Aktuelle Nachrichten
Irak am sechshundertdreiunddreißigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
US-Präsident will sich nicht auf Abzug der Irak-Truppen bis 2009
festlegen. Bush: 'Ich wollte keinen Krieg'. Iraks Ex-Außenminister
soll für CIA gearbeitet haben. Sechs Monate Haft für
US-Soldat wegen Misshandlungen in Abu Ghraib
Do.23.03.06 - US-Präsident George W.Bush glaubt weiterhin an eine erfolgreiche
Befriedung des Irak: "Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen.
Andernfalls würde ich unsere Truppen abziehen", sagte Bush am
Dienstag in einer Pressekonferenz. Er deutete an, der US-Einsatz im Irak
könne länger dauern als seine im Januar 2009 endende
Amtszeit. Der US-Präsident bestritt die jüngst
Einschätzung von Bagdads früherem Premierminister Ijad Allawi,
im Irak herrsche ein Bürgerkrieg, der das Land zu zerreißen
drohe. Nach dem Anschlag auf die Goldene Moschee in Samarra habe es
"eine Möglichkeit gegeben, dass die Iraker auseinander fallen -
sie haben es nicht getan." Einen amerikanischen Rückzug lehnte
Bush auch für den Fall ab, dass Konflikt zwischen Sunniten und
Schiiten eskalieren sollte: Zwar seien dann vorrangig irakische
Sicherheitskräfte gefordert, aber "mit der Unterstützung der
Koalitionstruppen".
Bush räumte Rückschläge im Irak ein, die US-Armee habe
ihre Taktik anpassen müssen. Forderungen nach einem Rücktritt
seines Verteidigungsministers Donald Rumsfeld wies er jedoch
zurück. "Er hat einen prima Job gemacht." Bush bestritt vehement,
er habe seit seinem Amtsantritt den Sturz Saddam Husseins verfolgt: "Ich
wollte keinen Krieg. Mit allem Respekt: Zu behaupten, ich habe den
Krieg gewollt, ist schlicht falsch." Allerdings habe sich seine Haltung
nach den Anschlägen vom 11.September 2001 geändert. Weil das
Saddam-Regime internationalen Forderungen nach einer Offenlegung seines
Waffenprogramms nicht gehorcht habe, habe er handeln müssen: "Und
deshalb ist die Welt heute ein sicherer Ort."
Wegen der Misshandlung von irakischen Gefangenen mit einem
Schäferhund im berüchtigten Abu-Ghraib-Gefängnis bei
Bagdad ist ein US-Unteroffizier zu sechs Monaten Haft verurteilt
worden. Das US-Militärgericht in Fort Meade bei Washington
verkündete am Mittwoch das Strafmaß gegen den
24-jährigen Michael Smith, der bereits am Dienstag schuldig
gesprochen worden war. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Smitz
im Jahr 2004 in Abu Ghraib seinen Schäferhund auf mindestens drei
Gefangene angesetzt hatte.
Ein halbes Jahr vor Beginn des Irak-Kriegs soll der damalige irakische
Außenminister Nadschi Sabri nach Informationen eines US-Senders
den CIA mit Informationen über die Waffenarsenale seines Landes
versorgt haben. Sabri habe während der Generaldebatte der
UN-Vollversammlung in New York im September 2002 für kurze Zeit im
Dienst der CIA gestanden und dafür 100.000 Dollar bekommen,
berichtete NBC News.
Sabri, der fließend Englisch spricht und heute als
Journalismuslehrer in Katar arbeitet, habe seine Informationen an die
CIA bei einem Treffen mit einen "Mittelsmann" in einem New Yorker
Hotelzimmer geliefert, hieß es in dem Fernsehbericht. Dieser
Mittelsmann sei vom französischen Geheimdienst rekrutiert worden.
Sabri sei sich damals voll bewusst gewesen, dass er Informationen an den
US-Geheimdienst verkauft habe, betonte der Fernsehsender, der seine
Quellen nicht nannte. Sabri sowie die CIA wollten den Bericht nicht
kommentieren.
Die von Sabri gelieferten Informationen seien sehr viel exakter gewesen
als seine Ausführungen vor der UN-Vollversammlung und die
Informationen der CIA über die angeblichen Massenvernichtungswaffen
im Irak, berichtete der Sender weiter. Der irakische
Außenminister habe der CIA berichtet, dass der damalige irakische
Präsident Saddam Hussein über kein nennenswertes Programm
biologischer Waffen verfüge.
Saddam Hussein strebe zwar nach der Atombombe, brauche dafür aber
noch sehr viel mehr Zeit als die von der CIA geschätzten wenigen
Monate. Er habe aber noch Giftgas aus dem Golfkrieg übrig. Damit
hatte Sabri nach Angaben des Senders allerdings genausowenig Recht wie
die CIA. Das angebliche Giftgas wurde nach dem Einmarsch der US-Truppen
nie gefunden.
(Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 23.03.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am zweihundertachtundsechzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mi.23.03.05 - Mindestens 37 Tote bei Anschlägen und Gefechten im Irak. Seit
Beginn des Irak-Kriegs haben mindestens 1.522 US-Soldaten ihr
Leben verloren +++ Iraks Parlament will bis Samstag mit Regierungsbildung
beginnen +++ Bulgariens Verteidigungsminister will Abzug aus Irak bis Ende
2005 +++ Solidaritätskundgebung für Florence Aubenas:
Französische Journalistin seit mehr als zwei Monaten im Irak
festgehalten...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/k0503230.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.04 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3\irak_k01.htm#bodycount
Sa.04.02.06 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.248
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
|
Konvertiertem Christ droht in Afghanistan der Tod - Kabul weist Kritik
zurück
Do.23.03.06 - Die afghanische Regierung hat die scharfe Kritik aus Deutschland und
Europa an dem Prozess gegen den zum Christentum übergetretenen
Abdul Rahman empört zurückgewiesen.
Wirtschaftsminister Amin Farhang betonte in einem Gespräch mit der
«Neuen Osnabrücker Zeitung», die «hitzige und
emotionale Reaktion deutscher Politiker ist überzogen und hat bei
den Afghanen für Unmut gesorgt». Unterdessen forderten
deutsche Politiker angesichts der in dem Prozess drohenden Todesstrafe
erneut eine Änderung der afghanischen Gesetze. Die USA bezeichneten
das Verfahren als Test für die Demokratie und die Verfassung in
Afghanistan.
Die afghanische Verfassung schreibe Glaubensfreiheit fest, sagte der
Staatssekretär im US-Außenministerium Nicholas Burns am
Dienstag in Washington nach einem Gespräch mit dem afghanischen
Außenminister Abdullah Abdullah. Wenn dies befolgt werde, dann sei
der Angeklagte natürlich unschuldig. Die USA verfolgen nach den
Worten von Burns den Fall sehr aufmerksam.
Der afghanische Außenminister Abdullah versicherte, dass die
Richtschnur für die Justiz die Verfassung sei. Er hoffe deshalb,
dass es ein zufrieden stellendes Ergebnis geben werde. Abdullah sprach
von einem sehr heiklen Problem.
Der Prozess gegen Abdul Rahman sei ein offenes Verfahren, sagte
Wirtschaftsminister Farhang. «Wir wissen nicht, ob der
Beschuldigte überhaupt zurechnungsfähig ist», gab er zu
bedenken. Nachdem der Mann von seinem Vater angezeigt wurde, habe die
Staatsanwaltschaft ermitteln müssen. «Das ist afghanisches
Recht», so Farhang weiter. Jetzt werde die Rechtslage
geprüft. «Natürlich fordern Fanatiker in solchen
Fällen die Todesstrafe, doch es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie
gegen Rahman verhängt wird».
Mit Blick auf die deutschen Reaktionen zeigte sich Farhang empört.
«Wir mischen uns auch nicht in die inneren Angelegenheiten der
Bundesrepublik oder gar in laufende Rechtsverfahren ein», sagte
er. «Wenn deutsche Politiker indirekt mit dem Abzug der Bundeswehr
drohen, dann grenzt das an eine Art von Erpressung.»
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im deutschen
Bundestag, Ruprecht Polenz, forderte unterdessen in der
«Bild»-Zeitung die Bundesregierung dringend auf, Einfluss
auf die afghanische Regierung zu nehmen, «damit Gesetze, die
Konvertierungen von einem Glauben zu einem anderen mit Strafe bedrohen,
abgeschafft werden.» Ähnlich hatte sich auch FDP-Chef Guido
Westerwelle im «Reutlinger General-Anzeiger»
geäußert: «Wenn jemand durch ein Urteil mit dem Tode
bedroht wird, nur weil er zum christlichen Glauben übergetreten
ist, dann müssen die deutsch-afghanischen Beziehungen völlig
neu sortiert werden.» FDP-Vize Rainer Brüderle sagte der
«Bild»-Zeitung: «Wenn Afghanistan sein Rechtssystem
nicht schnell modernisiert, muss Deutschland seine Afghanistan-Hilfe
überdenken.»
Dem 40-jährigen Abdul Rahman, der neun Jahre lang in Deutschland
lebte, droht die Todesstrafe, weil er zum Christentum übergetreten
ist. Nach den strengen Regeln der islamischen Rechtsprechung, der
Scharia, wird dies als Verbrechen bewertet und mit dem Tod bestraft.
Rahman kehrte aus Deutschland in seine Heimat zurück, um sich um
das Sorgerecht für seine beiden bei den Großeltern lebenden
Töchter zu bemühen.
(Quelle: dpa)
Israel: Kadimas Vorsprung schrumpft
Do.23.03.06 - Eine Woche vor der Parlamentswahl in Israel ist der Vorsprung der
Kadima-Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert
geschrumpft. Mit der Aussicht auf 34 bis 36 der 120 Sitze in der neuen
Knesset bleibe Kadima aber mit Abstand stärkste Partei.
So hieß es in am Mittwoch veröffentlichten Meinungsumfragen.
Die Arbeitspartei legte danach etwas zu und könnte auf 17 bis 19
Mandate kommen. Für den Likud-Block wurden nur noch 14 Sitze
ermittelt.
Kadima habe inzwischen einen Teil der Unterstützung verloren, die
die Partei nach dem israelischen Angriff auf ein palästinensisches
Gefängnis in Jericho gehabt habe, schrieb die «Jerusalem
Post». Trotzdem habe die Partei mehrere Optionen für die
Bildung einer Regierung, an der auch die verschiedenen kleineren
Parteien beteiligt sein könnten, berichtete die Tageszeitung
«Haaretz». In Israel wird am 28. April ein neues Parlament
gewählt.
(Quelle: dpa)
Palästinenserparlament soll über Hamas-Regierung abstimmen
Do.23.03.06 - Das Palästinenserparlament soll am kommenden Montag und damit
unmittelbar vor den Wahlen in Israel über die neue
palästinensische Regierung unter Führung der
radikalislamischen Hamas abstimmen. Der designierte Regierungschef
Ismail Hanija habe zunächst um eine Abstimmung am Samstag gebeten,
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und
Parlamentspräsident Asis Dweik hätten den Termin letztlich
aber auf Montag gelegt, sagte der Vize-Präsident des Parlaments,
Hassan Chreischeh. Trotz inhaltlicher Differenzen mit der Hamas teilte
Abbas Hanija mit, dass er der Regierungsbildung zustimme.
Die Hamas hatte dem Präsidenten am Sonntag ihre Kabinettsliste
vorgelegt. Bevor das Parlament der neuen Regierung sein Vertrauen
ausspricht, muss Abbas der Besetzung zustimmen. Im Parlament gilt eine
Mehrheit als sicher. Die Hamas stellt 74 von 132 Abgeordneten.
Zwischen Abbas und Hamas herrscht allerdings weiter Uneinigkeit
über das Regierungsprogramm. Der Palästinenserpräsident
ist zugleich Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation
PLO, des Dachverbandes zahlreicher palästinensischer
Organisationen. Nach Angaben eines Mitglieds des Exekutivausschusses
der PLO, Taissir Chaled, fordert Abbas von den Radikalislamisten die
Aufnahme einer Klausel in ihr Programm, mit der sie die PLO als
"einzigen legitimen Vertreter" des palästinensischen Volkes
anerkennen würde.
Der Chef der Fatah-Fraktion im Parlament, Assam el Ahmed, warnte vor
einer Krise zwischen Regierung und Präsident, sollte die Hamas
nicht einlenken. Abbas selbst schloss eine "Verfassungskrise" aus. Die
Hamas müsse jedoch anerkennen, dass die Autonomiebehörde aus
der PLO hervorgegangen sei. Die Fatah, die bei der Parlamentswahl im
Januar gegen die Hamas unterlegen war, ist die wichtigste Kraft in der
PLO. Die Hamas ist nicht Mitglied dieser Dachorganisation.
(Quelle: afp)
Sicherheitsrat verschiebt Iran-Beratungen
Do.23.03.06 - Der UN-Sicherheitsrat hat sich am Dienstag nicht auf eine gemeinsame
Position im Streit um das iranische Atomprogramm verständigen
können.
Eine geplante Sitzung des Gremiums wurde vertagt. Russland und China
verlangen weit gehende Änderungen an einer von Frankreich und
Großbritannien erarbeiteten Erklärung. In dem Entwurf wird
der Iran aufgefordert, alle Aktivitäten zur Urananreicherung
einzustellen. Außerdem soll das Land den Forderungen der
Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nachkommen.
Russland und China, die in dem 15 Mitglieder umfassenden Gremium zu dem
Veto-Mächten zählen, befürchten einen völligen
Abbruch der Zusammenarbeit zwischen dem Iran mit der IAEA, sollte der
Sicherheitsrat Drohungen aussprechen oder Sanktionen verhängen. Der
britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry, sagte, der
Erklärungsentwurf werde nur dann verändert, wenn er Aussichten
auf Erfolg habe.
US-Präsident George W. Bush warnte davor, dass der Iran die Welt
erpressen könnte, sollte das Land erst einmal über Atomwaffen
verfügen. Die Verhandlungen mit dem Iran würden von den drei
EU-Ländern Großbritannien, Frankreich und Deutschland
geführt. Es sei wichtig, dem Iran in dieser Frage einig
gegenüber zu treten, sagte Bush.
Der Westen vermutet, dass der Iran unter dem Deckmantel der friedlichen
Nutzung der Atomenergie heimlich Atombomben bauen will. Die Regierung in
Teheran bestreitet dies.
(Quelle: rtr)
EU-Regierungen einigen sich auf Kongo-Einsatz
Do.23.03.06 - Die Planungen für einen EU-Militäreinsatz unter deutscher
Führung in der Demokratischen Republik Kongo haben eine wichtige
Hürde genommen. Die Vertreter der Mitgliedstaaten im
sicherheitspolitischen Ausschuss des EU-Ministerrates stimmten für
den Einsatz, wie aus diplomatischen Kreisen in Brüssel berichtet
wurde. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nach den Worten von
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag mit den Partei- und
Fraktionschefs der im Bundestag vertretenen Parteien über den
Stand der Planungen sprechen.
Nach der Empfehlung des Ratsausschusses wird die österreichische
Ratspräsidentschaft die Anfrage der Vereinten Nationen nach einem
EU-Einsatz im Kongo positiv beantworten, soweit bis heute Abend keine
Regierung mehr Einspruch erhebt. Die Zusage steht dann aber noch unter
dem Vorbehalt der parlamentarischen Zustimmung unter anderem des
deutschen Bundestags.
Endgültige Entscheidungen sollen laut Regierungssprecher Wilhelm
Anfang Mai fallen, sowohl national als auch international auf den
Ebenen von UN und EU. Der Einsatzbeginn für die deutschen Soldaten
sei Ende Mai oder spätestens Anfang Juni vorgesehen, sagte ein
Sprecher des Verteidigungsministeriums.
Auf Basis der Empfehlungen der EU-Militärexperten sprach sich der
Ratsausschuss dafür aus, dass etwa 450 Soldaten in der Hauptstadt
Kinshasa stationiert werden sollen. Weitere 800 Soldaten sollen so
stationiert werden, dass sie bei Bedarf kurzfristig im Kongo eingesetzt
werden können. Das Führungshauptquartier in Potsdam soll den
Einsatz leiten, vor Ort werden französische Einheiten die
Führung übernehmen. Für den Einsatz braucht die EU noch
ein UN-Mandat, das aber als sicher gilt.
Ziel des Einsatzes ist, die bereits vor Ort befindlichen UN-Soldaten
bei der Stabilisierung der Wahlen im Kongo zu unterstützen. Der
erste Wahlgang ist auf den 18. Juni angesetzt. Die Bundeswehr soll etwa
450 bis 500 Soldaten entsenden.
Neue Warnungen vor dem geplanten Einsatz äußerte der
Präsident des Reservistenverbandes der Bundeswehr, Ernst-Reinhard
Beck. "Das ist ein Kriegseinsatz", sagte Beck der "Neuen
Osnabrücker Zeitung". Der Kongo sei "ein unberechenbares
Gelände". Der Vizevorsitzende des Bundeswehrverbands, Ulrich
Kirch, kritisierte "immer gefährlichere Einsätze für
immer weniger Geld".
(Quelle: afp)
Ecuadors Regierung verhängt nach Protesten Notstand
Do.23.03.06 - Angesichts anhaltender Proteste in Ecuador gegen ein von der Regierung
angestrebtes Freihandelsabkommen mit den USA hat Präsident Alfredo
Palacio den Ausnahmezustand über fünf der insgesamt 22
Provinzen verhängt. Polizei und Militär erhielten per Dekret
Sondervollmachten; Bürgerrechte wie Versammlungs- und
Meinungsfreiheit wurden eingeschränkt. Durch die bereits zehn Tage
dauernden Straßenblockaden drohen nach Angaben des
Innenministeriums Engpässe bei der Nahrungsmittelversorgung
mehrerer Städte.
Der neue Innenminister Felipe Vega sagte, das Militär werde die
Straßen nach und nach freiräumen. Er dementierte
Medienberichte, wonach Teile der Streitkräfte Palacios Sturz
betrieben.
Zuvor hatte sich Vega zur Forderung der Konföderation indigener
Nationalitäten Ecuadors (CONAIE) nach einem Volksentscheid
über das Freihandelsabkommen mit den USA geäußert. Der
Verband solle mit der von der Verfassung vorgeschriebenen
Unterschriftensammlung für dieses Vorhaben beginnen, sagte er. Nach
Angaben von CONAIE-Chef Luis Macas gab es bei den Protesten bislang 30
Verletzte; etwa hundert Menschen wurden festgenommen.
Vor zwei Wochen hatte die Regierung mit der Verhängung des
Ausnahmezustands im Amazonasbecken auf dortige Streiks der
Ölarbeiter reagiert, die höhere Löhne und bessere
Arbeitsbedingungen fordern. Die Proteste richten sich auch gegen die
Präsenz des US-Ölkonzerns Oxy in dem Andenstaat. Ecuador ist
Lateinamerikas fünftgrößter Erdölproduzent. Die
Wirtschaft des südamerikanischen Landes ist stark vom Öl
abhängig, dem wichtigsten Exportprodukt. Der Streik der
Ölarbeiter fiel mit einem Generalstreik gegen die Regierung
zusammen.
(Quelle: afp)
Der Aufstand der Bauern
Handelsabkommen mit den USA verhindern
Von der "Eroberung Quitos" sprechen die Kleinbauern schon, und die
ecuadorianische Regierung dürfte den Auflauf inzwischen als
durchaus bedrohlich empfinden. Aus Protest gegen die
Freihandelsgespräche mit den USA, die am heutigen Donnerstag in
Washington in die letzte Runde gehen sollen, strömen seit Tagen
immer mehr wütende Bauen in die Hauptstadt. Mit
Straßensperren legen sie im ganzen Land den Verkehr lahm.
Ecuadors Präsident Alfredo Palacio hat deshalb in fünf
Provinzen den Notstand ausgerufen. "Wenn die Regierung das Abkommen
unterschreibt, gibt es einen Volksaufstand", warnte der Verbund der
indigenen Völker Ecuadors, der die Proteste anführt. Die
Kleinbauern fürchten um ihre Existenz, wenn Ecuador den freien
Warenverkehr zwischen ihrem Land und den USA beschließt.
Billige Bohnen für Mexiko
Die Demonstranten von Quito sind mit ihrem Unmut nicht allein. Kaum ein
Thema in Lateinamerika hat so viel politische Sprengkraft wie die Frage
des freien Warenverkehrs mit den USA. Auch in anderen Staaten
bemühen sich Politiker, Freihandelsabkommen durchzusetzen und
stoßen dabei zunehmend auf Unverständnis bei der
Bevölkerung. Vor allem in den Andenländern Peru, Kolumbien,
Ecuador und Bolivien wurde in den letzten Monaten verhandelt, da Ende
2006 Zollvorteile entfallen, die zum Beispiel den ecuadorianischen
Blumenexporteuren den zollfreien Zugang zum amerikanischen Markt
ermöglichen. Kolumbien und Peru haben deshalb bereits Abkommen mit
den USA ausgehandelt, diese aber noch nicht unterzeichnet. Dagegen
verkündete kürzlich Evo Morales, der frisch gewählte
Präsident von Bolivien, er werde einem solchen Abkommen niemals
zustimmen.
Der ehemalige Kokabauer Morales weiß, dass er mit solchen
Aussagen die ärmere Landbevölkerung hinter sich versammelt.
Die Kleinbauern fürchten, dass bei einer Öffnung der
Märkte die hoch subventionierten Agrarprodukte aus den USA ihr
Geschäft auf dem Heimatmarkt kaputt machen könnten. Zum
Beispiel beliefern die USA ihren Freihandelspartner Mexiko mit billigen
Bohnen, obwohl diese dort traditionell angebaut werden. Solche
Ängste halten Volkswirte angesichts der positiven Auswirkungen von
Freihandelsabkommen für die Wirtschaft jedoch für
übertrieben. "Eine Politik der Abschottung wäre falsch", sagt
der Direktor der Dresdner Bank Lateinamerika, Heinz Mewes. Dank des
Freihandelsabkommens habe Mexiko Brasilien als größte
Exportnation in Lateinamerika überholt.
Auch der Präsident von Ecuador will das Abkommen unbedingt
umsetzen. Die Globalisierung sei ein riskantes, aber notwendiges
Projekt, wiederholt Alfredo Palacio gerne. Abweichler duldet er nicht. So musste sein Innenminister
Alfredo Castillo vergangene Woche zurücktreten, nachdem er -
entgegen der offiziellen Linie der Regierung - öffentlich
Verständnis für die Bedenken der Bauern geäußert
hatte.
Unterstützung erhält der Präsident von den großen
Betrieben, die sich mehr Exportgeschäfte erhoffen. Am vergangenen
Samstag gingen in Quito Tausende Unternehmer auf die Straße, um
sich für die Unterzeichnung des Abkommens einzusetzen. Auch sie
sehen den Ausgang der Freihandelsgespräche als eine Frage des
Überlebens. Denn ohne zollfreien Zugang zum amerikanischen Markt
wären sie nicht mehr konkurrenzfähig. Die Zollvorteile hatten
die USA den Andenländern einst im Kampf gegen den Drogenhandel
zugestanden. Sie sollten den Unternehmern eine legale
Einkommensmöglichkeiten bieten. Doch von 2007 an will Amerika die
einseitigen Zugeständnisse durch ein bilaterales Abkommen
ersetzen, das auch den eigenen Wirtschaftsinteressen dient.
Denn die US-Industrie wittert in dem 93 Millionen Menschen umfassenden
Markt der vier Andenländer ein großes Geschäft. Die USA
sollten "hart verhandeln" und keine Ausnahmen akzeptieren, riet der
Vize-Präsident der USHandelskammer John Murphy zu Beginn der
Handelsgespräche. Die US-Regierung verfolgt mit den Abkommen aber
auch ein politisches Projekt. Die Einzelverträge sind ein Ersatz
für den ursprünglichen Plan einer amerikaweiten
Freihandelszone von Alaska bis Feuerland. Diese scheiterte bislang am
Widerstand von Ländern wie Venezuela und Brasilien. Brasilien
lehnt die Freihandelsverträge unter anderem wegen der vorgesehenen
strikten Patentregelungen ab, die es dem Land erschweren würden,
Aidsmedikamente selber herzustellen. Eine Praxis, für die sich die
Entwicklungsländer gerade in der Welthandelsorganisation WTO eine
Erlaubnis erkämpft haben. "Die USA nutzen die kleinen
lateinamerikanisehen Länder, die auf den Zugang zum US-Markt
angewiesen sind, aus, um Handelsverträge durchzusetzen, die sie in
der WTO niemals genehmigt bekommen würden", kritisiert David Edely
von der amerikanischen Verbraucherschutzorganisation Public Citizen.
Ecuadors Präsident Palacio wird diese Woche beweisen müssen,
dass er sich nicht alle Konditionen von den USA diktieren lässt.
Uneinigkeit herrscht bislang besonders bei den Agrarprodukten. Palasio
hat den Bauern versprochen, Ausnahmeregeln für im Land
produzierte Grundnahrungsmittel wie Mais, Reis, Soja und Milchprodukte
auszuhandeln.Der Präsident weiß, dass man ihn an diesem
Versprechen messen wird. Dass sie ihre Drohungen
wahr machen können, haben die Kleinbauern bereits gezeigt. Palacio
selbst verdankt sein Amt einem Bauernaufstand, der im April letzten
Jahres seinen Vorgänger Lucio Gutierrez zum Rücktritt zwang.
Wie heute erzürnte damals die indigene Bevölkerung, dass die
Regierung sich auf Freihandelsgespräche einließ.
Süddeutsche Zeitung vom 23.03.2006
|
Weltwasserforum: Wasser soll Grundrecht werden
Do.23.03.06 - Der Präsident des Weltwasserrates, der Franzose Loïc Fauchon,
hat zum Abschluss des IV. Weltwasserforums in Mexiko-Stadt dazu
aufgerufen, den Zugang zu sauberem Wasser als ein Grundrecht aller
Menschen anzuerkennen.
Er wandte sich dabei an die Minister von mehr als 120 Staaten, die seit
Dienstag an einer Erklärung über die Zukunft der weltweiten
Wasserversorgung arbeiteten. Diese sollte am gestern, dem Tag des
Wassers, veröffentlicht werden. Weltweit fehle mehr als einer
Milliarde Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser und etwa
zweieinhalb Milliarden seien an keine Abwasserentsorgung angeschlossen,
betonte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) anlässlich
des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Gedenktages.
Angesichts des ungebremsten Wachstums der Weltbevölkerung und des
oft verschwenderischen Umgangs mit den begrenzten Rohstoffen hatten
zahlreiche Teilnehmer zu einem sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen.
Der mexikanische Nobelpreisträger Mario José Molina
appellierte an die Verantwortlichen in der Welt, umzudenken und die
Natur zu schonen. Das Jahr 2005 sei das heißeste seit 1000 Jahren
gewesen, sagte Molina am Dienstag beim Weltwasserforum. Dies sei vor
allem auf den zerstörerischen Umgang des Menschen mit der Umwelt in
den vergangenen 50 Jahren zurückzuführen. Molina hatte 1995
zusammen mit den Chemikern Frank Sherwood Rowland aus den USA und dem
Niederländer Paul Crutzen den Chemie-Nobelpreis für die
Erforschung der Zerstörung der Ozonschicht erhalten.
Die seit dem vergangenen Donnerstag in Mexiko-Stadt tagende
Veranstaltung wurde vor allem bestimmt von der Frage, ob Wasser ein
Wirtschaftsgut oder ob der Zugang zu der Ressource ein Grundrecht sei.
Bolivien und Venezuela hatten am Wochenende damit gedroht, die
Ministererklärung nicht zu unterzeichnen, wenn dort nicht eindeutig
festgeschrieben sei, dass der Zugang zu sauberem Wasser ein
Menschenrecht sei.
In zahlreichen Diskussionsrunden hatten die rund 13 000 Politiker,
Wissenschaftler und Fachleute aus allen Teilen der Welt ein
düsteres Bild von der Lage rund um die Versorgung der
Weltbevölkerung mit Wasser gezeichnet. Allein für Süd-
und Südostasien seien Investitionen von 60 Milliarden US-Dollar
(49,7 Milliarden Euro) erforderlich, hieß es in einem Thesenpapier
des Forums. Für Afrika wurde ein Betrag von 20 Milliarden
US-Dollar genannt.
UN-Generalsekretär Kofi Annan plädierte anlässlich des
Weltwassertages für eine gerechtere Verteilung des Wassers. Nach
UN- Angaben sterben in Entwicklungsländern täglich 6000
Menschen, darunter 4000 Kinder, weil sie verschmutztes Wasser getrunken
haben. Am Rande der Tagung wurden Stimmen laut, die vor Katastrophen und
Kriegen um Wasser in der Zukunft warnten.
Der Chef des UN-Umweltprogramms UNEP, Klaus Töpfer, rief zu einer
sinnvolleren und sparsameren Nutzung der Wasservorräte auf. Im rbb-
Inforadio sagte Töpfer am Mittwoch, auch in Europa seien
Klimaveränderungen und damit eine veränderte
Verfügbarkeit von Wasser bereits zu spüren. So gebe es etwa
zunehmende Wüstenbildung im Süden Europas. Deshalb seien
«neue Techniken zum Wassersparen dringend notwendig und zudem ein
großartiges Exportprodukt», sagte Töpfer.
Der in Marseille beheimatete Weltwasserrat organisiert alle drei Jahre
ein internationales Forum zum Thema Wasser. Die Foren, bei denen
Politiker, Experten und Wissenschaftler nach Lösungen für die
sich zuspitzenden Probleme der Wasserversorgung suchen, gelten derzeit
als die wichtigsten Veranstaltungen zum Thema. Tagungsorte waren Marokko
(1997), Den Haag (2000) und Kyoto (2003).
(Quelle: dpa)
Kein Recht auf Wasser
4. Weltwasserforum in Mexiko-Stadt beendet.
Abschlußerklärung ohne Festlegung auf Wasserzugang als
Menschenrecht... Mehr in der Tageszeitung 'junge Welt' vom 24.03.06:
http://www.jungewelt.de/2006/03-24/031.php
Weißrussische Opposition zeigt Durchhaltewillen
Do.23.03.06 - Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Weißrussland
hat die Opposition mit anhaltenden Protesten in Minsk ihren
Durchhaltewillen demonstriert. "Wir sind heute mehr als gestern und ich
hoffe, dass wir morgen noch mehr sein werden", sagte
Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch am Mittwoch vor rund
4000 Anhängern. Für Samstagabend rief er zu einer
Großdemonstration auf. Er setze auf einen demokratischen
Aufbruch. Die Regierung von Staatschef Alexander Lukaschenko zeigte
sich weiter unbeeindruckt von den Protesten.
"Wir werden uns bis zum 25. jeden Tag treffen", kündigte
Milinkewitsch an. "Sagt Euren Familien und Freunden, dass sie kommen
sollen." Die weißrussische Opposition gedenkt am 25. März
der Gründung der unabhängigen Volksrepublik
Weißrussland im Jahr 1918, die jedoch nur von kurzer Dauer war.
Die Regierung erkennt den Feiertag nicht an. Der Nachrichtenagentur AFP
sagte Milinkewitsch: "Ich glaube nicht, dass solche Aktionen das Regime
stürzen werden, aber sie werden den Widerstand säen."
Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens,
Italiens und Lettlands setzten am Dienstagabend mit ihrem Besuch der
Demonstration auf dem Oktoberplatz ein Zeichen der Solidarität mit
der Opposition.
Mehr als hundert Menschen wurden in dieser Woche festgenommen, unter
ihnen vier enge Mitarbeiter von Milinkewitsch, von denen eine Frau kurz
darauf wieder freigelassen wurde. Das polnische Außenministerium
forderte die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen im
Nachbarland und drohte Minsk mit Restriktionen wegen Verletzung der
Bürgerrechte.
Der autoritär regierende Lukaschenko war am Sonntag laut
Wahlkommission mit 82,6 Prozent im Amt bestätigt worden.
Milinkewitsch kam demnach nur auf sechs Prozent. Nach Angaben der
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
verlief die Wahl nicht nach internationalen Standards und war weder
frei noch fair.
(Quelle: afp)
Barroso will unternehmerisches Engagement in EU erleichtern
Do.23.03.06 - EU-Kommissionspräsident Josè Manuel Barroso hat die
europäischen Regierungschefs aufgefordert, sich bei dem am
Donnerstag beginnenden Gipfeltreffen für mehr Wirtschaftswachstum
und Arbeitsplätze einzusetzen. Barroso kündigte am Dienstag in
Brüssel an, dass die Kommission «mit besseren und
abgespeckten Regelungen das unternehmerische Engagement»
erleichtern werde.
Skeptisch sieht der Kommissionspräsident die geplante
Zielstellung, wonach die EU-Staaten bis 2010 jedes Jahr zusätzlich
zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen wollen. Nicht einmal die
gegenwärtigen Ziele seien erreicht worden, gab Barroso zu bedenken.
Barroso sprach sich für eine gemeinsame europäische
Energiepolitik aus, die eine nachhaltige, sichere und
wettbewerbsfähige Versorgung ermöglichen sollte. Er
bezeichnete es als absurd, 25 verschiedene Energiestrategien zu
verfolgen. «Wir brauchen einen europäischen Markt für
Elektrizität und Gas», sagte der
EU-Kommissionspräsident. In Anspielung auf Frankreich und Spanien
warnte Barroso die Mitgliedsstaaten davor, ihre nationale Energiebranche
gegen den Wettbewerb abzuschotten.
(Quelle: ddp)
Tragen islamischer Kleidung in britischen Schulen verboten
Do.23.03.06 - Das Tragen eines den ganzen Körper verhüllenden Gewandes ist
an britischen Schulen nicht erlaubt. Das entschieden am Mittwoch die
höchsten britischen Richter und gaben damit einer Oberschule in
Luton nördlich von London Recht, die eine Schülerin deshalb
vom Unterricht ausgeschlossen hatte. Shabina Begum hatte sich im
September 2002 geweigert, die Schuluniform zu tragen und darauf
bestanden, in der so genannten Dschalaba zum Unterricht zu kommen.
Deshalb schloss die Schule sie aus, wogegen die heute 17-jährige
Begum klagte.
In erster Instanz verlor sie, das Berufungsgericht dagegen gab ihr im
März vergangenen Jahres Recht. Dagegen klagte wiederum die Schule
vor den Law Lords des Oberhauses, Großbritanniens
höchstrichterlicher Instanz, und bekam Recht. Der Fall erregte im
Königreich großes Aufsehen, nicht zuletzt deshalb, weil Begum
im Berufungsprozess von der Frau von Premierminister Tony Blair, der
Rechtsanwältin Cherie Blair, vertreten worden war.
(Quelle: afp)
ETA verkündet dauerhaften Waffenstillstand
Do.23.03.06 - Die baskische Untergrundorganisation ETA hat einen dauerhaften
Waffenstillstand ab Freitag verkündet. Der Waffenstillstand solle
einen "demokratischen Prozess" im Baskenland anstoßen, "um einen
neuen Rahmen zu schaffen, in dem unsere Rechte anerkannt werden, die uns
als Volk zustehen", hieß es in einer Erklärung. Am Ende
dieses Prozesses sollten die baskischen Bürger das Recht haben,
selbst über ihre Zukunft zu entscheiden.
Die ETA kämpft seit fast vier Jahrzehnten gewaltsam gegen die
Zentralregierung in Madrid und für die Unabhängigkeit des
Baskenlandes. Bei Anschlägen kamen mehr als 800 Menschen ums Leben;
zuletzt starb im Mai 2003 ein Mensch bei einem ETA-Attentat. Bereits im
Februar hatte es Gerüchte über eine bevorstehende
Erklärung der ETA zu einer Waffenruhe gegeben.
"Die Überwindung des Konfliktes ist heute und jetzt möglich",
heißt es in der Erklärung weiter. "Dies ist der Wunsch und
der Wille der ETA." Die spanische Regierung unter Ministerpräsident
José Luis Rodríguez Zapatero hat Gespräche mit der
ETA unter der Bedingung in Aussicht gestellt, dass die
Untergrundorganisation der Gewalt endgültig abschwört.
(Quelle: afp)
Frankreich: Villepin hält trotz zunehmender Proteste an
Arbeitsrechtsreform fest
Do.23.03.06 - Trotz noch zunehmender Proteste gegen seine Arbeitsrechtsreform will
der französische Premierminister Dominique de Villepin in dem
Konflikt an seiner harten Linie festhalten. Er werde die Reform mit der
zweijährigen Probezeit für junge Arbeitnehmer weder
zurücknehmen noch aussetzen. Das sagte Villepin in Paris.
Gewerkschaften, Schüler- und Studentenverbände riefen dagegen
zu einem landesweiten Protest- und Streiktag am kommenden Dienstag auf
und drängen die französische Regierung weiter zum Nachgeben.
(Quelle: dpa)
Deutschland
DGB droht Regierung mit Widerstand beim Kündigungsschutz
Do.23.03.06 - Der DGB fordert von der großen Koalition den Erhalt des
Kündigungsschutzes. Andernfalls würden die Gewerkschaften
gegen das Reformvorhaben protestieren, sagte DGB-Chef Michael Sommer der
«Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwochausgabe). Die
geplante generelle zweijährige Probezeit fordere den deutlichen und
scharfen Protest der Gewerkschaften heraus.
Was im deutschen Koalitionsvertrag stehe, sei genau dasselbe, weswegen
die Menschen in Frankreich zu Recht auf die Straße gingen, sagte
Sommer. In Frankreich sei das allerdings nur für Ersteinstellungen
geplant, in Deutschland sollten zwei Jahre Probezeit aber für jeden
Arbeitsvertrag gelten, sagte Sommer. Was die Studenten und Schüler
in Frankreich in die Mikrofone riefen, treffe damit verschärft auf
Deutschland zu. »Dann ist man in einem ungesicherten
Arbeitsverhältnis und damit bekommt man weder eine Wohnung noch
einen Bankkredit«, sagte Sommer. Er könne der
Bundesregierung deshalb nur raten, sich das Projekt
Kündigungsschutz noch einmal genau zu überlegen. Nur weil dies
im Koalitionsvertrag stehe, dürfe es nicht einfach exekutiert
werden.
(Quelle: ddp)
Angst gegen Angst
In Deutschland wird der Kündigungsschutz gelockert, weil die
Arbeitgeber Gerichtsverfahren fürchten. Selbst konservative
Ökonomen warnen vor einer Lockerung des Kündigungsschutzes.
Dieser verunsichere die Bürger, neue Stellen entstünden so
nicht. Größere Unsicherheit wird junge Leute von der
Familiengründung abhalten... Mehr in der taz vom 22.03.06:
http://www.taz.de/pt/2006/03/22/a0132.1/text
http://www.taz.de/pt/2006/03/22/a0046.1/text
DIW: Streiks haben kaum Auswirkungen auf Konjunktur
Do.23.03.06 - Die Streiks im öffentlichen Dienst haben sich nach
Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
(DIW) bisher kaum auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland
ausgewirkt. «Nennenswerte Auswirkungen auf den Wirtschaftsverlauf
dürfte der Streik bisher nicht gehabt haben», sagte
DIW-Präsident Klaus Zimmermann am Mittwoch in Berlin.
Die bislang vereinbarten Stufenregelungen von Hamburg und Niedersachsen
eignen sich nach Auffassung Zimmermanns nicht als Pilotmodell.
«Hier sind eindeutig die falschen Zeichen gesetzt worden, und die
falsche Politik der Vergangenheit wurde fortgesetzt», kritisierte
der DIW-Präsident.
Ältere und weniger Qualifizierte seien gerade die Problemgruppen
des Arbeitsmarktes. «Deshalb soll man sie gerade nicht besser
stellen, denn das führt dazu, dass bei ihnen vor allem der
Rationalisierungshebel angesetzt wird», sagte Zimmermann. Er
warnte davor, dass ein solcher Abschluss im Übrigen auch
entsprechende Erwartungen in der Privatwirtschaft wecke.
Die finanzielle Lage der Länder und Kommunen sei stark angespannt,
was vor allem Ausdruck der bisher schwachen Konjunktur sei. In dieser
Situation versuchten die Gebietskörperschaften, sich finanzielle
Luft für die kommenden Jahre zu verschaffen. «Deshalb wollen
sie mehr Arbeit bei gleichem Gehalt», sagte Zimmermann. Es sei
gewiss davon auszugehen, dass die öffentlichen Arbeitgeber eine
Verlängerung der Arbeitszeit nutzten, um Beschäftigung
abzubauen. Das werde aber kaum diejenigen treffen, die bereits einen
Arbeitsplatz hätten.
Nach Auffassung Zimmermanns könnten noch mehr Bereiche als bislang
im öffentlichen Dienst privatisiert werden. Bei der Müllabfuhr
etwa stelle sich die Frage, warum diese vom Staat erbracht werden
müsse. Der öffentliche Dienst sei in einigen Bereichen
«in der Tat überdimensioniert».
(Quelle: ddp)
Bundesweit 9000 Klinikärzte im Ausstand
Do.23.03.06 - Tausende Ärzte haben am Mittwoch bei Demonstrationen ihrer
Forderung nach mehr Gehalt und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck
verliehen. In Hannover protestierten nach Angaben der
Ärztegewerkschaft Marburger Bund rund 6000 Mediziner aus dem
ganzen Bundesgebiet, die Polizei sprach von 2500 Teilnehmern. Insgesamt
befanden sich nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers bundesweit rund
9000 Ärzte von Universitätskliniken im Ausstand. In Kiel
nahmen nach Polizeiangaben etwa 4000 niedergelassene Mediziner,
Krankenschwestern und Pfleger an einem symbolischen Trauermarsch teil.
Bei der zentralen Kundgebung der Klinikärzte in Hannover griff der
Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, die
öffentlichen Arbeitgeber scharf an. Anstatt die Flexibilität
und Leistungsbereitschaft der Ärzte während der
Tarifverhandlungen zu würdigen, habe der Vorsitzende der
Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), der
niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), ein
«schändliches Angebot» vorgelegt, sagte Montgomery.
Dies bedeutete am Ende vier Prozent weniger Lohn.
Den Vorschlag der Arbeitgeber, wenigstens einen Teil der geleisteten
Überstunden zu bezahlen, nannte Montgomery absurd. Schon heute
seien die Arbeitgeber verpflichtet, alle Überstunden zu bezahlen.
Montgomery erneuerte die Forderungen der Ärzteschaft nach
»vernünftigen Arbeitszeiten«. Mit einer
Wochenarbeitszeit von 80 Stunden müsse «Schluss sein».
Die geleistete Arbeit müsse »bis zur letzten Stunde und
Minute« angemessen bezahlt werden. Auch die
»unsäglich« befristeten Arbeitsverträge
müssten ein Ende haben, forderte der Gewerkschafter.
Für den Fall, dass sich die Arbeitgeber nicht verhandlungsbereit
zeigen, kündigte Montgomery für die nächsten Wochen
einen »Sturm an den deutschen Uni-Kliniken« an.
Am Nachmittag waren die Streikenden in Hannover zunächst zum
Landesfinanzministerium gezogen, um Möllring zu einer
Stellungnahme zu bewegen. Möllring erschien daraufhin unter
gellenden Pfiffen vor dem Ministerium und versuchte, die Streikenden zu
besänftigen. Die 30 Prozent mehr Lohn, die die
Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert, «sind
unrealistisch», sagte der CDU-Politiker.
Insgesamt wurden am Mittwoch nach Angaben des Marburger Bunds
bundesweit 14 Universitätskliniken und 7
baden-württembergische Landeskrankenhäuser bestreikt. Aus
Niedersachsen beteiligten sich Ärzte des
Universitätsklinikums Göttingen und der Medizinischen
Hochschule Hannover.
In Kiel trugen die Ärzte auf ihrem Protestmarsch vom Rathaus zum
schleswig-holsteinischen Landtag symbolisch die Patientenversorgung zu
Grabe. Ein großer Teil der Teilnehmer trug schwarze Kleidung. Zum
Abschluss ihres Protestzuges versammelten sich die Mediziner zu einer
Kundgebung vor dem Landtag. Redner forderten unter anderem bessere
Arbeitsbedingungen der Ärzte und einen Abbau der Bürokratie
in Arztpraxen. Auf Plakaten war zu lesen «Todesursache:
Staatsmedizin» oder «Wir sparen uns krank».
(Quelle: ddp)
Erneuerbare Energien schaffen mehr Arbeitsplätze als erwartet
Do.23.03.06 - Der anhaltende Ausbau der erneuerbaren Energien hat in Deutschland
bislang mehr Arbeitsplätze geschaffen als angenommen. Mittlerweile
arbeiteten rund 170 000 Menschen in der Branche, wie
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch in Berlin unter
Berufung auf eine vom Ministerium in Auftrag gegebene Studie mitteilte.
Ursprünglich war von 130 000 bis 150 000 Stellen die Rede. Bereits
2004 hätten den jüngsten Zahlen zufolge 157 000 Menschen in
der Branche gearbeitet.
Bis zum Jahr 2020 sei ein Anstieg der Arbeitsplätze auf etwa 300
000 realistisch, sagte Gabriel. Auch der
Nettobeschäftigungseffekt, der einen damit einhergehenden
Beschäftigungsabbau in anderen Branchen, etwa der Atomenergie,
berücksichtigt, sei positiv. Unterm Strich sei mit einem Plus von
30 000 bis 40 000 Stellen bis 2020 zu rechnen.
Die Zahlen zeigten, dass sich der kräftige Ausbau der erneuerbaren
Energien in den vergangenen Jahren langfristig auch ökonomisch
rechne, erläuterte Gabriel. Schließlich sei die Branche vor
allem mittelständisch geprägt und mit vielen anderen Branchen
verflochten. «Ich glaube, dass wir hier einen echten
Zukunftsmarkt entwickelt haben», fügte er hinzu.
Im vergangenen Jahr wurden 11 Prozent der Nettostromerzeugung aus
erneuerbaren Energien gewonnen. Das Ziel der Bundesregierung, den
Anteil bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen, wird
höchstwahrscheinlich übertroffen, wie Gabriel kürzlich
erklärt hatte. Er hält einen Anteil von 25 Prozent für
möglich.
(Quelle: ddp)
Steuereinnahmen im Februar kräftig gestiegen
Do.23.03.06 - Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im Februar
gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,1 Prozent auf 32,5 Milliarden
Euro gestiegen. Dabei nahmen die gemeinschaftlichen Steuern um 4,0
Prozent, die Bundessteuern um 0,4 Prozent und die Ländersteuern um
15,3 Prozent zu, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten
Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums. Für das Plus bei den
Steuereinnahmen «sind aber eher strukturelle als konjunkturelle
Faktoren verantwortlich», heißt es im BMF-Monatsbericht.
Die Steuereinnahmen des Bundes blieben im Februar mit minus 15,8
Prozent (12,3 Milliarden Euro) weit hinter dem Vorjahresergebnis
zurück. Das Ministerium begründete dies mit höheren
Zahlungen an die EU. Bei den Ländern ergab sich ein Einnahmeanstieg
von 4,7 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro.
Sowohl bei der Lohn- als auch der Körperschaftssteuer sind die
Einnahmen im Februar 2006 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die
Lohnsteuereinnahmen erhöhten sich um 0,8 Prozent auf 9,2 Milliarden
Euro. Bei der Körperschaftssteuer ergaben sich Mehreinnahmen in
Höhe von 320 Millionen Euro.
Nach Auffassung des Ministeriums kann die Entwicklung bei der
Körperschaftssteuer und bei der veranlagten Einkommenssteuer
«als Indiz für die anhaltend gute Gewinnsituation der
Unternehmen gewertet werden».
(Quelle: ddp)
Forschung
Wissenschaftler erforschen Medikamente zum Einatmen
Do.23.03.06 - Forscher aus München, Marburg und Gießen suchen nach neuen
Wegen in der Medikamententherapie. Laut einem am Mittwoch in Marburg
vorgestellten Konzept wollen sie Patienten in Zukunft Arzneimittel
einatmen lassen statt ihnen beispielsweise eine Spritze zu verabreichen.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt über
einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 2,4 Millionen Euro.
Vorteile gegenüber der klassischen Darreichungsform Injektion sind
nach Angaben der federführenden Philipps-Universität Marburg,
dass das Einatmen von Medikamenten für die Patienten einfach und
schmerzfrei ist. Auch erhoffen sich die Mediziner eine deutlich bessere
Wirkungsweise bei der Aufnahme durch die Lunge statt über die
Blutbahn. Inhaltlich geht es nicht um neue Wirkstoffe, sondern um neue
Trägersubstanzen, die die Wissenschaftler entwickeln wollen. Sie
setzen dabei auf so genannte nanotechnologische Träger
(«Carrier»).
Die Forschergruppe hat den Namen «Polymere Nanocarrier zur
pulmonalen Verabreichung von Wirkstoffen (Nanohale)». Das
interdisziplinär angelegte Team besteht aus sieben Teil-Gruppen in
Marburg, an der Justus-Liebig-Universität Gießen und am
GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München.
(Quelle: ddp)