Aktuelle Nachrichten
Irak am sechshundertsiebenundzwanzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Größter Luftwaffeneinsatz seit Invasion im Frühjahr
2003. Konstituierende Sitzung des irakischen Parlaments. Einigung der
Parteien auf eine Regierung nicht in Sicht
Fr.17.03.06 - Irakische und US-Truppen haben den größten Luftwaffeneinsatz
im Irak seit der Invasion vor drei Jahren gestartet. An der "Operation
Schwärmer" gegen Rebellen nördlich von Bagdad seien mehr als
50 Kampfflugzeuge und über 1500 irakische und US-Soldaten
beteiligt, teilte die US-Armee mit. In der Gegend um Samarra sollen
sich Aufständische der El-Kaida-Organisation verstecken.
Der massive Luft- und Bodeneinsatz um Samarra richte sich gegen
Anhänger des Anführers der El Kaida im Irak, Abu Mussab el
Sarkawi, sagte ein hochrangiger irakischer Militär. Die US-Armee
teilte mit, es seien bereits mehrere Waffen- und Sprengstofflager
ausgehoben worden. Die Aktion werde noch mehrere Tage andauern.
Drei Monate nach der Wahl trat in Bagdad das Parlament zu seiner
konstituierenden Sitzung am Donnerstag zusammen. Eine Einigung der
Parteien auf eine Regierung war nicht in Sicht.
Die erste Sitzung des neuen irakischen Parlaments wurde nach der
Vereidigung der 275 Abgeordneten nach nur 40 Minuten beendet. Nach
Beratungen mit den Fraktionen sei die Entscheidung über den
Parlamentspräsidenten und seine zwei Stellvertreter verschoben
worden, bis das Tauziehen um die Regierungsbildung beendet sei, sagte
der 83-jährige Alterspräsident Adnan Patschatschi.
Bei der Parlamentswahl am 15. Dezember hatte die schiitische Vereinigte
Irakische Allianz gesiegt. Eine Wiederwahl des jetzigen Regierungschefs
Ibrahim Dschaafari von der Schiitenallianz lehnen Kurden und Sunniten
aber ab.
Die Sitzung begann mit einer Koranlesung und einer Schweigeminute in
Erinnerung an die Giftgasangriffe auf die kurdische Ortschaft
Halabdscha am 17. März 1988. Bei dem Angriff waren an einem Tag
mehr als fünftausend Menschen getötet worden. Bei
Zusammenstößen zwischen Demonstranten und
Sicherheitskräften in Halabdscha wurden ein Jugendlicher
erschossen und sechs weitere Menschen verletzt.
In verschiedenen Stadtteilen von Bagdad wurden erneut 25 Leichen
gefunden. Laut Innenministerium waren sie von Kugeln durchsiebt. Die
Identität der Toten war noch unklar. Seit Tagen werden in der
irakischen Hauptstadt Leichen gefunden, die auf planmäßige
Tötungen hindeuten.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 17.03.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am zweihundertzweiundsechzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Do.17.03.05 - Berlusconi relativiert angekündigten Irak-Abzug +++ Abgeordnete des
neuen irakischen Parlaments vereidigt. Künftige Regierung im Irak
für Abzug aller Truppen +++ Selbstmordattentäter reisst in
Bakuba vier Soldaten mit in den Tod +++ Vier Tote bei Anschlag in
irakischer Stadt Baidschi +++ Widerstand gegen eine fremde Besatzungsmacht ist völkerrechtlich
grundsätzlich zulässig. Über die Frage jedoch, welches
Recht in einem bewaffneten Befreiungskampf gilt, streiten sich die
Gelehrten – und die Staaten...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/k0503170.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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USA bestätigen Präventivkriegsdoktrin
Fr.17.03.06 - US-Präsident George W. Bush stellte gestern eine neue nationale
Sicherheitsstrategie vor, die im Wesentlichen seine Doktrin eines
Präventivschlags gegen Terroristen und feindliche Staaten
bekräftigt.
Wie die «Washington Post» vorab berichtete, beruht die
49-seitige Analyse auf einem im September 2002 vorgelegten und damals
sehr umstrittenen Strategiepapier. Damit war die US-Regierung damals
von einer jahrzehntelangen Politik der Abschreckung und Eindämmung
in Richtung einer aggressiveren Politik abgerückt.
Dahinter stand die Vorstellung, dass die USA ein als feindlich
betrachtetes Land angreifen sollten, um damit einem Angriff auf das
eigene Territorium mit Massenvernichtungswaffen zuvorzukommen. Kritiker
hatten argumentiert, dass die Doktrin wenige Monate später durch
den Irakkrieg, der unter anderem mit angeblichen
Massenvernichtungswaffen im Besitz des Saddam-Regimes begründet
worden war, unterminiert wurde. Doch in der Neufassung der Strategie
zeige sich Bush von dieser Kritik unbeeindruckt, berichtete die
«Washington Post», der das Weiße Haus vorab das Papier
überlassen hatte. Als Geste gegenüber den Europäern sei
aber mehr Betonung auf eine Zusammenarbeit mit den Verbündeten
gelegt worden.
(Quelle: dpa)
CONPLAN 8022
Ein globaler Angriffsplan der USA, der auch den Einsatz von
Nuklearwaffen vorsieht, ist in Kraft getreten – mit möglichen
Auswirkungen auf den Iran... Mehr bei telepolis vom 17.03.06:
http://www.telepolis.de/r4/artikel/22/22272/1.html
Rice nennt Iran 'Zentralbanker des Terrorismus'
Teheran erklärt sich zu offiziellen diplomatischen Kontakten mit
den USA bereit
Fr.17.03.06 - US-Außenministerin Condoleezza Rice hat den Iran als
«Zentralbanker des Terrorismus» bezeichnet. Die Regierung in
Teheran habe die Welt über ihre nuklearen Aktivitäten belogen
und handele entgegen den Verpflichtungen des Atomwaffensperrvertrages,
sagte Rice bei einem Besuch in Australien.
Unterdessen hat sich der Iran erstmals seit 27 Jahren zu offiziellen
diplomatischen Kontakten mit den USA bereit erklärt. Der
Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Ali Laridschani, sagte am
Donnerstag in Teheran, der Iran sei zu direkten Gesprächen mit den
USA über eine Lösung des Konflikts im Nachbarland Irak bereit.
«Für Gespräche mit den USA über den Irak werden
die relevanten Diplomaten ausgewählt», kündigte
Laridschani an. Der Vorsitzende der religiösen Schiiten-Allianz im
Irak, Abdul Asis al-Hakim, hatte zuvor um Gespräche des Irans mit
dem US- Botschafter in seinem Land, Zalmay Khalilzad, gebeten. Al-Hakim
hatte mehr als zwei Jahrzehnte im Iran im Asyl gelebt.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Iran und den USA waren seit
der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 abgebrochen.
«Und natürlich spielt sie auch eine Rolle als Zentralbanker
des Terrorismus», sagte Rice weiter in Bezug auf die Regierung in
Teheran. Der Iran werde «von ein paar Nicht-Gewählten
regiert, die die Wünsche der Bevölkerung
unterdrücken», sagte die US-Außenministerin weiter. Sie
zeigte sich indes zuversichtlich, dass der UN- Sicherheitsrat Wege
finden werde, die Regierung in Teheran zu Verhandlungen über ihr
Atomprogramm zu bewegen.
Rice äußerte am Donnerstag zudem Sorge über die
deutliche Erhöhung des chinesischen Rüstungshaushaltes. Sie
forderte die chinesische Regierung auf, die Welt nicht im Unklaren
über den Zweck der höheren Rüstungsausgaben zu lassen.
«Ich habe gehört, dass der chinesische Verteidigungshaushalt
um 14 Prozent steigt - das ist eine Menge. China sollte transparent
machen, was das zu bedeuten hat», sagte die Ministerin.
(Quelle: dpa)
Nahost
Hamas will am Samstag ihr endgültiges Kabinett vorstellen
Fr.17.03.06 - Nach wochenlangen Verhandlungen will die radikalislamische Hamas am
Wochenende ihr Regierungskabinett vorstellen. Die Regierung solle am
Donnerstagabend gebildet und "auf jeden Fall" am Samstag dem
Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas vorgestellt werden,
sagte Hamas-Sprecher Salah Bardawil am Donnerstag. In der Nacht habe die
Hamas den anderen politischen Gruppierungen im Parlament "letzte
Änderungen" vorgelegt und warte nun auf Antwort. Es ist demnach
unwahrscheinlich, dass eine Regierung der nationalen Einheit
zustandekommt: "Wir haben bei den Diskussionen gestern Abend gemerkt,
dass die anderen Parteien nicht geneigt waren, sich uns
anzuschließen", sagte der Sprecher. Die Fatah-Bewegung von Abbas
wolle keine Kompromisslösung, "und das bedeutet, dass sie sich
nicht an der Regierung beteiligen will".
(Quelle: afp)
Israels Kadima-Partei profitiert von Militäreinsatz in Jericho
Fr.17.03.06 - Die Kadima-Partei des israelischen Interimsregierungschefs Ehud Olmert
hat von der Erstürmung des Palästinensergefängnisses in
Jericho und der Festnahme der dort inhaftierten Extremisten in den
Wahlumfragen profitiert. Wie aus einer in der Zeitung "Jediot Ahronot"
am Donnerstag veröffentlichten Umfrage hervorgeht, konnte sich
Kadima um zwei Sitze auf 39 verbessern. Die Arbeitspartei verlor einen
Sitz und kommt auf 19, die Likud-Partei legte um einen Sitz auf 15 zu.
Es ist die erste Verbesserung der Kadima in den Umfragen seit mehr als
einem Monat. Am 10. Februar hatte sie noch bei 43 Sitzen gelegen, hatte
dann aber kontinuierlich an Zustimmung verloren. Auch die Zeitung
"Maariv" sah Kadima bei 39 Sitzen, der Militärrundfunk sogar bei 43
Sitzen.
(Quelle: afp)
Warnung vor palästinensischem Wirtschaftskollaps
Fr.17.03.06 - Die Aussichten für die palästinensische Volkswirtschaft haben
sich nach den israelischen Sanktionen und angesichts drohender
Kürzungen der internationalen Hilfen infolge des Wahlsiegs der
Hamas weiter verdüstert. Im schlimmsten Fall werde die
Arbeitslosenquote dieses Jahr auf rund vierzig Prozent steigen,
hieß es in einem Bericht der Weltbank für Geberländer.
Der Prozentsatz der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen
könnte dabei auf 67 Prozent anwachsen.
Die Weltbank umriss vier Szenarien und ging für den schlimmsten
und zugleich wahrscheinlichsten Fall davon aus, dass Israel weiterhin
die Steuereinnahmen zurückhält, die es der
Palästinenserführung schuldet, und dass westliche Regierungen
ihre Hilfe nach dem Hamas-Sieg kürzen. Selbst im besten und
unwahrscheinlichsten Fall seien die wirtschaftlichen Aussichten
für die Palästinenser "nicht gut", hieß es.
Nach Einschätzung der Geberländer müsste das
Bruttoinlandsprodukt der Palästinenser jährlich um zehn
Prozent steigen, wenn die hohen Arbeitslosenzahlen auf ein
erträgliches Niveau gebracht werden sollen. Selbst bei
optimistischen Hochrechnungen werde das Bruttoinlandsprodukt aber von
6,3 Prozent im vergangenen Jahr auf 4,9 Prozent im kommenden Jahr
fallen und später noch weiter sinken.
Wenn Israel die Zolleinnahmen weiter zurückhalte, habe die
Palästinenserführung dieses Jahr nur 700 bis 750 Millionen
Dollar in der Kasse, während sie für den Haushaltsentwurf
für 2006 von 1,9 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro)
ausgegangen sei. Durch den israelischen Beschluss, die Zolleinnahmen
einzufrieren, entgehen den Palästinensern rund 50 Millionen Dollar
im Monat.
Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten hatten nach dem
Wahlsieg der radikalislamischen Hamas bei der Parlamentswahl im Januar
angekündigt, ihre Hilfen für die Palästinenser zu
kürzen, wenn die Hamas nicht der Gewalt abschwöre und Israel
anerkenne. Die Hamas gab sich davon unbeeindruckt und kündigte an,
weitere arabische und moslemische Ländern um Unterstützung
anzugehen.
(Quelle: afp)
Flüchtlingsdrama vor Westafrika
Fr.17.03.06 - Neues Flüchtlingsdrama vor der Küste Westafrikas: Die Leichen
von 24 Afrikanern sind am Mittwoch vor der Küste des
Wüstenstaats Mauretanien aus dem Atlantik geborgen worden.
Bei den Toten handelte es sich nach Angaben der spanischen
Behörden um Flüchtlinge, die von Mauretanien auf die
Kanarischen Inseln gelangen wollten und dabei mit einem Boot
verunglückten. Es wurde vermutet, dass in dem Seegebiet noch mehr
Leichen im Meer treiben, hieß es.
Ein spanisches Hospitalschiff, das die Toten geborgen hatte, stellte in
der Nacht zum Donnerstag die Suche nach weiteren Leichen ein und nahm
Kurs auf Gran Canaria. Die toten Afrikaner waren vor der Küste
Nordmauretaniens, 400 Seemeilen (740 Kilometer) südlich der
Kanaren, im Atlantik entdeckt worden.
Die Kanarischen Inseln erleben in diesen Tagen einen beispiellosen
Zustrom von afrikanischen Flüchtlingen. Seit dem Wochenende
gelangten mehr als 800 Afrikaner - überwiegend von Mauretanien aus
- mit Booten nach Teneriffa und Gran Canaria. Die Aufnahmelager der
Inseln waren infolge des Zustroms völlig überfüllt, so
dass ein Teil der Flüchtlinge in Gebäuden des Militärs
untergebracht werden musste.
Der Ministerpräsident der autonomen kanarischen Regierung,
Adán Martín, bezeichnete den Zustrom von Flüchtlingen
als einen «nationalen Notstand». Er kündete die
Schaffung eines Krisenkabinetts an. Der Bürgermeister von Santa
Cruz de Tenerife, Miguel Zerolo, warf der spanischen Zentralregierung
vor, nicht genug zur Bekämpfung der illegalen Zuwanderung
unternommen zu haben.
Nach Angaben des spanischen Präfekten auf den Kanaren waren in
jüngster Zeit auf der Route zu der Inselgruppe mehrere
Flüchtlingsboote havariert. Hilfsorganisationen in Mauretanien
hatten kürzlich von 1000 Toten in den vergangenen vier Monaten
gesprochen. Das spanische Fernsehen TVE berichtete, einige Boote seien
verunglückt, weil Schieberbanden den Treibstoff der Schiffe mit
Wasser gemischt hätten, um Geld zu sparen.
Die spanische Regierung beschloss auf einer Krisensitzung einen
Dringlichkeitsplan für den Kampf gegen die illegale Zuwanderung.
Spanien bot Mauretanien Hilfen für die Überwachung der
Küsten an. Dazu will Spanien dem Wüstenstaat unter anderem
Patrouille-Schiffe zur Verfügung stellen. Außerdem will
Madrid Mauretanien bei der Einrichtung von Aufnahmelagern für
Flüchtlinge helfen. Die EU- Kommission und Spanien entsandten eine
gemeinsame Delegation nach Mauretanien.
(Quelle: dpa)
UNEP-Direktor Töpfer hält Kriege um Wasser für denkbar
Fr.17.03.06 - Klaus Töpfer, der scheidende Direktor des UN-Umweltprogramms
(UNEP), hält Kriege und Konflikte um Wasser für denkbar. Die
wachsende Zahl von Menschen auf der Erde und die fortschreitende
Verstädterung ließen Wasser vielerorts zu einem knappen Gut
werden, sagte Töpfer dem Bayerischen Rundfunk. Das vierte
Weltwasserforum berät seit Donnerstag in Mexiko-Stadt über
eine bessere Nutzung und Verteilung der wertvollen Ressource.
Zur Vermeidung von Konflikten um den kostbaren Rohstoff mahnte
Töpfer eine vorsichtige Verwendung des Rohstoffs Wasser an. Unter
anderem müsse mehr in Wasserverteilungssysteme investiert werden.
Außerdem sei Wassersparen eine "zentrale Herausforderung".
Töpfer forderte die Regierungen aller Länder auf, eine
nachhaltige Unmweltpolitik zu betreiben. Zunehmende Dürre und
Trockenheit in Äthiopien, Eritrea, Kenia und Somalia sei
häufig durch Menschen verursacht. So habe Kenia nur noch eine
Waldfäche von zwei Prozent. Töpfers Nachfolger als UNEP-Chef
im kenianischen Nairobi wird nach acht Jahren der 44-jährige
Deutschen Achim Steiner, derzeit Generaldirektor der
Weltnaturschutzunion (IUCN) mit Sitz in der Schweiz.
In Mexiko-Stadt beraten bis kommenden Mittwoch mehrere tausend
Teilnehmer des vierten Weltwasserforums über eine bessere Nutzung
und Verteilung der wertvollen Ressource. Amtlichen Angaben zufolge haben
40 Prozent der Weltbevölkerung nur begrenzten Zugang zum
"flüssigen Gold" oder verfügen über keine
Abwasserentsorgung.
Jahr für Jahr sterben Millionen Kinder an Krankheiten, die auf
verschmutztes Wasser zurückzuführen sind. Kritiker
befürchten, dass es auf dem Forum vor allem darum gehen wird, den
Einfluss privater Unternehmen in den verschiedenen Bereichen des
Wassersektors zu stärken.
(Quelle: afp)
Ecuadors Präsident warnt vor Destabilisierung des Landes
Fr.17.03.06 - Angesichts anhaltender Proteste in Ecuador gegen ein von der Regierung
angestrebtes Freihandelsabkommen mit den USA hat Präsident Alfredo
Palacio vor einer Destabilisierung des südamerikanischen Landes
gewarnt. Zum "Schutz der Demokratie" müssten sich alle Beteiligten
verantwortungsbewusst zeigen und Ruhe bewahren, sagte der Staatschef am
Mittwoch (Ortszeit) in einer Rede an die Nation. Es gelte, der
"kriminellen Zerstörung der verfassungsmäßigen Ordnung"
entgegenzutreten. Verteidigungsminister Oswaldo Jarrín sagte, die
Regierung werde die Straßenblockaden in zehn der insgesamt 22
Provinzen unter Einsatz von Gewalt auflösen, "um die Ordnung und
den sozialen Frieden aufrecht zu erhalten". Der Minister ordnete auch
die gewaltsame Befreiung von 15 Militärs in der Amazonasprovinz
Pastaza an, die dort von Demonstranten festgehalten werden.
(Quelle: afp)
Tausende Studenten demonstrieren in Frankreich
Fr.17.03.06 - Tausende Studenten und Schüler haben am Donnerstag in Frankreich
gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes für junge
Arbeitnehmer demonstriert. Allein in Marseille gingen nach
unterschiedlichen Angaben von Polizei und Veranstaltern 7000 bis 15.000
Menschen auf die Straße. Sie forderten mit Transparenten wie
"Sklavenvertrag" oder "Ausbeuteranstellung" die Rücknahme der
umstrittenen Reform.
Kundgebungen mit mehreren tausend Teilnehmern fanden auch in Le Havre,
Bordeaux und Limoges statt. Demonstrationen in dutzenden weiteren
Städten waren geplant. Von Frankreichs 84 Universitäten waren
gegen Mittag rund 70 Prozent blockiert, ebenso Dutzende von Gymnasien.
Allein in Paris waren rund 30 Schulen betroffen. Von dort aus brachen
tausende Schüler zu einer für 14.00 Uhr angesetzten
Großkundgebung in der Hauptstadt auf.
Premierminister Dominique de Villepin kündigte an, sich am
Freitagabend mit Präsidenten von Universitäten zu treffen, um
über die Lage zu beraten. 46 Hochschulleiter hatten Regierung und
Studenten zuvor aufgerufen, einen Dialog aufzunehmen.
(Quelle: afp)
Deutschland
Opposition fordert Stärkung ihrer Rechte im Bundestag
Fr.17.03.06 - Die Opposition sieht die Kontrollrechte des Bundestags durch die
überwältigende Mehrheit von Union und SPD gefährdet. Es
sei zu bezweifeln, ob die gegenwärtige Rechtslage überhaupt
verfassungsgemäß sei, sagten die parlamentarischen
Geschäftsführer von Grünen und Links-Fraktion, Volker
Beck und Ulrich Maurer, der «Berliner Zeitung»
(Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. «Die große Koalition
missachtet die Rechte der Opposition», sagte Beck. «Das ist
die Arroganz der Macht.» Bundestags-Vizepräsident
Hermann-Otto Solms (FDP) warnte, sollten die Koalitionsfraktionen ihren
Stil der ersten Monate fortsetzen, stehe auch die Reputation des
Bundestages auf dem Spiel.
Streit hatte es zuletzt vor allem um die Besetzung und den Auftrag des
geplanten Untersuchungsausschusses zu Aktivitäten des
Bundesnachrichtendienstes im Irak gegeben. Auch das Vorgehen der
großen Koalition bei der Föderalismusreform stößt
bei der Opposition auf Kritik.
In einem Antrag für den Geschäftsordnungsausschuss fordern
die Grünen dem Blatt zufolge eine Überprüfung der
gegenwärtigen Oppositionsrechte. Es müsse untersucht werden,
ob die große Koalition mit ihrer Mehrheit die parlamentarische
Kontrolle weitgehend ins Leere laufen lassen könne. Die Grünen
schlügen vor, der Opposition grundsätzlich genauso viel
Redezeit zuzugestehen wie dem Regierungslager. Auch bei der Bestimmung
der Tagesordnung des Bundestags sollte die Opposition mehr Einfluss
erlangen. «Auch in Zeiten großer Koalition muss es Rede und
Gegenrede geben», sagte Beck. «Selbstgespräche von
Union und SPD lähmen das Parlament.»
Auch die Links-Fraktion äußerte Verfassungsbedenken gegen
die jetzige Praxis im Bundestag. Sie wolle aber vor allem die Rechte
jeder einzelnen Fraktion stärken, erläuterte Maurer.
Beispielsweise müsse jede Fraktion Anhörungen oder
Sondersitzungen beantragen dürfen. Sie solle auch allein vor das
Verfassungsgericht ziehen können.
Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Jörg van
Essen, sagte: «Wir müssen alle politischen Minderheitenrechte
auf den Prüfstand stellen.» Wichtig sei es, die
Beschlussfassung im Bundestag zu erleichtern. So solle künftig die
Zustimmung von 25 Prozent der Abgeordneten genügen, um eine
Sondersitzung des Bundestags einzuberufen oder ein
Normenkontrollverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht anzustrengen.
(Quelle: ddp)
Grüne streiten über Atommüllendlager
Fr.17.03.06 - Der Streit bei den Grünen um das richtige Konzept für die
Suche nach einem Atommüllendlager verschärft sich. Die
Grünen-Europaabgeordnete Rebecca Harms kritisierte in einem vorab
veröffentlichten Interview mit der hannoverschen «Neuen
Presse» (Donnerstagausgabe) den früheren Bundesumweltminister
Jürgen Trittin (Grüne) in diesem Zusammenhang scharf.
«Trittin hat noch nicht den Sprung in die Oppositionsrolle
geschafft», sagte Harms.
Nach einer Abstimmungsniederlage gegen Trittin in der
Bundestagsfraktion war der grüne Umweltpolitiker Reinhard Loske als
Fraktionsvizechef zurückgetreten. Trittin hatte sich mit seinem
Konzept für eine Endlagersuche durchgesetzt. Darin wird
vorgeschlagen, die Suche der Atomwirtschaft zu überlassen. Loske
hingegen wollte lieber die öffentliche Hand beauftragen, die sich
noch nicht auf Standorte wie Gorleben und Schacht Konrad festgelegt hat.
Rebecca Harms sagte dazu: «Wer Akzeptanz für die schwierige
Suche nach einem Endlager sucht, der darf nicht die Atomindustrie zum
Träger des Verfahrens machen und die Öffentlichkeit nur
marginal beteiligen.»
(Quelle: ddp)
Rentenkürzungen für Kinderlose? - Klarer Widerspruch
Fr.17.03.06 - Der Vorstoß von mehreren Politikern und
Wirtschaftswissenschaftlern nach Rentenkürzungen für
Kinderlose stößt parteiübergreifend auf Ablehnung.
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) nannte die Forderung
am Donnerstag eine «Verrücktheit, ein abstruser Vorschlag,
so wie er immer mal wieder hochkommt». Auch FDP-Rentenexperte
Heinrich Kolb und Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) wiesen
die Forderungen zurück.
Müntefering wischte den Vorschlag mit deutlichen Worten vom Tisch:
«Mit seriöser Rentenpolitik, so wie sie die Bundesregierung
verfolgt, hat das jedoch nichts zu tun», betonte er.
FDP-Fachmann Kolb stellte klar, es müsse dabei bleiben, dass die
Rentenzahlungen im Verhältnis zu den zuvor geleisteten
Einzahlungen stehen. Für Kürzungen bestehe zudem kein
Spielraum, da viele gesetzliche Renten nur knapp über
Sozialhilfeniveau lägen. Nötig sei es hingegen, bei der
privaten Rente Eltern mit Kinderzulagen zu unterstützen. Bisher
seien von diesem bei der Riester-Rente verfolgten Prinzip viele Gruppen
ausgeschlossen, bemängelte Kolb.
Auch Bayerns Sozialministerin Stewens schloss Rentenkürzungen
für Kinderlose aus. Es könne nicht darum gehen, Kinderlose zu
bestrafen. Um die bestehenden Nachteile von Eltern in der gesetzlichen
Rentenversicherung auszugleichen, habe die CSU den Kinderbonus und die
Kinderrente vorgeschlagen, betonte Stewens.
Zuvor hatte der Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik der
Universität Köln, Johann Eekhoff, betont: «Die Renten
von Kinderlosen müssten um die Hälfte gesenkt werden.»
Eine solche Reform sei überfällig. Auch der
CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis forderte Kürzungen.
Eekhoff sagte, Kinderlose hätten «nie in das Rentensystem
aufgenommen werden dürfen, weil es nur funktioniert, wenn es von
nachfolgenden Generationen finanziert wird». Es sei dringend
geboten, die Rentenansprüche von Versicherten mit Kindern zu
erhöhen und die von Kinderlosen zu verringern. Diese Umstellung
müsse langfristig und in kleinen Schritten erfolgen, damit die
Betroffenen privat vorsorgen könnten.
Geis forderte: «Kinderlose sollten entweder eine verminderte
Rente bekommen oder mehr in die Rentenkasse einzahlen
müssen.» Mütter und Familien, die daheim bleiben und
Kinder erziehen, erbrächten eine Leistung für die
nächste Generation. Die Leute, die dagegen voll erwerbstätig
seien und keine Kinder haben, profitierten später von der Leistung
der Eltern.
Auch der CSU-Familienpolitiker Johannes Singhammer forderte, das
Verhältnis zwischen Beitragszahlern mit Kindern und ohne Kinder
neu auszurichten. Beitragszahler mit Kindern erbrächten eine
besondere Leistung für den Generationenvertrag, die auch honoriert
werden müsse.
Der Präsident des Münchner Instituts für
Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, schlug vor, um die Renten trotz
Kinderarmut zu sichern, müssten alle Arbeitnehmer acht Prozent vom
Bruttoeinkommen zur Privatvorsorge ansparen. «Für jedes Kind
würde ein Teil dieser Sparpflicht entfallen, dafür ein
Sonderanspruch auf staatliche Extrarente entstehen. Aus heutiger Sicht
würde die Monatsrente der Eltern durch drei Kinder um insgesamt
rund 400 Euro aufgestockt», erläuterte Sinn.
(Quelle: ddp)
Härtere Kontrollen bei Hartz-IV-Empfängern geplant
Fr.17.03.06 - Die große Koalition will dem Missbrauch von staatlichen
Leistungen durch Langzeitarbeitslose stärker entgegenwirken.
Koalitionspolitiker bestätigten einen Pressebericht, wonach
derzeit ein so genanntes Optimierungsgesetz für Hartz IV
ausgearbeitet wird. Nach Informationen der Essener "Ruhr Nachrichten"
sollen damit jährlich 1,2 Milliarden Euro eingespart werden.
Langzeitarbeitslose sollen demnach bei Telefonabfragen Auskunft
über ihre Lebenssituation geben müssen. Außerdem wird
möglicherweise ein Außendienst eingerichtet, der
Langzeitarbeitslose kontrollieren soll.
(Quelle: br-Radionachrichten)
DGB wertet Mitbestimmung als Erfolgsmodell
Fr.17.03.06 - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wertet die vor 30 Jahren
eingeführte betriebliche Mitbestimmung als Erfolgsmodell. Das
Gesetz habe der deutschen Wirtschaft gut getan, sagte der
DGB-Vorsitzende Michael Sommer am Donnerstag in Berlin. Auch andere
europäische Gewerkschaften stünden dem deutschen Modell
zunehmend offen gegenüber.
Es gehe nun darum, die Mitbestimmung europafest zu machen, sagte Sommer
weiter. Der DGB-Vorsitzende setzt darauf, dass die Kommission unter
Leitung des früheren sächsischen Ministerpräsidenten Kurt
Biedenkopf (CDU) zu einvernehmlichen Lösungen kommt, die von der
großen Koalition dann auch umgesetzt werden.
Das Mitglied im DGB-Bundesvorstand, Dietmar Hexel, zählt zu den
Forderungen der Gewerkschaften vor allem die Wahl ausländischer
Arbeitnehmer in Aufsichtsräte. Ebenso müsse man schauen, wie
die deutsche Mitbestimmung mit Regelungen in anderen europäischen
Ländern, auch etwa zum Streikrecht oder zur Betriebsverfassung,
kombiniert werden könne.
Der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) sieht in
der Reform der Mitbestimmung eine Grundsatzfrage. Es gehe darum, ob man
Gewerkschaften als «freischwebene Gegenmacht» oder als
Ordnungsfaktor wolle. Auf letzteres setzten vernünftige
Unternehmer, fügte Blüm hinzu.
(Quelle: ddp)
Studie: Firmen mit Betriebsrat erfolgreicher
Hannover (dpa/lni) - Die betriebliche Mitbestimmung von Arbeitnehmern
fördert einer Studie zufolge den wirtschaftlichen Erfolg eines
Unternehmens. Wie eine Untersuchung der Universität Hannover
ergab, sind Firmen mit einem Betriebsrat häufig produktiver,
flexibler und innovativer als Betriebe ohne Mitarbeitervertretung. Das
teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung, Auftraggeber
der Studie, am Montag mit. Die Mitbestimmung steigere die
Leistungsfähigkeit eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter, sagt
der Autor der Studie, Uwe Jirj ahn vom Institut für einpirische
Wirtschaftforschung in seinem Gutachten. Darüber hinaus seien
Arbeitnehmer stärker bereit, bei betrieblichen
Umstrukturierungsmaßnahmen zu kooperieren, wenn eine
vertrauensvolle Beziehung zwischen Belegschaft und Management besteht.
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.03.2006
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Klima
Konzentration an Treibhausgasen steigt
Fr.17.03.06 - Im Jahr 2004 gab es nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) die
höchste Konzentration bedeutender Treibhausgase in der
Atmosphäre seit Beginn der Messungen. Dabei handle es sich um
Kohlendioxid, Methangas und Distickstoffoxid.
Das berichtete die Organisation im ersten Jahresbericht über die
Konzentration von Treibhausgasen, den sie am Dienstag in Genf
vorstellte. Aufgabe des Berichts sei es nicht, Empfehlungen für die
Reduzierung der Treibhausgaskonzentrationen zu geben, sondern
«die Veränderungen in der Atmosphäre zu beobachten und
in einem weltweit akzeptierten Konsens zu dokumentieren»,
erklärte ein WMO-Experte.
Der Bericht soll künftig jährlich vorgelegt werden. Der
nächste, der das Jahr 2005 beleuchtet, werde in diesem November
fertig sein, sagte WMO-Sprecher Mark Oliver
(Quelle: dpa)
Mehr in der taz vom 16.03.06:
http://www.taz.de/pt/2006/03/16/a0139.1/text