht. Ziel sollten «die prominentesten zionistischen
Führer, darunter Scharon» sein, wurde Maschaal auf einer
Web-Seite zitiert. Anschläge in den USA schloss die Organisation
dagegen ausdrücklich aus.
Auch in Kairo versammelten sich am Mittwoch 7.000 Menschen zu einer
Trauerfeier für Jassin. Der Führer der Moslembruderschaft,
Mohammed Mahdi Akef, rief zum «Heiligen Krieg gegen die Zionisten
und die, die hinter ihnen stehen» auf, womit er die USA meinte.
Zum Abschluss der dreitägigen Trauerfeiern für Jassin drohte
die Hamas im Gazastreifen Israel mit einem «Erdbeben». Vor
zehntausenden Hamas-Anhängern erklärte ein maskierter
Vertreter des militanten Flügels Issedine el Kassam am
Mittwochabend: «Unsere Botschaft an die Zionisten ist: Erwartet
ein Erdbeben, wie ihr es noch nie gesehen habt, das Erdbeben
Vergeltung.» Die Kundgebungsteilnehmer im Fussballstadion von
Gaza hoben daraufhin ihre rechte Hand und rezitierten: «Was ist
euer Wunsch? Für Gott zu sterben.»
Israel hat der neuen Führung der radikalislamischen Hamas den
Kampf angesagt. Die Palästinenserorganisation und ihr neuer
Anführer Abdel Asis el Rantisi würden als "vorrangige
strategische Feinde" eingestuft, berichtete der israelische Rundfunk
unter Berufung auf das Umfeld von Verteidigungsminister Schaul Mofas.
Außenminister Silvan Schalom forderte erneut die Ausweisung von
Palästinenserpräsident Jassir Arafat.
Der insbesondere gegen die Hamas geführte "Krieg" richte sich
gegen deren Finanzquellen und Infrastruktur sowie gegen ihre
Anführer, hieß es im Rundfunk. Rantisi war am Dienstag zum
Nachfolger von Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin ernannt worden,
den die israelische Armee am Montag bei einem Luftangriff tötete.
Ein israelischer Regierungssprecher nannte Rantisi eines "der
extremsten Mitglieder der Hamas".
Rantisi schloss einen Waffenstillstand mit Israel aus, "solange wir
unter (...) Besatzung sind". Die Vereinigten Staaten nahm der neue
Hamas-Chef von möglichen Racheaktionen seiner Organisation aus:
"Wir haben oftmals gesagt, wir werden nur auf unseren Feind, die
Besatzer, zielen", sagte der 56-Jährige. Ein Hamas-Sprecher hatte
nach Jassins Tötung die Mitverantwortung der USA betont.
Zur Tötung des Hamas-Gründers sagte Israels
Außenminister Schalom, hochrangige US-Regierungsvertreter
hätten Verständnis für das israelische Vorgehen gezeigt.
Die USA wüssten "besser als jeder andere, was Terrorismus
bedeutet", und sie wüssten auch, dass Israel "genau dasselbe"
mache wie die USA bei ihrer Jagd nach El-Kaida-Chef Osama bin Laden.
Arafats Ausweisung sei notwendig, "damit sich eine neue
Palästinenserführung herausbilden kann, mit der es
möglich ist, den internationalen Friedensplan umzusetzen", sagte
Schalom. Arafat steht seit zweieinhalb Jahren in Ramallah im
Westjordanland faktisch unter Hausarrest.
Die UN-Menschenrechtskommission in Genf verabschiedete eine Resolution,
die Jassins Tod als "tragische Ermordung" bezeichnet. Für die von
Pakistan und mehreren islamischen Ländern eingebrachte
Entschließung stimmten 31 der 53 Teilnehmerländer. Die 15
Staaten der Europäischen Union und drei weitere Länder
enthielten sich, die USA und Australien stimmten dagegen.
Israelische Soldaten haben einen geistig behinderten
palästinensischen Jungen mit einem Bombengürtel gefasst. Der
14-jährige sei an der Kontrollstelle Hawara bei Nablus
festgenommen worden, teilte das Armeehauptquartier in Tel Aviv mit.
Sprengstoffexperten hätten den Jungen mit einem ferngesteuerten
Robotergerät von dem Gürtel befreit. Die israelische Regierung
warf militanten Palästinensern vor, zunehmend Kinder in dem
Konflikt einzusetzen.
Die Soldaten hätten am Mittwoch alle Passanten an dem
Kontrollpunkt strikt kontrolliert, berichtete ein
palästinensischer Augenzeuge der dpa am Abend. Der Junge habe sich
geweigert, seine Jacke auszuziehen und sei deswegen auf Distanz
gehalten worden. Er habe dann gestanden, einen Sprengsatz mit sich zu
führen. Der 14- Jährige leide am Down-Syndrom, sagte der
Palästinenser weiter. Er sei in Nablus vielen Menschen bekannt,
weil er oft bei Demonstrationen dabei sei.
Der Kommandant des Wachposten im Westjordanland sagte dem Armeesender,
der Palästinenser sei auf Soldaten zugerannt und habe offenbar
beabsichtigt, den Sprengstoff zu zünden. In einer kontrollierten
Explosion sei der Sprengstoffgürtel zerstört worden. Soldaten
an dem Kontrollpunkt sagten dem Armeesender, die Urheber des versuchten
Anschlages hätten dem Jungen dafür 100 Schekel gegeben (etwa
20 Euro). In früheren Berichten hatte die Armee das Alter des
Jungen mit zwölf Jahren angegeben.
Angesichts der aufgeheizten Stimmung in Nahost hat sich
Palästinenserpräsident Jassir Arafat grundsätzlich gegen
Angriffe auf Zivilisten ausgesprochen. "Wie sind gegen jedwede Gewalt
gegen Zivilisten, seien es Israelis oder Palästinenser", sagte
Arafat im Gespräch mit Vertretern der Sozialistischen
Internationale (SI) am Mittwoch in seinem Amtssitz in Ramallah.
Gleichzeitig versicherte er, seine Autonomiebehörde bleibe den
Grundsätzen des internationalen Friedensplans verpflichtet.
Für den heutigen Donnerstag kündigte Arafat ein Treffen der
SI-Delegation mit dem palästinensischen Chefunterhändler
Sajeb Erakat und dem israelischen Oppositionsführer Schimon Peres
in Jerusalem an.
(Quellen: dpa, afp, ap)
Die Ermordung von Scheich Yassin
„Dies ist schlimmer als ein Verbrechen, es ist ein Akt von Dummheit!"
kommentiert der Aktivist Uri Avnery von Gush Shalom. Das ist der Beginn
eines neuen Kapitels des israelisch-palästinensischen Konfliktes.
Er bringt den Konflikt von der Ebene eines lösbaren nationalen
Konfliktes auf die Ebene eines religiösen Konfliktes, der allein
auf Grund seiner Natur unlösbar wird...
Mehr bei Gush Shalom/ZNet Deutschland vom 22.03.2004:
http://www.zmag.de/artikel.php?
id=1046&PHPSESSID=4f23d81722dd0039d5607b4dc9adb2ca
Besorgniserregende Auswirkungen einer
staatlichen Tötung
Man braucht nicht viel Mut, um einen Querschnittsgelähmten im
Rollstuhl zu ermorden. Auf der anderen Seite muss man nicht lang
überlegen, um sich die Implikationen des Attentats auf Scheikh
Jassin klarzumachen. Stimmt, er billigte Selbstmordanschläge –
einschließlich der Ermordung israelischer Kinder. Wer das Schwert
erhebt, wird durch das Schwert umkommen* – Rollstuhl oder nicht.
Dennoch, etwas lief falsch mit der Story, wie sie die Nachrichten
gestern berichteten – und etwas unendlich Gefährlicheres, ein
neuer finsterer Präzedensfall für unsere ‚tapfere neue Welt',
wurde geschaffen...
Robert Fisk, ZNet 23.03.04
Mehr unter:
http://www.zmag.de/artikel.php?
id=1051&PHPSESSID=d71d1d7bd363f9bbe0bf6de2af0a60c5
Als Sohn des jüdischen Volkes, als ein betroffener israelischer
Bürger verurteile ich diese abscheuliche Tat und rufe die
internationale Gemeinschaft auf, Israel vor sich selbst zu retten...
... insbesondere rufe ich die EU-Gemeinschaft auf, in direkter und aktiver
Weise sich einzumischen und zu vermitteln, um einem gegenseitigen
Blutvergießen zuvorzukommen. Die komplizierte Verbindung zwischen
dem jüdischen Volk und Europa ist noch nicht abgebrochen – und es
ist Zeit zum Handeln. Nicht auf Grund der Schuld der Vergangenheit,
sondern aus einem Verantwortungsgefühl für die Zukunft...
Die Reaktionen der europäischen Länder, die nach dem Mord von
Scheich Yassin ihre „Betroffenheit über die Fortsetzung des
politischen Prozesses " zum Ausdruck brachten, sind einfach
lächerlich, ja ermuntern die Regierung Israels sogar, die gar
nicht daran interessiert ist, einen politischen Prozess zu beginnen.
Über was für einen Friedensprozess wird eigentlich
gesprochen? Hat sich denn politisch seit Sharons Regierungsantritt
tatsächlich etwas getan? Da gab es den Mitchell Report, den
Zinni-Plan, den Tenet-Plan, es folgte Bushs Rede und der Road-Map-Plan,
der Reformen von den Palästinensern forderte und ihnen für
2003 dafür einen „vorläufigen Staat", für 2005 einen
„unabhängigen Staat" versprach. Was ist davon übrig
geblieben? ...
Lev Grinberg, ZNet Deutschland 23.03.2004
Mehr unter:
http://www.zmag.de/artikel.php?
id=1052&PHPSESSID=c9c7b1f8857590f7ba1f7fb261342103
Lev Grinberg ist politischer Soziologe an der Ben Gurion
Universität, Israel
|
Israel fordert UN-Sondersitzung zu Terrorismus
Do.25.03.04 - Der israelische Außenminister Silvan Schalom hat eine
Sondersitzung der Vereinten Nationen zum Terrorismus gefordert. Eine
entsprechende Bitte habe er bei einem Treffen an
UN-Generalsekretär Kofi Annan gerichtet, sagte Schalom am Mittwoch
in New York. Die Sondersitzung müsse Teil gemeinsamer
Bemühungen sein, "Terrorismus, Extremismus, Rassismus und
Antisemitismus" auszulöschen. Außerdem sollten damit die
palästinensischen Anschläge besser verstanden werden.
(Quelle: afp)
Indios fliehen vor Kämpfen in Kolumbien
Do.25.03.04 - Rund 550 Indios haben ihre Dörfer im Nordwesten Kolumbiens aus
Furcht vor neuen Kämpfen zwischen linken Guerillas und rechten
Milizen verlassen. Führer der Indios und Vertreter der
katholischen Kirche warfen der Regierung am Mittwoch vor, Warnungen vor
einer Verschlechterung der Sicherheitslage missachtet zu haben.
Zusicherungen des Polizeichefs des Staates Choco konnten die Indios
nicht zum Bleiben bewegen.
Durch Choco laufen für Guerillas und Milizen wichtige Routen
für den Schmuggel mit Waffen und Drogen nach Panama. Seit Jahren
kämpfen sie um die Vorherrschaft in dem Gebiet. Während einer
Parlamentsdebatte klagte am Dienstag Senator Francisco Rojas Birri,
seit 1998 habe es 544 Morde an Indios in der Region gegeben. Aber
bislang sei niemand wegen dieser Verbrechen verhaftet worden. Das
Innenministerium sagte zu, mehr für die Sicherheit der Indios zu
unternehmen.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
UN-Gesandter prangert Journalistenmorde in Kolumbien an
Sa.28.02.04 - Die Vereinten Nationen haben Kolumbien vorgeworfen, Morde gegen
Journalisten nicht aggressiv genug aufzuklären. Ambeyi Ligabo, ein
für Pressefreiheit zuständiger UN-Beamter, sagte am Freitag
in Bogota, im vergangenen Jahr seien in dem südamerikanischen Land
sieben Journalisten ermordet worden und in keinem einzigen Fall sei
auch nur ein Verdächtiger festgenommen worden. «... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0402280.htm#04022810
Mehr zum Thema "Kolumbien" unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0402280.htm#040228_d
Karibikgipfel erwägt Suspendierung der Mitgliedschaft Haitis -
Berichte über Hinrichtungen in Haiti nach Einnahme von Cap
Haïtien
Do.25.03.04 - Die Mitgliedstaaten der Karibischen Gemeinschaft erwägen aus
Protest gegen den von USA unterstützten Regierungswechsel in Haiti
die Suspendierung der Mitgliedschaft des Landes in der Organisation.
Ein geplantes Treffen mit dem neuen Ministerpräsidenten Gerard
Latortue am Mittwochabend wurde abgesagt. Der karibische Gipfel beginnt
am Donnerstag.
Die Karibikstaaten sympathisieren mit dem gestürzten
Präsidenten Jean-Bertrand Aristide, der nach eigenen Angaben von
den USA zur Flucht gezwungen. Er hält sich jetzt auf Einladung von
Ministerpräsident P.J. Patterson in Jamaika auf. Latortue und die
USA hatten dagegen protestiert, weil dies nach ihrer Ansicht die
Spannungen in Haiti verschärft.
In Haiti trat unterdessen am Mittwoch die vor einer Woche vereidigte
Übergangsregierung ihrer ersten Kabinettssitzung zusammen.
Höchste Priorität der Regierung ist die Entwaffnung der
militanten Gruppen, die den Karibikstaat seit Monaten mit Gewalt
überziehen, wie ein Sprecher am Mittwochabend mitteilte. Man
erwäge außerdem, nach dem Vorbild Südafrikas eine
Wahrheitskommission einzurichten, um Gewalttäter zur Rechenschaft
zu ziehen. Nach den Kämpfen der vergangenen Monate werden sowohl
Anhängern des als auch den Rebellen im Norden Haitis schwere
Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.
Die Gewalt ist noch immer nicht vollständig eingedämmt: Wie
eine Menschenrechtsgruppe am Mittwoch berichtete, wurden am Montag
wegen der Ermordung von Anhängern Aristides fünf Polizisten
festgenommen. Sie sollen am Wochenende fünf junge Anhänger
des Expräsidenten zusammengetrieben und getötet haben. In der
nordhaitianischen Stadt Cap-Haitien hält unterdessen
Rebellenführer Louis-Jodel Chamblain Gericht, wie ein AP-Reporter
beobachten konnte. Andere Orte werden nach Berichten von
Menschenrechtlern von Banden beherrscht.
Die haitianischen Rebellen haben nach ihrer Einnahme der Stadt Cap
Haïtien im Februar möglicherweise Menschen hingerichtet. "Wir
haben Informationen über außergerichtliche Hinrichtungen",
sagte Joanne Mariner von der Menschenrechtsorganisation Human Rights
Watch am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Port-au-Prince. Es
lägen glaubhafte Informationen vor, nach denen Leichen im Meer
gesehen wurden. Ein Mann im Hafen habe der Organisation von einem
Leichnam berichtet. In der Stadt stationierte französische
Soldaten sahen eine an einer Boje festgebundene Leiche, wie der
Sprecher der Truppe, Xavier Pons, mitteilte. Er könne jedoch
Berichte über Massenhinrichtungen nicht bestätigen.
(Quellen afp, ap)
Blick ins Archiv:
Haitis gestürzter Präsident Aristide in die Karibik
zurückgekehrt - Nachfolger Latortue legt Beziehungen zu Jamaika
auf Eis - Erstmals US-Soldat in Haiti angeschossen
Di.16.03.04 - Zwei Wochen nach seiner Flucht ins afrikanische Exil ist der
gestürzte haitianische Präsident Jean-Bertrand Aristide am
Montag in die Karibik zurückgekehrt. Die USA reagierten mit
Besorgnis auf die Entwicklung. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld
äußerte die Befürchtung, Aristides Anwesenheit im
Nachbarstaat Jamaika könnte die Lage komplizieren.. Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403160.htm#04031608
UNICEF: Kinder auf Haiti von Hunger und Krankheiten bedroht
Sa.13.03.04 - Rund 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche auf Haiti brauchen nach
Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF
dringend humanitäre Hilfe. «Viele sind seit langer Zeit
unzureichend ernährt und besonders von Infektionskrankheiten
bedroht», berichtete UNICEF am Freitag in Köln... Mehr unter
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403130.htm#04031308
Mehr zum Thema "Haiti" unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403130.htm#040313_f
Kosovo-Krise
UN-Verwalter im Kosovo fordert Neuanfang in der Krisenprovinz. Solana
warnt vor Wiederholung 'ethnischen Horrors' im Kosovo. Granatangriff auf Brücke im Kosovo
Do.25.03.04 - Zum fünften Jahrestag des NATO-Luftkriegs hat der UN-Verwalter im
Kosovo, Harri Holkeri, zu einem Neuanfang in der Krisenprovinz
aufgerufen. Es gebe Gruppen, die versuchten, die gesamte Zukunft des
Kosovos zu zerstören, sagte Holkeri mit Blick auf die
Ausschreitungen der vergangenen Woche. Das russische
Außenministerium kritisierte eine «mittelalterliche
Barbarei» in der Provinz.
Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana besuchte am Mittwoch in
Kosovo Polje nahe Pristina eine Schule, die während der
jüngsten Ausschreitungen niedergebrannt wurde. Zudem war ein
Treffen von Solana und EU-Außenkommissar Chris Patten mit
mehreren Politikern vorgesehen.
Angesichts der jüngsten Unruhen im Kosovo hat Solana vor einem
Wiederaufflammen des Bürgerkriegs gewarnt, der vor fünf
Jahren die NATO zum Eingreifen veranlasste. «Der ethnische
Horror, den wir damals gesehen haben, darf sich nicht
wiederholen», sagte der damalige NATO-Generalsekretär in
Polje.
Solana wurde in Polje von wütenden Serben beschimpft. «Das
ist eure westliche Politik», schrie ein Mann und zeigte auf
niedergebrannte Häuser. Eine weinende Frau rief Solana zu:
«Sehen Sie nur, was die getan haben. Das ist unter Ihrem Schutz
passiert!»
In der Provinzhauptstadt Pristina versammelten sich hingegen am
Mittwoch rund 1.000 Albaner, um der NATO zu danken. Der Präsident
der Provinz, Ibrahim Rugova, rief zur Erinnerung an «eines der
wichtigsten Daten in der Geschichte des Kosovo» auf. Auf Plakaten
in Pristina war zu lesen: «Tage der Hoffnung - der
Neuanfang». In Belgrad nahmen der serbische
Ministerpräsident Vojislav Kostunica und Mitglieder seines
Kabinetts an einem Gedenkgottesdienst für die Opfer des
NATO-Bombardements teil.
Mit der 78 Tage dauernden Offensive stoppte die NATO das gewaltsame
Vorgehen des ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic
gegen die albanische Bevölkerungsmehrheit in der Provinz, dem
mindestens 10.000 ethnische Albaner zum Opfer gefallen sein sollen.
Nach dem Luftkrieg flohen mehr als 200.000 Serben aus dem Kosovo.
Eine langfristige Lösung des Kosovo-Konflikts sei derzeit weit
entfernt, erklärte der russische Außenamtssprecher Alexander
Jakowenko: «Das Kosovo bleibt eine offene Wunde auf dem
Balkan». NATO-Friedenstruppen warf Jakowenko vor, eine
«ethnische Säuberung» im Kosovo nicht verhindert zu
haben.
Präsident Wladimir Putin schrieb dem serbischen
Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica anlässlich des
fünften Jahrestags der NATO-Luftangriffe, Belgrad könne auf
die Unterstützung Russlands zählen. Kostunica und Mitglieder
seines Kabinetts nahmen in Belgrad an einem Gedenkgottesdienst für
die Opfer des NATO-Bombardements teil.
Moskau schickte zwei Flugzeuge mit Zelten nach Serbien, in denen
Flüchtlingsunterkünfte für die in der vergangenen Woche
aus dem Kosovo geflohenen Serben errichtet werden sollen.
Ein Angreifer hat am Mittwoch eine Handgranate auf die wichtigste
Brücke von Kosovska Mitrovica geschleudert. Dabei wurden zwei
französische Friedenssoldaten verletzt, wie eine UN-Sprecherin im
Kosovo mitteilte. Eine Person wurde festgenommen. Weitere Einzelheiten
waren zunächst nicht bekannt.
Am Dienstagabend wurden in Sakovica, 25 Kilometer
nordöstlich von Pristina, zwei Polizisten auf Streife erschossen.
Nach Angaben eines UN-Sprechers handelte es sich um einen einheimischen
Beamten und einen UN-Polizisten aus Ghana. Bei dem Schusswechsel sei
auch einer der vier Angreifer getötet und ein Dolmetscher schwer
verletzt worden.
Der Zwischenfall könnte die Spannungen im Kosovo weiter
verstärken. Vergangene Woche waren bei den bislang schwersten
Ausschreitungen seit fünf Jahren 28 Menschen ums Leben gekommen.
Rund 600 wurden verletzt, 4.000 verloren ihre Häuser.
Internationale Beobachter machten albanische Extremisten für die
Unruhen verantwortlich. Auslöser für die neue Welle der
Gewalt war der Tod zweier albanischer Kinder, offenbar nach
Übergriffen von Serben.
Das Kosovo steht inzwischen internationaler Verwaltung. Die albanische
Bevölkerung strebt eine unabhängige Provinz an, nach dem
Willen der Serben soll das Kosovo dagegen weiterhin Teil von
Serbien-Montenegro bleiben.
Die letzten Einheiten der von der NATO bewilligten
Verstärkungstruppen sollen am (heutigen) Donnerstag im Kosovo
eintreffen, wie aus dem NATO-Hauptquartier in Brüssel verlautete.
(Quelle: ap)
Nach dem jüngsten Terror gegen die serbische Minderheit im Kosovo,
profitieren allein extreme Kosovo-Albaner von der Unfähigkeit der
internationalen "Friedensbringer"
Für den durchschnittlichen Medienkonsumenten dürften sich die
jüngsten Ereignisse im Kosovo, in etwa so abgespielt haben: Zwei
Albanerkinder kommen ums Leben, ein Racheakt beginnt und wütet
zwei Tage lang zwischen verfeindeten Ethnien. Auch in Zentralserbien
brennen Gotteshäuser, die Situation scheint weiter zu eskalieren.
Die NATO schickt ihre Truppen, die Situation beruhigt sich: Friede,
Freude und Vergessen, denn ein Problem wird heutzutage militärisch
gelöst. Diese Logik bleibt dann im Hinterkopf, bis zum
nächsten Konflikt.
Die Ereignisse vom 17. und 18. März 2004 zeigen jedoch einen ganz
anderen Sachverhalt: Im Kosovo - der fast ausschließlich von
Albanern bewohnten serbischen Provinz - wurden in den letzten Tagen
gezielt und systematisch serbische Enklaven und Wohngebiete
angegriffen, deren Einwohner bedroht und vertrieben,
möglicherweise ermordet. Auch die UN-Sicherheitskräfte und
NATO_Soldaten waren Ziel der Attacken. Die Bilanz nach dem
jüngsten UNMIK-Bericht: 24 Tote (die Todesumstände und deren
Ethnie wurden bisher nicht angegeben), 851 Verletzte, darunter 22
schwer. Unter den Verletzten sind 98 Mitglieder der UN und der lokalen
Polizei sowie 55 KFOR-Soldaten....
Mehr bei telepolis vom 24.03.04:
http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/17032/1.html
Blick ins Archiv:
Fünf Jahre nach den Nato-Bomben
Nato- und UNO-Verantwortliche können es kaum beschönigen:
Trotz internationaler Verwaltung kommt die Kosovo-Region nicht zur
Ruhe... Mehr in der "tageszeitung" vom 24.03.04:
http://www.taz.de/pt/2004/03/24/a0191.nf/text
http://www.taz.de/pt/2004/03/24/a0190.nf/text
Rugova fordert unabhängiges Kosovo 'ohne Kompromisse'. Kostunica
bemüht sich um Annäherung an Europa
Mi.24.03.04 - Der albanischstämmige Präsident des Kosovo, Ibrahim Rugova,
hat eine Unabhängigkeit "ohne Kompromisse" der serbischen Provinz
gefordert. Nach den blutigen Zusammenstößen zwischen
Albanern und Serben in der vergangenen Woche sei "klar", dass die
Unabhängigkeit von Serbien "lebenswichtig" für das Kosovo und
seine albanischen Bewohner sei, sagte Rugova der italienischen Zeitung
"Corriere della Sera"... Nach der neuen Gewaltwelle im Kosovo bemüht sich Serbien um eine
weitere Annäherung an Europa. Aus historischen Gründen und
wegen der geographischen Nähe sei «Europa unser Weg und
unser Ziel», erklärte der serbische Ministerpräsident
Vojislav Kostunica am Dienstag in Brüssel... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403240.htm#04032405
NATO-Generalsekretär: Albanische Extremisten organisierten Gewalt...
Di.23.03.04 - ... Nach Ansicht von NATO-Generalsekreträr Jaap de Hoop Scheffer sind
die blutigen Unruhen im Kosovo von albanischen Extremisten organisiert
worden. "Das, was in der vergangenen Woche geschehen ist, von
extremistischen Teilen der albanischen Bevölkerung inszeniert und
organisiert, ist nicht hinnehmbar", sagte De Hoop Scheffer am
Montagabend nach einem Treffen mit dem Chef der UN-Mission in Kosovo
(UNMIK), Harri Holkeri, und kosovoalbanischen Politikern in Pristina... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#04032312
Mehr Berichte und Analysen zum Kosovo-Konflikt unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403220.htm#040323_b
|
Experten warnen vor Zunahme des Kinderhandels auf dem Balkan
Do.25.03.04 - Vor einer rapiden Zunahme des Kinderhandels in der Balkan-Region haben
Politiker und Experten am Mittwoch auf einer
Südosteuropa-Konferenz in Belgrad gewarnt. Die politische
Instabilität der Region erleichtere Menschenhändlern ihr
Geschäft, sagte Helga Konrad, die im Rahmen des
Stabilitätspaktes Südosteuropa eine Arbeitsgruppe zur
Bekämpfung des Kinderhandels leitet. An der zweitägigen
Konferenz nahmen über 200 Vertreter aus sieben Ländern der
Region sowie westliche Experten teil.
Auf der Konferenz wurde gefordert, die Staaten Südosteuropas
sollten die Standards bei der Behandlung der Opfer angleichen, eine
Datenbank aufbauen sowie ein Zeugenschutzprogramm einführen.
Außerdem gelte es, die Methoden zur Erkennung der Opfer zu
verbessern. «Kinderhandel ist nicht leicht zu entdecken»,
sagte die italienische Expertin Andrea Rossi. Besonders problematisch
sei, dass häufig die Eltern der betroffenen Kinder mit den
Händlern zusammenarbeiteten.
Laut Statistiken wurden in der Balkan-Region zwischen Januar 2000 und
Juni 2003 mehr als 5.000 Opfer von Menschenhandel registriert, die
tatsächliche Zahl könnte jedoch noch weit höher liegen.
Konrad zufolge sind in gut 30 Prozent der Fälle Kinder die Opfer.
Mark Davidson von der Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sagte, mehr als eine Million Kinder
würden weltweit sexuell und auf andere Weise ausgebeutet. Die OSZE
hat zurzeit die Leitung des Stabilitätspaktes Südosteuropa
inne, den die Europäische Union 1999 gegründet hat.
(Quelle: ap)
Schleppender Start für Zypern-Verhandlungen in der Schweiz
Do.25.03.04 - Verhandlungen über die Wiedervereinigung Zyperns sind am Mittwoch
in der Schweiz nur schleppend gestartet. Die Außenminister der
beteiligten vier Parteien weigerten sich, sich gemeinsam an einen Tisch
zu setzen. Danach verließen sie die Beratungen, um am EU-Gipfel
in Brüssel teilzunehmen. Die UN und die EU dringen darauf, dass es
vor dem Beitritt Zyperns zur EU am 1. Mai eine Vereinbarung zur
Wiedervereinigung der seit 30 Jahren geteilten Insel gibt. Ansonsten
tritt nur der griechische Teil der Insel der EU bei.
UN-Vermittler Alvaro de Soto gab sich der Schwierigkeiten ungeachtet
zuversichtlich. Die Zyprer seien einer Einigung noch nie so nahe
gewesen, erklärte de Soto.
Die türkische Seite forderte zum Auftakt zunächst eine Reihe
von Änderungen an dem von den Vereinten Nationen vorgeschlagenen
Fahrplan. Die griechischen Zyprer wiesen die Forderungen umgehend
zurück. Auch nach der Einschaltung der Garantiemächte
Türkei und Griechenland, deren Außenminister Abdullah
Gül und Petros Moliviatis am Mittwoch im schweizerischen
Bürgenstock zu den zyprischen Verhandlungspartnern stießen,
war ein Fortschritt nicht in Sicht. Ankara unterstützte die
Wünsche der türkischen Zyprer.
Einzelheiten der türkischen Forderungen wurden wegen einer
Nachrichtensperre zunächst nicht bekannt. Wichtigstes Anliegen der
türkischen Zyprer war bislang aber, die Rückkehr griechischer
Zyprer in den seit 30 Jahren von der Türkei besetzten Norden
einzuschränken. 180.000 Griechen waren beim Einmarsch der
türkischen Truppen 1974 in den Süden Zyperns geflüchtet.
Nach der Wiedervereinigung der geteilten Insel sollten nach dem Plan
der Vereinten Nationen maximal die Hälfte von ihnen in ihre Heimat
zurückkehren dürfen. Den türkischen Zyprern ist das zu
viel.
Sollte auch bei den sechstägigen Gesprächen in
Bürgenstock keine Einigung erzielt werden, kann
UN-Generalsekretär Kofi Annan die strittigen Punkte entscheiden.
Er strebt eine Wiedervereinigung vor dem EU-Beitritt Zyperns am 1. Mai
an.
(Quelle: ap)
EZB-Vertreter zunehmend besorgt über Konjunkturrisiken
Do.25.03.04 - Mit skeptischeren Äußerungen zur Konjunktur haben
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und andere Ratsmitglieder der
Europäischen Zentralbank nach Einschätzung von Analysten die
Tür zu einer weiteren Zinssenkung einen Spalt weit geöffnet.
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet kündigte an, die
Zentralbank werde ihre Annahme einer schrittweisen Erholung
überprüfen, wenn Konsum und Inlandsnachfrage sich nicht so
verstärkten wie erwartet. Belgiens Notenbankpräsident Guy
Quaden sagte, die EZB habe trotz des bereits niedrigen Leitzinses von
2,00 Prozent noch Spielraum für Zinssenkungen. Der
Vizepräsident der Bank von Finnland, Matti Louekoski, bezeichnete
die Bombenanschläge von Madrid und ihre Auswirkungen auf die
Stimmung in der Wirtschaft als neuen Risikofaktor.
An den Finanzmärkten verstärkten die Äußerungen
der Notenbanker am Mittwoch die Zinssenkungserwartungen. Es wird schon
länger mit einem solchen Schritt gerechnet, wenn sich die
Aussichten für eine wirtschaftliche Besserung nach drei Jahren
Stagnation erneut verschlechtern sollten. Unter Bankvolkswirten rechnet
die Mehrheit zwar noch immer mit einer Zinserhöhung als
nächstem EZB-Schritt, doch immer mehr Analysten halten inzwischen
eine weitere Lockerung für möglich - wenn auch noch nicht bei
der Ratssitzung in der kommenden Woche.
Die EZB rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,6 Prozent und
von 2,4 Prozent 2005. Die Inflationsrate soll gleichzeitig auf von der
EZB angestrebte Raten knapp unter zwei Prozent sinken.
(Quelle: rtr)
Deutschland
Gewinn der Bundesbank wegen Dollarschwäche drastisch eingebrochen
Do.25.03.04 - Die Bundesbank hat im vergangenen Jahr einen der schwächsten
Gewinne ihrer Geschichte eingefahren und damit die Haushaltsplanung von
Finanzminister Hans Eichel ins Wanken gebracht. Statt der von Eichel
(SPD) erwarteten rund 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftete die Bank
lediglich 248 Millionen Euro, wie sie am Mittwoch in Frankfurt am Main
bekannt gab. Verantwortlich sind der Euro-Höhenflug und niedrige
Zinserlöse. Eichel fehlen im Etat 2004 nun fast 3,3 Milliarden
Euro.
Das Finanzministerium zeigte sich zuversichtlich, die Lücke
schließen zu können, ohne weitere Kredite aufzunehmen. Es
schränkte allerdings ein, bei der geplanten Neuverschuldung von 29
Milliarden Euro könne es nur «bei positiver
gesamtwirtschaftlicher Entwicklung» bleiben. Die Entscheidung,
die Steuerreformstufe 2005 nur zur Hälfte auf 2004 vorzuziehen,
sorge für Entlastung in vergleichbarer Größenordnung.
Zudem seien in den ersten Monaten mehr Steuern eingenommen worden als
gedacht, was einen Aufwärtstrend für das gesamte Jahr
signalisiere, sagte ein Sprecher Eichels.
Vor allem der im vergangenen Jahr rasant gefallene Dollar-Kurs
belastete den Gewinn der Bank, was zu Abschreibungen bei den
Devisenreserven führte. Bundesbankpräsident Ernst Welteke
sagte, hätte der Dollar zum 31. Dezember nicht bei 1,26 Euro
sondern wie heute bei 1,22 Euro gestanden, hätte die Bundesbank
eine Milliarde Euro mehr Gewinn verbuchen können. Von den
ausgewiesenen Bewertungsverlusten von 2,3 Milliarden Euro seien allein
1,7 Milliarden auf US-Dollar entfallen. Hinzu kam das niedrige
Zinsniveau im Euro-Raum und den USA, was die Zinserträge auf knapp
4,9 Milliarden Euro schrumpfen ließ, nach sechs Milliarden im
Vorjahr.
Die Bundesbank ist gesetzlich verpflichtet, 3,5 Milliarden Euro ihres
Gewinns an den Bundeshaushalt zu überweisen. Liegt das Plus
über diesem Betrag, fließt das Geld in die Tilgung von
Schulden aus DDR-Zeiten. Welteke sagte, erstmals seit 1989 habe die
Bank weniger als 3,5 Milliarden Euro überwiesen.
2003 hatte die Notenbank noch einen Jahresüberschuss von deutlich
mehr als 5 Milliarden Euro an die Bundeskasse überwiesen, ein Jahr
davor waren es gar 11,3 Milliarden Euro. Allerdings hat die Bundesbank
in den 70er Jahren mehrfach Verluste gemacht. So lag das Minus 1973 bei
rund 6,7 Milliarden Mark, wie ein Sprecher auf Anfrage erklärte.
Der Bundesbankpräsident forderte die Bundesregierung auf, ihre
Reformen fortzusetzen und insbesondere die Sanierung der Staatsfinanzen
zu forcieren. Der Gesamtschuldenstand dürfe nicht weiter ansteigen
und das Maastricht-Defizitkriterium müsse im kommenden Jahr
eingehalten werden. Zu einem möglichen Verkauf der Goldreserven
sagte Welteke, hier seien weitere Gespräche mit der Politik
nötig. Noch habe der Vorstand der Bank keinen Gold-Verkauf
beschlossen, zunächst gehe es lediglich um eine Option darauf.
Eichels Haushaltsplanung ist nicht nur wegen des schwachen
Bundesbankgewinns massiv unter Druck. Da auch Bund und Länder hohe
Kredite aufnehmen müssen, wird Deutschland wie schon 2002 und 2003
die Euro-Stabilitätskriterien verfehlen. Nach einem Bericht der
«Financial Times Deutschland» muss fast die Hälfte der
Euro-Staaten damit rechnen, dieses Jahr mehr neue Schulden machen zu
müssen als es der Maastricht-Vertrag erlaubt.
(Quelle: ap)
Länder wollen angeblich Arbeitszeit-Tarifvertrag kündigen
Beschäftigte im Öffentlichen Dienst der West-Länder
müssen sich offenbar auf längere Arbeitszeiten einstellen
Do.25.03.04 - Übereinstimmenden Medienberichten zufolge haben sich die
Bundesländer geeinigt, den Arbeitszeit-Tarifvertrag am Freitag zu
kündigen. Er gehe davon aus, dass sich eine Mehrheit der
Länder dafür aussprechen werde, zitierte die «Financial
Times Deutschland» (Donnerstagausgabe) den
Geschäftsführer der Länder-Tarifgemeinschaft (TdL),
Konstantin Rieger. Laut «Handelsblatt» sprach sich auch
Nordrhein-Westfalen dafür aus.
Laut «FTD» hieß es in Verhandlungskreisen, dies sei
ein Signal an die Gewerkschaft ver.di, bei den Verhandlungen zur
Tarifreform mehr Mut zu zeigen. Das «Handelsblatt»
(Donnerstagausgabe) zitierte einen Düsseldorfer Regierungssprecher
mit den Worten: «Nordrhein-Westfalen hat ein erhebliches
Interesse, die bei den Beamten bereits realisierte
Arbeitszeitverlängerung auch bei den Angestellten zu
erreichen».
Für Arbeiter und Angestellten des öffentlichen Dienstes gilt
im Westen die 38,5-Stunden-Woche. Für ihre Beamte haben die
Länder die Arbeitszeit bereits auf bis zu 42 Stunden erhöht.
Die TdL will die Wochenarbeitszeit auch für Arbeitnehmer
grundsätzlich auf 42 Stunden erhöhen. Solange ver.di keinen
neuen Tarifvertrag unterschreibt, kann die Arbeitgeberseite allerdings
nur bei Neueinstellungen von der 38,5-Stunden-Woche abweichen.
(Quelle: ap)
Bischof Huber für Ausweisung terrorverdächtiger Ausländer
Do.25.03.04 - In der Debatte um die Ausweisung terrorverdächtiger Ausländer
hat die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) für einen harten
Kurs plädiert. «Es kann nicht sein, dass jemand, bei dem man
absolut plausibel machen kann, dass er im Lande ist, um Straftaten zu
verüben, dafür auch noch eine Aufenthaltsgenehmigung
bekommt», sagte der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber der
«Berliner Zeitung» (Donnerstagausgabe). Jede andere
Handlungsweise würde den Anschein erwecken, dass man sich gegen
Terrorismus nicht zur Wehr setze, sagte der Bischof weiter. Zudem
forderte Huber von den Muslimen in Deutschland ein klares Bekenntnis
gegen Terrorismus.
(Quelle: ap)
Ex-Heeresinspekteur Willmann für Einsatz der Bundeswehr im Innern
Do.25.03.04 - Der frühere Heeresinspekteur Helmut Willmann hat sich für
einen Einsatz der Bundeswehr im Innern ausgesprochen. «Es gibt
bestimmte Formen der Bedrohung, die ausschließlich von der
Bundeswehr mit Erfolg bekämpft werden können: Das sind
Bedrohungen aus der Luft, von der See und in der ABC-Abwehr»,
sagte Willmann sder Tageszeitung «Die Welt»
(Donnerstagausgabe). Der Ex-Inspekteur wies darauf hin, dass Frankreich
und Großbritannien Streitkräfte im Inland einsetzen
würden und Griechenland für die Olympischen Spiele um
NATO-Unterstützung gebeten habe. «Nur in Deutschland scheint
das nicht möglich zu sein. Willmann warf der Politik vor, das
Problem in »alten Denkstrukturen« zu diskutieren.
Nach Ansicht Willmanns können Polizei und Bundesgrenzschutz bei
bestimmten Szenarien sehr schnell an die Grenze ihrer Kapazitäten
kommen. »Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn
Flugplätze weiträumig abgeriegelt und jüdische und
amerikanische Einrichtungen gesichert werden müssten. Die
Lösung einer solchen Situation kann doch nicht bedeuten, die
Soldaten in den Kasernen zu lassen, während die Bürger
beträchtlichen Risiken ausgesetzt wären«, betonte
Willmann.
Er widersprach auch der Aussage von Verteidigungsminister Peter Struck
(SPD), dass die deutschen Streitkräfte für polizeiliche
Aufgaben nicht ausgebildet seien: »Eine Hauptaufgabe in den
Einsatzgebieten ist die Raumüberwachung und der Objektschutz. Dass
eine solche Truppe dieselbe Aufgabe in Deutschland nicht meistern
könnte, dafür gibt es kein militärisches Argument."
(Quelle: ddp)
Salomon Korn verlässt aus Protest Festakt der Leipziger Buchmesse
Do.25.03.04 - Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland,
Salomon Korn, hat aus Protest den Festakt zur Eröffnung der
Leipziger Buchmesse verlassen. Grund war die Rede der früheren
lettischen Außenministerin Sandra Kalniete. Nach Ansicht Korns
setzte sie darin Nationalsozialismus und Kommunismus gleich. Korn stand
mit einigen anderen auf und sagte: «Das höre ich mir nicht
an.» Kalniete, die künftig EU-Kommissarin sein wird, hatte
gesagt, die beiden totalitären Regime seien gleichermaßen
kriminell gewesen.
(Quelle: dpa)
Hans Rudolf Zeller
Konzert zum 70. Geburtstag
eigene Werke und Beiträge von künstlerischen Weggefährten
und befreundeten Kollegen
mit
Hans Rudolf Zeller | Heinz-Klaus Metzger | Rainer Riehn
Loise Ingebos | Jörg Burkhard | Edith Rom | Stephan Wunderlich
Samstag, 10. April - 20 Uhr
München, Gasteig, Kleiner Konzertsaal
Eintritt frei
|
Hans Rudolf Zeller, geboren
1934 in Berlin, Studien in Freiburg und Köln. Seit 1959 Essays,
Rundfunksendungen, Übersetzungen und experimentelle Texte.
Mitarbeiter der Schriftenreihe MUSIK-KONZEPTE und der ZEITSCHRIFT
FÜR EXPERIMENTELLE MUSIK. Editionen:
Dieter Schnebel Denkbare Musik
(1972) und Cage Box (1979).
Xenakis-Ausstellung in Bonn (1974). Veranstaltungsreihe über Musik der anderen Tradition (Bonn
1981), über das Gesamtwerk von Alban Berg (Kalkutta 1985 /
München 1986), über Edgard Varese und Ferruccio Busoni (Sofia
1994). Entwurf einer kinematologischen Literatur in verschiedenen
Dimensionen: Textbänder -operative Texte - Handschriften -
Versuche für Sprechorgane u.a. Blablamata
(1963), kinem kontexte
(1965); kinem X. Seit 1976 Medienkompositionen (Marx-Mill; Schallplattenmusik)
sowie Sprech-Schriften und Stücke für Stimme(n) und
Diascriptor(en) (u.a. DENKFIGUR, DIA-LOG, Essay über
Klänge, ohne abzusetzen, Klavierartikulation). In den 90er Jahren
Vortragsreisen über werkspezifische Mikrotonsysteme und Modelle
der Medienkomposition.
Husserl-Töne für Sprecher und Folienprojektionen.
Arbeiten zum Projekt Schrift - Laut
- Musik mit Videoproduktionen (Scriptophonie).
Siebenteilige Sendereihe: Kriterien
der experimentellen Musik (1999). Mitherausgeber von Musik der anderen Tradition - Mikrotonale Tonwelten (2003).
Sendereihe Zwischen Mythos und
Mathematik - Iannis Xenakis und die experimentelle Musik danach
(2004).
Hans Rudolf Zeller Schrift - Laut - Musik:
http://www.boa-muenchen.org/boa-kuenstlerkooperative/hrz07.htm#schrift_laut_musik
Hans Rudolf Zeller Musik der anderen Tradition - Mikrotonale
Tonwelten
http://www.boa-muenchen.org/boa-kuenstlerkooperative/hrz07.htm#
mikrotonale_tonwelten
Flashfilme :
Hans Rudolf Zeller - Sprechschriftbild - Statische Zeichnung und
Sprechen:
http://www.uni-ulm.de/uni/intgruppen/muwe/programm/medienkunst/flashfilme/1u2.html
http://www.uni-ulm.de/uni/intgruppen/muwe/programm/medienkunst/flashfilme/la.html
hans rudolf zeller
tesa-arbeiten + klammerausdrücke
aus den 60-er jahren
freitag 5. märz bis freitag 30. april 2004
b.o.a. - gabelsbergerstrasse 17 - 80333 münchen
öffnung nach vereinbarung: tel.+ fax 089-39 43 66
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