Aktuelle Nachrichten
Irak am dreihundertneunundsiebzigsten Tag nach Kriegsbeginn
NATO-Generalsekretär fordert für Irak neue UN-Resolution.
Chirac angeblich zu NATO-Einsatz in Irak bereit. Neun Tote bei
grausamen Anschlägen. Iraker schänden Leichen von
US-Bürgern. Fünf Soldaten bei Anschlag nahe Bagdad
getötet. 10.000 Schiiten protestieren in Bagdad gegen
Verbot einer Zeitung. Aufbau von Geheimdienst in Irak beschlossen.
Sicherheitsrat lässt Betrugsverdacht bei UN-Programm im Irak
prüfen. Bundesregierung ruft Wirtschaft zu Irak-Investitionen auf
Do.01.04.04 - NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hält für den
Irak eine neue UN-Resolution für wichtig. Eine
Stabilisierungsmacht in dem Land bräuchte ein neues Mandat, sagte
er im DeutschlandRadio Berlin. Ebenso wichtig sei, dass eine legitime
souveräne irakische Regierung um Hilfe bittet. Dann glaube er,
dass die NATO bereit sein würde, einen Beitrag an einer
Stabilisierungsmacht zu liefern, so de Hoop Scheffer weiter.
Der französische Präsident Jacques Chirac ist nach den Worten
von US-Senator Joseph Biden zu einem Einsatz der NATO in Irak bereit.
Chirac habe ihm in einem zweistündigen Gespräch als
Voraussetzung für einen solchen Einsatz ein Mandat des
UN-Sicherheitsrats genannt, sagte der Politiker der Demokraten am
Mittwoch in Washington. Frankreichs Staatschef habe zudem die Teilnahme
französischer Soldaten an dem NATO-Einsatz in Aussicht gestellt.
Biden, Nummer zwei im Außenauschuss des US-Senats, machte keine
Angaben, wann und wo er das Gespräch mit Chirac führte.
Frankreich gehörte neben Deutschland und Russland zu den
schärfsten Kritikern der US-Intervention in Irak.
Nach einem Anschlag westlich von Bagdad haben wütende Iraker die
Leichen von vier Ausländern brutal geschändet. Unbekannte
hatten die vier Männer in Falludscha in ihren Autos erschossen.
Einwohner hängten die Leichen der Getöteten an
Brückenpfeilern auf.
Männer tanzten neben den aufgehängten Leichen und schwenkten
dabei den Koran. Zuvor hatten sie die Autos der Getöteten mit
Kerosin übergossen und angezündet.
Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben des Sprechers der
US-Besatzungstruppen, Mark Kimmitt, um Mitarbeiter einer Firma, die im
Auftrag der US-Verwaltung im Irak tätig ist. Unter den
Getöteten seien drei US-Bürger, berichtete das
Außenministerium in Washington. Ein Augenzeuge sagte, ein
fünfter Mann sei zunächst entkommen und später
erschossen worden.
US-Sprecher Kimmitt erklärte dazu, bei den Tätern handele es
sich um eine «radikale Minderheit».
Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) verurteilte die Tat.
«Mir fehlt das Verständnis für solches Verhalten,
unabhängig davon, wie man als Iraker den Irakkrieg
bewertet», sagte er dem Fernsehsender N24.
Nur wenige Kilometer von Falludscha entfernt, starben am Morgen
fünf Soldaten in ihren gepanzerten Militärfahrzeugen, als
zwischen Ramadi und El Chalidija ein Sprengsatz am Straßenrand
explodierte. Es habe sich um einen sehr großen Sprengkörper
gehandelt, der einen Krater von fünf Meter Durchmesser in die
Straße gerissen habe, berichtete Kimmitt.
Falludscha liegt auf der Strecke zwischen der jordanischen Grenze und
Bagdad. Ausländern, die in den Irak reisen wollen, bleibt neben
dieser Strecke nur die ebenfalls riskante Reise von Kuwait aus
über Basra oder der Flug von Amman nach Bagdad, der die Gefahr von
Raketenangriffen birgt.
Unterdessen wurden elf Iraker bei einem Sprengstoffanschlag auf den
Gouverneur der Provinz Dijala, Abdullah el Dschiburi, verletzt. Der
Gouverneur sei unverletzt geblieben, sagten Augenzeugen einem
epa-Fotografen. Vier Leibwächter und vier Zivilisten wurden
verletzt. Dschiburi hatte Ende vergangenen Jahres bereits zwei
Attentatsversuche überlebt.
10.000 Anhänger des radikalen schiitischen Predigers Muktada el
Sadr haben am Mittwochabend vor dem Hauptquartier der
US-Zivilverwaltung in Bagdad gegen das Verbot einer Zeitung
demonstriert. Die US-Verwaltung hatte die Wochenschrift «El
Hausa» am Sonntag für zwei Monate geschlossen, weil sie zur
Gewalt gegen die Besatzungstruppen aufrufe. «Befreit El Hausa aus
der Gefangenschaft» hieß es auf den Schildern der
Demonstranten. In der Menge marschierten auch zahlreiche schwarz
gekleidete Mitglieder der El Mahdi Armee, einer Miliz von Mullah Sadr.
«Nein zu Bush, Nein zu Bremer, Ja zu Muktada» riefen die
Demonstranten. «El Hausa»-Chefredakteur Ali el Jasseri warf
den US-Verwaltern Willkür vor. Die Beiträge in dem Blatt
seien nicht schärfer als die vieler anderer arabischer Zeitungen
und Sender.
US-Zivilverwalter Paul Bremer gab derweil die Gründung eines
Gremiums bekannt, das für die nationale Sicherheit verantwortlich
sein soll. Wie die irakische Zeitung «Al-Sabah» berichtete,
gehören dem Gremium Beamte aus fünf Ministerien an. Bremer
selbst übernimmt bis zur geplanten Machtübergabe Ende Juni
den Vorsitz.
Der irakische Verwaltungsrat hat ein Gesetz zur Einrichtung eines
Geheimdienstes angenommen. Die Behörde soll Informationen sammeln
und analysieren, aber niemanden festnehmen dürfen. Die
Informationen sollten an die Justizbehörden, die Polizei und das
Innenministerium weitergegeben werden, erklärte ein ranghohes
Mitglied des im Verwaltungsrat vertretenden Obersten Rats für die
Islamische Revolution in Irak (SCIRI). Das Gesetz sehe eine hohe
Transparenz vor und stelle den Geheimdienst unter zivile Aufsicht,
sagte Adel Abdel Mahdi am Mittwoch weiter.
Die arabische Zeitung «Al-Hayat» berichtete am Mittwoch,
Saddam Husseins Ehefrau, Sadschida Cheirallah Tulfah, habe sich in der
katarischen Hauptstadt Doha niedergelassen. Von dort aus wolle sie
zusammen mit ihrer in Jordanien lebenden Tochter Raghed die
Verteidigung des inhaftierten Ex-Präsidenten organisieren.
Der UN-Sicherheitsrat hat einer Untersuchung des Verdachts auf
Unterschlagungen in Milliardenhöhe beim UN-Programm «Öl
für Lebensmittel» im Irak zugestimmt. Das Gremium folgte
damit einer Bitte von UN-Generalsekretär Kofi Annan.
Unabhängige Experten sollen prüfen, ob der frühere
irakische Diktator Saddam Hussein möglicherweise mit Wissen hoher
UN-Beamter aus den Mitteln des Programms große Summen entwendet
hat. Nach bisher Informationen soll Hussein bis zu zehn Milliarden
Dollar unterschlagen haben.
Die Bundesregierung hat deutsche Unternehmen zu Investitionen in Irak
aufgerufen. "Deutschland hat nur ganz begrenzte Spielräume, was
zusätzliche Leistungen angeht. Die Erwartung ist, dass die
Unternehmen investieren", sagte der Staatssekretär im
Wirtschaftsministerium, Alfred Tacke, dem "Handelsblatt"
(Donnerstagausgabe). Die deutsche Wirtschaft sei in Irak schon immer
stark präsent gewesen. "Deshalb ist die Erwartung groß, dass
deutsche Unternehmen beim Wiederaufbau eine besondere Position
einnehmen werden", sagte Tacke der Zeitung. Er hoffe, dass deutsche
Firmen auch bei US-Ausschreibungen künftig gleichberechtigt als
Generalunternehmer berücksichtigt würden.
(Quellen: dpa, afp, ap)
Blick ins Archiv:
Krieg gegen Irak hat begonnen
Do.20.03.03 - US-Präsident: Erste Phase der Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden +++
Knapp zwei Stunden nach Ablauf des Ultimatums an Saddam Hussein: Luftangriffe auf Bagdad +++
USA und Großbritannien haben 280.000 Mann in der Golfregion zusammengezogen +++
Bush: Krieg könne länger dauern und schwieriger werden als manche vorhersagten... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303200.htm#news
Zweiter Kriegstag in Irak
Fr.21.03.03 - US-Streitkräfte starten Bodenoffensive +++ Mit ihrem Militärschlag
gegen Irak setzen die USA erstmals ihre neue Strategie des Präventivschlages um +++
Der Krieg hatte am Donnerstag um 3.33 Uhr MEZ begonnen und löste in aller Welt
Betroffenheit, Wut und Entsetzen aus +++ Weltweit demonstrierten schätzungsweise 1 Million
Menschen gegen den Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303210.htm#news
Dritter Kriegstag in Irak
Sa.22.03.03 - 20:00 Uhr - Massive Luftoffensive gegen Irak hat begonnen -
Bagdad unter Dauerbeschuss +++ Die US-Streitkräfte haben die Angriffe
auf die irakische Hauptstadt mit unverminderter Härte fortgesetzt. Nachdem bereits
den ganzen Tag über geschossen wurde, begann nach kurzer Pause am Abend
eine neue Angriffswelle. Es waren wieder zahlreiche Einschläge und Explosionen zu
hören. Angaben über Opfer, Schäden und Ziele liegen noch nicht vor. ..
Die alliierten Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bisher keine
Massenvernichtungswaffen im Irak entdeckt... Erneut weltweit Proteste gegen Irak-Krieg ...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303220.htm#news
Vierter Kriegstag in Irak
Luftangriffe auf Bagdad gehen weiter +++ 500 Marschflugkörper,
Raketen und Bomben an einem Tag +++ Verlässliche Angaben über Opfer liegen nicht
vor +++ Suche nach Massenvernichtungswaffen bisher erfolglos +++
US-Bodentruppen haben angeblich den halben Weg nach Bagdad geschafft +++
Massive multimediale Propagandakampagne, um das irakische Militär zur
Aufgabe zu bewegen... US-Präsident berät mit Kriegskabinett - Amerikaner werden
auf einen längeren Krieg eingestimmt... Max-Planck-Direktor Rüdiger Wolfrum
sieht im Vorgehen der USA einen Bruch des Völkerrechts... Weltweit protestieren wieder
Hunderttausende gegen Irak-Krieg ... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303230.htm#news
Fünfter Kriegstag in Irak
Mo.24.03.03 - Weiter schwere Luftangriffe auf Bagdad +++ Ein Bombenhagel aus
Tieffliegern hat die Einwohner von Bagdad die ganze Nacht zum Montag über in Angst
und Schrecken versetzt +++ Wohngebäude in Trümmern +++ Alliierte setzen Vormarsch auf Bagdad fort +++
Unerwartet heftiger Widerstand der irakischen Armee +++ Erste US-Soldaten in irakischer Gefangenschaft +++
Bush verlangt humane Behandlung von Kriegsgefangenen +++ Durchhalterede von Saddam Hussein +++
Millionen Menschen protestieren gegen Irak-Krieg +++ US-Veteranen bei Anti-Kriegs-Kundegebung in Washington +++
Australische Kriegsgegner wollten Parlament stürmen +++ Immer mehr Kritik an Kriegsberichterstattung... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303240.htm#news
Sechster Kriegstag in Irak
Di.25.03.03 - Alliierte bombardieren Bagdad die sechste Nacht in Folge +++
Amerikanische und britische Truppen nähern sich Bagdad +++
Iraks Führung bestreitet Vorrücken der Alliierten +++
Widerstand der Iraker zäher als erwartet +++ TV-Bilder gefangener GIs schocken USA +++
Hilfsorganisationen warnen vor humanit¨rer Katastrophe +++ Britische
Bevölkerung wird auf langen Krieg eingestimmt +++ Irak-Krieg wird für
London weit teurer als geplant +++ Arabische Liga fordert Ende des Irak-Krieges +++
Deutschland : Wieder Zehntausende gegen Krieg auf der Straße... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303250.htm#news
Siebter Kriegstag in Irak
Mi.26.03.03 - Bagdad unter Dauerbeschuss +++ Schwere Sandstürme behindern Vormarsch der Alliierten +++
Viele Opfer bei Kampfhandlungen +++ Irak meldet mehr als 200 Tote in der Zivilbevölkerung +++
USA melden mehr als 500 gefallene irakische Soldaten +++ US-Generalstabschef Myers :
Härteste Kämpfe stehen noch bevor +++ US-Streitkräfte räumen Fehler bei Luftangriffen ein +++
Deutsche Militärhistoriker prophezeien den Briten und Amerikanern im Irak eine Niederlage +++
Human Rights Watch warnt vor Katastrophe in Kurdengebieten +++ Kaum Spenden für Nothilfe in Irak +++
Annan mahnt USA zu rascher humanitärer Hilfe für Irak +++ UNO-Kreise: Beweise gegen Irak plump gefälscht +++
Kriegsgegner fordern Entzug der Überflugrechte - Täglich dutzende Militärmaschinen über Deutschland ... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303260.htm#news
Achter Kriegstag in Irak
Do.27.03.03 - Alliierte greifen achte Nacht in Folge Ziele in Bagdad an +++ Mindestens 15 tote Zivilisten
bei Raketen-Explosion auf einem Marktplatz im Nordosten der Hauptstadt +++ USA weisen Berichte
über gezielten Angriff auf Wohngebiet zurück +++ Bagdad auch am Morgen von weiteren
Explosionen erschüttert +++ USA: Seit Kriegsbeginn mehr als 4300 Bomben auf Irak abgeworfen +++
Kämpfe zwischen amerikanisch- britischen und irakischen Truppen nehmen an Härte zu +++
Vormarsch der Alliierten ins Stocken geraten +++ Menschenrechtsorganisationen beklagen Kriegsverbrechen +++
Friedensforscher: Die richtigen Probleme erwarten Amerika erst nach dem Krieg +++ Bush bereitet die USA
wiederholt auf einen langen Krieg vor... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303270.htm#news
Neunter Kriegstag in Irak
Fr.28.03.03 - Schlimmste Bombennacht in Bagdad seit Kriegsbeginn +++ Nächtliche Angriffe
auf die Stadt Mossul +++ Weiter unerwartet harter Widerstand der irakischen Truppen +++
US-Verteidigungsminister deutet im Kampf um Bagdad eine Belagerungstaktik an +++
Rumsfeld: Es gibt nahezu ununterbrochenen Nachschub an Menschen und Material in
das Kriegsgebiet +++ Irak rechnet mit Einkesselung Bagdads in fünf bis zehn Tagen -
Militärchef kündigt blutigen Straßenkampf um Bagdad an +++ Hoffnung auf
schnelles Kriegsende schwindet +++ USA wollen angeblich über 100 000 zusätzliche
Soldaten einsetzen +++ Weit mehr als 200 Festnahmen bei Protesten gegen Irak-Krieg in New York -
Kriegsgegner legten Verkehr auf der Fifth Avenue in New York lahm +++ Radio- und Fersehsender in den
USA streichen Antikriegs-Songs aus dem Programm +++ In Deutschland reißt Protestwelle gegen Irak-Krieg
nicht ab +++ 83 Prozent der Deutschen gegen Irak-Krieg - Merkel verteidigt Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303280.htm#news
Zehnter Kriegstag in Irak
US-Luftwaffe setzt Bombardierung Bagdads unvermindert fort +++ Wieder Raketenangriff
auf einen Marktplatz - Mindestens 55 Tote +++ USA bestätigten die Berichte über den Angriff nicht +++
Lage in Basra spitzt sich weiter zu +++ Schwere Kämpfe in der Stadt Nassirijah am Euphrat dauern an +++
Bush bereitet seine Landsleute auf weitere eigene Verluste vor +++ Kurden starten nach US-Landung in
Nordirak Offensive +++ Türkei schließt Einmarsch in Irak nicht aus +++ Alterspräsident des britischen Unterhauses:
Blair ist ein Kriegsverbrecher +++ EU und Lateinamerika für Führungsrolle der UN in Irak +++ So genannte Koalition der
Willigen gerät zunehmend unter Druck +++ EU und Lateinamerika für Führungsrolle der UN in Irak +++
Italien verhängt wegen Irak-Krieg Ausnahmezustand+++ Von rund 2,5 Millionen Balkonen hängt in
Italien die "Pace"-Fahne herunter +++ Arzt lehnt wegen Golfkrieg Behandlung von Amerikanern ab +++ Der Irak-Krieg
ist nur eine Etappe auf dem Weg zur Weltherrschaft.. Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303290.htm#news
Elfter Kriegstag in Irak
Offensive der Alliierten in nahezu allen Landesteilen +++ Bagdad wird weiter bombardiert +++
Irak meldet 425 Tote in der Zivilbevölkerung +++ Erster Selbstmordanschlag gegen US-Truppen in Irak +++
US-Magazin: Rumsfeld-Mitarbeiter kritisieren Irak-Strategie scharf - Er habe in jedem Stadium die Entscheidungen
alleine getroffen +++ Nach elf Tagen Krieg in Irak wachsen an der politischen Front die Probleme für die USA +++
Mehr als 290 000 alliierte Soldaten in Irak eingesetzt +++ Ex-Außenminister Cook ruft Blair zum Rückzug
aller Truppen auf - Irak-Krieg sei blutig und ungerecht +++ Laut Blix weiter keine Beweise für
Massenvernichtungswaffen in Irak +++ Papst warnt vor Spaltung der Weltreligionen in Folge des Kriegs +++
Hunderttausende protestieren gegen den Krieg - Kriegsgegner blockierten Auslandszentrale der Bundeswehr +++
Deutsche US-Stützpunkte spielen bei Irak-Krieg bedeutende Rolle... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303300.htm#news
Zwölfter Kriegstag in Irak
Mo.31.03.03 - Irakische Hauptstadt unter Dauerbeschuss +++
Kaum amerikanische Geländegewinne vor Bagdad +++
Bombardements auch in Basra +++ US-Truppen rücken nach Hindijah ein +++
Irak droht mit weiteren Selbstmordanschlägen gegen amerikanisch-britische Truppen +++
Exil-Iraker kehren zur Unterstützung der irakischen Streitkräfte in die Heimat zurück +++
IKRK beklagt 'zunehmendes Gefühl der Ohnmacht' in Irak +++ Amnesty ruft britische
Regierung zur Achtung des Völkerrechts auf +++ Schweiz veröffentlicht Liste ziviler Opfer
des Irak-Kriegs im Internet +++ Rot-Grün weitet Militärhilfe für US-Truppen aus +++
Hunderttausende demonstrieren weltweit gegen Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0303310.htm#news
Dreizehnter Kriegstag in Irak
Di.01.04.03 -US-Soldaten erschießen sieben Frauen und Kinder +++ Krieg nimmt an Härte zu +++
Luftangriffe auf Bagdad in der Nacht und im Morgengrauen +++ Massive Kämpfe rund 80 Kilometer
südlich vor Bagdad +++ Die Alliierten sind offenbar bereit, hohe Opferzahlen in Kauf zu nehmen +++
Bush sieht Fortschritte der US-geführten Truppen +++ Giftiger Qualm über den Schlachtfeldern +++
Kein Strom, kein Wasser: Irakische Bevölkerung leidet +++ Bis dato gibt es keine genauen Berichte
über die zivilen Opfer des Irak-Krieges +++ Kriegssimulation 'Millennium Challenge 02' wird blutiger Ernst +++
Freiwillige wollen US-Invasionstruppen bekämpfen +++ General Garner soll Irak nach dem Sturz von Saddam regieren -
Ihm wird Verfilzung mit der US-Rüstungsindustrie vorgeworfen +++ Vorboten der nächsten Kriege: Washington
führt ein Sündenregister für Syrien und den Iran +++ Wieder gut 45.000 Anti-Kriegs-Demonstranten in Leipzig...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/k0304010.htm#news
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... Mehr unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
Ein Jahr Bomben auf Bagdad: Sind die USA gescheitert?
Längst beherrscht der Katzenjammer die Bush-Krieger, die sich
ihres Sieges nicht wirklich erfreuen können, weil die Probleme
größer denn je zuvor sind ...
Analysen, Berichte und Interviews zum Thema unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403200.htm#040320_a
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Staatengemeinschaft gibt Afghanistan 8,2 Milliarden Dollar - Kabul
bereitet Anti-Drogenabkommen mit Nachbarn vor
Do.01.04.04 - Die Staatengemeinschaft unterstützt Afghanistan für die
nächsten drei Jahre mit 8,2 Milliarden Dollar. Allein für das
erste Jahr von März 2004 an seien 4,4 Milliarden Dollar
zusammengekommen, berichtete der afghanische Finanzminister Aschraf
Ghani am Mittwoch als Ergebnis der Internationalen
Afghanistan-Konferenz in Berlin. Entwicklungsministerin Heidemarie
Wieczorek-Zeul sprach von einem «hervorragenden Ergebnis»
und einem «klaren Signal des Vertrauens und der Solidarität
mit den Menschen in Afghanistan».
Mit dem Ergebnis für das erste Jahr werden laut Ghani die
Erwartungen der Kabuler Regierung zu 100 Prozent erfüllt.
Zusätzlich zu den 8,2 Milliarden Dollar über drei Jahre sei
mit weiteren Beträgen von Ländern wie den Vereinigten Staaten
zu rechnen. Erwartet worden waren Laut Ghani fast zwölf Milliarden
Dollar.
Größter Geber seien die USA mit 2,2 Milliarden Dollar,
gefolgt von der Europäischen Union und ihren Mitgliedern mit 750
Millionen Euro - davon Deutschland 320 Millionen Euro - und Japan mit
400 Millionen Dollar. Von der Asiatischen Entwicklungsbank seien 800
Millionen Dollar zugesagt und weitere 200 Millionen Dollar in Form von
Bürgschaften und Darlehen für die Privatwirtschaft und
Kommunen vorgesehen. Die Weltbank habe 900 Millionen Dollar gegeben.
Als wichtigste Wiederaufbauprojekte nannte Ghani den Straßenbau,
die Bewässerung und die Schaffung von Wasserreservoirs und die
Landwirtschaft.
Bundeskanzler Gerhard Schröder, der die zweitägige Konferenz
am Vormittag eröffnete, sprach sich für eine klare
Verbesserung der Sicherheitslage aus. Er warnte vor der Gefahr, dass
die Verschiebung der ursprünglich für Juni geplanten Wahlen
auf September zum Triumph derer werden könnte, die sie von Anfang
an hätten verhindern wollen. Der Kanzler sicherte die langfristige
Fortsetzung der deutschen Wiederaufbauhilfe zu.
In einem leidenschaftlichen Plädoyer setzte sich der afghanische
Präsident Hamid Karsai für die Fortsetzung der internationale
Hilfe durch die Staatengemeinschaft ein. Er machte deutlich, das 28
Monate nach Niederschlagung der Taliban-Herrschaft die
Wiederaufbauarbeit gerade erst begonnen habe. Drogenproduktion,
Kriegsherrentum, Unsicherheit und das Fehlen einer angemessenen
Infrastruktur stünden weiterhin dem Fortschritt entgegen.
Karsai flocht einen besonderen Dank an Deutschland ein, das in Zeiten
der Not immer zur Stelle gewesen sei. Ohne internationale Hilfe
wären auch die für den Spätsommer geplanten Wahlen nicht
denkbar. In den vergangenen zwei Jahren sei schon viel erreicht worden.
Auch der frühere UN-Beauftragte für Afghanistan, Lakhdar
Brahimi, nannte Sicherheit das für die Zukunft des Landes alles
entscheidende Thema. Die Entwaffnung und Wiedereingliederung der
Freischärler und Privatmilizen sowie die Reform der nationalen
Sicherheit seien «lebenswichtig, wenn das Land seine
Zersplitterung überwinden und bleibende Stabilität auf der
Basis nationaler Institutionen aufbauen soll», sagte er.
Afghanistan hat sich unterdessen mit seinen sechs Nachbarländern
auf ein Abkommen zum Kampf gegen den Drogenanbau und -handel geeinigt.
Der afghanische Außenminister Abdullah Abdullah teilte am Rande
der Afghanistan-Konferenz am Mittwoch in Berlin mit, das Abkommen werde
am (heutigen) Donnerstag in Berlin formell unterzeichnet.
Es baue auf dem Nachbarschaftsvertrag vom Dezember 2002 auf und sehe
überwiegend die Koordination zwischen den Behörden der
unterschiedlichen Länder vor. Die Nachbarländer Afghanistans
sind China, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenien, Iran und Pakistan.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Palästinensischer Ministerpräsident Kureia: Gaza-Abzug
könnte Nahost- Friedensprozess wiederbeleben. Feuergefecht in
Bethlehem. Zusammenstöße zwischen Siedlern und Soldaten im
Westjordanland. Israelische Armee erschießt militante
Palästinenser im Gazastreifen. Oberstes Gericht verlängert
Baustopp für Teilstück der Sperranlage
Do.01.04.04 - Der israelische Abzug aus dem Gazastreifen könnte nach
Einschätzung des palästinensischen Ministerpräsidenten
Ahmed Kureia den Weg für eine Wiederbelebung des Friedensprozesses
bereiten.
Kureia begrüßte am Mittwoch vor Abgeordneten in Ramallah den
geplanten Abzug und sagte, er könne «Brücken des
Vertrauens wieder aufbauen, die in den letzten drei Jahren
zerstört worden sind».
Kureia betonte während seiner Ansprache, Israel müsse neben
dem Gaza-Abzug eine Reihe weiterer Bedingungen erfüllen, um den
Friedensprozess wieder in Gang zu bringen. Ohne einen späteren
vollständigen Abzug auch aus dem Westjordanland würden beide
Seiten keinen Weg aus dem andauernden Blutvergießen finden,
meinte Kureia. Der Gaza-Abzug könne nur dann zur Wiederaufnahme
von Friedensgesprächen führen, wenn er als Teil des
Nahost-Friedensplans und unter Aufsicht des so genannten
Nahost-Quartetts erfolge.
Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat sagte am
Mittwoch, Vertreter der US-Regierung wollten in der kommenden Woche
auch mit den Palästinensern über den Gaza-Abzug sprechen.
Erekat betonte, es dürfe im Rahmen des Abzugsplans von US-Seite
keine Anerkennung jüdischer Siedlungen in
Palästinensergebieten geben.
Israelische Soldaten und bewaffnete Palästinenser haben sich am
(heutigen) Donnerstag in Bethlehem ein etwa einstündiges
Feuergefecht geliefert. Die Truppen waren nach einem Bericht des
Armee-Rundfunks am frühen Morgen in die Stadt im Westjordanland
vorgestossen, um gesuchte Untergrundkämpfer festzunehmen. Als sich
die Soldaten einem psychiatrischen Krankenhaus näherten, wurden
sie beschossen. Schliesslich drangen die Soldaten in die Klinik ein und
nahmen zwölf gesuchte Palästinenser fest. Nach dem Einsatz
zogen sich die Truppen wieder aus Bethlehem zurück.
In Silwan im arabischen Ostteil Jerusalems kam es am Mittwoch zu
gewaltsamen Auseinandersetzungen mit palästinensischen Anwohnern,
nachdem jüdische Siedler dort in der Nacht sieben Häuser
besetzt hatten.
Nach der Räumung einer nicht genehmigten Kleinsiedlung im
Westjordanland ist es am Mittochabend zu Zusammenstößen
zwischen israelischen Siedlern und Soldaten gekommen. Nach israelischen
Medienberichten bewarfen etwa 150 Siedler die Soldaten mit Steinen. Die
Truppen wollten den Wiederaufbau eines in der Nacht geräumten
Außenpostens einer Siedlung verhindern. Bei den Ausschreitungen
wurden mehrere Menschen verletzt.
Israelische Soldaten haben am Mittwochmorgen im Süden des
Gazastreifens mehrere bewaffnete Palästinenser bei einem
versuchten Angriff auf eine jüdische Siedlung erschossen.
Palästinensische Behörden in Gaza- Stadt sagten, drei
Bewaffnete seien getötet worden. Armeekreise in Tel Aviv
bestätigte zunächst nur, das zwei Männer von
Schüssen getroffen worden seien.
Das Oberste Gericht Israels hat am Mittwoch den Baustopp für ein
25 Kilometer langes Teilstück der umstrittenen Sperranlage zum
Westjordanland bei Jerusalem verlängert. An einigen Abschnitten
habe die Armee nicht näher bezeichnete Änderungen ihres
Bauvorhabens vorgenommen, erklärte der Oberste Richter Aharon
Barak. Er gab den Gegnern des Projekts Zeit bis zum Sonntag, um neue
Vorbehalte vorzubringen. Andernfalls könnten die Arbeiten
fortgesetzt werden. In anderen Abschnitten gelte der Baustopp
zunächst unbefristet weiter.
Die Antragsteller - ein Bündnis von Palästinensern und einer
Gruppe früherer israelischer Offiziere - sollten sich gemeinsam
mit der Armee um einen Kompromiss bemühen, forderte Richter Barak.
Der Baustopp betrifft eine Region um acht palästinensische
Dörfer nordwestlich von Jerusalem. Die Antragsteller machen
geltend, dass die Sperranlage das Leben von 30.000 Palästinensern
in der Gegend entscheidend erschweren würde. Die Route gehe
über Sicherheitserwägungen hinaus, ein anderer Verlauf
könne für den Schutz von Israelis ebenso effektiv sein.
Israel will mit dem Bau der 680 Kilometer langen Anlage nach eigenen
Angaben weitere Selbstmordanschläge verhindern. Etwa ein Viertel
ist bislang fertiggestellt.
(Quelle: dpa, ap)
Nordkorea droht abermals mit Ausbau von atomarer Abschreckung
Do.01.04.04 - Nordkorea hat den USA mit einem Ausbau seines «nuklearen
Abschreckungspotenzials» gedroht. Zugleich kündigte
Pjöngjang eine «bedeutende Gegenmaßnahme» gegen
US-Pläne an, im September einen Zerstörer in die
Gewässer vor der koreanischen Halbinsel zu entsenden. Ein
Außenamtssprecher verurteilte den Plan laut einer Meldung der
amtlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Mittwochabend als
außerordentlich feindseligen Akt. Die angedrohte
Gegenmaßnahme diene der Selbstverteidigung und dem Ziel, einen
Krieg zu verhindern. Nähere Einzelheiten nannte der Sprecher nicht.
Die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea sind seit langem
gespannt. Der Streit eskalierte, nachdem die USA im Oktober 2002
berichtet hatten, Nordkorea verfolge ein Atomprogramm, das einem
bilateralen Abkommen aus dem Jahre 1994 widerspreche. Die Regierung in
Pjöngjang erklärte danach, sie benötige Atomwaffen zur
Abschreckung gegen einen möglichen Angriff der USA. Washington
besteht darauf, dass Nordkorea sein Atomprogramm umgehend aufgibt.
Pjöngjang fordert jedoch zunächst wirtschaftliche und
humanitäre Hilfe sowie die Zusicherung, dass die USA das Land
nicht angreifen werden. Mehrparteiengespräche zu diesem Thema
haben bislang keinen Durchbruch gebracht.
(Quelle: ap)
China: 18 Monate Arbeitslager für kritischen Artikel im Internet
Do.01.04.04 - Nach der Veröffentlichung eines kritischen Artikels im Internet
ist eine Chinesin nach Informationen von Menschenrechtlern zu 18
Monaten Arbeitslager verurteilt worden. Ma Yalian habe auf mehreren
chinesischen Web-Sites ihre Erfahrungen bei einer vergeblichen Petition
gegen die Zerstörung ihres Hauses in Schanghai beschrieben, teilte
die Organisation Human Rights in China am Donnerstag mit. Dabei gab sie
auch an, dass sie wie andere Unterzeichner der Petition von Polizisten
körperlich misshandelt worden sei. Vor einem Umerziehungskomitee
musste sie sich daraufhin wegen falscher Beschuldigungen gegen die
Behörden von Schanghai verantworten, wie die
Menschenrechtsorganisation mitteilte. Nach chinesischem Recht
können solche Komitees Strafen bis zu drei Jahre Arbeitslager
verhängen, ohne dass es zu einem förmlichen Verfahren kommen
muss.
(Quelle: ap)
Weltgerichtshof ordnet Überprüfung von US-Todesurteilen an
Do.01.04.04 - Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat am Mittwoch von US-Gerichten
verhängte Todesstrafen für 51 Mexikaner als
völkerrechtswidrig erklärt. Das höchste UN-Gericht
ordnete die Überprüfung der Urteile an und folgte damit einer
Petition der mexikanischen Regierung. Diese hatte den Gerichten
vorgeworfen, insgesamt 52 zum Tode verurteilten Mexikanern keinen
Zugang zu rechtlichem Beistand ihres Heimatlandes gewährt zu haben.
Die mexikanische Regierung lobte die Entscheidung als «Triumph
des Völkerrechts» und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck,
die US-Richter würden die Anordnungen des IGH befolgen. Für
den Fall einer Weigerung behalte sich die Regierung vor, den
Weltsicherheitsrat anzurufen, sagte der mexikanische Rechtsberater
Arturo Dajer.
Die Verurteilten seien nicht ausreichend über ihr Recht auf
Beistand durch die eigene Regierung unterrichtet worden, befanden die
Völkerrechtler in Den Haag. Dieses Recht ist in der 1963
verabschiedeten Wiener Konvention über konsularische Beziehungen
verankert. Mexiko legte dem Gerichtshof insgesamt 52 Fälle von
eigenen Staatsbürgern vor, denen in Todeszellen der USA die
Hinrichtung bevorsteht. Nur in einem Fall befand das Gericht, dass dem
Angeklagten in ausreichender Weise Gelegenheit zum Kontakt mit
Vertretern seines Landes gegeben wurde.
Das Gericht wies die Haltung der USA zurück, die geltend machten,
dass der Internationale Gerichtshof nicht die Aufgabe einer
Berufungsinstanz für nationale Strafgerichte übernehmen
könne. Selbst wenn die Verurteilten keinen konsularischen Beistand
erhalten hätten, müsse die Abhilfe für einen solchen
Missstand den USA überlassen werden, sagte der US-Jurist William
Taft.
In einem ähnlichen Fall war der Gerichtshof 2001 einer deutschen
Beschwerde gegen die Hinrichtung der Brüder Karl und Walter
LaGrand gefolgt. Dennoch wurde die Vollstreckung der Todesstrafe in den
USA nicht mehr gestoppt.
«Die USA sollten mit Mitteln ihrer eigenen Wahl für eine
aussagekräftige Überprüfung der Urteile sorgen»,
sagte die Vorsitzende Richterin Shi Jiuyong. Gegen eine Entscheidung
des Internationalen Gerichtshofs ist keine Berufung möglich. Wenn
sich ein Staat nicht an eine Weisung hält, kann dies von einem
anderen Staat vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gebracht
werden.
(Quelle: ap)
Weitere Berichte zum Thema "Todesstrafe" unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv3/k0403240.htm#040324_d
http://home.t-online.de/boa-archiv3/k0403240.htm#04032404
UNO und Kosovo-Regierung stellen Stabilisierungplan für Provinz vor
Do.01.04.04 - Nach den schweren Ausschreitungen im Kosovo haben die Vereinten
Nationen und die örtliche Regierung einen Stabilisierungsplan
für die südserbische Provinz vorgestellt. "Die Gewalt hat den
Bedarf einer klaren Politik unterstrichen, damit das Kosovo für
alle ein besserer Ort wird: sicher, stabil und wohlhabend", sagte der
Leiter der UN-Mission für Kosovo (UNMIK), Harri Holkeri, am
Mittwoch vor Journalisten in der Provinzhauptstadt Pristina.
"Unmittelbaren Vorrang" haben in dem 100-seitigen Schriftstück
"der Aufbau von Rechtsstaatlichkeit, die Verfolgung von
Gesetzesübertretern und die öffentliche Achtung von Recht und
Ordnung". In dem Plan seien für die einzelnen Ziele nicht nur
Fristen, sondern auch "klare Verantwortlichkeiten" genannt, sagte
Holkeri.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
Kosovo-Krise
Sa.27.03.04 - Belgrader Parlament sieht Kosovo als untrennbaren Teil Serbiens.
KFOR-Kommandeur hält Entwarnung im Kosovo für verfrüht.
Koschnick hält neue Gewalt im Kosovo jederzeit für
möglich... Mehr unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv3/k0403270.htm#04032708
Serbien-Montenegro kritisiert deutsche Kosovo-Politik...
Fr.26.03.04 - Die Regierung von Serbien-Montenegro hat der Bundesrepublik
vorgeworfen, für die serbische Provinz Kosovo Unabhängigkeit
anzustreben. Außenminister Goran Svilanovic sagte dem Radiosender
B-92 am Donnerstag: «Deutschland betreibt eine Politik, die eine
Unabhängigkeit des Kosovo begünstigt.» In diesem
Bestreben stehe die Bundesrepublik unter den westlichen Staaten
allerdings «nicht alleine» da... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403260.htm#04032611
Mehr zum "Kosovo-Konflikt" unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403250.htm#040325_m
Karadzic entkommt erneut SFOR-Zugriff - USA stellen Zahlungen an
Serbien ein
Do.01.04.04 - Die NATO-geführte Friedenstruppe SFOR hat eine weitere Aktion zur
Ergreifung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Radovan Karadzic in
der bosnischen Stadt Pale erfolglos beendet. "Wir haben ihn nicht
gefunden", sagte ein SFOR-Sprecher. Etwa 40 Soldaten sowie
Anti-Krawall-Einheiten durchkämmten am Morgen eine orthodoxe
Kirche und das Haus eines verdächtigen Priesters in Pale, eine
frühere Hochburg von Karadzic.
Bei dem Einsatz seien zwei Zivilisten verletzt worden, sagte ein
SFOR-Verantwortlicher, der nicht genannt werden wollte. Nach
übereinstimmenden Aussagen von Augenzeugen landete ein
SFOR-Hubschrauber in der Nähe der Kirche, weitere Soldaten waren
kurz zuvor mit zwei Minibussen und einem Zivilfahrzeug in den
Kirchgarten gefahren. Nach der Landung des Helikopters seien heftige
Detonationen und Gewehrschüsse zu hören gewesen.
Zahlreiche Versuche, den seit 1996 flüchtigen Karadzic zu fassen,
schlugen bereits fehl. Der 58-Jährige ist vor dem UN-Tribunal in
Den Haag wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen
die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges angeklagt. Ihm wird
unter anderem die Hauptverantwortung für das Massaker in
Srebrenica zur Last gelegt, bei dem mehr als 7000 Menschen getötet
wurden.
Die USA und die UNO drängten wiederholt die serbische Regierung,
mehr für die Verhaftung Karadzic' zu tun. Wegen mangelnder
Kooperation mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal hat nun
US-Außenminister Colin Powell Serbien-Montenegro die finanzielle
Unterstützung entzogen. Weiteres Geld werde an Serbien ab dem 31.
März vorerst nicht fließen, sagte Powells Sprecher Adam
Ereli am Mittwoch in Washington. Davon betroffen sind laut Ereli rund
26 Millionen Dollar.
Insgesamt hätte Serbien-Montenegro in diesem Jahr 100 Millionen
Dollar erhalten sollen, von denen 43 Millionen bereits ausgezahlt
wurden. Von dem Zahlungsstopp ausgenommen sind humanitäre Hilfen,
Geld zum Aufbau der Demokratie in Städten und Gemeinden sowie
Finanzhilfen für das Kosovo.
Der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica betrachtet das
UN-Tribunal als voreingenommen gegenüber Serbien und lehnt eine
Zusammenarbeit ab. Am Dienstag sprach das serbische Parlament
mutmaßlichen Kriegsverbrechern in Haft finanzielle
Unterstützung zu. Danach zahlt der Staat dem in Den Haag
inhaftierten Expräsidenten Slobodan Milosevic und anderen
mutmaßlichen Kriegsverbrechern ein Gehalt und übernimmt die
Kosten für ihre Verteidigung sowie für Besuche von
Familienangehörigen. Einige der meistgesuchten mutmaßlichen
Kriegsverbrecher - darunter der bosnisch-serbische Expräsident
Radovan Karadzic und der Kommandeur der bosnisch-serbischen
Streitkräfte während des Krieges, General Ratko Mladic -
sollen sich überwiegend in Serbien aufhalten.
(Quellen: afp, ap)
Neue Dokumente zur US-Rolle beim Militärputsch in Brasilien
Do.01.04.04 - Die Regierung von US-Präsident Lyndon B. Johnson war nach
Erkenntnissen einer unabhängigen Forschungsgruppe 1964 zu einer
aktiven Unterstützung des Militärputsch in Brasilien bereit.
Entsprechende Dokumente veröffentlichte das National Security
Archive mit Sitz in Washington am Mittwoch zum 40. Jahrestag des
Putsches. In einer der Akten weist Johnson Berater an, alles zu tun und
zu allem Nötigen bereit zu sein, um den Erfolg des Staatsstreichs
sicherzustellen. Mit dem Putsch wurde der linksgerichtete
Präsident João Goulart abgesetzt. Nach 21 Jahren
Militärdiktatur kehrte das Land 1985 zur Demokratie zurück.
Einige der Dokumente seien erst vor fünf Wochen aus der
Geheimhaltung gefallen, erklärte Peter Kornbluh, einer der
Forscher des Archivs. Sie zeigten, wie Johnson den
US-Sicherheitsbehörden grünes Licht gegeben habe
sicherzustellen, dass der Coup ein Erfolg werde. Zu den Unterlagen
zählt ein Telegramm des damaligen US-Botschafters in Brasilien,
Lincoln Gordon, in dem dieser in den Tagen vor dem Staatsstreich um
eine «heimliche Waffenlieferung» für die Putschisten
bat
(Quelle: ap)
Zypern-Verhandlungen gescheitert
Insbesondere die griechischen Zyprer hatten Bedenken angemeldet.
Bevölkerung soll jetzt am 24. April direkt über den
Zypern-Plan der UN abstimmen
Do.01.04.04 - Nach dem Scheitern der Zypern-Verhandlungen wird die Bevölkerung
der geteilten Mittelmeer-Insel noch im April direkt über den
UN-Plan zur zur Wiedervereinigung abstimmen. Die Vertreter der
türkischen und griechischen Volksgruppe Zyperns sowie
Griechenlands und der Türkei hatten sich nach einwöchigen
Verhandlungen in der Schweiz ohne Einigung getrennt.
Die zyprische Bevölkerung habe die Wahl zwischen einer Lösung
des Jahrzehnte alten Konfliktes oder gar keiner Lösung, sagte
UN-Generalsekretär Kofi Annan. Zu viele Chancen seien in der
Vergangenheit verpasst worden.
Trotz weiterer Kompromissvorschläge Annans konnten sich die
Verhandlungspartner bis zum Ablauf der Frist um Mitternacht nicht auf
eine gemeinsame Fassung des UN-Plans einigen. Insbesondere die
griechischen Zyprer meldeten Bedenken an. Die türkische Seite
werde aus ihrer Sicht bevorzugt.
Bei einem Scheitern der Verhandlungen war der UN-Generalsekretär
von beiden Seiten bevollmächtigt worden, die verbliebenen
Streitpunkte zu regeln und seinen Plan der griechischen und
türkischen Volksgruppe auf Zypern in getrennten Referenden zur
Abstimmung vorzulegen.
"Es stellte sich leider als unmöglich heraus, zu einer gemeinsamen
Lösung zu kommen", erklärte der griechische
Ministerpräsident Kostas Karamanlis. Der türkische
Regierungschef Recep Tayyip Erdogan forderte die Bevölkerung
Zyperns indirekt auf, dem UN-Plan zuzustimmen.
US-Außenminister Colin Powell begrüßte die
Ankündigung Annans, den Wiedervereinigungsplan am 24. April zur
Abstimmung zu stellen. "Das ist ein historischer Moment und ein
kraftvolles Signal der Versöhnung", sagte Powell in Berlin.
Der UN-Vorschlag sieht die Bildung eines eigenständigen und
föderalen Staates vor, der aus zwei gleichberechtigten Teilstaaten
beider Volksgruppen besteht. Besonders umstritten waren zuletzt die
Bedingungen für die Rückkehr griechischer Zyprer in den nur
von Ankara anerkannten, seit 1974 türkisch besetzten Nordteil der
Insel.
Nach einer Umfrage des griechisch-zyprischen Fernsehens in Nikosia
wollen 74 Prozent der griechischen Zyprer gegen den Plan stimmen und
nur vier dafür. 22 Prozent zeigten sich unentschieden.
(Quelle: afp)
Opposition kritisiert Regierungsumbildung in Frankreich
Do.01.04.04 - Die Opposition in Frankreich hat mit Kritik auf die Regierungsumbildung
vom Mittwoch reagiert. Die vorgenommenen Änderungen seien
lediglich kosmetischer Natur, sagte der Sprecher der Sozialisten,
Julien Dray. Die Regierung versuche, Zeit zu gewinnen. Die Franzosen
wüssten nun, dass ihr Abstimmungsverhalten bei den Regionalwahlen
mit Verachtung gestraft werde. Premierminister Jean-Pierre Raffarin zog
mit der Kabinettsumbildung die Konsequenz aus der Wahlschlappe vom
Sonntag.
Die politischen Schwergewichte bleiben in der Regierung, die meisten
jedoch auf neuen Posten. Der bisherige Außenminister Dominique de
Villepin wird künftig das Innenministerium führen. Neuer
Außenminister wird EU-Regionalkommissar Michel Barnier. Der
Gaullist, der sowohl Staatspräsident Jacques Chirac als auch
Raffarin nahe steht, war in den 90er Jahren bereits französischer
Umwelt- und Europaminister.
Im Rundfunksender France Inter sagte Barnier, der Aufbau Europas werde
das Herzstück seiner Außenpolitik sein. Sein Ziel sei, den
Einfluss und den Platz Frankreichs in diesem europäischen Projekt
zu stärken. Zugleich sprach er sich dafür aus, die im Streit
um den Irak-Krieg angeschlagenen Beziehungen zu den USA zu verbessern.
Er werde sich darum bemühen, das «beständige
Bündnis mit unseren amerikanischen Freunden» zu erneuern.
Zugleich wies er darauf hin, dass für ihn ein Bündnis keine
Untertänigkeit beinhalte. «Zwischen beiden Seiten muss eine
ausgewogenere Allianz aufgebaut werden.»
Der ambitionierte Nicolas Sarkozy, bisher für Inneres
zuständig, übernimmt von dem ausscheidenden Francis Mer die
Ressorts Wirtschaft und Finanzen und wird protokollarisch zu einer Art
Vizepremier aufgewertet. Die Nummer zwei im Kabinett erhielt den Titel
eines Staatsministers und steht damit künftig auch protokollarisch
über den anderen Ministern. Die Position des populärsten
Regierungsmitglieds wurde damit weiter gestärkt.
Der von Chirac geförderte Städteminister Jean-Louis Borloo
rückt an die Spitze eines großen «Ministeriums
für den sozialen Zusammenhalt», das für auch für
die Arbeitsmarktpolitik zuständig ist und für den neuen
sozialen Schwerpunkt der Regierungspolitik steht.
Trotz der Schlappe des konservativ-bürgerlichen Lagers bei der
Regionalwahl hatte Chirac am Dienstag erneut Raffarin mit der
Regierungsbildung beauftragt. Dem neuen Kabinett gehören 43
Mitglieder an, davon nur zehn Frauen.
(Quelle: ap)
EU-Institut: 'Beträchtlicher Anstieg' des
Antisemitismus
Besonders deutliche Zunahme in Belgien, den Niederlanden, Frankreich,
Großbritannien und Deutschland
Do.01.04.04 - Das EU-Institut zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
(EUMC) hat sich besorgt über einen "beträchtlichen Anstieg"
des Antisemitismus in mehreren Mitgliedsländern
geäußert, darunter auch in Deutschland. Diese Entwicklung
werde von einem Großteil der jüdischen Gemeinden in Europa
mit Sorge beobachtet, hieß es in einem Bericht, den
Institutsleiterin Beate Winkler am Mittwoch im Europaparlament in
Straßburg vorlegte. Nach ihren Angaben ist es der erste
groß angelegte Versuch, das Ausmaß des Antisemitismus
EU-weit zu erfassen.
Eine besonders deutliche Zunahme der Angriffe auf Juden und
jüdische Einrichtungen gibt es dem Bericht zufolge in
Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und
Deutschland. In Frankreich stieg die Zahl registrierter antisemitischer
Vorfälle von 2002 auf 2003 um das Sechsfache. «Relativ
selten» seien Angriffe auf Juden in Griechenland, Italien,
Spanien und Österreich, hieß es. Antisemitische Kommentare
seien im öffentlichen Leben aber stark verbreitet.
Der Bericht verweist aber auch darauf, dass nur eine Minderheit der
EU-Staaten relativ verlässliche Statistiken über
antisemitische Vorfälle führe. Dies sei aber wohl kein Grund
für die vergleichsweise hohen Zahlen in den fünf genannten
Ländern. Die Täter seien junge, weiße Männer, die
meist von rechtsextremistischen Gedanken beeinflusst seien. Andere
Angreifer seien junge Muslime und Menschen nordafrikanischer Abstammung.
Die Vorfälle reichten von Graffiti über Wandalismus,
Hassreden im Internet bis zu körperlichen Angriffen und
Brandstiftung, erklärte Beate Winkler, die Direktorin des
Beobachtungszentrums. Und der Präsident des Europäischen
Jüdischen Kongresses, Cobi Benatoff, sagte: «Das alte
Krebsgeschwür ist wieder da. Juden in Europa können kein
normales Leben führen. Das in inakzeptabel und muss sich
ändern.»
(Quellen: ap, afp)
Blick ins Archiv:
Europas Juden beklagen Rückkehr des Antisemitismus - Prodi
kündigt Strategie gegen Antisemitismus an
Fr.20.02.04 - Europas Juden sehen sich zunehmend durch Antisemitismus und die
Gleichgültigkeit ihrer Mitbürger bedroht. "Der Antisemitismus
ist zurück. Das Ungeheuer ist wieder bei uns", sagte der
Vorsitzende des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJK), Cobi
Benatoff, auf dem Antisemitismus-Seminar der EU in Brüssel... Mehr unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv3/k0402200.htm#04022013
Judenhass hat Konjunktur
Experten warnen vor einer neuen Dimension des Antisemitismus in der EU...
Jan Philip Reemtsma: Der Antisemitismus ist die längstdauernde Obsession Europas...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0401310.htm#040131oa
Schuld und Erinnerung - Die Shoah, der Nahostkonflikt und die Linke
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0402160.htm#040216_e
Spiegel: Hemmschwelle für Antisemitismus wird immer niedriger
Do.01.04.04 - Die Hemmschwelle zur Äußerung antisemitischer Klischees wird
nach Ansicht des Präsidenten des Zentralrats der Juden in
Deutschland, Paul Spiegel, immer niedriger. Spiegel bedauerte, dass er
mit seinen Forderungen nach stärkerer Bekämpfung von
Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit auf wenig Resonanz stoße.
Weiter gebe es in Deutschland einen von Wissenschaftlern festgestellten
antisemitischen Bodensatz von 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung,
sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung»
(Donnerstagausgabe).
Die Veranstaltung im Bundestag zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar
zeige «kaum Außenwirkung», beklagte Spiegel. Er
forderte, alle Schüler sollten sich an diesem Tag wenigstens eine
Stunde mit dem Thema beschäftigen - «nicht aus
Schuldgefühl, sondern aus Verantwortung dafür, dass so etwas
wie der Holocaust nie wieder passiert».
«Das Problem wird bestehen bleiben, so lange die Bevölkerung
die Bekämpfung des Rechtsradikalismus und Antisemitismus nicht als
ihr ureigenstes Thema betrachtet», sagte Spiegel. Es sei jedoch
falsch, juden- und fremdenfeindliche Tendenzen lediglich als Angriffe
auf Minderheiten zu betrachten, die die Mehrheit in der Gesellschaft
nichts angehe. Unter dem nationalsozialistischen Holocaust habe
schließlich die gesamte Bevölkerung gelitten, betonte
Spiegel. Er verwies darauf, dass zwischen 1933 und 1945 auch Millionen
von Nicht-Juden ihr Leben gelassen haben.
(Quellen: ap, ddp)
Mannesmann-Prozess
Freisprüche in Sicht - Gericht sieht kaum
Schuld - Clement hält Anklage für 'Fehler'
Do.01.04.04 - Im Mannesmann-Prozess sieht das Landgericht Düsseldorf nach gut
zweimonatiger Hauptverhandlung keine Grundlage für eine
strafrechtliche Verurteilung der sechs Angeklagten. Dies geht aus einer
Zwischenbilanz hervor, die die Vorsitzende Richterin Brigitte
Koppenhöfer in einem nichtöffentlichen Gespräch mit den
Prozessbeteiligten zog und anschließend in der Verhandlung
erläuterte.
Die Wirtschaftsstrafkammer hält die Millionenzahlungen an aktive
und frühere Mannesmann-Vorständler demnach zwar für
"aktienrechtlich unzulässig". Eine strafbare Handlung im Sinne des
Untreuevorwurfs der Staatsanwaltschaft sei aber nicht nachzuweisen.
Im Prozess geht es um die Rechtmäßigkeit von Zahlungen in
Höhe von insgesamt 57 Millionen Euro, die laut Anklage bei der
Mannesmann-Übernahme durch Vodafone vor gut vier Jahren zu Unrecht
als Anerkennungsprämien und Pensionsabfindungen an amtierende und
frühere Vorstandsmitglieder geflossen sein sollen. Die
Angeklagten, darunter Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, hatten die Vorwürfe vor
Gericht wiederholt zurückgewiesen.
Nach Angaben der Vorsitzenden Richerin hielt die Staatsanwaltschaft in
dem nichtöffentlichen Gespräch an ihrer Anklage fest. Auf den
Fortgang der Mitte Januar eröffneten Hauptverhandlung hat die
Zwischenbilanz des Gerichts einem Justizsprecher zufolge daher keine
Auswirkungen. Der Prozess wird wie geplant am (heutigen) Donnerstag
fortgesetzt.
Koppenhöfer bezeichnete sowohl die Anerkennungsprämien
für Esser und weitere Mannesmann-Vorstände als auch die
Pensionsabfindungen als unzulässig im Sinne des Aktienrechts, da
ein Untenehmensinteresse an den Zahlungen nicht erkennbar sei.
Strafrechtlich könnten die Angeklagten jedoch nach
vorläufiger Einschätzung des Gerichts nicht zur Verantwortung
gezogen werden: Bei den Anerkennungsprämien sei ihnen eine
gravierende Pflichtverletzung entweder nicht nachzuweisen oder aber die
Angeklagten hätten sie in einem "unvermeidbaren Verbotsirrtum" und
damit ohne strafrechtliche Schuld gehandelt.
Bei den Pensionsabfindungen machte das Gericht Zweifel an einer
vorsätzlichen strafbaren Handlung der Beschuldigten geltend. Diese
Zweifel seien derzeit "zu Gunsten der Angeklagten" auszulegen, sagte
Koppenhöfer. Ex-Mannesmann-Chef Esser wertete die Zwischenbilanz
am Rande des Verfahrens als Beleg, dass die Strafkammer "schneller zu
einem Urteil" kommen wolle. Sein Anwalt Sven Thomas sagte mit Blick auf
das vorläufige Resümee der Strafkammer: "Ich bin davon
ausgegangen, dass dieses Ergebnis am Ende stehen wird."
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) zeigt sich von der
Zwischenbilanz im Mannesmann-Prozess wenig überrascht.
«Strafrechtlich war kein Vorwurf erkennbar», sagte Clement
am Mittwoch in der n-tv-Sendung «Maischberger». Die
Anklageerhebung sei ein «Fehler» gewesen. Allerdings
müssten sich die Wirtschaftsführer in Deutschland generell
fragen lassen, ob sie in der Vergangenheit bei ihren Bezügen nicht
überdreht hätten.
Er empfinde manche Gehälter als «weit überzogen»,
sagte der Minister und fügte hinzu: «Man kann sich auch
überfressen und sollte die unternehmerische Ethik nicht
außer Acht lassen.»
(Quellen: afp, )
Mehr zum Mannesmann-Prozess unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402070.htm#040207sq
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402070.htm#04020719
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403060.htm#04030621
Grünen- und SPD-Politiker für Nachbesserungen bei Emission
SPD-Energiepolitiker Axel Berg: Kompromiss begünstigt einseitig die
großen Energiekonzerne
Do.01.04.04 - Abgeordnete der Grünen und der SPD haben Nachbesserungen am
Kompromiss zwischen Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und
Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) zum Emissionshandel
gefordert.
"Das Gesetz muss dringend zu Gunsten des Klimaschutzes verbessert
werden", sagte der Vize-Fraktionschef der Grünen, Reinhard Loske,
nach einem vorab veröffentlichten Bericht der "Berliner Zeitung"
(Donnerstagausgabe). Der umweltpolitische Sprecher der Grünen,
Winfried Hermann, sagte dem Blatt: "Wir sind mit dem Ergebnis absolut
unzufrieden. Eine Zustimmung um jeden Preis wird es nicht geben." Der
SPD-Energiepolitiker Axel Berg kritisierte, dass der Kompromiss
einseitig die großen Energiekonzerne begünstige. "Da werden
wir nochmal ran gehen", fügte er hinzu.
Nach einem Spitzengespräch unter der Leitung von Bundeskanzler
Gerhard Schröder (SPD) hatten sich Trittin und Clement in der
Nacht zum Dienstag auf einen Kompromiss beim Emissionshandel geeinigt.
Danach ist vorgesehen, dass Industrie und Energiewirtschaft ihren
Kohlendioxid-Ausstoß bis 2007 auf 503 von derzeit 505 Tonnen
absenken. Bis 2012 ist eine Reduktionsziel auf 495 Millionen Tonnen
vorgesehen, das aber durch eine Klausel revidiert werden kann. Clement
setzte sich damit mit einer Erlaubnis für einen deutlich
höheren Kohlendioxid-Ausstoß durch, als von Trittin
vorgesehen.
Berg sagte dem Blatt, die Umwelt- und Energiepolitiker der SPD wollten
im parlamentarischen Verfahren erreichen, dass die erlaubte Menge an
Kohlendioxid für die Industrie in der ersten Handelsperiode unter
500 Millionen Tonnen gedrückt werde. SPD-Fraktionsvize Michael
Müller kündigte der Zeitung zufolge an, man werde sich die
Details des Gesetzes im Hinblick auf den Klimaschutz noch einmal genau
ansehen müssen.
(Quelle: rtr)
Blick ins Archiv:
Koalitionsstreit um Emissionshandel beendet
Clement, Trittin und deutsche Industrie mit Kompromiss zufrieden.
Greenpeace: Rot-Grün verabschiedet sich vom Klimaschutz...Mehr unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv3/k0403300.htm#04033014
Mehr zur Kontroverse um Emissionshandel und Klimaschutz unter:
http://home.t-online.de/boa-archiv3/k0403300.htm#040330ys
Nordrhein-Westfalen: Innenminister Behrens prüft rechtliche Schritte gegen
Atomtransporte
Do.01.04.04 - Einen Tag nach der Genehmigung der umstrittenen Atomtransporte von
Sachsen ins Zwischenlager Ahaus hat der nordrhein-westfälische
Innenminister Fritz Behrens dagegen Widerstand angekündigt. Die
Entscheidung des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), den
Atommüll auf der Straße transportieren zu lassen, sei
«rechtlich so nicht geboten gewesen», sagte Behrens. Die
Juristen der rot-grünen Landesregierung prüften rechtliche
Möglichkeiten, gegen die Genehmigung vorzugehen, erklärte der
Minister am Mittwoch in Düsseldorf.
Behrens hat nach eigenen Angaben nicht damit gerechnet, dass sich das
Bundesamt für Strahlenschutz für den Straßentransport
entscheiden würde. Er habe vielmehr erwartet, dass der Transport
entweder gar nicht genehmigt oder auf der Schiene erfolgen werde, sagte
der Minister im Westdeutschen Rundfunk.
Eine Sprecherin des Bundesamtes erklärte dazu gegenüber der
Nachrichtenagentur AP, ihre Behörde gehe davon aus, dass Behrens
die Rechtslage kennt. Nach Paragraf Vier des Atomgesetzes habe das BfS
über vorliegende Anträge zu entscheiden. «Insbesondere
kann das BfS das Transportmittel nicht festlegen», hieß es
in der Stellungnahme weiter. Von Sachsen sei ein Straßentransport
beantragt worden, Nordrhein-Westfalen habe dargelegt, dass ein
Straßentransport polizeilich gesichert werden könne,
erklärte das Bundesamt weiter. Zudem hätte die
Landesregierung in Düsseldorf in ihrer Stellungnahme zum
Genehmigungsentwurf keine Aspekte vorgetragen, nach denen nur ein
Schienentransport polizeilich gesichert werden könne. Von daher
habe ein Rechtsanspruch auf Genehmigung bestanden.
Die 951 abgebrannten Brennelemente aus dem ehemaligen
DDR-Forschungsreaktor Rossendorf sollen laut Beschluss des Bundesamtes
auf Tiefladern mit 18 Castor-Behältern nach Ahaus gebracht werden.
Die Genehmigung gilt bis Ende des Jahres. Die Transporttage müssen
die Sicherheitsbehörden der betroffenen Länder miteinander
noch abstimmen. Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Bärbel
Höhn von den Grünen erklärte im Westdeutschen Rundfunk,
allein der Polizeieinsatz werde das Land 50 Millionen Euro kosten.
Für dieses Geld könne Sachsen ein eigenes Zwischenlager bauen.
Die NRW-Landesvorsitzenden der Grünen, Britta Haßelmann und
Frithjof Schmidt, sehen in der vom Landtag bereits beschlossenen
Bundesratsinitiative zum Atomgesetz eine Chance, die umstrittenen
Transporte zu verhindern. Mit ihr soll das Land Sachsen gezwungen
werden, am Standort Rossendorf ein Zwischenlager einzurichten,
hieß es in der Mitteilung der Grünen.
(Quelle: ap)
Rot-Grün sponsert Atomkraft besonders
Die Regierung subventioniere Energie aus Wind und Sonne
unverhältnismäßig hoch, behaupten Stromkonzerne. Dabei
wird jeder Steinkohle-Job mit 82.000 Euro pro Jahr gefördert. Und
die üppigen Forschungsgelder fließen vor allem in die
Kernkraft...
Mehr in der "tageszeitung" vom 01.04.04:
http://www.taz.de/pt/2004/04/01/a0191.nf/text
Blick ins Archiv:
BfS genehmigt umstrittene Atomtransporte
aus Sachsen nach Ahaus
Mi.31.03.04 - Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat die umstrittenen
Transporte von abgebrannten Brennelementen aus Rossendorf in Sachsen in
das nordrhein-westfälische Zwischenlager Ahaus genehmigt. Auf
Grundlage der bis Jahresende geltenden Erlaubnis würden insgesamt
951 Brennelemente aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor Rossendorf
in 18 Castor-Behältern in das Zwischenlager gebracht, teilte das
Bundesamt in Salzgitter am Dienstag mit. Wann der Transport stattfinden
soll, muss noch entschieden werden.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403310.htm#04033114
Aufenthaltsverbot bei Castor-Transport rechtswidrig
Mi.31.03.04 - Die Polizei darf nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts
Lüneburg Proteste gegen Castor-Transporte nach Gorleben nicht
durch willkürliche Aufenthaltsverbote unterbinden. Ein
Aufenthaltsverbot dürfe nicht dazu dienen, Demonstranten
weiträumig von ihrem Protest gegen die Atomwirtschaft abzuhalten,
gab das Gericht in Lüneburg am Donnerstag einen Atomkraftgegner
recht, der gegen ein im März 2001 verhängtes
großräumiges Aufenthaltsverbot geklagt hatte. Ein solches
Verbot sei nur zulässig, um einen potenziellen Täter von der
Begehung konkreter Straftaten abzuhalten... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403310.htm#04033115
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