Aktuelle Nachrichten
Irak am sechshundertundzehnten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Vier Tote bei Explosion in Schiitenviertel von Bagdad. Studie: Nur
Reformen können Bürgerkrieg im Irak verhindern. Forschergruppe:
Bei Bürgerkrieg im Irak droht Destabilisierung des gesamten Nahen
Ostens. 'New York Times': Deutsche gaben USA
Irak-Verteidigungspläne
Di.28.02.06 - Bei einer Mörserexplosion in einem schiitischen Stadtteil von
Bagdad sind am Montag vier Iraker getötet worden. 16 weitere wurden
verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Den Angaben zufolge
detonierten in der Nähe eines Marktes im Bezirk Schula im Westen
der Hauptstadt mehrere Sprengsätze.
Im Bagdader Stadtteil Dora wurden am Montag vier Leichen gefunden. Bei
einem Überfall in Mahmudija südlich der Hauptstadt wurden zwei
irakische Soldaten verletzt.
Die Sunniten erklärten sich unterdessen bereit, unter bestimmten
Bedingungen wieder an den Gesprächen zur Regierungsbildung
teilzunehmen.
Noch sei keine Entscheidung über eine Wiederaufnahme der
Verhandlungen gefallen, sagte Adnan al Dulaimi vom Bündnis
Irakische Eintracht der Nachrichtenagentur AP. Seine Partei sei aber
«interessiert daran», sich an der neuen Regierung zu
beteiligen. Voraussetzung für ein Ende des sunnitischen Boykotts
der Gespräche sei unter anderem die Übergabe von Moscheen, die
nach den Unruhen von vergangener Woche von Schiiten besetzt seien,
sagte Al Dulaimi. Zu den weiteren Bedingungen äußerte er sich
nicht.
Der Irak kann einer Studie zufolge einen Bürgerkrieg nur
aufhalten, wenn eine Regierung der nationalen Einheit die Verantwortung
übernimmt, die Verfassung geändert und
Menschenrechtsverletzungen eingeschränkt werden.
Zu diesem Ergebnis kommt die International Crisis Group (ICG) aus
Brüssel, die am Montag einen Bericht zur Lage des Golfstaats nach
der Gewalt zwischen den irakischen Religionsgruppen in der vergangenen
Woche vorgelegt hat. Zugleich warnt die in Brüssel ansässige
Forschergruppe vor einer Destabilisierung des gesamten Nahen Ostens,
sollte sich im Irak ein Bürgerkrieg entwickeln.
Die Forscher führen eine Wurzel für die Spannungen zwischen
Schiiten und Sunniten auf die Wahlen zur Übergangsregierung vor
mehr als einem Jahr zurück. Das Ergebnis dieses Urnengangs habe
gezeigt, dass die Menschen vor allem Vertreter ihrer eigenen
religiösen Gruppen gewählt hätten. "Moscheen wurden zu
Parteizentren gemacht, Geistliche boten sich als politische Vertreter an
und die Iraker haben die Wahl auf der Suche nach Orientierung und
Stabilität in ein konfessionelles Bekenntnis verwandelt",
heißt es in dem Bericht.
Die damaligen Wahlen gewannen Schiiten und Kurden entsprechend ihres
Bevölkerungsanteils. Die sunnitische Bevölkerung boykottierte
sie, nahm aber an den darauf folgenden ersten Wahlen eines Parlaments
für eine volle Legislaturperiode Mitte Dezember teil. Die
Regierungsbildung dürfte sich angesichts der Spannungen noch
wochenlang hinziehen.
Schiiten und Kurden müssten den Sunniten nun Einfluss und
Mitwirkung in der neuen Regierung geben, heißt es in der Studie
weiter. Zudem müsse die im Verlauf des vergangenen Jahres
ausgehandelte Verfassung geändert werden. "So wie sie im Moment
formuliert ist, ist sie nicht geeignet, das Land zusammenzuhalten",
schrieben die Forscher. Die Sunniten haben durchgesetzt, dass das neue
Parlament eine Reform der Verfassung einleiten soll. Sie kritisieren vor
allem die weitgehende Föderalisierung des Landes, die ihrer
Einschätzung nach Schiiten und Kurden bevorteilt und die Einheit
des Iraks gefährdet.
Nach einem symbolträchtigen Anschlag auf eine der wichtigsten
schiitischen Stätten im Irak war es zu tagelangen
Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten gekommen. Mehr als
200 Menschen wurden dabei getötet. Unter weit reichenden
Ausgangssperren kamen die Hauptstadt Bagdad und ihre Umgebung, wo die
heftigsten Zusammenstöße verzeichnet wurden, übers
Wochenende wieder zu Ruhe.
Die USA haben einen Monat vor Beginn des Irakkriegs im März 2003
aus deutschen Geheimdienstquellen die Verteidigungspläne für
Bagdad erhalten. Dies berichtete die Zeitung «New York
Times» am Montag (Internetausgabe) unter Berufung auf eine bislang
geheime Studie des US-Militärs.
Zwei deutsche Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Bagdad
hätten sich eine Kopie der Geheimpläne des damaligen
irakischen Präsidenten Saddam Hussein vom Dezember 2002 verschaffen
können. Dank dieser Hilfe habe das US-Militär einen Einblick
erhalten, wann und wie der Ex-Diktator besonders loyale Soldaten in
Stellung bringen wollte. Das Papier habe den USA auch einen
außergewöhnlich guten Überblick über den Stand der
Diskussion im Führungszirkel des Regimes gegeben.
«Durch das Beschaffen der irakischen Dokumente haben deutsche
Geheimdienstbeamte den USA bedeutsamere Hilfe geleistet, als es ihre
Regierung öffentlich zugegeben hat», schrieb die «New
York Times». Die beiden BND-Mitarbeiter hätten das Material
zunächst an ihre Vorgesetzten weitergeleitet. Im Februar 2003 sei
das Dossier von einen deutschen Geheimdienstoffizier in Katar einem
Kollegen vom US- Militärgeheimdienst überlassen worden.
Der deutsche Regierungssprecher Ulrich Wilhelm habe der Zeitung am
Sonntag telefonisch keine Auskunft über die Rolle deutscher Agenten
erteilen wollen, schrieb das Blatt weiter. In Deutschland wird sich in
den nächsten Tagen entscheiden, ob es einen Untersuchungsausschuss
zur Rolle der Geheimdienste im Irak- beziehungsweise Anti-Terror- Krieg
geben wird. Nach der Zustimmung der Grünen und der Linkspartei
hängt die Entscheidung von der FDP als größter
Oppositionspartei im Bundestag ab.
Die deutsche Regierung hatte am Mittwoch ihren Bericht zum Irak-
Einsatz des BND veröffentlicht. Der Handlungsspielraum der beiden
BND-Mitarbeiter im Irak sei klar definiert und sehr eingeschränkt
gewesen, heißt es in dem Bericht. So habe es für sie die
strikte politische Vorgabe gegeben, dass sie durch ihren Einsatz
keinesfalls die Kampfhandlungen unterstützen durften.
Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele - Mitglied im
Parlamentarischen Kontrollgremium für die Geheimdienste (PKG) -
hatte bereits am Mittwoch abend nach einer PKG-Sitzung gesagt, er sei
überzeugt, dass die beiden nach Kriegsausbruch in Bagdad
verbliebenen BND-Agenten «Objekte aufgeklärt und nach
Deutschland zur Weitergabe an US-Stellen weitergeleitet haben». Es
habe vier schriftliche Meldungen mit elf Zielen gegeben.
Überwiegend hätten diese Meldungen auch geographische
Koordinaten enthalten. Die Bundesregierung sei nach Angaben von
Ströbele über die konkrete Tätigkeit der beiden BND-
Mitarbeiter in Bagdad nicht informiert gewesen.
Die BND-Mitarbeiter seien in Bagdad gewesen, als das US-Militär
Vorbereitungen für die geplante Invasion des Irak traf, schreibt
nun die «New York Times». Zu ihren Aufgaben gehörte
laut der US-Studie, den geheimen Verteidigungsplan Bagdads zu bekommen.
Die irakische Führung habe jahrelang die Strategie verfolgt,
Truppen entlang der Einfallroute nach Bagdad in Stellung zu bringen, um
so einmarschierenden Truppen möglichst große Verluste
zuzufügen. Im Dezember 2002 habe Saddam jedoch den Plan
geändert. Der neue Plan sah vor, mehrere Verteidigungsringe um
Bagdad zu legen, darunter eine «rote Linie», die die
Republikanischen Garden bis zum bitteren Ende halten sollten.
Die geheime US-Militärstudie enthalte auch eine Kopie der Skizze
der BND-Mitarbeiter. «Die Zeichnung hatten die Deutschen von einem
ihrer Informanten in Bagdad (Identität der Quelle unbekannt)
erhalten», heißt es in der Studie. «Als die
Bombardierung begann, stellten die Agenten ihre Operationen ein und
zogen sich in die französische Botschaft zurück.» Nach
Informationen des Berliner «Tagesspiegels» erhielten die
beiden BND-Agenten nach dem Irak amerikanische Auszeichnungen für
ihre Tätigkeit.
Bereits vor Beginn des Krieges hatten die USA eine vertrauliche Liste
von Ländern aufgestellt, die bereit waren, Washington als Mitglied
in der «Koalition der Willigen» zu unterstützen.
Deutschland sei zwar vehement gegen den Krieg gewesen, habe das
amerikanische Vorhaben aber nicht behindert und sogar in begrenztem
Rahmen eine Zusammenarbeit angeboten, schreibt die Zeitung. Deshalb sei
es als «nicht der Koalition angehörend, aber
kooperierend» eingestuft worden, sagte ein Pentagon-Mitarbeiter,
der namentlich nicht genannte werden wollte, der Zeitung.
(Quellen: ap, rtr, dpa)
Meuterei im größten Gefängnis Afghanistans
Di.28.02.06 - Rund 1300 Häftlinge haben einen Teil des größten
Gefängnisses in Afghanistan in ihre Gewalt gebracht. Die Meuterei
in einem Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Pul-i-Scharchi in
der Hauptstadt Kabul war nach Informationen aus Sicherheitskreisen am
Samstagabend ausgebrochen. Nach offiziellen Angaben wurden bislang
mindestens vier Meuterer von Wachbeamten verletzt. Die
Aufständischen weigerten sich, ihre verletzten Mithäftlinge an
Ärzte zu übergeben. Mehrere weibliche Häftlinge sollen
als Geiseln genommen worden sein.
In dem betroffenen Trakt sind auch etwa 300 mutmaßliche
Talibankämpfer untergebracht. Das Gefängnis wurde von rund 150
Soldaten umstellt. Angesichts der Geiseln werde über eine
Stürmung nachgedacht, sagte ein Sprecher des
Verteidigungsministeriums.
Vize-Justizminister Mohammed Kasim Haschimsai gab an, die
Aufständischen wollten nicht mit der Gefängnisleitung
sprechen, sondern nur mit Vertretern der islamistischen Mudschahedin
oder mit hochrangigen Regierungsvertretern. Es sei jedoch unklar, was
die Meuterer eigentlich forderten. Die Meuterei war nach Informationen
aus Sicherheitskreisen ausgebrochen, als Wachbeamte neue
Häftlingsuniformen austeilten, die einige Gefangene nicht tragen
wollten.
Vor einem Monat waren sieben Taliban aus dem Gefängnis
Pul-i-Scharchi, wo insgesamt rund 7000 Gefangene einsitzen, geflohen.
Bei einer Gefangenenmeuterei im Dezember 2004 waren fünf Wachleute
und vier Geiseln gestorben.
(Quelle: afp)
'New York Times': US-Lager in Afghanistan schlimmer als
Guantánamo
Di.28.02.06 - In Afghanistan gibt es nach einem Bericht der Zeitung "New York Times"
ein US-Gefangenenlager, in dem schlimmere Zustände herrschen, als
in Guantánamo auf Kuba. Die US-Armee habe auf ihrem
Stützpunkt Bagram bei Kabul unbemerkt von der Öffentlichkeit
ein Gefängnis ausgebaut und halte dort rund 500 Menschen fest,
berichtete die Zeitung am Sonntag. Bei zahlreichen Gelegenheiten
hätten Vertreter des Verteidigungsministeriums in Washington das
Gefängnis als Provisorium beschrieben. Dort seien
hauptsächlich Afghanen eingesperrt, die schließlich
amnestiert oder in eine afghanische Haftanstalt verlegt würden, die
mit US-Hilfe gebaut werde. Tatsächlich aber seien die
Häftlinge in Bagram bis zu drei Jahre festgehalten worden.
(Quelle: afp)
Mehr bei telepolis vom 26.02.06:
http://www.telepolis.de/r4/artikel/22/22143/1.html
USA stellen sich gegen geplanten UN-Menschenrechtsrat
Di.28.02.06 - Die USA haben Widerstand gegen den von den Vereinten Nationen
vorgeschlagenen Menschenrechtsrat angedroht. Sollten die Pläne der
UN, die unter Kritik geratene Menschenrechtskommission durch einen
solchen Rat zu ersetzen, nicht überarbeitet werden, würden
die USA in der UN-Vollversammlung dagegen stimmen, erklärte der
amerikanische UN-Botschafter John Bolton am Montag.
Die USA seien sehr enttäuscht von dem Kompromissvorschlag, den der
Präsident der UN-Vollversammlung, Jan Eliasson, in der vergangenen
Woche vorlegte, sagte Bolton. «Wir halten ihn nicht für
annehmbar.» Er forderte, Gespräche über Änderungen
aufzunehmen und den Vorschlag nicht, wie geplant, der Vollversammlung
möglichst schon in dieser Woche zur Abstimmung vorzulegen.
Der Vorschlag sieht vor, die 53 Mitglieder starke
Menschenrechtskommission durch einen 47 Mitglieder umfassenden
Menschenrechtsrat zu ersetzen. Entgegen den ursprünglichen
Forderungen von UN-Generalsekretär Kofi Annan und Washington, dass
die Wahl der Mitglieder durch die UN-Vollversammlung mittels
Zwei-Drittel-Mehrheit erfolgen sollte, soll eine absolute Mehrheit
ausreichen. Für die Wahl sollen jedoch striktere Kriterien als
bisher gelten, die eine Mitgliedschaft von Ländern mit schlechter
Menschenrechtsbilanz wie etwa Simbabwe oder Sudan unterbinden sollen.
Der Kompromissvorschlag ist auch bei Menschenrechtsorganisationen auf
Kritik gestoßen, mehrere von ihnen sowie eine Reihe von
Friedensnobelpreisträgern haben aber die USA aufgefordert, ihn zu
unterstützen. Menschenrechtler fürchten ebenso wie
UN-Vertreter, dass Nachverhandlungen die Resolution nur noch weiter
schwächen könnten.
(Quelle: ap)
Frauen in Parlamenten weltweit unterrepräsentiert
Di.28.02.06 - Frauen sind trotz einiger Fortschritte in den Parlamenten weltweit
weiter unterrepräsentiert. Ende vergangenen Jahres stieg der
Anteil weiblicher Abgeordneter in den nationalen Parlamenten auf 16,3
Prozent, wie die Interparlamentarische Union am Montag mitteilte. Ein
Jahr zuvor waren es noch 15,7 Prozent, 1995 nur 11,3 Prozent.
Die Zahlen zeigten, wie viel noch zu tun sei, «um eine wirkliche
Gleichstellung von Mann und Frau in der Politik zu erreichen»,
sagte IPU-Generalsekretär Anders Johnsson. Eine UN-Frauenkonferenz
gab 1995 das Ziel von mindestens 30 Prozent aus. Dies sei mittlerweile
in 20 Parlamenten erreicht, sagte Johnsson, darunter neuerdings
Andorra, Burundi, Neuseeland und Tansania.
Die IPU betonte, in den nordischen Staaten seien 40 Prozent der
Abgeordneten Frauen. In arabischen Staaten liege der Anteil dagegen nur
bei acht Prozent.
(Quelle: ap)
Laut IAEO-Report atomare Absichten des Irans weiter unklar
Di.28.02.06 - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat in einem neuen
Bericht eingeräumt, das iranische Atomprogramm nicht
vollständig überwachen zu können. Während ihrer
seit drei Jahren andauernden Kontrollen in iranischen Atomanlagen habe
die IAEA zwar keine Hinweise auf ein geheimes Programm zur Herstellung
von Atomwaffen gefunden, heißt es in dem der Nachrichtenagentur
AP vorliegenden Bericht. Die IAEA könne aber auch nicht sicher
sagen, «dass es keine nicht deklarierten Nuklearmaterialien oder
-aktivitäten im Iran gibt».
Der elfseitige Bericht wurde von IAEA-Direktor Mohamed ElBaradei
für eine Sitzung des IAEA-Gouverneursrats am 6. März
vorbereitet. Auf Grundlage dieses Dokuments will auch der
UN-Sicherheitsrat über das iranische Atomprogramm beraten. Anders
als die IAEA kann der Sicherheitsrat Sanktionen gegen den Iran
verhängen.
Zu den Aktivitäten des Irans enthält der Bericht wenig Neues.
Die IAEA weist darin vor allem auf die Wiederaufnahme der
Urananreicherung in der Atomanlage Natans hin, die international
bereits scharf kritisiert wurde. Bislang sind für die Anreicherung
laut IAEA zehn Zentrifugen im Einsatz, 20 weitere würden derzeit
für den Prozess vorbereitet. Um in nennenswertem Umfang Uran
anreichern zu können, würden allerdings mehrere hundert
Zentrifugen benötigt.
(Quelle: ap)
Nahost
Palästinenserchef Abbas bleibt Ansprechpartner für Jerusalem
Di.28.02.06 - Für Israels Regierung bleibt der palästinensischen
Präsident Mahmud Abbas nach der Regierungsübernahme der
radikalislamischen Hamas weiterhin ein Ansprechpartner. Ein ranghoher
Vertreter der Regierung in Jerusalem ging am Montag auf Distanz zu der
Äußerung von Außenministerin Zippi Livni, angesichts
des Wahlsiegs der Hamas Ende Januar sei Abbas "ganz einfach aus dem
Spiel". "Das ist ein unangemessener Ausdruck", sagte der
Regierungsvertreter. Die israelische Regierung erwarte von Abbas, dass
er bewaffnete Gruppen zum Gewaltverzicht bringe. Abbas habe versprochen,
terroristische Organisationen innerhalb von 60 Tagen nach den Wahlen zu
enttarnen, sagte der Regierungsvertreter weiter. "Wenn er die Hamas
entwaffnet, ist es perfekt." Die USA erneuerten unterdessen ihre
Unterstützung für Abbas.
(Quelle: afp)
EU gibt 121 Millionen Euro an Palästinenser
Di.28.02.06 - Rund vier Wochen vor der Amtsübernahme der radikal-islamistischen
Hamas-Bewegung hat die EU-Kommission eine Finanzhilfe für die
Palästinensergebiete in Höhe von 121,5 Millionen Euro
angekündigt.
Die noch amtierende Übergangsverwaltung soll 17,5 Millionen als
Haushaltshilfe bekommen, um trotz großer Geldnot ihre
Beschäftigten bezahlen zu können. Dies sagte
EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Montag in
Brüssel am Rande des EU-Außenministerrates.
40 Millionen zahlt die EU direkt an palästinensische und
israelische Stromversorger, um deren Rechnungen für die Dauer von
etwa zwei Monaten zu begleichen. 64 Millionen sind als humanitäre
Hilfe für Flüchtlinge vorgesehen.
Ferrero-Waldner bestritt, dass es darum gehe, noch rasch vor der
Machtübernahme der Hamas so viel Geld wie möglich in die
Palästinensergebiete zu leiten. Die «Stabilisierung der
Finanzen der Übergangsverwaltung» sei auch in einer
gemeinsamen Erklärung des Nahost-Quartetts (EU, UN, USA, Russland),
die nach dem Wahlsieg der Hamas-Bewegung veröffentlicht wurde,
vorgesehen. Die Palästinenserverwaltung stehe vor dem finanziellen
Kollaps: «Es ist unsere Pflicht, jetzt zu handeln.»
Völlige Ungewissheit herrscht EU-Diplomaten zufolge nach wie vor
darüber, was die Europäische Union nach dem Amtsantritt der
Hamas-Regierung tun will. Da Hamas auf der EU-Liste der
Terrororganisationen steht, wäre eine finanzielle
Unterstützung nur möglich, falls die Hamas-Bewegung sich zu
friedlichen Nahost-Verhandlungen, gegen Gewalt und zum Existenzrecht
Israels bekennt. «Wir befinden uns in einem Dilemma», sagte
ein EU-Diplomat. «Wir müssen abwarten, welche Haltung die
Hamas-Regierung einnimmt. Wir müssen ihr Zeit geben. Es gibt immer
noch die Chance, dass Hamas die Politik ändert», sagte
Ferrero-Waldner.
Nach Angaben von EU-Diplomaten dringen vor allem die USA innerhalb des
Nahost-Quartetts auf eine harte Haltung gegenüber Hamas. «Wir
dürfen nichts tun, was die Einigkeit des Quartetts in Frage
stellt», sagte ein Diplomat.
Ferrero-Waldner wollte nicht bestätigen, dass die EU eine
Stärkung der Rolle von Palästinenserpräsident Mahmud
Abbas plane, um diesen zum Hauptgesprächspartner über
mögliche Finanzhilfen zu machen. «Wir sehen die politische
Notwendigkeit, Abbas zu unterstützen», sagte sie lediglich.
«Wir müssen ihm jede Unterstützung geben. Aber wir
können auch nicht den politischen Willen des palästinensischen
Volkes ignorieren.»
Bei den 17,5 Millionen Euro Budgethilfe für die
Palästinenserverwaltung handelt es sich um die Hälfte von 35
Millionen Euro, die seit dem vergangenen Jahr in einem Treuhandfonds der
Weltbank «geparkt» waren. Die EU hatte im vergangenen Jahr
70 Millionen Euro für die Palästinenserverwaltung
bereitgestellt, die Auszahlung jedoch an eine Reihe von
Verwaltungsreformen geknüpft. Da die Reformen nur teilweise
umgesetzt wurden, waren nur 35 Millionen ausgezahlt worden. Da auch
seither noch nicht alle Reformen umgesetzt wurde, wurde auch jetzt nur
die Hälfte des verfügbaren Geldes freigegeben.
(Quelle: dpa)
Darfur-Konflikt: UN-Sicherheitsrat uneins über Sanktionen gegen
Sudan
Di.28.02.06 - Der UN-Sicherheitsrat ist uneins, ob wegen des Darfur-Konflikts im
Sudan Sanktionen verhängt werden sollen. Das Gremium beriet am
Montag hinter verschlossenen Türen über einen Bericht, der
Sanktionen gegen Schlüsselfiguren aller in die Kämpfe
verwickelten Gruppen empfiehlt.
Diplomaten erklärten, die meisten der 15 Mitgliedsstaaten,
angeführt von den USA, Frankreich, Großbritannien und
Dänemark, seien dafür. Widerstand komme aber von Russland,
China und Katar. Der amtierende Ratspräsident, US-Botschafter John
Bolton, sagte nach dem Treffen, einige Mitgliedsstaaten lehnten die
Verhängung
von Sanktionen ab. Der Sicherheitsrat werde aber in nicht allzuferner
Zukunft eine Entscheidung treffen müssen.
Die sudanesische Regierung warnte die Vereinten Nationen am Montag vor
der Entsendung einer UN-Friedenstruppe in die Krisenprovinz Darfur. Ein
solcher Einsatz wäre für die Blauhelmsoldaten sehr
gefährlich, sagte Justizminister Mohamed Ali Al Mardhi laut einem
Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur SUNA dem UN-Berichterstatter
für Menschenrechte in Sudan, Sima Samar. Zudem würde eine
Entsendung internationaler Truppen in den Sudan «dem Eindringen
von Elementen über die Grenzen mit Nachbarstaaten den Weg
bereiten».
Der UN-Sicherheitsrat hatte sich Anfang Februar grundsätzlich
dafür ausgesprochen, die derzeit von der Afrikanischen Union
geführte Friedenstruppe für Darfur den Vereinten Nationen zu
unterstellen und sie zu verstärken. Die Afrikanische Union hat dem
aber noch nicht zugestimmt. Die sudanesische Regierung hat sich
wiederholt gegen den Einsatz von UN-Soldaten in ihrem Land
ausgesprochen.
In Darfur kämpfen seit drei Jahren arabischstämmige
Reitermilizen gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung. Seit dem
Ausbruch der Kämpfe Anfang 2003 kamen Schätzungen zufolge
180.000 Menschen ums Leben, zwei Millionen wurden aus ihren
Dörfern vertrieben.
(Quelle: ap)
Vogelgrippe breitet sich in Afrika aus
Di.28.02.06 - Auch in Afrika breitet sich das Vogelgrippe-Virus weiter aus. In der
westafrikanischen Republik Niger seien "mehrere Fälle" mit dem
H5N1-Virus aufgetreten, teilte der Leiter der Weltorganisation für
Tiergesundheit (OIE), Bernard Vallat, am Montag in Paris mit. Dies
hätten Test in einem Labor im italienischen Padua ergeben. Vallat
verwies darauf, dass zwischen dem Niger und dem südlich gelegenen
Nigeria, wo seit Anfang des Monats die Vogelgrippe grassiert, ein reger
Handelsaustausch besteht.
(Quelle: afp)
Hunderttausende Inder verlieren Job wegen Vogelgrippe
Di.28.02.06 - Der Ausbruch der Vogelgrippe in Indien hat zu erheblichen Verlusten bei
der Geflügelindustrie geführt. Seit vergangener Woche habe die
Branche landesweit Einbußen von 50 Milliarden Rupien (930
Millionen Euro) hinnehmen müssen, berichtete die Zeitung «The
Hindu Business Line» am Sonntag. Ein Sprecher des
Branchenverbands im nordindischen Unionsstaat Uttar Pradesh sagte, mehr
als 60 Prozent der 2,5 Millionen Beschäftigten hätten dort
ihre Arbeit verloren.
(Quelle: ap)
Neue Kämpfe in Nepal
Di.28.02.06 - Bei Kämpfen in Nepal sind mindestens 16 maoistische Rebellen und
drei Soldaten getötet worden. Rebellen wurden darüber hinaus
für eine Bombenexplosion auf einem belebten Markt im Touristenort
Pokhara verantwortlich gemacht, bei der am Montag zwölf Menschen -
Gemüsehändler und Passanten - verletzt wurden. Nach
Polizeiangaben war das Ziel des Anschlags eine Polizeipatrouille.
Am Sonntag griffen die Aufständischen nach Angaben aus
Sicherheitskreisen eine Patrouille nahe der Ortschaft Satyabati an, rund
250 Kilometer südwestlich von Kathmandu. Die Kämpfe dauerten
bis zum Sonntagabend an.
Die Leichen von 16 getöteten Rebellen wurden geborgen, mindestens
fünf Soldaten erlitten Verletzungen. Am Montag suchten Soldaten die
Gebirgsregion nach flüchtigen Rebellen ab, Verstärkung wurde
eingeflogen.
Die drei Soldaten wurden bei einem Angriff der Aufständischen auf
einen Kontrollposten in Kavrebhanjyang, 40 Kilometer östlich von
Kathmandu, getötet. Nach Angaben örtlicher Regierungsvertreter
riegelten die Streitkräfte die Region ab.
Die Kämpfe zwischen Rebellen und den Streitkräften sind
wieder aufgeflammt, nachdem die Aufständischen Anfang Januar einen
Waffenstillstand aufgekündigt hatten. Die kommunistischen Rebellen
kämpfen seit 1996 für den Umsturz der Monarchie. Der Aufstand
hat in dem Himalaya-Königreich fast 13.000 Menschen das Leben
gekostet.
(Quelle: ap)
Thailändische Opposition fordert Rücktritt Thaksins bis
Sonntag
Di.28.02.06 - Thailändische Oppositionelle haben Ministerpräsident Thaksin
Shinawatra ein Ultimatum gestellt. Sollte der umstrittene
Regierungschef nicht bis Sonntag zurücktreten, werde er von
Massenprotesten aus dem Land gejagt, sagte der Medienunternehmer Sondhi
Limthongkul in der Nacht zum Dienstag vor tausenden Demonstranten in
Bangkok. Thaksin sieht sich seit Monaten wachsender Kritik ausgesetzt,
die Opposition wirft ihm Korruption und Machtmissbrauch vor. Unter
wachsendem Druck löste er am Freitag das Parlament auf und schrieb
Neuwahlen für den 2. April aus. Die Oppositionsparteien
kündigten einen Boykott der Abstimmung an.
(Quelle: ap)
Bericht über hunderte von staatlichen politischen Morden in Mexiko
Di.28.02.06 - Der von Mexikos Präsident Vicente Fox eingesetzte
Sonderstaatsanwalt Ignacio Carrillo Prieto hat einen Bericht über
hunderte von politischen Morden erstellt, die in den 1960er bis 1980er
Jahren von den mexikanischen Sicherheitskräften verübt wurden.
Der Bericht, der am Montag vom Nationalen Sicherheitsarchiv der USA im
Internet veröffentlicht wurde, zeichnet unter anderem die
Verfolgung und Ermordung von Rebellen im Bundesstaat Guerrero nach. Der
Bericht sei seit Mitte Dezember fertig, der Öffentlichkeit aber
noch nicht zugänglich gemacht worden, erklärte das US-Archiv.
Da ohnehin mehrere Exemplare des Berichts in Umlauf seien, habe sich das
Archiv für eine Veröffentlichung im Internet entschieden.
(Quelle: afp)
Bosnische Völkerrechtsklage gegen Serbien vor Gericht
Di.28.02.06 - Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hat die
Anhörungen zu einer Völkermordklage Bosnien-Herzegowinas
gegen Serbien-Montenegro aufgenommen. Es gehe nicht darum, jeden
bosnischen Serben für den Völkermord an Nicht-Serben in
Bosnien-Herzegowina verantwortlich zu machen, betonte der Vertreter
Sarajevos in seiner Eingangserklärung. Bis heute würden die
im Krieg zwischen 1992 und 1995 begangenen Verbrechen von Belgrad
geleugnet. Die Geschichtsfälschung müsse ein Ende haben.
Niemand könne die Bilder der Massaker vergessen, die die
Nicht-Serben während des Kriegs getroffen hätten, fuhr der
Vertreter Bosnien-Herzegowinas, Sakib Softic, fort. Belgrad aber leugne
bis heute, dass es Kriegsverbrechen gegeben habe. Bosnien-Herzogowina
verlangt von dem Nachbarstaat Wiedergutmachung und Schadenersatz.
Sarajavo reichte die Klage bereits 1993 während des Bosnien-Kriegs
ein, in dessen Verlauf schätzungsweise rund 200.000 Bosnier
getötet und Millionen Menschen obdachlos wurden. In dem Dossier
wird der damaligen Belgrader Führung unter Slobodan Milosevic
vorgeworfen, Bürger Bosnien-Herzegowinas "getötet,
vergewaltigt, gefoltert, entführt, ilegal festgehalten und
ausgelöscht" zu haben. Die Regierung in Sarajevo will beweisen,
dass die damalige jugoslawische Regierung die bosnisch-serbischen
Truppen mit dem Ziel des Völkermords unterstützte. Eine
direkte Verantwortung Belgrads, das die Anschuldigungen
zurückweist, wird jedoch schwer nachzuweisen sein.
Die Rechtsvertreter Bosnien-Herzegowinas haben angekündigt, sich
auf Beweismittel aus anderen Prozessen am UN-Kriegsverbrechertribunal
in Den Haag stützen zu wollen. Das Tribunal versucht etwa im
Prozess gegen Milosevic, dem früheren jugoslawischen
Präsidenten die direkte Verantwortung für Kriegsverbrechen
und Völkermord nachzuweisen.
Die Beweisaufnahme soll mehr als zwei Monate dauern. Es wird erwartet,
dass sich die Vertreter Sarajevos auf das Massaker von Srebrenica
konzentrieren, bei dem im Juli 1995 fast 8000 moslemische Männer
und Jungen von bosnischen Serben ermordet wurden.
Vor dem Gerichtsgebäude in Den Haag demonstrierten mehrere dutzend
bosnische Moslems. Sie hielten große Plakate mit den Namen von
Opfern des Massakers von Srebrenica in die Höhe.
(Quelle: afp)
EU gibt Belgrad bis Ende März für Auslieferung Mladics
Di.28.02.06 - Die EU hat Serbien für die Auslieferung des als Kriegsverbrecher
gesuchten Exgenerals Ratko Mladic eine Frist bis Ende März
gegeben. Andernfalls könnten Verhandlungen über ein
bilaterales Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen auf Eis gelegt
werden, erklärte EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn am Montag in
Brüssel. Die EU-Außenminister forderten von Serbien und
Bosnien-Herzegowina eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit dem
Haager UN-Kriegsverbrechertribunal.
In einer Erklärung vermieden es die Minister aber, eine Frist zu
nennen. Dennoch machte die amtierende Ratspräsidentin und
österreichische Außenministerin Ursula Plassnik deutlich,
dass die EU die Verhandlungen aussetzen könnte. Der deutsche
Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, es bedürfe
«im Augenblick keine Formulierung von Ultimaten».
Gleichwohl hingen die Verhandlungen und die Zusammenarbeit mit dem
Haager UN-Kriegsverbrechertribunal zusammen. Dies wisse auch Belgrad.
«Die Geschäftsgrundlage ist klar.»
Der Außenminister von Serbien-Montenegro, Vuk Draskovic,
beteuerte in Brüssel, er wisse nicht, wo sich Mladic aufhalte.
«Ich weiß aber, wer ihn in aller Öffentlichkeit
protegiert», sagte der Minister. «Das sind die politischen
Kräfte der alten Regierung.» Diese hätten Angst vor
einer weiteren Annäherung des Landes an die Europäische Union.
Rehns Sprecherin Krisztina Nagy sagte, die Außenminister
unterstützten die Linie der EU-Kommission. Die nächste
Verhandlungsrunde mit Serbien über das Abkommen ist für 5.
April geplant. Sollte Mladic bis dahin nicht ausgeliefert sein, behalte
sich Rehn vor, die Gespräche abzusagen. Mit Bosnien-Herzegowina
haben die Verhandlungen über ein Stabilisierungsabkommen noch
nicht begonnen. Ein solches Abkommen gilt als erster Schritt hin zu
einer EU-Mitgliedschaft.
Der britische Außenminister Jack Straw betonte, ohne eine
uneingeschränkte Kooperation beider Länder könne es auch
keine volle Zusammenarbeit mit der EU geben. Diese könne nur dann
festgestellt werden, wenn der bosnisch-serbische Exgeneral Mladic und
der frühere bosnisch-serbische Präsident Radovan Karadzic
nach Den Haag überstellt seien. Die EU-Außenminister
forderten Serbien und Bosnien zu «resolutem Handeln» auf,
damit Mladic und Karadzic gefasst würden.
Kroatien hatte vergangenes Jahr ähnliche Erfahrungen gemacht wie
sie jetzt Serbien drohen. Weil der als Kriegsverbrecher gesuchte Ante
Gotovina nicht festgenommen wurde, setzte die EU den Beginn von
Beitrittsverhandlungen mit dem Land aus. Am 3. Oktober wurden die
Gespräche dann begonnen, Gotovina wurde Ende des Jahres
festgenommen und nach Den Haag überstellt.
Mladic und Karadzic werden für das Massaker von Srebrenica
verantwortlich gemacht, bei dem 1995 rund 8.000 bosnische Muslime
getötet wurden. Meldungen über eine unmittelbar bevorstehende
Festnahme Mladics hatten in den vergangenen Tagen Verwirrung
ausgelöst. Mladic soll sich in Serbien unter dem Schutz serbischer
Nationalisten befinden, die auch den 2000 entmachteten jugoslawischen
Präsidenten Slobodan Milosevic unterstützen. Karadzic soll
seinen Aufenthaltsort Berichten zufolge zwischen Bosnien und Serbien
wechseln.
(Quelle: ap)
Frankreich schmiedet Milliarden-Fusion im Energiesektor
Di.28.02.06 - Mit einer milliardenschweren Fusion unter Gleichen wollen die
französischen Energieversorger Suez und Gaz de France (GdF)
offenbar eine Übernahme aus Italien abwenden.
Beide Konzerne gaben am Montag einige wenige Details des geplanten
Zusammenschlusses zur Nummer Zwei in Europa nach der französischen
Electricite de France (EDF) bekannt. Demnach soll die staatseigene GdF
privatisiert werden. Doch Frankreich behält mehr als ein Drittel
der Anteile, was der Regierung weiter ein Mitspracherecht bei wichtigen
Entscheidungen gibt. Geht der Deal wie geplant über die Bühne,
bliebe der ebenfalls an Suez interessierte italienische Versorger Enel
außen vor. Italien kündigte umgehend an, die EU-Kommission
einzuschalten, damit diese Frankreichs Politik des
"Wirtschafts-Patriotismus" sanktioniere. In einer ersten Reaktion sah
diese aber keinen Verstoß gegen EU-Binnenmarktregeln.
In der Pariser Regierungszentrale und den Vorstandsetagen der beiden
Konzerne liefen die Verhandlungen am Wochenende bis in die späten
Abendstunden. Die Aufsichtsräte gaben schließlich grünes
Licht für Verhandlungen über eine Fusion, aus der ein Konzern
mit einer Marktkapitalisierung von 72 Milliarden Euro entstünde.
Der deutsche E.ON-Konzern würde damit auf Platz drei in Europa
abrutschen. Dieser will seinerseits in Spanien expandieren und hatte
vor einer Woche ein Angebot von rund 29 Milliarden Euro für den
Konkurrenten Endesa vorgelegt, was die Regierung in Madrid aber mit
Skepsis betrachtet. Beide Übernahmepläne deuten auf eine
gehörige Neuformierung der Branche in Europa hin.
Den wenigen am Montag bekannt gewordenen Einzelheiten des
Suez-GdF-Zusammenschlusses zufolge ist eine Fusion unter Gleichen
geplant. Finanzminister Thierry Breton zufolge wird Suez allerdings
formal betrachtet von GdF übernommen. Durch den Zusammenschluss
entsteht ein Konzern mit einem Jahresumsatz von 64 Milliarden Euro. Der
Abschluss sei für die zweite Jahreshälfte geplant. Suez zahle
vorab eine Sonderdividende von 1,25 Milliarden Euro, erklärten die
Firmen. GdF-Aktien zogen am Montag um 0,8 Prozent an, während
Suez-Titel 5,4 Prozent nachgaben.
Am Mittag sprachen die Firmenchefs und Finanzminister Breton mit den
skeptischen Gewerkschaften, um diese von der Fusion zu überzeugen.
Arbeitnehmervertreter erwarten einen massiven Stellenabbau. Die
Regierung erklärte dagegen, es entstünden einige neue Jobs.
Die Industriegruppe Suez beschäftigt nach eigenen Angaben rund
160.000 Mitarbeiter und setzte 2005 mit 41,5 Milliarden Euro etwa
doppelt so viel wie Gdf um. Der staatseigene Konzern beschäftigt
seinerseits rund 40.000 Menschen.
Der Staat hält derzeit etwas weniger als 80 Prozent an GdF, die im
Juli 2005 zum Teil an die Börse gebracht worden war. Nach der
Fusion dürfte der Anteil auf Basis der aktuellen
Marktkapitalisierungen beider Firmen auf rund ein Drittel schrumpfen,
einschließlich indirekter Beteiligungen auf knapp 40 Prozent. Dazu
ist eine Gesetzesänderung nötig, was Ministerpräsident
Dominique de Villepin aber bereits in Aussicht gestellt hat.
Die Pläne werden weithin als Versuch Frankreichs gewertet,
jegliche Übernahmeversuche von Enel zu unterbinden.
Regierungsvertreter wiesen jedoch Vorwürfe zurück, das Land
plane eine Festung gegen ausländische Bieter. Villepin sagte, die
beiden Unternehmen strebten schon länger eine engere Partnerschaft
an. Analysten erklärten dagegen, der Zeitpunkt der Ankündigung
sei sehr auffällig: Erst vor rund einer Woche hatte Enel Interesse
an der belgischen Suez-Tochter Electrabel angemeldet und auch einen
Kauf des Mutterkonzerns nicht ausgeschlossen.
Italien reagierte prompt verärgert und sagte für Montag
geplante Ministergespräche in Paris ab. Industrieminister Claudio
Scajola sprach in einem Zeitungsinterview von einem massiven Bruch von
EU-Regeln für einen freien Kapitalfluss. "Es gibt Sanktionen
für diejenigen, die sich nicht an Regeln halten", sagte er "La
Stampa". Ein EU-Kommissionssprecher betonte allerdings, Frankreichs
Rolle bei der Fusion sei kein Verstoß gegen europäische
Vorschriften. "Wir beobachten die Situation aber weiter", sagte er in
Brüssel. Italien war vor einigen Monaten seinerseits wegen der
Abwehr ausländischer Investoren in die Kritik geraten: Insbesondere
dem mittlerweile zurückgetretenen Notenbankchef Antonio Fazio
wurde vorgeworfen, den heimischen Bankensektor abzuschirmen.
(Quelle: rtr)
Deutschland
Tarifparteien im öffentlichen Dienst ringen um Lösung
Di.28.02.06 - In der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst kommt
Bewegung: Für die über 200.000 Beschäftigten in den
baden-württembergischen Kommunen streben beide Seiten eine
Paketlösung an, wie der der Verhandlungsführer der kommunalen
Arbeitgeber, Gerhard Widder am Montagabend nach den rund
siebenstündigen Gesprächen in Stuttgart sagte. Die
Verhandlungen sollten am Dienstag fortgesetzt werden.
Der SPD-Politiker erklärte, in dem Paket solle die Übernahme
von Auszubildenden, die Weiterbildung der Beschäftigten und das
Thema Ausbildung geregelt werden. Die Beratungen seien breit angelegt.
Ver.di-Verhandlungsführer Alfred Wohlfart sagte, in der
Paketlösung sehe man eine «Erfolg versprechende
Möglichkeit». Der Streike gehe aber zunächst weiter.
Die Streiks gingen am Montag in die vierte Woche. Rund 18.000
Beschäftigte aus sieben Bundesländern beteiligten sich an dem
Arbeitskampf, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft ver.di mitteilte.
Schwerpunkte seien Bayern und Baden-Württemberg gewesen. Besonders
betroffen waren demnach wieder Müllabfuhr und Unikliniken.
Außer in Baden-Württemberg streiken auf kommunaler Ebene
Beschäftigte in Hamburg und Niedersachsen. Unter anderem geht es
bei den Verhandlungen um Arbeitszeitkonten, um das Thema
Lebensarbeitszeit sowie um gestaffelte Arbeitszeiten je nach
Lebensalter. Ver.di beharrt auf ihrer Forderung nach einer Arbeitszeit
von 38,5 Wochenstunden in den Kommunen.
Wohlfart nannte den Vorschlag des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske,
ein Stufenmodell bei der Arbeitszeit einzuführen, sehr hilfreich.
Auch Widder sagte, er könne sich eine altersspezifische
Differenzierung beim Thema Arbeitszeit vorstellen.
Am Wochenende hatten die Tarifparteien ein gestaffeltes
Arbeitszeit-Modell nach dem Vorbild der baden-württembergischen
Universitätskliniken als mögliche Lösung ins
Gespräch gebracht. Das nichtärztliche Personal an den
Unikliniken arbeitet bis 40 Jahre 39 Stunden in der Woche. Von 40 bis
55 Jahren beträgt die Arbeitszeit 38,5 Wochenstunden und über
55 Jahren 38 Wochenstunden.
Die kommunalen Arbeitgeber im Südwesten wollen eine
Verlängerung der Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden in der Woche.
Bei den Ländern macht die Gewerkschaft zudem mobil gegen eine
Anhebung der Arbeitszeit auf das Niveau der Beamten sowie gegen
mögliche Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld.
Außerdem strebt ver.di eine Übernahme des Tarifvertrags an,
der bislang nur in den Kommunen und beim Bund gilt.
Auf Länderebene wollen die Gewerkschaft und die Tarifgemeinschaft
der Länder (Tdl) voraussichtlich am 10. März wieder
verhandeln. Gestreikt wurde am Montag auch in Niedersachsen, Hamburg,
Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Sachsen.
(Quelle: ap)
Zähes Ringen um Lösung im AEG-Konflikt
Di.28.02.06 - Im Konflikt um die Zukunft der von Entlassung bedrohten Mitarbeiter des
Nürnberger AEG-Stammwerks ist noch keine Lösung in Sicht.
Seit zwölf Stunden laufen an einem geheim gehaltenen Ort
Verhandlungen zwischen dem Management des schwedischen
Electrolux-Mutterkonzerns und der IG Metall. Sie kamen auf Initiative
des früheren bayerischen Wirtschaftsministers Wiesheu zustande,
der eine Vermittlerrolle übernommen hat. Vor Beginn der
Gespräche zeigten sich Vertreter beider Seiten optimistisch, dass
eine Lösung gefunden werden kann. Sie gingen jedoch davon aus,
dass die Verhandlungen bis zum Morgengrauen dauern könnten.
Hauptstreitpunkt ist dabei ein Sozialtarifvertrag für die 1.750
Beschäftigten.
(Quelle: br)
Offenbar Machtkampf beim DGB um Engelen-Kefer
Di.28.02.06 - An der DGB-Spitze ist offenbar ein Machtkampf um die Neubesetzung der
Vorstandsposten entbrannt. Nach einem Bericht der
«Süddeutschen Zeitung» (Montagausgabe) kann die
DGB-Stellvertreterin Ursula Engelen-Kefer bei einer erneuten Kandidatur
für den Vorstand auf die Unterstützung des einflussreichen
ver.di-Frauenrates zählen. Bisher hat sich noch kein Gremium offen
für die 62-Jährige ausgesprochen, die vom DGB-Bundesvorstand
nicht mehr als Kandidatin nominiert wurde.
Dies werde in der Gewerkschaft als Kampfansage gegen ver.di-Chef Frank
Bsirske gewertet und könnte Engelen-Kefer weiteren Auftrieb geben,
hieß es. Engelen-Kefer selbst hatte in einem Zeitungsinterview
ihre politische Zukunft offen gelassen, eine erneute Kandidatur aber
nicht ausgeschlossen. Offiziell war ihr Alter als Grund für die
Nicht-Nominierung angegeben worden.
Nach dem Votum des DGB-Vorstandes soll die ausgewiesene Linke und
ehemalige Grünen-Abgeordnete Annelie Buntenbach die Nachfolge von
Engelen-Kefer antreten. Das DGB-Vorstandsmitglied Ingrid Sehrbrock soll
den frei werdenden Stellvertreterposten übernehmen. Vor allem
Bsirske und der IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters hatten sich
für eine Ablösung Engelen-Kefers eingesetzt. Vom 22. bis 26.
Mai will der DGB auf seinem Bundeskongress einen neuen Vorstand
wählen.
(Quelle: ap)
184 Millionen Euro weiniger für ambulante Versorgung durch Hartz IV
Di.28.02.06 - Wegen der Hartz-IV-Gesetze gehen nach Berechnung der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) jährlich rund 184
Millionen Euro für die ambulante Versorgung verloren. «Diese
Berechnung ist noch zurückhaltend», erklärte
KBV-Sprecher Roland Stahl am Montag in Berlin.
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für jeden Versicherten eine
Pauschale an die Kassenärztlichen Vereinigungen. Durch Hartz IV
sind viele Betroffene aus der Arbeitslosenversicherung herausgefallen
und nicht mehr als Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse
versichert.
Besonders betroffen von den Einnahmeausfällen sind nach
KBV-Angaben die neuen Bundesländer. Sachsen verliere jährlich
27 Millionen Euro - etwa drei Prozent des Budgets für die ambulante
Versorgung. In Thüringen seien es ebenfalls fast drei Prozent, in
Sachsen-Anhalt 3,3 Prozent. Auch die alten Bundesländer seien
betroffen. Niedersachsen verliere beispielsweise rund 18,4 Millionen
Euro im Jahr. Das entspreche einem Prozent der Budgetsumme.
(Quelle: ap)
Wirbel um polizeiliche Ermittlung bei Zeitungsredaktion
Di.28.02.06 - Die niedersächsische Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann
hat am Montag die Überwachung von Telefonkontaktdaten der
Redaktion der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung»
gerechtfertigt. Die Verlagsgesellschaft Madsack hatte zuvor bei der
Landesregierung gegen einen «Eingriff in das hohe Gut der
Pressefreiheit» protestiert. Die Journalisten-Organisationen dju
(ver.di) und DJV kritisierten das Vorgehen von Polizei und
Staatsanwaltschaft ebenfalls.
Wie die Braunschweiger Staatsanwaltschaft erklärte, hatte es ein
Ermittlungsverfahren gegen zwei Beamte der Wolfsburger Polizei wegen
Verrats von Dienstgeheimnissen an eine Journalistin der Zeitung
gegeben. Anlass seien Zeitungsberichte gewesen, die Einzelheiten aus
Ermittlungsakten in zwei Fällen enthalten hätten. Um dem
Verdacht nachzugehen, seien auf Grund eines richterlichen Beschlusses
die Verbindungsdaten der von den Polizisten benutzten Telefone
abgefragt worden. Das sei nach den Paragrafen 100g und 100h der
Strafprozessordnung legal.
Der Tatverdacht gegen die Polizisten habe nicht hinreichend
begründet werden können, erklärte die
Staatsanwaltschaft. Deshalb sei das Ermittlungsverfahren im
Frühjahr 2005 eingestellt worden.
Justizministerin Heister-Neumann verwies auf die «eindeutige
gesetzliche Pflicht der Strafverfolgungsbehörden, Straftaten zu
ermitteln». Bei der Abfrage von Telefonverbindungsdaten seien
keine Gesprächsinhalte abgehört worden. «Es wurden
lediglich die Zeiten ermittelt, wann und von welchem Telefonanschluss
telefoniert worden war.»
Das Bundesverfassungsgericht hat hier anlässlich ähnlicher
Fälle eindeutige Vorgaben gemacht, wie Heister-Neumann sagte.
«Danach sind unsere Strafverfolgungsbehörden nach dem
Legalitätsprinzip verpflichtet, auch gegen Journalisten zu
ermitteln, wenn der Verdacht besteht, dass diese sich im Rahmen ihrer
journalistischen Tätigkeit nicht an die Gesetze halten.»
Zugleich betonte Heister-Neumann: «Ich bin der Auffassung, dass
im sensiblen Bereich von verfassungsrechtlich geschützter
Pressefreiheit und Strafverfolgungsmaßnahmen Zweifel bei der
Frage, ob Ermittlungen durchzuführen sind, zu Gunsten der
Pressefreiheit ausgehen müssen.» Der Gesetzgeber sollte sich
zu einzelnen Tatbeständen im Strafgesetzbuch eindeutiger im Sinne
der Pressefreiheit äußern, forderte sie.
Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Michael Konken,
sprach von einem eklatanten Eingriff in den Informantenschutz.
«Wir haben es hier mit einem weiteren Fall zu tun, in dem
Ermittlungsbehörden über das Ausspähen der
Telefonkontaktdaten von Journalisten versucht haben, offensichtlich
Informanten herauszufinden.»
Die Deutsche Journalisten-Union in ver.di protestierte «gegen die
Verletzung der grundgesetzlich geschützten Vertrauensbeziehung
zwischen Journalisten, Redaktionen und ihren möglichen Informanten
ohne hinreichenden oder triftigen rechtsstaatlichen Grund».
(Quelle: ap)
Wissenschaft
Wissbegierde schützt gegen Vergesslichkeit
Di.28.02.06 - Englische Wissenschaftler können voraussagen, ob man sich neue
Information merkt oder nicht. Bei Experimenten konnte ein Forscherteam
des University College London mit Hilfe von Gehirnstrom-Aufzeichnungen
(EEG) zeigen, dass Probanden am besten abschnitten, wenn ihr Denkapparat
bereits kurz vor der eigentlich neuen Information aktiv war. Diese
Gehirnaktivität hat einen großen Einfluss auf das
Erinnerungsvermögen und lässt damit auf Erfolg oder Misserfolg
des Merkens schließen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler
jetzt online im Fachmagazin Nature Neuroscience veröffentlicht.
Im ersten Experiment sahen die Probanden ein Symbol auf einem
Bildschirm, kurz bevor ein Wort auftauchte, das sie sich merken sollten.
Dabei verriet das Symbol, ob sich das Wort auf etwas Lebendiges
bezieht, oder ob der erste und letzte Buchstabe des Wortes in
alphabetischer Reihenfolge steht. Für eine dieser zwei
Möglichkeiten mussten sich die Testpersonen entscheiden. Im zweiten
Experiment sollten die Probanden überlegen, wie die Worte
ausgesehen hatten. Mit dieser Versuchsanordnung wollten die
Wissenschaftler erreichen, dass ihre Testpersonen über die
verschiedenen Aspekte der Worte nachdachten, inklusive der Bedeutung.
Anhand der EEG-Aufzeichnung hat das Forscherteam um Leun Otten
herausgefunden, dass die Gehirnaktivität zwischen der
Symbol-Betrachtung als erstem Reiz und der Präsentation des Wortes
als zweitem Reiz schwankt und mit einem Merk-Erfolg in direkter
Verbindung steht. Wenn die elektrische Aktivität sowohl beim Symbol
als auch beim Wort hoch war, glänzten die Probanden auch beim
unerwarteten Erinnerungstest. War der elektrische Level jedoch bei
Versuchsbeginn niedrig, versagten die meisten bei der
Gedächtnis-Überprüfung. Die englischen Wissenschaftler
hoffen, dass dieses Wissen für Patienten mit Erinnerungs- und
Gedächtnisproblemen hilfreich ist.
(Quelle: pte)
Sonnentempel mit Ramses-Statuen in Vorstadt von Kairo entdeckt
Di.28.02.06 - Vor den Toren der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist unter einem
Flohmarkt ein Sonnentempel aus der Zeit der Pharaonen entdeckt worden.
Der antike Bau in der Vorstadt Ein Tschams sei einer der zahlreichen
Tempel dieser Art, die in der Antike in dieser Region errichtet worden
seien, teilte der Hohe Rat für ägyptische Altertümer
(CSAE) am Sonntag mit. Der Tempelboden sei aus grünem Schiefer
gefertigt. Auch Statuen aus rosa Granit wurden nach Angaben des
Ministeriums für religiöse Güter in der Tempelruine
gefunden. Eine von ihnen wiege fünf Tonnen und stelle Pharao Ramses
II. dar. Eine weitere anderthalb Meter große Skulptur zeige den
Herrscher aus dem 12. vorchristlichen Jahrhundert sitzend. Hieroglyphen
kennzeichneten sie als Abbild von Ramses II.
Die Kairoer Vorstadt, in der der altertümliche Bau entdeckt wurde,
war einst auf den Resten der antiken Stadt Heliopolis ("Stadt der
Sonne") errichtet worden. Heliopolis diente dem Kult des Sonnengottes Re.
(Quelle: afp)