Aktuelle Nachrichten
Irak am fünfhundertneunundneunzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Sieben Tote bei zwei Bombenanschlägen. Arabische Zeitungen zeigen
Folterbilder aus Abu Ghoreib auf Titelseiten. Irakisches
Innenministerium prüft Berichte über Todesschwadron der
Polizei
Fr.17.02.06 - Der anhaltenden Gewalt im Irak fielen am Donnerstag wieder mindestens
zwölf Menschen zum Opfer. Bei einem Bombenanschlag in Bagdad wurden
sechs Iraker getötet und elf verletzt, wie die Polizei mitteilte.
Den Angaben zufolge galt der Anschlag einer US-Patrouille. Nach der
Explosion der Autobombe kam es zu einem kurzen Feuergefecht zwischen
US-Soldaten und mutmaßlichen Aufständischen. Eine weitere
Autobombe riss in einem anderen Stadtteil Bagdads einen Polizisten in
den Tod und verletzte drei Passanten.
Bei weiteren Angriffen im Westen Bagdads wurden ein Fahrer der
jordanischen Botschaft erschossen und ein Mitglied der Kommunalregierung
schwer verletzt. Bei Bakuba nördlich der Hauptstadt erschossen
Angreifer aus einem Minibus heraus drei Scheichs, wie die Polizei
berichtete. In Kirkuk im Norden des Landes töteten Bewaffnete einen
irakischen Offizier.
Zahlreiche arabische Zeitungen haben die neu aufgetauchten Folterbilder
aus dem US-Militärgefängnis Abu Ghoreib im Irak auf den
Titelseiten veröffentlicht. Auch die auflagenstarke
überregionale Zeitung «Al-Hayat» druckte Fotos, auf
denen Leichen und geschundene Körper zu sehen sind. Beobachter
erwarten, dass die Bilder die anti-amerikanische Stimmung in der
muslimischen Welt weiter anheizen werden. Einige US-Foltersoldaten sind
inzwischen zu Haftstrafen verurteilt worden.
Nach Berichten über eine Todesschwadron der irakischen Polizei hat
das Innenministerium Untersuchungen eingeleitet. Die Ermittler sollen
nach Angaben des Ministeriums vom Donnerstag Vorwürfe der
US-Streitkräfte prüfen, wonach amerikanische Soldaten 22
Männer in Polizeiuniform überraschten, als diese einen
Sunniten töten wollten.
In den vergangenen Wochen wurden wiederholt Sunniten gefesselt und
erschossen aufgefunden und unter anderem Truppen des von Schiiten
dominierten Innenministeriums von der Bevölkerung dafür
verantwortlich gemacht. Die US-Truppen hätten Hinweise auf eine
Todesschwadron innerhalb des Innenministeriums, zitierte die Zeitung
«Chicago Tribune» am Mittwoch auf ihrer Web-Site den
US-Generalmajor Joseph Peterson.
(Quellen: ap, dpa)
Zeuge berichtet von Abu Ghraib
Das Online-Magazin Salon hat alle Abu Ghraib-Bilder zugespielt
bekommen, Whistleblower, die von den Missständen in Abu Ghraib
oder der NSA berichten, sollen besser geschützt werden, fordert
ein Kongressausschuss... Mehr bei telepolis vom 17.02.06:
http://www.telepolis.de/r4/artikel/22/22062/1.html
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 17.02.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am zweihundertvierunddreißgsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Do.17.02.05 - Kampfabstimmung über künftigen irakischen Regierungschef.
Beobachter sehen erste Anzeichen für einen Riss in der vom
schiitischen Großayatollah Ali al Sistani unterstützten
Allianz +++ Über dreißig Tote bei Anschlägen und
Kämpfen +++ Sabotage-Anschläge auf wichtige Ölleitungen +++
Italiens Senat für Verlängerung von Irak-Einsatz +++ Video mit
entführter italienischen Reporterin Sgrena aufgetaucht +++
Private US-Söldner berichten über willkürliche
Tötung irakischer Zivilisten +++ Welttribunal über den Irak (WTI) wirft westlichen
Mainstream-Medien vor, zur Eskalation der Gewalt im Irak beigetragen zu
haben und einer politisch motivierten Berichterstattung gefolgt zu
sein....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/k0502170.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die am Donnerstag auf der Website der
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht werden sollte.
Die Umfrage im Auftrag der US-Universitäten Johns Hopkins und
Columbia und der Al-Mustansirija-Universität in Bagdad wurde von
Irakern, überwiegend Ärzten, durchgeführt. Von
landesweit 988 besuchten Haushalten erklärten sich 808 zur
Teilnahme bereit. Verglichen wurde die Todesrate nach der Invasion mit
der in der Zeit vor dem Krieg. Anschließend wurde die Rate auf
das gesamte Land hochgerechnet. «Die meisten Menschen, die von
Koalitionstruppen getötet wurden, waren Frauen und Kinder»,
heißt es in dem Bericht.
Sa.30.10.04 - Die britische Regierung will die von US-Wissenschaftlern
veröffentlichte Zahl von rund 100.000 Zivilisten, die infolge des
US-geführten Krieges im Irak ums Leben kamen, "sehr ernsthaft"
prüfen. London habe noch keine Zeit gehabt, sich die Studie der
Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health genauer anzusehen,
sagte der britische Außenminister Jack Straw. Da die Erhebung
jedoch in der renommierten britischen Fachzeitung "The Lancet"
erschienen sei, werde die Regierung sie sehr ernsthaft prüfen.
Zugleich betonte Straw, die Zahl von 100.000 getöteten Irakern sei
"eine sehr hohe Schätzung", die weit über allen bisherigen
Angaben von Nichtregierungsorganisationen liege. So spreche die
irakische Internetseite "Body Count" [http://www.iraqbodycount.net] von 15.000 Toten seit Beginn der
Kampfhandlungen im März 2003.
Sa.17.09.05 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 1.899
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen.Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
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UN-Experten fordern Schließung von Guantánamo
Fr.17.02.06 - Ein Expertenteam der UN-Menschenrechtskommission hat die Regierung der
Vereinigten Staaten aufgefordert, ihr Gefangenenlager im
US-Militärstützpunkt Guantánamo auf Kuba
unverzüglich zu schließen.
In ihrem Bericht, der am Donnerstag in Genf veröffentlicht wurde,
stellen die fünf internationalen Völkerrechts- und
Menschenrechtsexperten fest, dass einzelne Verhörpraktiken, von
denen ihnen ehemalige Insassen des Lagers berichtet hatten, einer
Folterung gleichkämen.
Die allgemeinen Bedingungen in Guantánamo, darin eingeschlossen
die Ungewissheit über die Dauer der Festhaltung, stelle eine
«unmenschliche Behandlung» der Gefangenen dar. Die gegen
Hungerstreikende angewandte Zwangsernährung laufe außerdem
deren Menschenrecht auf Gesundheit zuwider. «Die Regierung der
Vereinigten Staaten sollte das Gefangenenlager Guantánamo Bay
ohne jeden Verzug schließen», heißt es in einer der
Schlussfolgerungen des Berichts.
Die Experten kritisieren auch die Anwendung von unnötiger Gewalt
gegen Gefangene, die Überstellung von Gefangenen in Länder, in
denen ihnen ernsthaft Folter droht, und die Verletzung ihrer
religiösen Gefühle durch das Militärpersonal in
Guantánamo. Der Bericht zitiert Zeugenaussagen, denen zufolge der
Koran getreten und zerrissen worden sein soll und sich weibliche
Verhöroffiziere den Gefangen in sexuell anrüchiger Weise
genähert haben sollen.
Die Berichterstatter ziehen auch die Rechtsgrundlage in Zweifel, mit
der die USA mehrere hundert so genannte feindliche Kämpfer
inhaftiert hält. Die USA haben seit Anfang 2002 mehr als 750
Männer nach Guantánamo gebracht, die sie in Afghanistan und
Pakistan aufgegriffen und als feindliche Kämpfer eingestuft hatten.
Etwa 250 davon wurden inzwischen entlassen. Der weltweite Kampf gegen
den Terrorismus stelle, so der Bericht, «keinen bewaffneten
Konflikt» dar, der eine Internierung von Kriegsgefangenen für
die Dauer des Konflikts rechtfertigen würde.
Die zeitlich unbefristete Festhaltung der Gefangenen ohne Anklage und
ohne Zugang zu Rechtsmitteln komme in diesem Zusammenhang einer
Verletzung internationaler Menschenrechtskonventionen gleich, denen auch
die USA beigetreten seien. Die Verhandlung von bisher wenigen
Fällen vor nicht öffentlichen
Militärrichter-Ausschüssen missachte wiederum das Recht der
betroffenen Guantánamo-Häftlinge auf ein faires Verfahren.
Das Expertenteam war im Januar 2002 von der UN-
Menschenrechtskommission in Genf eingesetzt worden, um die Situation der
Gefangenen im US-Lager Guantánamo zu beobachten. Eine Einladung
der US-Regierung, die Anlage zu besuchen, schlugen die Experten aus,
weil die US-Behörden keine Gespräche mit Insassen unter vier
Augen zulassen wollten. Ihren Bericht stützen sie unter anderen auf
Interviews mit ehemaligen Guantánamo-Gefangenen, die heute in
Frankreich, Spanien und Großbritannien leben, und auf
Gespräche mit Anwälten.
Die US-Regierung hatte bereits am Dienstag, als amerikanische Medien
vorab aus dem Bericht zitierten, die darin enthaltenen Vorwürfe
zurückgewiesen. Zu einer inzwischen nicht wesentlich
veränderten Roh-Fassung des Berichts nimmt Washington in einem dem
Bericht hinzugefügten Annex Stellung. «Wir weisen die meisten
Inhalte und Schlussfolgerungen des UN-Berichts als juristisch irrelevant
und einer klaren Faktengrundlage entbehrend kategorisch
zurück», heißt es darin.
(Quelle: dpa)
Mehr bei telepolis vom 17.02.06:
http://www.telepolis.de/r4/artikel/22/22063/1.html
Mit brutalem Zwang gehen die USA gegen Hungerstreikende in Guantanamo
vor:
http://ww.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0602100.htm#060210_s
Pakistan: Ex-Guantanamo-Gefangene werden Stigma des
Terror-Häftlings nicht los
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0602140.htm#060214_s
Taliban-Rebellen überfallen Polizeistation in Afghanistan
Fr.17.02.06 - Etwa 50 mutmaßliche Taliban-Rebellen haben einen abgelegenen
Polizeiposten in Afghanistan überfallen. Ein Polizist wurde
getötet und vier weitere verletzt, wie die Behörden am
Donnerstag mitteilten. Die Aufständischen seien schließlich
zurückgeschlagen worden, sagte der Gouverneur der
südwestlichen Provinz Nimros, Ghulam Dusthakir Assad. Unter den
Angreifern habe es am Mittwoch ebenfalls Tote oder Verletzte gegeben.
(Quelle: ap)
Nahost
US-Kongress verabschiedet Resolution gegen Hamas
Fr.17.02.06 - Der amerikanische Kongress hat eine Resolution verabschiedet, mit der
Kurs der Regierung gegen die radikalislamische Hamas unterstützt
wird. Die US-Regierung macht eine weitere Unterstützung der
Palästinenser davon abhängig, dass die Hamas ihre
antiisraelische Politik aufgibt. Die Bewegung hatte kürzlich die
Parlamentswahl in den palästinensischen Gebieten gewonnen. Der
US-Senat stimmte am Mittwoch mit 418 Stimmen bei einer Gegenstimme
für die symbolische Erklärung, die zuvor bereits den Senat
passiert hatte.
(Quelle: ap)
Hamas-Politiker: Hanija ist Favorit für Amt des Regierungschefs
Fr.17.02.06 - Der Hamas-Spitzenkandidat bei der Parlamentswahl, Ismail Hanija, hat
nach Angaben der radikalislamischen Bewegung die größten
Chancen auf das Amt des künftigen palästinensischen
Ministerpräsidenten. Der im Gazastreifen ansässige Politiker
sei "der stärkste Kandidat" für den Posten, teilten
führende Hamas-Politiker am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP
mit. Die internen Diskussionen über den richtigen Kandidaten seien
aber noch nicht beendet. Auf Anfrage von AFP wollte Hanija die Nachricht
nicht bestätigten. Er kündigte aber an, dass der kommende
Ministerpräsident aus dem Gazastreifen stammen werde.
(Quelle: ap)
Israel bereitet sich auf Boykott der Autonomiebehörde vor
Fr.17.02.06 - Wenige Tage vor der konstituierenden Sitzung des neuen
Palästinenserparlaments hat sich Israel auf die Verhängung von
Wirtschaftssanktionen vorbereitet. Bei einem Treffen hätten hohe
Regierungsvertreter darüber beraten, alle Zahlungen an die
palästinensische Autonomiebehörde einzustellen,
humanitären Organisationen aber weiterhin die Arbeit zu
ermöglichen, berichtete der Rundfunk am Mittwoch unter Berufung auf
Regierungskreise. Außenministerin Zippi Livni habe
angekündigt, nach der Zusammenkunft des neuen Parlaments am Samstag
die Überweisungen an die Autonomiebehörde einzustellen.
Regierungsberater Dov Weisglass habe den Plan bei dem Treffen so
erklärt: "Die Idee ist es, den Palästinensern eine Diät
zu verordnen, sie aber nicht an Hunger sterben zu lassen."
(Quelle: afp)
Massenproteste gegen Mohammed-Karikaturen in Pakistan weiten sich aus
Fr.17.02.06 - Die Proteste in Pakistan wegen der in Europa veröffentlichten
Mohammed-Karikaturen haben sich ausgeweitet.
Am Donnerstag demonstrierten rund 50.000 Menschen friedlich im Zentrum
der südpakistanischen Stadt Karatschi. Demonstranten mit
Stirnbändern und Fahnen in Grün - der traditionellen Farbe des
Islam - verbrannten Bilder des dänischen Ministerpräsidenten
Anders Fogh Rasmussen und von US-Präsident George W. Bush und
skandierten Parolen wie "Tod den Gotteslästerern". Filialen
westlicher Unternehmen wie etwa Siemens und Citibank an der
Demonstrationsroute verhängten ihre Firmen-Logos aus Furcht vor
Übergriffen der Stöcke schwingenden Protestierer. Erst am
Mittwoch waren bei gewaltsamen Protesten in Pakistan drei Menschen ums
Leben gekommen. Pakistanische Sicherheitskräfte nahmen dabei rund
200 Personen in Lahore im Nordosten des Landes fest.
Der Anführer des friedlichen Protests in Karatschi, Mufti
Munib-ur-Rehman, forderte die pakistanische Regierung am Mittwoch auf,
alle Verbindungen zu denjenigen europäischen Ländern
abzubrechen, die die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht haben.
Ferner sollten deren Botschafter in ihre Heimatländer
zurückgeschickt werden.
Im Islam gilt eine bildliche Darstellung des Propheten Mohammed als
Gotteslästerung. Die zuerst in Dänemark erschienenen
Karikaturen des Propheten hatten in der islamischen Welt teilweise
gewaltsame Proteste ausgelöst. Islamistische Parteien in dem Land
mit der zweitgrößten moslemischen Bevölkerung weltweit
haben zu einem landesweiten Streik in Pakistan für den 3. März
aufgerufen. Zu dieser Zeit wird der Besuch von US-Präsident Bush
erwartet.
(Quelle: rtr)
Frankreich - Iran verfolgt geheimes Atomwaffenprogramm
Fr.17.02.06 - Frankreich hat sich überzeugt gezeigt, dass der Iran ein geheimes
Atomwaffenprogramm betreibt.
Außenminister Philippe Douste-Blazy erneuerte am Donnerstag in
einem Gespräch mit dem Fernsehsender France 2 die Vorwürfe der
internationalen Staatengemeinschaft an die Adresse der Führung in
Teheran. Die Botschaft des Westens an den Iran sei klar: "Kehrt zur
Vernunft zurück; setzt alle Atomaktivitäten aus, die
Urananreicherung und die Urankonversion!" Doch die Regierung der
Islamischen Republik höre nicht zu und komme dem nicht nach, sagte
Douste-Blazy. Von einem zivilen Nuklearprogramm könne daher nicht
gesprochen werden. "Es handelt sich um ein verstecktes
militärisches Atomprogramm", sagte er.
Der Iran hat wiederholt diese Vorwürfe des Westens
zurückgewiesen und erklärt, das Atomprogramm diene
ausschließlich der Energiegewinnung. Mit der Wiederaufnahme
vorbereitender Arbeiten zur Urananreicherung hatte das Land in dieser
Woche jedoch den Konflikt weiter verschärft.
Der UN-Sicherheitsrat soll sich Anfang März nach Vorlage eines
Berichts des Vorsitzenden der Internationalen Atomenergie-Behörde
IAEA, Mohamed ElBaradei, mit der Angelegenheit befassen. Douste-Blazy
betonte, die internationale Gemeinschaft sei sich in der Atomfrage
einig. Frankreich hat wie China, die USA, Russland und
Großbritannien als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat ein
Veto-Recht in dem wichtigsten UN-Gremium. China dringt weiter mit
Nachdruck auf eine diplomatische Lösung des Streits. In der
kommenden Woche sind Gespräche zwischen Russland und dem Iran
über einen Kompromissvorschlag angesetzt. Auch Russland, der
traditionelle Verbündete des Iran, fordert mittlerweile einen
Kurswechsel, um einen Kompromiss noch zu ermöglichen.
(Quelle: rtr)
USA ziehen Ausweitung eigener Sanktionen gegen Iran in Erwägung
Fr.17.02.06 - US-Außenministerin Condoleezza Rice hat am Mittwoch eine
mögliche Ausweitung der amerikanischen Sanktionen gegen den Iran
ins Spiel gebracht. Die USA würden multilaterale
Strafmaßnahmen bevorzugen, sagte sie vor dem Senatsausschuss
für auswärtige Beziehungen. Washington könnte aber auch
alleine entsprechende Maßnahmen einleiten. Seit 1979 sind bereits
US-Sanktionen auf diplomatischer und wirtschaftlicher Ebene gegen den
Iran in Kraft.
Rice bat den Kongress um umgerechnet 63 Millionen Euro an
zusätzlicher Unterstützung für Demokratiebemühungen
im Iran. Die USA müssten Iraner unterstützen, die sich nach
Freiheiten sehnten, die sie unter ihrer Regierung nicht erhielten, sagte
sie. Das Geld soll unter anderem in Rundfunk- und Fernsehprogramme und
in das Studium von Iranern im Ausland fließen.
Die USA arbeiteten mit Nichtregierungsorganisationen zusammen, um ein
Unterstützungsnetzwerk für politische Dissidenten und
Menschenrechtsaktivisten aufzubauen, sagte Rice weiter. In den
vergangenen beiden Jahren habe das US-Außenministerium bereits
mehr als 3,3 Millionen Euro in Projekte investiert, die iranische
Bürger bei ihren Bemühungen um politische und wirtschaftliche
Freiheiten unter die Arme griffen, erklärte sie. Im laufenden
Haushaltsjahr seien außerdem bereits 8,4 Millionen Euro für
solche Projekte bewilligt.
(Quelle: ap)
Venezuela und Iran schließen bilaterales Wirtschaftsabkommen
Fr.17.02.06 - Der Iran und Venezuela haben ihre Wirtschaftsbeziehungen vertieft. Die
beiden wichtigen Ölförderländer riefen am Mittwoch einen
gemeinsamen Fonds zur bilateralen Wirtschaftsförderung ins Leben.
Aus dem Topf, den beide Seiten mit insgesamt 200 Millionen Dollar (168
Millionen Euro) füllen wollen, soll vor allem der bilaterale Handel
gefördert werden; zunächst stellen beide Länder 15,5
Millionen Dollar bereit.
(Quelle: afp)
Préval zum Wahlsieger in Haiti erklärt
Fr.17.02.06 - Neun Tage nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten
Präsidentschaftswahl in Haiti hat die Wahlkommission
Réné Préval zum Sieger erklärt und damit die
politische Krise entschärft. «Wir haben eine Lösung des
Problems erreicht», sagte der Vorsitzende des provisorischen
Wahlrats, Max Mathurin.
Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen lag der frühere
Staatschef lediglich bei 48,76 Prozent, für einen Sieg in der
ersten Runde waren jedoch mehr als 50 Prozent notwendig. Das Lager
Prévals hatte mit Massenprotesten eine Überprüfung des
Ergebnisses erzwungen. Am frühen Donnerstagmorgen einigten sich
Wahlkommission und Regierung, die ohne Kreuz abgegebenen Stimmzettel
nicht mitzuzählen, so dass sich das Ergebnis zu Gunsten
Prévals verbesserte.
Das (neue) Endergebnis liegt nach Angaben der Kommission bei 51,15
Prozent für Préval. Ministerpräsident Gérard
Latortue sagte der AP: «Wir erkennen die endgültige
Entscheidung des Wahlrats an und begrüßen die Wahl von Herrn
René Préval zum Präsidenten der Republik von
Haiti.»
Unmittelbar nach der Einigung blieb es in Port-au-Prince zunächst
ruhig, nachdem bei Unruhen in den vergangenen Tagen mindestens ein
Anhänger Prévals getötet worden. Der neue
Präsident hatte am Dienstag von «massiver Fälschung und
groben Fehlern» der Wahlkommission gesprochen. Ein eindeutiges
Ergebnis und damit verbunden ein starkes Mandat für die
künftige Regierung gelten als Voraussetzung, den verarmten
Karibikstaat vor einem weiteren Abgleiten ins Chaos zu bewahren.
Die Lage in Haiti verschlimmerte sich nach dem gewaltsamen Sturz von
Präsident John-Betrand Aristide vor zwei Jahren. Aristide war der
Mentor seines Nachfolgers Préval. Dass sich die Situation in den
kommenden Tagen beruhigen könnte, deutet sich durch die Zustimmung
der Übergangsregierung zum am Donnerstagmorgen gefundenen Ergebnis
an. «Préval hat gewonnen», sagte der Kabinettschef
von Interimspräsident Boniface Alexandre, Michel Brunache, der
Nachrichtenagentur AP. «Am 7. Februar haben die Menschen eine Wahl
getroffen. Heute ist ein historischer Tag für Haiti.»
(Quelle: ap)
Serbien weist EU-Vorschlag zu Unabhängigkeitsreferendum zurück
Fr.17.02.06 - Serbien und Montenegro haben einen Kompromissvorschlag der EU zum
Referendum über eine Auflösung ihres gemeinsamen Staatenbunds
zurückgewiesen. Die Bevölkerung von Montenegro stimmt im Mai
über einen Austritt der winzigen Balkanrepublik aus dem
Staatenbund ab. Serbien will einen Austritt aber nur akzeptieren, wenn
die absolute Mehrheit aller Wahlberechtigten in Montenegro - nicht nur
die Mehrheit der Teilnehmer des Referendums - dafür stimmt.
Die EU schlug als Kompromiss vor, als Quorum für ein gültiges
Ergebnis sollten 55 Prozent der Abstimmenden gelten. Sowohl Belgrad als
auch Podgorica erklärten diesen Vorschlag jedoch für
ungeeignet.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso rief die
serbischen Behörden bei einem Besuch in Belgrad unterdessen zu
einer verstärkten Zusammenarbeit mit dem
UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag auf. Davon hänge die
«europäische Perspektive» Serbiens ab, sagte Barroso,
der von EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn begleitet wurde.
Brüssel verhandelt mit Serbien über ein Stabilisierungs- und
Assoziierungsabkommen, das den ersten Schritt auf dem Weg zu einem
möglichen EU-Beitritt darstellt.
(Quelle: ap)
EU-Parlament stimmt umstrittener Dienstleistungsrichtlinie zu
Fr.17.02.06 - Das Europaparlament hat die umstrittene Dienstleistungsrichtlinie mit
Änderungen in zentralen Punkten angenommen und damit den Weg
für einen EU-weiten Markt geebnet.
Das heftig kritisierte Herkunftslandprinzip, nach dem Dienstleister bei
Tätigkeiten im EU-Ausland nur den Regeln ihres jeweiligen
Heimatlandes unterworfen werden sollten, wurde gestrichen. Zahlreiche
Branchen wurden ausgeklammert. 394 Abgeordnete stimmten für die
geänderte Richtlinie, 215 dagegen, 33 enthielten sich. Die
Mitgliedsländer müssen dem Gesetz noch zustimmen.
Mit der Richtlinie sollen Dienstleister ihre Arbeit künftig ohne
bürokratische Barrieren überall in der EU anbieten
können. Die Mitgliedsländer müssen ihre Märkte
öffnen. Sie können aber eingreifen, wenn sie die
öffentliche Ordnung oder Sicherheit, die Volksgesundheit oder den
Umweltschutz beeinträchtigt sehen. In den vergangenen Tagen hatte
mehrere zehntausend Menschen gegen die Richtlinie demonstriert und vor
Lohn- und Sozialdumping gewarnt.
(Quelle: dpa)
Britische Atomanlage Sellafield - EU moniert Sicherheitsmaßnahmen
Fr.17.02.06 - Die EU hat die Sicherheitsmaßnahmen in der britischen Atomanlage
Sellafield moniert. Die Kommission forderte die Betreibergesellschaft
British Nuclear Group am Mittwoch zu schärferen Kontrollen auf, um
sicherzustellen, dass Nuklearmaterial nicht zu anderen als friedlichen
Zwecken abgezweigt werden könne. Die Regeln für Buchung und
Rechnungslegung entsprächen nicht in vollem Umfang den Standards
der europäischen Atombehörde Euratom. BNG erklärte, man
nehme das Thema sehr ernst und arbeite eng mit EU-Atominspektoren
zusammen. Die EU unterstrich, bislang habe man keine Hinweise darauf
gefunden, dass atomares Material in Sellafield verloren gegangen oder
für nicht deklarierte Zwecke missbraucht worden sei. In Sellafield
befinden sich unter anderem eine Wiederaufarbeitungsanlage und ein
Kraftwerk.
(Quelle: ap)
Deutschland
Bund erhöht 2006 Ausgaben um zwei Milliarden Euro
Fr.17.02.06 - Trotz aller Sparappelle erhöht die große Koalition im
Haushalt 2006 ihre Ausgaben. Sie sollen laut dem Etatentwurf des
Finanzministeriums um 0,7 Prozent oder zwei Milliarden Euro auf rund 262
Milliarden Euro steigen, wie am Donnerstag aus Regierungskreisen
verlautete. An Steuereinnahmen plant die schwarz-rote Regierung rund 192
Milliarden Euro ein, rund zwei Milliarden Euro mehr als 2005.
Die Nettokreditaufnahme wird den Angaben zufolge zwischen 38,2 und 38,4
Milliarden Euro liegen und damit entgegen Artikel 115 des Grundgesetzes
die Summe der Investitionen deutlich überschreiten: Sie sollen laut
dem Plan rund 23 Milliarden Euro betragen.
Der Haushalt 2006 wird damit aller Voraussicht erneut nicht Obergrenze
des Euro-Stabilitätspakts einhalten, wonach das Haushaltsdefizit
drei Prozent des Brutto-Inlandsprodukts nicht überschreiten darf.
Beobachter rechnen mit einem Haushaltsdefizit von 3,4 Prozent.
Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat die Chefgespräche
mit den anderen Ministern inzwischen abgeschlossen. Der Haushaltsplan
2006 und die Finanzplanung des Bundes bis zum Ende der Legislaturperiode
2009 sollen am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden.
Im Jahr 2005 hatte der Bund neue Schulden von rund 31 Milliarden Euro
aufgenommen, ursprünglich eingeplant waren nur 22 Milliarden. Die
Ausgaben beliefen sich im vergangenen Jahr auf 259,8 Milliarden Euro und
endeten damit 5,5 Milliarden Euro über dem Soll.
(Quelle: ap)
Nach Karlsruher Urteil: Streit über Verfassungsänderung
Fr.17.02.06 - Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen das
Luftsicherheitsgesetz gibt es in der großen Koalition
Meinungsverschiedenheiten über das weitere Vorgehen.
Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy wies Forderung des bayerischen
Innenministers Günther Beckstein (CSU) zurück, mit einer
Verfassungsänderung eine klare Rechtsgrundlage für den Einsatz
der Bundeswehr im Inneren zu schaffen. «Karlsruhe hat nicht
über den Einsatz der Bundeswehr im Inneren befunden, sondern
über den Spezialfall eines terroristischen Angriffs aus der
Luft», sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses in
einem dpa-Gespräch.
Das Bundesverfassungsgericht hatte das Luftsichersicherheitsgesetz am
Mittwoch als verfassungswidrig verworfen. Das Gesetz sollte den Abschuss
eines von Terroristen entführten und als Waffe eingesetzten
Passagierflugzeuges als letztes Mittel erlauben, um eine noch schlimmere
Katastrophe zu verhindern.
Die Union will trotz des Urteils weiter eine Grundgesetzänderung
zum Einsatz der Bundeswehr im Innern prüfen. «Die Sache
bleibt für uns auf dem Tisch», sagte Unions-Fraktionschef
Volker Kauder der dpa. Es sei nun zu überlegen, wie der Schutz der
Bevölkerung vor terroristischen Angriffen «hinzubekommen
ist». Kauder geht davon aus, dass sich die zuständigen
Bundesminister noch in dieser Woche über das weitere Vorgehen
verständigen. Danach würden auch die Fachpolitiker der
Koalitions-Fraktionen einbezogen.
Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sagte der
«Berliner Zeitung» (Donnerstag): «Wir brauchen eine
Grundgesetzänderung, damit die Bundeswehr bei terroristischen
Angriffen zum Schutz der Bürger eingesetzt werden kann und zwar in
den Fällen, in denen die Kräfte der Polizei nicht
ausreichen.» Er hält es jedoch für «ganz
unwahrscheinlich, dass eine Grundgesetzänderung schon zur
Fußball-WM durchzusetzen ist».
Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe (SPD),
hält einen Einsatz der Bundeswehr bei der Fußball-WM, etwa
beim Objektschutz, für ausgeschlossen. Robbe sagte der Oldenburger
«Nordwest-Zeitung» (Donnerstag), es gelte weiterhin der
Status quo, «dass die Bundeswehr nicht im Inland über die
Amtshilfe hinaus eingesetzt werden darf».
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) schlug in der
«Netzeitung» (Donnerstag) einen runden Tisch zu einer
Grundgesetzänderung vor. «Wegen der
Fußball-Weltmeisterschaft ist es sinnvoll, dass wir noch vor der
Sommerpause eine Regelung bekommen.»
Der SPD-Innenexperten Michael Hartmann sagte der «Mainzer
Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag), die Union solle ihre Pläne
einmotten. Nachdem Karlsruhe das Luftsicherheitsgesetz gekippt habe,
seien solche Pläne hinfällig. Der verteidigungspolitische
Sprecher der Unions-Fraktion, Bernd Siebert, hält trotz des
Richterspruchs die Tür für ein Luftsicherheitsgesetz noch
nicht für endgültig zugeschlagen, wie er dem
«Handelsblatt» (Donnerstag) sagte.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnte die Bundesregierung davor,
das Urteil durch Ersatzregelungen zu unterlaufen. GdP-Chef Konrad
Freiberg sagte der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstag), es
sei nun abschließend klar gestellt: «Die Bundeswehr darf
nicht als Ersatz-Polizei im Inneren herangezogen werden.»
(Quelle: dpa)
Einigung bei der Föderalismusreform erzielt
Fr.17.02.06 - Bund und Länder haben sich nach zweieinhalbjährigen
Beratungen auf eine grundlegende Reform der bundesstaatlichen Ordnung
in Deutschland geeinigt. Der bayerische Ministerpräsident Edmund
Stoiber (CSU) sagte nach einer Spitzenrunde von Bund und Ländern
in Berlin, durch die Föderalismusreform werde sich der Anteil der
zustimmungsfreien Gesetze auf über 60 Prozent erhöhen. Die
Reform soll bis zur Sommerpause unter Dach und Fach gebracht werden.
"Wir haben es geschafft, ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen", sagte
der SPD-Parlamentsgeschäftsführer Olaf Scholz nach den
Beratungen in Berlin. Bund und Länder würden die erzielte
Einigung am 6. März absegnen, um sie dann wie geplant am 10.
März in Bundestag und Bundesrat einbringen zu können.
Notwendig sind nach seinen Worten rund 40 Verfassungsänderungen,
für die in beiden Kammern eine Zweidrittelmehrheit erforderlich
ist.
"Bund und Länder haben sich auf die bedeutendste Verfassungsreform
der Bundesrepublik geeinigt", sagte
Unions-Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen. Es gebe
mehr Gestaltungsmöglichkeiten auf beiden Seiten, Bund und
Länder könnten künftig effizienter handeln. "Davon
profitieren alle", betonte der CDU-Politiker. Stoiber sprach von einem
"wuchtigen Schritt". Berlins Regierender Bürgermeister Klaus
Wowereit (SPD) zeigte sich überzeugt, dass die
Ministerpräsidentenkonferenz im März dem Reformwerk zustimmen
werde.
Im Zuge der Föderalismusreform erhöht sich der Anteil der
Gesetze, die der Bund im Alleingang ohne die Zustimmung des Bundesrates
beschließen kann. Im Gegenzug können die Länder aber
eigene Verfahrensvorschriften beschließen. Laut Scholz wurde hier
eine dreijährige Übergangsfrist vereinbart, vor deren Ablauf
die Länder abweichende Verfahrensregeln beschließen
können, wenn der Bund zuvor selbst das Verfahren neu geregelt hat.
Der Bund erhält erstmals die Möglichkeit, ein einheitliches
Umweltgesetzbuch zu erlassen. Außerdem werden seine Kompetenzen
auf dem Gebiet der Terrorabwehr gestärkt. In der Hochschulpolitik
wiederum werden die Länder gestärkt, allerdings behält
der Bund für eine zweijährige Übergangsfrist seine
Zuständigkeiten für Qualifaktion und Abschlüssen bei den
Hochschulen.
(Quelle: afp)
Seehofer will mehr Befugnisse für Bund bei Kampf gegen Vogelgrippe
Fr.17.02.06 - Als Konsequenz aus Pannen im Umgang mit den ersten deutschen
Vogelgrippe-Fällen fordert Bundesverbraucherschutzminister Horst
Seehofer (CSU) weitreichendere Befugnisse für den Bund. "Wir haben
hier mit unserem Föderalismus ein Problem", sagte Seehofer am
Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Berlin Mitte". Ob Gammelfleisch
oder Vogelgrippe: "Überall haben wir die gleichen Probleme mit der
Dezentralität", betonte Seehofer. Nach seinen Worten müsse
bei einem so gravierenden Fall der Bund zuständig sein, "um sofort
einsatzfähig zu sein." Die Einrichtung eines mobilen
Einsatzkommandos für solche Fälle sei aber lange daran
gescheitert, dass zwei Bundesländer noch bis zum Januar ihre
Zustimmung verweigert hätten. Bis das Einsatzkommando des Bundes
und der Länder nun einsatzbereit sei, werde es "einige Monate"
dauern.
(Quelle: afp)
EU-Kommissionsvize Verheugen für Mindestlohn in Deutschland
Fr.17.02.06 - Einen Tag nach Verabschiedung der Dienstleistungsrichtlinie im
Europaparlament hat sich der Vizepräsident der Europäischen
Kommission, Günter Verheugen, für Mindestlöhne in
Deutschland ausgesprochen. Aus europäischer Sicht würde einem
Mindestlohn in Deutschland nichts im Wege stehen, sagte Verheugen der
Zeitung "Die Welt" (Freitagausgabe). Damit wäre sichergestellt,
"dass die Dienstleistungsrichtlinie nicht zu einem Druck auf deutsche
Löhne führt". Verheugen verwies darauf, dass es in 19
EU-Staaten einen Mindestlohn gebe. In keinem Fall habe dessen
Einführung zu mehr Arbeitslosigkeit geführt.
(Quelle: afp)
Im Verarbeitenden Gewerbe gingen 2005 fast 90.000 Jobs verloren
Fr.17.02.06 - Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat im vergangenen Jahr fast
90.000 Arbeitsplätze abgebaut, zugleich aber ein deutliches
Umsatzplus eingefahren.
Im Jahresdurchschnitt 2005 arbeiteten in der Branche und in Betrieben
des Bergbaus 5,9 Millionen Menschen und damit 87.000 oder 1,4 Prozent
weniger als 2004, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag
erklärte. Der Gesamtumsatz in den Firmen mit 20 oder mehr
Beschäftigten sei ohne die Umsatzsteuer um 4,6 Prozent auf 1.488,6
Milliarden Euro gestiegen. "Dabei nahmen der Inlandsumsatz um 3,0
Prozent auf 885 Milliarden Euro und der Auslandsumsatz um 7,0 Prozent
auf 603,6 Milliarden Euro zu."
Ein besonders starkes Umsatzplus erzielten die Metallerzeugung und -
bearbeitung mit knapp 13 Prozent sowie Kokereien, die
Mineralölverarbeitung und die Herstellung von Brutstoffen mit gut
zwölf Prozent. Über dem Durchschnitt lagen auch die
Herstellung von chemischen Erzeugnissen mit plus 6,9 Prozent, die
Produktion von Metallerzeugnissen mit 5,3 Prozent, die Herstellung von
Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie der Maschinenbau mit jeweils gut
fünf Prozent.
Unter dem Durchschnitt blieb das Umsatzwachstum bei der Herstellung von
Gummi- und Kunststoffwaren mit 3,3 Prozent sowie im Papier-, Verlags-
und Druckgewerbe mit 1,6 Prozent. Einen starken Umsatzrückgang
hingegen musste die Tabakverarbeitung mit 10,5 Prozent hinnehmen.
Aufwind verspürte das gesamte Verarbeitende Gewerbe zum Jahresende
2005. Im Dezember lag der Gesamtumsatz um 6,8 Prozent höher als ein
Jahr zuvor.
(Quelle: rtr)
Interesse an Weiterbildung sinkt
Fr.17.02.06 - Die Deutschen haben nach einem Bericht des Bildungsministeriums immer
weniger Interesse an Weiterbildung. Demnach sank die Teilnehmerquote an
entsprechenden Kursen zwischen 2000 und 2003 um drei Punkte auf 26
Prozent, berichtet die «Financial Times Deutschland». Der
Rückgang betreffe vor allem die neuen Länder und dort
besonders die Männer. Allerdings sei die Quote im Osten zuvor auch
sehr hoch gewesen. Bildungs-Staatssekretär Andreas Storm nannte den
Trend ein «alarmierendes Signal».
(Quelle: dpa)
Hohe Rückmeldegebühr für Studenten ist verfassungswidrig
Fr.17.02.06 - Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hält die
Erhebung einer Rückmeldegebühr in Höhe von 51,13 Euro an
Berliner Hochschulen für verfassungswidrig. Die Richter
beschlossen, zwei entsprechende Klagen dem Bundesverfassungsgericht
vorzulegen, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte. Die Verfahren am
OVG seien ausgesetzt worden.
Nach Auffassung der Richter steht die Gebühr in einem groben
Missverhältnis zu dem Gebührenzweck der Kostendeckung. Die
Bearbeitung einer Rückmeldung bei den Berliner Hochschulen
verursache nur einen durchschnittlichen Verwaltungsaufwand in Höhe
von 11,42 Euro. Die Gebühr betrage damit das 4,5-fache des
Kostenaufwands (Az.: OVG 8 B 2. und 3.04).
(Quelle: ddp)
Wissenschaft
Ökolandbau kann Ärmsten der Armen retten
Fr.17.02.06 - Es sind nicht hochtechnologische Landwirtschaftsmethoden, die den
ärmsten Bauern der Welt helfen, sondern ökologischer Landbau.
Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam in der jüngsten Ausgabe
des Magazins Environmental Science and Technology [<A
HREF="http://pubs.acs.org/journals/esthag/index.html"
TARGET="_blank">http://pubs.acs.org/journals/esthag/index.html</A>]
. Insgesamt haben die Forscher 280 Projekte in 57 Staaten vier Jahre
lang untersucht. Einheitliches Ergebnis: Nachhaltige Landwirtschaft
brachte die größten Erfolge.
Das Geheimnis des Ökolandbaus scheint recht einfach zu sein:
rotierender Anbau verschiedener Pflanzen auf einem Feld und verminderter
Einsatz von Pestiziden. Der Erfolg ist deutlich. Durchschnittlich lag
die Ernte um 79 Prozent höher und als positiver Nebeneffekt waren
zukünftige Ernten nicht negativ betroffen. Zudem war der
Wasserverbrauch in der Landwirtschaft geringer und negative Folgen auf
die lokale Biodiversität waren auf ein Minimum reduziert. "Es ist
unsicher, ob diese Ergebnisse tatsächlich den Anforderungen der
Zukunft gerecht werden. Allerdings sind das Gründe um
tatsächlich optimistisch zu sein", schreiben die Autoren. Das gelte
insbesondere für arme Bauern-Haushalte.
"Die meisten Menschen denken, dass es nur schlechte Nachrichten gibt,
wenn es um die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern geht", so
Studien-Coautor Jules Pretty vom Department of Biological Sciences an
der University of Essex. Trotz der modernen Landwirtschaftsmethoden
hungern immer noch 800 Mio. Menschen weltweit. Ein weiteres Problem sind
die massiven Zerstörungen durch die industrielle Landwirtschaft
sowie deren hoher Verbrauch von Ressourcen. Der Ökologe und
Landwirtschaftsexperte David Pimentel von der Cornell University beruft
sich auf Angaben der WHO: denen zufolge haben 3,7 Mrd. Menschen zwar
genug zu essen, leiden aber unter fehlenden Spurenelemente wie etwa
Eisen.
Die wesentlichen Kritikpunkte der Wissenschaftler betreffen die immer
kleiner werdende Zahl von Anbaugebieten. "Jährlich werden zehn Mrd.
Hektar Farmland aufgrund von Bodenerosion verlassen." Dazu kommen noch
Kürzungen von Brennholz. Viele Bauern verbrennen daher ihre
Rückstände und entziehen dem Boden wertvolle Nährstoffe.
Geld für chemische Dünger fehlt meist.
"Biolandbau entspricht auch der wachsenden Nachfrage nach
gentechnischfreien Produkten", meint der Ökologe Peter Weish von
der Wiener Universität für Bodenkultur im
pressetext-Interview. Die Kritik an der industriellen Landwirtschaft
beziehe nämlich insbesondere deren hohen Verbrauch an fossilen
Brennstoffen und Energie mit ein. "Diese Art der Landwirtschaft ist zu
stark erdölabhängig und eine Lebensmittelproduktion in dieser
Art ist nicht zukunftsfähig", so der Wissenschaftler. "Es ist auch
das entscheidende Kriterium ob zum Beispiel Gentechnologie dabei helfen
kann, eine zukunftsfähige Entwicklung zu erreichen", so Weish. Aus
dem Systemzusammenhang heraus sei dies zu verneinen. "Das große
Problem ist es, dass Ökolandbau und Gentechnologie sich
ausschließen", erklärt der Experte. Das gelte nicht nur
für die armen Länder, sondern treffe auch auf die
Industrieländer zu, meint Weish abschließend.
(Quelle: pte)
Klimaforscher: Weiter viele Hurrikans in den nächsten 20 Jahren
Fr.17.02.06 - Nach dem Hurrikan-Rekordjahr 2005 sind auch in den nächsten 10 bis
20 Jahren zahlreiche tropische Stürme zu befürchten.
«Wir müssen damit rechnen, dass die Hurrikan-Aktivität
hoch bleiben wird», sagte der Klimaforscher Prof. Mojib Latif vom
Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität
Kiel (IFM-GEOMAR) in Hamburg beim ersten Extremwetterkongress.
Zum einen sei das Meer in den betroffenen Gebieten momentan - einem
natürlichen Zyklus folgend - ohnehin in einer Warmphase. Zum
anderen verstärkten die ersten Folgen des vom Menschen gemachten
Klimawandels diese Erwärmung noch - «das ist ein kleiner
Effekt oben drauf». In der Folge verdunste besonders viel Wasser,
was die Entstehung solcher Stürme über Jahre begünstige,
sagte Latif.
Die Hurrikansaison 2005 geht nach Angaben des US-Wetterdienstes als die
bislang schlimmste in die Aufzeichnungen ein. Sie brachte die meisten
Tropenstürme, die meisten Hurrikans, die meisten Hurrikans der
Kategorie 5 und zugleich die Hurrikans mit der größten
Zerstörungskraft mit sich.
Rund 400 Experten und Laien befassen sich auf dem Treffen bis zum
Freitag mit der Frage, welche extremen Wetterlagen der Klimawandel -
auch für Deutschland - mit sich bringen wird.
(Quelle: dpa)
Meteorologie-Antiquariat online
Für Meteorologinnen, Meteorologen und sonstige möglicherweise
Interessierte, hat seit 1. Ferbruar ein neues
Meteorologie-Antiquariat
rund um die Uhr geöffnet: http://www.meteorologie-buecher.de
Es ist ein reines Internet-Versand-Antiquariat. "Alles ist virtuell -
mit
Ausnahme der Bücher, die tatsächlich auf Bestellung
verschickt werden.", so der Münchner Meteorologe Michael Hess,
Betreiber von meteorologie-buecher.de.
Europas größter Gletscher schmolz 2005 um 66 Meter
Fr.17.02.06 - Wegen des Klimawandels sind im vergangenen Jahr von Europas
größtem Gletscher 66 Meter abgeschmolzen. Damit sei bei dem
23 Kilometer langen Gletscher Aletsch in den Schweizer Alpen das
zweitstärkste Abschmelzen eines Gletschers gemessen worden,
hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der
Gletscher-Kommission der Schweizer Akademie der Naturwissenschaften
(SCANT). Für die Untersuchung waren im vergangenen Jahr 91
Gletscher vermessen worden; an 84 ging 2005 das Eis zurück. Das
deutlichste Abschmelzen stellten die Forscher am Gletscher Trift fest,
der um 216 Meter zurückging.
(Quelle: afp)
Internet
Beschwerdestelle gegen illegale Aktivitäten im Web
Fr.17.02.06 - Der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco hat gemeinsam mit der
Freiwilligen Selbstkontrolle Multimediadiensteanbieter eine
Beschwerdestelle im Internet eingerichtet. Unter http://internet-beschwerdestelle.de können
Anwender ihren Protest formulieren, sobald ihnen im Netz
mutmaßliche Gesetzesverstöße auffallen, wie die beiden
Vereinigungen in Köln mitteilen. Die Beschwerdestelle arbeitet mit
Strafverfolgungsbehörden und Internet-Service-Providern zusammen.
Eingehende Hinweise würden juristisch geprüft. Bleibt der
Verdacht bestehen, versuchten die Mitarbeiter die Herkunft der illegalen
Inhalte zu ermitteln, um diese an Behörden weiterleiten zu
können.
(Quelle: ddp)