Aktuelle Nachrichten
Irak am fünfhundertfünfundneunzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Foltervorwürfe gegen britische Soldaten. Video zeigt Misshandlung.
Schiiten einigen sich auf zweite Amtszeit für Dschaafari. Kurden
fordern Regierungsbeteiligung der säkularen Irakischen Liste.
Saddam Hussein tritt in Hungerstreik. Wachsende Angst um Irak-Geiseln
Mo.13.02.06 - Die britische Armee hat eine Untersuchung zu einem Video eingeleitet,
das nach Darstellung der Wochenzeitung "News of the World" die brutale
Misshandlung von Irakern durch britische Soldaten zeigt. Die Zeitung
veröffentlichte Fotos aus dem Video, auf denen zu sehen ist, wie
mehrere Soldaten auf junge Iraker einschlagen.
Das aus dem Jahr 2004 stammende Video zeige, wie vier Männer bei
einer Demonstration im Süden des Irak von britischen Soldaten von
der Straße gezerrt, in ein Militärlager gebracht und dort
äußerst brutal mit Fäusten und Stöcken geschlagen
und getreten würden, heißt es in dem Bericht.
In der einminütigen Aufnahme seien 42 Schläge und Tritte zu
sehen. Die Misshandlungen wurden demnach von einem Gefreiten gefilmt,
der seine Kameraden in ihrem Tun noch anspornte. Auf dem Video tritt
laut "News of the World" zudem ein Soldat einem toten Iraker ins
Gesicht. Die Zeitung stellte den Film inzwischen auf ihre Website.
Eine Sprecherin des britischen Verteidigungsministeriums sagte, die
Militärpolizei habe eine "dringliche Untersuchung" zu den
Anschuldigungen eingeleitet, die "sehr ernst" genommen würden. "Wir
verurteilen jeden Akt der Misshandlung und Brutalität und gehen
immer allen Vorwürfen von Fehlverhalten nach", fügte die
Ministeriumssprecherin hinzu.
Vier Wochen nach ihrem Sieg bei der Parlamentswahl im Irak haben sich
die Schiiten auf eine zweite Amtszeit von Ministerpräsident Ibrahim
al Dschaafari verständigt. Nachdem zwei Kandidaten am Samstag
ihren Rückzug erklärt hatten, setzte sich der Vertreter der
Dawa-Partei am Sonntag mit 64 zu 63 Stimmen knapp gegen
Vizepräsident Adil Abdul Mahdi vom Obersten Rat für eine
Islamische Revolution im Irak (SCIRI) durch. Die Wahl fand in der
Zentrale von SCIRI-Chef Abdul Asis al Hakim statt.
Die Allianz ist die Siegerin der Parlamentswahl vom 15. Dezember, wie
das am Freitag veröffentlichte amtliche Endergebnis
bestätigte. Mit 128 von 275 Mandaten verfehlte sie die absolute
Mehrheit und ist auf die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen angewiesen.
Spätestens zwei Wochen nach Bekanntgabe des Ergebnisses muss die
Nationalversammlung zusammenkommen. Sie hat dann 30 Tage Zeit für
die Wahl eines neuen Präsidenten, der dann Dschaafari offiziell
nominiert. Dem designierten Regierungschef bleiben anschließend 30
Tage Zeit, um der Nationalversammlung sein Kabinett zur
Bestätigung vorzustellen.
Die irakischen Kurden fordern derweil von ihren schiitischen
Verbündeten, bei der Regierungsbildung die säkulare Irakische
Liste mit einzubinden. Andernfalls werde die Kurdische Koalition die
neue Regierung nicht unterstützen, sagte am Sonntag deren
Führer, der irakische Präsident Dschalal Talabani. In der
scheidenden Regierung koalieren die kurdischen Parteien mit der
schiitischen Vereinigten Irakischen Allianz.
Eine Fortsetzung dieser Zusammenarbeit machte Talabani nun davon
abhängig, dass auch die säkulare Irakische Liste des
ehemaligen Ministerpräsidenten Ajad Allawi an der Macht beteiligt
wird. Talabani äußerte sich nach einem Treffen mit
US-Botschafter Zalmay Khalilzad. Ein von den USA eingesetzter Rat hatte
Allawi im Juni 2004 an die Spitze einer Übergangsregierung gesetzt,
die bei der ersten Wahl nach dem Sturz Saddam Husseins im Januar 2005
abgewählt wurde. Bei der Parlamentswahl am 15. Dezember gewann
Allawis Irakische Liste nur 25 der 275 Mandate.
Bei einem Selbstmordanschlag nahe einer Polizeistation in Bagdad wurde
am Sonntag eine ältere Frau getötet. Unter den acht Verletzten
waren drei Polizisten. Eine zweite Bombe explodierte vor einem
Restaurant der Hauptstadt, dabei wurden neun Menschen verletzt. Der
Sprengsatz befand sich nach Angaben der Polizei auf einem abgestellten
Motorrad. An verschiedenen Stellen Bagdads fand die Polizei am
Wochenende die Leichen von fünf Männern. Alle waren gefesselt
und mit mehreren Schüssen getötet worden.
Drei iranische Pilgerinnen wurden unterdessen von ihren Geiselnehmern
freigelassen. Sieben männliche Begleiter seien aber offenbar weiter
in der Gewalt der Kidnapper, sagte der Gouverneur der Region
Salahuddin, Hamid Hammud Schigtay. Die Iraner waren am Donnerstag, dem
schiitischen Aschura-Fest, als Pilger unterwegs, als ihr Kleinbus
zwischen den Städten Balad und Samarra überfallen wurde.
Knapp drei Wochen nach der Entführung der Deutschen René
Bräunlich und Thomas Nitzschke im Irak wächst bei den
Angehörigen die Angst um das Leben der Geiseln.
«Es wird jetzt absolut zermürbend, man erfährt
überhaupt nichts», sagte Ingeborg Bräunlich, die Mutter
von René Bräunlich, am Samstag der der Nachrichtenagentur
dpa. «Das letzte Video ist schon so lange her, ich werde immer
unruhiger».
Bräunlich wurde am Sonntag 32 Jahre alt. Seit einer Videobotschaft
der Entführer Ende Januar fehlt jedes Lebenszeichen von den
Technikern, die im Nordirak entführt worden waren.
Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin arbeitete der
Krisenstab auch am Sonntag «mit Umsicht und Geduld und nicht
nachlassender Energie» daran, die beiden Männer frei zu
bekommen. Vor dem Start seiner Antrittsreise in den Nahen Osten am
Sonntagabend wollte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD)
selbst die Sitzung leiten. Die Geiselnehmer hatten vor knapp zwei Wochen
mit der Ermordung der Männer gedroht und die Schließung der
deutschen Botschaft in Bagdad und einen Abzug aller deutschen Firmen
aus dem Irak gefordert.
Unterdessen haben die Entführer der Anfang Januar gekidnappten US-
Journalistin Jill Carroll im Irak eine «letzte Frist» zur
Erfüllung ihrer Bedingungen gesetzt. Das berichtete der kuwaitische
Sender Alrai am Freitag unter Berufung auf den Entführern
«nahe stehende Quellen». Danach soll Carroll getötet
werden, wenn den Forderungen nicht bis zum 26. Februar nachgekommen
wird. Die Entführer verlangen die Freilassung aller weiblichen
Gefangenen in US-Gewahrsam im Irak.
Im Prozess gegen Saddam Hussein sollen am Montag erstmals frühere
Regimemitglieder aussagen, die eine direkte Verantwortung des
Exmachthabers für Folter und Massaker an der irakischen
Zivilbevölkerung bestätigen könnten. In dem von Boykotten
und Personalquerelen belasteten Verfahren geht es um die Ermordung von
fast 150 Schiiten. Sie wurden getötet, nachdem 1982 in der Stadt
Dudschail nördlich von Bagdad ein Attentat auf Saddam Hussein
fehlgeschlagen war. Sollten die acht Angeklagten verurteilt werden,
droht ihnen die Todesstrafe.
Saddam Hussein und seine sieben Mitangeklagten wollen nach Angaben der
Verteidigung mit einem Hungerstreik gegen ihren Prozess vor einem
Gericht in Bagdad protestieren. Der Expräsident und seine
Mitangeklagten hätten sich entschlossen, "in den Hungerstreik zu
treten, um gegen die schäbigen Versuche des Gerichts zu
protestieren, sie zwangsweise vorzuführen", sagte einer der
Anwälte. Der Boykott des Prozesses werde so lange fortgesetzt, bis
die Forderungen der Verteidigung erfüllt würden. Das Verfahren
soll am Montag fortgesetzt werden.
Die Verteidigung hatte einen Elf-Punkte-Katalog vorgelegt und verlangt
unter anderem die Ablösung des Vorsitzenden Richters Rauf Raschid
Abdel Rahman. Des weiteren fordert sie aus Sicherheitsgründen die
Verlegung des Prozesses in ein anderes Land. Zwei Verteidiger wurden bei
Anschlägen getötet. Mitte Januar war der kurdische Richter
Risgar Amin als Vorsitzender zurückgetreten, nachdem Vorwürfe
laut geworden waren, er behandele die Angeklagten zu
rücksichtsvoll.
(Quellen: dpa, afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 13.02.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am zweihundertunddreißgsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die am Donnerstag auf der Website der
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht werden sollte.
Die Umfrage im Auftrag der US-Universitäten Johns Hopkins und
Columbia und der Al-Mustansirija-Universität in Bagdad wurde von
Irakern, überwiegend Ärzten, durchgeführt. Von
landesweit 988 besuchten Haushalten erklärten sich 808 zur
Teilnahme bereit. Verglichen wurde die Todesrate nach der Invasion mit
der in der Zeit vor dem Krieg. Anschließend wurde die Rate auf
das gesamte Land hochgerechnet. «Die meisten Menschen, die von
Koalitionstruppen getötet wurden, waren Frauen und Kinder»,
heißt es in dem Bericht.
Sa.30.10.04 - Die britische Regierung will die von US-Wissenschaftlern
veröffentlichte Zahl von rund 100.000 Zivilisten, die infolge des
US-geführten Krieges im Irak ums Leben kamen, "sehr ernsthaft"
prüfen. London habe noch keine Zeit gehabt, sich die Studie der
Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health genauer anzusehen,
sagte der britische Außenminister Jack Straw. Da die Erhebung
jedoch in der renommierten britischen Fachzeitung "The Lancet"
erschienen sei, werde die Regierung sie sehr ernsthaft prüfen.
Zugleich betonte Straw, die Zahl von 100.000 getöteten Irakern sei
"eine sehr hohe Schätzung", die weit über allen bisherigen
Angaben von Nichtregierungsorganisationen liege. So spreche die
irakische Internetseite "Body Count" [http://www.iraqbodycount.net] von 15.000 Toten seit Beginn der
Kampfhandlungen im März 2003.
Sa.17.09.05 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 1.899
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen.Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
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Israel: Scharons Zustand sehr ernst
Mo.13.02.06 - Der Zustand des seit mehr als fünf Wochen im Koma liegenden Ariel
Scharon hat sich verschlechtert. Der israelische Premier hatte sich
einer Notoperation am Darm unterziehen müssen. Kurzzeitig schwebte
der 77-Jährige Scharon in Lebensgefahr. Die Ärzte
bezeichneten die Komplikationen als einen Rückschlag für die
Genesung. Scharon hatte Anfang Januar einen schweren Schlaganfall und
Gehirnblutungen erlitten. Seitdem ist er nicht mehr aus der
Bewusstlosigkeit erwacht.
(Quelle: dpa)
Syrien: Assad demonstriert bei Kabinettsumbildung Unnachgiebigkeit
Mo.13.02.06 - Der syrische Präsident Baschar Assad hat mit einer umfassenden
Kabinettsumbildung seinen Widerstand gegen Einflussnahme aus dem Ausland
signalisiert. Mit Außenminister Faruk al Scharaa beförderte
er eine der Personen zum Vizepräsidenten, die UN-Ermittler zur
Aufklärung des Mordes an dem früheren libanesischen
Regierungschef Rafik Hariri vernehmen wollen. Zum neuen
Außenminister rückte Al Scharaas früherer Stellvertreter
Walid Moallem auf, wie die amtliche Nachrichtenagentur SANA am Samstag
aus Damaskus meldete.
Zudem übernimmt der Brigadegeneral Bassam Abdul-Madschid das
Innenministerium, das seit dem Selbstmord des früheren Ministers
Ghasi Kenaan im Oktober vergangenen Jahres führungslos war. Neuer
Informationsminister wird Mohsen Bilal, er ersetzt Mahdi Dachlallah.
Der neue Vizepräsident Al Scharaa bleibt laut dem vom syrischen
Fernsehen verbreiteten Erlass verantwortlich für die Umsetzung der
«Außen- und Informationspolitik». Der syrische
Politikexperte Imad Schuaibi sagte, die Ernennung Al Scharaas zu einem
von zwei Vizepräsidenten sei zu erwarten gewesen, «aber sie
wurde bis jetzt aufgeschoben, um zu demonstrieren, dass sich Syrien
nicht dem Druck aus dem Ausland beugt.»
Politische Kreise sehen die Kabinettsumbildung als eindeutige
Stärkung der Position Al Scharaas, dem im Ausland vorgeworfen wird,
mit seiner Politik zur Isolation Syriens in der arabischen und
westlichen Welt beigetragen zu haben.
Einer der beiden Vizepräsidentenposten war frei geworden, nachdem
Abdul Halim Chaddam im vergangenen Jahr nach elf Jahren im Amt
zurückgetreten war. Chaddam beschuldigt die syrische Führung,
in die Ermordung des früheren libanesischen
Ministerpräsidenten Hariri verwickelt zu sein. Eine
UN-Ermittlungskommission zur Aufklärung des Hariri-Mordes unter
Sonderermittler Detlev Mehlis hat sowohl den neuen Vizepräsidenten
Al Scharaa als auch dessen Nachfolger im Außenministerium,
Moallem, der Falschaussage bezichtigt.
Al Schaara hatte den Vorwurf zurückgewiesen, Hariri sei im August
2004 bei einem Besuch in Damaskus von Assad bedroht worden. Die
Vorwürfe gegen Moallem beziehen sich auf eine Tonbandaufnahme von
seinem Treffen mit Hariri 13 Tage vor dessen Ermordung. Darauf ist zu
hören, wie Moallem zu Hariri sagt: «Wir und die (Geheim-)
Dienste hier haben Sie in die Ecke gedrängt. Bitte nehmen Sie diese
Dinge nicht auf die leichte Schulter.» In Mehlis' Bericht
heißt es, die Tonbandaufnahme «widerspreche eindeutig
Moallems Zeugenaussage, in der er das Treffen mit Hariri fälschlich
als 'freundlich und konstruktiv' bezeichnet hat».
Die UN-Ermittler wollen sowohl Assad als auch Al Scharaa vernehmen.
Syrien hat darauf noch nicht direkt reagiert, eine frühere Anfrage
wurde von Assad aber abgelehnt.
Bei der Kabinettsumbildung vom Samstag wurden insgesamt 15 neue
Minister in das aus 34 Ministern bestehende syrische Kabinett berufen.
Betroffen waren davon neben dem Außen-, Innen- und
Informationsministerium auch das Öl-, Kommunikations-, Bildungs-,
Kultur-, Elektrizitäts-, Verkehrs-, Wohnungsbau- und das
Industrieministerium.
In einem zweiten Erlass ernannte Assad Syriens UN-Botschafter Faisal
Mekdad zum stellvertretenden Außenminister. Zweiter
Vizepräsident neben Al Scharaa bleibt Suhair Mascharka, der diesen
Posten seit 1984 innehat.
(Quelle: ap)
USA planen angeblich möglichen Angriff auf Iran
Teheran droht mit Austritt aus Atomwaffensperrvertrag
Mo.13.02.06 - US-Militärstrategen arbeiten angeblich an Plänen für
einen möglichen Angriff auf den Iran als letzte Option im
Atomstreit. Wie die britische Zeitung "Sunday Telegraph" berichtet,
identifizieren Planer des US-Zentral- und Strategie-Kommandos Ziele und
arbeiten an der Logistik für einen Einsatz. Ein Bericht über
die Planungen gehe an das Büro von US-Verteidigungsminister Donald
Rumsfeld, damit es eine militärische Option für den Fall gebe,
dass die diplomatischen Bemühungen um die Einstellung der
umstrittenen iranischen Atomaktivitäten scheiterten, hieß es
weiter.
"Das ist mehr als die Standardeinschätzung der militärischen
Eventualitäten", zitierte die Zeitung einen ranghohen
Pentagonberater. In den vergangenen Monaten habe das Thema eine "viel
größere Dringlichkeit" erhalten.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte zuvor indirekt
mit der Kündigung des Atomwaffensperrvertrags gedroht. Bislang habe
sich der Iran an die Vorgaben der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) und des Atomwaffensperrvertrags gehalten,
sagte er am Samstag. Sollte der Westen aber weiterhin dem Iran das
Recht auf eigenes atomares Material verwehren, werde Teheran seine
Politik ändern.
Am Sonntag sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums,
Hamid Resa Assefi, der Iran wolle sich vorerst weiter an den
Atomwaffensperrvertrag halten. Je nachdem, wie die Entscheidung der
Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nach der erneuten Sitzung
des Gouverneursrats am 6. März ausfalle, könne Teheran jedoch
seine Position überdenken, sagte er. Der Atomwaffensperrverrtrag
sei "ein internationaler Pakt, an den wir uns weiter halten, aber wir
können nicht hinnehmen, dass er für politische Zwecke
missbraucht wird", fügte Assefi hinzu.
Der IAEA-Gouverneursrat hatte den UN-Sicherheitsrat Anfang Februar
zunächst über den Atomstreit mit dem Iran informiert, eine
Entscheidung über die formelle Anrufung des Gremiums jedoch bis zu
einer weiteren Sitzung des Gouverneursrats am 6. März vertagt. In
einer Resolution forderte der Gouverneursrat Teheran auf, seine
Urananreicherung zu stoppen.
(Quellen: afp)
Deutscher Links-Politiker Lafontaine verlangt Friedenskonferenz
für den Nahen Osten
Mo.13.02.06 - Im Streit um das iranische Atomprogranmm spricht sich der Vorsitzende
der Linksfraktion im deutschen Bundestag, Oskar Lafontaine, für
eine umfassenden Lösungsansatz aus. Nötig sei eine
Nahost-Friedenskonferenz, auf der über eine atomwaffenfreie Zone
in der gesamten Region beraten werden müsse, sagte Lafontaine der
Tageszeitung «Neues Deutschland» (Montagausgabe). Zudem
sollte der Iran eine Nichtangriffsgarantie erhalten.
Lafontaine äußerte die Befürchtung, dass
Militäraktionen gegen den Iran nicht mehr ausgeschlossen seien.
Man könne «nur darauf hoffen, dass die USA ihre eigenen
Streitkräfte mit ihren jetzigen Kriegen überfordert haben und
daher keine neuen anzetteln können», sagte der
Links-Politiker. Es sei sicherlich bedrohlich, wenn auch der Iran sein
Atomprogramm ausbaue. Frieden entstehe aber «nicht dadurch, dass
man einem Land die Rechte verweigert, die man sich selbst nimmt».
(Quelle: ddp)
Vernichtende Kritik am Krisenmanagement der Behörden nach Hurrikan
'Katrina'
Mo.13.02.06 - Eine Untersuchungskommission des US-Repräsentantenhauses hat eine
vernichtende Bilanz der behördlichen Reaktion auf den Hurrikan
«Katrina» gezogen. Warnungen seien in den Wind geschlagen
worden, schlechte Planung und Apathie hätten vom Weißen Haus
bis hin zu den offiziellen Stellen vor Ort zu einer schleppenden
Reaktion auf die Naturkatastrophe geführt, heißt es in dem
600-seitigen Bericht der Kommission, der der Nachrichtenagentur AP am
Sonntag vorlag. Das Vorgehen sei von «Nutzlosigkeit, Versagen und
organisatorischer Lähmung» geprägt gewesen.
Verspätete Evakuierungsbefehle staatlicher und örtlicher
Stellen seien auf untrainierte und unerfahrene Katastrophenhelfer der
Bundesbehörden getroffen. US-Präsident George W. Bush sei
schlecht und unvollständig über die Krise an der
Golfküste informiert worden. «Unsere Ermittlungen haben
ergeben, dass 'Katrina' ein nationales Versagen dargestellt hat, eine
Abkehr von der ernsten Verpflichtung, für das Gemeinwohl zu
sorgen», heißt es in dem Bericht des von Bushs
Republikanern beherrschten Abgeordnetenhauses. Es habe sich um ein
Versagen auf allen Ebenen gehandelt.
Heimatschutzminister Michael Chertoff wurde kritisiert, weil er seine
Pflichten «entweder spät, ineffektiv oder gar nicht»
erfüllt habe. Unter anderem sei er einem speziell für
derartige Katastrophen erstellten Reaktionsplan nicht gefolgt.
Hätte Chertoff rascher gehandelt, wäre schneller Hilfe
geleistet worden, heißt es in dem Bericht.
Der Sprecher des Weißen Hauses, Trent Duffy, wies in einer
Reaktion am Sonntagabend darauf hin, dass Bush vollständig und
engagiert in die Krisenbewältigung eingebunden gewesen sei. Der
Präsident habe «Katrina» noch vor dessen Eintreffen
zur Katastrophe erklärt und die Menschen persönlich
aufgefordert, die Region zu verlassen. «Er war sich der Gefahr
des Sturms und der Bedrohung völlig bewusst», sagte Duffy.
Die Untersuchungskommission wurde von dem republikanischen Abgeordneten
Tom Davis geleitet. Die meisten Demokraten boykottierten den Ausschuss.
Sie forderten eine unabhängige Untersuchung. Die Behörden
waren wegen verspäteten und schlechten Krisenmanagements in die
Kritik geraten. Weite Teile von New Orleans wurden nach dem Durchzug
des Hurrikans überflutet.
(Quelle: ap)
'New Orleans wird eine Stadt von Weißen'
Providence (KNA) - 20.01.2006 - Etwa 80 Prozent der vor dem Hurrikan
"Katrina" geflohenen schwarzen Einwohner von New Orleans werden einer
US-Studie zufolge nicht zurückkehren. Ohne größere
staatliche Hilfe würden ihre Stadtviertel nicht aufgebaut,
heißt es in der in Providence/Rhode Island veröffentlichten
Studie der Brown-Universität. Wenn der Aufbauprozess so weitergehe
wie bisher, werde New Orleans von ehemals 480.000 Einwohnern auf die
Hälfte schrumpfen. Die Stadt, die zuvor mit 70 Prozent
afromaerikanischer Bevölkerung eine "schwarze" Stadt war,
würde dann "weiß".
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Ehemann Betancourts tritt bei kolumbianischen Parlamentswahlen an
Mo.13.02.06 - Der Ehemannn der vor fast vier Jahren in Kolumbien entführten
Politikerin Ingrid Betancourt tritt bei den kolumbianischen
Parlamentswahlen im kommenden Monat an. Er werde kandidieren und die
"Fahne" für seine entführte Frau im Parlament hochhalten,
kündigte Juan Carlos Lecompte am Samstag an. Seit Januar
kämpft Lecompte zudem vor Gericht dafür, dass seine Frau als
Kandidatin bei den im Mai geplanten Präsidentschaftswahlen
registriert wird. Damit wolle er ein Zeichen gegen eine mögliche
Wiederwahl des favorisierten Amtsinhabers Alvaro Uribe setzen, sagte
Lecompte.
(Quelle: afp)
Deutschland
Ver.di-Chef droht mit langem Streik
Mo.13.02.06 - Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, droht den
Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes mit einem langen Streik.
Länder und Kommunen könnten «sicher sein, dass unsere
Streikkasse auch für viele Wochen reicht», sagte er der
«Bild»-Zeitung (Montagausgabe). Die Streiks würden so
lange dauern, «bis die Arbeitgeber einsehen, dass sie den
Beschäftigten nicht einfach befehlen können, wie lange
gearbeitet wird», sagte Bsirske.
Den Vorwurf der Länder, es gehe lediglich um 18 Minuten Mehrarbeit
am Tag, wies der Gewerkschaftschef zurück: «Aufs Jahr
gesehen sind das zwei zusätzliche Arbeitswochen ohne einen Cent
Lohn.» Außerdem wollten die Länder das Weihnachtsgeld
kürzen, teilweise sogar ganz streichen. Auch würden
Länder und Kommunen jede Arbeitszeitverlängerung für
massiven Stellenabbau nutzen.
«Die angeblich so sicheren Jobs sind ein Märchen»,
sagte Bsirske. Aktuell seien rund 250.000 bedroht. Gerade in
Kindergärten und Krankenhäusern seien oft mehr als die
Hälfte der Stellen befristet, teilweise sogar bis zu 75 Prozent,
erklärte der Gewerkschaftsvorsitzende. «Wenn wir tun, was
die Arbeitgeber wollen, stehen die Kolleginnen in ein paar Wochen auf
der Straße.»
(Quelle: ap)
IG-Metall wirft Arbeitgebern Blockade vor
Mo.13.02.06 - Nach dem ergebnislosen Abschluss der ersten Gesprächsrunde in den
meisten deutschen Metall-Tarifbezirken hat IG-Metall-Vize Berthold Huber
den Arbeitgebern vorgeworfen, den Fortgang der Verhandlungen ohne Not
zu blockieren. "Wir fordern die Arbeitgeber auf, umgehend ein
verhandelbares Angebot vorzulegen", sagte Huber der "Berliner Zeitung".
"Sonst braut sich was ." Er könne nur an die andere Seite
appellieren, "es nicht zu weit zu treiben", fügte Huber hinzu.
Bisher liege kein Angebot der Arbeitgeber auf dem Tisch.
Die vor den Gesprächen genannte Lohnsteigerung von 1,2 Prozent sei
"nicht verhandelbar", sagte Huber. Die IG Metall fordert
Einkommensverbesserungen von fünf Prozent. Zum Streit um
Tarifverträge zur Weiterbildung sagte Huber, die Arbeitgeber
sollten sich keine Illusionen machen. "In dieser Tarifauseinandersetzung
werden die Beschäftigten auch für den Abschluss von
Qualifizierungs-Tarifverträgen auf die Straße gehen." Die
Arbeitgeber blockierten an dieser Stelle, weil sie auch in Zukunft nach
Gutsherrenart darüber entscheiden wollten, wem sie die "Gnade der
Weiterbildung" zukommen lassen, sagte der IG-Metall-Vize weiter.
Bisher gebe es eine "nahezu diskriminierende Weiterbildungspolitik" in
den Betrieben: Angelernte, Ausländer, Ältere und Frauen
würden systematisch ausgeschlossen und damit um Lebenschancen
gebracht. Profiteure seien in der Regel hoch Qualifizierte wie
Ingenieure, Führungskräfte oder Hochschulabsolventen.
Der IG Metall-Vize verteidigte die Forderung der Gewerkschaft, einen
Tarifvertrag mit einer Laufzeit von zwölf Monaten
abzuschließen. "Für die zwölf Monate spricht, dass zum
1. Januar 2007 die Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte steigen soll.
Damit stellt sich die Frage, wie sich die Inflation entwickelt und die
Tarifpolitik reagieren kann."
(Quelle: afp)
Metall-Unternehmen gegen Tarifvertrag für Weiterbildung
Mo.13.02.06 - Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie wollen den
Beschäftigten keinen Anspruch auf Weiterbildung tarifvertraglich
zusichern. Das hat nach Informationen des Berliner
«Tagesspiegels» (Montagausgabe) eine repräsentative
Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln
ergeben, die am Montag in Berlin vorgestellt wird. In der aktuellen
Tarifauseinandersetzung fordert die IG Metall neben fünf Prozent
mehr Lohn und Gehalt für die 3,4 Millionen Beschäftigten eine
tarifvertragliche Regelung der Weiterbildung.
Doch jedes zweite der mehr als 2.000 befragten Unternehmen lehne eine
solche Regelung ab, berichtete die Zeitung. Nur 13 Prozent hielten sie
für eine Möglichkeit der gezielten Personalentwicklung. Knapp
zwei Drittel der Unternehmen sähen dagegen ihre Mitarbeiter in der
Verantwortung, «sich zur Sicherung ihrer
Beschäftigungsfähigkeit künftig verstärkt auf
eigene Initiative weiterzubilden», heißt es in der Studie.
Jedes zweite Unternehmen hält es für schwierig, Weiterbildung
innerhalb der Arbeitszeit zu organisieren.
Das Institut hat allerdings auch ermittelt, dass sich mehr als 87
Prozent der Unternehmen in der Weiterbildung engagieren. Das seien drei
Prozentpunkte mehr als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Fast die
Hälfte der acht Milliarden Euro, die die gesamte deutsche
Industrie jährlich für Weiterbildung aufwende, gehe demnach
auf das Konto der Metall- und Elektrobranche. Allerdings würden in
der Studie auch indirekte Kosten - etwa für die aufgewandte
Arbeitszeit - eingerechnet.
Von den kleinen Betrieben mit bis zu 49 Mitarbeitern bieten dem Bericht
zufolge 86,5 Prozent Weiterbildung an. Von den Unternehmen mit mehr als
500 Mitarbeitern seien es sogar 96,4 Prozent.
(Quelle: ap)
VW-Mitarbeitern drohen drastische Lohneinbußen
Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich im
Gespräch
Mo.13.02.06 - Mehr Arbeit bei gleichem Lohn: Die angekündigte Sanierung des
Volkswagen-Konzerns könnte für die Beschäftigten mit
drastischen Lohneinbußen verbunden sein. Verschiedene Medien
berichteten am Wochenende, bei VW stehe die Rückkehr zur
Fünf-Tage-Woche zur Debatte - statt wie bisher 28,8 Stunden an vier
Tagen. Ein VW-Sprecher sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP, man
werde zunächst mit den Tarifpartnern Gespräche führen
und wolle deswegen solche Spekulationen nicht kommentieren.
VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte am Freitag trotz eines
kräftigen Gewinnsprungs ein tief greifendes
Umstrukturierungsprogramm angekündigt, von dem bis zu 20.000
Mitarbeiter betroffen sein können. Es gehe aber «nicht darum,
20.000 Leute abzubauen», sagte er. Man wolle jedoch die
Produktivität an den traditionellen Standorten «auf das
internationale Maß bringen».
Markenchef Wolfgang Bernhard hatte jüngst die Produktivität
in den deutschen Fabriken des Konzerns als zu niedrig kritisiert.
Während der Durchschnitt der Wettbewerber im Volumensegment mit 25
Stunden oder weniger zurechtkomme, um ein Auto zusammenzubauen, brauche
VW 50 Stunden. Bei einzelnen Produkten sei der Unterschied noch
gravierender.
Laut «Spiegel» sind sich Pischetsrieder und Bernhard einig,
dass die Arbeitskosten sinken müssen. «Das geht nur, wenn die
Mitarbeiter zum gleichen Lohn länger arbeiten», schrieb das
Nachrichtenmagazin. In einigen Bereichen wie der Entwicklung sollten
künftig sogar wieder 40 Stunden gearbeitet werden.
Die Schließung eines Montagewerks sei nach Angaben eines
VW-Managers dann kaum zu vermeiden. Die Fabrik in Brüssel, in der
Golf und Lupo produziert werden, gilt als besonders gefährdet, wie
das Magazin schrieb. Die Fertigung der dort montierten Autos könne
auf die deutschen Standorte verteilt werden. Dann wären diese
besser ausgelastet und eher rentabel. Allerdings sei Brüssel
bislang deutlich kostengünstiger als Wolfsburg.
Laut «Focus» sollen den Plänen von Pischetsrieder
zufolge künftig alle Beschäftigten unter den Bedingungen der
Konzerntochter Auto 5000 arbeiten: Die Mitarbeiter von Auto 5000, die
etwa den VW Touran produzieren, bekommen keine Pausenzeiten bezahlt,
müssen kostenlos Produktionsmängel nachbessern und bis zu 42
Stunden pro Woche arbeiten. Mit knapp 2.600 Euro verdienen sie dabei
genau so viel wie ihre nach dem Haustarif bezahlten Kollegen, die
lediglich 28,8 Stunden pro Woche arbeiten müssen.
Sollten Betriebsrat und IG Metall die kostenlose Mehrarbeit ablehnen,
würde der Konzern notfalls aus dem 2004 geschlossenen Tarifvertrag
aussteigen und mit betriebsbedingten Kündigungen drohen, berichtet
der «Focus» weiter.
Pischetsrieder äußerte sich am Freitag bei der Bekanntgabe
des Restrukturierungsprogramms noch nicht zu konkreten
Einzelmaßnahmen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er aber
aus. «Wir haben einen Tarifvertrag, und es ist nicht
beabsichtigt, den zu kündigen. Und unsere Tarifvertrag
schließt betriebsbedingte Kündigungen aus», betonte er.
In dem Tarifvertrag aus dem Jahr 2004 hatten VW und IG Metall bis Ende
2011 ein Beschäftigungsniveau von rund 103.000 Mitarbeitern in
Westdeutschland vereinbart.
(Quelle: ap)
Electrolux: Schließung des AEG-Werks in Nürnberg
unwiderruflich
Mo.13.02.06 - In der Auseinandersetzung um die Schließung des AEG-Werks in
Nürnberg hat der Mutterkonzern Electrolux das Aus für den
Traditionsstandort als unwiderruflich bezeichnet. Konzern-Chef Hans
Straberg kritisierte in der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht zugleich
die schleppenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft: "Die
Verhandlungsposition verbessert sich nicht, wenn die IG Metall auf Zeit
spielt." In den Arbeitskampf zwischen Gewerkschaft und Electrolux war
auch Mitte der Woche keine Bewegung gekommen. Die beiden Parteien
vertagten ihre Gespräche daher nach einer Verhandlungsrunde auf
kommenden Donnerstag. Der Streik soll bis zum neuen Treffen
unverändert weiterlaufen.
Die gut 1700 AEG-Beschäftigten streiken gegen die geplante
Schließung des Traditionsstandorts 2007 und wollen höhere
Abfindungen, Qualifizierungsmaßnahmen und eine
Beschäftigungsgesellschaft durchsetzen. Electrolux will AEG aus
Kostengründen dicht machen und die Produktion nach Polen und
Italien verlagern.
(Quelle: rtr)
Telekom muss noch mehr Personal abbauen
Mo.13.02.06 - Mit dem geplanten Personalabbau von 32.000 Mitarbeitern bei der Telekom
dürfte nach Einschätzung ihres Personalchefs Heinz
Klinkhammer das "Ende der Fahnenstange" noch nicht erreicht sein. Es
wäre unredlich, den Eindruck zu erwecken, dass der Konzernumbau
damit bereits abgeschlossen sei, sagte Klinkhammer der
"Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe). Der
Telekom-Verhandlungsführer zeigte sich enttäuscht über
die Ablehnung des am vergangenen Mittwoch erzielten Kompromisses durch
die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Obwohl der Gewerkschaft die
Beschäftigungsproblematik bei der Festnetzgesellschaft T-Com
bekannt sei, habe Verdi die Ablehnung des Verhandlungskompromisses mit
der geplanten Reduzierung der Call-Center-Standorte von derzeit 96 auf
51 begründet.
(Quelle: afp)
Müntefering kürzt jungen Arbeitslosen Hartz IV
Mo.13.02.06 - Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) will
Hartz-IV-Leistungen für junge Arbeitslose stärker kürzer
als bisher bekannt. Arbeitslose zwischen 18 und 25 Jahren sollen nur
noch 80 Prozent des Arbeitslosengeldes II bekommen, wie die
"Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Gesetzentwurf Münteferings
berichtet. Die Leistungen würden dann von bisher 345 (Ost: 331)
Euro auf 276 (Ost: 265) Euro gekürzt.
Bisher galten alle volljährigen Arbeitslosen als
"eigenständige Bedarfsgemeinschaft" mit Anspruch auf den vollen
Hartz IV-Regelsatz sowie die Übernahme von Unterkunfts- und
Heizkosten. Dem Gesetzentwurf zufolge sollen den 18- bis
25-Jährigen künftig auch nur noch dann die Unterkunftskosten
für eine eigene Wohnung bezahlt werden, wenn sie aus
"schwerwiegenden sozialen Gründen" bei den Eltern ausziehen
müssen. Gezahlt wird nur, wenn die Behörde den Umzug vorher
genehmigt hat.
(Quelle: afp)
UN-Inspektor untersucht Recht auf Bildung in Deutschland
Mo.13.02.06 - Ein Inspektor der UN-Menschenrechtskommission untersucht von heute an
das deutsche Bildungssystem. Dabei will der UN-Sonderberichterstatter
für das Recht auf Bildung, Vernor Muñoz, der Frage
nachgehen, ob Ausländerkinder, Schüler aus armen Familien und
Behinderte in deutschen Schulen ausreichend gefördert werden. Mit
dem weltweiten PISA-Test waren Deutschland schwere Versäumnisse
bei der Chancengleichheit in der Bildung bescheinigt worden. Auftakt
bildet in Berlin ein Gespräch mit Bildungsministerin Annette
Schavan.
(Quelle: dpa)