Aktuelle Nachrichten
Irak am fünfhundertsechsundvierzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Schiiten demonstrieren gegen Wiederholung der Wahl im Irak. Anhaltender
Gewalt fallen mindestens 16 Menschen zum Opfer. USA stoppen
Übergabe von Gefängnissen an Irak
Mo.26.12.05 - In Bagdad haben am Sonntag rund 1.000 Schiiten gegen Forderungen nach
einer Wiederholung der irakischen Parlamentswahl vom 15. Dezember
demonstriert. Die von religiösen schiitischen Parteien gebildete
Vereinte Irakische Allianz stellt nach bisherigen unvollständigen
Ergebnissen die Mehrheit der Abgeordneten im künftigen Parlament.
Sunnitische Araber sprachen bei Protestveranstaltungen in Falludscha und
Bakuba indes erneut von Betrug und forderten eine neuerliche Abstimmung.
Aus Protest gegen die Wahl blieben in Falludscha alle Ämter
geschlossen. Im Zusammenhang mit der Wahl sind rund 1.500 Beschwerden
erhoben worden, sunnitische Araber und säkulare Schiiten fordern
eine Überprüfung durch ein internationales Gremium.
Im Bagdader Stadtteil Sadr gingen hunderte Schiiten auf die
Straße, um die Vereinte Irakische Allianz zu unterstützen. Es
werde keinen Schritt zurück und keine Neuwahl geben, erklärte
ein Sprecher der Allianz, Dschawad al Maliki. «Die Ergebnisse
müssen akzeptiert und der Wille des Volkes respektiert
werden», sagte Al Maliki auf einer Pressekonferenz.
Der anhaltenden Gewalt fielen am Sonntag mindestens 16 Menschen zum
Opfer. Allein in Bagdad starben bei einem Selbstmordanschlag fünf
irakische Soldaten, wie die Polizei mitteilte. Sieben weitere Menschen
seien verletzt worden.
Die US-Streitkräfte werden keine Gefängnisse oder
Häftlinge mehr in die Zuständigkeit der irakischen
Behörden übergeben, bis dort die Rechte von Gefangenen
gewährleistet sind. Dies erklärte Oberstleutnant Berry
Johnson am Sonntag in Bagdad, zwei Wochen, nachdem die Misshandlung von
120 Häftlingen in Gefängnissen des irakischen
Innenministeriums bekannt wurde. Militärsprecher Johnson sagte,
einen Zeitplan für die Übergabe gebe es nicht. Sie werde
davon abhängen, «dass Standards eingehalten werden, kein
Zeitplan». Zuerst müssten die irakischen Behörden
zeigen, dass die Rechte der Häftlinge garantiert würden und
internationales Recht für deren Behandlung befolgt werde.
Vor allem sunnitische Iraker klagen seit langem über Misshandlung
und Folter seitens der Sicherheitskräfte des von Schiiten
geführten Innenministeriums. Johnson sagte, zur Vorbereitung der
Übergabe bilde das US-Justizministerium irakische
Gefängnisaufseher aus. Rund 300 hätten die Ausbildung bereits
abgeschlossen. Anfang vergangenen Jahres waren die USA selbst wegen der
Misshandlung von irakischen Gefangenen im Gefängnis Abu Ghraib bei
Bagdad in die Kritik geraten.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. bis 26.12.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am hunderteinundachtzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
So.26.12.04 - Bombenterror im Irak reißt nicht ab +++ Prominenter türkischer Reeder wurde offenbar im Irak
als Geisel genommen +++ Historiker der US-Armee kritisiert mangelnde
Strategie zur Besetzung und Stabilisierung des Irak...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/k0412260.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die am Donnerstag auf der Website der
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht werden sollte.
Die Umfrage im Auftrag der US-Universitäten Johns Hopkins und
Columbia und der Al-Mustansirija-Universität in Bagdad wurde von
Irakern, überwiegend Ärzten, durchgeführt. Von
landesweit 988 besuchten Haushalten erklärten sich 808 zur
Teilnahme bereit. Verglichen wurde die Todesrate nach der Invasion mit
der in der Zeit vor dem Krieg. Anschließend wurde die Rate auf
das gesamte Land hochgerechnet. «Die meisten Menschen, die von
Koalitionstruppen getötet wurden, waren Frauen und Kinder»,
heißt es in dem Bericht.
Sa.30.10.04 - Die britische Regierung will die von US-Wissenschaftlern
veröffentlichte Zahl von rund 100.000 Zivilisten, die infolge des
US-geführten Krieges im Irak ums Leben kamen, "sehr ernsthaft"
prüfen. London habe noch keine Zeit gehabt, sich die Studie der
Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health genauer anzusehen,
sagte der britische Außenminister Jack Straw. Da die Erhebung
jedoch in der renommierten britischen Fachzeitung "The Lancet"
erschienen sei, werde die Regierung sie sehr ernsthaft prüfen.
Zugleich betonte Straw, die Zahl von 100.000 getöteten Irakern sei
"eine sehr hohe Schätzung", die weit über allen bisherigen
Angaben von Nichtregierungsorganisationen liege. So spreche die
irakische Internetseite "Body Count" [http://www.iraqbodycount.net] von 15.000 Toten seit Beginn der
Kampfhandlungen im März 2003.
Sa.17.09.05 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 1.899
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen.Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
Di.30.11.04 - Im US-Militärkrankenhaus in Landstuhl sind seit dem Angriff der
USA auf Afghanistan Ende 2001 fast 21.000 verwundete US-Soldaten behandelt
worden, wie die Klinik am Montag mitteilte. Das Landstuhl Regional
Medical Center ist das größte US-Militärhospital
außerhalb der USA. Dort werden zumeist Verwundete aus
Kampfhandlungen, aber auch sonstige Patienten versorgt. Bis Sonntag
seien insgesamt 17.878 US-Soldaten aus Irak und 3.085 aus Afghanistan
behandelt worden, sagte eine Krankenhaussprecherin auf Anfrage.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
Ein Jahr Bomben auf Bagdad: Sind die USA gescheitert?
Sa.20.03.04 - Längst beherrscht der Katzenjammer die Bush-Krieger, die sich
ihres Sieges nicht wirklich erfreuen können, weil die Probleme
größer denn je zuvor sind...
Analysen, Berichte und Interviews zum Thema unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/k0403200.htm#040320_a
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Israel erwägt Palästinenserwahl in Ost-Jerusalem
Mo.26.12.05 - Die israelische Regierung erwägt offenbar, die in Ost-Jerusalem
lebenden Palästinenser nun doch an der für Januar geplanten
Parlamentswahl teilnehmen zu lassen. Israel werde eine endgültige
Entscheidung in dieser Frage treffen, sobald der palästinensische
Präsident Mahmud Abbas und seine Führungsmannschaft sich
definitiv auf die Abhaltung der Wahl festgelegt hätten, sagte ein
Präsidentschaftsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, der
Nachrichtenagentur AFP.
Die Regierung des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon
werde "zu gegebener Zeit in Betracht ziehen", die Palästinenser in
Ost-Jerusalem in fünf Wahlbüros wählen zu lassen, sagte
der Mitarbeiter. Israel wolle auf jeden Fall vermeiden, Abbas "einen
Vorwand dafür zu liefern, die Wahl abzusagen, bloß weil er
einen Sieg der Hamas fürchtet" und dann Israel im internationalen
Umfeld die Schuld für diesen Schritt geben zu können.
Am vergangenen Mittwoch hatte ein israelischer Regierungsvertreter
angekündigt, im Ostteil Jerusalems würden weder Wahllokale
noch eine Beteiligung an dem Wahlgang per Briefwahl erlaubt. Israel
hatte den mehrheitlich arabischen Ostteil Jerusalems 1967 besetzt und
später annektiert. Die internationale Gemeinschaft betrachtet
Ost-Jerusalem, wo fast 200.000 Palästinenser leben, immer noch als
besetztes Gebiet.
(Quelle: afp)
Todesurteil gegen Bulgarinnen in Libyen aufgehoben - Prozess wird neu
aufgerollt
Mo.26.12.05 - Der Oberste Gerichtshof in Libyen hat die heftig umstrittenen
Todesurteile gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen
palästinensischen Arzt aufgehoben. Die Richter entschieden am
Sonntag in Tripolis, dass der Prozess um die Infektion von mehr als 400
Kinder mit dem AIDS-Virus neu aufgerollt wird.
Das berichteten bulgarische und arabische Rundfunksender. Die
Neuverhandlung vor einer «unteren Instanz» wurde mit
Verfahrensmängeln begründet. Das bulgarische
Außenministerium nannte die Entwicklung in einer ersten Reaktion
«positiv».
Die sechs Angeklagten befinden sich seit Anfang 1999 in libyscher Haft.
Ein Gericht in Bengasi hatte die Bulgarinnen und den Palästinenser
im Mai 2004 zum Tode durch Erschießen verurteilt. Ihnen wird
vorgeworfen, für ein Experiment mehr als 400 Kinder mit dem
HI-Virus infiziert zu haben. Etwa 50 der Kinder sind bereits an AIDS
gestorben. Die USA und die EU hatten die Todesurteile scharf verurteilt.
Libyen hatte von Bulgarien eine Entschädigung der Opfer gefordert.
In der vergangenen Woche hatten Sofia und Tripolis die Einrichtung
eines Hilfsfonds für die Betroffenen vereinbart.
(Quelle: dpa)
UN: 30 Tote bei Angriff auf Rebellenhochburg in Kongo
Mo.26.12.05 - Truppen der Vereinten Nationen (UN) und der Demokratischen Republik
Kongo haben offiziellen Angaben zufolge bei einem Angriff auf eine
Rebellenhochburg 30 Aufständische getötet.
1800 Soldaten hätten den Ort Nioka im Osten des Landes
eingenommen, sagte ein UN-Sprecher am Samstag. Demnach wurden sie bei
dem mehrtägigen Einsatz von Kampfhubschraubern unterstützt. Er
richtete sich gegen eine Gruppe von 500 Milizionären unter der
Führung von Peter Karim, die den Ort als Basis für Angriffe
genutzt hatten.
Unterdessen teilten die Behörden mit, dass 83 Prozent der
Wähler bei einem Referendum am vergangenen Sonntag für die
neue Verfassung gestimmten hätten. Die Ergebnisse beruhten auf der
Auszählung von fast drei Viertel aller Wahlzettel, erklärte
die Unabhängige Wahlkommission.
Vertreter der Verfassungsgegner kündigten an, das Plebiszit
anzufechten. Die Befürworter hätten nur mit Hilfe
internationaler Unterstützung gewonnen, sagte Sprecher Franck
Diongo. Beobachter der Europäischen Union hatten die Abstimmung als
fair und frei bezeichnet.
Mit dem Referendum und späteren Wahlen soll im ehemaligen Zaire
ein Schlussstrich unter den jahrelangen Bürgerkrieg gezogen werden,
bei dem fast vier Millionen Menschen ums Leben kamen. Obwohl der
Konflikt 2003 offiziell endete, kämpfen bewaffnete Gruppen immer
noch in weiten Teilen des Landes. Dabei geht es auch um die Verteilung
der Bodenschätze.
(Quelle: rtr)
Iran lehnt russisches Uran-Angebot ab
Mo.26.12.05 - Der Iran hat ein russisches Kompromissangebot zur Eindämmung des
Streits um sein Atomprogramm abgelehnt. Sein Land bestehe weiterhin
darauf, Uran auf eigenem Boden anreichern zu können, sagte der
iranische Außenamtssprecher Hamid Resa Asefi. Moskau hatte am
Samstag sein Angebot erneuert, den Iran in Russland in einer gemeinsamen
Anlage Uran anreichern zu lassen.
Russland versucht, im Streit um das iranische Atomprogramm zu
vermitteln. Ein EU-Verhandlungstrio aus Deutschland, Frankreich und
Großbritannien hatte die Atomverhandlungen mit Teheran im August
unterbrochen, nachdem Teheran die Uran-Konversion wieder aufgenommen
hatte. Die Konversion ist eine Vorstufe der Uran-Anreicherung.
Angereichertes Uran kann sowohl für zivile Zwecke in
Atomkraftwerken als auch beim Bau von Atombomben eingesetzt werden.
Der Westen will verhindern, dass der Iran hoch angereichertes Uran zur
Herstellung von Atomwaffen produziert. Im Gegenzug haben die
Europäer Teheran ein umfassendes Abkommen zur Zusammenarbeit
angeboten.
Asefi weigerte sich zugleich, den Termin zur Fortsetzung der
Gespräche über die Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit
der EU zu bestätigen. Der von der EU genannte 18. Januar sei nur
ein mögliches Datum unter vielen. Es sei jedoch sicher, dass die
Verhandlungen im Januar fortgesetzt würden. Der Iran und das
EU-Vermittlertrio aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien
hatten sich am vergangenen Mittwoch in Wien auf eine Fortsetzung der
Wiederaufnahme-Gespräche im Januar geeinigt.
(Quelle: afp)
Gazprom droht Ukraine mit Abdrehen des Gashahns
Mo.26.12.05 - Der russische Gasmonopolist Gazprom droht der Ukraine, den Gashahn
zuzusperren. Der Konzern kündigte die Einstellung der Lieferungen
zum 1. Januar an, sollte es bis dahin keine Einigung in den laufenden
Preisverhandlungen geben. Die Ukraine lehnt die von Gazprom geforderte
Erhöhung des Preises auf fast das Fünffache ab und verlangt
eine Übergangsperiode, um die Volkswirtschaft darauf einzustellen.
Gazprom begründet die Preiserhöhung mit der Abschaffung von
Sonderkonditionen und dem Übergang zu international üblichen
Handelsbedingungen. Ukrainische Politiker vermuten hinter der
Preiserhöhung jedoch eine von Russland betriebene Bestrafung der
Ukraine für ihre Hinwendung zum Westen.
(Quelle: br-Radionachrichten)
Millionenspritze der EU für serbischen Staatshaushalt
Mo.26.12.05 - Serbien hat von der Europäischen Union eine Finanzspritze für
den Staatshaushalt in Höhe von 25 Millionen Euro erhalten. Das
sagte Finanzminister Mladjan Dinkic am Sonntag der serbischen
Nachrichtenagentur Beta. Damit erkenne die EU die erfolgreichen
Strukturreformen der serbischen Regierung an, mit denen der Export und
das Wirtschaftswachstum gefördert würden, erklärte
Dinkic. Für das neue Jahr erwartet Serbien dem Minister zufolge
weitere 45 Millionen Euro Finanzhilfe von der EU.
(Quelle: ap)
Umfrage in Deutschland: Kanzlerin Merkel sollte intensive Beziehungen
mit Russland pflegen
Mo.26.12.05 - Die deutsch-russischen Beziehungen liegen der hiesigen Bevölkerung
ebenso sehr am Herzen wie die deutsch-amerikanischen Kontakte. Auf die
Frage, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Russland genau so
intensive Beziehungen anstreben sollte wie mit den Vereinigten Staaten,
antworteten in einer Emnid-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur ddp
73 Prozent der Befragten mit Ja. 20 sagten Nein, 8 Prozent machten
keine Angaben.
Zwischen Deutschen in Ost und West gab es in dieser Einschätzung
praktisch keine Unterschiede. Die höchste Zustimmung kam von
SPD-Anhängern mit 84 Prozent im Vergleich zu 68 Prozent unter
Unions-Wählern. Auffällig ist eine Geschlechterabweichung. So
sprachen sich 81 Prozent der befragten Männer dafür aus, die
Kontakte zu Russland ebenso intensiv zu gestalten wie die zu den USA.
Während 65 Prozent der befragten Frauen diese Ansicht teilten,
wollten sich 13 Prozent nicht festlegen. Von den Männern machten
nur 2 Prozent keine Angaben.
TNS Emnid befragte am 21. Dezember im Auftrag von ddp 507 Personen.
(Quelle: ddp)
Industrie rechnet 2006 mit kräftiger Wirtschaftserholung
Mo.26.12.05 - Die Industrie erwartet nach eigenen Angaben im kommenden Jahr ein
kräftiges Wirtschaftswachstum, aber keinen Boom.
"Die Konjunktur gewinnt unübersehbar an Fahrt. Schließlich
sind die Auftragsbücher gut gefüllt", sagte der
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen
Industrie, Ludolf-Georg von Wartenberg, der "Neue Ruhr Zeitung/Neue
Rhein Zeitung" (Samstagausgabe). Allerdings sei nicht mit einem Boomjahr
zu rechnen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt werde sich 2006 etwas
entspannen. Die Zahl der Arbeitslosen werde wohl leicht
zurückgehen. Eine echte Trendwende sei jedoch nicht in Sicht.
"Langfristig dürfte sich der Stellenabbau am deutschen Standort
sogar weiter fortsetzen." Andere wichtige Wirtschaftsverbände und
Experten schätzen die Lage der Konjunktur und des Arbeitsmarktes
ähnlich ein.
Die deutsche Industrieproduktion werde vor allem auf Grund des starken
Exports mit drei Prozent stärker wachsen als die Gesamtwirtschaft,
sagte Wartenberg. Die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland
werde auch Impulse bringen. Die für 2007 geplante
Mehrwertsteuererhöhung sorge für einen Vorzieh-Effekt in der
Inlandsnachfrage.
(Quelle: rtr)
Wegen hoher Energiekosten sperrt Uni Regensburg zu
Mo.26.12.05 - Wegen hoher Energiekosten sperrt die Universität Regensburg die
Woche zwischen Weihnachten und Neujahr komplett zu. Kanzler Christan
Blomeyer erhofft sich davon, rund 40.000 Euro an Energiekosten
einzusparen. Die Mitarbeiter der Uni müssen zwischen Weihnachten
und Neujahr Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen - Studenten
können Bücher aus der Bibliothek länger als sonst
ausleihen. Zuletzt war vor rund 30 Jahren - zurzeit der Energiekrise -
die Uni Regensburg komplett für mehrere Tage geschlossen gewesen.
(Quelle: br-Radionachrichten)
Saarland will Pflichtuntersuchungen für alle Kinder
Mo.26.12.05 - Um Misshandlungen und Vernachlässigung früher aufzudecken,
sollen regelmäßige Pflichtuntersuchungen für alle Kinder
eingeführt werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will nach
einem Bericht der "Bild am Sonntag" das Saarland in den Bundesrat
einbringen. "Wir wollen die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U10 zur
Pflicht machen", sagte der saarländische Gesundheitsminister Josef
Hecken (CDU). Derzeit werde geprüft, wie die Regelung umgesetzt
werden könne. Geplant sei, bis Anfang März dazu einen
Gesetzentwurf in den Bundesrat einzubringen.
Handlungsbedarf sehen auch Bundesfamilienministerin Ursula von der
Leyen (CDU) und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). "Der
Staat muss seine Wächterfunktion dort wahrnehmen, wo Familien
schlicht überfordert sind", sagte von der Leyen. Schmidt
erklärte: "Kinder in unserem Land sollen die bestmögliche
Betreuung und den bestmöglichen Schutz genießen."
Wie "BamS" weiter berichtete, sterben nach Schätzungen des
UN-Kinderhilfswerks UNICEF in Deutschland in jeder Woche zwei Kinder
durch Misshandlung oder Vernachlässigung. Rund 200.000 Kinder
lebten in verwahrlostem Zustand oder müssten täglich
Misshandlungen über sich ergehen lassen. "Sechs Prozent aller
Kinder in Deutschland leben in Risikofamilien", sagte Wolfram Hartmann,
Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Um
diese zu entdecken, müssten Hebammen, Frauen- und Kinderärzte
zusammenarbeiten.
(Quelle: afp)