Aktuelle Nachrichten
Irak am sechshundertzweiunddreißigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Mindestens 28 Tote bei Angriff auf Polizeistation im Osten Iraks.
US-Botschafter zeichnet düsteres Bild der Lage im Irak.
Sunnitischer Rat der Religionsgelehrten ruft Iraker zum Widerstand
gegen ausländische Truppen auf. 'Indirekte Lebenszeichen' von
entführten Deutschen
Mi.22.03.06 - Bei einem Rebellenangriff auf eine Polizeistation im Osten Iraks hat es
am Dienstag mindestens 28 Tote gegeben. Bei dem Gefecht in Mokdadija
etwa hundert Kilometer nordöstlich von Bagdad wurden nach Angaben
von Sicherheitskräften 18 Polizisten und zehn Aufständische
getötet. Die Angreifer befreiten 32 mutmaßliche Terroristen,
die in dem Gebäude inhaftiert waren. Sie zogen sich erst
zurück, als irakische und US-Soldaten als Verstärkung
anrückten.
Die Aufständischen fuhren laut Sicherheitskräften im
Morgengrauen mit Autos und Pritschenwagen vor das
Behördengebäude, in dem Polizeistation, Gericht und
Gefängnis mit rund 250 Häftlingen untergebracht sind. Dann
eröffneten sie aus Maschinengewehren und Panzerfäusten das
Feuer und befreiten die Häftlinge. In dem einstündigen Gefecht
wurden etwa 20 Polizeifahrzeuge zerstört. Neben den Toten gab es
auch Verwundete: 13 Polizisten und 16 Angreifer wurden verletzt.
US-Hubschrauber verfolgten die flüchtenden Aufständischen in
die Vororte von Mokdadija und beschossen sie.
An den Eingangsstraßen zur Stadt hatten die Angreifer
Sprengfallen versteckt, um die zur Verstärkung geholten
Streitkräfte aufzuhalten. Nach Angaben eines irakischen
Sicherheitsbeamten gab es bei der Explosion eines Sprengsatzes weitere
Tote bei einem Polizeikommando, das den Kollegen auf der Wache zur Hilfe
kommen wollte. US-Soldaten wurden nach Armeeangaben aus dem Hinterhalt
angegriffen. Kurz nach dem Gefecht kehrte in der Stadt Ruhe ein, wie
ein AFP-Reporter berichtete. Irakische Sicherheitskräfte
patrouillierten durch die leer gefegten Straßen. Die Stadt in der
Provinz Dijala wurde weiträumig abgesperrt.
Dutzende palästinensische Flüchtlinge aus dem Irak sind nach
Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Tagen nach Jordanien
geflüchtet. In den vergangenen 48 Stunden seien 89
Palästinenser, darunter 42 Kinder, an der jordanisch-irakischen
Grenze angekommen, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in
Amman. Die Palästinenser hätten den Irak aus
Sicherheitsgründen verlassen. Ein UNHCR-Sprecher warnte vor einem
Massenexodus. Im Irak leben schätzungsweise 34 000
Palästinenser, die nach eigenen Angaben zunehmend Ziel von
Angriffen radikaler Schiiten werden.
Drei Jahre nach dem Einmarsch der US-geführten internationalen
Truppen im Irak zeichnete US-Botschafter Zalmay Khalilzad ein
düsteres Bild der Lage in dem Land. Der Irak "blutet", sagte er dem
US-Fernsehsender ABC. Extremisten wollten in das herrschende
Machtvakuum vorstoßen. Dennoch sei er zuversichtlich, dass in den
kommenden Wochen eine Regierung gebildet werde. Von einem
Bürgerkrieg wollte Khalilzad trotz der täglichen
Anschläge und der zunehmenden Spannungen zwischen den
Religionsgruppen nicht sprechen.
Ein britischer General wies Äußerungen des früheren
irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi zu einem
Bürgerkrieg im seinem Land zurück. Der Irak befinde sich
nicht einem Bürgerkrieg, das sei «eine aufrührerische
Behauptung», sagte General Rob Fry, stellvertretender
Befehlshaber der internationalen Truppen im Irak, dem britischen Sender
BBC am Dienstag. Allawi hatte am Wochenende der BBC gesagt: «Jeden
Tag gibt es 50 bis 60 Tote, wenn das kein Bürgerkrieg ist,
weiß nur Gott, was ein Bürgerkrieg ist.»
Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten nahm den dritten Jahrestag
des Beginns der Invasion im Irak zum Anlass, um die Iraker zum
Widerstand gegen die ausländischen Truppen aufzurufen. Ein
führendes Mitglied des Rates, das seinen Namen nicht
veröffentlicht sehen wollte, sagte am Dienstag in der
westirakischen Aufständischen-Hochburg Falludscha: «Die
Iraker müssen ihre Anstrengungen im Widerstand (gegen die
ausländischen Truppen) bündeln und verhindern, dass die
Amerikaner ihre bösartigen Pläne umsetzen und aus dem Kampf
einen Kampf von Irakern gegen Iraker machen.»
In der schiitischen Pilgerstadt Kerbela endeten am Dienstag die
Feierlichkeiten zur Erinnerung an das Ende der Trauerzeit für den
im Jahr 680 getöteten Imam Hussein. Innenminister Bajan Bakr
Solagh erklärte, rund sechs Millionen Gläubige seien zu dem
religiösen Großereignis nach Kerbela gepilgert. Andere
Beobachter sprachen von rund zwei Millionen Pilgern. Der Minister
sagte, die Einheiten seines Ministeriums hätten sich ein Gefechte
mit Extremisten geliefert, die versucht hätten, Raketen auf die
Gläubigen abzufeuern.
Nachdem die Verhandlungen über die Bildung einer neuen Regierung
erneut verschoben worden waren, sprach am Dienstag eine von
Vizepräsident Adel Abdul Mahdi geleitete Delegation bei dem
geistigen Oberhaupt der Schiiten, Großajatollah Ali al-Sistani,
in Nadschaf vor. Al-Sistani habe die Parteien aufgerufen, sich rasch zu
einigen, sagte Abdul Mahdi. Die US-Armee setzte am Dienstag ihre
Offensive im Nordirak fort. Die Operation «Schwärmer»
habe gezeigt, dass die irakischen Sicherheitskräfte immer besser
in der Lage seien, die Verantwortung für die Sicherheit im Lande
zu übernehmen, sagte ein Armeesprecher.
Die vor knapp zwei Monaten im Nordirak entführten deutschen
Ingenieure sind nach ARD-Informationen am Leben. Es gebe
«indirekte Lebenszeichen» von den Leipzigern René
Bräunlich (32) und Thomas Nitzschke (28), berichtete der Sender am
Dienstag unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise.
Ein direkter Kontakt zu den Entführern sei aber noch nicht zu
Stande gekommen. Nach Überzeugung der deutschen
Sicherheitsbehörden habe die Verschleppung einen kriminellen
Hintergrund, um Lösegeld zu erpressen.
Das Auswärtige Amt (AA) wollte diese Darstellung nicht
kommentieren. Der Krisenstab trete weiterhin täglich zusammen und
setze seine Bemühungen intensiv fort, erklärte ein Sprecher.
Zum Schutz der Betroffenen gebe man zu den operativen Einzelheiten keine
Auskünfte.
In der Region um Baidschi, wo die beiden Männer am 24. Januar von
Bewaffneten entführt worden waren, sind die meisten Beobachter
schon seit längerem überzeugt, dass keine fanatischen
Islamisten hinter der Entführung stecken. In der Provinz Salaheddin
hält sich hartnäckig das Gerücht, Bräunlich und
Nitzschke würden in der Region um den Thartar-See von skrupellosen
Lösegeld-Erpressern festgehalten und müssten ständig den
Standort wechseln, um einen Zugriff durch die Polizei zu verhindern.
Das letzte Lebenszeichen in Form einer Videobotschaft stammt vom 11.
Februar.
Zum dritten Jahrestag des Beginns des Irak-Kriegs hatten am Montagabend
rund 400 Menschen in Leipzig erneut mit einer Mahnwache an das Schicksal
der beiden Mitarbeiter der Firma Cryotec mit Sitz im sächsischen
Bennewitz erinnert.
(Quellen: afp, dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 22.03.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am zweihundertsiebenundsechzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Di.22.03.05 - Vier Iraker bei Attentaten getötet +++ Drei Kinder sterben durch
Bombe +++ Jordanischer Botschafter kehrt nach Bagdad zurück +++
Britische Sendeanstalt berichtet erneut über Manipulation von
Geheimdiensterkenntnisse vor Irak-Krieg. Gründe für Angriff
'zurechtgebogen'...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/k0503220.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
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China wartet vergeblich auf russische Zusage für Öl-Pipeline
Mi.22.03.06 - China wartet vergeblich auf eine konkrete Zusage Russlands, eine
Pipeline in die Volksrepublik zu bauen. Beim Besuch von Russlands
Präsident Wladimir Putin in Peking vereinbarten beide Seiten einen
Ausbau der Energiekooperation, machten aber keine Fortschritte in dem
jahrelangen Tauziehen um die Öl-Pipeline, das in Peking wachsende
Irritationen auslöst.
Nach Gesprächen mit Staats- und Parteichef Hu Jintao
äußerte sich Russlands Präsident aber demonstrativ
positiv über die unterzeichneten Vereinbarungen, die aus seiner
Sicht zu Verträgen im Wert von mehreren Milliarden Dollar
führen könnten, wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass
zitierte.
Der chinesische Ölkonzern China National Petroleum Corporation
(CNPC) hatte aber eigentlich gehofft, eine Vereinbarung mit dem
russischen Unternehmen Transneft über eine
Durchführbarkeitsstudie für die Pipeline zu unterzeichnen, wie
CNPC-Chef Chen Geng noch am Vortag angekündigt hatte. Unter den
Dokumenten war dagegen nur eine «Zusammenfassung der
Verhandlungen». Es geht um eine Abzweigung der geplanten
russischen Pipeline an die Pazifik-Küste nach China, um dem
Energiehunger der rasant wachsenden Wirtschaft nachzukommen.
Zum chinesischen Wunsch nach Gaslieferungen sprach Präsident Putin
von «einer klaren Vision», künftig 60 bis 80 Milliarden
Kubikmeter liefern zu wollen. Das würde auf den Bau von zwei
Gas-Pipelines aus dem Osten und Westen Sibiriens hinauslaufen. Gas aus
Russland könnte schon 2011 über eine 10 Milliarden US-Dollar
teure Pipeline geliefert werden, zitierte die Agentur Nowosti eine
Quelle in der russischen Delegation. Die zeitlich vorher geplante
Öl-Pipeline wurde dagegen nicht öffentlich angesprochen.
Chinas Energiekonzern CNPC unterzeichnete nur eine Vereinbarung
über die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen für die
Ölkooperation mit Russlands Ölriesen Rosneft sowie eine
Absichtserklärung mit Gasprom über Gaslieferungen.
Unter den 29 unterzeichneten Dokumenten war auch eine gemeinsame
Erklärung, in der sich beide Seiten für diplomatische
Lösungen in den Atomstreitigkeiten mit dem Iran und Nordkorea auf.
Nach seinen Gesprächen mit Chinas Präsident wird Putin am
Mittwoch ferner Ministerpräsident Wen Jiabao und
Parlamentspräsident Wu Bangguo treffen. Beide Präsidenten
nahmen auch an der feierlichen Eröffnung des
«Russland-Jahres» in China teil, dem 2007 in Russland ein
«China-Jahr» folgen wird. Der Handel erreichte im Vorjahr
mit einem Zuwachs von 37 Prozent 29,1 Milliarden US-Dollar. Bis 2010
sind 60 bis 80 Milliarden ins Auge gefasst. Russland will aber mehr
Technik wie etwa für die Kraftwerksindustrie oder den Bergbau
liefern.
(Quelle: dpa)
Wassermangel: Alle 15 Sekunden stirbt ein Kind
Mi.22.03.06 - Weltweit stirbt alle 15 Sekunden ein Kind wegen Wassermangels oder
fehlender sanitärer Einrichtungen. Wie das UN-Kinderhilfswerk
UNICEF einen Tag vor dem Weltwassertag mitteilte, leiden rund 400
Millionen Kinder unter der ungenügenden Wasserversorgung. In einer
in Mexiko-Stadt veröffentlichten Erklärung der UN-Organisation
hieß es, bei den Kindern im Alter unter fünf Jahren sei
Durchfall infolge schlechter Hygienverhältnisse die häufigste
Krankheit.
Viele Kinder seien dadurch so geschwächt oder beeinträchtigt,
dass sie nicht zur Schule gehen könnten. In vielen
Entwicklungsländern ergibt sich demnach ein Teufelskreis: Wegen
mangelnder Bildung gelingt es den Kindern nicht, sich aus dem Elend zu
befreien. Die Folge sei "chronische Unterentwicklung".
In Mexiko-Stadt, wo am heutigen Mittwoch das vierte Weltwasserforum zu
Ende geht, standen Diskussionen von mehr als hundert für Wasser und
Umwelt zuständigen Minister mit Vertretern der Zivilgesellschaft
über Themen wie Finanzierung örtlicher Wasserinitiativen und
Technologietransfer auf der Tagesordnung. In ihrer Erklärung zum
Abschluss des Forums könnten die Minister erstmals
ausdrücklich das Recht auf Zugang zum Wasser festhalten. Beim
letzten Forum im Kyoto im Jahr 2003 war dieses Thema ausgeklammert
worden. An dem Forum nehmen etwa 13.000 Menschen teil.
Basisaktivisten kritisieren, dass die Veranstaltung vor allem den Zweck
diene, den Einfluss privater Unternehmen in den verschiedenen Bereichen
des Wassersektors zu stärken.
(Quelle: afp)
Regenwald-Abholzung schreitet unvermindert voran
Mi.22.03.06 - Der tropische Regenwald wird nach Erkenntnis der Europäischen
Weltraumagentur ESA trotz weltweiter Diskussionen um seine Rettung noch
genauso abgeholzt wie vor zehn Jahren.
«Da hat sich nicht viel getan», sagte Martin Herold vom
ESA-Projektbüro für globale Veränderung des Waldes und
der Erdoberfläche am Dienstag, dem Tag des Waldes, in Jena. Auf
einem internationalen Symposium suchen dort Vertreter von
Regierungsorganisationen, Weltraumbehörden und Forstämtern
fünf Tage lang Wege nach einer besseren Beobachtung der Wälder.
Nah- und Fernerkundungsexperten aus Brasilien, Peru, Indien, Indonesien
und dem Kongo beraten in Jena, wie der tropische Wald noch besser
erkundet werden kann. Parallel dazu diskutieren Kanadier, Skandinavier
und Russen über die gemeinsame Beobachtung der nordischen
Wälder.
Auf der Weltklimakonferenz in Montréal im Dezember waren die
Grundlagen dafür gelegt worden, dass der Kyoto-Prozess über
das Jahr 2012 hinaus weitergehen kann. Die Staaten gaben in
Montréal den Startschuss für Verhandlungen zu neuen
Treibhausgas-Zielen der Industrieländer. Dabei wird auch
diskutiert, ob sich ein einzelnes Land seinen Wald beim Klimaschutzziel
anrechnen lassen kann.
(Quelle: dpa)
AI-Generalsekretärin: EU muss Rassismus stärker bekämpfen
Mi.22.03.06 - Die Generalsekretärin von Amnesty International (AI), Irene Khan,
hat die europäischen Staaten zu stärkeren Anstrengungen gegen
Rassismus aufgefordert.
«Es gibt bei einigen Politikern einen Hang dazu, Zuwanderung und
Flüchtlings-Fragen für politische Ziele auszunutzen»,
sagte sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag aus Anlass des
Welttages gegen Rassismus. Der Rassismus in Europa habe in den
vergangenen Jahren zugenommen und sei eine große Herausforderung
für die EU.
Khan forderte Offenheit und konkrete Maßnahmen zur Integration an
Stelle von Hürden, die die Menschen aus der EU heraus halten
sollten. «Wir leben in einer multikulturellen Welt und einer
globalisierten Wirtschaft», betonte sie. Tests zur
Einbürgerung seien legitim, dürften aber nicht dazu dienen,
Einwanderer auszugrenzen. Sie hoffe, dass sich Deutschland bei seiner
EU-Präsidentschaft im kommenden Jahr gegen den Rassismus engagiere.
Zwar hätten die Menschenrechte weltweit nach dem Anschlag auf das
World Trade Center in New York City im Jahr 2001 einen Rückschlag
erlitten. Doch sei zunehmend eine Rückbesinnung zu beobachten,
sagte Khan. Deutschland könne dabei eine Führungsrolle
übernehmen. Die deutsche Regierung solle ihre guten Beziehungen zu
Russland und den USA nutzen, um die Menschenrechte in Tschetschenien und
Guantánamo einzufordern.
Auch die Vereinten Nationen haben nach Ansicht Khans mit dem neuen
Menschenrechtsrat einen wichtigen Schritt zur Stärkung der
Menschenrechte getan. Die Bewährungsprobe müsse der Rat nun
bei der Wahl seiner Mitglieder bestehen. «Wenn es die Länder
ernst nehmen, dann wählen sie Vertreter mit einem ehrlichen
Bekenntnis zu den Menschenrechten», sagte Khan.
(Quelle: dpa)
Schwedens Außenministerin wegen Karikaturen-Streit
zurückgetreten
Mi.22.03.06 - Schwedens Außenministerin Laila Freivalds ist am Dienstag in
Stockholm wegen eines Streits um die dänischen Mohammed-Karikaturen
zurückgetreten.
Die Sozialdemokratin hatte am Vortag zugeben müssen, dass sie
entgegen ersten Angaben an einer Regierungsinitiative zur
Schließung einer schwedischen Internetseite mit
Mohammed-Zeichnungen beteiligt war.
Freivalds erklärte, sie könne nun nicht mehr
«seriöse Außenpolitik» betreiben. Die
63-Jährige hatte ihr Amt 2003 als Nachfolgerin der ermordeten Anna
Lindh übernommen. Sie stand in den Medien seit Monaten heftig wegen
zögerlichen Verhaltens im Gefolge der Tsunami-Katastrophe unter
Beschuss, bei der mehr als 500 schwedische Urlauber in Thailand
starben. Sechs Monate vor Parlamentswahlen ernannte
Ministerpräsident Göran Persson seinen Stellvertreter Bosse
Ringholm kommissarisch zum Außenminister.
(Quelle: dpa)
Frankreich: Schwere Vorwürfe gegen Polizei bei Pariser Protesten
Mi.22.03.06 - Im Fall des bei den Reformprotesten in Paris schwer verletzten
Gewerkschafters haben Augenzeugen schwere Vorwürfe gegen die
Polizei erhoben. Zwei Fotografen berichteten, sie hätten gesehen,
wie Ordnungshüter am Samstagabend am Platz der Nation mit
Gummiknüppeln auf den Mann eingeschlagen hätten, auch als
dieser schon am Boden lag. Nach ersten Ermittlungen der Polizei war der
39-jährige Cyril Ferez von der Gewerkschaft SUD-PTT stark
angetrunken. Der Mann liegt seit Sonntagmorgen im Koma.
Er habe am Samstagabend Polizisten gesehen, die einen ungefähr
40-Jährigen verfolgt hätten, sagte der frei arbeitende
belgische Fotograf Bruno Stevens der Nachrichtenagentur AFP. "Fünf
oder sechs haben ihn erwischt und sofort angefangen, hemmungslos mit
Gummiknüppeln auf ihn einzuschlagen." Ein anderer Fotograf, der
nicht genannt werden wollte, bestätigte die Angaben. "Ich habe
unter anderem einen sehr harten Schlag gegen den Kopf auf Höhe des
rechten Ohres gesehen. Der Mann ist dann zusammengesunken wie ein Sack."
Die Polizisten hätten jedoch weiter auf ihn eingedroschen. "Das
hat noch rund 30 Sekunden gedauert, nachdem er schon gefallen war."
(Quelle: afp)
Deutschland
Bundesbank steigert Gewinn deutlich
Mi.22.03.06 - Die Bundesbank hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr deutlich
gesteigert. Die Notenbank habe einen Jahresüberschuss von 2,86
Milliarden Euro erzielt, sagte Bundesbankpräsident Axel Weber am
Dienstag in Frankfurt am Main. Für 2004 hatte das Institut 676
Millionen Euro an den Bundeshaushalt überwiesen. 2003 hatte der
Gewinn der Bundesbank bei 248 Millionen Euro gelegen.
Der Jahresüberschuss der Bundesbank für 2005 fiel damit etwas
geringer aus als von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD)
erwartet. In den Planungen für den Haushalt 2006 hatte der Minister
einen Bundesbankgewinn von rund 3,0 Milliarden Euro vorgesehen.
Bundesbankgewinne fließen bis zu einer Höhe von 3,5
Milliarden Euro dem Bundeshaushalt zu. Beträge jenseits dieser
Marke gehen in den Erblastentilgungsfonds.
(Quelle: ddp)
Bundesbank baut weitere 1000 Stellen ab
Mi.22.03.06 - Die Bundesbank wird nach den Worten von Bundesbank-Präsident Axel
Weber ihren Personalbestand über das bereits laufende Sparprogramm
hinaus abbauen. Zugleich wolle die Bank ihr Profil im Konzert der
nationalen Notenbanken des Eurosystems schärfen.
Die Zahl der Mitarbeiter werde bis 2010 um weitere 1000 reduziert auf
dann 10.300, sagte Weber am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz der
Bundesbank in Frankfurt. Nach der bisherigen Strukturreform der Bank war
bis 2007 ein Personalbestand von 11.300 Personen vorgesehen. Derzeit
beschäftigt die Bank 12.300 Mitarbeiter.
Die Bundesbank wolle jedoch nicht nur sparen, sondern auch ihr Profil
schärfen, sagte Weber. So wolle die Bundesbank etwa die Forschung
über die Geldpolitik verstärken und ihr Engagement in der
Bankenaufsicht vorantreiben.
(Quelle: rtr)
IG-Metall-Vizechef Huber erwartet in Metall-Tarifrunde massive
Warnstreiks
Mi.22.03.06 - IG-Metall-Vizechef Berthold Huber geht angesichts ausbleibender
Verhandlungsangebote der Arbeitgeber von "massiven bundesweiten
Warnstreiks" mit Ablauf der Friedenspflicht in der Metall-Tarifrunde am
29 März aus.
Die Planungen für die Warnstreiks "laufen überall", sagte
Huber am Dienstag in Hagen. Er gehe davon aus, dass die Warnstreiks bis
Ostern andauern würden. "Ein Abschluss vor Ostern scheint mir nicht
mehr möglich zu sein", betonte Huber. Gesamtmetall habe "nirgendwo
den Hauch eines Angebots vorgelegt." Huber fügte hinzu: "Man kann
über das Nichts nicht verhandeln."
(Quelle: rtr)
Billiglohn-Konkurrenz aus osteuropäischen EU-Ländern soll bis
2009 warten
Mi.22.03.06 - Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) will
Billiglohn-Konkurrenz durch Arbeitnehmer aus osteuropäischen
EU-Mitgliedstaaten auch in Zukunft vom deutschen Arbeitsmarkt
fernhalten. Wie die «Passauer Neue Presse» (Dienstagausgabe)
vorab berichtete, soll das Bundeskabinett dazu auf seiner Sitzung am
heutigen Mittwoch die geltende Einschränkung der
Freizügigkeit für Arbeitnehmer etwa aus Polen bis zum 30.
April 2009 verlängern. Die Inanspruchnahme der Übergangsfrist
für weitere drei Jahre sei arbeitsmarktpolitisch geboten, zitierte
das Blatt aus der Beschlussvorlage Münteferings für das
Kabinett.
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sei nach Auffassung
Münteferings auch im Vergleich zu den anderen alten
EU-Mitgliedstaaten weiterhin hoch, schrieb die Zeitung. Nur die weitere
Inanspruchnahme der Übergangsfristen erlaube es, den
Arbeitsmarktzugang aus diesen Staaten weitestgehend nach nationalem
Recht zu kontrollieren und zu begrenzen.
Die Freizügigkeit solle weiterhin für Arbeitnehmer aller 2004
beigetretenen neuen EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Zypern und Malta
nur eingeschränkt gelten, schrieb die Zeitung. Zudem wolle
Deutschland auch künftig Gebrauch von der Möglichkeit machen,
die Entsendung von Arbeitnehmern im Dienstleistungsbereich
einzuschränken. Für die Branchen Bau, Gebäudereinigung
und Innendekoration sollten die Einschränkungen der
Entsenderichtlinie weiter gelten. Deutschland widersetzt sich damit der
Zeitung zufolge einem Wunsch der EU-Kommission. Diese hatte sich Anfang
Februar dafür ausgesprochen, dass die alten Mitgliedstaaten nicht
weiter von den Übergangsbestimmungen Gebrauch machen. In den
EU-Beitrittsverträgen ist eine Übergangsfrist von
längstens sieben Jahren vorgesehen, so dass die volle
Freizügigkeit spätestens ab 1. Mai 2011 gilt.
(Quelle: ddp)
Kommunen lehnen kostenlosen Kindergarten ab
Mi.22.03.06 - Die kommunalen Spitzenverbände sind Forderungen aus der
großen Koalition nach kostenfreien Kindergärten mit
großer Skepsis begegnet.
Der Deutsche Städte- und Gemeindetag erklärte am Dienstag,
wichtiger sei es, neue Plätze zu schaffen und längere
Betreuungszeiten einzurichten. Eine kostenlose Betreuung für Kinder
im Vorschulalter würde rund zwei Milliarden Euro zusätzlich
kosten. Sei dies gewollt, müssten Bund und Länder die Kosten
tragen. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und
Gemeindebundes, Gerd Landsberg, taxierte die Mehrausgaben sogar auf
drei Milliarden Euro und sprach von einer gut gemeinten aber
illusorischen Idee. Solche Forderungen seien das falsche Signal,
betrachte man die maroden Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden.
Landsberg erinnerte zudem an das Ziel, 2007 wieder den
europäischen Schuldenpakt einzuhalten und die dazu notwendigen
Einsparungen. "Die Politik sollte endlich damit aufhören, etwas zu
versprechen, was sie nicht halten kann", sagte er der "Neuen Presse".
"Darauf können die hoch verschuldeten Städte und Gemeinden
nicht verzichten." Die Kommunen gäben schon jetzt 13 Milliarden
Euro jährlich für die Kinderbetreuung aus und müssten zur
Bezahlung des Personals teilweise sogar Kredite aufnehmen.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages,
Stephan Articus, betonte, der Ausbau und die Verbesserung des Angebots
für unter Dreijährige sowie der Ganztagesbetreuung müsse
absolute Priorität haben. Kindergärten seien immer mehr in den
Bildungsauftrag einbezogen. Deshalb müssten die Betreuung
qualifizierter werden und beispielsweise auch eine Sprachförderung
für Kinder von Zuwanderern beinhalten. "Man sollte nicht erst die
Gebührenfreiheit diskutieren und dann feststellen, dass der Ausbau
der Kinderbetreuung darunter leidet", sagte der Funktionär.
Ranghohe Vertreter der großen Koalition hatten angekündigt,
angesichts des neuen Tiefstands der Geburtenrate sämtliche
Förderinstrumente in der Familienpolitik auf den Prüfstand
stellen zu wollen. SPD-Fraktionschef Peter Struck hatte gesagt, zu den
Überlegungen zur zielgenaueren Einsetzung von Familienleistungen
gehörten auch kostenfreie Kindergartenplätze. Auch andere
Koalitionspolitiker hatten dafür Sympathien gezeigt.
SPD-Familienpolitikerin Nicolette Kressl, die die zuständige
Arbeitsgruppe ihrer Partei leitet, sagte der "Berliner Zeitung": "Das
Ziel ist es, die Kindergartenbetreuung für alle drei- bis
sechsjährigen Kinder gebührenfrei zu machen." Die SPD sei
grundsätzlich bereit, hierfür einen Bundeszuschuss bereit zu
stellen.
(Quelle: rtr)
Studie: Fast jedes dritte Kind leidet unter Ängsten
Mi.22.03.06 - Fast jedes dritte Kind in Deutschland leidet einer Kölner Studie
zufolge unter Ängsten. Verlustangst und Leistungsängste seien
unter Kindern und Jugendlichen weit verbreitet, würden aber
häufig von den Eltern nicht bemerkt.
Das sagte Hendrik Schneider von der Kinder- und Jugendpsychiatrie an
der Kölner Universitätsklinik und bestätigte damit einen
Bericht des «Kölner Stadt- Anzeigers». Per Fragebogen
waren 300 Kinder zwischen 11 und 17 Jahren sowie 700 Eltern von 4- bis
17-Jährigen nach bestimmten Ängsten befragt worden.
In der noch unveröffentlichten Studie heißt es, Ängste
bei Kindern und Jugendlichen seien ein noch unterschätztes Problem.
29,5 Prozent der befragten 11- bis 17-Jährigen gaben an, sich
starke Sorgen zu machen, ihre Eltern zu verlieren. Zugleich
könnten sich aber weniger als 5 Prozent der Eltern vorstellen, dass
ihre Kinder unter dieser Angst leiden. 16,6 Prozent des befragten
Nachwuchses gaben Leistungsängste an, aber nur 7,7 Prozent der
Eltern wussten davon.
Zugleich betonte Schneider, Ängste seien nicht grundsätzlich
problematisch oder krankhaft und damit behandlungsbedürftig.
«Ängste gehören auch zur allgemeinen Entwicklung des
Kindes», sagte der Psychologe. «Wenn Ängste aber den
Alltag der Kinder stören, liegt eine Therapiebedürftigkeit
vor.»
Zugleich betonte der Experte, Lehrer und Eltern sollten besser geschult
werden, um Angstzustände zu erkennen. «Das Thema sollte nicht
weiter unterschätzt werden, nur weil Kinder mit Ängsten nicht
so auffallen wie zum Beispiel hyperaktive Kinder.»
In der Studie wurde zudem bei 11,7 Prozent der Kinder eine
übertriebene Angst vor Tieren ermittelt sowie eine allgemeine
Ängstlichkeit bei jedem zehnten befragten Kind. Nicht erkannte
Störungen erhöhten das Risiko für andere psychische
Störungen im Erwachsenenalter, zitierte die Zeitung den
Untersuchungleiter Prof. Manfred Döpfner.
(Quelle: dpa)
Technik
USA entwickeln militärische Cyborg-Insekten
Mi.22.03.06 - Kriegseinsätze von Robotern, etwa zum Entschärfen von Minen
oder der Erkundung von gefährlichen Gebieten, stellen längst
keine Seltenheit mehr dar. Das US-amerikanische Verteidigungsministerium
will nun einen Schritt weiter gehen und plant eigenen Angaben zufolge
die Entwicklung von militärisch nutzbaren Cyborg-Insekten. Diese
sollen mit entsprechenden Hightech-Implantaten ausgestattet unter
anderem in der Lage sein, Sprengstoffe aufzuspüren, feindliches
Gebiet abzuhören und Lokalisierungsdaten zu übermitteln.
Mit der Aufgabe beauftragt ist die für militärische
Hightech-Projekte zuständige Pentagon-Agentur DARPA (Defense
Advanced Research Projects Agency), die unter anderem auch für die
Entwicklung von Weltraumprojekten zuständig ist. Um die
elektronischen Mikrosysteme in die Insekten zu integrieren, will man
sich die metamorphischen Stadien der Tiere zunutze machen. Während
jener Vorgänge könnten bio-elektromechanische Bestandteile
leichter implantiert werden und würden auch besser mit dem sich
ausbildenden Körper des Insektes verwachsen, heißt es in dem
offiziellen Bericht zum aktuellen Projekt.
Größtes Ziel der Forscher ist es, Insekten "gezielt bis auf
fünf Meter an ein hundert Meter weit entferntes Ziel"
heranzuführen und auch zu gewährleisten, dass diese am
vorprogrammierten Ziel verweilen. Die Versorgung der Mikroelektronik mit
Energie soll ebenfalls durch die Tiere selbst gewährleistet
werden. So könnte der Eigenantrieb oder etwaige Bewegungssensoren
als Energiequelle genutzt werden. Wie die anvisierte Fremdsteuerung der
Cyborg-Insekten tatsächlich gelöst werden kann, bleibt
einstweilen noch ein Geheimnis. Der Bericht erwähnt nur den Einsatz
von "elektronischer Fernsteuerung und/oder GPS". Neben fliegenden
Insekten können sich die Projekt-Verantwortlichen aber auch
"hüpfende und schwimmende Insekten" vorstellen.
(Quelle: pte)